EUROPÄISCHES SEGEL-INFORMATIONSSYSTEM
Seenotfälle
Archiv Oktober 2002

Last update: Mittwoch, 06. November 2002, 16:35 Uhr

Wird "Beluga"-Untergang neu aufgerollt?
Mittwoch, 30.10.2002

Die Ermittlungen um den mysteriösen Untergang des Sassnitzer Fischkutters «Beluga» am 18.3.1999 vor der dänischen Ostseeinsel Bornholm müssen eventuell wieder aufgenommen werden. Die Angehörigen der drei toten Bestzungsmitglieder bezweifeln nach wie vor die These des selbstverschuldeten Unglücks. In der kommenden Woche dürfte eine Entscheidung seitens der Staatsanwaltschaft Stralsund fallen, ob die Ermittlungen, die sie im Jahr 2000 eingestellt hatte, wieder aufgenommen werden müssen. Damals hatte sie technisches und menschliches Versagen konstatiert, nach dem geöffnete Außenventile zum Aufnehmen von Reinigungswasser zum Untergang maßgeblich beigetragen habe. Der Anwalt der Hinterbliebenen, Peter-Michael Diestel, der als letzter DDR-Innenminister prominent geworden war, spricht in seiner Beschwerde hingegen von «schlampig geführten staatsanwaltlichen Ermittlungen» und erstattete Strafanzeige gegen Unbekannt «wegen fahrlässiger Tötung und unterlassener Hilfeleistung». Ein Gutachten der Beschwerdeführer vermutet als Kenterungsgrund die Kollision der "Beluga" mit Stahltrossen, mit denen z.B. bei Schießübungen Schwimmziele manövriert werden. Für diese These sprächen die Art der festgestellten Schäden an Deckskran und Aufbauten der "Beluga". In einer Computersimulation des Rostocker Schifffahrtsexperten Kersandt wird der Kutter in Sekundenschnelle von einem solchen Schleppseil umgerissen. Für eine solche schnell und unvorhersehbar entstandene Situation könnte auch die Feststellung sprechen, dass die Rettungswesten der "Beluga" bei der Bergung des Schiffes unbenutzt an ihren Plätzen aufgefunden wurden. Die Leichen des 39-jährigen Kapitäns, des 40-jährigen Maschinisten und eines 18-jährigen Schiffsjungen wurden Monate später kilometerweit vom Unglücksort entfernt im Wasser treibend aufgefunden. Unklar bleibt, wem das Unglück anzulasten ist, wenn ein Fremdverschulden nachgewiesen würde. Seinerzeit hatten deutsche und französische Marineverbände in der Ostsee ein NATO-Manöver abgehalten, deren Schiffe sich zum Unglückszeitpunkt nach eigenen Angaben aber nicht in dem Seegebiet aufgehalten haben. Nicht ausgeschlossen werden kann auch die Kollision mit einem zivilen Schleppverband.
Quelle: Tim Schwabedissen

Konsequentere Lehren aus "Pallas"-Strandung gefordert
Dienstag, 29.10.2002

Vier Jahre nach der Strandung des Holzfrachters "Pallas" vor Amrum gibt es nach Meinung der Schtzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste immer noch keine Verbesserung im Bereich der Schiffssicherheit in der Deutschen Bucht. Die vom Bundesministerium für Verkehr entwickelten Vorschläge stünden in krassem Widerspruch zu den Forderungen von Fachleuten und Umweltschützern. Zwar sei ein dauerhafter Einsatz eines Hochseeschleppers zusätzlich zu den behördeneigenen Mehrzweckschiffen abgesichert worden, es sei jedoch nicht nachvollziehbar, warum dieser eine Tiefgangsbeschränkung haben solle. Diese Planung widerspreche, so Vorstandssprecher Hans von Wecheln, jeder Praxis in der Nordsee. Eine Nachfolgelösung für die "Oceanic" der Bugsier solle sich an den physikalischen Gegebenheiten dort orientieren. Alle schwimmenden und fliegenden Verbände von Bund und Land sollten zudem in einer gemeinsamen deutschen Küstenwache straff zusammen geführt werden. Die Einsetzung eines Havariekommandos stelle hingegen nur einen Kompromiss aus Kompetenzstreitigkeiten zwischen Bundes- und Landesbehörden dar. Das Havariekommando hat kein Durchgriffsrecht gegenüber den verschiedenen Kräften von BGS, DGzRS, Zoll, Fischereiaufsicht und Marine, die die Teileinheiten der momentanen Küstenwache darstellen. Vorhandene Strukturen sollten, so die SDN, gestrafft und nicht nebenher eine neue Instanz aufgebaut werden.
Quelle: Tim Schwabedissen

Neues Leben für altes Eisen
Dienstag, 29.10.2002

Vor der Küste Kaliforniens wurde jetzt der amerikanische Zerstörer "Towers" als künftiges Taucherdorado versenkt. Das Schiff wurde im Rahmen einer Übung als Artilleriezielscheibe einer Fregatte benutzt und sank nach mehreren Salven über den Vorsteven. Bei der 1961 erbauten "Towers" handelt es sich um ein Schwesterschiff der Kieler Zerstörer "Lütjens", "Mölders" und "Rommel" der "Charles F. Adams"-Klasse, die ebenfalls momentan nacheinander ausgemustert werden. Ihr Schicksal ist noch ungeklärt. Die Bundesmarine versenkte zuletzt 1979 ein eigenes Schiff, den noch aus dem 2. Weltkrieg stammenden Zerstörer der amerikanischen "Fletcher"-Klasse "D 170", durch einen Torpedoschuss im Mittelmeer. In letzter Zeit werden von den Marinen Neuseelands, Großbritanniens, Australiens und der USA wieder vermehrt alte Marineeinheiten im Rahmen der Erprobung von Waffensystemen versenkt. Speziell vor Florida und Neuseeland dienen die zuvor gereinigten Schiffe dann häufig als künstliche Riffe oder attraktive Taucherspots.
Quelle: Tim Schwabedissen

