EUROPÄISCHES SEGEL-INFORMATIONSSYSTEM
Seenotfälle
Archiv Januar 2000

Last update: Mittwoch, 2. Februar 2000, 06:03:24 Uhr

Spekulationen über hochgiftige Ladung der «Erika»
Montag, 31.01. 2000, 19:06:38 Uhr

Dementi von TotalFina und französischer Umweltbehörde

Paris (AP) Der im Dezember vor der bretonischen Küste gesunkene Tanker «Erika» hatte unabhängigen Laboranalysen zufolge kein Schweröl, sondern hochgiftige Raffinerie-Abfälle an Bord. Der Leiter des Labors «Analytika» im südfranzösischen Cuers, Bernard Tailliez, sagte am Montag, es habe sich um Krebs erregende Chemikalien gehandelt, die man in Italien kostengünstig habe entsorgen wollen. Der Ölkonzern TotalFina, in dessen Auftrag das Schiff unterwegs war, dementierte dies ebenso wie Christophe Roussel vom staatlichen Meeresforschungszentrum Cedre.

«Ich bleibe bei meinen Erklärungen», sagte Tailliez. Er habe sich Proben der ausgelaufenen Ladung des Tankers Anfang Januar mit Hilfe eines Freundes auf der bretonischen Insel Groix verschafft. Die Untersuchung habe eindeutig ergeben, dass es sich nicht um Schweröl, sondern um Krebs erregende Abfälle gehandelt habe. Den französischen Behörden warf er vor, freiwillige Helfer bei den Reinigungsarbeiten einem hohen Risiko ausgesetzt zu haben. Viele seien ohne Handschuhe und Atemschutzmaske mit dem Krebs erregenden Stoff in Berührung gekommen.

TotalFina sprach in einer Erklärung von «Lügen» und «irreführenden Verdächtigungen» und bekräftigte, dass die «Erika» Schweröl an Bord gehabt habe. Ähnlich äußerte sich auch Rousseau. Zu Tailliez' Vorwürfen, Helfer seien einem Krebsrisiko ausgesetzt worden, sagte er: «Es war von Anfang an bekannt, dass diese Art von Öl Krebs erregende Stoffe enthält.» Deshalb seien alle Helfer immer wieder aufgefordert worden, bei den Aufräumarbeiten Handschuhe zu tragen.

Der Tanker «Erika» war Mitte Dezember mit rund 30.000 Tonnen Öl an Bord vor der Bretagne in zwei Teile zerbrochen und gesunken. Etwa 12.000 Tonnen liefen unmittelbar nach dem Unglück aus; der Rest der Ladung befindet sich noch im Wrack und strömt langsam ins Meer.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Der Unglücksfrachter darf wieder auslaufen
Samstag, 29.01. 2000, 18:18:33 Uhr
Das Auslaufverbot für den russischen Unglücksfrachter "Volna 4" ist aufgehoben worden. Dies bestätigte gestern die Wasserschutzpolizei in Kiel. Obwohl weder Antrieb noch Radargerät in einwandfreiem Zustand sind, erteilte die zuständige Seeberufsgenossenschaft die Genehmigung für die Weiterreise der "Volna 4". Einzige Auflage: Es muss gutes Wetter sein und der Kapitän darf mit seinem Schiff nur bei Tag fahren.

Die Aufhebung des Auslaufverbotes basiert auf der Überprüfung des Schiffes durch die russische Klassifikationsgesellschaft "Russian Register", die als sogenannter Schiffs-TÜV (ähnlich des Germanischen Lloyds) den Zustand der "Volna 4" zertifiziert. Aufgrund der Ergebnisse der Überprüfung durch das russische Register hat nun kurzerhand die Seeberufsgenossenschaft dem russischen Kapitän die Genehigung zum Auslaufen gegeben, obwohl keiner der seit vier Wochen bestehenden Mängel an der Ausrüstung des 499-BRZ-Frachters behoben wurde. So sind weiterhin einer der beiden Antriebe und das Radar kaputt. Auch neue Seekarten hat der Reeder nicht bestellt. Eine offizielle Begründung über die Freigabe war von der Seeberufsgenossenschaft gestern weder in Hamburg noch in Kiel zu erhalten.

Die Frage nach der Begleichung der in den vergangen Wochen durch das Schiff verursachten Kosten für eine Gerichtsverhandlung am 10. Januarund und einen Feuerwehreinsatz am 15. Januar wegen einer Ölverschmutzung bleib weiter ungeklärt. Bis gestern hatte die Reederei der "Volna 4" in St. Petersburg für die Begleichung dieser Kosten keine Bereitschaft signalisiert. Gegen die Geschäftspraktiken des Reeders hatte in dieser Woche die gewerkschaft ÖTV protestiert.

Die Kieler Wasserschutzpolizei hat nun den Auftrag, die Einhaltung der Auflagen zu prüfen, die dem Kapitän von der Seeberufsgensoosenschaft auferlegt wurden. Danach darf er mit seinem vier bis fünf Knoten schnellen Schiff nur bei Tageslicht, guter Sicht und maximal 1,5 Meter Wellenhöhe in Küstennähe fahren. Ob er bei dieser Voraussetzung in einer Tagesreise überhaupt einen geeigneten Hafen von Kiel aus erreichen kann, bleibt abzuwarten. Wenn gestern anhaltenden Sturm nachläßt, will der Kapitän der "Volna 4" aber so schnell wie möglich einen Startversuch unternehemen. Nächstes Ziel ist nach seinen Worten der Hafen Ventspils in Lettland. Einen Lotsen braucht das 51 Meter lange Schiff, das aufgrund seines defekten Schottelantriebs nicht einmal in der Lage ist, einen geraden Kurs zu steuern, nach Auskunft eines Spreches des Wasser- und Schiffahrtsamtes aber auch diesmal nicht nehmen. Ein erstes Auslaufmanöver ohne Lotsen endete am 7. Januar auf dem Strand vor Laboe.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Aus der «Erika» läuft weiter Öl aus
Freitag, 28.01. 2000, 16:54:04 Uhr
Rennes/Brest - Aus dem vor der französischen Atlantikküste gesunkenen Tanker «Erika» läuft weiter Öl aus. Wie die Präfektur in Rennes am Freitag bestätigte, bewegen sich mehrere große Ölteppiche auf die Strände der Inseln Belle-Ile und Houat zu. Sie dürften in den nächsten Tagen an Land getrieben werden, hieß es. Umweltexperten zogen unterdessen eine gemischte Bilanz der Schäden, die nach dem Tankerunglück Mitte Dezember entstanden sind: Während die Tier- und Pflanzenwelt in der betroffenen Meereszone nur zum Teil gelitten habe, sei das ökologische Gleichgewicht von Stränden und Dünen gefährdet.

Die Menge des im Meer treibenden Öls entspreche etwa der, die unmittelbar nach dem Unglück aus der «Erika» entwichen sei, hieß es in Rennes. Damals war die Rede von etwa zehn Tonnen Schweröl. Die «Erika» hatte rund 30 Tonnen Öl an Bord, als sie am 12. Dezember vor der Küste der Bretagne auseinanderbrach und auf den Meeresboden sank. Seitdem suchen Experten nach Wegen, das noch an Bord befindliche Öl abzusaugen.

Unterdessen kündigte ein Vogel-Pflegezentrum in Xvetot in der Normandie an, am Wochenende 30 von der Ölpest betroffene und gesund gepflegte Vögel in die Freiheit entlassen zu wollen. Weitere 600 Tiere würden noch versorgt. Das Tankerunglück kostete mehr als 60.000 Seevögeln das Leben.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Tanker im Rhein auf Grund gelaufen
Freitag, 28.01. 2000, 16:54:34 Uhr
Assmannshausen - Ein mit rund 1.400 Tonnen Gasöl beladener Tanker ist auf dem Rhein bei Assmannshausen in der Nacht zum Freitag auf Grund gelaufen. Es sei kein Öl ausgelaufen, teilte die Polizei Wiesbaden am Freitag aufgrund erster Untersuchungen mit. Als mögliche Unfallursache wird ein Motorschaden angenommen. Noch in der Nacht seien aus dem Tankmotorschif, das auf der Fahrt von Gelsenkirchen über den Rhein-Herne-Kanal nach Speyer am Rhein war, 200 Tonnen Gasöl gepumpt worden. Dadurch habe die 85 Meter lange «Elenic» wieder Wasser unter den Kiel bekommen und sei nach Bingen geschleppt worden. Über die Weiterfahrt der «Elenic» sollte am Freitag entschieden werden.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Scantrader-Crew starb in der Biskaya
Reeder für Überladen ihres Schiffes verurteilt
Freitag, 28.01. 2000, 06:22:11 Uhr
Hamburg - Erstmals in der deutschen Rechtsgeschichte hat das Hamburger Landgericht gestern Reeder für die Sicherheit ihres Schiffes zur Verantwortung gezogen. Es verurteilte die Lübecker Reeder Heinrich und Heiner Beutler sowie deren Geschäftspartner Jerszy Kulakowski zu je acht Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung, weil sie vor zehn Jahren das Überladen ihres Zementfrachters Scantrader angeordnet und damit die Gefährdung der Crew nahmen. Das Schiff war im Februar 1990 in der Biskaya gesunken. Dabei starben alle zwölf Seeleute.

Der Frachter sei 28-mal überladen ausgelaufen, so die Kammer des Landgerichts. Zehn Jahre später habe sich aber nicht mehr eindeutig beweisen lassen, dass jene Reise zur Todesfahrt wurde, weil das Schiff zu viel Zement an Bord hatte. Deshalb verurteilte das Gericht die Angeklagten nur wegen "versuchten Eingriffs in den Schiffsverkehr". Die Angeklagten hatten den Kapitän für die Ladung verantwortlich erklärt. Im Dezember 1997 hatte das Hamburger Amtsgericht Seniorreeder Heinrich Beutler zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und 20.000 Mark Geldbuße verurteilt. Sein Sohn und ihr Geschäftspartner waren freigesprochen worden, wogegen die Staatsanwaltschaft Berufung einlegte. Eine Anklage wegen Mordes aus Habgier war nicht zugelassen worden.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

