EUROPÄISCHES SEGEL-INFORMATIONSSYSTEM
Seenotfälle
Archiv Februar 2002

Last update: Freitag, 01.03.2002, 15:07:54 Uhr

Interessante Links:

Seenotfälle durch Sturmtief Anna II
Donnerstag, 28.02.2002, 13:22:32 Uhr

Am Nachmittag des 26.2. kollidierte der Containerfrachter "Maersk Brisbane" beim Anlegemanöver mit der Bremerhavener Stromkaje. Die Außenhaut des unter Bahamas-Flagge laufenden Schiffes wurde dabei aufgerissen sowie die Kaimauer beschädigt. Ursache des Unglücks waren die Orkanböen des Sturmtiefs Anna II. Über die "Maersk Brisbane" wurde bis zur Beseitigung der Schäden ein Auslaufverbot verhängt. Die Höhe des Sachschadens ist noch nicht ermittelt. Seine Reise in die Ostsee fortgesetzt hat unterdessen die "Svilen Russev", deren Havarie zu einem Großeinsatz von Hilfskräften in der Außenelbe gesorgt hatte. Der auf Cuxhavener Reede liegenden Frachters hatte sich gegen 19.20 Uhr am 26.2. in rund acht Meter hohen Wellen von seinem Ankerplatz losgerissen. Ein Besatzungsmitglied, so meldete der Kapitän, sei verletzt worden, die Maschine unklar. Das Mehrzweckschiff "Neuwerk", der Hamburger Hochseeschlepper "Oceanic" sowie die Rettungskreuzer "Wilhelm Kaisen" und "Hermann Helms" begaben sich zur Unglücksstelle. Gegen 23 Uhr erlangte der Havarist, der mit schlierenden Ankern in der tobenden See arbeitete, wieder Manövrierfähigkeit und nahm Fahrt auf. Ein SAR-Hubschrauber erschien um 00.45 Uhr des 27.2. über der "Svilen Russev". Der verletzte Seemann wurde mittels Rettungsschlinge aufgewinscht und in ein Bremerhavener Krankenhaus geflogen. Anschließend konnte der Seenotfall aufgehoben werden.
Quelle: Tim Schwabedissen

Orkan brachte Schiffe in Not
Mittwoch, 27.02.2002, 18:05:11 Uhr

Der Orkan Anna, der am 26.2. mit Windgeschwindigkeiten bis zu 180 km/h über Norddeutschland hinweg fegte, hat Auswirkungen auch auf die Schifffahrt gehabt. Zahlreiche Fahrzeuge suchten Schutzhäfen auf, Fährlinien und Lotssendienste wurdenn zeitweilig eingestellt. In der deutschen Bucht gerieten der bulgarische Frachter "Svilen Russev", 23779 BRZ, sowie der zypriotische Frachter "Server" durch Maschinenprobleme in Seenot. Der 201 Meter lange, in Ballast hoch aus der Last liegende Bulgare trieb zeitweilig ungebremst in Nordrichtung auf die Flachwasserzone vor Friedrichskoog zu. Das Behördenschiff "Neuwerk" bemühte sich zwar um den Aufbau einer Schleppverbindung, jedoch bestand kein Zweifel, dass nur der bewährte Hochseeschlepper "Oceanic" die Drift würde aufhalten können. Ein Notankermanöver des Frachters stoppte seine Geisterfahrt im letzten Augenblick. Die "Svilen Russev" hatte ursprünglich die Elbmündung angesteuert. Im Laufe der Nacht sollte sie auf den Haken genommen und in sichere Gewässer bugsiert werden. Am späten Abend gelang es auch der "Server", 19864 BRZ, zu drehen und aus der Unteifenzone der Wattenmeerküste herauszulaufen. Bereits egen 15.30 Uhr erfassten Orkanböen den unter der Flagge von St. Vincent und Grenadinen fahrenden Frachter "Balkan Future", 3150 BRZ, bei Rendsburg im Nord-Ostsee-Kanal. Es wurde um 180 Grad gedreht und lief an der Kanalböschung auf Grund. Es kam später aus eigener Kraft wieder frei und konnte seine Fahrt nach Kiel fortsetzen.
Quelle: Tim Schwabedissen