Sturmbilanz:"Jeanett" brachte viele Schiffe in Bedrängnis
Sonntag, 27.10.2002

Der Orkan Jeanett, der am 27.10. über Europa hinweg raste, führte zu einer Reihe insgesamt glimpflich verlaufener Havarien. Eine Bö drückte im südenglischen Portsmouth die mit 980 Menschen besetzte Fähre "Pride of Portsmouth" der P&O-Line gegen die Fregatte "St. Albans". Menschen wurden bei der Kollision nicht verletzt. Der Schaden an der erst im November 2001 abgelieferten britischen Fregatte, die sich noch in der Erprobungsphase befindet, sei aber beachtlich. Besonders die Aufbauten wurden in Mitleidenschaft gezogen. Für diese Woche geplante Fahrten mussten abgesagt werden. Im Atlantik musste 270 Seemeilen südwestlich der Scilly-Islands ein verletzter Seemann mit einem Hubschrauber von seinem Trawler abgeborgen werden. In Hamburg riss sich am Reiherstieg ein Schwimmdock los und kollidierte mit einer Kaimauer sowie mit einem Frachter, der beschädigt wurde. Das Dock blieb schließlich in der Uferböschung hängen, aus der es zwei Schlepper später wieder herauszogen und es an seinen Liegeplatz zurück bugsierten. Im Warnemünder Hafen riss sich der seit 1969 als Museum "Traditionsschiff Typ Frieden" dienende Frachter "Dresden" von seiner Mooring los und und trieb übermehrere Stunden herrenlos auf den Überseehafen zu. Dabei drohte er gegen andere Schiffe oder Tanks im Ölhafen zu prallen. Schließlich kollidierte er mit einer Kaimauer und schlug leck. Der 10 000-Tonner musste inmitten des Orkans regelrecht geentert werden, um eine Schleppverbindung aufbauen zu können. Danach gelang es Schleppern, ihn in einem Hafenbecken unter Kontrolle zu bringen, wo er vertäut wurde. Der 1957 auf der Rostocker Warnowwerft erbaute Frachter wurde gerade als künftige Attraktion der Gartenbauausstellung 2003 hergerichtet. Entlang der gesamten Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns von Stralsund über Rostock bis Wismar schlugen zahlreiche Segelyachten, Angelkutter und Motorboote durch den hohen Wellengang leck und sanken zum Teil. Auf dem Rhein bei Düsseldorf lief ein mit Containern beladenes Binnenschiff auf Grund, nachdem es durch Böen nach Steuerbord vom Kurs abgekommen war. Wasserschutzpolizei sicherte die Strandungsstelle, die die passierende Schifffahrt beeinträchtigte. Bei Rees rammte ein Passagierschiff einen Anleger.
Quelle: Tim Schwabedissen

"Jeanett" versenkte Hamburger Frachter
Samstag, 26.10.2002

2000 Tonnen Bohnen liegen seit dem 26.10. auf dem Grund des Atlantiks - und mit ihnen ein deutscher Frachter. Auf dem Weg nach Sizilien geriet die Hamburger Frachter "Asseburg", 1939 BRT, in schwerer See 70 Seemeilen vor La Coruna in Seenot. Einem Hubschrauber gelang es, die siebenköpfige Besatzung zu retten, ehe ihr Schiff um 19.20 Uhr sank. Die "Asseburg" war 1982 bei der Sietas-Werft erbaut worden und noch kurz vor dem Unglück in Rotterdam zur Überholung gedockt gewesen.
Quelle: Tim Schwabedissen

Bis zu 50 Tote beim Untergang der "Mercuri 2"
Donnerstag, 24.10.2002

Praktisch keine Hoffnung mehr auf Überlebende gab es zwei Tage nach Untergang der 11540 BRZ großen "Mercuri 2" am 22.10. im Kaspischen Meer. Von den 43 Besatzungsmitgliedern und neun Passagieren konnten lediglich 13 von den zuletzt 15 zivilen und militärischen Suchschiffen und sieben Hubschraubern aus der stürmischen See gerettet werden. Die Suchmannschaften rechneten nicht mehr mit dem Auffinden weiterer Überlebender. Damit hätte das Unglück offiziell 38 Menschenleben gefordert. Möglicherweise befanden sich allerdings auch bis zu 15 blinde Passagiere an Bord. Bislang wurden erst zwei Leichen gefunden. Mehrere Spezialschiffe sind jetzt am Unglücksort, um eine drohende Ölpest zu bekämpfen. Die "Mercuri 2" hatte 15 Bahnwaggons geladen, die jeweils 60 Tonnen Rohöl enthielten. Deren Verrutschen war vermutlich auch die Ursache des Untergangs. Unbestätigt blieben Berichte, nach denen Arbeiter auf einer nahen Bohrplattform eine Explosion auf der Fähre gesehen haben wollten. Nach anderen Aussagen habe das Schiff bereits beim Auslaufen aus der kasachischen Stadt Aktau Schlagseite gehabt und sei möglicherweise nicht seetüchtig gewesen. Unklar ist ebenso der Zustand der Ölzisternen. Nach offizieller Lesart sollen sie auslaufsicher sein, nach Einschätzung eines westlichen Ölexperten seien sie aber stark korrodiert gewesen.
Mit der "Mercuri 2" versank auch ein Stück Ostsee-Schifffahrtsgeschichte. Am 9. Juni 1993 eröffnete sie gemeinsam mit dem Schwesterschiff "Mercuri 1" in Kiel die erste Fährlinie von Deutschland nach Kaliningrad, dem früheren Königsberg. Damit war das Startsignal für einen Boom von Schiffsverbindungen ins Baltikum gegeben, deren deutscher Knotenpunkt weiterhin der Kieler Hafen ist. Später lief sie von hier auch nach Riga und Klaipeda. 1985 war das 145 Meter lange Eisenbahnfährschiff als "Sovetzkiy Tadzhikistani" in Kroatien erbaut worden. Die ersten Betriebsjahre lief sie im Kaspischen Meer und wurde über die russischen Flüsse und Kanäle 1992 in die Ostsee überführt. 1996 wurde die "Mercuri 1" durch größere und modernere Tonnage ersetzt und ging in ihr ursprüngliches Fahrtgebiet zurück, dessen Witterung ihr jetzt zum Verhängnis wurde. Das kaspische Binnenmeer ist an der Untergangsstelle bis zu 300 Meter tief. Dies macht eine eventuell notwendige Ölbergung zu einem technisch aufwändigen Unterfangen.
Quelle: Tim Schwabedissen

Unglück im Kaspischen Meer: Dutzende Tote befürchtet
Dienstag, 22. Oktober 2002, 22:01 Uhr

Beim Untergang eines Schiffs im Kaspischen Meer sind vermutlich dutzende Menschen ums Leben gekommen. Das Schiff sei mit 51 Menschen an Bord bei stürmischem Wetter gesunken, teilte die staatliche Schiffsgesellschaft in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku mit. Rettungskräfte konnten bislang neun Menschen bergen, meldete die Nachrichtenagentur Interfax. Mit herannahender Nacht sank die Hoffnung auf Überlebende jedoch. Unterdessen wurden Vorwürfe laut, die Bergungsarbeiten an der "Mercury-2" seien nur schleppend angelaufen.

