
EUROPÄISCHES SEGEL-INFORMATIONSSYSTEM
Seenotfälle
Archiv September 2000
Last update: Mittwoch, 13.09. 2000, 6:09 Uhr

Taucher finden weitere Opfer des Fährunglücks
Samstag, 30.09. 2000, 06:05:38 Uhr
Athen - Drei Tage nach
dem Untergang der griechischen Fähre «Express Samina» haben
Taucher am Freitag weitere neun Leichen aus dem Wrack des
Schiffes geborgen. Nach jüngsten Erkenntnissen des
Ministeriums für Handelsschifffahrt ist damit die Zahl der
Opfer auf 74 gestiegen.
Es werde allerdings befürchtet, dass weitere nicht
registrierte Passagiere an Bord der «Express Samina» waren,
sagte der Chef der griechischen Küstenwache im Rundfunk. In
der Nacht zur Freitag kam es zu einem neuen Unfall in der
Ägäis. Die Fähre «Express Artemis» mit 1 086 Menschen an
Bord lief rund 50 Meter vor dem Hafen der Kykladeninsel Naxos
auf eine Sandbank. Das Schiff kommt aus der selben Reederei
wie die «Samina».
Vom Tauchgang an der «Express Samina» schilderten die
Experten grauenhafte Szenen. «Ich habe selbst drei Leichen
gesehen. Sie hingen an Relingen des Schiffes. Eine andere
Leiche einer Frau klemmte zwischen Seilen und Rettungsbooten.
Sie trug eine Schwimmweste. Es war schrecklich», sagte
Lazaros Christodoulou, einer der Taucher, die das Wrack am
Freitagvormittag erreichten.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS
Käpitän Jannakis verließ als einer der Ersten die Unglücksfähre
Bereits dritter Schiffbruch für Jannakis
Samstag, 30.09. 2000, 05:59:20 Uhr
Für Vassilis Jannakis, den Kapitän der Express Samina, die in der Nacht zum Mittwoch vor der Ägäisinsel Paros sank und fast 80 Menschen in den Tod riss, war es bereits der dritte Schiffbruch. 1989 setzte er vor Kreta die unter seinem Kommando stehende Fähre Nireas auf ein Riff, und vor vier Jahren war Jannakis dabei, als vor der Insel Ägina die Schiffe Georgios und Saronikos kollidierten.
Derart geübt in Havarien, wusste Kapitän Jannakis, was er zu tun hatte, als er von der Kollision seines Schiffes mit einem allseits bekannten, gut beleuchteten, 23 Meter hohen Riff überrascht wurde. Als einer der Ersten, so berichteten Passagiere, die nach stundenlangem Überlebenskampf aus der stürmischen See gerettet wurden, verließ Kapitän Jannakis flugs das sinkende Schiff.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS
Background-Infos zu Minoan Flying Dolphins (MFD)
Samstag, 30.09. 2000, 06:04:03 Uhr
Sorgen machen muss sich auch Pandelis Sfinias, Chef der Minoan Flying Dolphins (MFD), der das gesunkene Schiff gehörte. Die Ermittlungen werden möglicherweise auch auf ihn ausgeweitet. Den Unternehmer Sfinias muss reuen, dass er ausgerechnet den ältesten Pott seiner Flotte, der 1998 bei einer Sicherheitsüberprüfung durch die Stiftung Warentest schlechte Noten bekam und von einem britischen Reise-Magazin als "zweifellos schlimmste griechische Fähre" eingestuft wurde, dem Kommando des notorischen Havaristen Vassilis Jannakis anvertraute.
Im griechischen Fernsehkanal Mega-TV gab sich der MFD-Chef am Mittwochabend zerknirscht. "Rückhaltlos aufgeklärt" werden müsse das Unglück, forderte Sfinias. Der in der Branche als eher kaltschnäuzig bekannte Manager vergoss während des Live-Interviews sogar einige Tränen. Aber der Gefühlsausbruch, ob nun echt oder gespielt, half wenig. Die Reederei ist ins Gerede geraten. Die Seeleute-Gewerkschaft, ohnehin mit MFD über Kreuz wegen angeblich nicht bezahlter Überstunden, plant Proteste. Die Aktien der Muttergesellschaft Minoan Lines, des größten Fährschiff-Konzerns im Mittelmeer, stürzten am Tag nach dem Unglück um 15 Prozent ab.
In beispiellosem Tempo hatte Sfinias während der vergangenen zwei Jahre seine MFD zum Marktführer in den griechischen Gewässern gemacht. Die bunt zusammengewürfelte Flotte umfasst mittlerweile 76 Schiffe. Darunter sind drei hochmoderne, erst in diesem Sommer in Dienst gestellte Katamaran-Fähren, aber auch veraltete Tragflügelboote russischer Herkunft. Von den 28 konventionellen Autofähren der Gesellschaft sind immerhin 22 älter als 26 Jahre. Mit deren Aufkauf rettete Sfinias einige griechische Familienreedereien vor dem drohenden finanziellen Untergang. Und er entledigte sich der meisten Konkurrenten. Aber jetzt gerät MFD selbst in Seenot. Das gesamte Unternehmenskonzept bekommt Schlagseite.
Griechenlands Ministerpräsident Kostas Simitis will die Verantwortlichen für den Untergang der Fähre zur Rechenschaft ziehen. "Dies wird geschehen, egal wie hoch die Verantwortlichen stehen", sagte er nach einer Kabinettssitzung.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS
Frachter vor Südschweden kollidiert
Freitag, 29.09. 2000, 21:49:20 Uhr
Stockholm Vor Südschweden sind am Freitag zwei Frachtschiffe zusammengestoßen. Verletzt wurde niemand, eines der Schiffe drohte jedoch zu sinken. Sechs Mann Besatzung verließen die «Geta» (Bahamas), die sich auf dem Weg nach Danzig befand, nachdem der Küstenwache ein Abpumpen Wassers nicht gelungen war. Von dem zweiten Frachter, der «Graneborg» (Deutschland), lag nach Angaben von Rettungskräften keine Schadensmeldung vor. Die «Graneborg» war auf dem Weg von Finnland in die Niederlande.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS
Festgefahrenes Tankschiff blockiert Rhein bei Ingelheim
Freitag, 29.09. 2000, 06:41:41 Uhr
Mainz - Ein festgefahrenes Tankschiff hat am Mittwoch
den Rhein in der Höhe von Ingelheim blockiert. Wie die
Wasserschutzpolizei in Mainz am Mittwoch mitteilte, fuhr
sich das 110 Meter lange Schiff «Susan» in der Nacht an
einer Stelle fest, an der das Wasser nicht tief genug war.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS
Eine Seefahrernation ist empört
Freitag, 29.09. 2000, 06:40:44 Uhr
Athen - Die Grichische Öffentlichkeit ist empört: Nur drei Seemeilen von der Ferieninsel Paros entfernt
ist die Fähre "Express Samina" mit mehr als 500 Menschen
an Bord auf ein Riff gelaufen, das allen Seeleuten bekannt und durch
ein Leuchtfeuer gekennzeichnet ist. Die griechischen Medien bezeichneten den Untergang der "Express
Samina" als "ein Verbrechen und
eine Schande für die 3 000 Jahre alte Seefahrertradition der
Griechen". Die Berichte Überlebender lösten eine
Protestwelle im ganzen Land aus. Der Generalsekretär
der Gewerkschaft der Seeleute berichtete:
Ein Ingenieur, der auf der untergegangenen Fähre arbeitete,
habe bereits am 21. September das Ministerium für Handelsschifffahrt
in Athen schriftlich darauf aufmerksam gemacht, dass die Fähre
gefährlich sei. Die Reederei habe den Mann daraufhin fristlos
entlassen und geschehen sei nichts, sagte der Gewerkschafter im
griechischen Fernsehen.
Der Kapitän und Offiziere wurden verhaftet und des Mordes angeklagt.