"Erika"-Havarie: Konzern bezahlt Entsorgung
Folgen des Ölunglücks kosten 230 Millionen
Donnerstag, 27.01. 2000, 06:29:13 Uhr
Paris. - Das Tankerunglück vor Frankreichs Atlantikküste wird den Ölkonzern TotalFina, der das Schiff gechartert hatte, knapp 700 Millionen Franc (etwa 230 Millionen Mark) kosten. Den Großteil des Geldes wird die Entsorgung des Öls verschlingen, das aus dem gesunkenen Tanker "Erika" ausgelaufen war. Von den insgesamt 690 Millionen Franc, die TotalFina bereitstellen will, sollen 90 Millionen für die Reinigung der ölverschmutzten Küsten und zur Wiederherstellung des ökologischen Gleichgewichts verwendet werden. Das übrige Geld ist für die Bergung und Entsorgung der insgesamt 30 000 Tonnen des Schweröls gedacht, das die "Erika" an Bord hatte. Der Tanker war am 12. Dezember vor der bretonischen Küste auseinandergebrochen und gesunken. Im Wrack befindet sich noch ein Teil der Ladung; das Öl muss abgepumpt werden. Mindestens 12 000 Tonnen Öl liefen ins Meer und verbanden sich dort mit Salzwasser zu einem klebrigen Schlick, der zum Teil bis an die französische Atlantikküste trieb. Insgesamt habe man etwa 117 000 Tonnen Schlick sowie ölverschmutzten Sand abgetragen, hieß es bei der Präfektur in Rennes. 60 437 Seevögel seien tot geborgen worden, 8802 befänden sich noch in Pflegestationen, wo man versuche, ihr Gefieder zu reinigen. Geglückt sei dies bislang nur bei 170 Tieren, die wieder freigelassen worden seien.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Binnenschiff-Kajüte ausgebrannt
Donnerstag, 27.01. 2000, 06:26:41 Uhr
MÖLLN - Durch die unkontrollierte Verpuffung eines Ölofens brannte am Dienstag Abend gegen 19 Uhr das Binnenschiff "Vogtei Neuland" aus Hamburg im Möllner Hafen. Die Vorschiffwohnung (Bugkajüte), so die Polizei, brannte völlig aus. Das Feuer auf dem 663- Brutto- Register- Tonnen- Binnenschiff konnte aber "schnell und ohne Probleme", vor allem Dank der neuen Schutzanzüge von der Möllner Wehr, gelöscht werden. Personen kamen nicht zu Schaden. Nach Angaben der Wasserschutzpolizei Ratzeburg entstand ein Sachschaden von rund 40 000 bis 60 000 Mark. Brandstiftung könne bisher noch nicht ausgeschlossen werden, so die Polizei. Auch die Kriminalpolizei untersuchte gestern das Schiff, das Sojaschrot geladen hatte.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Hilfsaktion für hungrige Seeleute
"Volna"-Besatzung erhielt gestern Proviant
Mittwoch, 26.01. 2000, 07:07:10 Uhr
Während draußen der eiskalte Wind um die Aufbauten pfeift, kann in der Kombüse der "Volna 4" wieder gekocht werden. Dank einer Hilfsaktion erhielt die fünfköpfige Besatzung des seit über vier Wochen in Kiel festliegenden Frachters gestern wieder Proviant. Der St. Petersburger Reeder des 51 Meter langen Frachters hatte kein Geld für Heuer und Proviant. Der Holtenauer Seemannspastor Axel Matyba hatte die Missstände an Bord erkannt und die Hilfsaktion angestoßen, an der sich neben der Kirchengemeinde, der Gewerkschaft ÖTV auch das Deutsche Rote Kreuz und Gastronomen beteiligten.

Die Umstände an Bord des Schiffes waren Pastor Matyba bereits in der vergangenen Woche aufgefallen: "Zuerst haben wir die Seeleute mit Mittagsessen aus unserer Gemeinde versorgt", berichtet Matyba. Am Sonntag habe auch das Restaurant Fördeblick geholfen. Auf offene Ohren stieß die Initiative des Pastors bei der Gewerkschaft ÖTV. Sie organisierte sofort eine Wagenladung mit Proviant "als schnelle Hilfe", wie Frank Hornschu von der ÖTV erklärt.

Im Visier der Gewerkschaft sind aber auch die ausstehenden Heuerzahlungen: "Die Crew hat seit neun Monaten kein Geld bekommen." Aus diesem Grund sei bereits die Transportarbeitergewerkschaft ITF informiert worden, berichtet Hornschu. Fraglich sei aber, ob die Besatzung ihr Geld überhaupt einklagen will. Die Angst vor Repressalien und Kündigung bei der Rückkehr nach Russland ist sehr groß, wie die Gewerkschafter erfahren haben.

Das Schicksal der "Volna 4" verdeutlicht nach ÖTV-Ansicht die Situation, in der sich die Besatzungen vieler russischer Schiffe befinden. Es fehlt bei vielen Reedereien zwischen Newa und Novorossiysk an Geld für Reparaturen, Seekarten, Heuer und Hafengebühren. Zwar zählt Russland offiziell nicht zu den so genannten Billigflaggen, wie Hornschu betont, jedoch erinnerten die Vorfälle mit russischen Schiffen immer öfter an Beispiele, wie sie sonst nur unter Billigflaggen der Fall seien. "Die Besatzungsmitglieder werden in frühkapitalistischer Weise ausgenutzt", erklärt Hornschu.

Wie lange Pastor Axel Matyba sich noch um die Versorgung der fünfköpfigen Crew am Tiessenkai kümmern muss, ist fraglich. Das Auslaufverbot wird erst nach der fachmännischen Reparatur des Antriebs aufgehoben. "Das benötigte Ersatzteil soll bald kommen", erklärte Matyba gestern. Dies hängt aber von der Bezahlung der Rechnung ab. Gleiches gilt für das Radar, das bereits einmal in Schweden repariert worden war. Doch damals zahlte der Reeder die Rechnung nicht, und die schwedische Firma ließ das Ersatzteil wieder ausbauen.

Die Odyssee der "Volna 4" begann kurz vor Weihnachten, als das 1985 im bayrischen Deggendorf als Baggerschute gebaute Schiff mit verrutschter Holzladung in Kiel eintraf. Die Wasserschutzpolizei stoppte das Schiff vor der Einfahrt in den Kanal, da die Gefahr bestand, dass Teile der Ladung von Bord rutschen könnten. Anfang Januar wurde die Fracht im Nordhafen auf die Bahn umgeladen. Beim Auslaufen lief der Frachter am 7. Januar vor Laboe auf Grund. Seitdem liegt das Schiff am Tiessenkai.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Slalom durchs Watt
Mittwoch, 26.01. 2000, 07:06:21 Uhr
Die Amrum-Fähren müssen bei bestimmten Witterungsverhältnissen einen riskanten Slalom durchs Watt fahren, um den Anleger in Wittdün auf Amrum anzusteuern. Dabei liefen im vorigen Jahr die zwischen Amrum, Dagebüll und Föhr verkehrenden Fähren der Wyker Dampfschiffsreederei (WDR) 47 Mal auf Grund, vermeldet das Flensburger Tageblatt. Bei niedrigen Wasserständen seien die Manöver in dem engen und kurvigen Fahrwasser vor der Insel riskant: Immer wieder habe es Beinahe-Kollisionen mit anderen Schiffen gegeben, sagte WDR-Geschäftsführer Axel Meynköhn der Zeitung. Eine Strandung zum Beispiel eines der Tanker, die Amrum mit Heizöl versorgen, könne fatale Folgen für die Umwelt haben. Die WDR fordere daher, die bestehende Fahrrinne vor der Wittdüner Fährbrücke auszubaggern beziehungsweise eine Verlegung der Fahrrinne nach Süden.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Minus 16 Grad - Oder-Schifffahrt lahmgelegt
Dienstag, 25.01. 2000, 16:51:59 Uhr
Potsdam - Auf minus 16 Grad sank in der Nacht zu gestern im Raum Cottbus die Temperatur. Das bedeutete Kälterekord im Raum Brandenburg-Berlin. Kälter war es in Deutschland nur noch nach an einer Messstation im bayerischen Straubing, erklärte gestern Wolfgang Harno, diensthabender Meterologe beim Deutschen Wetterdienst in Potsdam.

Der klirrende Frost hat sich bereits auch auf die Brandenburger Binnenschiffahrt ausgewirkt. Entlang einer 50 Kilometer langen Strecke zwischen den polnischen Orten Greifenhagen (Gryfinow) und Berlinchen (Bielinek) musste der Schiffsverkehr eingestellt werden. Infolge des tagelangen Frostes hat sich eine zwischen fünf und 15 Zentimeter dicke Eisdecke gebildet, die bereits Schwedt erreicht hat. Ab morgen allerdings, kündigte Christian Straube, Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes in Eberswalde an, werden zwei deutsche und drei polnische Eisbrecher eine Fahrrinne schaffen. Der Amtsleiter rechnet nicht mit einer längeren Sperre. «Das Eis wird sicher nicht dicker.» Ein Zufrieren sei nur zu befürchten, wenn der Frost noch mindestens zwei Wochen anhielte. Derzeit wird die Oder nur von polnischen Schiffen befahren, da das Schiffshebewerk Niederfinow nicht in Betrieb ist und das westliche Kanalnetz damit von der Oder abgeschnitten ist.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Bewährungsprobe bestanden: Der Lotsentender "Duhnen" hat bei Sturm seine Aufgaben in der Elbmündung bewältigt.
Neue Lotsenboote trotzen Sturm und hoher See
Dienstag, 25.01. 2000, 06:19:00 Uhr
Hamburg - Die Stürme der vergangenen Wochen waren für die beiden neuen Lotsentender "Döse" und "Duhnen" eine besondere Bewährungsprobe. Die in Doppelrumpfbauweise (Swath) erbauten Schiffe haben laut Bundeslotsenkammer in Hamburg in der Elbmündung auch bei Windstärken von 9 und 10 ihre Aufgabe erfüllt. Die 1999 in Dienst gestellten Boote sind ein wichtiger Bestandteil des neuen Lotsenversetzkonzepts "Elbe-Range", das ab Mitte des Jahres die teilweise 40 Jahre alten Lotsenversetzschiffe ablösen soll. Bestandteil des neuen Konzepts ist ein Mutterschiff, das bei der Position "Feuerschiff Elbe" stationiert ist. Von dem Mutterschiff aus sollen "Döse" und "Duhnen" die Lotsen zu den Schiffen bringen, die die Elbe ansteuern oder verlassen. Die vollständig aus Aluminium auf der Werft Abeking & Rasmussen in Lemwerder gebauten Tender sind jeweils 25 Meter lang und 13 Meter breit. Dank der sogenannten "Swath"-Bauweise (Small Waterline Area Twin Hull) erfolgte in den vergangenen Monaten westlich von Helgoland der Versetzdienst bei fast jedem Wetter. Bei den bisherigen Testläufen bewährten sich "Döse" und "Duhnen" selbst bei Wellenhöhen, bei denen die alten Lotsenschiffe bereits in die Schutzhäfen zurückgezogen werden mussten.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Öltanker im Persischen Golf gesunken
Dienstag, 25.01. 2000, 00:00:20 Uhr

Dubai - Ein unter Honduras-Flagge fahrender Öltanker ist bei schwerer See im Persischen Golf vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate gesunken. Wie aus Schifffahrtskreisen bekannt wurde, konnten alle Besatzungsmitglieder des Tankers gerettet werden. Mindestens 300 Tonnen Öl seinen jedoch bereits aus dem Schiff ausgelaufen. An der Golfküste bei Abu Dhabi werde eine Ölpest befürchtet, hieß es.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Beinahe-Kollision mit Grenztonne
Montag, 24.01. 2000, 17:07:25 Uhr
Der Tönninger Krabbenkutter "Boreas" entging in der Nacht zu Sonntag nur knapp einer Kollision mit einer dänischen Grenztonne. Das Seezeichen hatte sich losgerissen und trieb zehn Seemeilen vor Westerland im Meer.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Fischer in letzter Minute von brennendem Trawler gerettet
Sonntag, 23.01. 2000, 18:51:23 Uhr
Kirkwall. Die britische Küstenwache hat in einer dramatischen Rettungsaktion von Fischer von ihrem brennenden Trawler in Sicherheit gebracht. Die 'Be Ready' war 30 Seemeilen vor der schottischen Küste in der Nähe der Orkney Inseln in Brand geraten. Das Feuer war in der Kombüse ausgebrochen und verbreitete sich, angefacht durch den starken Sturm, schnell an Bord. Die Brücke mit der Steuerung des Schiffs geriet ebenfalls in Brand, so dass weder die Benzinzufuhr noch der Motor abgestellt werden konnten.

Weil der starke Wind eine direkte Rettung mit einem Helikopter unmöglich machte, mussten die Seeleute in Seenot einen Umweg machen: An einem Seil wurde ihnen ein aufblasbares Rettungsboot herübergelassen. Über eine Strickleiter konnten die fünf Fischer in letzter Minute ihr brennendes Schiff verlassen und in das Rettungsboot steigen. Mit einer Seilwinde brachte schließlich ein Hubschrauber der Küstenwache die Männer von der 'Be Ready' in Sicherheit.

