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    ESYS-Kat: Pfingsttörn 2003
    Alicante - Ibiza - Mallorca - Menorca - Olbia/Sardinien

    von Günter Löhndorf




    Infos zum ESYS-Hochseekat
    Liebes Crew-Mitglied,

    anbei den versprochenen Bericht unseres Segeltörns. Wie ich schon auf dem Boot äußerte, gibt er den Tagesablauf mit den Erlebnissen, Eindrücken, Empfindungen und Erwartungen aus meiner Sicht wieder. Diese müssen bzw. brauchen sich nicht mit denen der übrigen Mitsegler zu decken, jeder hat andere.

     

    Ich glaube jedoch, meine Aufzeichnungen sind neutral und entsprechen der Realität. Sollte sich dennoch ein Mitsegler auf den "Schlips getreten" fühlen, was mir unerklärlich wäre, so kann ich es nicht ändern. Es täte mir zwar leid, aber nicht weh.

    Für die Zukunft wünsche ich alles Gute, viel Glück sowie
    beste Gesundheit und verbleibe

    Günter Löhndorf

    1.Tag: Sa. O7.06.

     

    Mein Törn beginnt mit dem Abfahren des Flughafenzubringerbusses KILIUS von Kiel nach Hamburg. Bei schwülem Wetter, vielleicht schon eine Einstimmung auf den Urlaub im Süden, komme ich am Flughafen in Hamburg an. Mit 20-minütiger Verspätung hebt der Flieger ab und landet nach einem sehr ruhigen Flug um 19.45 Uhr in Alicante.

    Nachdem ich fast 20 Minuten auf den Stadtbus gewartet habe, nehme ich mir eine Taxe und fahre zur Marina. Zu meinem Glück finde ich auf Anhieb unser Boot. Die ersten Mitsegler erwarten mich. Es sind Vivien, Götz und Martin, die lustig am Speisen bzw. Naschen sind. Martin weist mir meine Koje zu. Das Auspacken meiner „Klamotten“ verlege ich auf später und geselle mich zu den Erstankömmlingen. Bei einem Glas Rotwein als Begrüßungsschluck erfahre ich, dass der Großeinkauf schon getätigt wurde. Nebenbei erzählen die Drei, dass kurze Zeit vor meinem Eintreffen ein spanisches Paar ihre Hochzeitsfotos auf unserem Boot „schossen“.

    Wir warten bis 1.00 Uhr auf die Restcrew. Es hatten sich noch einige angesagt, gehen dann aber doch in die Kojen. Eigentlich ist es schade, in der lauen Nacht mit dem herrlichen Blick auf die angeleuchtete Festung von Alicante im Hintergrund.

     

     

    2.Tag: So. 08.06.2003

     

    Um 6.00 Uhr ist für mich die Nacht beendet. Nun habe ich auch Muße, meine „Klamotten“ zu verstauen. Zudem weiß ich nicht, wann die restlichen Mitsegler an Bord kommen und es zu einem „Gewusel“ wird, jetzt habe ich noch Platz. Nach einer Stunde ist alles klariert.

    Kurz nach ½ 10 Uhr tut sich etwas am Kai. Die Restcrew ist eingetroffen, die Mannschaft von Irene bis Erwin ist komplett. Nachdem alles Gepäck verstaut und das Schiff aufgeklart ist, legen wir um 12.00 Uhr ab. Die Lagebesprechung soll auf See stattfinden.

    Im Hafen liegt das deutsche U-Boot U18. Wir fahren näher heran und begrüßen die an Deck stehenden Mariner. Das U-Boot hat wegen eines Terroranschlages in Afganistan halbmast geflaggt.

    Gegen 17.00 sind wir in der Marina Moraira, finden aber keinen freien Anlegeplatz mehr. Vom Hafenmeister wird uns zu um 20.00 Uhr ein Platz an der Tankpier zugesagt und reserviert. Bis zu dieser Zeit ankern wir in der Bucht davor. Wir nutzen die Wartezeit zum ersten Bad in spanischen Gewässern. Hierbei zieht sich Wolfgang eine Quallenverletzung zu. Ich glaube, er hat die Qualle absichtlich berührt, damit er sich von unserer „bordeigenen“ Krankengymnastin Christiane behandeln lassen kann.

    Der Anker wird um kurz nach 19.30 Uhr gelichtet. Zwanzig Minuten später hat das Boot an der Tankpier festgemacht. Das erste Anlegemanöver war so sanft, dass selbst der zuschauende Hafenmeister staunt. Heute sind wir 36 SM unter Motor gefahren. Der Tag klingt aus mit dem gemeinsamen Abendessen im Ort.

     

    3. Tag: Mo. 09.06.2003

     

    Auch in der letzten Nacht schlief ich allein in der Koje. Mein „Beischläfer“ Frank verbrachte die Nacht auf Deck. Gemeinsam mit Irene und Erwin bereite ich das Frühstück vor. Es findet das erste und letzte Mal im Salon statt. Bei den Vorbereitungen entbrannte eine heiße Diskussion über die Kochdauer eines Hühnereis. Es reichte von 4 – 7 Min. Als mein Handy nach 6 Min. klingelt, nehme ich die Eier „eigenmächtig“ aus dem Wasser (meine Eier waren gut).

    Nach dem Aufklaren verlassen wir kurz vor ½ 11 Uhr den Hafen von Moraira. Unter Motor fahren wir in Richtung Ibiza. Als vorläufiger Zielhafen wird San Antonio genannt. Von 11.00-11.30 Uhr wird die Crew durch den Skipper und dem 1. Officer Martin in das Schiff und die Sicherheitsvorkehrungen incl. Anlegen der Lifebelts informiert.

