EUROPÄISCHES SEGEL-INFORMATIONSSYSTEM Seenotfälle
Archiv September 2002
Last update: Donnerstag, 03. Oktober 2002, 18:18 Uhr
Hochzeitsschiff kenterte - Braut tot Samstag, 28.9.2002
Ein schwerer Sturm über Sudan führte am 28.9. zu einer Schiffskatastrophe
auf dem Nil. Als ein Boot, auf dem eine Hochzeitsgesellschaft feierte,
kenterte, kamen 16 Gäste, darunter die Braut sowie etliche Frauen und
Kinder, in dem aufgewühlten Strom ums Leben. Der Bräutigam wurde mit neun
weiteren Passagieren gerettet. Insgesamt forderte der Sturm im Sudan 33
Menschenleben und richtete erhebliche Sachschäden an. Quelle: Tim
Schwabedissen
"Joola"-Untergang wird zur senegalesischen
"Titanic"-Katastrophe Sonntag, 29.9.2002
Der Untergang der Fähre "Joola" vor Gambia weitet sich zu einer der größten
Schiffskatastrophen in Friedenszeiten aus. Nach aktualisierten Angaben
befanden sich 1034 Menschen auf der Fähre, nachdem sie bei einem
Zwischenstop noch weitere 200 aufgenommen hatte und damit ihre zulässige
Kapazität um mehr als das Dopppelte überschritt. Bis zum Nachmittag 29.9.
konnten lediglich 64 Überlebende und 350 Tote geborgen werden. Die Opfer
sind überwiegend Senegalesen, darunter zahlreiche Händler mit Waren für den
Markt von Dakar, aber auch 20 Gambianer und 21 Menschen aus Frankreich,
Spanien, den Niederlanden, der Schweiz, Belgien und Spanien. Der
senegalesische Präsident Wade, der einen Staatsbesuch in Frankreich
abbrach, teilte unterdessen mit, das Schiff sei nicht für den Betrieb auf
hoher See konstruiert gewesen und bekannte sich vor demonstrierenden
Hinterbliebenen der Opfer zur Verantwortung für den Verlust des
staatseigenen Schiffes.
Die Suche nach Überlebenden wurde fortgesetzt. Das
Wrack ist nicht vollständig gesunken und treibt kieloben im Meer. Taucher
der senegalesischen Marine drangen in den Rumpf ein, jedoch sind die
Schreie von Eingeschlossenen mittlerweile verstummt. Nach
Augenzeugenberichten sei alles sehr schnell gegangen. Im Regensturm
kenterte das Schiff auf dem Weg von Zinguinchor nach Casamance in
Minutenschnelle und schloss hunderte von Menschen in den rasch
volllaufenden Kabinen ein.
Touristen hatten die "Joola" kurz vor ihren
Untergang noch gefilmt, als sie in der Mündung des Calamance-Flusses einen
letzten Stop machte, um weitere Güter und Passagiere aufzunehmen. Das Video
zeigt Menschenmassen an der Reling des Schiffes, das in eine dunkle
Wolkenwand, die sich über dem Atlantik auftürmte, hinein steuerte.
Die Fährkatastrophe reiht sich ein in die größten derartigen Unglücke der
letzten Jahre wie den Untergang der "Estonia" 1994 in der Ostsee oder den
einer Fähre auf dem Viktoriasee in Tansania mit 700 Opfern im Jahr
1996. Quelle: Tim
Schwabedissen
Katastrophe bei Geburtstagsparty auf Flussboot Samstag, 28.9.2002
Auf dem Vaal-River in Südafrika kenterte am Nachmittag des 28.9. nahe
Stonehaven ein Boot mit einer Geburtstagsgesellschaft und sank. Von den 27
Menschen an Bord ertranken sechs. Die 21 Überlebenden mussten ins
Krankenhaus eingeliefert werden. Etliche der durchweg älteren Fahrgäste
leiden unter Schockzuständen. Am 29.9. sollte das Wrack des Bootes gehoben
werden. Die Ermittlungen zur Unglücksursache dauern an. Quelle: Tim
Schwabedissen
Warten auf Wetterbesserung auf der "Jolly Rubino" Freitag,
27.9.2002
Die Vorbereitungen für das Ölabpumpen von der "Jolly Rubino" wurden am
27.9. fortgesetzt. Die "Pentow Service" machte am Morgen einen ersten
Anlauf, um die Transferleitungen zu übernehmen, musste aber vor den
schlechten Wetterbedingungen kapitulieren. Sie hätte in der hohen Schwell
selbst zu stranden gedroht, wäre sie nah genug für die Schlauchübernahme
ans Wrack heran manövriert. An Bord der "Jolly Rubino" sind alle
notwendigen Vorbereitungen mittlerweile abgeschlossen. Auf Deck begann man
mit den Vorbereitungen zum Löschen von Containern mit giftiger Ladung. Ein
weiterer war am Vortag in der Plettenberg Bay angetrieben worden. Die
Temperaturen an Bord werden momentan auf 140 Grad taxiert. Quelle: Tim
Schwabedissen
Fährkatastrophe vor Gambia fordert über 700 Tote Donnerstag,
26.9.2002
Kurz vor Mitternacht kenterte und sank am 26.9. vor Gambia die staatseigene
Fähre "Joola" (Bild) auf dem Weg von Casamance, Südsenegal, in den Hafen der
Hauptstadt Dakar. Zuvor war das Schiff in einen Gewittersturm mit starken
Regenböen geraten und zunehmend auf die Seite gedrückt worden.