Die fünf Männer werden jetzt im Krankenhaus von Shetland behandelt, denn alle erlitten Rauchvergiftungen. Nach Angaben der Küstenwache hatten sie alle großes Glück, dem Inferno von Wind und Flammen lebend zu entkommen. Die Ursache des Feuers soll nun von staatlichen Stellen untersucht werden.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Leinen los für weltgrößte Wassersportmesse in Düsseldorf
Samstag, 22.01. 2000, 07:12:34 Uhr

Düsseldorf (dpa) - Die weltgrößte Wassersportmesse »boot Düsseldorf« öffnet heute mit Rekordbeteiligung ihre Tore. Rund 1 650 Aussteller aus mehr als 40 Ländern präsentieren neun Tage lang die Trends der Saison. Die Ausstellungsstücke reichen vom Angelhaken bis zur 34 Meter langen Jacht. Auf dem Messegelände sind 2 000 Boote und Schiffe zu sehen. Die Veranstalter erwarten einen Besucherrekord von mehr als 365 000 Schaulustigen.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Besitzer des Tankers Erika ermittelt
Samstag, 22.01. 2000, 07:19:33 Uhr
PARIS (dpa). Sechs Wochen nach dem Tankerunglück vor der nordfranzösischen Küste scheinen die Eigentumsverhältnisse des versunkenen Öltankers Erika geklärt. Nach Informationen des französischen Boulevardblatts ¸¸France Soir'' vom Freitag soll der Besitzer des 23 Jahre alten Schiffes der neapolitanische Geschäftsmann Giuseppe Savarese sein. Er habe sich beim Fernsehsender ¸¸France 2'' gemeldet und erklärt: ¸¸Die Erika gehört mir''. In den Wochen seit dem Unglück wurde in französischen Justizkreisen und in der Presse über den Besitzer des Schiffes spekuliert. Ihn habe aber noch keiner gefragt, sagte Savarese, der bisher auch von Behörden für einen Agenten des Reeders der Erika, der italienischen Panship, gehalten wurde.

Savarese sagte, er bedauere die Umweltkatastrophe sehr, aber er trage keine Verantwortung für den Untergang seines Schiffes. Er habe die Verwaltung der Erika an Panship und die Wartung des Tankers an das italienische Zertifikations-Unternehmen Rina übertragen. Nach seiner Ansicht habe Rina das Schiff ¸¸ausgezeichnet'' kontrolliert.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Bootsunfall in Taiwan.
Samstag, 22.01. 2000, 07:20:23 Uhr
Beim Zusammenstoss eines Fischerboots mit einem Frachter ist in Taiwan eine Person ums Leben gekommen. Zwölf weitere Personen werden vermisst. Das Schiff sei nach der Kollision nahe des nordwestlichen Hafens von Hsinfeng gesunken, berichteten Rettungshelfer. Zwei Bootsinsassen waren lebend aus dem Wasser gezogen worden.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Havarie auf Fähre: 22 Personen acht Stunden festgehalten
Freitag, 21.01. 2000, 19:11:03 Uhr
Swinemünde - In der Hafenstadt ereignete sich am vergangenen Montag um 20 Uhr eine Havarie auf der zwischen Usedom und Wollin verkehrenden „Kasibor II“, in deren Folge 22 Personen acht Stunden lang an das Schiff gefesselt waren. Bei den Personen handelte es sich um Insassen der sieben Pkw und drei Lkw, die mit der Fähre übersetzen wollten. Die über die Seenotleitstelle eingeleitete Hilfsaktion für die auf einer Sandbank gestrandeten Fähre gestaltete sich dramatisch. Bei dem ersten Versuch, die Fähre frei zu ziehen, setzte sich der Schlepper „Samson“ selbst fest. Der zu Hilfe eilende Schlepper „Atlant“ versuchte die „Samson“ frei zu bekommen, wobei eine Stahltrosse in die Schiffsschraube des „Samson“ geriet, die bei starkem Sturm in Richtung Haff abzudriften drohte. Die „Atlant“-Besatzung konnte das verhindern und zog „Samson“ zurück in den Hafen. Der erneute Hilferuf wurde vom Schubschiff „Nosorozec“ und dem Schlepper „H-4“ aufgenommen, denen es endlich gelang, „Kasibor II“ nach acht Stunden Warten und Bangen der Reisenden von der Sandbank zu befreien. Havarieursache war nach Ansicht des Hafenkapitäns das Fehlverhalten des Fährkapitäns bei extremen hydro-meteorologischen Bedingungen und Windstärken um sieben.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Chirac kritisiert Malta und Zypern wegen Schiffssicherheit
Vor EU-Beitritt Anpassung an internationale Normen verlangt - «Erika» angeblich mit Schwerölabfällen beladen
Donnerstag, 20.01. 2000, 19:29:50 Uhr
Le Croisic/Frankreich - Der französische Staatspräsident Jacques Chirac hat als Konsequenz aus der Ölpest vor der Bretagne gefordert, eine EU-Aufnahme Maltas und Zyperns von deren Zustimmung zu internationalen Bestimmungen zur Schiffssicherheit abhängig zu machen. «Wir sollten verlangen, dass Malta und Zypern ihre Gesetze und Tests zur Überprüfung von Schiffen verbessern, wenn sie in unsere Gemeinschaft kommen wollen», sagte Chirac am Donnerstag bei einem Besuch der nach dem Auseinanderbrechen des Tankers «Erika» verschmutzten bretonischen Küste.

Malta und Zypern werden zu den so genannten Billigländern gezählt, denen vorgeworfen wird, von den Reedern nicht die gleichen Sicherheitsbestimmungen zu verlangen wie etwa westeuropäische Länder. Chirac besuchte auch Vogelschützer, die sich seit dem Unglück Mitte Dezember um die ölverschmierten Vögel kümmern. Unterdessen setzte das französische Parlament eine Kommission ein, die sich mit dem Transport gefährlicher Güter auf Schiffen beschäftigen soll.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace teilte am Donnerstag mit, dass bei dem Unglück Krebs erregende Gifte freigesetzt worden seien, die eine lang anhaltende Bedrohung für die Küste darstellten. Die «Erika» habe entgegen ersten Informationen auch gefährliche Schweröl-Abfallprodukte geladen, erklärte Greenpeace gemeinsam mit anderen Umweltgruppen in Amsterdam. Den Ölkonzern TotalFina, in dessen Auftrag die «Erika» unterwegs war, forderte Greenpeace-Sprecher Martijn Lodewijkx auf, genaue Informationen über die Ladung des Tankers freizugeben. Die gefundenen Chemikalien würden sich im Gegensatz zu den Konzernangaben nicht verflüchtigen. «Sie sinken auf den Meeresgrund ab und bleiben eine Gefahr für das Ökosystem des Meeres», sagte Lodewijkx weiter. Ein TotalFina-Sprecher hatte am Mittwoch den Giftgehalt des ausgelaufenen Öls als nicht wesentlich bezeichnet.

Die vor 24 Jahren gebaute und in Malta registrierte «Erika» war am 12. Dezember in schwerer See auseinander gebrochen und gesunken. Aus dem Wrack traten bisher mehr als elf Millionen Liter Öl aus.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Wassersport: SMD installiert Notrufsäule auf See
Donnerstag, 20.01. 2000, 06:12:36 Uhr
   Hamburg (ots) - Im Notfall ist jeder Schiffsführer auf See auf
einen zuverlässigen und jederzeit erreichbaren Partner angewiesen.
Jede unvorgesehene Situation aber auch vorbeugende Information
erfordert eine zentrale Hilfestelle, die mit allen
Kommunikationsmitteln erreichbar ist. Das Kürzel heißt: SMD-Radio.

   Ursprung und Basis dieser zentralen Hilfe ist - gestern wie heute
- der UKW-Küstenfunk. Als private Nachfolgeorganisation der Telekom
hat SMD-Radio bereits sieben der ehemals vierzehn Küstenfunkstationen
der Telekom innerhalb einer Saison wieder in Betrieb genommen.
Weitere vier Stationen sind für die Übernahme in der Saison 2000
geplant. Dadurch ist die Vermittlung der Seefunkgespräche in den
beliebten Sportschifffahrtsrevieren an Deutschlands Küsten
sichergestellt.

   Darüber hinaus hat SMD-Radio den Service für den Wassersportler
neu definiert. Vergleichbar mit den ADAC-Leistungen im Straßenverkehr
bietet SMD-Radio ein umfassendes Angebot für den Wassersportler auf
See, 24 Stunden täglich an 365 Tagen im Jahr.

   1. Medizinische Hilfe
   d. h. rund um die Uhr sofortige ärztliche Hilfe durch direkte
Vermittlung zum Krankenhaus Cuxhaven oder zum gewünschten Hausarzt

   2. Pannenhilfe
   d. h. Direktvermittlung zur Werft, zum jeweiligen Schiffsausrüster
oder zum nächstgelegenen Spezialisten vor Ort, im Schadenfalle
Direktvermittlung zur Versicherung bzw. zum Schadenssachbearbeiter

   3. Schiffssuchdienst
   d. h. Steckbriefsuche über alle Häfen im Funkbereich, sofortige
Meldung an die zuständige Wasserschutzpolizei, an gewünschte
Versicherungspartner und Schadenregulierungsstellen an Land,
unmittelbare Aufnahme der Suchmeldung bei www.smd-radio.de

   4. Wetternachrichten, nautische Informationen
   d. h. fünfmal täglich exklusive Wetterberichte mit regionaler
Ausrichtung, interaktive Kommunikation, jederzeitige und aktuelle
Berichterstattung von Wetternachrichten und nautischen Meldungen über
www.smd-radio.de

   5. Travelreport
   d. h. Positions- und Routeninformationen bei Reisezielen außerhalb
des SMD-Küstenfunkbereiches, Hilfe und Beratung bei der Vermittlung
von Telefonaten Angehöriger, der Firma oder jedem anderen
Landteilnehmer, der eine Verbindung zum Schiff benötigt

   6. Mobile
   d. h. laufend detaillierte Wetterinformationen per E-Mail-Message
auf jedes marktübliche Handy fast aller Netzanbieter, Tipps und
Hilfestellung bei fast allen Problemen für den Wassersportler

   7. Funkverkehrsabrechnung
   weltweite Funkverkehrsabrechnung über DP07

   Die Leistungen von SMD-Radio werden in partnerschaftlicher
Zusammenarbeit neben den Seenot-Dienstleistungen der DGzRS angeboten.
Über seriöse Wassersportpartner von SMD-Radio werden Einzelleistungen
innerhalb des Gesamtpaketes übernommen.
Das umfassende Leistungspaket von SMD-Radio kostet 49 DM je
Saison. Vereine und Verbände können über Rahmenvereinbarungen noch
günstigere Konditionen für Ihre Mitglieder erreichen.

   Zu guter Letzt - das Wichtigste!

   Seit 1998 hat SMD-Radio von der Telekom den Betrieb des
UKW-Küstenfunkes im Rahmen der Privatisierungsphase der gesamten
Telekommunikation als privater Dienstleister übernommen. Dennoch
bezahlen mehr als 10.000 Skipper Ihren Beitrag von monatlich 11,60 DM
(10 DM zzgl. ges. Mwst.), nur für die Funkverkehrsabrechnung, noch
heute an die Telekom. Der Betrag wird von der Telekom durch
Bankeinzug mit der Telefonabrechnung unter dem Punkt
"Seefunkanschluß" erhoben.

   Insgesamt wird damit ein Jahresbeitrag von 139,20 DM an die
Telekom entrichtet, ohne dafür eine Gegenleistung im
Küstenfunkverkehr zu erhalten.

   Um auch in Zukunft in den Genuß der SMD Konditionen (49 DM, je
Saison) zu kommen und darüber hinaus einiges mehr an Leistungen und
Sicherheit im Seefunk zu erhalten, muß das Vertragsverhältnis mit der
Telekom (Seefunkanschluß) schriftlich gekündigt werden. Damit ist der
Weg frei für die Anmeldung bei SMD-Radio. Die An- bzw. Abmeldung
sollte gleichzeitig erfolgen, damit der Skipper für eine "Ummeldung"
bei der RegTP nur 30 DM bezahlt (anstatt Abmeldung und Anmeldung für
60 DM).

Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Dicker Bauch schwimmt nicht gern
Fest gefahrenes Schiff wurde frei geschleppt
Donnerstag, 20.01. 2000, 06:14:00 Uhr
Endlich runter von der Sandbank: Der fest gefahrene polnische Frachter konnte gestern seine Fahrt auf der Oder fortsetzen. Mit einem schwimmenden Kran entluden ihn Mitarbeiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Eberswalde. "Er war viel zu schwer beladen", sagte Amtsleiter Christian Straube. Danach schleppte ein polnischer Schubverband das 67 Meter lange Schiff wieder ins freie Wasser. Der Stillstand der Binnenschifffahrt auf dem Grenzfluss hatte ein Ende.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Keine Gefahr durch Ölteppich auf Rhein
Mittwoch, 19.01. 2000, 20:18:07 Uhr
Karlsruhe (dpa). Ein etwa 13 Kilometer langer und 100 Meter breiter Ölfilm hat am Mittwoch den Rhein zwischen Karlsruhe und dem pfälzischen Leimersheim verunreinigt. Der Gasölfilm sei nur wenige Millimeter dick, teilte die Karlsruher Wasserschutzpolizei am Mittag mit. Sie rechnete damit, dass er sich noch im Laufe des Tages durch Sonneneinstrahlung und Verwirbelung des Wassers weitgehend auflöst. Verursacht wurde die Verschmutzung offenbar von einem Schiff. Die vorsätzlich oder durch einen Schaden in den Rhein gelangte Gasölmenge wird von den Experten auf unter 1 000 Liter geschätzt. "Ein Massensterben von Vögeln oder Fischen erwarten wir nicht", sagte ein Sprecher.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Binnenschiff blockiert weiter die Oder
Mittwoch, 19.01. 2000, 06:34:13 Uhr
Reitwein - Ein auf Grund gelaufenes polnisches Binnenschiff blockiert weiter den Schiffsverkehr auf der Oder zwischen Hohensaaten und Eisenhüttenstadt.

Das mit Sojaschrot überbeladene Schiff war am Freitag bei Reitwein wegen zu großem Tiefgang auf eine Sandbank gefahren. Der Versuch, das Schiff freizuschleppen, misslang am Montag wegen sinkender Wasserstände, wie die Wasserschutzpolizei mitteilte.

Das Wasser- und Schifffahrtsamt Eberswalde will heute einen weiteren Befreiungsversuch unternehmen und dazu die Ladung verringern. Sollte das «Leichtern» gelingen, könnte die Oder am Nachmittag wieder freigegeben werden, erklärte die Behörde. Am Wochenende waren insgesamt vier polnische Binnenschiffe auf Grund gelaufen. Drei Schiffe konnten am Montag ihre Fahrt fortsetzen.

Auf der Oder herrscht derzeit Niedrigwasser. Die Pegelstände sinken weiter, teilte das Schifffahrtsamt mit.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Bis zu 60 Tote bei Kentern von Flüchtlingsboot in der Adria
Dienstag, 18.01. 2000, 21:28:06 Uhr
Rom - Beim Kentern eines Flüchtlingsbootes in der Adria sind bis zu 60 Passagiere ertrunken. Das Schlauchboot war Ende Dezember in Vlora an der albanischen Küste in Richtung Italien gestartet. Erst gestern hatte die Küstenwache das Boot mit der Leiche einer einzigen Frau entdeckt. Von den übrigen Passagieren fehlt jede Spur. Es gebe keine Hoffnung, dass sie das Unglück überlebt haben, hieß es. Die meisten Opfer seien Kurden aus dem Irak, Chinesen sowie Albaner.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Überladen: Schiffe in der Oder aufgelaufen
Dienstag, 18.01. 2000, 06:11:26 Uhr
Reitwein - Vier polnische Binnenschiffe haben sich am Wochenende auf der Oder festgefahren. Das Wasser- und Schifffahrtsamt Eberswalde sperrte daraufhin gestern zwischen den Schleusen Hohensaaten und Eisenhüttenstadt den Grenzstrom.

Zu hohe Ladung von Schüttgut wie Kies oder Kohle und der mit 1,70 Metern Niedrigwasser gegenwärtig besonders geringe Wasserstand der Oder seien die Ursachen des vierfachen Auflaufens gewesen, teilte die Wasserschutzpolizei mit. Aufgrund geltenden Schifffahrtsrechtes seien für die polnischen Berufsschiffer ausschließlich die polnischen Behörden zuständig.

Bis zum gestrigen Nachmittag waren drei der Fahrzeuge bereits wieder freigekommen. Bei Reitwein wartete das letzte Fahrzeug auf einen Kollegen zur Leichterung der Überladung. Vor den Schleusen kam es zu keinem Schiffsstau. Lediglich in Hohensaaten warteten zwei Schubverbände gestern Nachmittag auf die Schleusung.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Frankreich gegen Tankschiffe unter Billigflaggen
Montag, 17.01. 2000, 19:05:22 Uhr
Paris - Die französische Regierung fordert als Konsequenz aus dem Tankerunglück vor der Bretagne ein Ende der Öltransporte mit Schiffen unter Billigflaggen. Der französische Verkehrsminister Jean-Claude Gayssot rief am Montag in Paris Ölfirmen dazu auf, ab sofort keine Schiffe mehr zu chartern, die über 15 bis 20 Jahre alt sind. Es sollten zudem von ihnen keine Tanker mehr eingesetzt werden, an deren Seetauglichkeit Zweifel bestünden und deren Vorbesitzer oder gegenwärtige Eigentümer nicht eindeutig bekannt seien. Die Ölfirmen sollten keine Schiffe unter Billigflaggen chartern, sondern Tanker aus Frankreich oder anderen europäischen Staaten einsetzen.

Am 12. Dezember war der unter maltesischer Flagge fahrende Tanker "Erika" vor der Bretagne auseinandergebrochen und gesunken. Aus dem Schiff sind seitdem Tausende von Tonnen Schweröl ausgelaufen und haben einen rund 400 Kilometer langen Streifen an der französischen Atlantikküste verschmutzt. Der Tanker war von der Ölfirma TotalFina gechartert worden. In einem Untersuchungsbericht der französischen Regierung werden dem Eigentümer des Schiffes und TotalFina eine Mitverantwortung für den Untergang des Tankers vorgeworfen, da sie Sicherheitsmängel des Schiffes nicht beachtet hätten. In dem Bericht werden Rostschäden an einer Spundwand des Tankers als wahrscheinliche Ursache des Unglücks bezeichnet.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Öl in der Förde
Montag, 17.01. 2000, 06:28:01 Uhr
Gut eine Woche, nachdem die "Volna 4" auf Grund gelaufen ist, hat der russische Frachter erneut für Aufregung gesorgt. Am Sonnabend lief Öl aus dem am Thiessenkai in Kiel liegenden Schiff. Die "Volna 4" war am Abend des 7. Januar vor Laboe auf Grund gelaufen. Schon drei Tage später hatte das Kieler Amtsgericht den Kapitän in einem beschleunigten Verfahren zu drei Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Das Gericht hatte es als erwiesen angesehen, dass der 40-jährige Russe den Unfall wegen eines Navigationsfehlers verursacht hatte. Zur Gerichtsverhandlung musste der Angeklagte von der Polizei vorgeführt werden, weil er völlig betrunken war.
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Mängel der "Erika" lange bekannt
Shell-Experten: Tanker war für Öl-Transporte untauglich
Montag, 17.01. 2000, 06:27:30 Uhr
PARIS, Die erheblichen Sicherheitsmängel des Tankers "Erika", der im Dezember vor der französischen Atlantikküste auseinander gebrochen war, sind in der Ölbranche bekannt gewesen. Noch vor einem Jahr sei die "Erika" von Experten des Shell-Konzerns untersucht und für mangelhaft befunden worden, sagte der Europa-Koordinator des britisch-niederländischen Konzerns, Alain Chenu, der französischen Tageszeitung "Libération". Shell habe einen Öltransport mit diesem Tanker deshalb als "nicht akzeptabel" zurückgewiesen.

Nachdem die Shell-Experten Mängel an der "Erika" festgestellt hätten, sei die Reederei benachrichtigt worden, dass der Konzern mit diesem Tanker keine Ladungen transportieren werde, sagte Chenu. Eine Sprecherin des TotalFina-Konzerns, der die "Erika" im Dezember gechartert hatte, sagte, sie verstehe die Äußerungen von Shell nicht. "Man kann nicht sagen, dass wir weniger gründlich in der Auswahl der Tanker sind als Shell." Alle Ölkonzerne hätten dieselben Inspektionen.

Das italienische Schiffskontrollbüro Rina verwies derweil auf seine "hohen Qualitätsnormen und optimalen Leistungen". Es sei sicher, "dass wir keine unserer Pflichten vernachlässigt haben, was das Schiff ,Erika‘ angeht", sagte Nicola Squassafichi von der Leitung des Unternehmens. Ein Expertenbericht der Pariser Regierung hatte der Rina und dem Schiffseigner Versäumnisse vorgeworfen, woraufhin die EU-Kommission der Rina mit dem Entzug der Arbeitserlaubnis gedroht hatte.

Die 25 Jahre alte "Erika" war am 12. Dezember vor der Bretagne mit 30 000 Tonnen Öl an Bord in zwei Teile gebrochen. Rund 12 000 Tonnen Öl liefen aus und verursachten an den Küsten der Umgebung eine Ölpest. Gegen die Charter-Praktiken der Ölkonzerne demonstrierten am Sonnabend in der Bretagne tausende Umweltschützer.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Tanker leck: Benzin lief aus
Sonntag, 16.01. 2000, 08:52:18 Uhr
BERGKAMEN. Großalarm für die Feuerwehren der Stadt Bergkamen: Auf dem Datteln-Hamm-Kanal war am gestrigen Morgen kurz nach 11 Uhr der mit 500000 Liter Benzin befüllte Tanker Christoph aus Bunde leck geworden. Der Binnenschiffer konnte den Tanker noch in den Rünther Hafen bugsieren und festmachen - dann war die Wehr am Zuge: Der auslaufende Sprit sorgte für höchste Explosionsgefahr, die es zu bannen galt. In einem Umkreis von 2000 Metern legte die Polizei einen Sperrgürtel um den Rünther Hafen - nichts ging hier mehr. Die Feuerwehr forderte die Anlieger der Otto-Wels-Straße auf, ihre Fenster und Türen geschlossen zu halten. Messtrupps untersuchten vor allem die tiefergelegenen Räumen auf Benzindämpfe. Der unmittelbar hinter dem Kanaldeich liegende AWO-Kindergarten "Traumland" wurde evakuiert - vorsichtshalber. Vor Ort legte die Feuerwehr erst einmal einen Schaumteppich über das auf dem Kanal schwimmende Benzin, um so eine weitere Verdunstung und damit Explosionsgefahr zu bannen. Zugleich wurde eine Ölsperre rund um das Schiff gezogen. Die Untersuchung ergab, dass eine mit 150000 Liter gefüllte Kammer Leck geschlagen war: 50000 Liter konnten in die anderen Kammern des Schiffs gepumpt werden - was dazu führte, dass die verbliebene Spritmenge unter Kanalwasserniveau lag und somit nicht mehr austrat. Damit war die aktute Gefahr erst einmal gebannt. Von Hamm traf am Mittag die Taucherstaffel ein, und unternahm den Versuch, das Leck provisorisch abzudichten. Zugleich wurde aus Hamm ein Tanker geordert, um die Ladung der Leck geschlagenen Christoph zu übernehmen, um so die Gefahr endgültig zu bannen. Dazu kam es dann aber nicht mehr: Nach einer endgültigen Abdichtung des Lecks am Nachmittag durch Spezialisten erteilte das Wasser- und Schifffahrtsamt für den späten Abend die Genehmigung zur Weiterfahrt zur DEA nach Hamm, wo die aus Holland kommende Ladung eh gelöscht werden sollte. Vor Ort im Einsatz waren 150 Wehrmänner, verstärkt noch durch die Berufsfeuerwehr der Schering AG und die Kollegen aus Lünen, die Hilfestellung leistete. Auch Kreisbrandmeister Ulrich Peuckmann kam zum Einsatzort. Großeinsatz auch für die Polizei, die die Gefahrenstelle weiträumig sperren musste. Der Verkehr auf der Bundesstraße 233 wurden bereits in Mitte bei Fluhme über die K 16 umgeleitet, ebenso in Richtung Kamen ab Jockenhöfer. Die Kanalbrücke blieb gesperrt · auch für die Fußgänger. Schließlich hätte bei einer Explosion ein Feuerball über dem Kanal gestanden. Ebenso gesperrt für die gesamte Schifffahrt wurde der Datteln-Hamm-Kanal - bis die Gefahr am späten Nachmittag endgültig gebannt war.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Mängel am Schiff sollen Untergang der «Erika» verursacht haben
Seefahrtsbehörde stellt Bericht vor
Samstag, 15.01. 2000, 08:37:14 Uhr
Paris - Bautechnische Mängel waren wahrscheinlich die Ursache für den Untergang des Tankers «Erika» im Dezember vor der französischen Küste. Auf einer Pressekonferenz im Pariser Verkehrsministerium wies der Direktor der Behörde für Unfälle auf See (BEA), Georges Tourret, am Freitag darauf hin, dass bei zahlreichen Arbeiten in den vergangenen Monaten Korrosion an den Zwischenwänden und am Rumpf des Tankers festgestellt worden sei. Trotzdem habe das italienische Kontrollgremium Rina keine zusätzliche Überprüfung angeordnet. Auch habe die Reederei, die von der Korrosion gewusst habe, Rina keinen entsprechenden Auftrag erteilt, hieß es in dem am Freitag vorgestellten Bericht der Behörde.