    Gegen 13.00 Uhr eröffnen der Skipper und ich die diesjährige Schachsaison. Das erste Spiel kann ich für mich entscheiden. Danach werden Schnittchen gereicht, um den aufkommenden Hunger etwas zu stillen. Ab 14.30 Uhr übernehme ich für eine Stunde die Ruderwache. Der Skipper lässt mich ablösen, um die Schachrevanche zu fordern. Er kann abermals nicht gewinnen.

    Während der Überfahrt nach Ibiza ändern wir unseren Kurs und steuern nicht San Antonio an. Wir fahren in die Marina La Sabine ein, in der wir längsseits festmachen. Heute sind wir 64 SM gefahren. Bei herrlichstem Sonnenschein nehmen wir unseren Einlaufschluck. Es stehen Gin/Tonic u.Campari mit Greapfruit zur Auswahl. Hierbei besprechen wir den Törnverlauf für die nächsten drei Tage.

    Zu um 20.30 Uhr ist gemeinsames Abendessen angesagt. Mit unserer Essensbestellung haben wir irgendwie Pech (gestern hatte der Kellner Christianes Pizza vergessen). Heute bekommt unser „Vize“ Martin kein Essen. Auf der Rechnung wollte der Kellner aber voll kassieren, auch die von Martin bestellten Spagetti. Anscheinend ist in Spanien ein 10ner Tisch keine Normalität. Dreißig Minuten vor Mitternacht sind wir an Bord zurück und gehen nach einem Schluck Wein in die „Pofe“. &xnbsp;&xnbsp;

     

    4. Tag: Di. 10.06.2003

    Schon um 6.30 Uhr höre ich die ersten „ Spül- und Lutschgeräusch“ der Bordtoilette. Nun mache ich mich fertig. Ich liege schon eine halbe Stunde wach, wollte aber mit meinen (erforderlichen) Toilettengeräuschen die Crew nicht aus dem Schlaf reißen.

    Als wir um 7.20 Uhr ablegen, müssen wir nach 10 Metern feststellen, dass wir das Stromkabel nicht abgeklemmt hatten und der Adapter an Land hängen blieb. Zum Glück wurde es noch bemerkt. Nach einer halben Stunde Fahrt ankern wir in der nahe gelegenen Bucht, um zu frühstücken und zu baden.

    Um 10.10 Uhr lichten wir den Anker. Wir fahren an den dortigen Strand zum Beachen und erledigen die ersten leichten Wartungsarbeiten. Die hintere St.B.-Toilette wird überholt, die Propeller auf freien Lauf untersucht.

    Beim Sprung von Bord verschätzt sich unser „Vize“ Martin in der Wassertiefe und verstaucht sich den linken Fuß. Es hätte schlimmer werden können, wird aber trotzdem von unserer Krankengymnastin Christiane behandelt. Er bekommt von ihr eine Elastikbandage umgelegt. Ich bin gespannt, wie oft diese Dame auf unserem Törn noch zum Einsatz kommt. Bevor unser Kat vom Strand „abhebt“, wird die Crew in das Setzen des Großsegels unterwiesen. Dieses wird um 11.45 Uhr zum ersten Male gesetzt. Alles hat hervorragend geklappt. Die kurz zuvor durchgeführte Unterweisung erwies sich als gelungen.

    Nach zwei Stunden nehmen wir die Segel runter und motoren in den Hafen von Ibiza-Stadt, wo wir nach 20-minütiger Suche in einem der vielen Hafenbecken längsseits festmachen. Doch wir legen schon nach 10 Minuten wegen des Dieselgeruchs der in der Nähe befindlichen Tankstelle wieder ab. Wir finden eine Anlegestelle im Stadthafen, wo wir abermals längsseits anlegen.

    Nach kurzer Lagebesprechung gehen wir mit 8 Personen von Bord, um einen Großeinkauf zu tätigen. Während dieser Tour und infolge der Wärme bekommt unser längstes Crewmitglied einen Sonnenstich und kippt direkt vor einem Reisebüro aus den „Latschen“ (für mich nicht verwunderlich, denn Götz mit seiner Körpergröße von fast zwei Metern steht am längster der Crew der Sonne am Nächsten). Er wird vom Personal des Büros bestens versorgt und wieder auf die Beine geholfen. Hoffentlich meidet er in Zukunft die Sonne, denn m.E. lässt er sich zu sehr „schmoren“.

    Nach Rückkehr des „Mammut-Einkauftrecks“ müssen wir feststellen, dass ein voller Einkaufswagen im Sparmarkt stehen geblieben ist (es war meiner, habe ich aber keinem gesagt). Als der Inhalt des 4. Wagens endlich an Bord kommt, ist der Skipper schon am Ablegen des Bootes. Die Hafen-Polizei hat uns weggescheucht, weist uns aber einen Platz an der Quermole zu. Kaum hatten wir festgemacht, werden wir von irgendeinem „Hafen-Fuzi“ abermals weggejagt.

    Es ist mittlerweile fast 19.00 Uhr. Wir wissen immer noch nicht, ob wir hier in Ibiza-Stadt bleiben können. Schließlich verlassen wir dieses „Großstadtrevier“ und segeln in die 6 SM entfernte Bucht von Santa Eulalia. Um ½ 9 Uhr abends werfen wir den Anker und genießen den Einlaufschluck. Den haben wir uns auch redlich verdient (für mich ist sicher: nie wieder segeln in spanischen Gewässern).