Ölpest abgewendet
Mittwoch, 27.02.2002, 18:05:45 Uhr

Am 24.2. gelang es, den vor der Ostküste Neuseelands gestrandeten japanischen Frachter «Jody F Millennium» nach 18 Tagen freizuschleppen. Der 160 Meter lange Havarist, der noch immer mehrere 100 Tonnen Schweröl an Bord hat, wurde zu weiteren Untersuchungen zwei Kilometer vor der Küste verankert. Er gilt nach neuseeländischem Recht als "gefährliches Schiff". In den vergangenen Tagen waren rund 25 Tonnen Schweröl ausgelaufen, die einen Schaden von rund 960.000 Euro anrichteten. Zahlreiche Seevögel gerieten in den Ölteppich, der die Insel bedrohte.
Quelle: Tim Schwabedissen

"Willy" auf den Schrott
Mittwoch, 27.02.2002, 18:06:19 Uhr

Nur noch Schrottwert konnte nach der Dockung in Plymouth dem Hamburger Tanker "Willy" attestiert worden. Er war zu Jahresbeginn vor Ost-Cornwall gestrandet und konnte erst nach 11 Tagen von den Küstenfelsen abgebracht werden. In dieser Zeit hatte er erhebliche Boden- und Seeschlagschäden erlitten. Während die letzte Reise nun zu den Abwrackern geht, erwarb die Reederei als Ersatz bereits die in der Türkei erbaute "Heinrich".
Quelle: Tim Schwabedissen

"Sussex"-Wrack entdeckt?
Mittwoch, 27.02.2002, 18:06:46 Uhr

Am 25.2. teilte die Odyssey Marine Exploration mit, im Mittelmeer gefundenen ein Wrack gefunden zu haben, bei dem es sich um die vor 300 Jahren gesunkenes, mit vielen Goldbarren beladenes britische "Sussex" handeln könne. Gemeinsam mit der britischen Regierung wird die in Florida ansässige Firma über das weitere Vorgehen im Hinblick auf eine sichere Identifizierung und den Umgang mit der potentiellen Ladung beraten. Nach internationalem Seerecht ist die britische Regierung weiterhin Eigentümerin. Die seinerzeit werftneue "Sussex" war 1694 mit 500 Mann Besatzung in der Straße von Gibraltar im Sturm untergegangen. Das an Bord befindliche Gold, das heute einen Milliardenwert hättem sollte unter Kommando von Sir Francis Wheeler die Treue des Grafen von Savoy im Krieg Englands gegen Frankreich sichern. Nur zwei Matrosen überlebten die Katastrophe.
1998 begann die auf Wracksuche spezialisierte Firma Odyssey mit der Suche nach dem Wrack. Sie gab für die Expedition drei Millonen Dollar aus, ehe ihre Spezialkameras die Schiffstrümmer entdeckten, die von der "Sussex" stammen könnten.
Quelle: Tim Schwabedissen

Elbe: Bulgarischer Frachter in Seenot
Mittwoch, 27.02.2002, 06:39:58 Uhr

Ein bulgarischer Frachter war am Abend in der Elbmündung in Seenot geraten. Die Wasserschutzpolizei teilte mit, die 201 Meter lange 'Twilen Rossew' habe in die Elbe einlaufen wollen und habe dann nach Norden abgedreht. Dabei sei sie aus noch ungeklärter Ursache auf die Küste in Richtung Friedrichskoog (Schleswig-Holstein) abgetrieben. Das Schiff habe dann zwei Anker geworfen, die auch gehalten hätten, hieß es.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Griechischer Frachter in der Ägäis gesunken
Montag, 25.02.2002, 13:22:20 Uhr

Athen - Ein griechischer Frachter ist am Montag in der Ägäis gesunken. Die Küstenwache rettete im Sturm acht Besatzungsmitglieder von dem sinkenden Schiff «Philipos K II» in der Nähe der Insel Skyros. Ein Seemann wurde noch vermisst; eine Frau, wahrscheinlich die Ehefrau des Schiffseigners, starb kurz nach der Rettungsaktion. Der Frachter brachte Kunstdünger von Kavala nach Kreta.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Binnenschiff auf Main gestrandet
Dienstag, 26.02.2002, 10:18:46 Uhr