Zuvor war aus Unternehmenskreisen verlautet, es gebe keine Überlebenden bei dem Unglück. Nach Angaben der Kaspischen Seeschifffahrts-Gesellschaft befanden sich 43 Besatzungsmitglieder und acht Passagiere auf der "Mercury-2". Über ihr Schicksal machten die Schiffseigner jedoch keine Angaben. In einer Erklärung hieß es lediglich, die Rettungskräfte seien mit fünf Schiffen an den Unglücksort rund 100 Kilometer östlich von Baku gesandt worden.

Nach Angaben von Rettungskräften hatte der Kapitän um 09.00 Uhr morgens (06.00 Uhr MESZ) ein Notsignal gesandt. Anschließend sei der Funkkontakt abgebrochen. Daraufhin seien Helfer zu der zuletzt bekannten Position des Schiffs entsandt worden, die nur noch den Untergang der "Mercury-2" feststellen konnten.

Derweil wurde Kritik an der nur langsam angelaufenen Rettungsaktion laut: Zwischen dem Notsignal und der Bekanntgabe des Untergangs seien fünf Stunden vergangen, hieß es. Ein Hafenarbeiter sagte der Nachrichtenagentur AFP, es gebe zwar einen Notfallplan, dieser existiere aber nur auf dem Papier. So seien die speziellen Rettungsboote zum Zeitpunkt des Unglücks nicht einsatzbereit gewesen.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Frachter treibt führungslos vor französischer Küste
Dienstag, 22. Oktober 2002, 22:03 Uhr

Rennes - Vor der Küste Nordfrankreichs ist ein mit 5800 Tonnen Ton beladener Frachter leck geschlagen und die komplette Besatzung von Bord gerettet worden.

/p> Nach Angaben der französischen Küstenwache trieb die "Georgios S" am Dienstag führungslos in stürmischer See vor der Küste der Bretagne. Die 18-köpfige Besatzung des in Panama registrierten Schiffes sei am Morgen mit einem Hubschrauber in Sicherheit gebracht worden. Ein anderes Schiff sei auf der Fahrt zu dem Frachter, um diesen in einen Hafen zu schleppen, hieß es. Falls dies nicht gelingen sollte, werde das Schiff zunächst an der Seite Frachters bleiben, der nordwärts treibe.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Fangschiff vor Alaska in Brand geraten
Dienstag, 22. Oktober 2002, 07:34 Uhr

Juneau - In der Beringsee ist vor der Küste Alaskas ein Fischerboot nach einer Explosion in Brand geraten. Mindestens ein Besatzungsmitglied kam ums Leben, zwei weitere Menschen wurden über Bord geschleudert und galten als vermisst, wie die Küstenwache am Montag erklärte. Fünf Verletzte wurden mit teilweise schweren Verletzungen in Krankenhäuser gebracht.

Die Küstenwache hatte am Sonntag einen Notruf der 54 Meter langen «Galaxy» erhalten. Sprecher Roger Wetherell erklärte in Juneau, an der Unglücksstelle hätten die Retter einen Mann im Meer treiben gesehen und ihm einen Rettungsring zugeworfen. Der Mann sei jedoch plötzlich in den Wellen verschwunden. Küstenwache und Nationalgarde suchten mit Hubschraubern nach zwei Vermissten, auch andere Fischerboote beteiligten sich an der Rettungsaktion. Die Suche wurde durch starken Wind, Regen und Schnee erschwert.

Drei Männer konnten lebend aus dem Wasser gerettet werden, 15 weitere trieben in einem Rettungsfloß und wurden von Booten aufgenommen. An Bord der brennenden «Galaxy» fanden die Retter sechs Verletzte. Sie hatten Knochenbrüche und Verbrennungen erlitten und waren stark unterkühlt. Die Männer wurden auf die Insel St. Paul gebracht, wo einer von ihnen seinen Verletzungen erlag.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Viele Tote bei Schiffsuntergang vor Indonesien
Sonntag, 20.10.2002

Ein überladenes Passagierboot ist am Wochenende vor der indonesischen Insel Java gekentert und gesunken. Bei dem Unglück kamen mindestens 10 Kinder im Alter von 10 bis 12 Jahren ums Leben. Viele Menschen gelten noch als vermisst. Das Boot verunglückte, als seine Passagiere während eines religiösen Festivals versuchten, Nahrungsmittel aus dem Wasser zu fischen. Dabei kam es zu einer einseitigen Gewichtsverlagerung, die das Boot kentern ließ.
Quelle: Tim Schwabedissen

Büsumer Skipper von Ankerleine seines brennenden Bootes gerettet
Freitag, 11.10.2002

