EUROPÄISCHES SEGEL-INFORMATIONSSYSTEM
Großsegler: Die 'Kruzenshtern' ex Padua
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Die Kiellegung der "Padua" fand am 24. Juni 1925 auf der Tecklenborgwerft in Geestemünde (heute Bremerhaven) statt. Aufgeriggt wurde sie bei Blohm & Voss in Hamburg. Die Indienstellung erfolgte im Jahre 1926.
Das Schiff wurde in Anlehnung an den Schiffsriss der Pangani von 1902 gebaut. Baunummer S.408.
Die Padua wurde am 23. Juni 1926 durch Christine Laeisz getauft und ging unter seinem Kapitän Carl Schuhberg am 30. August 1926 auf ihre erste Reise zur Salpeterübernahme in Talcuhuano/Chile, von der sie am 12. Januar 1928 nach Hamburg zurückkehrte.
Die schnellste Reise, die zugleich auch Weltrekord für Rahsegler ist, machte sie Padua 1938/39, von Hamburg nach Chile und Australien und zurück nach Hamburg, in 8 Monaten und 23 Tagen unter Kapitän Richard Wendt.
Neben ihren 16 Reisen nach Chile und Australien, wo sie Salpeter oder Weizen transportierte, wurde sie auch zu einer Filmreise von Hamburg über Brest, Lissabon, Madeira, Casablanca und zurück benutzt. Es entstand 1935 der französische Film "Die Meuterei auf der Elsinore" nach Jack London. Ebenso wurder der deutsche Film "Große Freiheit Nr. 7" gedreht. Dieser durfte dann erst nach Kriegsende in den 50er Jahren gezeigt werden.
Zu dieser Zeit wollte noch keiner erahnen, was aus der Padua werden wird. Im Kriegsjahr 1943 bekam die Padua eine Kanone an Bord. Man nahm die Sache sehr ernst als Segelschiff mit Bordkanone, nur mit der Feinderkennung haperte es: So schoß man gleich ein deutsches Flugzeug ab und rammte auch ein eigenes U-Boot.
Am 31. Dezember 1945 verließ die Padua Hamburg und wurde von den Schleppern Brunshausen und Fair Play VII nach Kiel geschleppt. Von Kiel ging die Fahrt weiter nach Lübeck und am 11. Januar 1946 macht die Padua in Swinemünde fest.
Am 12. Januar 1946 wurde das Schiff mit Proviant und Inventar an die russischen Behörden übergeben. Am Tage der Übergabe starb Kapitän Jürgen Jürs. Er umrundete Kap Horn 66 mal, davon 50 mal als Kapitän und 4 mal mit der Padua.
Nach der Übergabe an Russland wurde das Schiff nach Kronstadt geschleppt und in den nachfolgenden Jahren rekonstruiert und für das Hydrographische Institut als Hydrographieschiff verwendet. Die jetzige Krusenstern bekam 1964 eine neue Maschine eingebaut und im Jahre 1969 wurde sie zum Ausbildungsschiff für Kadetten umgebaut. Seit dieser Zeit werden an Bord dieses Schiffes der nautische Nachwuchs zu Offizieren herangebildet.
Die letzten acht Grosssegler, die für die Reederei Ferdinand Laeisz in Hamburg gebaut wurden, nannte man auch die acht Schwesterschiffe. Sie waren alle als Viermastbarken für die Salpeterfahrt nach Südamerika entworfen worden. Diese über 100 Meter langen Segler waren stark gebaut und zuverlässig. Sie konnten über 3000 Tonnen Ladung unter Segel transportieren.
Unter all den acht Schwesterschiffe waren nur die Peking und Passat sowie die Pola und Priwall echte Schwesterschiffe, da sie aufgrund nahezu identischer Pläne gebaut worden waren. Dennoch wurden alle zusammen als die acht Schwesterschiffe bezeichnet. Blohm & Voss in Hamburg baute sechs dieser Viermastbarken, während Tecklenborg in Geestemünde (heutiges Bremerhaven) die Pangani und die Padua lieferte.
