EUROPÄISCHES SEGEL-INFORMATIONSSYSTEM Seenotfälle
Archiv Dezember 2002
Last update: Montag, 06. Januar 2003, 10:18 Uhr
Rhein voll gesperrt Sonntag, 29. Dezember 2002, 00:32 Uhr
Ein mit Benzin beladener Tanker ist in der Nacht auf dem Rhein bei Kaub
(Rhein-Lahn-Kreis) auf Grund gelaufen. Das Schiff war stromabwärts in Richtung
Koblenz unterwegs, als sich der Unfall etwa um 0.30 Uhr ereignete.
Seitdem steht der Tanker auf dem Fluss quer, der Rhein musste voll gesperrt werden.
Der Polizei zufolge sind Einsatzkräfte damit beschäftigt, die rund 2000 Liter
Pyrolysebenzin zu bergen. Dies könne noch den ganzen Tag dauern. Bei dem Unfall
sei keine Ladung ausgetreten und in den Fluss gelangt, fügte der Sprecher hinzu.
Seit dem Morgen treibt ein 30 Kilometer langer Ölfilm auf dem Rhein. Woher das Öl
stammt, ist noch unklar. Die Polizei vermutet, dass ein Schiffführer die Flüssigkeit
absichtlich abgelassen haben könnte. Der Ölfilm bedeckt die gesamte Flussbreite und
erstreckt sich zwischen Bad Hönningen (Kreis Neuwied) und der Bonner Rheinaue. Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS
Kriegsschiff aus Stahl des World Trade Centers
Samstag, 28. Dezember 2002, 08:17 Uhr
Aus höchst patriotisch behafteten Trümmern soll der neue US-Zerstörer "USS New York" entstehen: Das Schiff wird mit Hilfe des Stahls gebaut, der nach den Terroranschlägen vom 11. September vom World Trade Center übrig blieb. Die mit dem Material beladenen Lastwagen verließen am Freitag Staten Island in New York, um den Stahl zu der Werft Northrop Grumman zu bringen, wo der Zerstörer gebaut werden soll. Offiziellen Angaben zufolge war für die Lieferung eigens eine Sondergenehmigung ausgestellt worden.
Baubeginn für die "USS New York" ist Anfang kommenden Jahres. Das rund 800 Millionen Dollar (etwa 770 Millionen Euro) teure Schiff soll bis 2007 fertig gestellt sein und mehr als 1200 Mann transportieren können. Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS
Tanker im Bosporus auf Grund gelaufen
Samstag, 21. Dezember 2002, 00:01 Uhr
Istanbul - Bei starkem Wind ist ein mit Schwefelsäure beladener Tanker im Bosporus auf Grund gelaufen. Die unter türkischer Flagge fahrende «Metin KA» konnte sich später jedoch selbst befreien und ihre Fahrt fortsetzen, wie die Hafenbehörde mitteilte. Deren Angaben zufolge war das Schiff bei Istanbul abgetrieben worden, woraufhin der Kapitän den Anker auswarf. Dennoch lief der Tanker in der Nähe des Wohngebiets Yeniköy auf Grund.
Nach etwa zwei Stunden konnte der Kapitän schließlich die Schiffsmotoren wieder starten und weiterfahren. Die Hafenbehörde betonte, dass während des Zwischenfalls keine Schwefelsäure ausgetreten sei. Der Bosporus gilt als eine der meist befahrenen und damit auch gefährlichsten Wasserstraßen der Welt, wo es häufig zu Schiffsunfällen kommt. Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS
"Magdalena Oldendorff" geht in Kapstadt vor Anker
Samstag, 21. Dezember 2002, 00:04 Uhr
Nach mehr als sechs Monaten im antarktischen Packeis ist das deutsche Forschungsschiff "Magdalena Oldendorff" im Hafen von Kapstadt eingetroffen. Südafrikanischen Medienberichten zufolge wurden die 16 Besatzungsmitglieder und der argentinische Arzt an Bord umgehend durch eine neue Crew ersetzt. Die "Magdalena Oldendorff" war am 12. April in Kapstadt in See gestochen und im Auftrag eines russischen Forschungsinstituts im Südpolarmeer unterwegs gewesen. Auf der Rückkehr nach Kapstadt war sie Anfang Juni in ein Eisfeld geraten und vom Packeis eingeschlossen worden.
Alle Versuche, den Frachter aus den Eismassen zu befreien, schlugen fehl. Auch dem argentinischen Eisbrecher "Almirante Irízar" war es im Juli nicht gelungen, dem Schiff bei der Überwindung des mehr als tausend Kilometer breiten Eisgürtels zu helfen.
Der Großteil der Besatzung, überwiegend russische Forscher, war schnell ausgeflogen worden. 16 Crewmitglieder und der Schiffsarzt der "Almirante Irízar" harrten dagegen im antarktischen Winter aus - vom Eisbrecher und Hubschraubern mit Treibstoff und Proviant versorgt. Als mit dem antarktischen Sommer die Schneeschmelze einsetzte, konnte das Schiff aus eigener Kraft nach Kapstadt zurückkehren. Die nächste Forschungsfahrt der "Magdalena Oldendorff" ist für Anfang Januar vorgesehen: Ziel ist wieder die Antarktis. Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS
David gegen Goliath in Hamburg Freitag, 20. Dezember 2002, 12:09 Uhr
Keinen Respekt zeigte am 16.12. der Hamburger Frachter "Merkur" in seinem
Heimathafen vor der dreimal so großen "Shanghai Express" der Hapag Lloyd.