Möglicherweise war dann die MAschine ausgefallen und hatte das Schicksal
des Passagierschiffes besiegelt. An Bord des für 550 Fahrgäste zugelassenen
Schiffes waren 796 registrierte, tatsächlich aber wohl sogar über 800
Menschen, darunter auch Europäer. Zwei gambianische Marineeinheiten und
zwei Fischerboote liefen zur Unglücksstelle aus. Bis zum 28.9. gelang es
ihnen sowie einem nahestehenden italienischen Schiff lediglich, 33
Überlebende und 88 Leichen aus der hochgehenden See zu bergen. Es wird
inzwischen mit über 700 Todesopfern gerechnet. Die senegalesische Regierung
ordnete Staatstrauer an. Die "Joola" war erst am 10.9. nach einjähriger
Überholung wieder in dienst gestellt worden. Gerüchte über
Maschinenprobleme wurden bislang nicht offiziell bestätigt. Die letzte
Reparatur habe nach Regierungsangaben am 23.9. stattgefunden. Bei der
ersten Fahrt nach der Instandsetzung hatten Passagiere von einer
ungewöhnlichen Reaktion der Fähre auf einen starken Windstoß
berichtet. Quelle: Tim
Schwabedissen
Schiffbrüchiger nach drei Monaten gerettet
Mittwoch, 25. September 2002, 18:06 Uhr
Los Angeles - Drei Monate trieb Richard Van Pham (62) auf einem defekten Segelboot hilflos im Pazifik - nun ist er nachhause zurückgekehrt. Der US-Bürger landete am Dienstag in Los Angeles, nachdem ihn vergangene Woche ein amerikanisches Marineschiff aus dem Meer gerettet hatte. Der gebürtige Vietnamese befand sich zu diesem Zeitpunkt mit seinem havarierten Boot rund 250 Seemeilen südwestlich von Costa Rica, wie die Marine mitteilte.
Van Pham hatte im Juni seine Heimatstadt Long Beach/Kalifornien verlassen, um zu der rund 40 Kilometer entfernten Insel Santa Catalina zu segeln. Dabei wurde er von schlechtem Wetter überrascht. Der Mast des acht Meter langen Boots brach, und auch der Außenbordmotor sowie das Funk-Radio versagten den Dienst. Van Pham überlebte, indem er sich von Fischen, Schildkröten und Seevögeln ernährte und Regenwasser sammelte. Er nahm 18 Kilogramm ab, befand sich aber offenbar den Umständen entsprechend in guter Verfassung. Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS
"Jolly Rubino": Ladung an Land gespült
Mittwoch, 25. September 2002, 06:42 Uhr
Zwei Wochen nach der Havarie des Gefahrgut-Frachters "Jolly Rubino" vor der südafrikanischen Küste sind offenbar Teile der Ladung an Land geschwemmt worden. Mehrere Container, die vermutlich von dem Frachter gespült worden seien, seien am Morgen vor der Küste entdeckt worden, erklärte das südafrikanische Umweltministerium. Sie seien vor der Küste der Provinz Eastern Cape, mehrere hundert Kilometer vom Unglücksort entfernt, gefunden worden.
Die Inhalte von zwei Behältern seien zum Hafen von Port Elizabeth geschleppt worden, rund 850 Kilometer südlich vom Ort der Havarie. Ein Container sei weitere 50 Kilometer südlich vor Jeffrey's Bay an Land gespült worden. Aus seinem Innern trete ein weißes Gas aus, das möglicherweise giftig sei, erklärte das Ministerium.
Der italienische Frachter "Jolly Rubino" war vor zwei Wochen vor der südafrikanischen Küste in Brand geraten und zwei Tage später auf Grund gelaufen. Teile der Ladung verbrannten, andere fielen von Bord. Austretende Chemikalien und Öl bedrohten das nahe gelegene Feuchtbiotop St. Lucia, das seit 1999 zum Weltnaturerbe der UNESCO zählt. Schwerer Seegang behinderte weiter den Versuch, Öl aus dem Wrack zu pumpen. Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS
Neue Untersuchungen zum "Erika"-Untergang Mittwoch, 25.9.2002
Fast drei Jahre nach dem Untergang des Tankers "Erika" vor der bretonischen
Küste hat ein Spezialschiff mit der Bergung von bstimmten Wrackteilen
begonnen. Die Untersuchung der Trümmer soll nach Angaben der Brester
Behörden Auskunft über die Ursache der Auseinanderbrechens des Schiffes
geben. An Bord des mit Tauchrobotern ausgerüsteten Bergungsschiffes sind
vier von einem Gericht im nordfranzösischen Dünkirchen bestellte Experten.