Am Abend des 21.2. stellte sich der mit 1500 Tonnen Kohle beladene Frachter "Silke" auf dem Main nahe der Schleuse Kneztgau im Unterfränkischen quer. Das Schiff wurde von der Strömung erfasst und lief mit Bug und Heck auf den gegenüberliegenden Uferseiten auf Grund. Als Folge begann sich Flusswasser aufzustauen, Böschungsteile brachen weg. Die Schifffahrt musste eingestellt werden.
Zur Mittagszeit des Folgetages verlegte die Bundeswehr ein Laufband, von dem aus ein Kran einen Bagger in die "Silke" hieven sollte. Mit ihm gelang es, die Ladung des vom Auseinanderbrechen bedrohten Schiffes zu leichtern. Am 23.2. konnte die "Silke" befreit werden, was für mittlerweile rund 100 aufgestaute Schiffe im Anschluss gleichfalls galt.
Quelle: Tim Schwabedissen

Frachterstrandung auf der Elbe
Freitag, 22.02.2002, 16:57:11 Uhr

Zur Mittagszeit lief am 22.2. der holländische Containerfrachter "Merwedijk" am Mühlenberger Loch in der Elbe auf Grund. Minuten nach einem Maschinenversager kam das Schiff bei ablaufendem Wasser fest. Zwei Schlepper mühten sich zunächst vergeblich, den mit 700 Containern voll beladen aus Skandinavien kommenden Havaristen zu befreien. Erst um 19.45 Uhr konnte, begünstigt durch den Wasserstand, das 132 Meter lange Schiff abgeschleppt und an den Burchardkai in Waltershof bugsiert werden. Es war erst 2001 auf der Hegemann-Roland-Werft in Berne erbaut worden. Bereits am Spätnachmittag des 15. Februars war der 182 Meter lange türkische Massengutfrachter "Merve Ince" vor Blankenese nach Aussetzen seiner 9800-PS-Maschine gestrandet. Hunderte von Schaulustigen hatten die Befreiungsaktion durch 2 Schlepper direkt vor dem Ufer verfolgt.
Quelle: Tim Schwabedissen

"Vasa"-Wrack vom Untergang bedroht
Freitag, 22.02.2002, 16:56:42 Uhr

Sorgen bereiten bis zu fünf Tonnen Schwefelsäure im Wrack des schwedischen Kriegsschiffes "Vasa", das seit 1990 in einem Museum in Stockholm liegt. Im 1628 auf der Jungfernfahrt gesunkenen und 1961 im Stockholmer Hafen gehobene Flaggschiff König Gustav II. Adolfs hat sich die ätzende Flüssigkeit gebildet und bedroht die Stabilität von Planken und Balken. Sulfatsalze drohten diese nach einer Untersuchung zudem auseinander zu sprengen. Eine Zunahme von Salzkristallen hatte die Forscher auf die Gefahr aufmerksam gemacht. Während der 333 Jahre im Brackwassermilieu des Hafens hätten sich größe Schwefelmengen aus bakteriellen Abbauprodukten angesammelt, die nach der Bergung unter Sauerstoffeinfluss zu Schwefelsäure oxidierten. Als Katalysator dienten die Reste der verrosteten rund 9000 Eisenbolzen. Die Säurebildung in dieser skandinavischen Hauptattraktion könnte nach bisherigem Kenntnisstand nur die Hinzugabe Tonnen neutralisierender Säure gestoppt werden. Aussichtsreicher erscheint Forschern aber die Entwicklung einer Chemikalie, die die Katalysatorfunktion der Bolzenreste aufhebe. Wenn sich auch die "Vasa" unter besonderen Bedingungen wie den ruhigen Bedingungen im Hafenbecken bei zeitgleicher Einleitung schwefelhaltiger Stoffe befunden hatte, so kann die beunruhigende Entdeckung auch für die Erhaltung anderer alter Wracks Konsequenzen haben.
Quelle: Tim Schwabedissen

Xanthia demolierte Schiffe in Kiel
Freitag, 22.02.2002, 16:56:16 Uhr

Das Sturmtief Xanthia führte in der Nacht vom 21. zum 22.2. zum voraussichtlichen Totalverlust eines Ausflugsschiffes in Kiel. Der 1946 als Kutter in Neustadt erbauten "Dicke Berta" riss gegen 3.20 h in den Mrogenstunden ein Poller aus dem Deck, woraufhin das Schiff gegen einen RoRo-Anleger des Ostseekais trieb. Rumpf und Aufbauten wurden beim Anprall über die gesamte Länge der Backbordseite aufgerissen, das Schiff schlug leck. Der eilig herbeigerufenen Besatzung gelang es, die Wasser machende "Dicke Berta" an einen Liegeplatz zu manövrieren, wo sie unter Einsatz von Pumpen am Morgen stabilisiert werden konnte. Anschließend wurden über eine Tonne Öl und Öl-Wasser-Gemisch abgepumpt. Später hob ein Kran das nach wie vor vom Untergang bedrohte Traditionsschiff auf den Kai. Der Schaden wurde am Vormittag auf eine halbe Million Euro geschätzt. In direkter Nachbarschaft wurde auch der Kieler Nachbau der Bremer Hansekogge lädiert. Sie riss sich ebenfalls zum Teil los und prallte gegen die Pier. Dabei wurde sie am Bug beschädigt.
Quelle: Tim Schwabedissen