Beim Ablegemanöver im neuen Containerterminal Altenwerder versetzte er dem
320 Meter langen Containerliner einen so kräftigen Stüber ins Heck, dass
dieses eingedrückt wurde. Auf Deck der "Merkur" wurden bei der Kollision
mehrere Container beschädigt. Grund für das Ramming war wahrscheinlich
Eisgang in Verbindung mit böigem Ostwind. Quelle: Tim
Schwabedissen
Neu: Video über die Eigner der "Prestige"
Freitag, 20. Dezember 2002, 09:02 Uhr
Das Video zeigt die Recherchen über die Eigner der "Prestige". Wir machen darauf aufmerksam, dass das Video nicht auf dem Server von ESYS liegt. Video zeigen Quelle: Deutsche Welle
"Nautile" soll "Prestige"-Wrack abdichten Mittwoch, 18.12.02
Nach dem Willen der spanischen Regierung soll das Tiefseetauchboot
"Nautile" den Auftrag erhalten, die Leckagen im Wrack der "Prestige"
abzudichten. Nachdem es ihm gelungen war, eine Ölaustrittsstelle mit einer
Platte zu versiegeln, wird dies als Erfolg versprechende Methode
eingeschätzt, auch dem anderen Dutzend Rissen beizukommen, aus denen
derzeit täglich rund 135 Tonnen Öl austreten. Damit wären Pläne
internationaler Berger, das Öl aus dem Wrack abzupumpen oder andere
Vorschläge bis hin zur Torpedierung obsolet. Am 18.12. erreichte ein
dritter großer Ölteppich die leidgeprüfte galizische Küste. Die auf See
befindlichen Ölflecken sind mittlerweile so zerrissen, dass die spanische
Regierung die Sinnhaftigkeit des Einsatzes von Ölbeklämpfungsschiffen wie
der "Neuwerk" bezweifelt. Auf See versuchen Fischer derweil bei schwerer
See zum Teil in offenen Booten, Ölplacken mit Händen und Schaufeln
einzusammeln. Quelle: Tim
Schwabedissen
Taucher begannen Inspektionen an "Tricolor" Mittwoch, 18.12.02
Erstmals gelang es am 18.12. Tauchern, Inspektionen an der im Ärmelkanal
gekenterten "Tricolor", 15536 tdw, durchzuführen. Das Hauptaugenmerk galt
dabei der Abdichtung möglicher Leckagen, aus denen Treibstoff oder
Motorenöl aus der Autoladung austreten könnte. Bisher verlief die Suche
aber negativ. Lediglich aus dem Maschinenraum sind geringe Ölmengen
aufgeschwommen. Mit den Charterschiffen "Deurloo" und "Onrust" ist ein
achtköpfiges SMIT Salvage-Bergungsteam vor Ort. Der Schwimmkran "Asian
Hercules II" wird derzeit in Rotterdam für einen Einsatz im Ärmelkanal
ausgerüstet. Er wird mit zwei großen Bunkertanks zum Aufnehmen des
Treibstoffs der "Tricolor" ausgestattet. Außerdem soll er künftig als
Plattform für die Tauchereinsätze dienen. Die "Asian Hercules II" wird am
20.12. an der Untergangsstelle des 49792 BRZ großen Autotransporters
erwartet. Unterdessen patroullieren vier Schiffe rund um die in den weichen
Grund eingesunkene, nun auch bei Ebbe komplett unter Wasser liegende
"Tricolor", um Zwischenfälle wie das Auflaufen der "Nicola" zu
verhindern. Quelle: Tim
Schwabedissen
Rund 150 Tote bei Schiffsuntergang in Liberia Montag, 16.12.02
Möglicherweise über 150 Menschen fielen dem Untergang des Fährschiffes
"Pirogue" auf dem Mofa-Fluss 80 Kilometer nordöstlich der liberianischen
Hauptstadt Monrovia am 13.12. zum Opfer. Als das Boot kenterte, stürzten
die rund 200 Fahrgäste ins Wasser. Nur 15 Überlebende konnten bis zum
16.12. gerettet werden, darunter der Kapitän. Rettungskräfte bargen
außerdem 50 Tote. Über 100 Menschen wurden als vermisst gemeldet.
Unglücksursache war nach Angaben des liberianischen
Verteidigungsministeriums eine erhebliche Überladung des
Holzschiffes. Quelle: Tim
Schwabedissen
Schrottfrachter im Nord-Ostsee-Kanal gestrandet Montag, 16.12.02
Folgenreich verlief am 16.12. ein Ruderversager auf dem im
Nord-Ostsee-Kanal Richtung Kiel laufenden Oldtimerfrachter "Lider", 1948
BRZ. Nach Verlust der Manövrierfähigkeit geriet das 37 Jahre alte Schiff in
den Mittagsstunden erst auf die falsche Fahrwasserseite und krachte
anschließend dort in die Uferböschung. Hier gelang es der Besatzung, den
Ruderschaden zu beheben. Anschließend befreite sich das Schiff aus eigener
Kraft. Es war mit 1380 Tonnen Soja-Pellets unterwegs von Rotterdam ins
litauische Klaipeda. Die Wasserschutzpolizei verhängte aber zunächst ein
Auslaufverbot über das Schiff, das nach der Schleusenpassage bis auf
weiteres am Kiel-Holtenauer Tiessen-Kai festmachen musste. In Sachen
Sicherheit ist die "Lider" keine Unbekannte: In den vergangenen zwei Jahren
wurde es 14 Mal kontrolliert und erhielt daraufhin zweimal in
Großbritannien und einmal in Spanmien ein Auslaufverbot wegen
festgestellter Sicherheitsmängel. Quelle: Tim
Schwabedissen
Suche nach deutschen Weltumseglern wieder aufgenommen
Montag, 16. Dezember 2002, 20:05 Uhr
Santiago - Die chilenische Marine hat am Montag die Suche nach den seit Freitag vermissten Hamburger Weltumseglern aufgenommen. Ein Schiff sei im Einsatz und ein Flugzeug werde helfen, sobald die Wetterbedingungen das zuließen, sagte eine Marinesprecherin im südchilenischen Hafen Puntas Arenas, Elisa Pardo. «Das Wetter ist momentan sehr schlecht», fügte sie hinzu.
Von der Yacht «Ole Hoop» wurde seit Freitag nur ein Signal einer Notrufbake empfangen. Das Gerät wurde am Sonntag geborgen. Die chilenische Marinesprecherin sagte, Berichte vom Wochenende, wonach die deutsche Yacht gefunden worden sei, hätten sich als Irrtum erwiesen. Die «Ole Hoop» sei mit einer ebenfalls im Pazifik vor Kap Hoorn vermissten Yacht, der «Hawk», verwechselt worden, die gefunden und zum Marinestützpunkt Puerto Williams gebracht worden sei.
Die deutsche Botschaft in Chile bat die chilenischen Behörden, die Suche intensiv fortzusetzen, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes. Johanna Michaelis und Klaus Nölter, deren Alter die Fachzeitschrift «Yacht» mit 55 und 57 Jahren angibt, waren im Sommer 2000 zu ihrer zweiten Weltumsegelung aufgebrochen und wollten im August 2003 wieder in Hamburg sein. Nach einem Stopp auf der Osterinsel habe sich das Ehepaar auf den 2.300-Seemeilen-Törn um Kap Hoorn nach Ushuaia in Argentinien gemacht, sagte ein Freund der Familie, der Hamburger Journalist Marcel Keifenheim.
