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Großsegler:
Die Schonerbrigg Greif

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Die einzige deutsche Schonerbrigg wurde 1951 als erstes Stahlschiff der DDR als 'Wilhelm Pieck' auf der Rostocker Warnow-Werft gebaut. Sie wurde von 'Arbeitern und Volk der DDR' an Wilhelm Pieck gegeben, der sie der Jugend der DDR schenkte.
Sie wurde als Ausbildungs- und Schulschiff für Kadetten der Handelsmarine und der Kriegsmarine (NVA) genutzt. Die meisten Seeoffiziere der DDR wurden auf der 'Wilhelm Pieck' ausgebildet. In dieser Zeit segelte das Schiff mehr als 112.000 Seemeilen, war allerdings kaum im westlichen Ausland zu sehen. Meist segelte es in der Ostsee, auch mal nach Polen oder die UdSSR.

Ernst Weitendorf war der erste Kapitän der Schonerbrigg. 1973 übernahm als 6. Kapitän Helmut Stolle das Schiff und führt es bis heute.

Nach der Wende brach für den Segler eine ungewisse Zeit an. Wer sollte das Schiff übernehmen?
Schließlich, im Februar 91, kaufte es die Stadt Greifswald und benannte die 'Wilhelm Pieck' in 'Greif' um. Sofort wurde die 'Greif' einer Genealüberholung unterzogen, seither erhalten junge Leute auf ihr eine solide seemännische und nautische Ausbildung.
Die Schonerbrigg gehört zur STAG-Flotte und zeigt bei allen Begegnungen der Traditionssegler Flagge.

Daten:
  • Erbaut 1951, erster Stahlneubau der damaligen DDR, getauft auf den Namen "Wilhelm Piek"
  • Verdrängung: 280t
  • Länge über alles: 41,1 m
  • Länge über Deck: 35,4 m
  • Länge in der Wasserlinie: 29,15 m
  • Breite: 7,60 m
  • Tiefgang: 3,60 m
  • Segelfläche: 570 qm, 15 Segel
  • Besatzung: 7 Personen Stamm, 8 Hand für Koje
  • Mitsegler: 30




Kapitän der „Greif“ streicht die Segel
Helmut Stolle geht nach 40 Dienstjahren von Bord der Brigantine
Mittwoch, 22.03. 2000, 06:08:11 Uhr
Greifswald - Es war während der Hiorten-Regatta 1997 von Karlskrona nach Warnemünde. Kurze Zeit nach dem Start drohte der Wind einzuschlafen. Während die 15 anderen Skipper einen südlichen Kurs hielten, ging plötzlich die Brigantine „Greif“ auf Gegenkurs. Ihr Kapitän  –  seit 24 Jahren  –  ist Helmut Stolle. Er riecht den Wind, sagt man anerkennend über diesen Mann, der an die 5000 junge Menschen auf seinem Schiff Seemannschaft, Segeleinmaleins und Selbstvertrauen für ihren späteren Seemannsberuf beigebracht hat. Und tatsächlich, mit der letzten Mütze Wind kam die „Greif“ bald unter der schwedischen Küste außer Sicht. Anderntags lief sie als strahlender Regattasieger über die Ziellinie vor Warnemünde. Helmut Stolle und seine Crew hatten den Konkurrenten mal wieder ein Schnippchen geschlagen.

Ähnlich war es auch zur Hanse Sail 1994. Bei einer regelrechten Sturmfahrt zögerten einige Kapitäne teilzunehmen. Segler hatten es mit der rauhen See recht schwer. Doch Kapitän Stolle stürmte mit der schlanken „Greif“ auf Kurs Kühlungsborn davon  –  und zum Sieg. Man sagt von ihm, dass er die Ostsee wie seine Westentasche kennt und klug die schwierigen Windverhältnisse und den Strom ausnutzen kann.

Am 1. April 2000 will er die Kommandobrücke verlassen und in den Ruhestand gehen. Fast ein vierzigjähriges Berufsleben hat er an Bord dieses kleinen, aber feinen Segelschiffes verbracht.

