EUROPÄISCHES SEGEL-INFORMATIONSSYSTEM
Cuxhaven - Lissabon
vom 15. bis 28. August 1999
Ein persönlicher Reisebericht von Burkhard Kuhn


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Dienstag, 24.8. Nach dem Wecken und dem Transport der Hängematten in die entsprechende Last gab es zum Frühstück Kaiserschmarren.
Von 8 bis 9 sahen wir einen Videofilm über den Bau, den Test und die Erprobung der GOFO. Tagsüber hatte ich GvD.
Wetterkundeunterricht erhielten wir von 9.30 bis 11 Uhr, wobei die nachfolgenden Fakten haften blieben:
Kleinräumige Zirkulation : Wasser erwärmt sich pro Tag ca. um 2 Grad Celsius. Land erwärmt sich schneller als Land. In der Höhe wird die Luft stärker erwärmt wegen der direkten Sonneneinstrahlung. 98 % der Sonneneinstrahlung wird vom Wasser absorbiert.
Planetarische Zirkulation : Themen waren Passatwinde, die Polarnacht, Beziehungen zwischen Hochs und Tiefs.
Tornados : Ein Hurrikan reisst an einem Tag soviel Wasser in die Luft wie die gesamte Tankerflotte der Erde an einem Tag beladen 20 Jahre lang wegschafft.

tausendfüssler knotengrafik Um 11.15 Uhr habe ich unsere Ansichtskarten im Funkraum mit einem Erinnerungsstempel versehen lassen. Der Funker hatte sich viel Mühe beim Abschlagen gegeben.

Von 12 bis 13 Uhr für mich Kombüsendienst mit dem Abtrocknen des Mittagsgeschirrs.

Um 14.15 Uhr praktische Ausbildung - Herstellung von "Tausendbeinen". Dazu wird ein Hanftampen in kleine Stücke zerhackt und zu einzelnen Kabelgarnen aufgedreht. Es wird an Bord sehr häufig um Pardunen, Stage und überall dort, wo Segel anliegen, gewickelt.

Als GvD hatte ich nach dem Abendbrot wieder die Aufgabe, in der Kombüse abzutrocknen. Gabi hatte von 18.15 bis 20.10 Uhr den Posten Rettungsboje.

Um 21.30 Uhr gab es erneut Bordkino. "Die Piratenbraut" wurde gezeigt.

Pro Person gab es täglich zwei kleine Dosenbier zum konsumieren. Nach dem Abendbrot genehmigten sich einige Jachtklubmitglieder und ich eines, leider nicht gut gekühlt. Da kam der IO und fragte, ob es denn auch schmeckte. Wir mußten leider mitteilen, daß es nicht so gut gekühlt wäre. Darauf holte der IO aus seinem Bestand gut gekühltes Bier für uns.
Es wurden Witze erzählt und es kam die Neubeblankung der Decks zur Sprache. Die Neubeplankung sei geplant und würde einschließlich des Verlegens ca. 3 Millionen DM kosten. Ein laufender Meter in ca. 10 cm Höhe Teakholz kostet rund 600 DM.

Der Mittwoch, 25.8., begann nach den üblichen organisatorischen Maßnahmen mit der Segelwache von 8 bis 12.15 Uhr. Ich hatte von 8 bis 10 Uhr erster Rudergänger. In knapp einer Stunde wurden wieder Segel gesetzt, so daß wir ab 9.45 Uhr wieder unter Segeln unsere Fahrt fortsetzen konnten.

HockeyFür der Nachmittag hielt unsere Schiffsführung erneut einen Höhepunkt bereit : Bordhockey.

Zum sportlichen Wettstreit angetreten waren u.a. die Vertretungen der Offiziere, Unteroffiziere, die Topsgasten und unsere Backbordmannschaften. Wir alle haben unsere Favoriten ordentlich angefeuert. Die Mannschaft der Offiziere gewann.