Auftraggeber der Untersuchung ist der Ölkonzern TotalFinaElf, der die
"Erika" zum Unglückszeitpunkt gechartert hatte. Quelle: Tim
Schwabedissen
Tankerkollision im Hamburger Hafen Freitag, 20.9.2002
Gründlich daneben ging am 20.9. das Anlegemanöver eines norwegischen
Tankers im Hamburger Hafen. Als es an einer Ladebrücke festmachen wollte,
rammte es nicht nur diese, sondern auch gleich ein weiteres Tankschiff.
Dabei wurde ein 50 mal 50 Zentimeter großes Loch in die Außenhaut des
Norwegers gerissen. Auch das gerammte andere Schiff wurde beschädigt. An
der Ladebrücke entstand ein Sachschaden von rund 30.000 Euro. Öl wurde bei
der Havarie nicht freigesetzt. Die Polizei nahm die Ermittlungen zum
Unglückshergang auf. Quelle: Tim
Schwabedissen
Noch keine Entwarnung bei "Jolly Rubino" Montag, 23.9.2002
Im Kampf gegen eine Umweltkatastrophe vor St. Lucia, Südafrika, konnten die
Berger übers Wochenende Fortschritte erzielen. Am 18.9. hatten sie gegen 15
Uhr wegen neu entfachter Brände vom Wrack der "Jolly Rubino" evakuiert
werden müssen. Ein Wassereinbruch in die Steuerbordtanks hatte Brennstoff
in die Laderäume gedrückt, der dort in Brand geriet. Derweil wurde der
Ankerziehschlepper "Pentow Service" in der Port of Richard-Bay mit
Ausrüstung für die Ölbergung beladen und auf stand-by-Position gelegt. Am
20.9. kehrten 16 Bergungsfachleute an Bord zurück und setzten die
unterbrochenen Pumparbeiten im Maschinenraum fort. Dabei wurde das
eingedrungene Wasser nicht über Bord gepumpt, sondern zur Abkühlung des
Restrumpfes genutzt. In den folgenden 48 Stunden erlaubten günstige
Wetterbedingungen, die bei nachlassendem Wind das Feuer nicht immer wieder
anfachten, wichtige Arbeitsfortschritte. Dennoch bedeuten unverändert hohe
Temperaturen im Schiffsinneren - im Maschinenraum um die 100 Grad - und
lebensbedorhlichen Karbonmonoxidkonzentrationen, das die Tätigkeit nur
unter vollem Atenschutz und stets drohender Evakuierung voran gehen können.
Nach der letzten Evakuierungsaktion am 20.9. nutzten die Experten die Zeit,
auf dem Schwesterschiff der "Jolly Rubino", der in Durban liegenden "Jolly
Turquoise", eine Inspektion durchzuführen. Die hier gewonnenen Erkenntnisse
über den Maschinenraum sollen für die Arbeiten auf dem gestrandeten Wrack
genutzt werden. Ein Ergebnis der Begehung war, das ein Loch ins
Achterschiff geschnitten werden soll, um daneben eine Arbeitsplattform zu
verankern als Stützpunkt für die Ölbergung. Hierdurch kann auch Frischluft
in den Raum geleitet werden und so die Arbeitsbedingungen erleichtern sowie
eine bessere Fluchtmöglichkeit bieten. Wenn die Wetterverhältnisse es
zulassen, soll das Aufschneiden des Rumpfes am 23.9. stattfinden.
Entwarnung geben die Männer von Smnit International derweil noch nicht -
nach wie vor könnte ein Aufbrechen des Schiffes zu einer Umweltkatastrophe
führen, die bislang nicht zuletzt durch ablandige Winde verhindert
wurde. Quelle: Tim
Schwabedissen
Der Schaufelraddampfer «Kurort Rathen» muss nach seiner nächtlichen Kollision mit der Dresdner Augustusbrücke auf die Werft. «Ab Montag werden die Schäden untersucht», sagte ein Sprecher des Landespolizeipräsidiums am Sonntag der dpa. Das 1896 gebaute Schiff war in der Nacht zu Sonntag führerlos auf der Elbe gegen die historische Brücke getrieben. Menschen wurden bei dem Zusammenprall nicht verletzt. Die Höhe des Sachschadens kann noch nicht beziffert werden. Dazu seien Gutachten an den beteiligten Schiffen notwendig.
Nach Angaben der Wasserschutzpolizei hatte das moderne Salonschiff «September der Starke» nach seiner Abendfahrt beim Anlegen am Terrassenufer eine benachbarte Anlegebrücke gerammt. Die dort fest gemachte, besatzungslose «Rathen» riss vom Liegeplatz und trieb gegen die Elbbrücke. Mit Hilfe eines tschechischen Schubschiffes, das die Unfallstelle passierte, konnte der Dampfer an den Liegeplatz zurück geschleppt werden. Die 235 Passagiere auf dem Salonschiff konnten nach einem sofortigen Ankermanöver des Kapitäns unversehrt von Bord gehen.