"Kursk" sank durch defekten Torpedo
Dienstag, 19.02.2002, 15:42:17 Uhr

Am 18.2. wurde der Abschlussbericht der Untersuchungskommission zum "Kursk"-Untergang vorgelegt. Er kommt zu dem Schluss, dass das Atom-U-Boot im August 2000 wahrscheinlich wegen der Explosion eines defekten Übungstorpedos sank. Probleme habe es auch der Flüssigtreibstoff der Torpedos gewesen. Als Konsequenz degradierte der russische Präsident Putin den stellvertretenden Ministerpräsidenten Ilja Klebanow zum Minister für Industrie und Technologie. Weiter konstatierte der Bericht schwere Nachlässigkeiten bei den Chefs der Nordmeerflotte wie auch bei der 118köpfigen Bootsbesatzung, die bei dem Unglück ums Leben kam. Die Untersuchungen hätten keine Hinweise auf dem U-Boot in gefährliche Weise angenäherte mögliche Kollisionsgegner ergeben. Im Gegenteil habe die Bootsführung fünf in der Region operierende andere Schiffe aus sicherer Distanz beobachtet. Auch die vom Marinebefehlshaber Wladimir Kurojedow nach wie vor postulierte These der Kollision mit einer alten Mine als Auslöser der Katastrophe sei nicht als wahrscheinlich anzusehen. Mängel konstatierte der Vorsitzende der Kommission, Wladimir Ustinow, auch bei der Instandhaltung der bordeigenen Rettungseinrichtungen der "Kursk".
Quelle: Tim Schwabedissen

Frachter gesunken - sechs Seeleute tot
Freitag, 15.02.2002, 13:10:27 Uhr

Am 11.2.02 sank vor der japanischen Küste der unter Billig-Flagge laufende Frachter "Triumph Kaoshiung". Von seiner 26köpfigen Besatzung konnten nur 20 Mann gerettet werden, sechs Seeleute ertranken. Die "Triumph Kaoshiung" hatte eine Ladung Stahl an Bord.
Quelle: Tim Schwabedissen

"Jody F. Millenium" wird aus der Luft geleichtert
Freitag, 15.02.2002, 13:10:58 Uhr

Am 14.2.02 wurde begonnen, die Holzladung der vor Gisborne, Neuseeland, gestrandeten "Jody F. Millenium" zu leichtern. Hubschrauber müssen dabei riesige Baumstämme einzeln vom Deck des Havaristen hieven. Dadurch erhoffen sich die Einsatzkräfte eine Reduzierung des Schiffsgewichts, die es erlaubt, es wieder aufschwimmen zu lassen. Weiterhin laufen, erschwert durch raue See, die Arbeiten zum Abpumpen der knapp 400 Tonnen Betriebsstoff. Eine Woche nach Strandung des panamaischen Schiffes wurden bislang erst wenige verölte Seevögel aufgefunden.
Quelle: Tim Schwabedissen

Russischer Trawler vor Schweden gestrandet
Dienstag, 12.02.2002, 17:58:13 Uhr

Am 11.2.02 lief der russische Fischtrawler "Albakor" vor der südschwedischen Ostseeküste auf Grund. Bei der Strandung schlug das Schiff leck und verlor Treibstoff. Es soll aber nicht unmittelbar vom Unterang bedroht sein. Die 37köpfige Besatzung wurde vom schwedischen Seenotrettungsdienst abgeborgen und nach Trelleborg gebracht. Der Erste Offizier, der unter Alkoholeinfluss gestanden haben soll, wurde dort fest genommen.
Quelle: Tim Schwabedissen

Arbeiten an der "Jody F. Millenium" gehen voran
Dienstag, 12.02.2002, 17:57:29 Uhr

