Die 'Schulschiff Deutschland' ist das einzige erhalten gebliebene Vollschiff der deutschen Schiffahrtsgeschichte und schon dadurch eine Rarität ersten Ranges. Es wurde 1927 von der weltbekannten Werft Joh. C. Tecklenborg in Geestemünde gebaut. Diese Werft war in Deutschland damals der eigentlich Schrittmacher im Rahsegler-Schiffsbau. Der Linienriß und die Takelung führen im Ursprung auf die Konstruktion des renommierten Schiffsbaudirektors Georg W. Claussen zurück. Die 'Schulschiff Deutschland' wurde von vorneherein als reines Segelschulschiff und Ausbildungsschiff, nicht als frachttragender Rahsegler konzipiert.
Von seinen Kapitänen sind besonders Reinhold Walker und Walther von Zatorski zu erwähnen, Persönlichkeiten, die Seefahrtsgeschichte mit geprägt haben.
In monatelange Kleinarbeit wurde 1995/96 Deutschlands letztes Vollschiff total renoviert und originalgetreu restauriert - zurückverwandelt in den 'Weißen Schwan der Unterweser'. Etwa drei Millionen Fernsehzuschauer waren dabei, als am 5. Mai 1996 das ZDF-Sonntagskonzert die 'Schulschiff Deutschland', den schönsten Windjammer der Nation präsentierte während seiner Fahrt von seiner einstigen Geburtsstätte zum neuen Liegeplatz in der Lesum-Mündung von Bremen-Vegesack.
Die vollständige Erneuerung der 'Deuschland' ist einschließlich der kompletten Takelage und des Edelholzdecks perfekt gelungen. Die Totalrenovierung hat 5,5 Millionen DM gekostet. Aufgebracht wurden bisher 4,2 Mio.DM, der Rest wurde kreditiert. Das 'Schulschiff Deutschland' wurde vom Bundesland Bremen danach unter Denkmalschutz gestellt.
Jetzt wird es - ähnlich wie die Rickmer Rickmers als Museumsschiff, Veranstaltungsstätte in gediegenen Rämen (Feste, Hochzeiten, sonstige Feiern, Konferenzen), aber darüberhinaus auch als Beherbergungs-Zweckbetrieb für maritime Gruppen, als Wassersportschule und Grundausbildungsschiff für Rahsegler-Trainees genutzt.