Die Augustusbrücke wurde in der Nacht für zwei Stunden gesperrt und baustatisch überprüft. «Die Bausubstanz wurde nicht gefährdet», hieß es. Das 1994 gebaute Salonschiff «September der Starke» werde in der kommenden Woche untersucht. Dies und die «Kurort Rathen» gehören zur Flotte der Sächsischen Dampfschiffahrt GmbH, die mit neun zwischen 72 und 122 Jahre alten Dampfern über die älteste und größte Raddampferflotte der Welt verfügt. Zwei elegante Salonschiffe und zwei kleine Motorschiffe komplettieren die Flotte. Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS
Angler nach drei Wochen auf der Ostsee gerettet
Samstag, 21. September 2002, 08:51 Uhr
Ein schwedischer Angler ist nach dreiwöchigem Treiben auf der Ostsee von der lettischen Küstenwache gerettet worden. Roger Edström (61) war Anfang September zu einem Angelausflug in die Schären vor Stockholm aufgebrochen, hatte an einem Erfolg versprechenden Platz Anker geworfen und sich schlafen gelegt. Als er am nächsten Morgen aufwachte, trieb sein rund 20 Meter langes Boot auf offener See - und Edström war vollkommen orientierungslos.
"Normalerweise frage ich immer Leute auf anderen Booten, wohin sie fahren, und wenn sie dahin fahren, wohin ich will, folge ich ihnen", sagte Edström der schwedischen Nachrichtenagentur TT. Diesmal allerdings traf er niemanden - und der Motor sprang auch nicht an.
An Bord hatte Edström nur ein paar Kartoffeln, grüne Bohnen und ein paar Dosen Hundefutter. "Als ich alles aufgegessen hatte, habe ich mir ausgerechnet, dass ich acht Tage lang überleben würde", sagte der Angler. Nach neun Tagen ohne Essen - Edström trank lediglich Regenwasser - entdeckten ihn lettische Fischer. Wind und Strömung hatten Edströms Boot bis vor die Küste des Baltenstaats getrieben. Die Ärzte bescheinigten Edström im Krankenhaus der lettischen Küstenstadt Ventspils eine gute körperliche Verfassung. Auch seelisch scheint der Angler keine Schäden davon getragen zu haben: Edström schwärmte von den Sonnenauf- und untergängen über der Ostsee und kündigte seinen nächsten Angelausflug für November an. Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS
Brände auf "Jolly Rubino" lassen nach Freitag, 20.9.2002
Das Feuer auf der "Jolly Rubino" hat so weit an Kraft verloren, dass die
Berger das Schiff wieder betreten wollen. Es ist geplant, am Vormittag des
20.9. an Bord zu gehen. Dennoch wird wegen des Brandes nicht vor dem 21.9.
damit gerechnet, mit dem Ölabpumpen beginnen zu können. Im Rumpf des Wracks
sind mittlerweile mehrere meterlange Risse entstanden. Der Wind treibt den
auslaufenden Betriebsstoff aber weiterhin aufs Meer hinaus. Gefährdet ist
nicht nur der Naturpark St. Lucia, sondern auch die Richards Bay im Süden
und das Korallenriff von Cape Vidal nördlich des Wracks. In allen diesen
Regionen wurde mit Ölsperren und Sandsäcken versucht, Vorsorge zu treffen.
Wandernde Wale mit ihren Jungen werden auf ihrer Wanderung von Mosambik
durch Umweltexperten beobachtet. Umweltschützer kritisieren mittlerweile
die Passage solch ökologisch sensibler Gebiete durch Gefahrgutschiffe wie
die "Jolly Rubino", die neben allgemeiner Fracht auch Giftstoffe wie Phenol
an Bord hatte, als sie unterwegs von Durban nach Mombasa in Brand
geriet. Quelle: Tim
Schwabedissen
Motorschiff „Lancella“ in der Außenweser auf Grund gelaufen Donnerstag, 19. September 2002, 07:55 Uhr
Das unter britischer Flagge fahrende Motorschiff „Lancella“ ist gestern früh gegen 3 Uhr in Höhe Langlütjen in der Außenweser auf Grund gelaufen. Nach Mitteilung der Wasserschutzpolizei befand sich das Schiff auf dem Weg von Bremerhaven nach Großbritannien, als es bei heftigem Seegang zu der Grundberührung kam. Die Schiffsführung konnte die „Lancella“ nicht aus eigener Kraft wieder flott machen. Deshalb wurde der Schlepper „Wolf“ zu der Havariestelle beordert. Er schaffte es, das etwa 40 Meter lange Fischereifahrzeug frei zu schleppen. Das ebenfalls eingesetzte Wasserschutzpolizei-Boot „Bremen 3“ übernahm alle weiteren notwendigen Maßnahmen an der Unglücksstelle. Anschließend wurde der Havarist mit Hilfe eines weiteren Schleppers wieder in den Hafen der Seestadt gebracht. Bei der Havarie wurden keine Menschen verletzt. Wie es zu dem Schiffsunfall gekommen ist und welche Schäden an dem Fischereifahrzeug entstanden sind, stand bis Redaktionsschluss noch nicht fest. Die
Bremerhavener Wasserschutzpolizei hat ihre Ermittlungen aufgenommen. Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS
Zustand der "Jolly Rubino" verschlechtert Mittwoch, 18.9.2002
Die dramatische Vergrößerung eines bereits vorhandenen Risses auf der
Steuerbordseite sowie am Nachmittag des 17.9. das Auftreten einer neuen
Leckage an der seewärts gelegenen Flanke der "Jolly Rubino" haben die
Experten von Smit International dazu bewogen, den Schwerpunkt ihrer Arbeit
auf die Ölbeseitigung zu verlagern. Ein Kontrollflugzeug beobachtete, wie
Öl aus den Rissen auslief und in südwestlicher Richtung davontrieb. Es ist
daher geplant, den verbliebenen Betriebsstoff so schnell wie möglich aus
den Steuerbordtanks und dem Maschinenraum in ein anderes Schiff umzupumpen.