Alle segelten in der Nitratfahrt, ausser der Pola. Diese musste nach dem 1. Weltkrieg als Reparationsleistung an Frankreich abgegeben werden.
Die Priwall und die Padua waren die letzten Grosssegler für Laeisz.
Die Padua war gleichzeitig auch der letzte rahgetakelte Frachtsegler, der je gebaut wurde. Sie segelt heute als Schulschiff unter russischer Flagge benannt nach dem Forscher Kruzenstern.
Im Januar 1981 ging die Krusenstern an die Estonian Fisheries Industry. Statt Riga wurde Tallinn Heimathafen, 10 Jahre später als Teil der State Baltic Academy of the Fisheries Fleet Kaliningrad.
Größter Triumph wurde für sie bei der „Operation Columbus '92“ zur 500-Jahre-Amerika-Feier der Sieg im Rennen von Boston nach Liverpool. Dabei erreichte sie die Rekordgeschwindigkeit von 17,4 Knoten (32,3 km/h).
2009 nahm die Krusenstern an der Tallship Atlantic Challenge teil, musste diese jedoch auf der Etappe Hamilton (Bermuda) Richtung Boston (USA) aufgrund eines Bruches im Vormast abbrechen.
Name
Aufgebaut
Tonnage
Dimensionen
Umbenannt
Ende des service
//
Jahr
Werft
GRT
NRT
DWT
Lang.
Breite
Tief.
Jahr
Name
Jahr
Grund
Pangani
1903
Geestemünde
3054
2822
4550
98,22
14,10
8,04
-
-
1913
Gerammt & gesunken
Petschili
1903
Hamburg
3087
2855
4600
98,07
14,40
8,00
-
-
1919
Gestrandet Valparaiso
Pamir
1905
Hamburg
3020
2777
4500
96,34
14,04
7,99
-
-
1957
Gesunken in der Hurrikan
Passat
1911
Hamburg
3091
2882
4700
98,11
14,40
8,08
-
-
1957
Museumsschiff in Travemünde
Peking
1911
Hamburg
3100
2882
4700
92,22
14,40
8,08
1932 1974
Arethusa Peking
1974
Museumsschiff in Manhattan, South Street Seaport.
Pola
19161
Hamburg
3104
2878
4800
98,58
14,37
8,01
1924
Richelieu
1927
Gebrannt in Baltimore
Priwall
19172
Hamburg
3105
2875
4800
98,48
14,37
8,01
1941
Lautaro
1945
Gebrannt in Chile
Padua
1926
Geestemünde
3064
2678
4875
97,65
14,04
7,72
1945
Kruzenstern
1945
Russisches Schuleschiffe
1 delivered in 1918 2 delivered in 1920
GRT = Gross Register Tons (1 registered ton = 2,83 m3)
NRT = Net Register Tons
DWT = Dead Weight Tons (displacement)
Daten:
Bruttoregistertonnen: 3141
Segelfläche: 3400 qm
Länge: 114,5 m
Breite: 14,05 m
Tiefgang: 6,80 m
Höhe Großmast vom Deck: 54,00 m
Höhe Marsplattform: 17,00 m
Höhe Bramplattform: 33,00 m
Hilfsmotor: 2 Diesel je 1000 PS
Tankkapazität Diesel: 700 Tonnen
Tankkapazität Wasser: 900 Tonnen
Tagesverbrauch Diesel: 6 Tonnen
Tagesverbrauch Wasser: 20 Tonnen
'Kruzenstern' unter Vollzeug (Bild: Zeglarz) Großbild klick!
Krusenstern, im Hintergrund die Statsraad Lehmkuhl (Bild: Zeglarz) Großbild klick!
(Bild: ) Großbild klick!
Reparatur nach einem Mastbruch 2009 (Bild: Autopilot) Großbild klick!
Abeiten im Bugkorb (Bild: Autopilot) Großbild klick!
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