Auch die Wasserratten kamen an diesem Tage auf ihre Kosten. Ab 18.30 Uhr war Antlantikschwimmen angesagt. In Zwanziger-Gruppen sprangen die Kandidaten von der ca. 5 m hohen Bordwand in die Fluten. Runter ging es noch recht gut. Das Schwimmen in dem stark salz-haltigen Wasser war angenehm. Nun mußte man aber auch wieder an Deck. Der Weg dorthin führte über eine Strickleiter die gleiche Höhe zurück. Da merkte man recht gut, wie schwierig es ist, sein Gewicht über diese Höhe hinauf zu bewegen.
Von 8 bis 24 Uhr hatte unsere Bb II wieder Segelwache. Gabi hatte Rettungsboje und ich war Rudergänger. Wie versprochen gab es nach dem Dienst dann das 8-12-er Bier.
Ab 20.30 Uhr ging es mit Motorfahrt weiter.

Donnerstag, der 26.8. Zum Frühstück gab es Spiegeleier, was mich besonders freute. Danach ging es nicht so schön weiter. Von 8.15 bis 11 Uhr wurden die Messingteile an Bord poliert. Gegen 13 Uhr gingen wir vor der portugisischen Küste bei Cascais und Estoril (2) vor Anker.

Von 13.10 bis 15.30 war wieder einmal "rein Schiff" angesetzt. Schließlich soll den beobachtenden Gästen ein schönes Schiff präsentiert werden.

Ab 15.30 Uhr wieder Seemanssonntag. Für jeden gab es einen Windbeutel.
Beim Appell um 17 Uhr wurden die Sieger des täglichen Portugal-Rätsels und des während der Fahrt ausgetragenen Schachturniers geehrt.




SundownAb 19 Uhr war eine Decksfeier angesetzt. Die Kombüse lieferte Gulasch und Soljanka mit Brot. Dazu wurde ausnahmsweise Bier gereicht.

Wir nahmen zwischenzeitlich auf dem Achterdeck Platz, um den herrlichen Vollmond zu bewundern.

Der Attache von Estoril kam gegen 11 Uhr an Bord und fuhr nach ca. einer Stunde mit seiner Barkasse wieder zurück.






Nun näherte sich unser letzter Tag an Bord der GOFO, Freitag, den 27.8.1999.
Beim Morgenappell wurde für die Bb II die Urkunde über den an Bord geleisteten Einsatz ausgegeben. Mit Motorfahrt ging es nun mit Kurs auf Lissabon, unserem Reiseziel. Zwei Schlepper begleiteten uns seit des Einlaufens in den Tejo. Die Fahrt unter der Vasco-da-Gama-Brücke hindurch war faszinierend.

Nun kam der Lotse an Bord, um unsere GOFO sicher zum Hafen zu führen. Mit Hilfe der Schlepper wurde am Kai in Lissabon festgemacht. Der Lotse ging dann von Bord.









Dafür kam der Militärattache an Bord. Um 10.27 Uhr ging der Kapitän von Bord, um seine üblichen Besuche bei den Behörden abzustatten. Um 11.30 Uhr kam der Kapitän zurück.
Um 12.45 Uhr konnten wir unseren ersten Landgang antreten. Ein Kaffee unter Palmen war uns da gerade recht. Nach der Rückkehr war eine Stadtrundfahrt von der Botschaft organisiert angesetzt. Zu unserer Freude war es für alle Teilnehmer kostenlos.
Auf diesem Wege noch unseren herzlichen Dank.




Die wunderschöne Fahrt unter der Führung von unserer Reiseleiterin Maria ging von 14 bis 18 Uhr. Auch ein kleiner Imbiß wurde uns spendiert, wir suchten uns zu den traditionsreichen "Törtchen" ein Gläschen Portwein aus.
Nach der Rundfahrt ging es zurück an Bord. Die Taschen wurden schnell gepackt, weil wir ein Hotel gebucht hatten, um noch einige Tage in Lissabon zu verbringen.

Nach einem Abschied vom IO und den anwesenden Mannschaftsmitgliedern, die uns treue Gefährten auf der Fahrt waren, ging es in unser Hotel. Am nächsten Tag lag "unsere" GOFO immer noch festgemacht am Kai und unsere Gedanken waren wieder an Bord.

An dieser Stelle der Schiffsführung und der Mannschaft unseren herzlichsten Dank.

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