    Zum Abend gibt es ein tolles Spagetti-Essen. Obwohl ich nicht gerade zu den hochkarätigen Spagettifans gehöre, mundet es mir sehr. Leider weiß ich nicht mehr, wer uns bekochte. Es wurde ein toller Abend. &xnbsp;

     

     

    5. Tag: Mi. 11.06.2003

     

    Nach einem reichhaltigen Frühstück - mit Rührei in Speck sieht es einem mittleren Brunch ähnlich – verlassen wir kurz nach ½ 10 Uhr diese Bucht. Unter Motor fahren wir in Richtung Mallorca. Vivien war heute nicht zum Frühstückt erschienen. Ihr ist nicht ganz wohl in der Magengegend (de jungen Lüüd künnt nix mehr af). Der Götz ist wieder unter den Lebenden. Er hat sich vom gestrigen Sonnenstich gut erholt ( vielleicht hat er sich auch zu oft den Kopf gestoßen und war deshalb umgekippt).

    Da noch immer kein Wind ist, müssen wir weiter motoren. Um 12.30 Uhr löse ich Erwin am Ruder ab und übernehme die Wache für 1 ½ Std. In dieser Frist erscheint auch unsere Vivien „quietschfideel“ an Deck. Als Hunger aufkommt, werden gegen 14.30 Uhr Schnittchen gereicht.

    Den heutigen Badestopp legen wir um 16.00 Uhr ein. Bei fast spiegelglatter See motoren wir weiter bis Port Andraix im Südosten von Mallorca, wo wir an Moorings festmachen. Auch dieses Anlegemanöver klappte gut. Zum Abendessen gehen wir in den Ort. Danach unternehmen wir noch einen kleinen Stadtbummel mit „Eisschleckpause“.

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    6. Tag: Do. 12.06.2003

    Um 7.oo Uhr ist die Nacht zu Ende. Die Geräusche der Toiletten und Wasserpumpen lassen keine weitere Nachtruhe zu. Da die Superläden vor 9.00 Uhr nicht öffnen und das Frühstück erst danach angesetzt ist, begnügen wir uns bis dahin nur mit Kaffee. Als gegen 10.00 Uhr die vier Einkäufer auf dem Boot zurück sind, wird in Eile das Frühstück hergerichtet ( in der Zwischenzeit wurde von der Restcrew das Deck gereinigt). Es wird Zeit, dass wir auslaufen, denn sonst müssen wir noch ein zweites Mal eine Liegegebühr von 128 Euro entrichten. Außerdem sind 32 Grad im Schatten. So frühstücken wir draußen auf dem Wasser. Nach ca. einer Stunde sind wir damit fertig und setzen die Segel. Bei Windstärke 3-4Bf. fahren wir Mallorca entgegen.

    Um 14.00 Uhr fordert Peter von mir erneute Schach-Revanchen, deren zwei Spiele nach einer Stunde unentschieden ausgehen. Obwohl noch herrlicher Wind, nehmen wir kurz nach 18.00 Uhr die Segel runter. Wir hätten zu oft kreuzen müssen und wären nicht vor 22.00 Uhr an unserer Ziel.

    Um 20.00 Uhr haben wir es erreicht. Es ist die Bucht von Campos, gegenüber der kleinen Insel de La Guardia, wo der Anker gesetzt wird. Heute haben wir 55 SM zurückgelegt.

    Der Abend vergeht in der herrlichen Bucht mit Grillen und dem Genuss von Wein.

     

     

    7. Tag: Fr. 13.06.2003

    Um 7.00 Uhr „klettere“ ich aus meiner Koje und nehme bei satten 28,5 Grad Lufttemperatur ein erfrischendes Bad im glasklaren Wasser. Von der Restcrew höre ich noch kein Mucks. Der Frühstückstisch ist bis auf Rührei um 8.00 gedeckt. Nach etwas Gepolter in der Küche kommen nach und nach die übrigen Mitsegler an Deck, so dass wir ab 9.oo Uhr mit der ersten Tagesmahlzeit beginnen können. Nach einer dreiviertel Stunde nehmen wir den Anker auf und motoren aus der Bucht. Unser heutiges Ziel ist die NO-Spitze Mallorcas, um am morgigen Tag von dort nach Menorca überzusetzen.

    Um 10.20 Uhr setzen wir die Segel. Eine angefangene Schachparty zwischen dem Skipper und Götz wird kurzzeitig wegen Einrollens der Fock unterbrochen. Ich übernehme von 13.00 – 14.30 Uhr die Ruderwache. In der Zwischenzeit bereiten unsere Damen einige Häppchen vor. Als der Skipper strahlend über das Deck geht, weiß die Crew, dass er die Schachparty gegen Götz gewonnen hat.

    Das Großsegel nehmen wir um 14.45 Uhr runter und bereiten uns auf ein Anlegen in der Marina von Porto Christo vor. Da wir hier unser Boot laut Hafenmeister mit drei Moorings festgemacht müßten, sollten wir die dreifachen Liegegebühren bezahlen. Daraufhin verlassen wir die Marina und legen uns im Hafen längsseits.

    Der Großteil der Crew geht ins Aquarium von Porto Christo. Ich habe schon viele schöne Aquarien gesehen, gehe nicht mit und marschiere in den Ort. Dort setze ich mich in ein Cafe und schreibe endlich meine ersten 10 Ansichtskarten für die Heimat.

    Um 20.00 Uhr ist Treffen an Bord, um zum gemeinsamen Abendessen zu gehen. Im ersten Restaurant hatte der Kellner die Tische schon zusammengestellt und die Crew Platz genommen. Doch die Speisekarte gab nur teures Essen her, so dass wir wieder gingen (der Kellner war stinksauer). Am Ende der Promenade fanden wir ein toll gelegenes mit moderaten Preisen. Es stellte sich schnell heraus, dass der „Serviceman“ aus Bayern kommt und eine Spanierin zur Frau hat. Als Aufmerksamkeit für unseren Besuch gab er noch eine Runde aus. Nach einem Schlaftrunk an Bord ist um 1.00 Uhr Bettgehzeit.