Hilferufe von See alarmierten am 11.10. einen Mitarbeiter der Büsumer Schleuse. In geringer Entfernung zum Hafen brannte ein Motorsegler. Unverzüglich verständigte der Zeuge Beamte von Wasserschutzpolizei und Zoll. Sie hielten sich am Zollboot "Kniepsand" auf, das zu Reparaturarbeiten an der Bordelektronik eher zufällig im Hafen lag. Unverzüglich wurde losgeworfen und Kurs auf die Unglücksstelle genommen. Nach einer Viertelstunde war der Havarist erreicht.
Dessen Skipper hatte sich vor den Flammen schon außenbords flüchten müssen und hielt sich in der kalten Nordsee an der ausgebrachten Ankerleine fest. Es gelang den Beamten, ihn an Bord zu ziehen, wo er eingeschlagen in Decken und versorgt mit Tee aufgewärmt wurde.
Mit zwei Löschschläuchen gelang es den Zöllnern und dem mitgefahrenen Wasserschutzpolizisten, auch der Flammen Herr zu werden. Der Skipper hatte vor dem Aufslippen seines Bootes noch einen letzten Schlag in See machen wollen. Dann fiel der Motor aus, und bei weiteren Startversuchen brach unter der Batterie ein Feuer aus, das sich so rasch ausbreitete, das dem Segler nur noch der Sprung in die See blieb. Da der Mast mitsamt der Funkantenne bereits gelegt war, hatte er zuvor auch keinen Notruf senden können.
Ob ihm dies in diesem Fall viel geholfen hätte, war indes ohnehin fraglich: Der Büsumer Seenotrettungskreuzer "Hans Hackmack" hatte als routinemäßige Vertretung des Werftliegers "Hermann Helms" ins vier Fahrstunden entfernte Cuxhaven verlegt.
Die nächstgelegenen Rettungseinheiten wären die "Vormann Leiss" im drei Fahrstunden entfernten Nordstrand gewesen oder die Brunsbütteler "Gillis Gullbransson" , die allerdings erst im Alarmfall von Freiwilligen besetzt wird. Das Büsumer Polizeiboot "Helgoland" war während einer Freischicht nicht besetzt, und das Zollboot "Schleswig Holstein" stand weit ab auf Seestreife nahe Föhr. Normalerweise, so ein Sprecher der DGzRS, sollte dennoch Hilfe nie allzu fern sein - bei einer Alarmierung der Leitstelle würde im Bedarfsfall auch die Berufsschifffahrt zur Hilfe herangezogen. Trotzdem, so scheint es, hatte der Skipper in diesem Fall eher Glück, das durch geistesgegenwärtige Improvisation verschiedener Helfer sein Missgeschick nicht schlimmer endete.
Quelle: Tim Schwabedissen

Bisher 12 Tote nach Bootsuntergängen in Indien geborgen
Mittwoch, 16.10.2002

Zwölf Leichen wurden bislang von Fischern nach dem Untergang zweier Boote auf einem ostindischen Stausee aus dem Wasser gezogen. Über die Gesamtzahl der Fahrgäste gibt es derzeit widersprüchliche Angaben offizieller Stellen, die von 14 bis 30 reichen. Vier Menschen gelang es, das Ufer schwimmend zu erreichen. Unter den geborgenen Toten ist auch ein vierjähriges Mädchen. Die beiden Schiffe waren nahe Ranchi aneinander vertäut gewesen, als ein Unwetter hereinbrach und sie zu Sinken brachte. Die Rettungsbemühungen wurden durch schlechtes Wetter stark behindert.
Quelle: Tim Schwabedissen

"Limburg": Einigkeit über Explosionsursache
Mittwoch, 16.10.2002

Einigkeit herrscht 10 Tage nach der schweren Explosion auf dem französischen Tanker "Limburg" offenbar über die Ursache: Nach den französischen Ermittlern sind nun auch jemenitische Stellen der Ansicht, dass auf den Tanker ein Anschlag verübt wurde. Die bei den Untersuchungen aufgefundenen Glasfiberreste weisen auf die Existenz eines mit Sprengstoff gefüllten Bootes hin, dessen Auftauchen kurz vor der Detonation auch von Augenzeugen wiederholt bestätigt wurde. Durch die bei der Kollision des Bootes hervorgerufene Explosion wurde ein Loch in die Steuerbordseite gerissen, aus dem 90.000 Barrel Öl ins Meer flossen. Das teilweise ausgebrannte Wrack der "Limburg" liegt momentan vor der Küste des Jemen vor Anker.
Quelle: Tim Schwabedissen

Bohrschiff weiter mit Schlagseite
Mittwoch, 16. Oktober 2002, 10:09 Uhr

Das vor der brasilianischen Südostküste verunglückte Bohrschiff "P 34" befindet sich weiterhin in gefährlicher Schräglage und droht zu sinken. Nachdem aber am 13.10. alle 76 Mann Besatzung evakuiert worden waren, gingen mittlerweile sieben Arbeiter wieder an Bord, um beim Austrimmen des Havaristen zu helfen. Dazu muss Meerwasser in leere Ballasttanks gepumpt werden in der Hoffnung, den Schwerpunkt zu verlagern und das Schiff dadurch wieder auf ebenen Kiel zu bekommen. Spezialisten zur Eindämmung möglicher Ölverschmutzungen sind vor Ort. Die Lagertanks der Plattform sind zu rund einem Viertel mit Öl und Gas gefüllt. Auslöser der Schräglage war ein Fehler im elektronischen System gewesen.
Quelle: Tim Schwabedissen

„Esprit“ strandet in der Hafeneinfahrt
Dienstag, 15. Oktober 2002, 22:35 Uhr

Vegesack - Das vom ehemaligen Jugendkutterwerk gebaute Segelschiff „Esprit“, der heute zur Bootsbau Vegesack (Bremen) gehört, saß am Sonntagnachmittag für gut eine Stunde auf der Schlickbank an der Einfahrt vom Hafen von Vegsack fest. Da der Skipper abends in Frankfurt sein musste, hatte er mit der Crew bei Niedrigwasser versucht, einzulaufen. Mit dem Kiel ist das Schiff dann aber im Schlick stecken geblieben. Erst nachdem die Flut deutlich aufgelaufen sei, sei das Schiff, das zum Glück keinen Schaden genommen habe, wieder frei gekommen. Aufgrund der Behinderungen durch die Brücke und die Schlickbank habe man keinen Liegeplatz im Hafen angemietet. In diesem Fall sei aber nach der Rückkehr von einem einmonatigen Ostsee-Törn und anschließendem Schlechtwetter-Training vor Helgoland der Hafen ausnahmsweise angesteuert worden, um Skipper und Crew termingerecht von Bord gehen zu lassen.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Zwei Fahrgastschiffe in Indien gesunken
Montag, 14.10.2002

