<0tml>Seenotfälle November 2000

EUROPÄISCHES SEGEL-INFORMATIONSSYSTEM
Seenotfälle
Archiv November 2000

Last update: Freitag, 16.2.2001, 06:05:33 Uhr

Nordsee: Kutter in Monster-Gasblase versunken?
Donnerstag, 30.11. 2000, 21:02:41 Uhr
ABERDEEN. Ein britischer Fischkutter soll in der Nordsee von riesigen Gasblasen versenkt worden sein. Das Wrack des vor über 70 Jahren gesunkenen Schiffes war in der vergangenen Woche 85 sm vor der Küste der schottischen Stadt Aberdeen von einem Roboter-U- Boot fotografiert worden. Die Stelle ist als ,,Hexenloch'' berüchtigt. Wie das britische Magazin ,,New Scientist'' (Nr. 2267, 5. 20) in seiner jüngsten Ausgabe berichtet, weist das Schiff keinerlei Schäden auf und steht kerzengrade auf dem Meeresgrund in 140 Metern Tiefe. Die Fischernetze sind noch immer an dem Schiff befestigt.
Wissenschaftler der Universität Sunderland vermuten, dass die Fischer auf hoher See einen Tod wie im Horrorfilm fanden: Ohne dass ihr Schiff leck schlug oder kenterte, wurde es plötzlich vom Meer verschluckt und sank wie ein Stein auf den Grund. Als Ursache nennen die Forscher vom Meeresboden aufsteigendes Methangas, das sich im ,,Hexenloch'' nachweisen lässt. Es staut sich im Meeresboden an und entweicht von Zeit zu Zeit. Wenn die Gasblasen vom Meeresboden nach oben steigen, verringern sie die Dichte des Wassers und dadurch seine Tragkraft'', sagte der Meeresgeologe Alan Judd. ,,Jedes Schiff, das eine solche Stelle erreicht, muss nach unten sinken wie in einem Aufzugsschacht.'' Hoffnung auf Rettung gebe es nicht: ,,Leute, die mit Schwimmwesten über Bord springen, sinken auch nach unten.'' Ein ähnliches Phänomen habe möglicherweise zum spurlosen Verschwinden so vieler Schiffe im Bermuda-Dreieck geführt.
Quelle: Joachim Preuß, sailpress.de - Sicherheit für Hochseesegler

Reeder der "Express Samina" begeht Selbstmord und stürzt sich in den Tod
Donnerstag, 30.11. 2000, 19:06:53 Uhr
Athen - Zwei Monate nach dem tragischen Unfall der griechischen Fähre Express Samina hat sich gestern der Vizepräsident der Reederei Minoan Flying Dolphins (MFD), Pandelis Sfinias, das Leben genommen. Er stürzte sich aus dem Fenster seines Büros im sechsten Stock des MFD-Hauptquartiers am Hafen von Piräus.
Beim Untergang der Express Samina, die am 26. September vor der Insel Paros auf ein Riff gelaufen war, wurden 80 Menschen getötet. Nach der Tragödie geriet die Minoan Flying Dolphins ins Kreuzfeuer der Kritik.
Der Kapitän und der Erste Offizier der Express Samina sind wegen grob fahrlässiger Tötung in Untersuchungshaft. Ermittlungen laufen aber auch gegen die Reederei, nachdem Zweifel an der Seetüchtigkeit der 34 Jahre alten Fähre aufgekommen waren.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

MS «Smaland» im Brunsbütteler Hafen in Brand geraten
Donnerstag, 30.11. 2000, 18:48:35 Uhr
Heide - Im Elbehafen von Brunsbüttel ist am Donnerstagmorgen ein Holzfrachter in Brand geraten. Nach eingehender Begutachtung des Brandschadens durch Vertreter der Seeberufsgenossenschaft und des Germanischen Lloyd ist eine Gruppe von Experten zu folgendem Resultat gekommen: Durch den Brand ist es im Vorschiff-Bereich des Holzfrachters zu Verpannungen der Unterzüge (Spanten und Stringer) sowie Aufwerfungen des Oberdeckbereiches gekommen. Gleichzeitig befürchtet man eine Versprödung des Materials. Das Schiff hat daher ein Weiterfahrverbot erhalten, die an Bord genommene Ladung muss wieder gelöscht und das Schiff zur Reparatur in eine nahegelegene Schiffswerft verlegt werden. Nach der Reparatur und Begutachtung durch den TÜV kann das Schiff dann wieder auf Fahrt gehen.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Deutsches Segelschiff vor Gran Canaria in Seenot
Sonntag, 26.11. 2000, 19:14:32 Uhr
Eine deutsche Segelyacht ist in der gestrigen Nacht 40 Seemeilen vor Gran Canaria in Seenot geraten. Die sechsköpfige Crew setzte über UKW einen SOS-Ruf ab, nachdem sie Wassereinbruch bemerkt hatten. Ein Rettungshubschrauber stieg auf und kreiste über der Yacht, bis ein Schlepper die Yacht erreicht hatte. Der Schlepper übernahm die Besatzung auf, nahm die Yacht auf den Haken und brachte die "Balu" zum Hafen Pasito Blanco / Gran Canaria.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Vermutlich mindestens 21 Tote bei Schiffsuntergang in Brasilien
Samstag, 25.11. 2000, 18:38:07 Uhr
Nach der Kenterung einer Passagierfähre auf dem Urwald-Fluss Solimoes im Norden Brasiliens sind vermutlich mindestens 21 Menschen ums Leben gekommen. Die Fähre war am Samstagmorgen mit 76 Passagieren an Bord im Hafen von Manaus, der Hauptstadt des nordbrasilianischen Bundesstaates Amazonas, gestartet. 47 Passagiere wurden nach dem Untergang von der Besatzung eines anderen Schiffes lebend aus dem Wasser gerettet. Offensichtlich war das Schiff mit Passagieren und einer zu großen Ladung total überladen.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Cuxhaven knapp an Tanker-Katastrophe vorbei
Donnerstag, 23.11. 2000, 06:01:49 Uhr
Cuxhaven - Die mit 16 Millionen Litern Palmkernöl beladene "Salina" wäre um ein Haar vor Cuxhaven an der Nordseeküste gestrandet. Ein Schlepper und ein Kreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger schleppten den 171 Meter langen Tanker mit Ruderschaden am Mittwoch in tieferes Wasser. Das unter Bahama-Flagge fahrende Schiff hatte zu dieser Zeit laut Wasserschutzpolizei nur noch 20 Zentimeter Wasser unter dem Kiel. Nach einer Reparatur fuhr der Tanker aus eigener Kraft nach Hamburg. Offenbar war ein elktronisches Teil der Ruderanlage durchgebrannt.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

„Neuwerk“ wieder zurück in Cuxhaven
Montag, 20.11. 2000, 16:55:55 Uhr
Cuxhaven - Nach rund zwei Wochen Arbeit vor der französischen Küste ist das deutsche Spezialschiff "Neuwerk" am Wochenende nach Cuxhaven zurückgekehrt. Im Auftrag der französischen Regierung hatte die "Neuwerk" nach Chemikalien gesucht, die aus dem vor Frankreich untergegangenen Tanker "Ievoli Sun" austreten könnten. Dabei waren aber nur Spuren mit dem als hochgiftig geltenden Styrol identifiziert worden.
Die Technik der Neuwerk habe sich während des Einsatzes bestens bewährt, so das Schifffahrtsamte Cuxhaven, zu dem das Schiff gehört. Die "Neuwerk" ist mit modernster Technik ausgerüstet.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

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