Dabei spielt auch noch eine neue Vermutung mit: Wurde die Fähre absichtlich auf das Riff gefahren um die volle Versicherungsprämie kassieren zu können? Wenn das Schiff auf Neuwert statt auf Zeitwert versichert war, könnte dies ein starkes Mortiv gewesen sein.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS
Widersprüchliche Meldungen: Kai grammt oder auf Sandbank gelaufen?
Freitag, 29.09. 2000, 06:28:05 Uhr
Erste Meldung: Paros - Eine Fähre der griechischen Reederei Minoan Flying Dolphin, der auch die untergangene «Express Samina» gehörte, hat am Donnerstag den Kai im Hafen von Naxos gerammt, wie das Handelsschifffahrtsministerium mitteilte. Am Schiff entstand leichter Schaden, verletzt wurde niemand. Im vergangenen Monat war ein Tragflügelboot der Reederei in Brand geraten. Die 76 Passagiere blieben unverletzt.
Zweite Meldung: Zwei Tage nach dem Untergang der «Express Samina», ist eine andere Fähre der gleichen Reederei in Schwierigkeiten geraten. Das Schiff lief am späten Abend auf eine Sandbank vor der Einfahrt des Hafens von Naxos auf. Mit Hilfe eines Schleppers ist es jedoch gelungen, die Fähre wieder frei zu bekommen. Alle Passagiere sind wohlauf, so der griechische Rundfunk.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS
Wellen zertrümmern Scheiben auf Kreuzfahrtschiff
Freitag, 29.09. 2000, 06:27:15 Uhr
London - Eine riesige Welle hat im Atlantik auf einem Kreuzfahrtschiff etliche Scheiben zertrümmert und Kabinen überflutet. Mehrere Passagiere wurden verletzt, wie die Reederei P and O am Donnerstag mitteilte. Die 69.000 Tonnen große «Oriana» werde auf dem Meer repariert. Das Schiff ist mit 1.525 Passagieren und 800 Mann Besatzung unterwegs von New York nach Southhampton und geriet rund 1.000 Kilometer westlich von Irland in einen Orkan. Eine rund zwölf Meter hohe Welle zerbrach das Spezialglas von sechs Kabinen, Wasser drang ein. Drei Passagiere wurden von Glassplittern verletzt, vier erlitten einen Schock. Die «Oriana» ging 1995 in Betrieb. Es war der erste britische Luxusliner in 25 Jahren.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS
Ägäis: Fähr-Crew guckte bei Havarie Fußball, Kapitän und Offiziere
festgenommen, mindestens 62 Tote
Mittwoch, 27.09. 2000, 20:52:34 Uhr
PAROS. Bei dem schwersten Fährunglück in Griechenland seit 35 Jahren sind
in der Nacht zum Mittwoch mindestens 62 Menschen ums Leben gekommen,
darunter viele Kinder. Bis zu 24 Menschen wurden am Mittwochabend noch
vermisst. Die Uralt-Fähre «Express Samina», die unmittlebar vor der
Ausmusterung stand, hatte am Dienstag kurz vor Mitternacht mit rund
450 Passagieren und 63 Besatzungsmitgliedern an Bord
einen gut sichtbaren Felsen etwa drei Kilometer vor
der Hafeneinfahrt der Insel Paros gerammt. Das Schiff
brach auseinander und sank laut Augenzeugen binnen einer
halben Stunde. Die Staatsanwaltschaft leitete
Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung ein.
An Bord der «Express Samina» befanden sich
zahlreiche Urlauber. Unter den 20 zuerst geborgenen Toten
waren eine Norwegerin und 19 Griechen. Nach Angaben
der Reederei Minoan Flying Dolphins wurden im
Ausgangshafen Piräus 447 Tickets verkauft. Die genaue
Zahl der Passagiere war aber unklar, weil die an Bord
verkauften Tickets nicht bekannt waren und Kinder
unter fünf Jahren umsonst reisten.
Unter den Überlebenden befindet sich eine
elfköpfige Ärztegruppe aus Deutschland. Die «Express
Samina» verkehrte täglich zwischen Piräus und der
Insel Samos mit mehreren Zwischenstopps auf Paros und
anderen Ägäisinseln.
Während die Suche nach Überlebenden andauerte,
sprach Justizminister Michalis Stathopoulos bereits
von «krimineller Fahrlässigkeit» als wahrscheinlicher
Unglücksursache. Fachleute äußerten blankes Entsetzen
darüber, dass die 34 Jahre alte Fähre den Felsen
rammte, dessen Leuchtfeuer unter normalen Bedingungen
rund elf Kilometer weit zu sehen ist. «Man muss blind
sein, es nicht zu sehen», sagte der Leiter der
Küstenwache, Andreas Sirigos.
Der Staatsanwalt ordnete die Verhaftung des
Kapitäns, seines Stellvertreters und dreier weiterer Offiziere
an. Die Ermittlungen gehen auch der Frage nach, warum
die Küstenwache erst nach fast 20 Minuten vom
Sinken des Schiffs unterrichtet wurde.
Der Vorwurf der Fahrlässigkeit wurde von
Passagieren gestützt, die aussagten, ein Großteil der
Besatzung habe zum Zeitpunkt der Kollision der
Übertragung des Champions-League-Spiels Hamburger SV
gegen Panathinaikos Athen zugesehen. Auch der Kapitän
sei nicht auf der Brücke gewesen. Eine Touristin
aus Seeheim an der Bergstraße sagte, sie habe noch
scherzhaft ihren Mann gefragt: «Wer führt eigentlich das
Schiff?»
Panik an Bord
Nach Angaben der Behörden wurden bis zum
Mittwochabend 472 Überlebende gezählt. Die
Rettungsarbeiten wurden von stürmischer See
behindert. An der Aktion beteiligten sich Schiffe der
griechischen und der britischen Marine, die sich zum
Unglückszeitpunkt in einem Manöver befanden. Auch
Flugzeuge und Hubschrauber waren im Einsatz.
Zahlreiche Fischerboote suchten das Gebiet ebenfalls nach
Überlebenden ab.
Ein Schiffsoffizier behauptete, die
Evakuierung sei ordentlich verlaufen. Mehrere Passagiere sprachen dagegen
von Panik an Bord. Die Besatzung habe völlig kopflos
reagiert und keine Anweisungen gegeben.
Auch der überlebende deutsche Arzt Erich Schröder aus Hamburg
kritisierte die Besatzung: "Der Kapitän war einer der Ersten im
Rettungsboot. Ihm ist nichts passiert", sagte der Mediziner dem
"Mannheimer Morgen". Nach seinen Angaben starben viele Kinder,
weil sie die Rettungswesten nicht allein anlegen konnten. Die
Besatzung habe nichts zu ihrer Rettung getan.
Viele Rettungsboote hätten in der
Verankerung geklemmt und seien nicht einsetzbar gewesen. Ein Deutscher,
selbst ehemals Nautischer Offizier, sagte, die Brücke sei zum Zeitpunkt des
Auflaufens nicht besetzt, das Radargerät ausgefallen gewesen.
Er hatte die Insel in unmittelbarer Nähe gesehen und
war daraufhin auf die Brücke geeilt. Doch da war es schon zu spät.
Es ist der zweite Unfall des 38 Jahre alten
Schiffes
innerhalb von vier Jahren. 1996 rammte die ,,Samina''
bei rauer See ein Raketenboot der griechischen
Kriegsmarine bei Samos. Das Boot ging unter, vier
Seeleute kamen dabei ums Leben. Es handelte sich um das schwerste
Fährunglück seit 1965. Damals kamen bei dem Untergang des
Schiffes «Iraklion» 217 Menschen ums Leben.
Quelle: Joachim Preuß, sailpress.de - Sicherheit
für Hochseesegler
Bericht über das Fährunglück in Griechenland
Mittwoch, 27.09. 2000, 19:11:04 Uhr
Mindestens 62 Menschen kamen bei der Katastrophe am Dienstagabend ums Leben. Davon wurden bis zum Mittwochnachmittag 29 Leichen identifiziert. Unter den Toten ist auch eine ausländische Touristin. Es handele sich um eine 51-jährige Frau aus Norwegen, meldete der Rundfunk. Alle anderen identifizierten Toten seien Griechen, hieß es. Rund 15 Menschen wurden noch immer vermisst.