     

    8. Tag: Sa. 14.06.

    Auch heute war die Nacht um 7.00 Uhr beendet. Nach gemeinsamem Frühstück wird noch schnell eingekauft. Der Skipper drängelt schon mit dem Ablegen, weil wir für die Überfahrt nach Menorca ca. 60 SM zurücklegen müssen. Um 10.30 Uhr legen wir endlich ab, müssen jedoch kurz wieder zurücksetzen. Die BB-Achterleine wurde irrtümlich falsch abgeworfen.

    Bei spiegelglatter „Delphinsee“ motoren wir der letzten Balearen-Insel entgegen. Meine heutige Ruderwache beginnt um ½ 1 Uhr. Während dieser Zeit fordert Götz vom Skipper seine Schachrevanche, die ihm jedoch misslingt. Frank liegt mal wieder auf Deck und lässt sich die Sonne auf den Pelz scheinen (dafür ist er schon jetzt der „braune Bomber“.

    Zu den heutigen Häppchen wird ein toller Salat gereicht. Von diesen Köstlichkeiten bekommt Vivien nichts mit. Sie lässt sich auf „ihrer“ StB-Matratze im Tiefschlaf „schmoren“. Selbst ein energisches Rütteln durch unseren „Vize“ Martin stört sie nicht.

    Gegen 15.00 Uhr sind die Umrisse unserer Zielinsel Menorca schemenhaft zu erkennen. Nach einer halben Stunde legen wir im türkisblauen Wasser einen halbstündigen Badestopp ein.

    In Maron auf Menorca legen wir um 18.30 Uhr längsseits an. Der Ort und der Hafen sind sehr schön. Als Einlaufschluck gibt es Cola/Rum. Unsere Logbuchführerin Christiane teilt der Crew mit, dass wir bis Dato 327 SM zurückgelegt haben.

    Das gemeinsame Abendessen fällt heute aus, weil es einigen Crewmitgliedern zu heiß ist. So geht nur die Hälfte zum Essen, die andere Hälfte begnügt sich mit einem Salat an Bord.

     

    9. Tag: So. 15.06.2003

    Obwohl wir früh auf den Beinen sein wollten, ist es schon wieder 9.00 Uhr, als wir mit dem Frühstücken beginnen. Auch heute verschläft Vivien das gemeinsame Essen. Peter und Wolfgang gehen danach in die Autovermietung und holen, wie gestern besprochen, die zwei Mietwagen. Mit diesen tätigen wir zunächst den erforderlichen Großeinkauf. Während dieses „Großeinsatzes“ erfahre ich, dass Vivien und Götz nicht an der zugesagten Inselrundfahrt teilnehmen (Götz hat Zahnweh). So blieben von den gemeldeten 7 nur 5 Personen übrig, für die nun zwei Fahrzeuge angemietet wurden. Kurzentschlossen melde ich mich als 6. Mitfahrer (drei pro Auto). Warum wir die Spritztour plötzlich mit sieben Leuten antraten, bleibt mir ein Rätsel.

    Wir beginnen sie um 10.30 Uhr u. fahren nach El Toro, dem Heiligtum der Verge de Gracia. Hier besichtigen wir die Kapelle mit ihren vielen großen Wandteppichen. Sie haben Abmessungen von mindestens 2,5x4,0 Metern und sind sehr fein gewebt. Ich habe überschlägig pro 1cm² 100 Knoten gezählt. Bei einer Teppichgröße von 10 m² wären es 10 Millionen Knoten. Nicht auszudenken, wie lange ein Mensch an einem derartigen Teppich knüpfen muss.

    Unsere nächste Station ist der Ort Ciuduella im Westen von Menorca. Hier bummeln wir in sengender Mittagshitze (typisch Tourist). Der abschließende Stopp in einem dortigen Straßencafe tut gut. Die Weiterfahrt führt zu den bekannten Urzeitgräbern von Nau des Tudom. Hier wurden im Jahre 1975 die Gebeine von ca. 100 Menschen gefunden.

    Nur zögernd klettern wir durch eine kleine Öffnung ins Grabinnere. Etwas unheimlich ist mir schon, muß aber die Statik des Grabgewölbes mit ihrer Zwischendecke bewundern.

    Unsere Inselrundfahrt wollen wir mit einem Badespaß in der Bucht von Cola Goldana krönen. Diese ist es jedoch dermaßen überfüllt (heute ist Sonntag), dass wir in die Nebenbucht von Cola Maracella marschieren. Unser Skipper kehrt nach 5 Minuten Gehzeit um. Ihm sind die Strapazen über die Treppen zu viel. Nach 30 Minuten Weg- bzw. Treppenzeit werden wir belohnt. Eine tolle Bucht liegt vor uns, in der wir alle ein frischende Bad im „Superwasser“ nehmen.

    Gegen 18.30 Uhr sind wir am Boot zurück. Ein schöner aber auch schweißtreibender Tag geht mit einer Dose Bier in den Abend über. Vivien bereitet das Abendessen vor, welches uns allen sehr schmeckt.

    Irgendwie habe ich das Gefühl, dass die Crew am heutigen Abend von einer gewissen Unruhe gepackt ist. Kein Segler bleibt längere Zeit an Bord. So geht es bis Mitternacht. Alle wollen vor der 30-stündigen Überfahrt nach Sardinien noch etwas Land unter den Füßen haben. So wird auch der Abend im Cockpit nicht zu lang wird. Ich „erwische“ Christiane gerade beim Pfeifen, es ist schon das zwölfte Mal auf diesem Törn (laut meiner Strichliste). Obwohl sie es weiß, dass man es auf einem Schiff unterlassen sollte; aber sie ist wohl zu sehr in Gedanken versunken ( oder sie glaubt nicht an den Klabautermann).

