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Navigation: Die Logge

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Ein Log (auch Logge; v. engl. Log = (ursprüngl.) Holzscheit) ein Messgerät auf Schiffen zur Bestimmung der Fahrt. Es zeigt die im Wasser zurückgelegte Strecke an (siehe Fahrt).

Die ursprüngliche Messmethode bestand darin, ein bleibeschwertes Holzbrett in Form eines Viertelkreisausschnittes, das an einer Leine befestigt ist, von einem fahrenden Schiff aus ins Wasser zu werfen: Das Holz bleibt nahezu an derselben Stelle im Wasser liegen. Nach einer gewissen Zeit (die früher mit einer Sanduhr, dem Logglas, ermittelt wurde) wird die Länge der abgelaufenen Logleine bestimmt, danach die ganze Anordnung wieder an Bord gezogen.

Die gemessene Geschwindigkeit wurde früher zusammen mit dem angezeigten Kompass-Kurs zur Ortsbestimmung von Wasserfahrzeugen benötigt. Die Standortbestimmung anhand der Addition einzelner per Log und Zeit und Kompass gemessener Wegstücke wird „Koppeln“ oder Koppelnavigation (engl. Dead Reckoning) genannt.

Ein Log kann nur die Relativgeschwindigkeit zum umgebenden Wasser ermitteln, die sogenannte "Fahrt durch Wasser" oder Eigengeschwindigkeit. Zur Bestimmung der absoluten Schiffsgeschwindigkeit war man daher früher auf (Mess- und) Erfahrungswerte der jeweiligen Fluss- bzw. Meeresströmungen angewiesen.

Heutige Verfahren mittels Funk- und Satellitennavigation ergeben weitaus präzisere Ortsbestimmungen, so dass Messungen mit dem Log meist nur noch informationellen Charakter haben oder per Differenz zu den Werten aus der Satellitennavigation Aufschluss über die Wasserströmungen geben.

Die Geschwingikeit wird ermittelt durch einen Impeller, der von dem am Rumpf vorbeiströmenden Wasser angetrieben wird. Er ist meist in Kielnähe angebracht und oft eine Schwachstelle: Durch kleine Partikel, winzigen Muschelbewuchs, Verkalkungen, Seegras o.ä. wird der Impeller blockiert, so dass die Logge nichts mehr anzeigt.
Da hilft nur, den Imeller auszubauen (wobei meist Wasser in die Bilge eindringt) und den Impeller reinigen.



Die Website der SKU Düsseldorf hat dazu folgenden Tipp:

Logge reinigen ohne Wassereinbruch

Wem ist es nicht schon passiert, eine "blockierte Logge". Zeigt die Logge nicht mehr an, liegt es in der Regel an einer Verunreinigung am Impeller.

Schon feine Algenfäden können das kleine Schaufelrad so bremsen oder blockieren, dass die Impulse ausbleiben. Dann heisst es, den Impeller vorsichtig herausdrehen und stattdessen blitzschnell den Blindstopfen einsetzen, damit so wenig Wasser wie möglich in die Bilge sprudelt.

Mit einigen Tricks umgehen wir diesen lästigen Wassereinbruch:
1. Durch kräftiges Rückwärtsfahren, was allgemein bekannt sein dürfte, dadurch kann sich die Drehhemmung lösen. Dabei aber unbedingt das Ruder richtig festhalten.

2. Mit einer dünnen Leine, die man als grosse Bucht mit den Enden an beiden Seiten geführt während der Fahrt unter das Schiff spülen lässt. Wir fieren gerade nur so weit auf, dass die Leine unter dem Rumpf entlang schabt, bis sie vom Kielansatz aufgehalten wird. Dann ziehen wir sie langsam und vorsichtig hin- und herruckelnd wieder in Richtung Bug. Dabei bewegt sich auch das kleine Schaufelrad. Das wiederholen wir, bis das eingefangene Schmutzteilchen freigegeben wird und die Anzeige wieder funktioniert.

Vorsicht, die Leine nie loslassen, sie könnte sonst in die Schraube geraten.




Die "Tuborg-Logge"
In den Achziger Jahren bei meinen ersten Törns als Skipper war die Logge auch ausgefallen, aber damals wußte ich mir noch nicht zu helfen. Da es damals noch kein GPS gab, war terrestrische Navigation und Koppeln angesagt. Wie aber koppeln ohne Logge?
Wir erinnerten uns an unseren Segelunterricht, dass "Log" englisch ist und "Holzscheit" hieß. Einfach das Holzscheit am Bug nach vorne werfen, warten bis es den Bug querab erreicht hat und die Zeit stoppen, die es brauchte bis es das Heck erreichte. Dann konnte man die Schiffsgeschwindigkeit ausrechnen.
Dumm war nur, dass wir kein Holzscheit an Bord hatten ...
Die einzigen schwimmfähigen Gegenstände, die wir entbehren konnten, waren leere Bierdosen von Tuborg. Damit war der Ausdruck "Tuborg-Logge" geboren.
Einige Mitsegler nutzten die Situation, dass nur leere Bierdosen als Log funktionierten, schamlos aus und so mussten wir unseren Biervorrat früher ergänzen als gedacht. ;-))

Regel: Zunächst ermitteln Sie die Zeit, welche das Schiff benötigt um den Gegenstand in voller Länge zu passieren. Teilen Sie nun die doppelte Bootslänge in Metern durch die Anzahl der Sekunden und Sie erhalten die Gescchwindigkeit in Knoten.

Beispiel: Die Schiffslänge ist 14,20 Meter, die gestoppte Zeit ist 4,8 Sekunden. Es ergibt sich folgende Rechnung:

14,2 : 4,8 : 0.51444 = 5,75 (Kn)


Bitte benutzen Sie keine leeren Bierdosen oder Gegenstände aus Plastik, ein Stück altes Brot tuts auch und die Fische entsorgen es umweltfreudlich ...



Das Handlog (Bild: Lokilech)   Großbild klick!












Digitale Loggenanzeige (Bild: Navman)  Großbild klick!




















Der Geber (Impeller) einer Logge (Bild: Garmin)   Großbild klick!























Funktioniert nur leer ... (Bild: Tuborg)   Großbild klick!
Weblinks:
Navigation in Wikipedia
Terrestrische Navigation in Wikipedia


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