Unter den Geretteten waren auch elf Deutsche. Wie viele Ausländer genau betroffen waren, konnten die griechischen Behörden nicht sagen. Unklar war auch die Unglücksursache. Erste Vermutungen gingen von menschlichem Versagen aus. Der Kapitän und vier Besatzungsmitglieder wurden festgenommen. Die Behörden vermuteten, dass die Brücke zum Zeitpunkt des Unglücks unterbesetzt war.
Uns riss gegen 22 Uhr ein fürchterliches Geräusch aus dem Schlaf. Binnen drei Minuten ging das Licht aus. Panik brach aus. Kinder schrien und suchten ihre Eltern. Wir hatten keine Zeit die Rettungsboote zu benutzen, berichteten von Fischern Gerettete. Zu dieser Zeit tobte ein Sturm und herrschte hoher Seegang bei der Inselgruppe der Kykladen.
Man wusste überhaupt nicht, was passierte. Es gab nur wenige Anweisungen in griechischer Sprache und gar nicht mehr in Englisch, berichtete die deutsche Touristin Marion Steinhoff dem Fernsehsender NT-V. Es dauerte nicht lange und wir rutschten von der linken auf die rechte Seite des Schiffes und fielen ins Meer. Hinter uns ging die Fähre langsam unter, erzählten andere Schiffbrüchige im griechischen Radio.
Es folgten dramatische Szenen: Menschen schrien um Hilfe. Viele wussten nicht, wie sie die Schwimmwesten anlegen mussten. Nach etwa einer Stunde kamen die ersten Fischerboote und retteten uns, erzählten Überlebende. Andere Passagiere konnten kleine Felseninseln erreichen. Sie wurden mit Hubschraubern in Sicherheit gebracht, mehr als 30 Schiffe und Fischerboote beteiligten sich an der Rettungsaktion. Auch die HMS Invincible der britischen Marine nahm Schiffbrüchige auf.
Express Samina kam aus Piräus und sollte nach Paros, Naxos und Samos fahren. Warum sie auf das allen Seeleuten bekannte und durch ein Leuchtfeuer markierte Riff lief, wird jetzt die Staatsanwaltschaft Athen untersuchen. Dabei geht es vor allem darum, wie viele der verantwortlichen Offiziere zum Zeitpunkt des Unglücks auf der Brücke waren. Überlebende hatten den Kapitän in einer Bar gesehen, wo er sich das Champions-League-Spiel zwischen dem Hamburger SV und Panathinaikos Athen angesehen habe. Nach ersten Aussagen der festgenommenen Besatzungsmitglieder waren nur ein Matrose und ein Kapitän in Ausbildung auf der Brücke.
Wie der Chef der griechischen Küstenwache vermutete auch der Präsident der betroffenen Reederei menschliches Versagen. Wer auch immer am Ruder war, muss blind gewesen sein, sagte Andreas Klironomos, Chef von Hellas Ferries-Minoan Flying Dolphins bei einer Pressekonferenz. Unsere Fähre war kurz vor Auslaufen vom Hafen von Piräus kontrolliert worden. Es wurden keine Mängel festgestellt, sagte er.
Die Reederei, die in den vergangenen Jahren stark expandierte, ist allerdings schon öfter wegen des Zustands ihrer Schiffe kritisiert worden. Der griechische Minister für Handelsschifffahrt Christos Papoutsis versprach, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen: Egal wie hoch sie stehen.
Die 1966 gebaute Express Samina war eine der ältesten Fähren Griechenlands und sollte Ende des Jahres aus dem Verkehr gezogen werden. Das Unglück löste eine neue heftige Debatte über den Zustand griechischer Schiffe aus: Überlebende warfen den Reedern vor, mit veralteten Flotten Milliarden zu Lasten der Sicherheit der Passagiere zu verdienen.
Die deutsche Stiftung Warentest hatte bereits 1998 auf erhebliche Mängel bei zahlreichen griechischen Fähren hingewiesen. Auch der ADAC beklagte eine mangelndes Sicherheitsbewusstsein, auch wenn sich schon einiges getan hätte. ADAC-Experte Robert Sauter setzt dabei auf den Markt: Die zunehmende Konkurrenz zwinge die griechischen Reeder, neue und damit sichere Schiffe anzuschaffen.
In Griechenland gibt es seit Jahren heftige Klagen gegen die so genannte Cabotage-Regelung, wonach nur griechische Reeder Fähren im Inlandsverkehr betreiben dürfen. Vielfach wurde gefordert, diese Regelung aufzuheben, damit auch andere europäische Reedereien Schiffe auf den Routen der Ägäis einsetzen können. Die Konkurrenz der anderen Europäer würde schnell unsere Reeder zwingen ihre Flotte zu modernisieren, sagten jetzt auch Überlebende des Unglücks.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS
Fährkatastrophe in der Ägäis fordert mindestens 40 Todesopfer
46 Personen werden noch vermisst
Mittwoch, 27.09. 2000, 11:39:37 Uhr
- «Express Samina» fuhr auf Riff vor der Insel Paros - Erster Offizier in Polizeigewahrsam
Athen - Der Untergang einer Fähre vor der griechischen Insel Paros hat mindestens 40 Menschen in den Tod gerissen. Von 46 Passagieren und Besatzungsmitgliedern der «Express Samina» fehlte am Mittwochmorgen noch jede Spur, wie Einsatzkräfte vor Ort mitteilten. Das 115 Meter lange Schiff prallte mit 510 Menschen an Bord gegen ein Riff, das weit sichtbar markiert war. «Man muss blind sein, es nicht zu sehen», sagte der Chef der griechischen Küstenwache, Andreas Sirigos. Die Rettungsarbeiten wurden von stürmischer See behindert. Die 34 Jahre alte Fähre prallte drei Kilometer vor dem Hafen der Ferieninsel Paros gegen das Riff Portes, das auf jeder Seekarte verzeichnet und mit Leuchtfeuern markiert ist. Das 4.407 Tonnen große Schiff schlug leck, brach auseinander und ging in kurzer Zeit unter. Augenzeugen zufolge war eine halbe Stunde nach Beginn des Unglücks nichts mehr von der «Express Samina» zu sehen. Der Erste Offizier der Fähre, der zum Zeitpunkt des Unglücks Brückendienst hatte, wurde zur Einleitung von Ermittlungen in Polizeigewahrsam genommen.
Möglicherweise war die Crew durch die Fernsehübertragung eines Fussballspiels der Champion-League abgelenkt. Kurz bevor die Fähre auf das Riff lief, war ein Tor durch die griechische Mannschaft gefallen.
Unter den Toten sind viele Kinder, wie der Leiter des Gesundheitszentrums Paros, Dimitris Stavrakis, mitteilte, wo die Überlebenden registriert wurden. Möglicherweise begaben sich aber auch einige der noch Vermissten nach ihrer Rettung zu Verwandten oder in ein Hotel, ohne sich bei den Einsatzkräften zu melden.
An der Rettungsaktion beteiligten sich Schiffe der griechischen und der britischen Marine, die sich in einem Manöver befanden, sowie Flugzeuge und Hubschrauber. Auch zahlreiche Fischerboote suchten das Seegebiet nach Überlebenden ab, während Rettungsboote und Schwimmwesten an die Küsten von Paros gespült wurden. «Die See ist ziemlich rau. Sie suchen weiter die Klippen und die See ab», sagte ein Sprecher des britischen Verteidigungsministeriums. Ein Hafenbeamter in Paros erlag einem Herzinfarkt, als er die Nachricht vom Fährunglück erhielt.