Ein schweres Unwetter führte am 14.10. zum Untergang zweier Fahrgastschiffe auf dem Rukka-Damm-Stausee nahe der ostindischen Stadt Ranchi. Beide Fahrzeuge kenterten in den Regenböen. Die Polizei befürchtet, dass insgesamt bis zu 40 Menschen auf den Schiffen ertranken. Wegen der widrigen Wetterbedingungen gelang es bislang erst, eine Leiche zu bergen. Am 15.10. sollen Taucher zu den Wracks vordringen.
Quelle: Tim Schwabedissen

Bohrschiff droht zu sinken
Montag, 14.10.2002

Rund 100 Kilometer vor der Küste von Rio de Janeiro geriet das Bohrschiff "P 34" in Seenot. Zeitweilig entwickelte der Havarist eine Backbord-Schlagseite von 48 Grad und drohte zu kentern. Bis in die Mittagsstunden des 14.10. gelang es aber unter Einsatz von 20 Schleppschiffen, die Krängung auf 30 Grad zu reduzieren. Außerdem wurden 15.000 Tonnen Öl, die in ihren Tanks lagerten, zum größten Teil abgepumpt. Damit ist die Gefahr einer Umweltkatastrophe gebannt.

Vorausgegangen war eine Panne in der Elektrik, woraufhin die Bordenergie zusammenbrach und sich die "P 34" überzulegen begann. Unter den 76 Mann Besatzung brach zeitweilig Panik aus. Rund 30 von ihnen sprangen über Bord, konnten aber alle aus dem Atlantik gerettet werden. Das Bohrschiff förderte vor dem Unglück 34.000 Barrel Öl und 185.000 Kubikmeter Erdgas pro Tag.

Sein Ausfall bedeutet einen neuerlichen Schlag für die Betreiber Petrobras, die bereits am 15. März 2001 eine Förderplattform verlor. Nach mehreren Explosionen, die elf Arbeiter töteten, war sie trotz tagelanger Bergungsbemühungen im Atlantik versunken.
Quelle: Tim Schwabedissen

Neues von der "Jolly Rubino"
Montag, 14.10.2002

Rund die Hälfte der giftigen Fracht der "Jolly Rubino" konnte während der vergangenen neun Tage auf dem Luftweg von Bord des Wracks gebrogen werden. 1000 Fässer sowie sechs leere 20-Ft-Container wurden von einem Hubschrauber auf den temporären Lagerplatz in neun Meilen Entfernung an Land gebracht. Damit wurde auch Zugang zu weiteren Behältern mit toxischem Inhalt geschaffen. Die Berger hoffen, bis zum Ende der 42. Kalenderwoche die gefährliche Fracht aus dem Schiff gelöscht zu haben. Im überfluteten Maschinenraum wurden in den vergangenen Tagen 140 Tonnen Öl, die auf der Wasseroberfläche schwammen, mit Skimmern aufgenommen und sollen, wenn das Wetter dies zulässt, baldmöglichst zum Ankerziehschlepper "Pentow Service" umgepumpt werden. Für die kommenden Tage ist die Prognose günstig. Weiteres Öl ist aus aufgerissenen Tanks an Steuerbord und Backbord in den Laderaum geflossen. Dessen Bergung genießt hohe Prioriät. Auch 31 Tage nach seinem Ausbruch schwelt das Feuer, das die Strandung der manövrierunfähigen "Jolly Rubino" verursachte, an mehreren Stellen im Schiffsinnern.
Quelle: Tim Schwabedissen

Holländisches Containerschiff bei Bonn auf Grund gelaufen
Montag, 14. Oktober 2002, 17:14 Uhr

Bonn - Ein Containerschiff aus Holland ist durch einen Navigationsfehler bei der Rhein-Insel Hersel bei Bonn auf Grund gelaufen. Es sei weder jemand verletzt worden noch ein Leck entstanden, so die Wasserschutzpolizei Bonn am Montag. Rettungskräfte entluden das Frchtschiff, um es wieder flott zu machen. Das schwer beladene Schiff kam aus Frankfurt. In Bonn hatte es am Sonntag weitere Container an Bord genommen, ehe es die Insel rammte und sich nicht mehr aus eigener Kraft befreien konnte.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

"Limburg"-Explosion war ein Anschlag
Donnerstag, 10.10.2002

Bei den Untersuchungen französischer, amerikanischer und jemenitischer Experten an Bord des Wracks der "Limburg" hat sich am 10.10. der Verdacht erhärtet, dass die Explosion an Bord des Tankers auf einen Anschlag zurückzuführen ist. Es fanden sich Trümmerteile aus Fiberglas, die nicht dem Schiff zugehörig sind und von einem Sprengstoffboot stammen könnten.
Ähnliche Fragmente hatten sich auch nach dem Anschlag auf die US-Fregatte "Cole" gefunden.
Außerdem wiesen die Kanten des acht Meter großen Explosionsloches nach innen, und es läge direkt über der Wasserlinie. Dies sei als Folge einer internen Explosion unwahrscheinlich. Zudem sei der Tanker zu 98 Prozent beladen gewesen, was das Explosionsrisiko durch angesammeltes Gas sehr niedrig halte. Inzwischen liegt auch ein Bekennerschreiben einer Extremistenorganisation vor.
Quelle: Tim Schwabedissen