Die Besatzung trage nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen keine Schuld an dem Unglück. Weder die Art und Weise der Beladung noch das Verhalten des Kapitäns hätten einen entscheidenden Einfluss auf das Geschehen gehabt, erklärte Tourret.

Der Leiter der französischen Küstenbehörde erklärte unterdessen in einem Interview, die ölverschmutzten Strände im Westen des Landes würden bis zur Sommersaison gesäubert sein. «Sie werden bereit sein, aber das wird eine beträchtliche Menge Arbeit kosten», erklärte Francois Letourneux am Freitag in der Tageszeitung «Le Croix». Die Säuberungsmannschaften profitierten von den Erfahrungen nach dem Untergang der «Amoco Cadiz» 1978, der der bretonischen Küste eine Ölpest brachte. «Wir sind technisch besser ausgerüstet», erklärte Letourneux. «Wir wissen, dass wir keine aggressiven Reinigungsmittel oder andere fragwürdige Produkte verwenden dürfen.»

Die «Erika» war am 12. Dezember in schwerer See auseinander gebrochen und gesunken. Aus dem Wrack traten bisher mehr als elf Millionen Liter Öl aus und verursachten entlang der Westküste eine Ölpest. Die Zahl der verendeten Seevögel wird auf 300.000 geschätzt.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Shell lehnte Öltransport mit der "Erika" ab
Samstag, 15.01. 2000, 08:38:06 Uhr
Paris/Rom, - Der britisch-niederländische Ölkonzern Shell hat die Vorwürfe untermauert, der vor der Westküste Frankreichs gesunkene Tanker "Erika" habe entscheidende Mängel aufgewiesen. Shell habe ein Öltransport mit diesem Tanker als "inakzeptabel" zurückgewiesen, sagte der Europa-Koordinator von Shell, Alain Chenu, der französischen Tageszeitung "Liberation" (Samstagsausgabe). "Dieses Schiff hätte für Shell nicht auf Reise gehen können", unterstrich Chenu. Noch im Januar 1999 sei die "Erika" von Experten des Konzerns Shell untersucht worden. Nachdem diese die Mängel feststellten, sei die Reederei darauf hingewiesen worden, dass mit der "Erika" keine Shell-Ladungen transportiert werden könnten.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Das Tanker-Unglück ist durch Fehler am Schiff verursacht worden
Freitag, 14.01. 2000, 06:19:13 Uhr
PARIS - Die Havarie des Tankers Erika vor der französischen Atlantikküste ist auf Fehler am Tanker zurückzuführen, nicht auf Navigationsfehler des Kapitäns oder der Besatzung. Die Struktur des Tankers habe den Belastungen nicht Stand gehalten, heisst es in dem Bericht des zuständigen Untersuchungunsgbüros.

Daher müsse die Verantwortung bei der Reederei, den Lieferbetrieben sowie bei den Prüfgesellschaften gesucht werden. Die Erika war am 12. Dezember vor der Bretagne mit 30 000 Tonnen Öl an Bord aueinandergebrochen. Die Westküste Frankreichs leidet nach wie vor unter den Auswirkungen der schweren Ölpest.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Verpuffung auf MS Baltica geklärt
Freitag, 14.01. 2000, 06:19:38 Uhr

Bremerhaven - Die Verpuffung auf dem Schiff MS Baltica im Bremerhavener Hafen, geht auf zwei unsachgemäß durchgeführte Ölwechsel am bordeigenen Kran zurück. Dabei war ein Hafenarbeiter leicht verletzt worden. Entgegen der üblichen Praxis war bei den letzten Ölwechseln das Altöl nicht in Fässern abtransportiert, sondern in das Kranfundament abgelassen worden. Dies hatte zur Verpuffung geführt.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Schiff an der Kette
Mittwoch, 12.01. 2000, 08:08:12 Uhr

Die Wasserschutzpolizei hat gestern im Hamburger Hafen einen panamaischen Frachter an die Kette gelegt. Die Beamten hatten den Verdacht, daß die Besatzung auf hoher See Ölrückstände ins Meer gepumpt hat. Nach Polizeiangaben konnte der Verbleib von 10 Kubikmetern Ölschlamm nicht nachgewiesen werden. Zudem wurden eine funktionsuntüchtige Entöleranlage und eine Reinwasserleitung nach außenbords entdeckt, die Ölrückstände aufwies. Die Entöleranlage soll illegal mit einer Chemikalie betrieben worden sein, wodurch die Filteranlage nicht korrekt arbeiten konnte. Gegen den Kapitän und den Leitenden Ingenieur sind Sicherheitsleistungen von insgesamt rund 12.000 Mark festgelegt worden. Die Wasserschutzpolizei ordnete die Reinigung der Entöleranlage an.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Decksladung verloren, 61 Container futsch ...
Dienstag, 11.01. 2000, 07:20:10 Uhr
Als in Bremerhaven heute morgen ein taiwanesischer Frachter anlegte, fehlte ein guter Teil der Decksladung. Auf der Fahrt über den Atlantik hatte das Schiff in schwerem Sturm 61 Container verloren. Nun prüft die Wasserschutzpolizei, ob die Besatzung beim Laden der Container Fehler gemacht hat. Auch Classifizierungsgesellschaft und Seeberufsgenossenschaft besichtigten heute das Schiff, bevor es zu einer Reparatur nach Hamburg auslaufen darf.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Unglücksfrachter: Radar und Antrieb defekt
Montag, 10.01. 2000, 06:48:26 Uhr
Von den 18 Tonnen Gasöl, die sich in den Bunkern der "Volna 4" befanden, gelangte nichts in die Förde. Der Kapitän des Schiffes hatte nach Zeugenaussagen in Höhe der Tonne 8 bei Laboe das Fahrwasser mit nord-östlichem Kurs verlassen. Vermutlich hatte der Kapitän den Weg zum Fehmarnbelt etwas abkürzen wollen.

Kurz nach 20 Uhr alarmierten Laboer Anwohner die Wasserschutzpolizei und den Rettungskreuzer "Berlin" über ein Schiff, das dicht vor dem Ufer festliege. Erst um 22.22 Uhr kam die "Volna 4" aus eigener Kraft wieder frei, erhielt aber ein Auslaufverbot und musste zur Untersuchung am Tiessenkai in Holtenau festmachen. An Bord des 51,1 Meter langen Schiffes, das erst vor wenigen Monaten von einer Baggerschute zum Holz- und Containerfrachter umgebaut worden war, waren das einzige Radar und einer der beiden Antriebsmotoren defekt. Trotz dieser Mängel hat nach einer Besichtigung am Wochenende die zuständige Klassifikationsgesellschaft (Russian Register) dem Schiff die Seetüchtigkeit bescheinigt.

Die "Volna 4" lag seit dem 21. Dezember in Kiel mit verrutschter Holzladung fest. Die Fracht war am Donnerstag im Nordhafen gelöscht und per Bahn abtransportiert worden. Wie der Kapitän mitteilte, sei Ventspils in Lettland der Zielhafen. Dort sollen entweder Holz oder Container geladen werden. Die Reise dorthin antreten darf das Schiff jedoch erst, wenn die Ermittlungen der deutschen Behörden beendet sind. Einen Lotsen für die Reise von Holtenau zur Ostsee muss das Schiff aber auch dann aufgrund seiner Größe nicht nehmen. Erst im August vergangenen Jahres hatte ein ähnlicher Vorfall für Aufsehen gesorgt, als der Containerfrachter "Tinka" ohne Lotsberatung vor Kitzeberg auflief. Das Kieler Seeamt hatte in einer Untersuchung der "Tinka"-Havarie festgestellt, dass der Unfall mit einem Lotsen vermieden worden wäre.

Mit über 40000 Schiffsbewegungen pro Jahr ist die Kieler Förde ein dichtbefahrenes Revier. Eine Verkehrslenkung, ähnlich wie auf dem Kanal oder der Elbe, gibt es hier jedoch nicht.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Mehr Tote auf dem Bodensee: Wasserpolizei zieht Bilanz
Sonntag, 09.01. 2000, 06:51:42 Uhr
Friedrichshafen - Deutlich mehr Tote als im Vorjahr gab es 1999 auf dem Bodensee und an seinen Ufern.

Bei insgesamt 183 Unfällen wurden 20 Menschen verletzt. Neun Menschen - 1998 waren es vier - kamen im vergangenen Jahr beim Baden, Segeln, Tauchen oder während Arbeiten an ihren Schiffen ums Leben, sagte am Freitag der Leiter des baden-württembergischen Wasserschutzpolizei-Abschnitts, Edwin Bauer, in Friedrichshafen zur internationalen Unfallstatistik. Der Sachschaden in der vom Frühjahreshochwasser erheblich verkürzten Saison wird auf fast 340000 Mark geschätzt.