In den Ausrüstungshäusern von Smit Salvage in Rotterdam und Kapstadt
begannen unverzüglich die Verladearbeiten für die nötigen Pumpen,
Schläuche, Ankersysteme, Generatoren und anderes Spezialgerät, die binnen
36 Stunden an der Strandungsstelle eintreffen sollen. Bis dahin sollen die
Lenzarbeiten im Maschinenraum der "Jolly Rubino" fortgesetzt sowie
Untersuchungen des Schiffszustandes und seiner Lecks vorgenommen werden.
Sorge bereitet unverändert die Fracht des immer noch brennenden Wracks.
Mehrere schwer beschädigte Container mit giftiger Ladung befinden sich auf
dem Hauptdeck. Chemieexperten und Berger wollen sie inspizieren, wenn das
Feuer endgültig unter Kontrolle gebracht wurde. Die Schlepptrosse zur
"Wolraad Woltemade" bleibt unterdessen trotz der geänderten Pläne vorerst
bestehen. Quelle: Tim
Schwabedissen
"Jolly Rubino" soll leergepumt werden
Mittwoch, 18. September 2002, 06:44 Uhr
Richard's Bay/Südafrika . Die Rettungsmannschaften in Südafrika haben am Dienstag den Versuch aufgegeben, den havarierten Gefahrgut-Frachter «Jolly Rubino» wieder flott zu machen. Statt dessen wollen sie sich nun darauf konzentrieren, das Öl von dem Schiff zu pumpen, das in der Nähe eines Naturschutzgebiets liegt, wie das Rettungsunternehmen SMIT mitteilte.
Am Sonntag hatten die Behörden das bedrohte Naturschutzgebiet an der südafrikanischen Ostküste mit Sand und schwimmenden Barrieren vom Meer abgeschottet. Damit sollten die Mündung des Flusses Umfolozi und der Naturpark St. Lucia vor dem auslaufenden Öl gesichert werden. Der italienische Frachter ist rund 300 Meter von der Küste entfernt gestrandet.
An Bord befanden sich nach Angaben der Hafenmeisterei etwa 1,2 Millionen Liter Diesel und 300.000 Liter Benzin, sowie leicht entzündliches Aceton, Methanol und Phenol. Darüber hinaus waren zwei Container gefüllt mit Kühlschränken geladen, die ins Meer fielen. Die «Jolly Rubino» trieb seit Ausbruch eines Feuers im Maschinenraum am Dienstag vergangener Woche führungslos im Meer. Die Mannschaft hatte das Schiff verlassen. Bei starkem Wind lief den Frachter schließlich am Donnerstag auf Grund. Ursprünglich sollte die «Jolly Rubino» in den Hafen der kenianischen Stadt Mombasa einlaufen. Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS
"Jolly Rubino" brennt weiter Montag, 16.09.2002
Noch keine Entspannung gibt es im Kampf gegen die Zeit bei der Bergung des
gestrandeten Frachters "Jolly Rubino". Hunderte Helfer sind im Einsatz, die
bedrohte Küste bei St. Lucia mit Sand, Chemikalien und Barrieren zu
schützen. 70 Tonnen Chemikalien wurden vom Wrack geborgen. Wenn die seit
einer Woche auf Grund sitzende "Jolly Rubino" auseinanderbricht, drohen
rund 1200 Tonnen Bunkerstoff sowie Chemikalien, die sie geladen hat,
freigesetzt zu werden. Das Wrack brennt unterdessen immer noch. Am 16.9.
begannen elf Bergungsfachleute damit, den voll gelaufenen Maschinenraum
auszupumpen. Der leck geschlagene Frachter soll durch das Auspumpen
erleichtert werden, damit er weniger fest auf dem Riff aufsitzt, so dass
Schlepper ihn abbringen und auf hoher See versenken können. Quelle:
Tim
Schwabedissen
Bergungsfortschritte an der "Jolly Rubino" Montag, 16.09.2002
Günstige Wetterkonditionen ermöglichten seit dem 16.9. Fortschritte bei der
Bergung der "Jolly Rubino". Außerdem, so stellte das Kontrollschiff
"KJuswag VII" fest, hat der Wind den Teppich aus unverändert frei werdendem
Bunkeröl seeseits der Strandungsstelle aufgerissen. Die
Verschmutzungssituation sei bisher nicht kritisch, schätzten Experten ein.