Ihm zufolge sind die Gesamtschullehrerin und der Segel-Fachjournalist ebenso erfahrene wie umsichtige Segler. In Segler-Kreisen werde das Ehepaar als Autorität in der Frage angesehen, was in kritischen Situationen zu tun sei. Zuletzt habe ein Amateurfunker mit den Seglern am Donnerstag gesprochen und ihnen dabei von dem bevorstehenden Unwetter berichtet. Laut Prognose seien Windstärken von 10 bis 11 und bis zu elf Meter hohe Wellen zu erwarten gewesen. Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS
Fünf Männer aus sinkendem Lotsenboot gerettet
Montag, 16. Dezember 2002, 20:10 Uhr
Cuxhaven - Fünf Besatzungsmitglieder eines Lotsenbootes sind am Montag von der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) aus Seenot gerettet worden. Kurz bevor das Lotsenboot sank, bargen die Retter die Besatzung und setzten sie unversehrt in Cuxhaven an Land. Das Boot wurde später gehoben.
Das Lotsenboot hatte einen auslaufenden Frachter begleitet und war bei einem Manöver mit dem Schiff kollidiert. Dabei schlug das Boot unter der Wasserlinie leck und lief binnen 15 Minuten voll Wasser. Als das Rettungsschiff der DGzRS eintraf, trieb das Heck schon unter Wasser. Die Retter konnten das Boot noch in den Hafen von Cuxhaven schleppen, doch dort sank es schnell. Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS
Nach fünf Tagen ist der vor Klaipeda auf Grund gelaufene, argentinische
Tanker "Princess Pia" am 16.12. freigeschleppt worden. Der 55.300 tdw große
Havarist wurde zur Untersuchung in den Hafen zurück geschleppt. Zuvor waren
rund 6.900 Tonnen Öl abgepumpt worden, um den Tiefgang des 216 Meter Schiff
zu mindern. Nach der Bergung konnten Taucher keine weiteren als die bisher
bekannten drei, bis zu 30 Zentimeter großen Lecks in Ballasttanks
feststellen. Allerdings handelt es sich bei dem unter Panama-Flagge
registrierten Tanker nicht, wie zunächst angegeben, um einen
Doppelhüllentanker. Er hat lediglich einen doppelten Boden. Offenbar waren
die litauischen Behörden bei der Havarie überfordert . Nachdem die
"Princess Pia" am 11.12. gegen 17.50 trotz Lotsenhilfe bei einem
Wendemanöver festgekommen war, bemühten sich zunächst fünf Schlepper
vergeblich, das Schiff zu befreien. Erst am Morgen des 12.11. hieß es aber
offiziell: "Wir haben ein Problem". Das Umweltministerium im benachbarten
Lettland erfuhr von der Strandung nur durch das Radio. Verantwortliche vor
Ort tauchten ab, Reporter wurden abgewiesen. Als sich an der Lage der
"Princess Pia" nichts änderte, wurden endlich zwei Tanker zur Leichterung
eingechartert. Quelle: Tim
Schwabedissen
"Nicola" wieder frei Montag, 16.12.02
Wenige Stunden nach seiner Strandung wurde der deutsche Frachter "Nicola"
vom Wrack der "Tricolor" heruntergezogen. Das Schiff war in der Nacht auf
dem zwar nur minimal aus dem Wasser ragenden,aber mit Signalen gesicherten
Rumpf festgekommen. Es entstanden offenbar keine größeren Schäden. Die
"Nicola" war unterwegs von La Coruna nach Rotterdam.
Quelle: Tim
Schwabedissen
Noch eine Kollision im Ärmelkanal
Bergeschiffe im Großeinsatz Montag, 16.12.2002
Fün Schlepper sind an der doppelten Unglücksstelle im Ärmelkanal nun im
Einsatz. Sie versuchen, gemeinschaftlich die festsitzende "Nicola" vom
Rumpf der "Tricolor" herunterzuziehen. Ein Hubschrauber der englischen
Coast Guard hält an der Unglücksstelle weiter nach austretendem Treibstoff
Ausschau. Bevor schlechte Wetterbedingungen weitere Arbeiten vereitelten,
gelang es sogar, kurzzeitig auf der Steuerbordseite des 190 Meter langen
Autofrachters aufzusetzen und einen Mann auf der Bordwand abzusetzen. Der
Abstieg von Tauchern ins Schiffsinnere musste wegen hochgehender See
vorerst abgesagt werden. Im Bauch der 1987 erbauten "Tricolor" liegen knapp
3000 ursprünglich für Southhampton und die USA bestimmte BMWs, Volvos und
Saabs sowie Traktoren und Maschinen im ursprünglichen Gesamtwert von 48
Millionen Euro. Der 175 Meter lange Kollisionsgegner "Kariba", der sich in
die Steuerbordseite der "Tricolor" gebohrt hatte, war nach dem Unglück von
französischen und belgischen Marineschiffen zurück nach Antwerpen
eskortiert worden. Quelle: Tim
Schwabedissen
Boote verwechselt: Weiter keine Spur von "Ole Hoop" Montag,
16.12.2002
Die Entwarnung aus Chile kam vorschnell: Bei der in der Alsina-Bucht vor
Wollaston Island ankernd gesichteten Yacht handelt es sich nicht um die
vermisste "Ole Hoop" der Hamburger Segler Johanna Michaelis und Klaus
Nölter, sondern um die amerikanische "Hawk". Die Suche nach den südlich Kap
Hoorn vermissten Deutschen wurde daraufhin wieder aufgenommen. Die 55 und
57 Jahre alten Segler hatten mit der 11,5 Meter langen, in England und
Schweden erbauten "Ole Hoop" bereits einmal die Welt umsegelt. Von dem 1994
erfolgreich abgeschlossenen Törn berichteten sie im Buch "Der erfüllbare
Traum". Später brachen sie ein zweites Mal round the world auf. Am 13.12.
nahmen sie nicht mehr an einer regelmäßig stattfindenden Funkrunde teil und
waren seither nicht mehr über Funk erreichbar. Dies könne aber auch auf
eine Beschädigung der Funkanlage in dem durch rauhes Wetter
gekennzeichneten Seegebiet zurückzuführen sein, hieß es bei der DGzRS. Der
aufgefangene automatische Notruf stammte von der auf Deck angebundenen
Notrufbake. Quelle: Tim
Schwabedissen
Frachter kollidierte mit "Tricolor"-Wrack Montag, 16.12.2002
III
Auf das Wrack der im Ärmelkalal gesunkenen "Tricolor" fuhr am Morgen des
16.12. ein deutscher Frachter auf. Die in Ballast fahrende, 100 Meter lange
"Nicola" rammte den auf der Backbordseite liegenden, bei Ebbe knapp aus dem
Wasser ragenden Autrotransporter der Tonberger Willenius-Wilhelmsen-Lines.
