Logo EUROPÄISCHES SEGEL-INFORMATIONSSYSTEM

Information für Segler:
Was ist das für ein Knistern: Knallkrebs

Wenn Sie weitere Informationen über dieses Thema haben oder Fehler entdecken oder ein Revier vermissen wenden Sie sich bitte an uns (Kontakt)!



Unter Fahrtensegeln ist das Phänomen gut bekannt: Beim Ankern in Buchten des Mittelmeeres hörte ich oft ein Knacken oder Knistern, das man nicht zuornen kann. Es scheint aus der Bordwand zu kommen. Wir haben oft darüber diskutert, was das denn sein könnte. Zu einem Ergebnis sind wir nie gekommen. Bis ich vor kurzem einen Newsletter vom Türkei-Insider bekam. Die Ursache ist der Knallkrebs!

Die Knallkrebse (auch Pistolenkrebse), sind eine sehr artenreiche Garnelenfamilie aus der Teilordnung der Caridea. Sie sind überwiegend in den Tropen und Subtropen verbreitet, wobei besonders viele Arten in Korallenriffen leben, dringen aber mit einigen Arten bis in gemäßigte (temperate) Breiten vor. Wenige Arten leben auch in Brackwasser, vier Arten sogar in Süßwasser.

Eine der Scheren ist stark vergrößert, mit der er auf Jagd geht: Er sammelt Wasser in einem Hohlraum und schießt mit extrem hoher Geschwindigkeit durch eine Öffnung in der Schere. Der Wasserstrahl betäubt seine Beute für einige Sekunden. Das gibt dem Krebs ausreichend Zeit, um sie zu packen, wie ein Biologe bestätigte.

Der deutsche Name leitet sich davon ab, dass viele Arten mit einer ihrer beiden Scheren ein sehr lautes Geräusch erzeugen können. Die Krebse stoßen beim Schließen der Knallschere blitzschnell einen Wasserstrahl aus, der eine Kavitationsblase bildet, welche mit einem sehr lauten Knall implodiert. Dabei kommt es zu einem Sonolumineszenz-Phänomen (von Detlef Lohse und Koautoren Shrimpolumineszenz genannt), dem Erzeugen eines Lichtblitzes durch Implosion der Kavitationsblasen, wobei Temperaturen von über 5000 Kelvin gemessen wurden. Diese Waffe setzen sie als Warnung, im Kampf mit Artgenossen, beim Beutefang oder zur innerartlichen Kommunikation ein. Die Krebse wurden während des Zweiten Weltkriegs bekannt, als sie die Sonarortungen des Militärs durch ihre Knallgeräusche störten. Kleine Krabben, Würmer und kleine Fische können durch den Druck betäubt werden. Ein in ein Glasgefäß gesetzter Krebs kann dieses sprengen.

Günter Hobein (Malta) schreibt: "in der letzten Ausgabe von ESYS wird in einem Artikel dem Phänumen nachgegangen, woher das Knistern kommt, welches am Liegeplatz an einem Segelboot auftritt. Als "Übeltäter" wurde vom Verfasser der Pistolenkrebs identifiziert. Ich gehe mit dem Verfasser in dieser Hinsicht nicht konform - ich bin der Meinung, dass es sich um Fische handelt, deren Bezeichnung ich nicht kenne, die bei einem ruhenden Unterwasserschiff die Algen und sonstigen Wasserpflanzen abnagen. Sie tun das sowohl bei Tage als auch bei Dunkelheit. Ich konnte diese "Reinigungscrew" mehrfach in sizilianischen Häfen an meinem Schiff beobachten."



Weblinks:
Knallkrebs in Wikipedia


Fehlt ein wichtiges Link zum Thema? Link mitteilen

Links können sich ggf. ändern. Darauf haben wir leider keinen Einfluß. Sollten Sie ein totes Link entdecken, schreiben Sie uns bitte eine Mail zusammen mit der Adresse der Seite. Vielen Dank im Voraus!


Schlagwörter: Knistern, Segelyacht, Rumpf, Ankern, Knallkrebs, Pistlenkrebs

www.spielen-online.info
Arete indicus in Réunion Island
(Bild: Nathalie Rodrigues)  Großbild klick!











KnallkrebxAlpheus cedrici holotype
(Bild: Anker A, Grave S)  Großbild klick!



















Gobi (Amblyeleotris yanoi) und Knallkrebs (Alpheus randalli)
(Bild: Steve Childs)  Großbild klick!


Sail Home Sail home to ESYS ...
[Google]  [Yahoo]  [Ökoportal.de]