Mit Hochdruck arbeiten Bergungsexperten daran, 400 Tonnen Treibstoff aus dem im Sturm am 6.2. 350 Kilometer nördlich der neuseeländischne Hauptstadt Wellington gestrandeten Frachter "Jody F. Millenium" auszupumpen. Zwei Tanks des in schwerer Brandung fest liegenden Havaristen waren zuvor leck geschlagen, so dass 40 Tonnen Öl den 350 Meter entfernten Strand verschmutzten. 30 Kubikmeter kontaminierter Sand wurden von Helfern bislang abgetragen. Bis zum 13.2. sollen die Pumparbeiten abgeschlossen werden. Für diesen Tag ist eine weitere Wetterverschlechterung vorhergesagt, und es wird befürchtet, dass das Schiff in bis zu fünf Meter hohen Wellen auseinander bricht. Ungeachtet dessen wird für den 15.2. ein erster Abschleppversuch geplant. Unter dem Havaristen haben sich allerdings bereits aus Auskolkungen gebildet, seewärts ist eine zwei bis drei Meter hohe Sandbarre entstanden. Ausgebrachte Anker sollen das Schiff zunächst in seiner Position halten. Später könnte versucht werden, die 20000-Tonnen Holzladung mit Hubschraubern zu leichtern, allerdings besteht die Gefahr, dass dies die Stabilität des Schiffes beeinträchtigt. Die "Jody F. Millennium" gehört der japanischen Soki Kissen Co Ltd. und ist in Panama registriert. Sie war nach Südkorea unterwegs.
Quelle: Tim Schwabedissen

Fährunglück vor Gran Canaria fordert 52 Verletzte
Dienstag, 12.02.2002, 17:56:53 Uhr

Das Fährunglück vor Gran Canaria hat insgesamt 52 Verletzte gefordert. Kurz nach dem Auslaufen aus Las Palmas in Richtung Teneriffa am 10.2. war die hintere Tragfläche des Jetfoil "Princesa Teguise" abgebrochen. Dadurch stoppte das zum Unglückszeitpunkt bereits 42 Knoten schnelle Tragflügelboot abrupt und schlug auf dem Wasser auf. Vorausgegangen war möglicher Weise die Kollision mit einem schwimmenden Gegenstand oder Wal. FZahlreiche der 102 Fahrgäste wurden meterweit aus ihren Sitzen geschleudert oder schlugen mit den Köpfen auf die Vordersitze auf. Am schlimmsten traf es jene, die vorschriftswidrig nicht angeschnallt waren. Unter den Schwerverletzten ist ein vierjähriges Mädchen, einem Opfer droht die Lähmung. Auch drei der fünf Besatzungsmitglieder sind unter den Verletzten. Passagiere verglichen die Situation mit dem Fall eines Flugzeugs in ein Luftloch. Sie berichteten, nach der Havarie sei an Bord Panik ausgebrochen. Sprecher der Reederei Trasmediterránea verglichen die Situation mit dem Aufprall eines Flugzeugs. Nach dem Fahrtverlust trieb die "Princesa Teguise" rund eine Stunde antriebslos und manövrierunfähig in der See, ehe ein Schiff des Seenotrettungsdienstes mit Ärzten an Bord eintraf. Ein Schlepper bugsierte den Havaristen vier Stunden später in den Hafen von Las Palmas zurück. Erst jetzt konnten die Verletzten in Krankenhäuser eingeliefert werden. Das Boot war im November 2001 grundüberholt worden. Nach jeder Fahrt sei es laut Reedereiangaben zudem gewartet worden. Die Trasmediterránea betreibt zwei dieser 27 Meter langen und 8,5 Meter breiten Fähren zwischen den Kanaren-Inseln, die jeweils eine Spitzengeschwindigkeit von umgerechnet rund 80 km/h erreichen. Sie fassen bis zu 267 Passagiere. Bereits im Juni 2000 war eines der Schiffe vor Teneriffa mit Motorschaden liegen geblieben und trieb anschließend zehn Stunden in der See. Kollisionen mit Walen wurden bereits mehrfach gemeldet.
Quelle: Tim Schwabedissen

Tanker droht auseinander zu brechen - KORREKTUR
Dienstag, 12.02.2002, 17:54:23 Uhr