Mindestens bis zur nächsten Flut ist Zwangspause für den aufsitzenden, auf
den niederländischen Antillen registrierten Frachter. Die Ursache des
Zusammenstoßes ist noch unklar, da die "Tricolor" nach ihrem Untergang als
Navigationshindernis gekennzeichnet wurde. Unterdessen werden Möglichkeiten
geprüft, die 2.000 Tonnen Bunkeröl abzupumpen. Bisher wurde lediglich ein
leichter Ölfilm um das Schiff festgestellt. Der Kollisionsgegner "Kariba"
machte mit oberhalb der Wassserlinie eingedrücktem Bug inzwischen in
Antwerpen fest. Die Ereignisse lassen Erinnerungen an eine ähnliche
Unglücksserie in den 70er Jahren wach werden, als erst die "Texaco
Carribean" nach einer Kollision im Ärmelkanal auseinanderbrach und sank.
Anschließend kollidierte der deutsche Hapag-Lloyd-Frachter "Brandenburg"
mit dem Wrack und sank. Quelle: Tim
Schwabedissen
Geistertanker vor Italien Sonntag, 15.12.02
Ein Geisterschiff entdeckten Seeleute am 15.12. im Mittelmeer. Der
honduranische Tanker "Mistral" trieb ohne Besatzung in der südlichen Adria.
Das schrottreife Schiff wurde auf den Haken genommen und in einen
italienischen Hafen eingeschleppt. Von der Crew fehlt jede
Spur. Quelle: Tim
Schwabedissen
Vermisste deutsche Yacht vor Kap Hoorn wieder
aufgetaucht Samstag, 14.12.2002 III
Am Morgen des 13.12. fing die DGzRS-Leitstelle in Bremen einen Ntruf der
deutschen Yacht "Ole Hoop" von einer Position 200 Seemeilen westlich Kap
Hoorns auf. Die von hier alarmierte chilenische Küstenwache startete eine
Suchaktion mit dem US-Forschungsschiff "Melville" und weiteren Schiffen
sowie Flugzeugen. Im Seegebiet herrschten acht bis neun Windstärken. Am
14.12. kam die Entwarnung: Das Boot hatte wohlbehalten die Insel Wollaston
erreicht, beide Besatzungsmitglieder waren unversehrt. Quelle: Tim
Schwabedissen
Kap Hoorn: Deutsche Segelyacht setzt SOS-Ruf ab
Samstag, 14. Dezember 2002, 15:32 Uhr
Bremen - Die mit zwei Personen besetzte deutsche Segelyacht «Ole Hoop» wird vor Kap Hoorn vermisst, wie die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger am Samstag berichtete. Die DGzRS-Seenotleitung in Bremen empfing nach eigenen Angaben am Freitagmorgen über Satelliten einen von EPIRB der «Ole Hoop». Er kam von einer Position rund 370 Kilometer westlich von Kap Hoorn an der Südspitze Südamerikas, wo derzeit Sturm herrscht. Der Notruf sei an das chilenische Seerettungs-Koordinationszentrum weitergeleitet worden, hieß es. Eine von mehreren Schiffen und einem Flugzeug aufgenommene Suche sei bis Samstag ergebnislos geblieben. Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS
Ärmelkanal: Norwegisches Schiff sinkt nach Zusammenstoß im Nebel Samstag, 14. Dezember 2002, 15:20 Uhr
London - Ein in Norwegen registrierter Autotransporter ist am Samstag im dichten Nebel im Ärmelkanal mit einem Containerschiff zusammengestoßen und gesunken.
Nach Angaben der britischen und französischen Küstenwache wurden die 24 Besatzungsmitglieder der "Tricolor" in Sicherheit gebracht. Der Versicherung Lloyd zufolge hatte der Transporter als Treibstoff rund 2000 Tonnen Öl geladen. Französische Behörden hätten zunächst kein Leck registriert. Das Schiff sei auf der Fahrt vom belgischen Zeebrugge nach Southampton in England gewesen. Der Transporter mit 2862 Autos an Bord liege in etwa 25 Meter Tiefe.
Nach der Havarie am Morgen habe die "Tricolore" Schlagseite bekommen, teilten die Küstenwachen mit. Ein Schlepper habe die überwiegend philippinischen Seeleute aufgenommen und zur medizinischen Behandlung ins französische Dünkirchen gebracht. Der Kapitän und zwei Offiziere seien an Bord des auf den Bahamas registrierten Containerschiffs "Kariba" gegangen. Die "Kariba" sei zwar schwer beschädigt, habe aber aus eigener Kraft den belgischen Hafen Antwerpen ansteuern können. Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS
Deutsches Kreuzfahrtschiff in schwerer See beschädigt
Samstag, 14. Dezember 2002, 15:29 Uhr
Hamburg Das deutsche Kreuzfahrtsschiff «Hanseatic» ist am Samstagmorgen östlich von Neuseeland bei schwerem Wetter leicht beschädigt worden. Die 87 Passagiere und 112 Besatzungsmitglieder kamen nicht zu Schaden, wie die Hapag-Lloyd Kreuzfahrten GmbH in Hamburg bekannt gab.
Nach Angaben einer Sprecherin schwappte Wasser gegen die Brücke und drückte ein Fenster ein. Da sich auf der Brücke empfindliche Elektronik befindet, wurde die Schiffselektrik in Mitleidenschaft gezogen, und die Hauptmaschine fiel kurzzeitig aus. Das Schiff setzte später mit normaler Geschwindigkeit seine Fahrt fort.
Die «Hanseatic» kam aus den USA. Die Reise hätte in Dunedin an der Ostküste der Südinsel Neuseelands enden sollen. Nunmehr wird das Schiff zwecks Reparatur zum weiter nördlich liegenden Ostküstenhafen Lyttelton bei Christchurch umgeleitet, wo sie am kommenden Montag eintreffen dürfte. Die Passagiere sollen von dort aus heimbefördert werden.