Tauchern gelang es, einen Riss auf der Steuerbordseite abzudichten. Dadurch
kann der Wasserspiegel im Schiff gesenkt werden. Frei flutendes Wasser im
Rumpf würde die Gefahr eines Kenterns provozieren, wenn das Wrack vom Riff
gezogen wird. Im Maschinenraum steht das Wasser nach bisherigen
Erkenntnissen deutlich niedriger als der umgebende Meeresspiegel. Die
Gesamtmenge des eingedrungenen Wassers muss durch das Bergungsteam noch
quantifiziert werden. Durch den Ankerziehschlepper "Pentow Service" wurde
am 15.9. mit Unterstützung eines Helikopters eine 350-Tonnen-Schlepptrosse
am Bug festgemacht und zum Schlepper "Wolraad Woltemade" geführt. Auf Deck
der "Jolly Rubino" wurde eine Vorrichtung angebracht, die ein schnelleres
Abschleppen als mit herkömmlichen Methoden ermöglichen soll. Sobald
genügend Wasser aus dem Rumpf gepumpt ist, wofür bei den momentanen
Witterungsbedingungen rund zwei Tage veranschlagt werden, sollen die
Schleppbemühungen beginnen. Ein neuer Sturm könnte nach wie vor zu einem
kompletten Aufbrechen des 31000-Tonnen-Frachters führen. Erfolgreich
geborgen wurde am Wochenende der Schiffshund Bella. Er war nach Ausbruch
des Feuers am 10.9. zunächst vermisst worden und soll nach
veeterinärärztlicher Betreuung in seine Heimat nach Genua zurück gebracht
werden. Trotz am Strand aufgestellter Warnungen wegen der gefährlichen
Ladung wurde die gestrandete "Jolly Rubino" mittlerweile auch zum
Ausflugsziel. Familien ließen sich an der Unglücksstelle in 1,5 Seemeilen
Entfernung zum St. Lucia-Leuchtturm zum Picknick nieder. Quelle: Tim
Schwabedissen
Brand auf Frachter im Ärmelkanal
Montag, 16. September 2002, 19:42 Uhr
Feuerwehrleute haben am Montag im Ärmelkanal einen Brand auf einem Frachter mit gefährlicher Ladung unter Kontrolle gebracht. Das in Antigua registrierte Schiff sei auf dem Weg nach Southampton, teilte die Küstenwacht am Vormittag mit. Maschinen und Navigationssystem der «Wester Till» waren nach offiziellen Angaben nicht vom Feuer betroffen. Der Frachter kam aus Antwerpen und war offenbar nach Tunesien unterwegs. Das Schiff habe neben 512 Tonnen normaler Fracht auch 20 Tonnen Gefahrgut geladen. Am Sonntag waren die Rettungskräfte über einen Brand an Bord informiert worden. Zwölf Feuerwehrleute wurden daraufhin mit einem Helikopter auf die «Wester Till» gebracht. Die 13-köpfige russische Besatzung blieb an Bord. Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS
Schiffbrüchige Segler nach zwei Wochen gerettet Samstag,
14.09.2002
Zwei Wochen nach dem Untergang ihres Bootes wurden am 14.9. zwei
australische Hochseeangler vor Queensland gerettet. Ein Hubschrauber barg
sie 40 Seemeilen östlich von Cape Morton aus einem Schlauchboot. Ihr Boot
war in Brand geraten und rasch gesunken. Danach hielten sich die
Schiffbrüchigen mit einer Notration sowie in Schuhen aufgefangenem
Regenwasser am Leben. Mehrere Schiffe passierten das Schlauchboot, ohne die
Männer zu sichten. Sie waren zwar als vermisst gemeldet worden, ohne dass
jedoch eine Suchaktion eingeleitet worden war. Nun war es die Crew eines
Fischkutters, die die beiden zufällig sichtete und so vor dem drohenden Tod
rettete. Quelle: Tim
Schwabedissen
Fährbetrieb auf Elbe normalisiert sich Sonntag, 15.09.2002
Der Fährbetrieb auf der Elbe beginnt sich nach dem verheerenden Hochwasser
zu normalisieren. In der ersten Septemberhälfte nahmen mehrere Reedereien
ihren Fahrbetrieb wieder auf. Der Fuhrpark hat sich bei einigen allerdings
dezimiert. So verlor die Oberelbische Verkehrsgesellschaft in Pirna drei
ihrer zehn Fähren und die meisten Anlegestelle. Die "Kaiserkrone", die
zwischen Schöna und Hrensk in Tschechien verkehrte, wurde bei Königstein
geborgen, hat allerdings nur mehr Schrottwert. Eine andere Fähre wurde
wegen der drohenden Kollision mit der Dresdener Brücke "Blaues Wunder" von
der Polizei komplett gesprengt. Die Zukunft der in ihrer Technik
einzigartige Seilfähre auf der Mulde in Grimma ist allerdings noch ungewiss
- die Anlage wurde komplett zerstört. Quelle: Tim
Schwabedissen
Flüchtlingsboot vor Sizilien gekentert
Sonntag, 15. September 2002, 22:18 Uhr
Beim Untergang eines Flüchtlingsschiffes wenige hundert Meter vor der
südsizilianischen Küste sind mindestens 15 Menschen ertrunken. Nach Angaben der
Küstenwache war das Boot mit mehr als 120 Menschen an Bord in schwere See
geraten und rasch untergegangen. 92 Flüchtlinge seien gerettet worden. Wie viele
Menschen an Bord waren, ist unklar.