Bei dem vor der Küste Neuseeland gestrandeten Schiff handelt es sich nicht um einen Tanker, sondern um einen mit Holz beladenen Frachter. Das Auspumpen begann angesichts hohen Zeitdrucks durch Wetterverschlechterung mittlerweile, es konnten schon mehrere 100 Tonnen Bunkeröl aus dem auf einer Sandbank liegenden Wrack geleichtert werden.
Quelle: Tim Schwabedissen

Frachterwrack verursacht Ölpest
Dienstag, 12.02.2002, 17:53:36 Uhr

Die Ursache einer seit November 2001 andauernden Ölverschmutzung in der Bucht von San Francisco konnte jetzt aufgeklärt werden. Als Verursacher machte die Küstenwache das Wrack des in 50 Meter Tiefe liegenden Frachters "Jacob Luckenbach" aus. Er war 1953 nach einer Kollision gesunken. Bereits seit 1992 trat in geringeren Mengen Betriebsstoff aus durch korrodierten Schiffstanks aus, im letzten Vierteljahr verstärkte sich der Ausfluss und verschmutzte einen 350 Kilometer langer Küstenstreifen . Der zunächst mysteriös erscheinenden Ölpest fielen bislang über 1300 Seevögel zum Opfer.
Quelle: Tim Schwabedissen

Fähre bremste sich aus - 40 Verletzte
Dienstag, 12.02.2002, 17:53:02 Uhr

40 Verletzte forderte ein Fährunglück am 10.2. vor Gran Canaria. Durch einen technischen Defekt wurde das Hochgeschwindigketisschiff bei einer Geschwindigkeit von 40 Knoten abrupt abgestoppt. In der Fahrgastkabine schleuderten darauf hin etliche Passagiere zu Boden oder gegen das Mobliliar. Drei Passagiere wurden schwer verletzt, häufige Schädigungen waren Knochenbrüche und Prellungen.
Quelle: Tim Schwabedissen

Hafen Sydney: Kajak-Fahrer überlebt knapp Hai-Attacke
Freitag, 08.02.2002, 20:45:57 Uhr

SYDNEY. Im Hafen von Sydney hat ein Kajak-Fahrer einen Haiangriff mit viel Glück überlebt. Der 35-Jährige sei zuerst aus seinem Boot herausgeschleudert worden, dann sei das Tier mit Wucht gegen seine Brust geprallt, teilte ein Polizeisprecher am Freitag mit.

Der Mann habe sich auf einer Boje in Sicherheit bringen können. Von dem Kajak, das später gefunden wurde, habe ein großes Stück gefehlt. Helfer hätten in dem Wrack außerdem einen Zahn des Hais entdeckt.

Noch während er auf die Boje zuschwamm, habe der Mann mit der Hand den Rücken oder den Kopf des um ihn kreisenden Haies berührt, berichtete der Sprecher weiter. Der Kajak-Fahrer, der regelmäßig im Hafen von Sydney unterwegs war, habe allerdings starke Schürf- und Schnittwunden durch Muscheln davon getragen, als er sich rettete. Der 35-Jährige kuriere sich nun in einem Krankenhaus aus.

Der berühmte Hafen gilt als Tummelbecken für Haie. Erst im vorigen Jahr hatte sich ein Raubfisch in das Boot einer Rudermannschaft verbissen. 1997 wurde ein Kanufahrer bei einem Angriff meterweit in die Luft geschleudert. Die zunächst letzte schwere Attacke ereignete sich vor sechs Jahren, als ein Jugendlicher wegen einer Wette um 50 australische Dollar (29 Euro) den Parramatta-Fluss durchschwamm, der in den Hafen mündet. Die Bisswunden mussten mit 50 Stichen genäht werden.
Von: Joachim Preuss

Eisberge gefährden Ocean Race
Mittwoch, 06.02.2002, 14:35:17 Uhr

Die gefährliche Bekanntschaft mit einem Eisberg machte die australische Yacht «News Corp» beim Volvo Ocean Race. Um 09.31 am 5.2. lief sie mit 21 Knoten durch das Südpolarmeer, als Co-Skipper und zu der Zeit Rudergänger Ross Field ein lautes Krachen unter dem Rumpf hörte. Eine sofortige Kontrolle ergab jedoch, dass der Zusammenstoß glimpflich verlaufen und das Boot weiterhin dicht war. Allen 12 Besatzungsmitgliedern wurde als Konsequenz aber das Schlafen in Überlebensanzügen befohlen. Das Seegebiet weist eine Fülle von Eisbergen auf. Die Crew der norwegischen Yacht "Djuice" versucht jetzt, mit Hilfe von Nachtsichtgeräten auf die Spur gefährlicher Eisstücke zu kommen.
Quelle: Tim Schwabedissen

