EUROPÄISCHES SEGEL-INFORMATIONSSYSTEM
"Gorch Fock" - So begann es
Das Foto ist aber auch ein Zeitzeugnis: 13&xnbsp;Jahre nach Kriegsende bietet das Gelände der Hamburger Traditionswerft immer noch das triste Bild eines Schlachtfeldes des totalen Luftkrieges: zerstörte Gebäude, Trümmer, Bombentrichter. Bei 38&xnbsp;Luftangriffen waren 1264&xnbsp;Spengbomben und zahllose Brandbomben in der Werft eingeschlagen. Dennoch wurde die "Gorch Fock", die Neubau-Nr. 804&xnbsp;von Blohm & Voss, in der Rekordzeit von nur 100&xnbsp;Arbeitstagen gebaut. &xnbsp;&xnbsp;&xnbsp; Der Stapellauf am 23.&xnbsp;August 1958&xnbsp;(am Vortag wäre der Dichter 78&xnbsp;Jahre alt geworden) wurde zum Hamburg-Festival: Gorch Focks Witwe Rosa-Elisabeth, damals 69&xnbsp;Jahre alt, Sohn Adolf und Tochter Metta, zwei jüngere Brüder und drei Enkelkinder des Johann Kinau aus Finkenwerder, der sich Gorch Fock genannt hatte und 1916&xnbsp;in der Seeschlacht im Skagerrak gefallen war, waren dabei. Über der Feier aber lag der Schatten des deutschen Segelschulschiffes "Pamir", das am 21.&xnbsp;September 1957&xnbsp;im Orkan gekentert war (80&xnbsp;Tote, sechs Überlebende) - genau zwischen der Erteilung der ohnehin umstrittenen Baugenehmigung für die "Gorch Fock" und dem Baubeginn. &xnbsp;&xnbsp;&xnbsp; Auf Grund der Pamir-Katastrophe und der heißen Diskussion um den Bau eines Segelschulschiffes für die neue deutsche Marine wurde die zweite Gorch Fock zu einem sehr sicheren Schiff, einem "Stehaufmännchen" gewissermaßen: 372&xnbsp;Tonnen Ballast im Kiel sollten sicherstellen, dass der 1500-Tonner sich auch bei 60&xnbsp;Grad Krängung mühelos wieder aufrichten und bei 90&xnbsp;Grad noch kentersicher sein würde. Erfahrene Schiffsführer und erstklassige Stammbesetzungen haben eine mögliche Gegenprobe auf 118&xnbsp;Ausbildungsreisen aber stets verhindert.
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