EUROPÄISCHES SEGEL-INFORMATIONSSYSTEM
Abmessungen: 96,60 x 14,30 x 7,93 m [322'8 x 47' 2x 26'5] Schwesterschiff (beim selben Eigner): Peking selbes Baujahr.
Im Jahre 1911 gab die Hamburger Reederei Ferdinand Laeisz der Werft Blohm
& Voss in Hamburg den Auftrag zweier Viermastbarken. Am 25. November
waren die Schiffe segelfertig. Sie kosteten je 680.00 Goldmark, wurden
auf die Namen PASSAT und PEKING getauft und in die Flotte der berühmten
Segler der Reederei aufgenommen.
Am 24. Dezember 1911 trat die PASSAT ihre erste Reise von Hamburg um Kap Horn nach Chile an. Die Hinreise dauerte 81, die Rückreise 94 Tage. Von 1911 bis 1914 machte das Schiff vier Reisen nach Chile. Die schnellste dauerte 70 Tage. Auf der fünften Reise wurde das Schiff im Hafen von Yquiqui vom ersten Weltkrieg überrascht. Dort blieb es bis zum 27. Mai 1921 liegen. Dann trat es mit 4.700 t Salpeter beladen die Reise nach Marseille an und wurde an Frankreich ausgeliefert.
Am 22. Dezember 1921 kaufte die Reederei die PASSAT zum Preise von 13.000 engl. Pfund zurück. Sie wurde in Hamburg gründlich instand gesetzt und auf neue Reise um Kap Horn geschickt. Die Besatzung betrug einschließlich Kapitän, Koch, Steward, Zimmermann, Schmied und Segelmacher 36 Mann. 1925 wurde das Schiff erstmals umgebaut, um Offiziersanwärter aufzunehmen, die an Bord ihre für den Besuch einer Navigationsschule vorgeschriebenen Segelschiffsausbildung erhalten sollten.
1932 wurde die PASSAT für 6.500 engl. Pfund an den finnischen Reeder Erikson verkauft und 1951 von dem deutschen Reeder Schliewen zurückgekauft. Am 10. Juni 1951 traf das Schiff unter deutscher Flagge in Travemünde ein.
Die PASSAT war bis 1951 ein reines Segelschiff und wurde jetzt zu einem frachttragenden Schulschiff mit einem 1.000-PS-Motor umgebaut. Der Motor gab dem Schiff eine Geschwindigkeit von etwa sechs Knoten. Bei günstigem Wind konnte es bei voller Besegelung bis zu 18 Knoten laufen. Es bekam eine Besatzung von zusätzlich 50 Mann, so daß die Gesamtbesatzung etwa 86 betrug.
Die letzte Reise machte das Schiff 1957. Es verließ am 14. Februar die Elbe und erreichte nach 49 Tagen Montevideo. Die Ladung wurde gelöscht und das Schiff nach La Plata versegelt. Dort übernahm das Schiff eine Ladung Getreide für Hamburg. Auf der Heimreise geriet es im Nordatlantik in schwere Stürme und mußte mit Schlagseite Lissabon anlaufen. Am 8. Dezember 1957 lief es in Hamburg ein. Damit war die letzte Reise des Großseglers abgeschlossen.
Im Jahre 1959 kaufte die Hansestadt Lübeck die PASSAT für DM 315.000,-- und stellte sie nach umfangreichen Umbauarbeiten der Schleswig-Holsteinischen Seemannsschule zur Verfügung.
Am 15. August 1960 kamen die ersten Decksjungen zur Ausbildung an Bord.
Mit dem Rückgang des Nachwuchses für die Schiffahrt gab das Land
Schleswig-Holstein das Schiff am 30. September 1965 wieder an die Hansestadt
Lübeck zurück. In diesen fünf Jahren wurden rund 1.000 Decksjungen
in dreimonatigen Lehrgängen auf ihren künftigen Seemannsberuf
vorbereitet. Seit April 1966 steht das Schiff für Lehrgänge der
Jugendpflege, des Sports und der internationalen Jugendbegegnung zur Verfügung.
An Bord befinden sich 102 Betten in Ein- und Mehrbettkammern. Wasch- und
Toilettenräume, ein großer und zwei kleinere Aufenthaltsräume
und ein Besprechungszimmer. Die Plätze können auch im Winter
belegt werden, da alle Kammern beheizbar sind.
Aber nicht nur Schiffe prallten aufeinander, sondern auch Menschen. Der Erste Offizier Willy Jebsen geriet einmal mit dem Kapitän Eilert Müller in eine handfeste Auseinandersetzung an Deck. Der Streit endete damit, daß Jebsen vom Kapitän zum Passagier degradiert und danach fast ausschließlich in der Hängematte gesehen wurde.
Weblinks:
Die 'Passat' in Wikipedia
Bilderseite Passat
Segelschiffstypen in Wikipedia
Historische Bilder von der 'Passat'
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