Sturmkollision im Kieler Hafen
Dienstag, 05.02.2002, 12:42:48 Uhr

Der Geistesgegenwart eines Kapitäns ist es womöglich zu verdanken, dass dem Kieler Hafen ein schwerer Ölunfall erspart blieb. Eine Sturmbö liess beim Einlaufen der Kiel-Klaipeda-Fähre "Petersburg", 25353 BRZ, um 7.30 Uhr die Festmacherleinen reißen. Die Fähre trieb manövrierunfähig durch den Ostuferhafen auf den mit 400 Tonnen Schweröl beladenen Hamburger Tanker "Greta" zu. Als deren Schiffsführung die mächtige, 190 Meter lange Fähre herandriften sah, ließ sie in einem Notmanöver sofort die Leinen loswerfen und verliess den Liegeplatz. Ganz verhindern konnte sie einen Zusammenstoß nicht - die "Petersburg" prallte gegen die Wallschiene des Tankers und beschädigte sie. Danach prallte sie gegen die Kaimauer des soeben geräumten Liegeplatzes. Der Bug wurde auf einer Länge von eineinhalb Metern eingedrückt und der Anleger erheblich beschädigt. Die der hilflos festliegenden Fähre zu Hilfe eilenden Schlepper "Bülk" und "Holtenau" brauchten zwei Stunden, das hoch aufragenden Schiff aus seiner misslichen Lage zu befreien. Bereits während eines Sturmes im vergangenen Jahr war es im engen Hafenbecken des neuen Ostuferhafens zu einem ähnlich missglückten Anlegemanöver eines Schiffes dieser Klasse gekommen.
Quelle: Tim Schwabedissen

Heldentat im Hubschrauber
Montag, 04.02.2002, 22:26:53 Uhr

London - Sie haben ihr Leben riskiert. Sie wussten, dass sie kaum noch Treibstoff hatten. Sie hatten nur 20 Minuten Zeit, um Seeleute aus der tobenden See vor der schottischen Küste zu bergen. Doch sie haben es geschafft. 18 Männer verdanken der Heldentat ihr Leben.

Der französiche Fischkutter "Le Perrain" war im Sturm etwa 400 Kilometer nordwestlich der Äußeren Hebriden in Seenot geraten, funkte ständig "SOS"! Ein anderer Trawler versuchte zwar, dem Schiff zu helfen, konnte die Besatzung aber wegen der bis zu neun Meter hohen Wellen nicht aufnehmen.

Doch da war noch ein Hubschrauber der britischen Luftwaffe. Mike Nash, Leiter der Rettungsaktion, berichtete später: "Die Maschine hatte aber nicht genügend Treibstoff, um wieder sicher zurück an die Küste zu kommen. Trotzdem blieben die Piloten so lange über dem Schiff, bis sie alle Seeleute gerettet hatten." Die Hubschrauber-Besatzung hatte hoch gepokert: Sie entschloss sich, nicht zur Küste sondern auf die Insel Lewis zu fliegen: "Auf der Route haben wir Rückenwind, das spart Sprit und wir könnten es schaffen!" Nash: " Es war ein lebensgefährliches Unternehmen, es war dramatisch, Wir haben alle mitgezittert. Und gejubelt, als der Helikopter mit dem letzten Tropfen Sprit sein Ziel erreichte!"
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Zahlreiche Schiffsunglücke vor England
Montag, 04.02.2002, 13:35:35 Uhr

