EUROPÄISCHES SEGEL-INFORMATIONSSYSTEM
Großsegler:
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Die 'Sea Cloud' ist eine Viermastbark, d.h. die vorderen drei Masten sind rahgetakelt, während der Besan gaffelgetakelt ist und Schratsegel führt. Der Segler gilt unter den großen Segelkreuzfahrern als absolutes Luxusschiff:
Alle Kabinen verfügen über offenen Kamin, die Bäder sind aus Carrara-Marmor und haben vergoldete Armaturen. Oft ist sie im Winter in der Karibik unterwegs, im Sommer kann man sie in der Ägäis und der Türkei sehen, leider oft genug unter Maschine. Im Jahre 1931 wurde sie im Auftrag des US-amerikanischen Multimillionärs und Börsenmaklers Edward Francis Hutton (1875-1962) als größte und luxuriöseste je gebaute Privatsegelyacht der Welt mit der Takelage einer Viermastbark von der Germaniawerft in Kiel unter dem Namen Hussar II gebaut. Sie war auch in ihrer Zeit die größte und teuerste Yacht überhaupt. Das Schiff diente ausschließlich den standesgemäßen Reisen, Treffen und Feierlichkeiten der Eigner. Seine Frau kümmerte sich in den ersten Jahren intensiv darum, die Yacht nach ihrem Geschmack einzurichten. Die Kabinen wurden mit allem erdenklichen Luxus ausgestattet. Dazu mietete sie ein Lagerhaus in Brooklyn und baute die Innenausrichtung zunächst dort maßstabsgerecht auf. Unter anderem wurden dabei Badewannen aus Carraramarmor, Armaturen aus massivem Gold und offene Marmorkamine in die Luxuskabinen eingebaut, dazu kostbare Wandverkleidungen, Möbel aus edlen Stoffen und Edelhölzern sowie die kostbarsten Accessoires. Die Hussar II war die größte und luxuriöseste Privatyacht, die es jemals gab. Zum symbolischen Charterpreis von „US-$ 1“ übernahm die US-Küstenwache am 7. Januar 1942 die Sea Cloud. Für mehr als US-$ 341.000 wurde die gesamte Takelage samt Masten (bis auf den Großuntermasten), Bugspriet und Galionsfigur abgenommen, das Mobiliar an Land untergebracht und der Rumpf grau gestrichen. Das Schiff kam unter dem Namen USCGC Sea Cloud (WAG-284) (USCGC=US Coast Guard Cutter – Vereinigte Staaten Küstenwachkutter) bei der Küstenwache und ab 9. April 1943 als USS Sea Cloud (IX-99) bei der US Navy mit zwei 3-Zoll-Geschützen und Waffen zur U-Boot-Bekämpfung ausgerüstet an der amerikanischen Ostküste zum Einsatz. Nach Kriegseinsätzen als US-Küstenwachschiff, mehr als sechsfachem Besitzerwechsel, langen Liegezeiten und drohendem Abwracken wurden die Luxusräume Restaurierungsarbeiten unterzogen. Heute wird sie unter dem Namen Sea Cloud (Sea Cloud I) von der Firma „Hansa Cloud Ltd.“ auf Malta bereedert und von „Sea Cloud Cruises GmbH“ für Kreuzfahrten betrieben. Die Crew ist international, Englisch und Deutsch sind die Bordsprachen. Die technische Ausstattung (Maschinentelegraph, Kompass, Steuerung) auf der Brücke ist noch teilweise so, wie das Schiff im Originalzustand gebaut wurde, natürlich sind moderne Hilfsmittel wie GPS und Radar dazugekommen. Flagge Malta andere Schiffsnamen Hussar II IX-99 USCGC WPG-284 Angelita Patria Antarna Sea Cloud of Cayman Schiffstyp Auxiliarsegler Eigner Edward F. Hutton & Marjorie Post-Hutton, New York Bauwerft Germaniawerft, Kiel Baukosten 900.000 US-Dollar (1932) Stapellauf 25. April 1931 Länge 109,70 m (Lüa) 77,20 m (KWL) 96,30 m (Lpp) Breite 14,90 m Seitenhöhe 7,10 m Tiefgang max. 5,13 m Besatzung 72 Maschine 2 SKL Diesel Maschinen-leistung 3.000 PS (2.206 kW) Geschwindigkeit max. 12 kn (22 km/h) Propeller 2 Takelung Bark Anzahl Masten 4 Anzahl Segel 30 Segelfläche 3.160 m² Geschwindigkeit unter Segeln max. 15 kn (28 km/h) Weblinks: Die Seacloud in Wikipedia Segelschiffstypen in Wikipedia http://www.holidaycheck.at/schiff-Reiseinformationen_Sea+Cloud-sid_329.html Fehlt ein wichtiges Link zum Thema? Link mitteilen
Schlagwörter: Sea Cloud, Luxus-Kreuzfahrtschiff, Kreuzfahrer, Auxiliarsegler, Viermastbark, großsegler,segelschiffe, Geschichte der Sea Cloud, technische Daten |
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