Die Unfallzahlen wären im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgegangen, hätte Orkan Lothar am zweiten Weihnachtstag mit Windstärken von 10 bis 12 Beaufort (zwischen 100 und 150 Stundenkilometern) nicht auch in den Bodenseehäfen seine Spuren hinterlassen. Überwiegend am Ufer vor Bregenz wurden in kürzester Zeit 53 im Wasser liegende Boden losgerissen. In der Statistik nicht berücksichtigt sind die über 100 an Land beschädigten Boote: Der überwiegend durch Versicherungen abgedeckte Schaden dürfte nach Schätzungen Bauers bei einer halben Million Mark liegen.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Greenpeace-Aktion gegen japanische Walfänger in der Antarktis
Sonntag, 09.01. 2000, 06:52:08 Uhr
Hamburg - Die Besatzung des Greenpeace-Schiffes «Arctic Sunrise» hat erneut gegen japanische Walfänger in der Antarktis protestiert. Von einem Schlauchboot aus versuchten die Umweltschützer, die Verladung eines toten Minkwales auf ein japanisches Fabrikschiff zu verhindern. Ab dem 60. Breitengrad sind Wale seit 1994 durch internationale Abkommen geschützt. Die Japaner missachten jedoch nach Greenpeace-Angaben das Schutzgebiet.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Archäologie: Antike Schiffe voller Amphoren entdeckt
Samstag, 08.01. 2000, 17:36:48 Uhr
MARSEILLE - Bei der Suche nach dem Flugzeugwrack des Fliegers und Schriftstellers Antoine de Saint-Exupéry (1900 bis 1944) haben Taucher vor der französischen Mittelmeer-Küste die Wracks von sieben antiken Schiffen voller Amphoren entdeckt. Die ältesten von ihnen dürften bereits aus der Zeit des sechsten oder fünften Jahrhunderts vor Christi Geburt stammen, gab das mit der Suchaktion befasste Comex-Unternehmen am Donnerstagabend in Marseille bekannt.

Die Taucher hatten nach dem Fund eines angeblich Saint-Exupéry gehörenden Armband-Teiles im September 1998 systematisch die Gewässer zwischen Marseilles und Porquerolles abgesucht. Saint-Exupéry, der als Autor des "Kleinen Prinzen" weltberühmt wurde, war am 31. Juli 1944 von einem Aufklärungsflug über dem von Deutschland besetzten Frankreich nicht mehr zurückgekehrt und gilt seitdem als vermisst.

Bei der Suche nach seinem Flugzeug waren die Taucher auf Wracks griechischer wie auch römischer Schiffe gestoßen. Sie liegen in einer Tiefe zwischen 95 und 120 Metern. Fünf von ihnen seien gut konserviert, teilte Comex mit. Eine Roboter-Kamera hatte Bilder von den Wracks gemacht.

Die Tiefe würde jedoch eine Durchsuchung der Wracks sehr schwierig machen, hieß es. Unsicher ist zudem, ob die zuständigen Stellen ihre Genehmigung dazu geben. Für normal ausgestattete Taucher sind die Wracks nicht zugänglich. Comex schätzt die Kosten für die Durchsuchung der Schiffe mit Tauch-Robotern und Mini-U-Booten auf umgerechnet 1,4 bis 2,8 Millionen Mark pro Wrack.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Schiffsunglück wird neu verhandelt
Samstag, 08.01. 2000, 08:16:56 Uhr
Lübeck - Das Verfahren um den Untergang des vor fast zehn Jahren in der Biskaya gesunkenen Zementfrachters ”Scantrader“ wird neu aufgerollt. Angeklagt sind die zwei Lübecker Reeder und der ehemalige Geschäftsführer des Unternehmens. Prozessbeginn vor dem Hamburger Landgericht ist der 12. Januar.
Das Hamburger Amtsgericht hatte den für die Havarie verantwortlichen Heinrich B. (69) Ende 1997 wegen ”gefährlichen Eingriffs in den Schiffsverkehr“ zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und einer Geldbuße von 20 000 Mark verurteilt. Sein 41- jähriger Sohn und der 61- jährige Geschäftsführer wurden jedoch frei gesprochen.

Zum ersten Mal in der deutschen Rechtsgeschichte musste damit ein Reeder Konsequenzen für die Missachtung von Sicherheitsstandards auf seinem Schiff übernehmen. Zwölf Seeleute waren beim Sinken des überladenen Schiffes am 11. Februar 1990 in den sturmgepeitschten Wogen vor der spanischen Atlantikküste ums Leben gekommen.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Vor Istanbul verunglückter Tanker wird leer gepumpt
Freitag, 07.01. 2000, 21:42:15 Uhr
Istanbul - Zehn Tage nach dem Tankerunglück vor Istanbul haben Bergungskräfte am Freitag mit dem Abpumpen des im Wrack verbliebenen Treibstoffs begonnen. Die «Wolganeft 248» soll noch mehr als 3.000 Tonnen Kraftstoff geladen haben. Nach Behördenangaben sind 900 Tonnen ausgelaufen, die mehrere Kilometer der Strände Istanbuls verschmutzt haben. Helfer setzten am Freitag die Säuberung der Küste fort, Vogelschützer kümmerten sich um die ölverschmierten Vögel.

Das im Wrack verbliebene zähflüssige Öl sei zwei Tang lang erwärmt worden, um es in einen anderen Tanker pumpen zu können, erklärte der an den Bergungsarbeiten beteiligte Serdar Akin. Es werde wohl mehr als zwei Monate dauern, ehe der in zwei Teile zerbrochene Rumpf komplett geleert sei. Der russische Tanker war am 29. Dezember während eines Sturms über dem Bosporus auseinander gebrochen und auf Grund gelaufen.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Erneut Fährunglück in Norwegen
Schiff konnte nach Havarie Hafen anlaufen / Nach Bahnunfall weniger Opfer als vermutet
Freitag, 07.01. 2000, 08:00:15 Uhr
OSLO - Sechs Wochen nach dem Untergang eines Fährschiffs ist in der Nacht zum Donnerstag vor der Küste Norwegens erneut eine Katamaran-Fähre Leck geschlagen. An Bord der MS "Baronen" waren 28 Passagiere und vier Besatzungsmitglieder, von ihnen wurde jedoch niemand verletzt. Die "Baronen" sollte die Fähre "Sleipner" ersetzen, die im November 1999 gesunken war. Damals kamen 16 Menschen ums Leben. Beide Fähren gehören derselben Reederei.

Die MS "Baronen" prallte nahe der Stadt Bergen auf einen schwimmenden Gegenstand, der ein 30 Zentimeter tiefes Leck in den Rumpf des Schiffes riss. Obwohl Wasser in die Fähre eindrang, konnte das Schiff nach dem Unfall noch selbstständig die Küste erreichen.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Das Unwetter vom 26. Dezember zerstörte den kleinen Yachthafen von Vevey und versenkte vierzehn Yachten. Die Schäden in Millionenhöhe werden frühestens in einem Jahr behoben sein.
Freitag, 07.01. 2000, 08:02:15 Uhr
Hafenwärter André Millius konnte nur machtlos zusehen: «Natürlich waren wir draussen, wie immer bei Unwettern, doch wir konnten gar nichts ausrichten, wir konnten nur zuschauen, wie der Sturm die Boote versenkte. Es war phänomenal, ich habe noch nie etwas Ähnliches erlebt. Die Yachten wurden bis auf die Höhe der Quaimauer hinaufgeschleudert.» Dutzende von Schaulustigen wollten sehen, wie die Schiffsrümpfe aufeinanderkrachten und die Wellen über den Quai schlugen. Erst nach einigen Tagen stand das Ausmass des Schadens fest, wie Millius ausführt: «Ein Drittel des Hafendamms ist abgebrochen und versunken, ein weiterer Drittel des Fundaments ist geborsten, die Mauer wackelt und kann jeden Moment sinken. Von den 14 Schiffen sind fünf grosse Segelyachten mit einem Gewicht von vier bis sechs Tonnen, das andere sind kleinere Motoryachten und -boote.»

Eine grosse Segelyacht hat ohne weiteres einen Wert von 150'000 Franken, und auch das kleinste Motorboot kostet über 20'000 Franken. Allein der Neuwert der gesunkenen Schiffe beträgt also über eine Million Franken, dazu sind Dutzende der rund hundert verankerten Boote beschädigt. «Wir haben die noch navigierbaren Yachten am Nachtag in den Hafen La Pichette bei Corseaux überführt, das war das Einzige, was wir tun konnten», sagt der Hafenwärter. Blieben noch die Aufräumarbeiten: Bojen, Benzinkanister und Bootsteile schwammen nach dem Sturm im Hafen, die Seepolizei konnte gegen die Verschmutzung des Hafenbereichs nichts ausrichten. Der zerstörte Hafen stammt aus dem Jahr 1932, die Quaimauer bildeten mit Kies gefüllte massive Betonelemente. Hier ankerten nicht die grossen Yachten der Schönen und Reichen, sondern eher die Boote der Familien aus Vevey und Umgebung. Der Hafen gehört der Gemeinde, die den angerichteten Schaden noch nicht beziffern kann. Sie hat auch noch nicht entschieden, ob und wie der Ankerplatz wieder erstellt wird. Auf jeden Fall ist der Hafen aber in der nächsten Bootssaison nicht benützbar.

«Lausanne» gegen «Genf»

Auch in den anderen Häfen zwischen Montreux und Lausanne wütete «Lothar». Einige gesunkene Yachten oder beschädigte Boote meldeten unter anderem Clarens, La-Tour-de-Peilz, La Pichette westlich von Vevey, Lutry und Ouchy/Lausanne. Doch Vevey, das in den «Hauptkanal» des Sturms geriet, hat zusammen mit Lausanne die grössten Schäden erlitten. In Ouchy gab es nicht nur versenkte Yachten, selbst die massiven Passagierschiffe der CGN, der Genfersee-Schifffahrtsgesellschaft, trotzten dem Sturm nicht. Das grösste CGN-Schiff, die «Lausanne» mit ihren 1500 Plätzen, riss sich von den Vertäuungen los und donnerte - hoffentlich kein böses Omen! - ausgerechnet gegen die stolze «Ville de Genève» und gegen die «Henri-Dunant».

Knappe Zeit

«Der Rumpf der <Lausanne> ist beschädigt, auch die beiden anderen Schiffe haben zerborstene Geländer und Scheiben. Das bereitet uns insofern Probleme, als ausgerechnet diese drei Schiffe einen geschlossenen Passagierraum haben und damit die wintertauglichsten sind. Aber im Moment können wir den Fahrplan einhalten», erklärt Christian Altherr vom technischen Dienst der CGN. Zwei CGN-Anlegestellen sind zerstört, die anderen ebenfalls beschädigt. Noch haben die Versicherungen die Schäden nicht beziffert. Die Zeit bis zur Sommersaison wird für die Instandstellungsarbeiten aber sehr knapp sein.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Deutscher Tourist in Thailand von Fisch getötet
Donnerstag, 06.01. 2000, 20:18:05 Uhr
Bangkok - Ein deutscher Tourist ist beim Schwimmen im Golf von Thailand von einem riesigen, aggressiven Fisch attackiert und tödlich verletzt worden.

Der 35-Jährige aus Hamburg sei zwar noch von anderen Reisenden aus dem Meer vor der Insel Phangan gerettet worden, verblutete wegen der schweren Bissverletzungen aber wenig später, teilte ein Sprecher der thailändischen Polizei am Donnerstag mit.

Unklar war zunächst, welches Tier den Mann am Dienstag in dem Badeort 420 Kilometer südlich der Hauptstadt Bangkok attackiert hatte. Haie kämen in den Gewässern normalerweise nicht vor, hieß es. Allerdings hätten örtliche Fischer von immensen Königsbarschen mit dem charakterischen Rückenstachel berichtet, die eine ungewöhnliche Länge von bis zu zweieinhalb Metern gehabt hätten.