Die «Express Samina» verkehrte regelmäßig vom Athener Hafen Piräus zur Insel Samos und legte dabei einen Zwischenstopp in Paros ein, 165 Kilometer südöstlich von Athen. Nach Angaben der Reederei Minoan Flying Dolphins waren 447 Passagiere und 63 Besatzungsmitglieder an Bord.
Ein Besatzungsmitglied, Schiffsoffizier Stephanos Papadopoulos, sagte, die Evakuierung sei ordentlich verlaufen. Passagiere sprachen dagegen von Panik an Bord. «Das Schiff brach auseinander und sank», sagte Zoe Kolida. Da klammerten sich Leute an die Reeling. Kinder weinten und Alte schrien. Ich sprang herunter, drehte mich nach 50 Metern um und das Schiff war weg.»
Kritik am Sicherheitsstandard im griechischen Fährverkehr äußerte der ADAC-Fachmann Robert Sauter. «Die Sicherheit auf diesen Schiffen war in den vergangenen Jahren ein großes Problem», sagte Sauber im «ARD-Morgenmagazin». Das verunglückte Schiff hätte Ende dieses Jahres aus dem Verkehr gezogen werden sollen. Dies sei ein deutliches Zeichen dafür, «dass keine Investitionen in die Sicherheit vorgenommen worden sind», sagte Sauter.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS
Ägäis: Fähre mit 500 Menschen vor Paros auf Riff gelaufen und gekentert
Mittwoch, 27.09. 2000, 06:02:08 Uhr
PAROS. Eine griechische Fähre mit 500 Passagiere und 40 Crewmitgliedern ist
gestern Abend knapp drei Seemeilen vor der griechischen Ägäis-Insel Paros
auf ein Riff gelaufen und
gekentert. Der Rettungseinsatz wird durch Dunkelheit und Windstärken
zwischen sechs und acht Beaufort erschwert. Rettungsmannschaften haben
bislang rund 150
Menschen aus dem Meer geborgen. Die Geretteten berichteten von Panik auf
der Fähre. Viele Menschen seien ins Meer gesprungen. Mehrere große
Fischerboote kamen den
Schiffbrüchigen zu Hilfe.
Nach Medienberichtens sind 150 Menschen aus dem
Wasser geborgen worden. Die Marine berichtete dagegen, die Evakuierung der
500 Passagiere laufe reibungslos. Die Entscheidung zur Evakuierung sei
gefallen, nachdem die
,,Samaina'' leck geschlagen sei, teilte das Athener
Marineministerium mit.
Ob sich unter den Passagieren auch deutsche Touristen befinden, wurde
zunächst nicht bekannt. Viele Passagiere versuchten, sich trotz
hohen Seegangs auf Felsen zu retten. Marineflugzeuge und Hubschrauber sind
im Einsatz. Offizielle Angaben über mögliche Opfer liegen nicht vor,
allerdings rechnet der Bürgermeister von Paros mit einer ,,Tragödie''.
Wie die Reederei Hellas Ferries am frühen
Mittwochmorgen bekannt gab, waren an Bord der
Fähre
447 Passagiere und 64 Besatzungsmitglieder. Bis in
den
frühen Morgenstunden des Mittwoch hatten
Rettungsmannschaften rund 150 Menschen aus dem
Meer
geborgen. Mehr als 350 Menschen sind noch nicht
geborgen, berichtete der griechische Rundfunk.
,,Auf der Fähre ist Panik ausgebrochen. Die
Situation
ist sehr gefährlich'', sagte ein Fischer. Berichte
über
Verletzte lagen nach Angaben eines Offiziers der
Küstenwache zunächst nicht vor. Mindestens zwei
Menschen
seien ertrunken, hieß es.
Auf dem Schiff soll der Strom ausgefallen sein, so
dass
es völlig finster ist. Auch weise die Fähre
bereits mindestens
20 Grad Schlagseite auf. Der Kapitän habe den
Befehl zum Verlassen des Schiffes gegeben. Eine
von den
Behörden eingeleitete umfangreiche Rettungsaktion
werde
durch Winde der Stärke sechs und die Dunkelheit
erschwert, sagte der Bürgermeister der Stadt
Paros. Ob
sich unter den Passagieren ausländische Touristen
befanden,
war zunächst nicht bekannt.
Die Fähre “Samaina” war am Dienstag gegen
17 Uhr
aus der Hafenstadt Piräus bei Athen zu den
Kykladeninseln
ausgelaufen. Auf ihrem weiteren Weg von Paros nach
Naxos lief sie dann auf das Riff auf, das sich
rund fünf
Kilometer vor Paros befindet.
Es ist der zweite Unfall des 38 Jahre alten Schiffes
innerhalb von vier Jahren. 1996 rammte die
,,Samaina'' bei rauer See ein Raketenboot der griechischen
Kriegsmarine bei Samos. Das Boot ging unter, vier
Seeleute kamen dabei ums Leben.
Quelle: Joachim Preuß>, sailpress.de - Sicherheit
für Hochseesegler
Surfer vor Australien von Hai angegriffen
Montag, 25.09. 2000, 18:59:19 Uhr
Adelaide - Vor der Küste des Staats South Australia ist am Montag zum zweiten Mal binnen zwei Tagen ein Surfer angegriffen und vermutlich getötet worden. Nach Polizeiangaben ereignete sich der Angriff bei Elliston, 450 Kilometer westlich von Adelaide. Das Surfboard wurde geborgen, von dem Mann fehlte jede Spur. Erst am Sonntag war ein neuseeländischer Tourist 150 Kilometer entfernt bei einem Haiangriff bei Cactus Beach getötet worden. Nach Augenzeugenberichten war der Surfer 50 Meter vom Ufer entfernt, als der fünf Meter lange Hai ihn angriff. Der 25-Jährige verbrachte mit seiner Frau sechsmonatige Flitterwochen. Die Frau wurde mit einem Schock ins Krankenhaus eingeliefert.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS
Götz George: 405 000 Mark für Badeunfall
Montag, 25.09. 2000, 18:54:17 Uhr
München - Vier Jahre nach einem Badeunfall von Götz George, bekannt als «Schimanski» in "Tatort", vor Sardinien erhält er als Schadenersatz plus und Schmerzensgeld 405 000 Mark. Diesen Vergleich haben Georges Anwalt und der Rechtsanwalt des beklagten Moorbootfahrers am Montag vor dem Landgericht München I geschlossen.
Ein Motorbootfahrer hatte ihn beim Schnocheln mit seinem Boot überfahren und mit der Schraube schwer verletzt. Diese zertrümmerte dem Star die linke Kniescheibe. Götz George musste daraufhin Dreharbeiten für vier Kino- und TV-Filme absagen oder verschieben. Dadurch waren ihm Einkommensverluste in Millionenhöhe entstanden.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS
Schiff mit 530 Zuwanderern vor Italien gestrandet
Montag, 25.09. 2000, 06:54:33 Uhr
Crotone/Otranto - Eine
Schlepperbande hat ein türkisches Schiff mit 530 illegalen
Zuwanderern vor der süditalienischen Küste auf Grund laufen
lassen.
Die Besatzung verließ kurz vor der Landung in Kalabrien am
Samstagabend das Schiff und flüchtete. Die «Nilderya» trieb
nach Angaben der Küstenwache darauf unkontrolliert in der
See. Rund 20 Meter vor der Küste sei sie gestrandet.
Um der Küstenwache zu entkommen, seien mehrere Menschen
über Bord gesprungen und an Land gewatet. Die meisten sind
nach Angaben der Behörden Kurden aus der Türkei und dem
Irak, darunter viele Frauen und Kinder. Sie seien in
Auffanglager gebracht worden. Die Küstenwache nahm vier
Menschen fest; sie stehen unter dem Verdacht, mit der
Besatzung zusammengearbeitet zu haben. In den vergangenen
Jahren gab es bei Schiffen mit Zuwanderern bereits mehrfach
Unglücke mit vielen Toten. Um den Behörden zu entkommen,
flüchten Schlepper immer häufiger vor der Landung von Bord.