Die geplante nächste Kreuzfahrt der «Hanseatic» von Neuseeland nach Ushuaia in Argentinien wurde abgesagt. Das Schiff soll aber planmäßig am 15. Januar von Ushuaia aus mit neuen Passagieren in See gehen. Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS
Zwei Frachter kollidieren im Ärmel-Kanal
Samstag, 14. Dezember 2002, 08:57 Uhr
London - Zwei Frachtschiffe sind bei dichtem Nebel im Ärmel-Kanal zusammengestoßen. Nach Angaben der britischen Coastguard stießen ein Containerschiff und ein Frachter aus Norwegen zusammen, welcher daraufhin sank. Die Crew hatte das Schiff zuvor verlassen. Das Containerschiff wurde schwer beschädigt. Weitere ausführliche Berichte in Kürze. Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS
Griechischer Tanker in Brand Freitag, 13.12.2002
Einen Kilometer von der griechischen Hellenic Petroleum
Aspropygos-Raffinerie entfernt geriet der griechische Tanker "Theopisti" am
13.12. in Brand. Das Feuer brach in einer Kabine in den Aufbauten aus und
erfasste schnell das komplette Deck. Der Feuerwehr gelang es aber, die
Flammen auf dem mit 2.000 Tonnen libyschen Heizöls beladenen Schiff unter
Kontrolle zu bringen, bevor größere Gefahren für die Umgebung hätten
entstehen können.
Quelle: Tim
Schwabedissen
Eisgang drohte am 10.12. einem 132jährigen Segelveteranen in
Lübeck den Garaus zu machen. Die "Norden" hatte am Vorabend, von Travemünde
kommend, an einem Lagerschuppen auf der Untertrave festgemacht und wollte
mit der morgendlichen Öffnung der Drehbrücke um sieben Uhr in den
Museumshafen einlaufen. Im Dunkeln nahm die Crew aber die scharfkantigen
Eisschollen nicht wahr - auf vier Metern Länge riss eine von ihnen den
Rumpf auf vier Metern Länge auf. Sofort forderte Kapitän Fleck Hilfe an,
damit seinem Schiff ein "Titanic"-Schicksal erspart bliebe. Tatsächlich
gelang es der Besatzung, in vereintem Kampf mit Tauchern und Feuerwehr, in
mehrstündigem Einsatz des Wassereinbruchs Herr zu werden und die
gebrochenen Planken abzudichten. Der Schaden am 90-Tonnen-Boot beläuft sich
auf rund 20.000 Euro. Ein Untergang des Einmasters "Norden" hätte aber
ungleich mehr Probleme beschert - der Liegeplatz bietet keine
Anfahrmöglichkeit für Kräne. In der schuldfrage sind sich Hafenbehörde und
Kapitän uneins: Peter Fleck monierte, die Drehbrücke hätte erst bei
Tageslicht geöffnet werden sollen. Die Verwaltung ist der Meinung, der
Schiffsführer hätte Erfahrung genug haben müssen, die Gefährung durch Eis
zu erkennen. Quelle: Tim
Schwabedissen
Öl-Tanker vor Litauen auf Grund gelaufen
Donnerstag, 12. Dezember 2002, 18:02 Uhr
In der Ostsee ist der Tanker "Princess Pia" (216 Meter) aus Panama mit 50.000 Tonnen Öl an Bord auf Grund gelaufen und schwer beschädigt worden. Die "Princess Pia" sei bei einem Wendemanöver vor der litauischen Hafenstadt Klaipeda aus unbekanntem Grund außer Kontrolle geraten, teilte die Hafenverwaltung mit. Taucher hätten das Schiff inspiziert und entdeckt, dass die äußere Bordwand des 1979 gebauten, doppelwandigen Tankers an drei Stellen gebrochen sei, hieß es von Seiten der Seebehörde. Die innere Bordwand des Tankers sei jedoch unbeschädigt. Deshalb sei bisher kein Öl ausgelaufen.
Mehrere Versuche, das Schiff mit Hilfe von Schleppern zu befreien, schlugen fehl. Für ein erfolgreiches Freischleppen müsse zunächst die Ladung des Schiffes abgepumpt werden, hieß es. Dafür fehle bisher allerdings die Erlaubnis des Eigentümers. Das Schiff werde von Hubschraubern überwacht, Vorbereitungen für das mögliche Auslaufen von Öl getroffen. Der 216 Meter lange Tanker mit einem Fassungsvermögen von 55.300 Tonnen sei erst vor wenigen Wochen überprüft worden. Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS
Kutter in der Ostsee geborgen Mittwoch, 11.12.02
Wieder aufgetaucht ist nach einer Woche am 11.12. der dänische Kutter
"Marconi Jensen". Das 18 Meter lange Schiff war vor Darßer Ort auf den
Ostseegrund gesunken, wobei die zweiköpfige Besatzung von einem anderen
Schiff gerettet werden konnte. Ein Ponton und ein Schlepper brachten es nun
zuerst ans Tageslicht zurück und dann in einen dänischen Hafen ein. Während
der mehrstündigen Bergungsaktion liefen geringe Mengen an Schiffsdiesel
aus. Eine Gefahr für die Umwelt wurde beim Wasser- und Schifffahrtsamt
Stralsund jedoch nicht ausgemacht. Grund für den Untergang war offenbar ein
rund zwei Meter langer Spalt in der Bordwand sein, der jetzt im Rahmen der
Hebung zutage trat. Quelle: Tim
Schwabedissen
Zwei
Schiffskollisionen führten zu einem zeitweiligen Stillstand auf einer der
wichtigsten Wasserstraßen der Welt, dem Suez-Kanal. Ein liberianischer
Tanker lief südlich der Hafenstadt Port Said auf Grund. Daraufhin wurde der
gesamte Schiffsverkehr für vier Stunden gestoppt. Nördlich von Port Said
kollidierten am selben Tag zwei Tanker aus den Niederlanden und Panama.
Angaben über Schadenshöhe sind bislang nicht bekannt. Quelle: Tim
Schwabedissen
"Prestige"-Öl wird komplett auslaufen Dienstag, 10.12.2002
Dramatische Beobachtungen hat die Crew des U-Boots "Nautile" in 3500 Metern
Tiefe am Wrack der "Prestige" gemacht. Sie machte drei neue Risse im
achteren Teil des Schiffes aus. Damit sind bislang insgesamt 14 Leckagen im
Rumpf festgestellt worden. Täglich laufen aus ihnen derzeit rund 175 Tonnen
Öl ins Meer. Entsprechend gilt es nun als wahrscheinlich, dass der Tanker
seine gesamte Ladung von 77.000 Tonnen Heizöl verlieren könnte. Dies könnte
sich über rund ein Jahr hinziehen. In Unterstützung der ausländischen
Ölbekämpfungsschiffe, die derzeit direkt über der Untergangsstelle die
auftreibende Ladung einzufangen suchen, sind einheimische Fischer
unterdessen bemüht, mit primitivsten Mitteln der Ölpest Einhalt zu
gebieten. Mit Eimern schöpfen sie ihre Boote voll mit klebrigem Ölschlamm
und bringen ihn in die Häfen. Deutsche THW-Helfer sind im Verein mit
anderen ausländischen Einsatzkräften wieder an der galicischen Küste im
Einsatz. Sie sammeln die "pizzateigartigen" Fladen direkt vom Sand weg. Die
Felsregionen hingegen bleiben sich selbst überlassen - wegen der hohen
Gefährdung für Menschen im Brandungssaum und wegen negativer Erfahrungen
mit Hochdruckdampfgeräten nach dem Untergang der "Erika" vor Frankreich.