Der 35-Jährige erlitt bei dem Angriff klaffende Bisswunden in Schenkel, rechter Hand und Schulter. Er schwamm etwa hundert Meter vom Ufer entfernt in fünf Meter tiefem Wasser. Die Touristen waren durch seine Schreie auf den Hamburger aufmerksam geworden und waren ihm sofort zu Hilfe geeilt. Auch sie konnten nicht beobachten, was den Mann attackiert hatte. Nach Polizeiangaben war es der erste Vorfall dieser Art in den Gewässern vor der beliebten Touristeninsel.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Flüchtlinge in der Ägäis von Kapitän ausgesetzt
Donnerstag, 06.01. 2000, 07:46:07 Uhr
ATHEN - Fast 300 Flüchtlinge aus der Kurdenregion Nordiraks, Afghanistan, Senegal und anderen Ländern der Dritten Welt sind am Montagabend nur knapp dem Tod entgangen. Sie wollten auf einem Frachtschiff von der türkischen Küste zu einer der griechischen Ägäisinseln übersetzen. Dem Kapitän des Frachters zahlten sie pro Kopf 1500 Dollar. Doch der setzte die Flüchtlinge nicht an Land ab, sondern zwang sie, trotz schweren Sturms in einen Kahn zu steigen. Fischer von der griechischen Insel Naxos entdeckten Stunden später das in hohen Wellen treibende Boot vor der Ostküste der Insel.

Mit Schiffen der Küstenwache und Fischerbooten konnten die Flüchtlinge, unter ihnen zahlreiche Kinder und Frauen, gerettet werden. Sie wurden auf Naxos zunächst in einer Schule untergebracht, mit Lebensmitteln und warmer Kleidung versorgt. Etwa 20 Flüchtlinge mussten zur medizinischen Versorgung in ein Krankenhaus gebracht werden. Der vermutlich türkische Kapitän und seine Mannschaft entkamen mit ihrem Frachter unerkannt.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Frachter prallte vermutlich zu heftig gegen Fender
Mittwoch, 05.01. 2000, 07:56:13 Uhr
Das Containerschiff "Carina" (5796 BRZ) war schon im sicheren Hafen, als das Unglück geschah: Beim Anlegen am Schuppen 90 ging gestern Nachmittag ein Rumoren durch den unter deutscher Flagge fahrenden Frachter, Sekunden später drang backbord Wasser in den Rumpf ein. Die Besatzung schlug Alarm: Die 122 Meter lange "Carina" (Heimathafen Hamburg) der Reederei Wegener aus Jork war leck geschlagen. 900 Kubikmeter Wasser stürzten in den Frachtraum.
   Die Feuerwehr rückte mit einem Großaufgebot aus: Vier Löschboote, ein kompletter Löschzug und vier weitere Großfahrzeuge wurden zum Liegeplatz 2 am Tollerort-Container-Terminal (TCT) gerufen. Wenig später forderte die Einsatzleitung weitere Pumpen an.
   Am Abend alarmierte die Feuerwehreinsatzzentrale außerdem Fachleute des Technischen Hilfswerks (THW). "Wir pumpen mit allen Kräften so viel raus wie reinläuft", sagte Feuerwehrsprecher Horst Köhler.
   Um den Wassereinbruch zu reduzieren, setzte die Feuerwehr außerdem unter Wasser ein "Lecksegel". Den Einsatzkäften gelang es damit, das 40 mal 15 Zentimeter Leck teilweise zu verschließen. Den Rest mussten die Männer vom "Hansa-Taucher" erledigen, die am frühen Abend an der "Carina" eintrafen.
   Nachdem sie zunächst den Schaden von innen begutachtet hatten, informierten die Männer ihre Kollegen von der Norderwerft über das Ausmaß des Schadens. Dort wurde nach den Vorgaben der Taucher eine Metallplatte angefertigt , die mit Bolzen um das Leck herum befestigt wurde.
   Gegen 19 Uhr stiegen die Taucher bis zum Leck in 1,70 Meter Tiefe. Eine Stunde später meldeten sie den Erfolg: Der Wassereinbruch war mit der Metallplatte gestoppt worden, die "Carina" (ehemals "Containerships 3") wurde zur Reparatur in das Dock einer Werft verholt. Zuvor musste noch Wasser, das etwa einen Meter hoch im Laderaum stand, abgepumpt werden.
   Warum das mit 500 Containern beladene Feeder-Schiff "Carina" leck schlug, ist noch unklar. "Das Schiff ist mit einem unbekannten Gegenstand kollidiert", sagte Polizeisprecher Wolfgang Ketels.    Die Feuerwehr vermutet, dass die "Carina" beim Anlegen zu heftig gegen einen Fender geprallt war. Der Metallkern des Fenders, der eigentlich als Puffer zwischen Schiffswand und Kaimauer dienen soll, habe sich vermutlich in den Rumpf gebohrt.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Tauchroboter sieht kein Leck im gesunkenen Tanker
Dienstag, 04.01. 2000, 19:10:23 Uhr
Brest/Hamburg - Erste Filmaufnahmen vom Heck des vor der Bretagne gesunkenen Öltankers «Erika» haben keine Hinweise auf ein mögliches Leck ergeben. Obwohl er am Heck der auseinander gebrochenen «Erika» blockiert ist, konnte der Tauchroboter «Abyssub» drei viertel des Wrackteils untersuchen.

Ein zweiter Roboter, der 80 Kilogramm schwere «Achill», soll den blockierten Unterwasser-Erkunder befreien, was schlechtes Wetter mit hohem Wellengang jedoch bisher verhinderte.

«Wenn es kein Leck gibt, entweicht auch kein Schweröl», erklärte der Direktor des Unternehmens, dem «Abyssub» gehört, am Dienstag. In den Wrackteilen werden noch 20 000 Tonnen Öl vermutet. Das Heck liegt wie der Bugteil flach in 120 Metern Tiefe.

Unterdessen hat die französische Regierung die unabhängige Behörde für Lebensmittelkontrolle (AFSSA) aufgefordert, die Gefahren einer möglichen Verseuchung von Meeresfrüchten durch das Öl der «Erika» zu prüfen. Es geht um Muscheln, Fische, Tintenfische und Krebstiere. Die Experten, die auch die Gefahren des Rinderwahnsinns BSE durch britisches Fleisch überprüft haben, sollen Höchstwerte für Ölrückstände beziffern. Die aus dem fahrenden Tanker geflossenen 11 000 Tonnen Schweröl haben mehr als 500 Kilometer der französischen Atlantikküste verschmutzt.

Nach Ansicht des Bundesverbandes der See- und Hafenlotsen (BSHL) muss die Unfallvorsorge in der Schifffahrt verbessert werden. Um Katastrophen wie die Havarie der «Erika» vor der bretonischen Küste zu verhindern, sollten der Zustand der Schiffe und die Qualifikation der Besatzungen besser kontrolliert werden, forderte ein Sprecher des Verbandes am Dienstag in Hamburg. Zur Vorsorge sei außerdem der einheitliche Einsatz von Lotsen und Verkehrszentralen unverzichtbar.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

"Die Estonia war absolut seeuntauglich"
Experte: Explosion an Bord führte nicht zum Untergang
Dienstag, 04.01. 2000, 07:40:54 Uhr
HAMBURG - Das estnisch-schwedische Fährschiff "Estonia" ist im September 1994 vermutlich auf Grund gravierender Sicherheitsmängel untergegangen. Das Schiff sei "absolut seeuntüchtig" gewesen, sagte der Leiter der Expertengruppe zur Untersuchung des Unglücks, der Hamburger Jurist Peter Holtappels, am Montag. Bei dem Unglück waren 1994 vor der finnischen Küste 852 Menschen ums Leben gekommen. Zwar gebe es Hinweise darauf, dass eine Explosion an Bord des Schiffes Löcher in die Bordwand gerissen habe, sagte Holtappels. Eine Explosion allein hätte den Untergang des Schiffes aber nicht verursachen können.

Die Hauptursache für den Untergang liege im mangelhaften Zustand des Schiffes. So habe die Bugrampe, die eigentlich wasserdicht sein müsse, "überfall geleckt". Unter Wasser habe das Schiff ein Loch gehabt, das durch Korrosion entstand. Insgesamt sei das Schiff "in einem grauenhaften Zustand gewesen", sagte Holtappels. Das hätten auch Reederei und schwedische Behörden wissen müssen, so der Vorwurf des Juristen. "Sie müssen die Mängel gesehen haben." Nach dem Unglück war zunächst die deutsche Meyer-Werft in Kritik geraten, die das Schiff gebaut hatte. Durch eine fehlerhaft konstruierte Bugklappe sei Wasser in das Schiff eingedrungen, lautete der Vorwurf. Die Werft hatte im Dezember ein Gutachten vorgelegt, wonach eine Explosion an Bord der "Estonia" den Untergang mitausgelöst habe.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Ölverschmierte Pinguine im Wollanzug Melbourne
Dienstag, 04.01. 2000, 07:38:50 Uhr
- Auf einer Insel vor der Südwestküste Australiens haben sich Tierschützer am Montag um das Leben von mehr als 100 ölverschmierten Zwergpinguinen gekümmert.
Ray Leivers, der Leiter des Phillip Island Nature Parks, sagte, sechs der Vögel seien bisher verendet, 110 würden in einer Tierklinik versorgt. Die nur rund 30 Zentimeter großen Pinguine wurden gewaschen und in spezielle Wollanzüge gesteckt, damit sie nicht versuchen, selbst mit dem Schnabel die vergifteten Federn zu reinigen.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Blinde Passagiere in Schiff mit Pestiziden vergiftet
Dienstag, 04.01. 2000, 07:41:30 Uhr
Rio de Janeiro - Im Laderaum eines Frachtschiffs haben brasilianische Hafenarbeiter zehn Tote gefunden. Wie die Polizei in Ilheus am Montag mitteilte, handele es sich bei den Toten offenbar um Personen, die illegal aus der Elfenbeinküste hätten einwandern wollen. Die «Karonga» sei vor zwei Wochen in Abidjan in See gestochen. Die Polizei erwartete nach dem vollständigen Löschen der Ladung von 8.700 Tonnen Kakao weitere Leichenfunde. Die Menschen wurden wahrscheinlich mit Pestiziden vergiftet. Diese werden nach dem Anlegen routinemäßig in Schiffen versprüht, um das Einschleppen von Schadinsekten zu verhindern.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Ölpest erreicht Ile de Re
Experten befürchten 300.000 tote Seevögel - Tauchroboter außer Betrieb - Voynet bedauert Fehleinschätzung
Montag, 03.01. 2000, 07:31:23 Uhr
Brest - Drei Wochen nach dem Auseinanderbrechen des Öltankers «Erika» vor der französischen Atlantikküste nimmt die Umweltkatastrophe immer größere Ausmaße an. Am Sonntag erreichte die Ölpest die Insel Ile de Re vor der Küste von La Rochelle. Wie die Umweltschutzorganisation «World Foundation for Natural Science» mitteilte, wurden bisher auf einem Küstenabschnitt von 500 Kilometern Länge 18.000 tote Vögel gefunden. Da die meisten Vögel aber unbemerkt auf hoher See verenden, gehen Experten mittlerweile von 300.000 toten Vögeln aus, wie die Organisation weiter mitteilte.

Der Tauchroboter, der das Wrack des Öltankers «Erika» untersuchen sollte, fiel unterdessen aus und übertrug keine Bilder mehr. Die französischen Behörden hatten sich von dem Einsatz Informationen darüber erhofft, wieviel Öl noch im Schiffsrumpf verblieben ist und wie die Ladung abgepumpt werden kann. Die Küstenwache erklärte, ein zweiter Roboter solle bald eingesetzt werden, um den beschädigten Roboter zu reparieren.

Der Tanker «Erika» war vor drei Wochen in schwerer See auseinander gebrochen und gesunken. Aus dem Wrack traten bisher mehr als elf Millionen Liter Öl aus. Spezialisten und Freiwillige versuchten auch am Wochenende, die verkrustete Ölschicht von den betroffenen Stränden abzutragen. Am (morgigen) Montag sollten auch 500 Schulkinder die Reinigung der Küste unterstützen. Der französisch-belgische Mineralölkonzern TotalFina, der den Tanker gechartert hatte, bot an, sich mit 40 Millionen Franc (rund 11,5 Millionen Mark) an den Kosten für die Säuberung der betroffenen Küstenabschnitte zu beteiligen.