Die meisten Menschen an Bord stammten aus Liberia, teilte die Polizei mit. Sie seien vor
mehreren Tagen zunächst auf einem größeren Schiff aus einem libyschen Hafen
ausgelaufen. Später hätten sie auf hoher See in das nur zehn Meter lange Boot
umsteigen müssen.
In der Vergangenheit ist es immer wieder zu ähnlichen Flüchtlingsdramen vor der
italienischen Küste gekommen. Weihnachten 1996 ertranken bei einem
Schiffsuntergang zwischen 200 und 300 Afrikaner, Ostern 1997 starben mehr als 50
Albaner in der Adria, Silvester 1999 kamen ebenfalls in der Adria etwa 60 Flüchtlinge
ums Leben. Die Menschen zahlen den Schleppern Tausende von Dollar für die oftmals
gefährliche Überfahrt. Allein am Samstag waren vier Boote mit mehr als 200 illegalen
Einwanderern auf Sizilien gelandet. Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS
Wrackfestival auf den Bermudas Samstag, 14.09.2002
Ein Wrack-Festival wird vom 14. bis 21.9. auf den Bermudas gefeiert werden.
Damit werden 500 Jahren Seefahrtsgeschichte gedacht und speziell der
Tatsache, dass nirgendwo mehr Schiffe bis zur Einführung des Radars sanken
als rund um diese Insel. Deswegen gibt es neben Parties und Veranstaltungen
auch Unterwasserspaziergänge und Auftritte berühmter Taucher. Täglich
werden zwei geführte Tauchgänge zu ausgesuchten Wracks angeboten. Zudem
bieten mehrere Tauchschulen Touren zu den eindrucksvollen Wracks am
Korallenriff der ehemaligen britischen Kolonie an. Die Unterwassersicht
hier ist einzigartig - sie reicht bis zu 60 Metern. Was heute Tauchern zur
Erbauung dient, war früher allerdings ein tödlicher Ring um das 57
Quadratkilometer große Bermuda - das Riff ist zehn Mal größer als das
Inselchen. Bis zu 1000 Schiffe gingen hier seit der ersten offiziellen
Erfassung eines Schiffsverlustes, eines 1503 verschollenen spanischen
Erkundungsbootes, verloren. 350 von ihnen sind dokumentiert, und über 30
liegen auf zehn bis meximal 26 Metern Tiefe in guter Erreichbarkeit für
Hobbytaucher. Auch Schatzsucher konnten hier in der Vergangenheit ihr Glück
finden. So brachte 1955 Teddy Tucker, Nachfahr des ersten Gouverneurs,
mehrere hundert Gold-. und Silbermünzen sowie Goldbarren und ein
smaragdgeschmücktes Kreuz aus der 1621 gesunkenen, spanischen "San Antonio"
ans Tageslicht. Quelle: Tim
Schwabedissen
Zahlreiche Fischer vor China vermisst Freitag, 13.09.2002
Am 13.9. gerieten mehrere Fischkutter im Südosten Chinas in Seenot.
Hubschrauber und Rettungskreuzer nahmen die Suche nach mindestens 20
vermissten Seeleuten auf. Der Tropensturm Hagupit war seit dem Vortag über
die Provinz Guandong gefegt. Zahlreiche Schiffe hatten jedoch die
Sturmwarnung ignoriert. Bereits zuvor hatte Hagupit bei Hongkong 25 Fischer
in Seenot gebracht. Quelle: Tim
Schwabedissen
Brennender Frachter vor Naturschutzgebiet auf Grund Donnerstag,
12.09.2002
Am Abend des 12.9. ist der er von seiner Mannschaft aufgegebene
italienische Frachter «Joly Rubino» vor der südarfrikanischen Ostküste
gestrandet (Bild). Zehn Kilometer vom Naturschutzgebiet St. Lucia trieben Winde
von bis zu 90 km/h das brennende Wrack hilflos auf die Felsen. An Bord der
190 Meter langen "Jolly Rubino" befinden sich neben Chemikalien auch 1100
Tonnen Treibstoff und 225 Tonnen Schweröl, die die Küste nun
bedrohen. Quelle: Tim
Schwabedissen
Frachter vor Südafrika in Flammen Mittwoch, 11.09.2002
Am Morgen des 11.9. geriet der italienische Frachter "Jolly Rubino" vor der
Ostküste Südafrikas in Brand. Aus noch ungeklärter Ursache war im
Maschinenraum ein Feuer ausgebrochen und hatte sich rasch ausgebreitet. Die
22köpfigen Besatzung konnte trotz rauer See von Bord evakuiert werden. Ihr
Schiff ging in Rauch gehüllt auf Drift. Augenzeugen berichteten von
glegentlichen Explosionsblitzen, die sie aus dem Qualm hervorzucken
sahen.Die "Jolly Rubino" befand sich zum Unglückszeitpunkt auf dem Weg nach
Mombasa, Kenia. Quelle: Tim
Schwabedissen
Feuer auf russischem Trawler erloschen Montag, 09.09.2002
Umweltentwarnung vor der Insel Sacchalin: Sechs Tage nach dem Ausbruch
erlosch am 9.9. das Feuer auf dem Fischfänger "Kaskad 103". Zwar hatte sich
die Besatzung bereits kurz nach Entstehen ds Brandes von Bord gerettet,
jedoch verhinderte extreme Hitzeentwicklung die Bekämpfung der heftig
lodernden Flammen auf dem in der Aniwa-Buht ankernden Havaristen. Die
Feuerwehr befürchtete zudem eine Explosion der 700 Tonnen Betriebsstoff.