Schwere Stürme mit Windgeschwindigkeiten über 130 km/h über Großbritannien führten zu einer Reihe von Schiffsunglücken. Bei dramatischen Rettungsaktionen konnten dabei nicht alle in Not geratenen Menschen gerettet werden. So blieb der Kapitän des französischen Fischereifahrzeugs "Le Parrain" auch zwei Tage nach der Havarie seines Schiffes 400 km vor den Shetland-Inseln vermisst. Das Schiff selbst trieb am 3.2. nach Abbergung der Restbesatzung durch Hubschrauber noch führerlos durch die stürmische See.
Der am Morgen des 2.2. in Seenot geratene russische Holzfrachter "Kodima" trieb, von seiner 16köpfigen Besatzung aufgegeben, ebenfalls stundenlang mit 30 Grad Schlagseite nahe Fowey vor der Küste Cornwalls. Hilfsschiffen gelang es nicht, eine Schleppverbindung aufzubauen. In der Nacht zum 3.2. strandete das 6000-Tonnen-Schiff schließlich bei Plymouth. Hunderte von Menschen versammelten sich in der Manier alter Strandpiraten an der Küste, zum Teil mit Gabelstaplern und Transportern. Sie machten sich daran, das an Land gespülte Holz des unter Malta-Flagge registirierten Havaristen einzusammeln.
Bei Newhaven wurde eine Fähre mit 17 Passagieren an Bord vom Sturm auf eine Sandbank getrieben.
Vor der irischen Südwestküste lief der spanische Trawler "Celestial Dawn" auf Grund. Die Küstenwache barg die zehnköpfige Besatzung.
Quelle: Tim Schwabedissen

17 Seeleute mit Hubschrauber aus dem Meer geborgen
Samstag, 02.02.2002, 21:46:48 Uhr

Der französische Fischtrawler «Le Perrain» war am Abend zuvor etwa 400 Kilometer nordwestlich der Äußeren Hebriden auf Grund gelaufen und hatte einen Hilferuf ausgesandt. Ein anderer Trawler versuchte, der «Le Perrain» zur Hilfe zu kommen, konnte aber wegen der fast neun Meter hohen Wellen die Besatzung nicht aufnehmen.

Der Leiter der Rettungsoperation, Mike Nash, erklärte, die Besatzung des Hubschraubers setze ihr eigenes Leben aufs Spiel, um den Seeleuten zu helfen. «Der Hubschrauber wird nicht mehr genug Treibstoff haben, um auf die Hebriden zurückzukehren», sagte Nash. «Stattdessen wird er den starken Südwestwind nutzen, der ihn auf die Farö-Inseln treiben lässt.» Die geretteten Seeleute blieben unverletzt. Zuvor hatte die britische Küstenwache 16 russische Besatzungsmitglieder eines Frachtschiffs vor der Südwestküste Englands geborgen.

Im englischen Badeort Brighton gab die Küstenwache dagegen die Suche nach einem Vermissten auf, der am Pier von den hohen Wellen ins Meer gerissen worden war. Ein Sprecher sagte, die Identität des Mannes sei nicht bekannt. Die Behörden räumten ihm angesichts des kalten Wassers und des schweren Seegangs nur geringe Überlebenschancen ein. Auch in Cornwall wurden zwei Menschen ins Meer gespült, sie konnten aber gerettet werden.

In ganz Großbritannien wurden zahlreiche Hochwasserwarnungen ausgegeben. Die Ortschaft Crickhowell in Wales war von der Außenwelt abgeschnitten, nachdem der über seine Ufer getretene Fluss Usk die Zufahrtsstraßen überschwemmt hatte. Eine Familie musste von der Feuerwehr gerettet werden, als ihr Auto in den Wassermassen stecken blieb. Das Unwetter kostete seit Beginn der Woche in Schottland und Nordengland acht Menschen das Leben. In Schottland und Nordirland erreichte der Sturm Geschwindigkeiten von rund 135 Kilometern pro Stunde.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Horrorfähre fährt wieder
Freitag, 01.02.2002, 11:29:13 Uhr

Einen Monat nach ihrer Schreckensfahrt ist die Lübeck-Riga-Fähre "Sea Symphony" wieder in Dienst gestellt worden. Im Sturm waren kurz nach Weihnachten etliche unzureichend oder gar nicht gesicherte Trailer übergegangen, so dass die betagte Fähre nur schwer angeschlagen und mit Mühe den Zielhafen Lübeck erreicht hatte. Hier hatten die verängstigten Passagiere schwere Vorwürfe gegen Besatzung und Ausrüstung erhoben, und die Seeberufsgenossenschaft ein Auslaufverbot erteilt. Die Schäden, die die im Frachtraum und auf Deck umher rutschende Ladung angerichtet hatte, sind nun beseitigt und Verbesserungen an sicherheitsrelevanten Einrichtungen vorgenommen worden. Die Seeberufsgenossenschaft versprach jedoch, auf den Oldtimer, dessen baldiger Ersatz empfohlen wurde, weiterhin ein wachsames Auge zu haben.
Quelle: Tim Schwabedissen

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Page by Peter O.Walter, SY ESYS
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