    Während wir die letzten Stunden des Tages nutzen, wird für die morgige Nachtfahrt schon die Ruderwachen ausgelost. Ich ziehe ein Glückslos und bekomme mit dem Skipper die erste Wache von 21.00 – 23.00 Uhr.

     

    10. Tag: Mo. 16.06.2003

    Heute ist die gesamte Crew früh auf und schon kurz nach 9.00 Uhr mit dem Frühstücken nebst Abwasch fertig. Die letzten Besorgungen (frisches Brot etc.) werden erledigt. Bevor wir um 10.30 Uhr auslaufen, muss die Wäsche von der Reeling genommen werden. Bis auf das Bikinioberteil von Christiane ist alles schnell abgelöst. Der Verschluss dieses Kleidungsstücks kann meines Erachtens nur mit einem Malspieker geöffnet werden. Ein letzter Tankstopp vor der Überfahrt nach Sardinien wird eingelegt, dann ist es soweit.

    Um 13.00 Uhr entdeckt Irene eine Riesenschildkröte. Wir steuern langsam auf sie zu und sehen in unmittelbarer Nähe eine zweite, die sich aber etwas weiter unter Wasser befindet. So etwas hat noch kein Mitsegler in Natura erlebt (nur der Skipper). Nach diesem Schauspiel fordert Peter mich zum Schachduell, welches ich für mich entscheiden kann. Anschließend übernehme ich ab 15.00 Uhr die Ruderwache. Während „meiner“ Zeit wird der Crew Honigmelonestücke gereicht, die zwar den aufkommenden Hunger etwas dämpfen, aber die saunahaltige Luft nicht mildert.

    Am Spätnachmittag steigt eine erneute Schachparty zwischen dem Skipper und mir. Diesmal lasse ich ihn „gewinnen“. Die übrigen Mitsegler wundern sich, wie wir bei diesen Temperaturen überhaupt denken können, denn um 19.00 Uhr sind es noch 33,8 Grad. Jeder ist bemüht, so wenig Sonne wie möglich zu bekommen. So ist es nicht verwunderlich, dass sich einige Mitsegler im Schatten des Mastes aufhalten.

    Für das heutige Abendessen will der Skipper sorgen. Es gibt belegte Bagetts, für deren Vorbereitung er gegen 19.00 Uhr beginnt. Kurz nach 20.00 Uhr wird das Essen serviert. Auf einen Badestopp wird heute verzichtet. Die Crew ist von der fast unerträglichen Hitze geschafft.

    Ab 21.00 Uhr startet die erste Ruderwache mit der Nachtfahrt. Peter und ich legen die Rettungswesten an. Ab sofort darf niemand mehr aufs Deck, die Gefahr des Ausrutschens auf dem schon mit Tau belegtem Boot ist zu groß. Geduldet wird lediglich der Aufenthalt im Cockpit, weil die Restcrew mit „schussbereiten“ Kameras auf den Sonnenuntergang wartet. Um 21.10 Uhr versinkt die Sonne im Meer. Es war ein herrlicher Augenblick, immer wieder schön anzusehen. Nun werden die Positionslampen eingeschaltet, wir fahren in die Nacht.

    Um 22.00 Uhr ist nur die Ruderwache an Deck. Die übrigen Mitsegler haben sich in ihre Kojen verzogen. Eine halbe Stunde vor dem Wachwechsel bereite ich für die Folgewachen eine große Kanne Kaffee vor. Das ist üblich und wird auf einem Nachttörn gerne angenommen. Gerade rechtzeitig zum Wachwechsel ist der Kaffe fertig. Wir werden abgelöst und gehen in die „Falle“. &xnbsp;

     

    11. Tag: Di. 17.06.2003

    Nach wechselseitigem Tief- und „Dösschlaf“ wache ich um 7.00 Uhr und muss erstaunt feststellen, dass ich einen „Beischläfer“ habe. Frank hat auf dem Nachttörn von seinem „Kojenrecht“ Gebrauch gemacht. Bisher hatte er nur auf dem Deck geschlafen.

    Mit Irene bereite ich zu um 8.00 Uhr das Frühstück vor. Hierbei erfahre ich, dass der Skipper auf der Nachtfahrt aus dem Schlaf geholt wurde, weil es erbärmlich stank. Schnell war die Ursache gefunden. Eine Versorgungsbatterie hatte sich überladen. Wahrscheinlich ist ein Überladungsrelais defekt. Zur Abhilfe wurden wegen einer besseren Entlüftung die Batteriekästen geöffnet. Diese Ursache hatte große Wirkung; aber nicht lange. Als es um 9.00 Uhr erneut zu riechen beginnt, werden die Anschlusskabel abgeklemmt.

    Um 11.00 Uhr spielen Peter und ich bei satten 29,8 Grad eine Party Schach, die der Skipper diesmal für sich entscheiden kann. Es ist jetzt 12.05 Uhr und Christiane meldet den aktuellen Seemeilenstand. Wir haben vom letzten Ableger auf Menorca genau 188 SM zurückgelegt. Die Crew stellt fest, dass es heute nicht so warm wie gestern ist. Es sind zur Zeit „nur“ 30,5 Grad. In der Zwischenzeit sind alle Mitsegler wieder an Deck. Der Hunger hat sie wohl wie die „Ratten aus ihren Löchern“ gezogen.