Schlepper sank in Lübecker Bucht
Donnerstag, 10.10.2002

In der Lübecker Bucht sank am Morgen des 10.10. der Schlepper "Stadt Arnis". Um 5.25 hatten die beiden Besatzungsmitglieder des 14 Meter langen Schiffes, das sich mit einer Schute auf Höhe Dahmeshöved befand, Mayaday gefunkt, nachdem ein Wassereinbruch aufgetreten war. Die Seenotleitstelle der DGzRS leitete daraufhin eine Suchaktion ein, an der sich neben dem Grömitzer Rettungskreuzer "Bremen" auch die RoRo-Fähre "Finnraider" sowie die "Peter Pan" der TT-Line sowie Fahrzeuge von Marine sowie Wasser- und Schiffahrtsamt beteiligten. Um 5.44 brach der Funkkontakt zu dem sinkenden Schlepper ab. Als die "Bremen" an der gemeldeten Position eintraf, waren nur die Positionslaternen der Schute, aber auch im Wasser Signallichter von Rettungswesten zu erkennen. Die beiden Fährschiffe leuchteten mit ihren Scheinwerfern die Unglücksstelle aus, und um 6.11 gelang es, einen Mann und eine Frau an Bord der "Bremen" zu ziehen. Die beiden trieben zu dieser Zeit bereits 40 Minuten im 12 Grad kalten Wasser und litten an Unterkühlung. Um 6.20 konnte der Seenotfall aufgehoben werden, die beiden Schiffbrüchigen wurden in ein Krankenhaus gebracht. Zur Zeit des Unglücks herrschten Windstärken aus Ost-Südost um 4 Beaufort bei einem Seegang von ca. 1,5 Metern. Die Lufttemperatur betrug 7 Grad.
Quelle: Tim Schwabedissen

Frachtkahn auf Unterelbe gesunken
Donnerstag, 03.10.2002

Auf der Elbe ist am 3.10. eine Barge mit 76 Tonnen Zellulose an Bord gesunken. Das Schubschiff hatte sich zuvor von einem Schleppverband losgerissen, der von Otterndorf, Unterelbe, nach Uetersen unterwegs war. Weder kamen Menschen zu Schaden noch entstand eine Umweltgefährdung. Auch stellt das Wrack nach Angaben des Cuxhavener Wasser- und Schiffahrtsamtes keine Gefährdung für den Schiffsverkehr dar. Die Untergangsursache ist unklar.
Quelle: Tim Schwabedissen

Weiter Rätsel um "Limburg"-Havarie
Dienstag, 08.10.2002

Rund 24 Kilometer vor dem ursprünglichen Zielhafen Mukalla wurde am 8.10. der schwer beschädigte Tanker "Limburg" im Golf von Aden verankert, nachdem er am Vortag noch vor der Küste trieb. Das Feuer scheint mittlerweile endgültig unter Kontrolle zu sein und lässt einen Überblick über die angerichteten Schäden zu. Die gesamte Steuerbordseite des Schiffes ist ausgebrannt, in der Bordwand klafft ein ovales Leck von acht Metern Durchmesser. Zehn Prozent der insgesamt 40 Öltanks sollen beschädigt sein. Dem widerspricht die jemenitische Angabe, 350.000 Barrel Öl der insgesamt 400.000 Barrel seien ausgelaufen und es drohe eine Umweltkatastrophe. Französische und jemenitische Experten setzten ihre Ermittlungen derweil fort.
Quelle: Tim Schwabedissen

MFG 5 rettet Schiffbrüchige im Roten Meer
Dienstag, 08.10.2002

Wie erst jetzt bekannt gegeben wurde, retteten Hubschrauber des Marinefliegergeschwaders 5 am 2.10. eine Schiffsbesatzung im Golf von Aden. Dort war der indische Frachter "Nadi" leck geschlagen und hatte Notrufe gesendet. Zunächst evakuierte die spanische Fregatte "Navarra" auf Bitten des Kapitäns die 23köpfige Besatzung vom Havaristen. Dann übernahmen zwei im Rahmen der Seeraumüberwachung in Dschibouti stationierte Seakings des Kiel-Holtenauer MFG 5 die Schiffbrüchigen und flog sie nach Ambouli. Hier wurden sie durch deutsche Soldaten medizinisch betreut und anschließend in die Obhut des indischen Konsuls überstellt.
Quelle: Tim Schwabedissen

Ägäis: Schiff mit 800 Touristen auf Grund gelaufen
Mittwoch, 09. Oktober 2002, 06:46 Uhr

Athen - Das griechische Kreuzfahrtschiff «Olympic Voyager» mit fast 800 Touristen an Bord ist in der Ägäis bei einem Ausweichmanöver auf Grund gelaufen. Dabei wurde niemand verletzt. Das Schiff hat lediglich einige leichte Schäden auf der linken Kielseite. Der Unfall ereignete sich in der Nähe der Insel Patmos, als der Kapitän der «Olympic Voyager» eine Kollision mit einer Yacht vermeiden wollte. Die Touristen aus Europa und den USA sollten ihre Reise an Bord eines anderen Kreuzfahrtschiffes fortsetzen.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Tanker-Explosion: Kapitän schliesst Unfall aus
Mittwoch, 09. Oktober 2002, 06:46 Uhr

SANAA - Auch zwei Tage nach der Tankerexplosion vor der Küste Jemens ist die Ursache umstritten. Der Kapitän des französischen Schiffes schloss am Dienstag einen technischen Defekt aus. Unterdessen trafen französische und US-Ermittler in Jemen ein.

Zeugen berichteten im arabischen TV-Sender El Dschasira, sie hätten vier Explosionen gehört, bevor das Feuer an Bord des Supertankers ausgebrochen sei. Der malaysische Ministerpräsident Mahathir Mohamad seinerseits, für dessen Land die «Limburg» unterwegs war, schloss am Dienstag einen Terroranschlag aus. Er sei darüber informiert worden, dass ein Kurzschluss die Detonation ausgelöst habe, sagte er in Kuala Lumpur. Der Kapitän des Öltankers schloss aber einen technischen Fehler als Ursache für die Explosion an Bord aus. So, wie die Explosion verlaufen sei, könne sie nicht von einem technischen Problem herrühren, sagte Kapitän Hubert Ardillon am Dienstag.

Ein Mitglied der Mannschaft habe vor der Explosion ein kleines Boot gesehen, das sich dem Schiff näherte, sagte Ardillon weiter. Er räumte ein, er habe das Boot nicht mit eigenen Augen gesehen. Er habe jedoch keinen Grund, die Aussage des 21-jährigen Besatzungsmitglieds anzuzweifeln.