Es muss schon Liebe auf den ersten Blick gewesen sein, als 1960 der junge Stolle eine Koje im Mannschaftslogis der „Wilhelm Pieck“ in Greifswald-Wiek in Beschlag nahm. Die Brigantine war 1951 der erste eiserne Nachkriegsbau in Ostdeutschland gewesen, der auf der Warnowwerft in Warnemünde gebaut wurde. Stolle blieb auf dem Schiff, wurde Maat, dann Bootsmann. Und hat sein Schiff und dessen Seele von Grund auf kennen gelernt. Als er nach dem Studium an der Seefahrtsschule Wustrow mit dem Steuermannspatent an Bord zurück kehrte, gab ihm das vor dem Mast erlernte Grundwissen die nötige Sicherheit und pädagogisches Geschick. Als Wachoffizier und schließlich ab 1973 als Kapitän durfte er das beliebte einzige Segelschiff der DDR führen.

Mit 31 Jahren galt er damals in der Reihe namhafter Vorgänger wie Ernst Weitendorf, Artur Friedrich, Gerhard Samuel, Horst Rickert und Karl-Heinz Schader als der jüngste Kapitän auf diesem Traditionssegler. Viele, die heute noch auf allen Meeren als Kapitäne und Schiffsoffiziere fahren, holten sich unter seinem Kommando auf dem Segelschulschiff ihre „Seebeine“. Helmut Stolle hat ihnen vorgelebt, wie man sich auf einem Traditionssegler Mut, Ausdauer, Selbstvertrauen, Geschicklichkeit und Kameradschaft aneignen kann.

Nach der Wende und der Entscheidung der Stadt Greifswald, das vom Verkauf bedrohte Schiff zu übernehmen, änderten sich auch für Helmut Stolle und die Stammbesatzung die Aufgaben. Nunmehr stand das Segelabenteuer von zahlreichen jungen Menschen im Vordergrund. Es kamen Charter und touristische Fahrten hinzu. Das Schiff musste Geld für die Erhaltung einfahren.

Trotzdem war die „Greif“ bei allen Hanse Sails in Rostock dabei  –  für die Stolle sich mit seiner Persönlichkeit engagiert hat. Unvergessen bleibt das Bildder ersten Windjammerparade vor Warnemünde im Sommer 1991: Die kleine Brigantine „Greif“ führte das große Feld der Windjammer als Flaggschiff an. Sie ist auch in Kiel, Hamburg, Bremerhaven, St. Petersburg, Tallinn, Karlskrona und Gdansk ein gern gesehener Gast.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS



Betreff: GREIF
Datum: Tue, 25 Apr 2000 19:10:37 +0200
Von: Pfarrer Hartmut Bartmuss

Vielen Dank für Ihre Seiten. Ein paar kleine Hinweise: GREIF hatte 1957 eine große Reise nach Odessa unternommen, war dabei auch im westlichen Ausland (Gibraltar). Kadetten gab es in der DDR kurzeitig (Kadettenanstalt Naumburg), in der Marine gag es diese Bezeichnung nie. Die "Kriegsmarine" der DDR hieß VOLKSMARINE. Das GST-Schulschiff "Wilhelm Pieck" diente der Ausbildung von GST-Funktionären (Seesport), darunter waren allerdins sehr viele, die dann in die Volksmarine als Berufssoldaten eingetreten sind. Dennoch sind längst nicht alle Offiziere der Volksmarine auf der Schonerbrigg gefahren, die der Handelsmarine auch nicht. Freundlichen Gruß
Pfarrer Hartmut Bartmuß


'Greif' unter voller Besegelung
(Bild Homepage Greif)   Großbild klick!















'Greif' Hanse Sail 2008
(Bild Darkone)   Großbild klick!













Gangway Greif (Bild Obersachse)  Großbild klick!













Wanten der 'Greif' (Bild Obersachse)*   Großbild klick!















'Wilhelm Pieck' Indienststellung 1951
(Bild Bundesarchiv) Großbild klick!
















Sonderbriefmarke von 2005 (Bild Liondancer)  Großbild klick!











Weblinks:
Die 'Greif' in Wikipedia
Schonerbrigg
Segelschiffstypen in Wikipedia
Homepage 1 der 'Greif'
Homepage 2 'Greif'

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Schlagwörter: Greif, Schonerbrigg Greif, Segelschulschiff, Wilhelm Pieck, Großsegler, Segelschiff, NVA, Ausbildungsschiff, Schulschiff, DDR, Greifswald, STAG-Flotte, Film

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