Weitere 80 illegale Zuwanderer landeten den Angaben zufolge
am Sonntag an der Küste Apuliens. Die Kurden seien auf einem
Schlauchboot über die Adria gekommen. Das staatliche
italienische Fernsehen berichtete, seit Jahresbeginn seien
etwa 16 000 illegale Einwanderer ins Land gekommen, die
meisten aus dem Balkan, der Türkei und dem Irak sowie aus
Nord- und Westafrika.
Die Regierung in Rom fordert, dass sich auch Polizeikräfte
aus anderen europäischen Ländern an der Überwachung der
italienischen Küsten beteiligen. Immer wieder heißt es, für
viele sei Italien lediglich Durchgangsland. Eigentliches Ziel
seien Frankreich oder Deutschland.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS
Monsterprozess um Donau-Schifffahrtsunglück
Beim Untergang der "Dumbier" starben 1996 acht Seeleute
Montag, 25.09. 2000, 06:50:53 Uhr
Wien - Heute, Montag, beginnt im Wiener Justizpalast der Prozess um das größte Schifffahrtsunglück auf der Donau in Österreich. 1996 versank der slowakische Schubverband "Dumbier" beim Kraftwerk Freudenau im reißenden Hochwasser. Von neun Besatzungsmitgliedern überlebte nur eines.
Beklagtes Österreich
Beim Zivilverfahren geht es nun um mehr als 57 Millionen Schilling (4,1 Millionen Euro) - Entschädigungen, Schmerzensgelder und Schadenersätze. Hauptkläger ist die slowakische Reederei Slovenska plavba a pristavy (SPAP) und ihre britische Versicherung The Standard Steamship Owner. Beklagt sind die Republik Österreich und der Kraftwerkbetreiber Austrian Hydro Power AG.
Die Kläger behaupten, die Donau habe zum Unglückszeitpunkt derartiges Hochwasser geführt, dass die Schifffahrt hätte gesperrt werden müssen. Die Beklagten machen einen nautischen Fehler des Kapitäns oder ein technisches Gebrechen des 1985 in Rumänien erbauten Schubschiffes für das Unglück verantwortlich.
Tatsache ist, dass das damalige Hochwasser und die reißende Strömung dem gesamten Schifffahrtsverkehr Probleme bereiteten. Nur wenige Stunden, bevor die "Dumbier" am Abend des 22. Oktobers bei der Freudenauer Schleuse ankam, geriet dort ein anderes slowakisches Schiff in ernste Schwierigkeiten. Die "MS Liptov" konnte kaum manövrieren, kollidierte mit der Schleuse und musste ihre Fahrt stoppen.
Kurz darauf schaffte es dann der Schubverband nicht, in die Einfahrt zur Schleuse zu steuern. Die "Dumbier" wurde gegen das Wehr getrieben, verfing sich dort, kenterte, wurde unter dem Wehrverschluss durchgerissen und ging unter. Ein 46-jähriger Matrose wurde in letzter Minute vom sinkenden Schiff gerettet.
Ein gutes halbes Jahr später konnte das Wrack nach 16 gescheiterten Bergeversuchen gehoben werden, Wochen später wurden die letzte Leiche der acht ertrunkenen Seeleute am slowakischen Donauufer an Land gespült.
Geschlossene Schleuse
Nach Ansicht des Wiener Anwalts der Reederei, Haimo Puschner, sei die Durchflussmenge des Donauwassers an der Unglücksstelle so hoch gewesen, dass "nach der damals gültigen Wehrordnung nicht nur alle vier Wehrfelder, sondern auch die Schleuse" hätten geöffnet werden müssen - beim Öffnen der Schleuse muss die Schifffahrt eingestellt werden. Schifffahrtsbehörde und Kraftwerksbetreiber hätten Sicherheitsvorschriften missachtet.
Laut Schifffahrtsbehörde seien jedoch zum Unglückszeitpunkt lediglich 1100 Kubikmeter Wasser pro Sekunde die Donau hinuntergeflossen. Was nicht sehr viel sei. Der Fehler müsse daher woanders liegen. Seitens der Kraftwerkbetreiber wurde jedoch nach dem Unglück gemutmaßt, der Wasserstand habe rund 6,5 Meter bei einer Durchflussmenge von etwa 7000 Kubikmeter pro Sekunde betragen. Daher sei kurz vor dem Unglück die Einstellung des Schifffahrtsverkehrs diskutiert worden - dafür sei jedoch der Wasserpegel noch um 30 Zentimeter zu niedrig gewesen.
Es wird davon ausgegangen, dass der Prozess auf einen Gutachterstreit hinauslaufen wird und daher mehrere Jahre dauern könnte.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS
Zu viel Wind: Segler kenterten
Montag, 25.09. 2000, 06:46:10 Uhr
Kiel/Bremen - Durch heftige Böen sind am Sonntag mehrere Segelboote in der Kieler Bucht zu Bruch gegangen. Die Seenotrettung Bremen musste bei 6 Bft. ein sechs Einsätze leisten, um in Not geratenen Seglern zu helfen. In der Eckernförder Bucht sank ein Starboot und in Strander Bucht kippte gegen Mittag ein Trimaran um. Die Besatzungsmitglieder von einem Rettungskreuzer an Bord genommen.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS
Zehn Tage hilflos im Atlantik getrieben
Vier deutsche Schiffbrüchige wurden von Frachter im Atlantik in letzter Minute gerettet.
Sonntag, 24.09. 2000, 07:02:21 Uhr
Die Deutschen
- zwei Männer, eine Frau und ein zweijähriges Mädchen - hatten
praktisch jede Hoffnung auf eine Rettung aufgegeben, als ein
tunesisches Frachtschiff sie 70 Seemeilen vor der nordwestspanischen
Küste aufgriff. Von dem Frachter aus wurden die Schiffbrüchigen mit
einem Rettungshubschrauber auf das spanische Festland gebracht.
Die Deutschen waren vor zehn Tagen mit einer Yacht im Atlantik
verunglückt. Ihr Schiff war nach einer Explosion im Motor in Brand
geraten. Die Passagiere mussten in aller Eile auf dem Rettungsfloß
Zuflucht nehmen. Sie konnten keinen Hilferuf mehr senden. Sie hatten
mit der Yacht von La Coruna im Nordwesten Spaniens nach Brest in
Frankreich fahren wollen.
Unter den Geretteten befindet sich auch ein zweijähriges Kind. Es kam wegen Unterernährung, Dehydrierung und
verschiedener Verletzungen auf die Intensivstation des Krankenhauses
in der Hafenstadt Vigo.
Die drei Erwachsenen waren gesundheitlich in relativ guter
Verfassung, hieß es. Die beiden Männer im Alter von 32 und 28 Jahren
wurden bereits am Samstag aus dem Krankenhaus entlassen. Die 30 Jahre
alte Frau, die Mutter des Kindes, befand sich auf dem Weg der
Besserung.
Die Deutschen berichteten, ein Dutzend Schiffe sei an ihnen
vorbeigefahren, als sie mit dem Floß im Ozean trieben. Erst der
tunesische Frachter habe sie bemerkt und an Bord genommen. Sie hätten
auf dem Floß nichts zu essen gehabt und Regenwasser getrunken. "Als
wir das tunesische Schiff kommen sahen, hatten wir fast schon nicht
mehr an eine Rettung aufgeglaubt", sagte die Frau.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS
Sportboot von Feuer zerstört und gesunken
Freitag, 22.09. 2000, 15:27:02 Uhr
Delve - Ein brennendes Sportboot trieb am frühen
Abend am
Eiderufer bei Langenhorn. Dieser Alarm ging bei der
Freiwilligen
Feuerwehr Delve-Schwienhusen gegen 17.50 Uhr ein.