Nur dieser habe den Vorfall beobachtet, «weil er der Einzige war, der an einer Stelle stand, von der aus er das Boot sehen konnte». Die jemenitischen Behörden hatten die Aussage des jungen Mannes mit Hinweis auf dessen mangelnde Erfahrung auf See bezweifelt. Bis auf einen bulgarischen Schiffsmechaniker überlebten alle 25 Besatzungsmitglieder des Supertankers das Unglück.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

"Limburg" brennt wieder
Montag, 07.10.2002

Rückschlag für die Feuerbekämpfung auf der "Limburg": Auf dem französischen Supertanker brach am Abend des 7.10. erneut ein heftiges Feuer aus, nachdem in den Nachmittagsstunden die Flammen schon weitgehend niedergekämpft schienen und nur noch leichte Rauchwolken vom Wrack aufstiegen. Heftiger Wind hatte vermutlich das Feuer wieder angefacht. Zuvor hatte das Hauptaugenmerk der Bekämpfung des Ölaustritts gegolten, der aus dem einen Meter über der Wasserlinie liegenden Lecks stattfindet. Nach Augenzeugenberichten sind die Ränder dieses Loches nach außen ausgefranst, was für eine Explosion im Innern des 330 Meter langen, im Jahre 2000 erbauten Doppelhüllenschiffes spräche. Nach Angaben des Charterers, der malaysischen Ölfirma Petronas, hatte die "Limburg" rund 400.000 Barrel (1 Barrel=159 Liter) Rohöl aus Saudi Arabien an Bord. In Jemen sollte sie 1,5 Millionen Tonnen laden. Euronav zufolge liefen bislang etwa 8000 Tonnen des Öls aus.
Quelle: Tim Schwabedissen

Tanker-Explosion: Hinweise auf Al-Kaida-Attacke verdichten sich
Montag, 07. Oktober 2002, 19:13 Uhr

Haben Al-Kaida-Terroristen den Tanker 'Limburg' vor der jemenitischen Küste in die Luft gesprengt? Die Hinweise darauf verdichten sich. Sicherheitskräfte haben in der Umgebung des Hafens Al Schahr mehrere Verdächtige festgenommen. Lokale Medien berichteten außerdem unter Berufung auf Hafenangestellte, die Explosion sei durch eine Kollision mit "einem Objekt, einem kleinen Schiff oder einem Boot" ausgelöst worden. Bei Aufnahmen in RTL war zu sehen, dass das Loch, das durch die Explosion hervorgerufen wurde, sich genau auf Höhe der Wasserlinie befand.

Die Regierung Jemens wiegelt noch ab: Offiziell geht man dort weiter von einem Unfall aus. Anders die französische Reederei, unter deren Flagge die 'Limburg' fuhr. Der Kapitän des Supertankers soll beobachtet haben, wie sich ein Boot dem Schiff näherte: "Er hat gesehen, wie sich ein Boot dem Tanker vorne genähert hat. Das Schiff ist 330 Meter lang, er hat nicht sehen können, was das Boot transportierte. Sobald das Boot unter dem Rumpf verschwunden war, hat es eine enorme Explosion gegeben", sagte Reeder Jacques Moizan.

Die arabische Zeitung 'Al-Hayat' hatte unter Berufung auf Islamisten-Kreise in Pakistan berichtet, mit dem Anschlag auf den Öltanker habe die Terrororganisation von Osama bin Laden beweisen wollen, dass sie auch ein Jahr nach dem Beginn der amerikanischen Angriffe in Afghanistan immer noch aktiv sei. Nur wenige Stunden nach der Tanker-Explosion hatte der arabische Fernsehsender Al Dschasira eine angebliche Tonbandbotschaft bin Ladens ausgestrahlt, in der er den USA mit neuen Anschlägen drohte, "wenn sie ihren Krieg gegen Araber und Moslems nicht einstellen".

Der Vorfall weist zweifellos Parallelen zum Anschlag eines Sprengstoffschnellbootes auf den US-Zerstörer "Cole" im Oktober vor Aden auf, bei dem 17 amerikanische Seeleute starben. Als Drahtzieher dieses Terrorakt wurde Osama Bin Laden vermutet.
Quelle: Tim Schwabedissen

Explosion auf brennendem französischen Öltanker vor Jemen
Sonntag, 06. Oktober 2002, 18:30 Uhr

Sanaa - Auf einem in Flammen stehenden französischen Öltanker vor der Küste des Jemens (Karte) hat sich am Sonntag eine Explosion ereignet (Bild). Die Behörden des Jemen führten den Brand auf ausgelaufenes Öl zurück und erklärten, Hinweise auf einen möglichen terroristischen Hintergrund lägen nicht vor. Alle 25 Besatzungsmitglieder der «Limburg» seien in Sicherheit gebracht worden.

Euronav-Verwaltungsdirektor Alain Ferre erklärte, der Kapitän habe ein kleines Fischerboot auf den Tanker zufahren sehen. Das kleine Boot habe die «Limburg» gerammt, unmittelbar darauf kam es zur Explosion. Es sei kaum vorstellbar, dass ein solch kleines Boot bei dem modernen, doppelwandigen Tanker eine derart große Explosion auslösen könne, wenn es keinen Sprengstoff an Bord gehabt habe. Insgesamt 24 der 25 Besatzungsmitglieder der «Limburg» wurden nach Angaben der Reederei in Sicherheit gebracht. Ein Besatzungsmitglied werde vermisst.

Die «Limburg» (Bild) war rund fünfeinhalb Kilometer vor dem Hafen von Mina el Dabah in Brand geraten. Der Kapitän setzte einen Notruf an die Hafenbehörden ab. Elf Crewmitglieder wurden sofort an Land gebracht, die übrigen 14 blieben zunächst an Bord, um das Feuer zu bekämpfen. Als dies nicht gelang, wurden sie wenige Stunden später ebenfalls in Sicherheit gebracht.

Nach jemenitischen Angaben war die «Limburg» aus dem Hafen Chark/Iran ausgelaufen und hatte 397.749 Barrel (rund 632.300.000 Liter) Öl an Bord. Zielhafen war Mina el Dabah, 800 Kilometer südöstlich der jemenitischen Hauptstadt Sanaa.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Chemie-Tanker nach Kollision mit Frachter gesunken
Samstag, 05. Oktober 2002, 08:01 Uhr

Tokio - Der japanische Tanker «Eiwa Maru» mit 500 Tonnen Flüssig-Chemikalien ist am Samstag nach der Kollision mit einem Frachtschiff zunächst gekentert und dann gesunken. Die vier Crewmitglieder der «Eiwa Maru» konnten verletzt von einem anderen Schiff gerettet werden, wie ein Sprecher der Küstenwache mitteilte.