    Gegen 12.30 Uhr ist der Jubel groß. Es wird „Land in Sicht“ gemeldet. Die Umrisse von Sardinien sind zu erkennen. Der Skipper entscheidet sich für die Passage von Fornelli. Diese darf wegen ihrer Tücke bzw. Gefährlichkeit nur am Tage befahren werden. Unser heutiger Zielhafen ist Stintino.

    Die Ruderwache übernehme ich von Erwin um 13.00 Uhr und werde nach 60 Minuten vom Skipper abgelöst. Er möchte sein Boot durch diese Passage schon selbst steuern, was ja verständlich ist. Die Crew steht auf der Back und schaut sich die Gefangeneninsel Arisana an, die wir auf BB-Seite liegen lassen.

    Gegen 14.30 Uhr legen wir im türkisfarbenen Wasser einen Badestopp ein. Leider müssen wir aufgrund starker Strömung dicht am Boot bleiben. Da das Abduschen der „klebrigen“ Körper der Hauptgrund des Stopps ist, nutzen auch alle Crewmitglieder diese Gelegenheit.

    Bei der Körperwäsche unserer Juristen Vivien und Götz muss ich feststellen, dass es für praktisches Duschen an Bord noch keine Gesetze oder Verordnungen geben kann! Trotz einer Warteschlange von vier Mitseglern, die sich an der Badeleiter festhalten müssen, „shampoonieren“ sie sich in aller Gemütsruhe ein und duschen sich auch noch mit der Borddusche ab. Schneller und praktischer wäre ein kurzer Sprung in Wasser, um die „Seifenlauge“ vom Körper zu spülen. Ein abschließendes Abduschen des Salzwassers mit dem Bordwasser wäre effektiver und würde zudem noch den Wassertank „schonen“.

    Nach dem Badestopp diskutieren wir über den weiteren Tagesverlauf. Hierbei springt zunächst eine Kaffeepause an Bord heraus. Der allgemeine Wunsch nach einem Stück Erdbeerkuchen kann leider nicht verwirklicht werden. Nach 10 Minuten serviert uns Christiane einen Espresso (wie sie das gemacht hat, bleibt mir ein Rätsel).

    Um 16.00 Uhr lichten wir den Anker und verlassen diese türkisfarbene Badebucht. Unter Motor fahren wir nach Stintino, wo wir nach 30 Minuten längsseits anlegen. Wenn der Wind nicht nachlässt, wird es eine unruhige Nacht.

    Nach kurzer Crewbesprechung über den gestrigen Törnverlauf ist Landgang angesagt. Ich gehe mit in den Ort und schreibe meine „zweite Welle“ Ansichtskarten. In einem tollen Zeltcafe am Hafen erfrischen wir uns mit einem „Latte Macchiote“ (versteckte Milch). Dann gehen wir zum Boot. Auf dem Rückweg treffen wir Peter, Erwin und Frank, die im Ort italienisch essen wollen. An Bord zurückgekehrt, verlassen Vivien und Götz das Boot. Auch sie wollen zum Essen in den Ort. Christiane und Irene zaubern für die verbleibende Restcrew ein tolles Abendessen aus dem Ärmel. Der abschließende Abend verläuft recht lustig.

     

    12. Tag: Mi. 18.06.2003

    Heute werde ich erst um 7.30 Uhr wach. Es ist mir unangenehm, so spät an Deck zu kommen (bin ja ein Frühhopser). Kaum an Deck angekommen, bekomme ich von Christiane den ersten Rüffel! Sie verzieht ihre Nase und ihren Mund zu einem eindeutigen Schlafgeräusch. Ich muss in der letzten Nacht wohl den restlichen Regenwald „abgesägt“ haben. Ich fürchte, mein gestriges Weinglas war zu voll. Peinlich für mich, zumal ich auf dem bisherigen Törn stets mit meinen „Antischnarchnächten“ prahlte (im Stillen habe ich bei Christiane als Wiedergutmachung schon drei Striche auf ihrer Pfeifliste gestrichen).

    Wir legen, wie am Vorabend besprochen, um 8.00 Uhr mit gedecktem Frühstückstisch ab. Dieser ist um 9.00 Uhr „geputzt“, gerade rechtzeitig; denn kurz darauf setzen wir das Groß und das Vorsegel. Ich glaube, es wird noch mal ein schöner Segeltag. Davon hatten wir bisher nicht allzu viele.

    Nach einer Stunde eröffnen Peter und Götz die heutige „Schachsaison“. Die übrige Crew schlummert vor sich hin. Es scheint so, als wenn am gestrigen Abend die Überwasserfahrt von über 30 Stunden etwas zu doll gefeiert wurde.

    Die heutigen Tomatenschnittchen werden gegen 14.00 Uhr gereicht. Sie schmecken besonders lecker, denn wir segeln noch immer bei herrlichem Wind und fast zwei Meter hohen Wellen. Für mich als ein echten „Muschelschubser“ ist es ein Genuss. Warum kommen wir erst zum „Törnausklang“ zu diesem hochkarätigen Segelspaß? Aber noch sind wir zwei Tage auf dem Wasser und können genießen.

    Die Segel müssen wir leider gegen 18.00 Uhr runter nehmen. Wir fahren in die Bucht Cap Testa, wo wir 10 Minuten später vor Anker gehen. Als Einlaufschluck gib es Gin/Tonic. Nach einer Stunde lädt der Skipper mich zu einer Schachparty ein, die er aber nicht für sich entscheiden kann. In der Zwischenzeit machen Vivien und Christiane das Abendessen fertig. Es gibt „Latte Macoiote“ (flache Spagetti) mit Tomaten- und Specksoße. Die beiden Köchinnen haben wunderbare Arbeit geleistet, es hat allen sehr gemundet. Unsere Espresso-Fee Christina überrascht uns noch mit einem Espresso. Der Abend klingt ruhig aus, nur Götz „hampelt“ hin und wieder herum. Er wird von den Mücken „gewiesackt“ (mir ist es recht, dann habe ich Ruhe vor den Biestern).