Passanten, die dort
angelten, hatten die Kreisleitstelle informiert. Der
Feuerwehr blieb jedoch
nichts anderes mehr übrig, als das gewaltige Feuer
unter Einsatz einer
Löschkanone von Land aus zu löschen. Sogar Teile des
Deiches und die
Baumkronen standen bereits in Flammen. Der
Heimathafen des Bootes
war laut Aufschrift der Ort Bargen auf der
gegenüberliegenden Seite von
Delve im Kreis Schleswig-Flensburg. Über die Ursache
des Feuers war
gestern noch nichts bekannt, ebenso wenig die Gründe
dafür, dass das
Boot nach Langenhorn getrieben war. Das Boot wurde
von dem Feuer
total zerstört und sank auf ebenenem Kiel. Die
Polizei Hennstedt und die
Wasserschutzpolizei Husum nahmen die Ermittlungen
auf. Die drei
Insassen des Bootes konnten sich mit einem Sprung
ins Wasser retten und
ans Ufer schwimmen. Sie standen unter Schock.
Quelle: Tim Schwabedissen
Fischkutter „Frieden“ gesunken - Kapitän vermißt
Donnerstag, 21.09. 2000, 06:08:01 Uhr
Cuxhaven - Ein 18 Meter langer Cuxhavener Fischkutter ist am Abend
auf der Elbe vor Cuxhaven gekentert. Der 46jährige Eigner wird vermißt.
Die „Frieden“ sank ganz in der Nähe der Unglücksstelle des
Sportbootes „Popeye“, das im Sommer mit drei Elmshorner Seglern und
Motorbootfahrern untergegangen war. Wie bei der „Popeye“ herrschte zum
Zeitpunkt des Unglücks Wind gegen Strom. Gestern abend war es starker
Ostwind (Stärke 8-9), der gegen das auflaufende Wasser stand. Dabei
baut sich in der Elbmündung ein steiler, hoher Seegang auf, in dem der
18 Meter lange Fischkutter kenterte. Den genauen Unglückshergang
ermittelt die Wasserschutzpolizei noch.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS
"Harle Kurier" schlägt beim Anlegen leck
Donnerstag, 21.09. 2000, 06:06:23 Uhr
Eckwarderhörne. - Das Motorschiff "Harle Kurier" ist am Dienstagnachmittag bei einem Anlegemanöver in Eckwarderhörne beschädigt worden. Das teilt die Wasserschutzpolizei Wilhelmshaven mit. Unter Bezugnahme auf die Reederei Warrings, Carolinensiel, schreibt die Polizei, dass der Fährbetrieb morgen wieder aufgenommen wird. Beim Anlegen sei das Schiff von einem vorstehenden Schraubbolzen, der unterhalb der Wasserlinie in der Kaumauer steckte, an der Backbordseite beschädigt worden. Durch ein 30 mal 10 Zentimeter großes Leck in der Außenhaut drang Wasser in den Salon. Der Wassereinbruch war aber so gering, dass das Schiff aus eigener Kraft zurück nach Wilhelmshaven fahren konnte, wo es in der Neuen Jadewerft repariert wird. Passagiere waren auf der Rückreise nicht an Bord.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS
Falscher Nato-Alarm
Verdächtige Geräusche: Fische benahmen sich unanständig
Donnerstag, 21.09. 2000, 06:03:21 Uhr
London - Nato-Alarm um mögliche Unterwasser-Atomraketen: Aus der Tiefe des Meeres, dicht vor der Küste Schwedens, drangen plötzlich seltsame und ungewohnte Geräusche aus den Lausch-Mikrofonen der Horchfunker. Als ob sich die Schiffsschraube eines U-Bootes drehen würde.
Die Befürchtung der Nato - kurz nach dem Unglück des russischen U-Boots Kursk, bei dem 118 Matrosen starben: Es könnte sich eventuell um unbekannte Unterwasserobjekte (USOs für Unidentified Submerged Objects) handeln. Sofort wurde eine Schiffsflotte in die Ostsee geschickt. Dort orteten die High-Tech-Geräte weitere Geräusche, man vermutete ein U-Boot mit Interkontinental-Raketen an Bord.
Dabei handelte es sich um nichts weiter als heiße Luft - wortwörtlich. Schuld an den Geräuschen waren furzende Fische. . . Ein Heringsschwarm, der nach einem üppigen Unterwasser-Mahl verdaute, blähte Luft ins eiskalte Meer. Der frühere schwedische Armeechef, General Owe Wiktorin, gab in einem Report zu, dass Experimente jetzt gezeigt hätten, dass die Geräusche denen ähnelten, die man erhält, wenn ein Fisch zerquetscht wird und er Luft ablässt.
Wiktorin: «Unsere Aufnahmegeräte sind so fortschrittlich, dass sie Geräusche aufnehmen, die man nie zuvor gehört hat. Das bedeutet, dass die Theorie eines mysteriösen U-Boots durchaus denkbar gewesen wäre.»
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS
Cuxhaven: Fischkutter gesunken
Mittwoch, 20.09. 2000, 06:21:12 Uhr
Cuxhaven - Am gestrigen frühen Abend ist bei Cuxhaven ein Fischkutter gesunken. Der Kapitän und Besatzung sind nach behördlichen Angaben noch nicht gefunden worden, die Suche nach den Männer und dem Wrack solle aber am Morgen fortgesetzt werden.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS
Angetrunkener Kapitän rammt Brückenpfeiler auf dem Rhein: 14 Verletzte
Montag, 18.09. 2000, 07:39:46 Uhr
Köln - Am späten Sonntagabend sind auf einem Partyschiff auf dem Rhein 14 Menschen leicht verletzt worden. Das Diskoschiff mit dem vielsagenden Namen «MS Treibgut» legte vom Anleger ab, ohne dass der angetrunkene Kapitän den Motor gestartet hatte. Durch die Strömung trieb das Schiff in Richtung Deutzer Brücke bei Köln und prallte mehrfach gegen einen Pfeiler der Deutzer Rheinbrücke.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS
Schiff auf Grund gelaufen
Sonntag, 17.09. 2000, 18:54:36 Uhr
Vermutlich aufgrund des schweren Unwetters ist in der Nacht auf Sonntag ein
bulgarisches Schiff mit 186 Passagieren in der Donau bei Hainburg auf Grund
gelaufen. Ein Ausfall der Radaranlage und schlechte Sichtverhältnisse ließen
das Schiff bei einem Wendemanöver auf dem linke Donauufer stranden.
Quelle: Johannes Groisz, j.groisz@digifarm.at
In Container versteckt: Mindestens ein Flüchtling erstickt.
Sonntag, 17.09. 2000, 08:19:43 Uhr
Beim Versuch, illegal in einem Container nach Italien zu gelangen,
ist am Samstag in der griechischen Hafenstadt Korinth mindestens ein
Flüchtling erstickt. Zwei weitere schwebten noch in Lebensgefahr,
berichtete der griechische Rundfunk. Zuvor hatte es geheißen, drei
Flüchtlinge seien ums Leben gekommen. Insgesamt 31 illegale
Einwanderer, aus Indien, Irak und dem Nahen Osten hatten sich im
Hafen von Korinth in dem Container auf einem Lastwagen versteckt.
Nach Schließung des Behälters sei die Luft immer knapper geworden.
Die Menschen hätten verzweifelt an die Wände geklopft. Für einen
Flüchtling sei jede Hilfe zu spät gekommen, berichtete der Rundfunk.