Für portugiesische Flugzeuge wurde der Luftraum über der Unglücksstelle
unterdessen von den spanischen Behörden gesperrt - sie hatten in den
vergangenen Tagen die präzisesten Angaben über neue Ölteppiche
geliefert. Quelle: Tim
Schwabedissen
„Magdalena Oldendorff“ endlich frei Mittwoch, 11. Dezember 2002, 07:15 Uhr
Lübeck/Kapstadt - Die seit einem halben Jahr in der Antarktis „Magdalena Oldendorff“ hat das unfreiwillige Winterquartier verlassen und bahnt sich inzwischen einen Weg durch das Packeis. Das Schiff war am 11. Juni in der Muskegbukta-Bucht vom Packeis eingeschlossen worden und trotz Eisbrecherhilfe nicht freigekommen. Die Stärke des Eises hatte mit Beginn des antarktischen Sommers stetig abgenommen.
Die 174 Meter lange „Magdalena Oldendorff“ nimmt Kurs auf Kapstadt: Die Crewmitglieder sollen nach der Ankunft zu ihren Familien geflogen werden. Angesichts der bevorstehenden Heimkehr sei die Stimmung der Mannschaft an Bord sehr gut.
Die „Magdalena Oldendorff“ der Lübecker Reederei Egon Oldendorff war Anfang Juni in der Antarktis in Schelfeis geraten, aus dem sie sich nicht mehr selbst befreien konnte. Das 1983 auf einer finnischen Werft gebaute, polartaugliche Schiff hatte Forschungsstationen im Südpolarmeer mit Proviant und Ausrüstung versorgt und sollte 79 russische Forscher zurück nach Kapstadt bringen.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS
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„Magdalena Oldendorff“ endlich frei Mittwoch, 11. Dezember 2002, 07:15 Uhr
US-Zerstörer kollidiert mit Erdöltransporter Freitag,
06.12.2002
Am Abend des 6.12. kollidierte der amerikanische Zerstörer "Paul Hamilton"
mit einem iranischen Erdöltransportschiff. Der Zusammenstoß ereignete sich,
als das durch den Persischen Golf laufende Handelsschiff im Rahmen einer
Kontrolle gestoppt werden sollte. Im Rumpf des 150 Meter langen
Kriegsschiffes entstand ein rund 60 Zentimeter großes Loch, die "Hamilton"
konnte ihre Fahrt fortsetzen. Die Schadensgröße an dem Transportschiff ist
nicht bekannt, Menschen wurden nicht verletzt. Unglücksursache war in jedem
Falle keine feindselige Handlung. An Bord der "Paul Hamilton", die
gemeinsam mit der "Abraham Lincoln" auf Patroullienfahrt in der Golfregion
ist, befinden sich 313 Mannschaften und 32 Offiziere. Quelle: Tim
Schwabedissen
"Capella" rührt sich nicht vom Fleck Montag, 09.12.02
Gewaltige
Umwege müssen weiterhin Binnenschiffe auf der Weser machen. Alle Versuche,
die bei Nienburg gesunkene "Capella" zu bergen, sind bislang gescheitert.
Am 4.12. hatten die Vorbereitungen zur Bergung begonnen, und vier Tage
später hing das Schiff im Geschirr dreier Schwimmkräne. Doch der einzige
bescheidene Erfolg blieb ein Verholen des Frachters rund 20 Meter
flussabwärts. Der Rumpf löste sich nicht vom Grund, und die Aktion musste
abgebrochen werden. Berechnungen ergaben, dass das Gesamtgewicht des
Schiffes mit seiner Steinladung die Hebekapazität von 480 Tonnen um knapp
300 Tonnen überschritten haben dürfte. Als nächstes wurde versucht, den
Maschinenraum abzudichten und mit Luft vollzupumpen, doch auch damit ließ
sich die "Capella" nicht in Bewegung bringen. Ihre noch rund 300 Tonnen
Steinladung scheinen sie förmlich ans Flussbett zu schmieden. Letzter
Aufweg: Ein aufwändiges und zeitintensives Auseinandertrennen des
durchgeknickten Rumpfes, über dessen Laderäume die Weserfluten kraftvoll
hinweg strömen. So lange wird sich, wie es scheint, die Weserschifffahrt
gedulden müssen. Quelle: Tim
Schwabedissen
Explosion auf Singapur-Tanker Samstag, 07.12.2002
Am 7.12. kam es auf Gran Canaria zu einer Explosion auf dem Tanker "Front
Lord". Das Schiff hatte zuvor den Hafen von Las Palmas angelaufen, um hier
eine aufgetretene Leckage abdichten zu lassen. Während der Arbeiten am
Rumpf kam es zu der Detonation auf dem unter Singapur-Flagge registrierten
Schiff. Zwei Arbeiter kamen ums Leben, ein dritter wurde bei dem Unglück
schwer verletzt.. Quelle: Tim
Schwabedissen
Frechheit: "Prestige" war unterversichert
Samstag, 07. Dezember 2002, 15:52 Uhr
Hamburg/Berlin - Der vor Spanien gesunkene Öltanker «Prestige» laut «Bild»-Zeitung zufolge unterversichert. Statt der international vorgeschriebenen 60 Millionen Euro sei das Schiff nur für Schäden bis zu 25 Millionen Euro versichert, schrieb "Bild" unter Berufung auf den Schifffahrtsexperten Dieter Benze. Der bei der Katastrophe entstandene Schaden werde bisher auf über 100 Millionen Euro geschätzt.
Benze sagte der Zeitung zufolge, es gebe keinen Schiffseigner, der für den Schaden haftbar gemacht werden könnte. «Laut internationalem Öl-Haftungsabkommen haftet nur der Reeder als Person. Aber der ist nicht auszumachen», wird er zitiert. Deshalb blieben die Verursacher der Ölpest vermutlich straffrei. Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS
Öl läuft weiter aus "Prestige"-Wrack Donnerstag, 05.12.2002
Im Scheinwerferlicht treibt Tang über rostigen Stahl. Auf dunklem Grund
werden weiß die Buchstaben "Prestige" sichtbar. Dann merkwürdige braune
Schlangen. Sie ringeln sich aus Öffnungen und Rissen in die Höhe. Dies
waren die alarmierenden Bilder, die das U-Boot "Nautile" aus dreineinhalb
Kilometern Tiefe von der "Prestige" mitbrachte. Damit ist die Behauptung
der spanischen Regierung widerlegt, das geladene Schweröl würde am
Meeresboden verklumpen und dort verbleiben. Statt dessen tritt es aus
mindestens vier Leckagen kontinuierlich aus und treibt in Richtung
Wasseroberfläche. Die französischen und portugiesischen Stellen sind so
bestätigt, die bereits vor Tagen das Entstehen neuer Ölteppiche an der
Untergangsstelle beobachtet hatten. Die Schätzungen zur Größe der Ölpest
werden dabei immer bedrohlicher: Von 40.000 Tonnen ist nunmehr die Rede.