     

    13. Tag: Do. 19.06.2003

    Heute bin ich schon um ½ 7 Uhr aus der Koje und gehe als erster zum Schwimmen. Beim anschließenden Frühstückmachen hilf mir Irene. Sie ist wahrscheinlich vom einem Toilettengeräusch wach geworden. Der Tisch sollte bis 8.00 Uhr gedeckt sein (so war es gestern abgesprochen). Irene bemerkt, dass der Wurstteller von Tag zu Tag dürftiger ausfällt. Ich sehe nur „Kujambelwurst“. Diese Wurst verfolgt mich noch bis alle Ewigkeit. Die Tomaten müssen heute ohne Zwiebeln gereicht werden, denn auch diese sind alle. Mit dem Frühstücken ist die Crew nach einer halben Stunde fertig (war ja nicht viel auf dem Tisch).

    Der Skipper, Erwin und Christiane setzen einen neuen Schuh in den Mastrutscher ein. Beim letzten Fallen des Großsegels ist ein Schuh defekt aus der Schiene gefallen. In der Zwischenzeit erledige ich die mir vom Skipper aufgetragene Arbeit. Das „Trambolin“ musste nachgespannt werden , es war schon sehr locker.

    Wir nehmen um ½ 10 Uhr den Anker auf und verlassen diese Bucht. Unser Tagesziel ist Porto Rotondo. Nach zwei Stunden setzen wir das Groß, motoren jedoch weiter durch die vielbefahrene Straße zwischen Sardinien und Korsika. Schon nach einer viertel Stunde Fahrt steuern wir eine kleine Bucht an, um hier einen Badestopp einzulegen. Ein leichtes „Rumoren“ macht sich bei einem Teil der Crew bemerkbar, dem ich keine große Bedeutung beimesse. Unsere Espresso-Fee Christiane überrascht uns mit einem Tässchen von dem bekömmlichen „Nass“.

    Peter und ich beginnen eine Party Schach, die wir nach 15 Minuten unterbrechen. Unser „Vize“ Martin erklärt, für mich völlig überraschend, seinen Rücktritt als 1. Officer. Er führt als Hauptgrund mangelnde Absprache bzw. ihm und dem Skipper an. Das vorherige „Rumoren“ hat seinen „Ausbruch“. Der Aufenthalt in dieser Bucht ist ungünstig gewählt. Resultierend aus diesem Ereignis nehmen wir sofort den Anker auf und fahren weiter.

    Kurz nach 13.00 Uhr setzen wir das Groß und das Vorsegel und kommen in der Straße von Bonifacius gut voran. Diese „Schleuse“ zwischen den beiden Inseln sind die bisher besten Eindrücke. Nur schade, dass der Wind nicht einmal eine Stunde anhält und wir das Vorsegel bergen müssen. Mit Motor und Groß „tuckern“ wir der Mittagspause entgegen.

    Diese wird von Christiane und Erwin mit leckeren Häppchen vorbereitet. Die beiden Teller sind dann auch schnell leergegessen. Mein Angebot, einen dritten Teller Brot, belegt mit Kujambel-Wurt anzurichten, findet verständlicher Weise keinen Anklang. Für mich rangiert dieser Aufschnitt noch vor der „Schlimmenaugenwurst“. Zum Glück hat das „Küchenpersonal“ (wer immer auch Dienst hat), entschieden, diese nicht nach „M“ und „R“ schmeckende Wurst zugunsten der Fische zu entsorgen.

    Kurz vor 15.00 Uhr nehmen wir auch das Großsegel runter. Wir wollen in die „teure Bucht“ von Cala di Volpe. Es eine für die Reichen und Schönen. In dieser Bucht befindet sich eines der teuersten Hotels der Welt. Die Anwesenheit etlicher Motoryachten lässt einiges vermuten. Unsere Borddamen schwärmen von einem Mann mit den Traummaßen 90x88x42 (90 Jahre alt, 88 Millionen auf dem Konto und 42 Grad Fieber). Diesen Wunsch vieler Frauen können auch unsere Mitseglerinnen nur träumen. Um 17.00 Uhr lichten wir den Anker und verlassen diese tolle Bucht (nur die Karibik kann schöner sein) und fahren nach Rotondo.

    Schon an der Einfahrt in die Marina werden wir vom Yachtservice empfangen. Er führt uns in seinem Schlauchboot zu unserem Liegeplatz, wo wir um 17.15 Uhr an der Mooring festmachen. Einen besseren Platz können wir nicht haben. Direkt in Verlängerung unserer Gangway liegen die Sozialräume.

    Der Spätnachmittag steht bis 20.00 Uhr zur freien Verfügung. Ein Teil der Crew geht in den Ort, ich spiele mit dem Skipper meine 11. Schachparty. Leider ziehe ich diesmal den Kürzeren. Nun liege ich nur noch mit einem Sieg im Plus (soll auch bleiben).

    Punkt 20.00 Uhr geht die Crew zum Essen. Die Suche nach einem Restaurant erweist sich zunächst schwierig, zumal der Ort Rotondo erst seit einigen Jahren in der jetzigen Form besteht. Dafür ist er jedoch wunderschön. So etwas habe ich lange nicht gesehen. Schließlich finden wir ein Lokal am Hafen. Nun merken wir, dass uns Vivien und Götz verloren gegangen sind und wir essen nur mit 8 Personen.