Unterdessen gestand die grüne Umweltministerin Dominique Voynet ein, das Ausmaß der Katastrophe unterschätzt zu haben. In einem am Sonntag veröffentlichten Interview mit dem «Journal de Dimanche» bedauerte Voynet ihre Fehleinschätzung. «Diese Woche war hart», sagte Voynet in dem Interview. «In einigen Wochen wird der Moment kommen, daraus Schlüsse zu ziehen.» Daniel Cohn-Bendit, der Spitzenkandidat der französischen Grünen bei den Europawahlen im vergangenen Jahr, sagte der Tageszeitung «Le Parisien» (Sonntagausgabe), Voynet habe einen «ernsten Fehler» begangen.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Flüchtlinge aus Haiti vor Florida gestrandet
Montag, 03.01. 2000, 07:34:07 Uhr
Miami - Auf der Flucht vor der amerikanischen Küstenwache ist in der Silvesternacht ein Frachter mit rund 300 Wanderarbeitern aus Haiti vor der Küste von Key Biscayne in Florida gestrandet. Die Küstenwache hat nach Berichten von US-Medien am Neujahrstag inzwischen einige der Haitianer auf zur Hilfe gekommene Boote gebracht. Andere weigerten sich trotz der Gefahr, dass der überladene Frachter kentern könnte, das Schiff zu verlassen.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Passau: Havarie auf Donau: Fels gerammt
Ein Paraffin-Tanker lief auf
Montag, 03.01. 2000, 07:33:06 Uhr
PASSAU - Der Unfall mit einem Frachter auf der Donau bei Passau blockierte vorübergehend die Schifffahrt.

Das mit rund tausend Tonnen Paraffin beladene Tankschiff war kurz vor der Einfahrt in die Schleuse Kachlet auf einen Felsen gefahren. Das Schiff geriet daraufhin in Schräglage. Helfern gelang es schließlich, das Schiff wieder frei zu schleppen.

Bei der Havarie wurde niemand verletzt. Paraffin wird aus Rückständen der Erdöldestillation gewonnen. Die ungiftige Chemikalie wird unter anderem zur Herstellung von Kerzen oder in der Kosmetik eingesetzt. Von der Ladung gelangte nichts in den Fluss.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Tankerunglück: Kleine Schiffe sollen Öl absaugen<
Sonntag, 02.01. 2000, 18:11:19 Uhr
Brest - Drei Wochen nach der Havarie vor Frankreichs Westküste ist der Unterwasser-Roboter «Abyssub» am Sonntag zum Wrack des Tankers «Erika» heruntergetaucht, um mögliche Lecks zu finden. Zugleich breitete sich die Ölpest an der Küste weiter nach Süden aus.

Während an der bretonischen Küste nur noch vereinzelt Öl angeschwemmt wurde, waren die Strände der weiter südlich gelegenen Vendee weiterhin betroffen. Kleine Schiffe sollten versuchen, die auf dem Meer verbliebenen Ölflecken nach und nach abzusaugen, erklärte die Präfektur in La Rochelle am Sonntag. «Das Meer ist zur Zeit ruhig. Das sollte es uns leichter machen, noch etwas Öl zu beseitigen, bevor es die Küste erreicht», hieß es in der Einsatzzentrale.

Ornithologen befürchteten, dass auch auf der Ile de Re Öl angeschwemmt wird. Die Ferieninsel mit rund 150 000 Urlaubern im Jahr und einem wichtigen Naturschutzgebiet gilt als Sylt Frankreichs. Innerhalb weniger Stunden wurden hier rund 100 verschmutzte Vögel aufgesammelt. Die Ölpest könnte nach den Schätzungen von Umwelt- Schützern insgesamt bis zu 300 000 Vögel getötet haben. Auch einige Seehunde wurden ölverschmiert gefunden.

In den gesunkenen Wrackteilen sind noch etwa 20 000 Tonnen Schweröl. Mit einer Kamera soll der Roboter mögliche Risse lokalisieren und einen Weg finden, das Schweröl später abzupumpen. Eine erste Inspektion in der Neujahrsnacht ergab nach Angaben der Sonntagszeitung «Le Parisien Dimanche», dass das Tanker in besserem Zustand ist, als befürchtet. Offizielle Ergebnisse des ersten Tauchganges in der Silvesternacht lagen noch nicht vor.

Die ausgeflossenen etwa 11 000 Tonnen Öl haben mehr als 500 Kilometer der Westküste Frankreichs verschmutzt. Die unter maltesischer Flagge fahrende «Erika» war am 12. Dezember in schwerer See auseinander gebrochen und gesunken.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Ukrainischer Frachter im Schwarzen Meer gesunken
Sonntag, 02.01. 2000, 18:09:41 Uhr
Moskau - Beim Untergang eines ukrainischen Frachters im Schwarzen Meer ist am Sonntag ein Matrose ums Leben gekommen. Elf Besatzungsmitglieder der «Tiksi» wurden etwa zwölf Kilometer vor der russischen Küste bei Dschugba gerettet, wie das Ministerium für Katastrophenschutz in Moskau mitteilte. Das 2.100-Tonnen-Schiff verkehrte unter kambodschanischer Flagge zwischen Nikolajew in der Ukraine und dem georgischen Hafen Poti.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Unterwasser-Roboter untersuchte Wrack des gesunkenen Öltankers
Sonntag, 02.01. 2000, 06:03:51 Uhr
Brest - Vor der französischen Atlantikküste hat ein Unterwasser-Roboter erstmals das Heck des gesunkenen Öltankers «Erika» begutachtet. In den Schiffsteilen befinden sich noch etwa 20 000 Tonnen Schweröl. Mit einer Kamera soll der Roboter mögliche Lecks in den beiden Wrackteilen lokalisieren und einen sicheren Weg finden, das Öl später abzupumpen. Unterdessen hat sich die Ölpest weiter nach Süden ausgebreitet. Die ausgeflossenen etwa 11 000 Tonnen haben bereits mehr als 500 Kilometer Küste verschmutzt.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Ein Toter bei Schiffskollision in China
Samstag, 01.01. 2000, 19:12:27 Uhr
Peking - Bei der Kollision eines Passagierschiffs mit 600 Menschen an Bord mit einem Frachter ist in China mindestens ein Menschen getötet worden, zwei Personen wurden noch vermisst. Die beiden Schiffe waren am Freitag in dichtem Nebel auf dem Jangste zusammengestoßen, wie die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua am Samstag berichtete.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Ölpest der «Erika» breitet sich nach Süden aus
Samstag, 01.01. 2000, 15:44:17 Uhr
Brest - Die Ölpest des vor der Bretagne-Küste havarierten Tankers «Erika» breitet sich immer mehr nach Süden aus. Sie erreichte in der Neujahrsnacht die Insel Ile de Re, teilte die Präfektur des Departements Charente-Maritime am Samstag mit.

«Offensichtlich ist es Verschmutzung durch Öl des Tankers, auch wenn die Analysen noch nicht abgeschlossen sind», berichtete der Krisenstab des Departements.

Schlechtes Wetter verhinderte auch am Samstag den Einsatz eines Unterwasser-Roboters an dem auseinander gebrochenen Wrack des Tankers. In den gesunkenen Wrackteilen sind noch etwa 20 000 Tonnen Schweröl. Mit einer Kamera soll der schwimmende Roboter «Abyssub» mögliche Lecks in den beiden Wrackteilen lokalisieren und einen sicheren Weg finden, das Schweröl in einigen Monaten abzupumpen.

Die ausgeflossenen 11 000 Tonnen Öl haben mehr als 500 Kilometer der Westküste Frankreichs verschmutzt. Die Ölpest könnte nach den Schätzungen von Umweltschützern bis zu 300 000 Vögel getötet haben.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Nicht alle Tanker sind 2000-tauglich
Die deutschen Seefahrtsbehörden glauben, alles unter Kontrolle zu haben. Wattenmeerschützer haben da ihre Zweifel
Samstag, 1.1. 2000, 06:55:21 Uhr
Berlin - Tanker und Frachtkähne dürfen in der Silvesternacht in deutsche Hoheitsgewässer einfahren. Die Bundesrepublik habe sich aus "juristischen Gründen" dazu entschlossen, erläutert Michael Wempe von der Wasser- und Schifffahrtsdirektion (Nord) in Kiel. Da die Gefahren "wenig konkret" seien, wäre eine Schließung juristisch angreifbar.

Eine Reihe konkreter Probleme kann sich dagegen Jörg Schwinning, Betreiber des International-Safty-Management-Centers für Seeschifffahrt, vorstellen: "Wenn die Ruderanlage wegen des Millennium-Bug versagt, kann ein Frachter in die Schleuse krachen." Auch könnten Navigationssyteme den falschen Standort anzeigen, ohne dass dies für den Steuermann erkennbar sei.

Bei Tankern wird von der Ladelucke bis zur Antriebsmaschine alles von Computer-Chips gesteuert. Viele ältere Chips arbeiten mit zweistelligen Jahreszahlen. Auf den 31. 12. 1999 folgt dann möglicherweise der 1. 1. 1900. Auswirkungen davon können Fehlsteuerung und Ausfälle sein: "Es kann passieren, dass die Schiffsmaschine stoppt", erklärt Wolgang Leue, Ältermann der Lotsenbrüderschaft Elbe. Die Lotsen haben sich auf technische Ausfälle vorbereitet. Sie werden auf der Brücke stehen, um das Ruder auf Notsteuerung umzusetzen. In den Maschinenräumen halten sie sich mit Taschenlampen ausgerüstet für den Handbetrieb bereit.

Um in der kommenden Nacht Havarien in der Deutschen Bucht zu vermeiden, gibt es eine zusätzliche Meldepflicht: Die Kapitäne müssen per Fax oder Funk nachweisen, dass ihre Bordelektronik fürs Jahr 2000 taugt. Doch anders als bei Flugzeugen, deren Elektronik nur einen Hersteller aufweist, kommen Radar, Kompass und Satellitennaviagtionsgerät bei Schiffen aus unterschiedlichen Firmen. "Nur wenige Hersteller konnten eine Jahr-2000-Tauglichkeit bestätigen, viele haben im Konjunktiv geantwortet", erklärt Sicherheitsexperte Schwinning. Manche Firmen existieren auch nicht mehr. Dann müssen die Eigner ihre Instrumente selbst überprüfen. Auch da gibt es Probleme: "Wir konnten nicht bei allen Geräten einen Testlauf mit Datumsvorstellung durchführen," erklärt Walter Bartscher vom Bundesamt für Seeschifffahrt. Deshalb werden die amtseigen Schiffe in der Millenniumsnacht sicherheitshalber am Pier bleiben.

Im Bundesverkehrsminsterium lautet die Millenniums-Parole: Keine Panik, alles unter Kontrolle. "Wenn ein Seenotfall eintritt, dann sind alle Stationen besetzt", beschwichtigt Rolf Dittrich, Sprecher des Ministeriums. Zudem sei die Wahrscheinlichkeit von Havarien nicht höher als sonst. Erst vor vier Wochen sei ein Schiff vor Sylt in Seenot gekommen. Eine solch defätistische Einstellung teilen die Schützer des Wattenmeers nicht. "Auf See fahren viele Seelenverkäufer mit veralteter Technik", erklärt Lothar Koch, Sprecher der Schutzstation Wattenmeer in Sylt. Havarien von Öltankern zum Jahrtausendwechsel seien deshalb nicht ausgeschlossen. Dass Schiffe mit alter Elektronik wegen der Meldepflicht nicht in die Deutsche Bucht einlaufen dürfen, hilft da wenig. "Entfernungen spielen bei Umweltkatastrophen auf See keine große Rolle," erkärt Koch. Das habe die Ölpest an der französischen Küste gerade gezeigt.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

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