Nun ist das Wrack ausgebrannt, so dass dem Feuer die Nahrung ausging. Die
"Kaskad 103" hat allerdings nur mehr Schrottwert. Quelle: Tim
Schwabedissen
Seebestatter in Seenot Sonntag, 08.09.2002
Viel Arbeit für die DGzRS am Wochenende 8./9.9.: Bei zum Teil frischem Wind
musste sie 146 Menschen in Nord- und Ostsee aus Seenot helfen. Der größte
Teil von ihnen befand sich an Bord eines Ausflugsschiffes, das auf der
Schlei wegen Navigationsproblemen auf Grund lief. 83 Fahrgäste saßen auf
dem Havaristen fest, bis ein Boot der DGzRS ihn freischleppte. Danach
konnte das Fahrgastschiff die Fahrt fortsetzen. Für 43 Teilnehmer einer
Seebestattung an Bord des Kutters "Forelle" verlief der Törn ebenfalls
anders als geplant: In der Kieler Bucht fiel die Maschine aus, so dass der
Seenotrettungskreuzer "Berlin" das Schiff nach Heikendorf einschleppen
musste. Zwei Seenotrettungsboote eskortierten den Schleppzug durch den
spätsommerlich regen Sportbootverkehr im Seegebiet. Quelle: Tim
Schwabedissen
Tauchboot tauchte unter Sonntag, 08.09.2002
Nur knapp entgingen 12 Taucher in der Ostsee am 8.9. dem Ertrinkungstod.
Ihr Basisschiff, die "Taucher", war zuvor aus ungeklärter Ursache 12
Seemeilen norsöstlich Fehmarns plötzlich gesunken. Die Brückenwache des
deutschen Frachters "Polaris" entdeckte die schiffbrüchigen Froschmänner
und informierte die Neustädter Küstenwache. Die schickte das in der Nähe
stehende Patroullienboot "Alsfeld" zur gemeldeten Position und nahm binnen
25 Minuten die geschockten Taucher, die nur zum Teil Neoprenanzüge trugen,
wohlbehalten an Bord. Beamte des Grenzschutzamtes See nahmen Ermittlungen
zum Unglückshergang auf. Die 1999 zum Wracktauchen umgebaute "Taucher", das
über 30 Jahre alte frühere Polizeiboot "Wagrien", liegt auf 20 Metern Tiefe
in der Ostsee. Eine Bergung des Wracks ist fraglich. Quelle: Tim
Schwabedissen
Zwei Segler aus Atlantik gerettet Mittwoch, 04.09.2002
Am 4.9. geriet im Nordatalantik eine kanadische Yacht in Seenot und funkte
Notrufe. Das Boot hatte 500 Kilometer mnordwestlich der schottischen Stadt
Stornoway den Mast verloren. Zwei Hubschrauber der US-Luftwaffe stiegen von
ihrer Basis in Island auf und retteten die zwei Besatzungsmitglieder von
dem Boot. Einer litt unter inneren Blutungen und hatte ein gebrochenes
Bein. Die britische Küstenwacht lobte die Rettungsaktion als hervorragendes
Beispiel internationaler Zusammenarbeit. Quelle: Tim
Schwabedissen
"Norsea" brennt zum zweiten Mal Sonntag, 01.09.2002
Zum zweiten Mal binnen zweieinhalb Wochen brach am 1.9. auf der britischen
Nordseefähre "Norsea", 31785 BRZ, ein Feuer aus. Gegen 1.20 Uhr wurde aus
dem Maschinenraum Feuer gemeldet. Die 611 Passagiere mussten sich in
Schwimmwesten an Deck begeben. Der betroffene Maschinenraum wurde mit
Kohlendioxid geflutet. Mit Hubschraubern wurden aus Suffolk zusätzliche
Feuerlöschkräfte auf der vor Norfolk treibenden Fähre geflogen, die vier
Stunden nach Ausbruch des Feuers zusammen mit der Besatzung den Brand
erfolgreich bekämpften. Anschließend wurden zwei der vier Motoren wieder in
Betrieb genommen, so dass die "Norsea" mit gedrosselter Fahrt ihre Reise
von Hull nach Zeebrugge fortsetzen konnte. Hier sollen Sachverständige die
Schadenshöhe und Ursache untersuchen. Die "Norsea", bei ihrer Ablieferung
1987 das zweitgrößte in England gebaute Schiff, war erst im Dezember 2001
nacheiner Überholung bei der Bremerhavener Lloyd-Werft auf der Route von
England nach Belgien eingesetzt worden. Am 15.8. war in einem anderen
Maschinenraum kurz nach dem Auslaufen aus Hull Feuer ausgebrochen. Am 18.
Mai hatte es die Norseefähre "Princess of Scandinavia" erwischt, die mit
800 Menschen an Bord einen MAschinenraumbrand erlitt. Quelle: Tim
Schwabedissen