    Die von Erwin bestellt eine Runde Grappa als „Afsacker“ wird zur Überraschung aller in Sektgläsern serviert. Es ist ein schöner Abend, den wir auf dem Boot mit einem Glas Rotwein ausklingen lassen.

     

    14. Tag: Fr. 20.06.2003

    Ich liege seit 1 ½ Stunden wach, bevor ich um ½ 8 Uhr aufstehe und mich „salonfähig“ mache (nur in Badehose an Deck). Anscheinend hat meine ¾-minütige Toilettenspülung die Restcrew aus dem Schlaf gerissen; denn nach und nach kommen sie aus ihren „Höhlen“.

    Der zu um 9.00 Uhr gedeckte Frühstückstisch sieht recht dürftig aus. Das erste Mal sehe ich keine Kujambelwurst. Es standen nur noch Restbestände zum Verzehr (ein Zeichen dafür, dass gut gewirtschaftet wurde).

    Um 9.00 Uhr wird es Ernst. Wir legen ab zur letzten Teilstrecke dieses Törns, müssen aber vorher zum Tanken. Die Folgecrew hat ein Anrecht auf einen vollen Tank. Bei dieser Maßnahme erlauben sich Vivien und Götz einen dicken „Hund“. Sie verlassen während des Tankvorganges seelenruhig das Boot, um in einiger Entfernung zu duschen!

    &xnbsp;Nicht nur für mich, auch für die übrige Crew ist dieses Verhalten unbegreiflich. Unser Schiff hatte einen so günstigen Liegeplatz zu den Duschen. Von sozialem Verhalten kann hier keine Rede sein. Sie können von Glück sagen, dass während ihrer Abwesenheit kein anderes Boot auftanken brauchte. Wir hätte die Tankstelle verlassen, Vivien und Götz mit einer Taxe nach Olbia fahren müssen. Nach fast einer Stunde sind sie endlich an Bord und wir können endlich ablegen.

    Auch heute lässt uns der Rasmus im Stich (vielleicht wäre es gut, wenn er vor Törnbeginn als erster einen Schluck „aus der Buddel“ bekommen hätte). So müssen wir uns abermals mit Motoren begnügen. Um 12.00 fahren wir in die Bucht Pori, wo wir einen Badestopp einlegen. Bei dieser Gelegenheit verzehren wir die aufgewärmten „Bügelnudeln“ von gestern, dazu gibt’s `nen Pott Kaffee. Nebenbei genießen wir ein allerletztes Mal das türkisfarbene Wasser. Auf der fast zweistündigen „Heimfahrt“ nach Olbia beginne ich mit dem Packen meiner Reisetasche.

    Gegen 15.00 Uhr machen wir nach in Olbia fest. Ab sofort ist Bootsputz angesagt, den wir nach zwei Stunden fertig haben. Nun werden meine restlichen „Klamotten“ verstaut. Pünktlich um 20.00 Uhr marschieren wir im „Schabtüch“ (gute Kleidung aus der Schublade) zum „Cäptendinner“ . Es ist vom Skipper immer wieder eine große Geste, den Törn auf diese noble Art ausklingen zu lassen.

    Obwohl der Großteil der Crew morgen in der Früh zum Flughafen muss, wird der letzte Abend noch zur Nacht gemacht.

     

    15. Tag: Sa. 21.06.2003

    Kurz vor 6.00 Uhr werde ich vom „Röhren“ einer Toilettenabsaugung wach. Ich brauche den „Weckpoint“ meines Handys nicht abzuwarten und stehe auf. Heute ist nur Katzenwäsche angesagt, denn das Flughafen-Taxi ist zu um 7.00 Uhr bestellt. Es kommt pünktlich und bringen Frank, Martin und mich in zehn Minuten zum Airport. Kurze Zeit später gesellen sich der Skipper, Christiane und Erwin dazu. Von den Dreien hatte der Taxifahrer 15 Euro kassiert, von uns jedoch 20 Euro (dieser „Schweinepriester“).

    Da Frank und ich den gleichen Flieger um 9.35 Uhr nehmen, müssen wir uns um 9.00 Uhr leider von den Vieren verabschieden. Etwas wehmütig gehen wir auseinander. Mit 15 Minuten Verspätung hebt die Maschine ab. Es ist ein ruhiger Flug mit guter Sicht.

    In Frankfurt warten wir über eine halbe Stunde auf unser Gepäck. Es kam ganz zum Schluss, weil wir es in Olbia erste Passagiere aufgaben. Dies hatte wiederum zur Folge, dass ich eine günstige Anschlußmaschine nach Hamburg „verpasste“(so`n Mist). Das Maß wurde voll, als ich am Info-Schalter erfahre, dass mein gebuchter Flug um 14.00 Uhr kurzfristig gestrichen wurde und ich den Flieger um 16.30 Uhr habe.

    Ein bisschen ermüdet komme ich um 8.00 Uhr zuhause an. Es war ein rundum guter Törn mit einer tollen Crew. Dass wir uns alle etwas mehr Wind gewünscht hatten, versteht sich von selbst. Vielleicht wären dann aber auch so manche „Ohren strubbelich“

     

     

     

     

    Der Törnberichterstatter &xnbsp;

    Günter &xnbsp;

     

    Legende: &xnbsp;&xnbsp;&xnbsp;&xnbsp;&xnbsp;

    Peter..........................Skipper

    Martin........................1. Officer

    Christiane…..............Espresso-Fee

    Erwin........................Hauptrudergänger

    Wolfgang..................Kassenwart

    Irene.........................Dauerabwäscherin

    Frank.......................Sonnenanbeter

    Vivien......................Langschläfer

    Götz........................Mückenfalle

    Günter....................Frühaufsteher

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