Die Ankerkette
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    Die Ankerkette
    von Peter O. Walter



    Ankerkette Ankertypen Richtig ankern Ankerprobleme Anlegen mit Buganker und Heckleinen Amerikaner ankern anders ...

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    Kettenglieder mit Steg Eine Ankerkette dient nicht nur dazu, den Anker auszubringen und wieder einzuholen. Durch ihr Gewicht bewirkt sie auch, dass der Zug auf den Anker möglichst parallel zum Boden erfolgt und so die Haltekraft des Ankers erhöht wird. Zugleich bewirkt auch das Gewicht und die Reibung der Kette auf dem Grund eine Erhöhung der Haltekraft.

    Wieviel Kette?
    Man braucht Kette, Kette und nochmals Kette. Um wirklich ruhig zu liegen, sollte auf Ihrer Yacht mindestens 70 Meter Kette im Ankerkasten liegen. Wenn mehr: Noch besser!
    An Bord des "ESYS" hatten wir über 120 Meter Kette, das bescherte uns einen ruhigen Schlaf, egel wie der Wind war ...

    Ankerketten gibt es in vielen Formen und Dimensionen:
    • Verzinkte Stahlketten sind die meist gebrauchten Ketten auf Sportbooten. Sie sind preiswert, haben aber den Nachteil, dass die Verzinkung durch die Reibung am Meeresgrund zerstört wird. Dies führt zu Rost und Problemen mit der Nuss der Ankerwinsch.
    • Edelstahlketten sind drei bis viermal so teuer wie verzinkte Ketten, aber sie haben große Vorteile: Sie sind praktisch verschleissfrei, haben eine höhere Haltekraft und bilden im Kettenkasten keine lästigen Pyramiden wie die verzinkten Ketten. Möglicherweise reicht da, wo sonst eine 10mm-Kette (verzinkt) erforderlich wäre, eine 10mm-Edlstahlkette, was eine echte Gewichtserparnis bedeutet.
    • Die Größen werden in Millimetern des Kettenglieds gemessen:
      Drehbarer Schäkel Die gebräuchlichen Stärken bei Sportbooten sind 8, 10 und 12 Millimeter. Bei Kielyachten bis 30 Fuß reichen acht Millimeter, von 30 aufwärts bis 47 Fuß ist die 10er-Kette richtig und darüber dann die 12 Millimeter starke Kette.
    • In der Seeschifffahrt erfolgt heute die Auslegung der Ankerkette nach den Vorschriften des Germanischen Lloyd. Maßgebend für die Auslegung der Kette und Anker ist die Ausrüstungsleitzahl. Bei Ankerketten für größere Schiffe ist in der Regel jedes Kettenglied (Schake) durch einen Steg (Querstütze) verstärkt. Das bewirkt eine Erhöhung der Zugfestigkeit,siehe Bild rechts oben.

      Zubehör:
    • Die Ankerkette ist meist mit einem drehbaren Schäkel mit dem Anker verbunden. So soll ein Vertörnen der Kette verhindert werden.
    • Ankerball
Klick!
    • Ein Schiff, das vor Anker liegt, muss tagsüber einen Ankerball setzen, nachts das Ankerlicht im Masttop zeigen.
    • Ein Problem ist immer: Wieviel Kette habe ich draussen? Einfache und billige Abhilfe schaffen farbige Plastikmarkierungen (Bild)
    • Das Ankerreitgewicht ist ein Gewicht, das auf einem Schäkel an der Ankerkette hinuntergelassen wird. Es bewirkt zwei Dinge:
      Die Ankerkette wird nach unten gedrückt und hat eine längere Auflagefläche am Grund. Dies ist insbesondere dann von Nutzen, wenn der Spielraum zum Schwoien oder anderweitig begrenzt ist.
    • Bei starken Böen federt ein Ankerreitgewicht das Einrucken in die Ankerkette ab und verhindert so ein Ausbrechen des Ankers.
    • Die Trippleine dient dazu, einen verklemmten unter Leinen/Ketten gefangenen Anker zu befreien. Sie ist mit einem Ende am unteren Ende des Ankerschaftes befestigt; das andere Ende führt zu einer Boje an der Wasseroberfläche. Will man den Anker bergen, so fasst man die Boje und zieht den Anker so zu sagen verkehrt an der Trippleine herauf.
      Die Trippleine muss nicht die Stärke der Ankerleine haben. Ein 10 mm starke, schwimmfähige Leine ist allemal genug, somit halten sich die Kosten der Anschaffung in Grenzen.
    • Ein Ankernotglied (Bild) kann eine gebrochene Kette wieder flicken, ist allerdings keine Lösung auf Dauer


    Pflege der Ankerkette:

    • Eigentlich ist die Ankerkette ja ungeheuer pflegeleicht. Es schadet aber nicht, den Kettenkasten hin und wieder mal mit Süßwasser zu spülen
    • Trippleine
Klick!
    • Wichtig: Wenn im Winter das Schiff an Land steht, muss unbedingt die ganze Kette samt Anker raus. Einfach die Ankerwisch laufen lassen, fertig. Dies bewirkt, dass die Kette nicht im feucht-salzigen Kettenkasten vor sich in rottet, sondern ohne Ihr Zutun von Zeit zu Zeit Süßwasserduschen bekommt ...





    Weblinks:
    Die Ankerkette in Wikipedia
    Das Problem mit dem schwachen Glied
    Kettenlänge (wissenschaftlich betrachtet)
    Bleiankerleine – ein Ersatz für eine Kette?

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