Der Tanker stieß 10 Seemeilen vor der Küste der japanischen Präfektur Shizuoka mit einem weit größeren Frachter zusammen, der in Panama registrierten «Ever Reward». Dieses Schiff setzte seine Fahrt zum Hafen Shimizu fort. Die Ladung der «Eiwa Maru» bestand aus dem Lösungsmittel Xylen, das für Farben und Reinigungsmittel verwendet wird. Hinweise auf eine Beschädigung der Tanks gab es zunächst nicht.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Vermisster Segler nach zwei Monaten im Atlantik entdeckt
Samstag, 05. Oktober 2002, 08:09 Uhr

Washington - Ein amerikanischer Stattsbürger, der vor acht Wochen in Florida zu einer Segeltour in den Atlantik aufgebrochen und seitdem vermisst war, ist lebend geborgen worden. Der 43-jährige Mann wurde rund 100 Kilometer von der Küste des US-Staates South Carolina in seinem entmasteten und demolierten Boot treibend entdeckt. Er war völlig abgemagert, erschöpft und war geistig verwirrt. Der Segler aus Florida war nach Angaben der Behörden zuletzt am 19. Juli in Miami gesehen worden. Ein anderer Segler meldete ihn vier Tage später als vermisst. Eine Suche der Küstenwacht auf einer Fläche von mehr als 20.000 Quadratkilometern verlief ergebnislos.

Wie Watson überleben konnte, war laut Küstenwacht zunächst nicht bekannt. Offenbar habe er sich aus seinem zerbrochenen Mast ein Zelt zum Schutz gebaut. Man habe jedoch noch nicht lange genug mit ihm sprechen zu können, um herauszufinden, seit wann er ohne Essen und Wasser war. Watson sei beim Eintreffen der Rettungskräfte so verstört gewesen, dass er sein Boot zunächst nicht habe verlassen wollen. Er wurde zur Beobachtung in ein Krankenhaus gebracht.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Taifun «Higos» kostet sieben russische Seeleute das Leben
Donnerstag, 03. Oktober 2002, 18:34 Uhr

Wladiwostok - In einem Taifun vor der russischen Pazifikküste sind mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen. Acht weitere Seeleute galten am Donnerstag noch als vermisst, wie das Katastrophenschutzministerium in Wladiwostok mitteilte. Vor der Küste der Region Primorje lief am Mittwoch ein Fischkutter auf Felsen auf.
Sieben der elf Besatzungsmitglieder ertranken, drei wurden gerettet.
Vor Sachalin wurde am Donnerstag die neunköpfige Besatzung eines Fischerbootes von einer riesigen Welle ins Meer gespült. Nur zwei der Seeleute konnten sich auf einem Rettungsfloß in Sicherheit bringen. Der Taifun «Higos» hatte zuvor Teile Japans verwüstet und dort mindestens vier Menschen das Leben gekostet.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Vorbereitungen zur Bergung von Giftfracht der "Jolly Rubino"
Donnerstag, 03. Oktober 2002, 18:15 Uhr

80 Tonnen Öl konnten bis zum 1.10. aus den Tanks der "Jolly Rubino" gesaugt werden. In den Morgenstunden führte raue See als Folge von Winden, die mit Stärken bis zu 80 km/h wehten, zu einer erneuten Unterbrechung der Aktion. Für die Bergung der Decksladung wurde ein Plan erstellt: Er sieht vor, die beschädigte Decksladung in intakte Behälter umzufüllen, die anschließend von einem Helikopter ausgeflogen werden. Wenn das Wetter es zulässt, soll diese Aktion Ende der Woche starten. Bis dahin wird auch erwartet, das die Temperaturen, die jetzt unter 100 Grad liegen, so weit abgenommen haben, dass eine Inspektion der gesamten Ladung möglich ist. Schon jetzt ist klar, das viele Container verbrannt, schwer beschädigt oder leer sind, andere aber auch in verhältnismäßig gutem Zustand. Ein von den Bergern montierter Mobilkran soll heile wie beschädigte Container in größere Frachtbehälter hieven, die von einem bereits in der Richards Bay bereit gestellten russischen MI8-Transpoorthubschrauber aufgenommen werden können. Dieser soll sie zunächst in einen Hochsicherheitsbereich an Land bringen, der von Richards Bay Minerals geleast wurde. Von hier geht die Fracht, soweit der Inhalt dies zulässt, in eine Müllbeseitigungsanlage. Die gesamte Aktion wird unter hohen Schutzmaßnahmen gegen Chemieunfälle stattfinden, so werden ständige Luftmessungen durchgeführt, werden die Arbeiter nur mit Atemgerät und Schutzanzug arbeiten und wird eine Dekontaminationsdusche auf dem Deck des Wracks installiert. Weiterhin kontrolliert das Bergungspersonal auch die Entwicklung der Risse in beiden Seiten des Schiffsrumpfes.
Quelle: Tim Schwabedissen

"Joola"-Wrack soll Seegrab werden
Montag, 01.10.2002

In Massengräbern begann in Senegal die Bestattung von Opfern des "Joola"-Untergangs. Erst 80 Tote konnten bis zum 1.10. identifiziert werden, 870 Menschen gelten als tot oder vermisst. Die Regierung überlegt derzeit, wie mit dem Wrack, das zum Grab für Hunderte wurde, umgegangen werden soll. Es könnte "as is" in eine Gedenkstätte umgewandelt oder auf tiefem Wasser versenkt werden. Am 30.9. war die Suche nach Opfern im Innern des Wracks gestoppt worden. Die Minister für Transport und Verteidigung sind als Konsequenz auf die zu Tage getretenen Missstände, die zum schwersten Schiffsunglück in Afrikas Geschichte führten, zurückgetreten. Ministerpräsident Wade kündigte eine intensive Untersuchung der Hintergründe des Unglücks an, das offenkundig durch enie Fülle technischer Mängel und die gravierende Missachtung von Vorschriften ausgelöst wurde.
Quelle: Tim Schwabedissen

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Page by Peter O.Walter, SY ESYS
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