Nach den Bildern, die die "Nautile" lieferte, könnten es auch noch mehr
werden. Quelle: Tim
Schwabedissen
Hannchens letzte Reise Mittwoch, 04.12.2002
Am Nachmittag des 3.12. ging der Travemünder Kutter "Hannchen" in die Luft:
Spezialkräne hoben das 45-Tonnen-Schiff auf einen Schwertransporter. Die
letzten Kilometer in der Laufbahn des rund 50jährigen Schiffes werden nicht
auf dem Wasser, sondern über die Straße führen. Zielhafen: Ein Spielplatz
in der Ostholsteiner Gemeinde Scharbeutz. Hier sollen statt Fischen künftig
Kinder ins Netz gehen. Dafür wurde das Schiff auf der Travemünder Werft
Marina Baltica hergerichtet und dann der Gemeinde zum Geschenk gemacht. Die
Firma Jordt, die den Kutter jetzt auf die letzte Reise bringt, barg ihn
zwei Jahre zuvor auch aus der Trave. Hier hatte die "Hannchen" als
gesunkenes Wrack herumgelegen. Ein 80-Tonner war fahrender Untersatz auf
dem jetzigen Weg durch die Probstei. Hochspannungsmasten, Äste und zu enge
Kurven bildeten letzte Hindernisse für das Team von Jordt. Doch in den
frühen Morgenstunden des 4.12. war "Hannchen" im Ziel. Nochmal packten
Schwerlastkräne an und setzten das Schiff auf dem Scharbeutzer Bauhof ab,
wo es für die künftige Aufgabe hergerichtet werden soll. Quelle: Tim
Schwabedissen
Am 2.12. kam es beim Einlaufen des deutschen Frachters "Werder Bremen" in
die Kiel-Holtenauer Schleusen des Nord-Ostsee-Kanals zu einer Havarie. Das
Schiff kollidierte mit der Kaimauer. Dabei wurde der Rumpf auf einer Fläche
von rund vier Quadratmetern aufgerissen. Menschen wurden nicht verletzt.
Das Schiff durfte seine Fahrt später fortsetzen. Quelle: Tim
Schwabedissen
Kutterkollision vor Amrum Mittwoch, 04.12.2002
Zwei deutsche Krabbenkutter sind am 4.12. vor der nordfriesischen Insel
Amrum kollidiert. Beide Schiffe wurden erheblich beschädigt. Menschen
wurden nicht verletzt. Ursache des Zusammenstoßes war nach Angaben der
ermittelnden Wasserschutzpolizei Unachtsamkeit. Quelle: Tim
Schwabedissen
Umfangreiche Wrackräumung in der Westerschelde Donnerstag,
05.12.2002
Um die gefährdungsfreie Erreichbarkeit des Hafens von Antwerpen auch füre
größer werdende Schiffe in der Zukunft zu gewährleisten, wird in diesem
Winter auf der Westerschelde eine umfangreiche Vertiefungs- und damit
zusammenhängend auch eine Wrackräumaktion beginnen. Die holländische
Regierung schloss zu diesem Zweck jetzt einen Kontrakt mit einem
belgisch-niederländischen Konsortium. Unter dem Nameen Combination Wreck
Removal Westerschelde (CWW) firmieren die belgischen Firmen Dredging
International, Baggerwerken Decloedt, Jan de Nul, Herbosch-Kiere, Scaldis
sowie die holländischen Berger von SMIT und Boskalis. Sie sollen
voraussichtlich von Januar 2003 an eine Reihe von Hochseeschiffen, Kümos
und kleineren Fahrzeugen aus dem Fahrwasser der Westerschelde beseitigen.
Darunter befinden sich auch Frachter, die nach Ende des Zweiten Weltkriegs
im Rahmen des Marschall-Plans unterschiedliche Güter transportierten. Die
meisten Wracks wurden bereits von Tauchern untersucht, es wird jedoch nicht
ausgeschlossen, dass es im Rahmen der Räumung noch zu Überraschungen oder
Problemen mit Ölresten kommen kann. Deswegen wurde von CWW ein
detaillierter Alarmplan entwickelt. Die Aktion wird 45,8 Millionen € kosten
und sich über eine Zeitdauer von voraussichtlich zwei Jahren
erstrecken. Quelle: Tim
Schwabedissen
Kollision vor Kuwait Dienstag, 02.12.2002
In der Nähe der kuwaitischen Insel Warba kam es am 3.12. zu einem
Seezwischenfall. Zwei kuwaitische Küstenwachboote wurden in einen
Schusswechsel mit einem irakischen Schiff verwickelt. Anschließend kollidierten die
beiden kuwaitischen Schiffe. Hierbei wurde ein Seemann
verletzt. Quelle: Tim
Schwabedissen
Ein Toter bei Kutteruntergang vor Fehmarn Freitag, 29.11.2002
Vor Fehmarn kam in der Nacht zum 28.11. ein Fischer beim Untergang seines
6,5-Meter-Bootes vermutlich ums Leben. Tage nach dem Unglück fehlt von ihm
jede Spur. Der 55jährige war am 27.11. mit der "Irka" aus Orth ausgelaufen,
um südlich Fehmarns Stellnetze auszubringen. und telefonierte nachts noch
mit seiner Familie. Am 28. kehrte er aber nicht wie geplant in den Hafen
zurück. Zoll, die DGzRS mit den Booten "John T. Essberger" und
"Heiligenhafen", Einheiten der BGS und Wasserschutzpolizei sowie ein
SAR-Hubschrauber nahmen gegen 15.30 Uhr die Suche nach dem Vermissten auf,
fanden bis zum vorläufigen Abbruch der Suche bei Einbruch der Dunkelheit
aber lediglich dessen im Wasser treibende Wetterjacke vor der Westspitze
der Insel treibend. Am Vormittag des 29.11. wurde auch das Boot in sechs
Metern Tiefe vo dem Fehmaraner Leuchtturm Flüggesand entdeckt. Taucher
untersuchten das Wrack, fanden von dem Mann aber lediglich ein paar
Seestiefel. Mit Sonnenaufgang wurde auch die Suchaktion an diesem Tag
wieder aufgenommen. Bei Wassertemperaturen um sieben Grad ist aber nicht
damit zu rechnen, den Vermissten noch lebend aufzufinden. Die Ursache des
Untergangs, der sich bei nur 2 Bf ereignete, ist unbekannt. Quelle:
Tim
Schwabedissen