Die übrigen 30 Menschen wurden mit Atemwegsbeschwerden ins
Krankenhaus gebracht. Der Zustand von zwei Flüchtlingen sei kritisch,
hieß es.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS
"Lucky Fortune": Kapitän Schuld an Havarie
Sonntag, 17.09. 2000, 08:15:49 Uhr
Kiel - Vor knapp zehn Monaten entging die Nordseeinsel Sylt um Haaresbreite einer Naturkatastrophe. In der Nacht vom 3. auf den 4. Dezember brauste der Orkan "Anatol" übers Land und der 25891 BRZ große Frachter "Lucky Fortune" drohte vor Sylt zu stranden. Nur durch den Einsatz des größten deutschen Bergungsschleppers "Oceanic" konnte das Unheil wenige Seemeilen vor der Küste abgewendet werden. Für die Havarie des Frachters war nach Ansicht des Seeamtes Kiel maßgeblich der Kapitän verantwortlich. Das geht aus der Begründung des Seeamtsspruchs hervor. Die Havarie sei vor allem darauf zurückzuführen, dass der Kapitän vor Verlassen der Reede "keine ausreichend vorausschauende und umsichtige Reiseplanung für das Befahren der Nordsee durchgeführt hat", heißt es in dem Seeamtsspruch. Dazu wäre es vor allem erforderlich gewesen sowie die sich ändernden Wetterverhältnisse, die Besonderheiten des Nordseegebiets zu berücksichtigen und vorher ausreichend Ballast aufzunehmen.
Zudem habe der Kapitän die Möglichkeit nicht genutzt, durch Fluten des Laderaums den Tiefgang zu erhöhen und damit ein sicheres Navigieren zu ermöglichen. Unzureichender Tiefgang habe dazu geführt, dass die Schiffsschraube mehrfach aus dem Wasser auftauchte, was automatisch die Abschaltung der Hauptmaschine zur Folge hatte.
Das Seeamt Kiel hatte sich nach der Havarie daraufhin sofort in die Untersuchung der Umstände ein. Techniker und Nautiker aus Kiel untersuchten das Schiff in Cuxhaven und später auch in Rostock, wo das Schiff laden sollte. Bei einer ersten Seeamtsverhandlung im Hafen von Rostock hatte die chinesische Crew bereits mit ihren Auskünften wichtige Hinweise geben können.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS
Russisches Kriegsschiff beschoss Fischerdorf
Samstag, 16.09. 2000, 07:40:17 Uhr
MOSKAU - Pleiten, Pech und Pannen - die Unglücksserie in Russland reißt nicht ab. Jetzt beschoss ein Kriegsschiff versehentlich ein Fischerdorf.
Der peinliche Unfall ereignete sich während eines Manövers vor der russischen Pazifikküste. Aus ungeklärten Gründen feuerte die "Admiral Pantilew" plötzlich eine Rakete ab - und traf das Dorf Slawjana südlich von Wladiwostok. Glück im Unglück für die Bewohner: Nur ein älterer Mann wurde durch Splitter leicht verletzt.
Unterdessen verstärkt sich der Druck auf die russische Regierung, endlich Licht ins Dunkel der Kursk-Katastrophe zu bringen. In einer Parlamentsdebatte musste sich Vize-Regierungschef Ilja Klebanow scharfe Kritik am Vorgehen der Behörden gefallen lassen. Kleinlaut räumte er ein: "Unser Rettungsgerät ist in beklagenswertem Zustand, die Hilfsaktion war schlecht." Was aber zum Untergang des U-Bootes führte, konnte oder wollte er nicht beantworten. Als mögliche Ursache kommt weiterhin eine Kollision mit einem fremden U-Boot, eine Unterwassermine oder eine Explosion an Bord in Frage. Die These, dass ein russischer Raketenkreuzer die Kursk versenkte, sei dagegen unwahrscheinlich.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS
250 illegale Irakis von Schiff vor Zypern gerettet
Freitag, 15.09. 2000, 06:52:28 Uhr
Nikosia - An den Küsten Griechenlands und Italiens werden seit Monaten
immer wieder Schiffe mit Flüchtlingen aus dem Nahen Osten und aus
Afrika aufgebracht. Schlepperbanden versuchen, die Menschen in die
Staaten der Europäischen Union einzuschleusen.
Der neueste Fall ereignete sich vor Zypern:
Die zypriotische Polizei hat mit
Barkassen und einem Helikopter rund 250 Iraker von einem vor Paphos
sinkenden Schiff gerettet. Die Polizei teilte mit, es seien
überwiegend Frauen und Kinder auf dem Schiff gewesen. Es werde
vermutet, dass der Kapitän das Schiff verlassen habe. Die Iraker, die
jeweils etwa 4000 Dollar bezahlt hätten, seien auf dem Weg von Libanon
nach Italien gewesen.
Touristen konnten sehen, wie das Schiff nur 100 Meter vom Strand
Schlagseite bekam, und die Menschen um Hilfe rufen hören. Die Männer
an Bord sprangen ins Wasser und schwammen an Land, weil die Polizei
zuerst Frauen und Kinder zum Strand brachte. Dort sammelten Touristen
nach Angaben von Augenzeugen Geld und kauften Lebensmittel, da die
Iraker offenbar tagelang nichts zu Essen und zu Trinken bekommen
hatten.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS
Seeräuberei in neuer Blüte: Piraten kapern wieder Schiffe
Donnerstag, 14.09. 2000, 06:11:04 Uhr
HAMBURG. Ein schon längst ausgestorben geglaubter Verbrechenszweig erlebt zur Zeit eine neue Blüte: die Schiffspiraterie. Allein im ersten Halbjahr 2000 wurden 160 Fälle von Seeräuberei registriert. Ein deutscher Sicherheitsexperte offeriert jetzt Antipiraterie-Kurse für Kapitäne.
Vor Angolas Hauptstadt Luanda dümpelt die "Pacific Challenger" im Hafen. Mit Schwertern, Haumessern und Eisenstangen entern neun Piraten das Schiff und gehen auf die Besatzung los. Die Seeleute werden gefesselt und verprügelt, ehe die Piraten mit Frachtgut und Ausrüstungsteilen das Weite suchen. Trotz eines Notrufes hatten die Hafenbehörden nicht reagiert. Auch die Überfälle auf hoher See nehmen zu.
Deshalb wird es immer notwendiger, die Frachter mit ihren Millionenwerten wie die Geldtransporter auf unseren Straßen zu schützen, sagt Michael Leibfritz, der 32-jährige Geschäftsführer des Sicherheitsunternehmens "STAFF Security Consulting", das sich auf den Schutz von Schiffen spezalisiert hat.
Allein im letzten Jahr hat es weltweit 285 Piratenangriffe gegeben. Der dabei entstandene Schaden wird mit 18 Milliarden Schilling (1,308 Milliarden Euro) beziffert. Dabei handelt es sich aber nur um die von Reedern gemeldeten Überfälle. Oft würden Piraterieakte nämlich verschwiegen, um teuere Liegezeiten während möglicher Ermittlungsverfahren zu vermeiden. Bei den Gewalttaten des vergangenen Jahres kam es zu mehr als 400 Geiselnahmen, außerdem wurden 3 Personen getötet und Dutzende verletzt - zwei Menschen sind vermisst.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS
Vom Delphin gerettet
Mittwoch, 13.09. 2000, 19:19:58 Uhr
Rom - Eine Geschichte, die romantische Seglerherzen höher schlagen
läßt: Der 14jährige Davide Cece, so berichten italienische Zeitungen,
verdankt sein Leben einer Rettungsaktion a´la Flipper: Auf der Adria
fiel der Nichtschwimmer von Bord des Sportbootes seines Vaters,
„plötzlich fühlte ich etwas, dass mich zur Wasseroberfläche schob“,
erzählt der Junge nach seiner glücklichen Rettung. Es war Delphin
„Filippo“, der nach Berichten von Fischern seit Mai 1998 im
süditalienischen Hafen von Manfredonia zum Liebling avanciert ist.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS
Sturm über Sydney
Mittwoch, 13.09. 2000, 19:15:33 Uhr
Sydney -Stärmische Winde haben am Dienstag schwere Schäden an den
Booten der olympischen Segelflotte verursacht: Zahlreiche Olympiasegler
mussten ihre Boote mit Mastbruch in den Hafen schleppen. Die 49er aus
Dänemark, der Ukraine, Japan und Schweden haben ihre Boote - um Bruch
beim Slippen zu vermeiden - vor dem Hafen an Bojen festgemacht.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS
Schoner von DGzRS gerettet
Mittwoch, 13.09. 2000, 19:14:36 Uhr
Cuxhaven - Nach einer mehr als zehnstündigen Zwangspause hat ein
DGzRS-Rettungskreuzer einen holländische Schoner von einer Sandbank in
der Elbe freigeschleppt. Die 36 Meter lange „Twister“, Heimathafen
Harlingen, befand sich auf der Fahrt nach Kiel, als sie am Montagabend
bei Flut auf einem Flach quer ab von Cuxhaven-Altenbruch festkam, erste
Versuche eines kommerziellen Schleppers eine Leinenverbindung
herzustellen, scheiterten. Erst der Seenotrettungskreuzer konnte den
Segler am nächsten Morgen aus seiner Lage befreien.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS
Mallorca: Ausflugsschiff mit Fähre kollidiert
Mittwoch, 13.09. 2000, 19:10:56 Uhr
Palma de Mallorca - Beim Zusammenstoss eines
Ausflugsschiffes mit einer Fähre sind vor der spanischen
Ferieninsel Mallorca acht Touristen verletzt worden, darunter vier
Deutsche.
Wie die Hafenbehörden in Palma de Mallorca mitteilten, war die
unter britischer Flagge fahrende Motoryacht «Auriga» in der Nacht
zum Freitag eine Seemeile vor der Westküste Mallorcas aus
unbekannter Ursache mit der ultramodernen Katamaran-Fähre
«Millenium» kollidiert.
Dabei wurde der Bug der «Auriga», die 20 Ausflügler und
Besatzungsmitglieder an Bord hatte, völlig zertrümmert. Ausser den
vier Deutschen erlitten drei Italiener und ein Schwede zum Teil
schwerere Verletzungen.
Das 33 Meter lange Schiff wurde von einem Schlepper in den Hafen
von Palma geschleppt. Die 140 Passagiere der «Millenium»
überstanden die Kollision unverletzt.
Allerdings wurde die Katamaran-Fähre, die sich auf der Fahrt von
Palma de Mallorca nach Barcelona befunden hatte, so stark
beschädigt, dass sie in den Hafen von Palma zurückkehren musste.
Sie war erst im Juni in den Dienst gestellt worden.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS
Kein Freundschaftsbesuch
Mit einem Leck im Kühlsystem erreichte ein britisches Atom-U-Boot den Hafen von Gibraltar. Dort soll es jetzt trotz aller Proteste und Gefahren repariert werden
Mittwoch, 13.09. 2000, 06:10:24 Uhr
MADRID - Neugierig und zugleich ängstlich spazieren die Einwohner der britischen Kronkolonie Gibraltar Abend für Abend zum Hafen. Dort liegt ein ganz ungewöhnliches Schiff vertäut, das Atom-U-Boot HMS "Tireless". Anders als bei früheren Gelegenheiten handelt es sich nicht um einen Freundschaftsbesuch der Royal Navy. Das lange graue Ungetüm ist kaputt. Es erreichte am 19. Mai mit einem Schaden im Kühlsystems des Reaktor mit Müh und Not den Hafen von Gibraltar. Jetzt hat die britische Regierung allen Protesten zum Trotz den Befehl gegeben, die "Tireless" in Gibraltar zu reparieren. Bei den 31.000 Einwohnern der Kronkolonie und den knapp 300.000 Anwohnern auf der spanischen Seite der Grenze macht sich Angst breit.
Nichts weiter als einen zwei Millimeter großen Riss habe das Kühlsystem. "Den hätte man mit einem Daumen abdichten können", versucht Mike Walliker, der Kapitän des Bootes, die Bevölkerung zu beruhigen. Zwar sei ein Teil des 300 Grad heißen, unter Hochdruck stehenden radioaktiven Dampfes in das Meer entwichen, doch sei die Strahlenbelastung dabei nie über erlaubte Grenzwerte gestiegen. "Das war nichts weiter als ein Tropfen im Mittelmeer", meint Walliker.
Für Juan Clavero, Sprecher der Umweltgruppe Ecologistas en Acción in der Provinz Cádiz, ist dies alles "Schwachsinn". "Der Riss im Reaktor ist von allerhöchster Gefahrenstufe", weiß er zu berichten. Der Unfall gehöre zwar nur der Alarmstufe drei an. Doch Clavero ist sich sicher, dass bei der Reparatur das Risiko eines Uranaustritts besteht. Das wäre dann Alarmstufe sechs, die gleiche wie beim Unfall in Tschernobyl.
"Die Reparatur wird mindestens ein Jahr dauern", erklärt Kapitän Walliker. Zu diesem Zweck soll das entsprechende Material nach Gibraltar transportiert werden. Ein Transport des U-Bootes in einen britischen Hafen, wie ihn Umweltschützer und Bürgermeister aus der Umgebung verlangen, sei zu gefährlich, heißt es aus dem Londoner Verteidigungsministerium.
Deshalb wurde der Hafen Gibraltar von der Regierung Blair kurzerhand von der Besuchskategorie Z zum Hafen X und damit zum Reparaturhafen für Reaktoren umgestuft. Und das ganz ohne Katastrophenplan. In ihren drei Atomhäfen geht die Navy von einer Evakuierungszone von 100 Kilometern aus. Im Falle von Gibraltar wären das zwei Millionen Menschen in drei Ländern: die britische Kolonie, Spanien und Marokko. Umweltschützer und Kommunalpolitiker mobilisieren nicht nur gegen die Reparatur der "Tireless". Sie befürchten, dass London den Hafen von Gibraltar - einmal umgestuft - als Atom-Reparaturhafen beibehalten könnte.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS
Philippinen: Sieben Tote bei Fähren-Havarie
Dienstag, 12.09. 2000, 06:26:00 Uhr
Manila - Beim Untergang einer Touristenfähre auf den Philippinen sind sieben Menschen getötet worden. 22 Passagiere und Besatzungsmitglieder überlebten das Unglück. Das Schiff war auf der Fahrt von Puerto Galera nach Batangas bei Sturm in Seenot geraten und gesunken.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS
Fähre rammt Motorjacht - fünf Verletzte
Dienstag, 12.09. 2000, 06:19:34 Uhr
Palma de Mallorca - Riesenschreck für die Besatzung der britischen
Mega-Motorjacht „Auriga“. Die 30 Meter lange Jacht wurde vor Puerto de
Andraitx auf der Backbordseite von der Schnellfähre „Millennium“
gerammt. Wie durch ein Wunder wurde das deutlich kleinere Motorboot aber
nicht zum Kentern gebracht. Dennoch: Fünf Besatzungsmitglieder der
„Auriga“, darunter ein Baby, wurden schwer verletzt. Die Jacht musste in
den Hafen geschleppt werden, die Fähre ihre Reise nach Barcelona
abbrechen.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS
Polnische Segelyacht vor dänischer Küste gesunken
Montag, 11.09. 2000, 22:09:44 Uhr
Kopenhagen - Bei einem Bootsunglück vor der dänischen Westküste sind am Sonntag mindestens zwei Insassen eines polnischen Segelboot ums Leben gekommen. Fünf weitere Personen wurden noch vermisst, sie gelten in der Zwischenzeit als tot. Lediglich eine Frau wurde lebend geborgen. Die mit acht Personen besetzte 14 Meter-Segelyacht «Bieszczady» kollidierte am frühen Morgen 35 Kilometer südwestlich von Thyborön mit einem zunächst unbekannten Schiff und sank sofort. Die Identität dieses zweiten Schiffs müsse noch geklärt werden, erklärten die Behörden.
Die Überlebende sagte, sie und der Skipper hätten im Dunkeln die Positionslichter des anderen Schiffs verwechselt. Sie dachten, sie würden dem anderen Schiff folgen, auf das sie tatsächlich zufuhren. Die «Bieszczady» hatte am 4. September Cuxhaven verlassen und wollte zwei Wochen später nach einer Reise durch die Ostsee in dem polnischen Hafen Swinemünde (Swinoujscie) eintreffen.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS
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