Mangelnde Erfahrung Schuld an Frachteruntergang Dienstag,
02.12.2002
Nur noch das hochfahrbare Brückenhaus und Reste verbogener, teilweise in
die Laderäume gestürzter Ladeluken ragten am Tag nach der Explosion der
"Sierksdorf" noch aus dem Wasser des Aalborg-Sund. Am Kai des
Zementherstellers Aalborg Portland hat trotz stundenlangem Kampfes der
Feuerwehr gegen den Wassereinbruch der 100 Meter lange, in Antigua
registrierte Frachter auf ebenem Kiel auf Grund aufgesetzt. Inzwischen
kristallisierte sich als Unglücksursache eine Explosion von Dämpfen im
Laderaum heraus. Erste Verhöre des deutschen Kapitäns sowie seiner
sechsköpfigen polnischen Besatzung ergaben, dass die Crew wenig Umgang mit
der aus Oxyton bestehenden Ladung hatte. Dieser Abfallstoff aus der
Produktion von Aluminiumdosen kann bei mangelnder Frischluftzufuhr während
des Lagervorgangs erhebliche Explosionsgefahr eintwickeln. Als kurz nach
dem Festmachen in Aalborg am frühen Morgen des 2.12. eine Pumpe angeworfen
wurde, kam es zu einer Detonation, die ein Loch in den Laderaum riss und
ein Besatzungsmitglied 30 Meter auf den Kai schleuderte und
lebensgefährlich verletzte. Sein Zustand ist weiterhin kritisch. Zwei
andere Seeleute werden mit Knochenbrüchen und Verbrennungen im Krankenhaus
weiterbehandelt. Quelle: Tim
Schwabedissen
U-Boot trifft am Wrack der "Prestige" ein Dienstag, 02.12.2002
Während immer neue Ölteppiche die galicische Küste in katastrophalem Umfang
heimsuchen, ist es nach Wetterbesserung dem bis dahin in Vigo wartenden
U-Boot "Nautile" am 2.12. erstmals gelungen, zum Wrack der "Prestige"
vorzudringen. Es lokalisierte das Vorschiff des Tankers, ohne dass nach
ersten Angaben ein weiterer Ölaustritt festgestellt wurde. Derweil ist die
weitere Fahrtroute der ins Gerede gekommenen "Bycantio" auf ihrem Weg nach
Gibraltar unklar. Das Schiff wurde von der Küstenwache durch die Kadetrinne
eskortiert und ist seit ihrem Aufenthalt in Tallinn Ziel von Aktionen des
Greenpeace-Schiffes "Beluga". Die Reederei ist nach eigenen Angaben zu
Überprüfungen jeglicher Art bereit. Quelle: Tim
Schwabedissen
Deutscher Frachter "Sierksdorf" im Hafen von Aalborg gesunken
Montag, 02. Dezember 2002, 21:10 Uhr
Kopenhagen - Im dänischen Hafen von Aalborg ist am Montag der deutsche Frachter "Sierksdorf" explodiert und gesunken. Drei Besatzungsmitglieder wurden Polizeiangaben zufolge verletzt.
Die unter der Flagge von Antigua fahrende "Sierksdorf" hatte den Informationen zufolge eine
Zementproduktion geladen. Das Pulver entwickelte nach Polizeiangaben offenbar beim Kontakt mit Wasser ein explosives Gas. Ein Mann der aus polnischen Seeleuten bestehenden Besatzung sei durch die Druckwelle von Bord geschleudert worden und habe schwere Verletzungen erlitten. Zwei Männer seien mit leichten Brandverletzungen und Rauchvergiftungen ins Krankenhaus eingeliefert worden. Der deutsche Kapitän des Schiffes blieb unverletzt.
Einige Stunden nach der Explosion sank das Schiff der Reederei Meerpahl & Meyer auf den Grund des acht bis zehn Meter tiefen Hafenbeckens. Die Aufbauten ragen noch aus dem Wasser. Experten untersuchen, ob die Gefahr des Auslaufens von Treibstoff besteht. Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS
Brand auf Segelschiff mit 220 Menschen
Montag, 02. Dezember 2002, 06:46 Uhr
Papeete - Auf einem Luxus-Kreuzfahrtsegler im westlichen Pazifik mit 220 Menschen an Bord ist ein Brand ausgebrochen. Die 127 Passagiere der «Wind Star» wurden zusammen mit dem größten Teil der Besatzung von einem Schiff aufgenommen, das aus dem tahitischen Hafen Tahaa zur Unglücksstelle fuhr, wie die Präfektur in Papeete mitteilte. Das Feuer auf der Segelyacht "Wind Song" war den Angaben zufolge im Maschinenraum ausgebrochen, als das Schiff vor der Insel Tahaa bei Tahiti kreuzte. Der Viermaster eines US-Reiseveranstalters war in der Inselhauptstadt Papeete gestartet.
Der US-Kapitän sagte im Radio, die Besatzung versuche den Brand mit eigenen Mitteln unter Kontrolle zu bringen. Die Behörden des französischen Territoriums richteten einen Krisenstab ein.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS
Gesunkene "Prestige" verliert doch Öl
Sonntag, 01. Dezember 2002, 18:16 Uhr
Möglicherweise tritt nun doch schon Öl aus der gesunkenen "Prestige" aus. Beobachtungsflugzeuge hatten an der Position des Untergangs neue Ölteppiche festgestellt. Ursprünglich war man von der Hoffnung ausgegangen,dass das Schweröl bei den Temperaturen, welche in dieser Tiefe herrschen, sich rasch verfestigt und dass die Tanks unverletzt seien. Kommentar von ESYS:
Dies ist jedoch ein Trugschluss: Wenn die Tanks nicht GANZ voll sind, presst der hohe Druck die Tanks zusammen, die Hülle bricht an den Schweissnähten und das Öl tritt aus. Dazu kommt noch Folgendes: Bis die riesigen Tanks ausreichend durchgekühlt sind (und sich damit das Schweröl verfestigt hat) vergehen Wochen. In dieser Zeit kann weiter Öl austreten und gelangt an die Oberfläche. Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS