EUROPÄISCHES SEGEL-INFORMATIONSSYSTEM
Seenotfälle
Archiv Januar 2003

Last update: Montag, 06. Januar 2003, 10:18 Uhr

"Stena Europe" vor Irland in Seenot
Freitag, 31. Januar 2003, 10:07 Uhr

Mit 155 Passagieren an Bord geriet die schwedische Fähre "Stena Europe" am 30.1. in der Irischen See in Seenot. 40 Minuten nach der Abfahrt aus dem südostirischen Hafen "Rosslare" fiel die Maschine aus. Nahe des Tuskar-Felsens ging die Fähre manövrierunfähig auf Drift. Vorsorglich eilten ein Schlepper, Seenotrettungskreuzer und Hubschrauber zum Havaristen, um bei einer Verschärfung der Situation sofort eingreifen und das Schiff evakuieren zu können. Die Stena-Line hoffte aber, dass sich die Maschine auf See wieder reparieren lasse. Die "Stena Europe" ist auch in Deutschland wohlbekannt, verkehrte sie doch unter dem Namen "Kronprinsessan Victoria" viele Jahre lang im Liniendienst zwischen Kiel und Göteborg.
Quelle: Tim Schwabedissen

Nach der Ölpest in Ärmelkanal und Atlantik:
IMO soll Reederhaftung verschärfen
Donnerstag, 30.01.03

Mehrere Bergungsfirmen bewerben sich derzeit um den Auftrag zur Beseitigung der vor Terschelling liegenden "Assi Euro Link". Vorher gilt es allerdings, die noch in dem 30 Meter tief liegenden Wrack befindlichen rund 350 Tonnen Bunkeröl zu beseitigen.
Sonst drohen ähnliche Probleme wie bei der "Tricolor", die in den vergangenen Tagen teils wegen eines Kollisionsschadens, aber zum Teil auch aus bisher unbekannten Gründen bis zu 170 Tonnen Betriebsstoff verlor. Vor der belgischen Küste bildete sich anschließend ein rund vier Kilometer langer, unzusammenhängender Ölteppich. Entlang wichtiger Naturschutzgebiete legten die Behörden deshalb auf insgesamt 66 Kilometern Länge Ölsperren aus.

Am 29.1. trieb Öl zwischen Zeebrugge und Oostende in unerwarteter Menge an. Es wird nun befürchtet, dass es mit kräftigem Wind in den kommenden Tagen zu weiteren Verschmutzungen kommt. Bereits jetzt sind 1.500 Seevögel mit ölverschmiertem Gefieder angespült worden. Das holländische Ölbekämpfungsschiff "Zirfea" sowie zwei weitere Einheiten aus Belgien, die mit den Auffangarbeiten beschäftigt waren, stellten ihre Arbeit ein, nachdem Beobachtungsflüge das Aufreißen des Ölteppichs belegt hatten. Am Abend des 22.1. war die "Tricolor" zum dritten Mal seit ihrem Untergang am 14.12.02 gerammt worden.
Nach dem Frachter "Jessica" und dem Tanker "Vicky" war es diesmal ein an der Ölbeseitigung beteiligter Ankerziehschlepper, der mit dem auf der Seite liegenden Autofrachter kollidierte. Dabei wurden zwei Öffnungen, die in diesem Zusammenhang in die Steuerbordtanks 5 und 6 geschnitten worden waren, aufgerissen. Am Morgen des 23.1. war es gelungen, die Lecks auf der "Tricolor" dichtzusetzen. Ursache der Kollision waren raue See und unvorhersehbare Strömungen am Rumpf der "Tricolor".
Als Konsequenz aus dem Zwischenfall sowie einer Reihe in diesem Zusammenhang stehender technischer Probleme an der Untergangsstelle wurde das Abpumpen des Bunkeröls aus dem Wrack vorläufig eingestellt. Es soll fortgesetzt werden, wenn sich die Wetterverhältnisse vor Ort dauerhaft verbessern und die Ausrüstung optimiert wurde..
Voraussichtlich bis zum September wird die Gefahrenstelle im Ärmelkanal bleiben. So lange dürfte die Bergung der "Tricolor" dauern. Die Vorbereitungen hierfür sollen nach Willen der Berger im April beginnen. Zunächst wird es notwendig sein, einen Teil der Autoladung aus dem gefluteten Laderaum zu beseitigen, um das Gewicht des Wracks zu verringern. Keine Ende nimmt die Ölflut auch in Spanien und Frankreich. Am 28.1. trieb bei Biarritz neues Heizöl aus der "Prestige" an. Keine zwei Tage später war im spanischen Baskenland der gesamte Küstenstreifen mit den Stränden Kakio und Isuntza von merh als einem Meter im Durchmesser großen Ölflecken bedeckt. Nordnordweststurm hatte die Ölbarrieren auseinander getrieben. Am 1.2. sollen nach erhoffter Wetterberuhigung Ölbekämpfungsschiffe sich des Öls annehmen.

Die derzeitigen Arbeiten zur Abdichtung des Tankerwracks können nach Einschätzung eines von der spanischen Regierung eingesetzten Expertenkommission nur vorübergehende Erleichterung bringen. Binnen zwei bis vier Jahrzehnten wird der Rumpf nach ihrer Meinung so verfallen, dass ohne zwischenzeitliches Eingreifen spätestens dann auch die restlichen rund 50.000 Tonnen Schweröl aus den platzenden Tanks entweichen würden. Angesichts der jüngsten Havarienserie und den sich anschließenden Ölverschmutzungen forderte der deutsche Bundesverkehrsminister Stolpe verschärfte Haftungspflichten für Schiffseigentümer Es bedürfte eines internationalen Haftungsregimes zur Wrackbeseitigung, um eine Lücke im internationalen Recht im Interesse des Küstenschutzes und der Verkehrssicherheit zu schließen. Er forderte die Mitgliedsstaaten der Internationalen Schifffahrts-Organisation (IMO) zur baldigen Annahme eines von Deutschland und Holland vorgeschlagenen Wrackbeseitigungs-Übereinkommens auf.

Nach derzeit geltendem Seerecht kann ein Schiffseigentümer das Eigentum an einem Wrack oder Ladungsteilen aufgeben und sich so jeder Verantwortung entziehen. Dies hatte z.B. bei der Strandung der "Pallas" die Folgekosten in Höhe von rund drei Millionen Euro letztlich dem Steuerzahler aufgebürdet. Mit dem nun vorgeschlagenen Übereinkommen zur Wrackbeseitigung würde hingegen das Verursacherprinzip durchgesetzt. Reeder würden damit zur Bergung ihres Eigentums verpflichtet, wenn Schiffssicherheit und Meeresumwelt in der ausschließlichen Wirtschaftszone der Küstenstaaten gefährdet seien. Bleibe der Eigentümer trotz behördlicher Weisungen weiterhin untätig, könnten diese dann geeignete Maßnahmen veranlassen und die Kosten dem Schiffseigner anlasten. 2004, so die Hoffnung der deutschen und niederländischen Verkehrsministerien, könnte weltweit verbindlich ein Wrackbeseitigungs-Übereinkommen ratifiziert werden, das eine Wrackbeseitigungs- und Kostenübernahmepflicht durch die Schiffseigentümer bzw. deren Versicherungen dann obligatorisch macht.

Interessant ist in diesem Zusammenhang eine aktuelle Nachricht aus Dänemark: Der dortige Reeder Rasmus-Peter Schmidt übernahm jetzt in Rotterdam das ehemals deutsche Kümo "Elke", 1473 BRZ, von der Reederei Baum & Co, und stellte es als "Uno" in Dienst. Diesen Namen trug bis vor einem halben Jahr dessen Frachter, der im Nord-Ostsee-Kanal nach einer Kollision kenterte. Schmidt hatte unmittelbar danach das Wrack aufgegeben. Die Bergungskosten von über 700.000 Euro blieben zum größten Teil an der ausführenden Behörde, dem Wasser- und Schiffahrtsamt Brunsbüttel, hängen. Die Versicherung des Reeders zahlte nur den geringen Teil ihrer Haftungsobergrenze. Die Veräußerung des geborgenen Wracks an Abwracker im litauischen Klaipeda vermochte die trübe Bilanz nicht nachhaltig aufzuhellen.
Quelle: Tim Schwabedissen

"Mistral" wieder frei
Donnerstag, 30. Januar 2003, 08:03 Uhr

Das am Freitag vor Stralsund auf eine Sandbank aufgelaufene Hamburger Küstenmotorschiff "Mistral" ist gestern geborgen worden. Der Rostocker Schlepper "Fairplay 11" konnte das Kümo am Morgen von der Sandbank ziehen. Steigendes Wasser hat die Bergung jetzt ermöglicht. Das 68 Meter lange Schiff hat ohne Hilfe den Hafen von Stral- sund angelaufen. In den kommenden Tagen sollen polizeiliche Untersuchungen klären, wodurch es zu dem Unfall kam.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Hamburger Frachter wartet auf Befreiung
Mittwoch, 29. Januar 2003, 13:30 Uhr3

Seit einer halben Woche liegt an der mecklenburgischen Küste der Frachter "Mistral" auf Grund. Das Hamburger Kümo war am Morgen des 24.1. nahe Barhöft rund 100 Meter vor der Küste gestrandet. Anschließende Versuche zweier Schlepper, das 67 Meter lange, unbeladene Schiff zu befreien, waren trotz günstigen Wasserstandes zunächst gescheitert. Auslöser der Strandung war ein Maschinenschaden, in dessen Folge das manövrierunfähige Fahrzeug aus dem Fahrwasser der Stralsunder Nordansteuerung getrieben wurde. Die "Mistral", die unter Antigua-Flagge registriert ist und von der RMS Lübeck Schiffahrtgesellschaft mbH bereedert wird, hat einen Tiefgang von vier Metern. Das Schiff war 1966 von der Sietas-Werft Neuenfelde erbaut worden. In Stralsund soll es eine Ladung Getreide aufnehmen. Das Wasser- und Schifffahrtsamt Stralsund rechnet nun erst bei deutlich erhöhtem Wasserstand damit, dass der Frachter freigeschleppt werden kann. Eine Umweltgefährdung wird angesichts der stabilen Lage der "Mistral" jedoch nicht befürchtet.
Quelle: Tim Schwabedissen

Zwei Seeleute in Sturm auf Tanker getötet
Mittwoch, 29. Januar 2003, 06:36 Uhr

Dublin - Vor der irischen Küste sind am Dienstag in schwerer See zwei Seeleute auf einem Tanker getötet worden, ein dritter wurde schwer verletzt. Die Seeleute hätten versucht, ein Rettungsboot zu sichern, als sie von einer hohen Welle quer über das Deck geschleudert worden seien, erklärte ein Sprecher der irischen Marinebehörde. Einer sei sofort ums Leben gekommen, der zweite später seinen schweren Kopfverletzungen erlegen. Der dritte habe bei dem Unglück ein Bein verloren.
Ein Hubschrauber der irischen Küstenwache wurde zur Bergung des Verletzten zu dem in Panama registrierten Tanker «Eva» entsandt, doch behinderte das schlechte Wetter die Rettungsarbeiten. An Bord der «Eva» befanden sich insgesamt 24 argentinische Seeleute. Das Schiff war auf dem Weg von Dänemark nach Texas. Zum Zeitpunkt des Unglücks 225 Kilometer nordwestlich der irischen Westküste herrschte Windstärke elf, die Wellen erreichten acht Meter Höhe.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Viermaster vor Tahiti versenkt
Dienstag, 28. Januar 2003, 13:36 Uhr

Keine Rettung für einen Windjammer: Vor Tahiti versenkten Bergungsmannschaften das Wrack des Viermasters "Wind Song", 5.700 BRZ, der Windstar Cruises. Das für 148 Passagiere ausgelegte Schiff war am 1.12.02 vor Tahaa in Brand geraten und später zum Totalverlust erklärt worden. In Absprache mit Reederei und Hafenbehörden öffneten die Berger die Seeventile des schwer beschädigten Havaristen, der wenig später auf 2000 Meter Tiefe sank. Das Kreuzfahrtprogramm des 1987 erbauten Schiffes übernahm das gleichaltrige Schwesterschiff "Wind Star".
Quelle: Tim Schwabedissen

Nur einen Tag nach Kollision vor Terschelling: Erneut RoRo-Frachter gesunken
Dienstag, 28. Januar 2003, 13:36 Uhr

Nur einen Tag nach dem Untergang der "Assi Euro Link" sank am 27.1. die schwedische RoRo-Fähre "Camilla", 10.085 BRZ. 300 Seemeilen vor Neufundland fiel im Sturm die Maschine des Frachters der Krogius-Reederei aus. Daraufhin sendete der Kapitän Notrufe. Ein Marinehubschrauber rettete die 16köpfige Besatzung von Bord der hilflos in den Wellen treibenden Frachtfähre, die anschließend außer Sicht geriet. Die "Camilla" war 1982 auf der Kröger-Werft in Rednsburg/Schacht-Audorf erbaut worden und verkehrte viele Jahre zwischen Deutschland und Finnland. Die Suche nach der Ursache des Untergangs der "Assi Euro Link" dauert derweil an. Der Frachter befand sich auf dem Weg von Sheerness, England, in den Skagerrak, als er in den Kurs der die Elbmündung ansteuernden "Seawheel Rhine" geriet.
Quelle: Tim Schwabedissen

Dieseltanker in der Adria gesunken
Dienstag, 28. Januar 2003, 07:49 Uhr

In der Adria ist in Küstennähe der norditalienischen Hafenstadt Ancona ein mit Dieselöl und Feldspat beladener Frachter gesunken. Die ukrainische Mannschaft des Schiffes, 13 Männer und eine Frau, konnte gerettet werden.
Mehrere Tonnen Dieselöl flossen ins Meer und bildeten einen 30 Meter breiten und drei Kilometer langen Teppich. Die Ursache des Schiffuntergangs ist noch ungeklärt.
Das 118 Meter lange Schiff Nicole war unter Flagge des mittelamerikanischen Kleinstaates Belize unterwegs. Nach Angaben der Hafenbehörden von Ancona bestehe keine Gefahr für die italienischen Küsten. Feldspat sei ein natürliches und nicht umweltbelastendes Mineral und Dieselöl habe die Tendenz zum Verdunsten, berichteten Experten.
Italienische Umweltorganisationen warnten erneut vor der Gefahr der vielen alten Tanker, die in einem geschlossenen Meer wie der Adria unterwegs sind. Sie forderten die italienische Regierung auf, Schiffe, die Erdöl und andere umweltschädliche Substanzen transportieren, strengen Kontrollen zu unterziehen.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Nach Schiffsuntergang vor Terschelling: Öl bedroht auch deutsche Küste
Samstag, 25.01.03

Wie ein Haifischmaul mutete der mehrere Meter weit aufgefetzte Bug der schwedischen RoRo-Fähre "Seawheel Rhine" an, als das Schiff am Abend des 25.1. in den Hamburger Hafen einlief. Und wie ein Hai hatte er sich zuvor auch mittschiffs in die Backbordflanke des holländischen RoRo-Frachters "Assi Eurolink" gefressen, so dass dieses 15.270 BRZ große Schiff sich binnen 30 Minuten auf die Seite legte und 70 Seemeilen nordwestlich Terschellings in 30 Metern Tiefe versank. Immerhin wurde der Schwede zum Retter der 16köpfigen Crew der "Assi Eurolink", die rechtzeitig vor deren Untergang auf den Kollisionsgegner überstieg. In Hamburg wurden die schiffbrüchigen Holländer bis zu ihrer Rückreise in die Heimat auf verschiedene Hotels verteilt.
Ähnlich wie im Falle der "Tricolor" wird auch die Bergung der 163 Meter langen und 21 Meter breiten "Assi Euro Link" in der Zeit der Winterstürme nicht möglich sein. Nach Angaben der Bugsier-Reederei erfordert der Einsatz von Schwimmkränen eine absolut ruhige See. Aber auch dieses Wrack liegt mitten in der Hauptschifffahrtsroute zwischen Ärmelkanal und Deutscher Bucht. In den Bunkertanks des 30 Jahre alten Frachters befinden sich 200 Tonnen Bunkeröl, die im Falle eines Auslaufens die deutsche wie auch die holländische Nordseeküste bedrohen könnten. Das Schiff hatte keine Ladung an Bord, als es sank.
Zur Untersuchung der Kollisionsursache stellten die holländischen Behörden ein Rechtshilfeersuchen an die deutschen Kollegen und entstandeten eine Ermittlungsgruppe nach Hamburg. Nach bisherigem Kenntnisstand fuhren beide Schiffe in dieselbe Richtung, als sie kollidierten und standen kurz zuvor in Funkkontakt.
Quelle: Tim Schwabedissen

Ölpest der "Prestige" noch schlimmer als befürchtet
Sonntag, 26.01.03

Vor der spanischen Atlantikküste treibt erheblich mehr Öl des gesunkenen Tankers «Prestige» als bisher angenommen. Praktisch der gesamte Golf von Biskaya sei mit Schweröl verseucht, sagte ein Behördensprecher ins San Sebastian. Bisher sei mandavon ausgegangen, dass vor der Küste des Baskenlands und der Region Kantabrien im schlimmsten Fall 3000 bis 4000 Tonnen Öl im Atlantik treiben würden. Nach jüngsten Erkenntnissen dürfte es sich aber um die doppelte Menge handeln. Ruhiges Wetter erlaubte am Wochenende einer Armada von rund 160 zur Ölbekämpfung umgerüsteten Fischerbooten einen Großeinsatz gegen das in der Bucht treibende Öl.
Quelle: Tim Schwabedissen

Holländischer Frachter in der Nordsee gesunken
Samstag, 25. Januar 2003, 21:25 Uhr

Amsterdam - Ein niederländischer Frachter ist am Samstag nach einer Kollision mit einem schwedischen Schiff in der Nordsee gesunken. Die niederländische Küstenwacht erklärte, bei dem Unglück sei niemand verletzt worden. Die «Assi Eurolink» und die unter schwedischer Flagge fahrende «Seawheel Rhine» seien bei klarem Wetter am Morgen etwa 77 Kilometer vor der niederländischen Insel Terschelling zusammengestoßen.

Die «Assi Eurolink», die auf dem Weg nach Schweden war, sank eine halbe Stunde später. Die 16 Besatzungsmitglieder des niederländischen Frachters stiegen nach der Kollision auf die «Seawheel Rhine» um, die nur leicht beschädigt wurde, wie die Küstenwacht weiter erklärte. Die «Assi Eurolink» hatte keine Fracht geladen, die «Seawheel Rhine» setzte beladen mit Lastwagen ihre Fahrt nach Hamburg fort.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Frachter in Wismar gestrandet
Freitag, 24. Januar 2003, 13:28 Uhr

Aus der Kurve trug es den portugiesischen Frachter "Tornator" beim Auslaufen aus dem Hafen von Wismar. In der sogenannten Walfischkurve kam das 88 Meter lange Schiff vom Kurs ab, anschließend lief es außerhalb des Fahrwassers auf Grund. Versuche, den mit Salz beladenen Havaristen aus eigener Kraft zu befreien, schlugen fehl. Erst die Kraft mehrerer vorgespannter Schlepper verschaffte der "Tornator" wieder Wasser unter dem Kiel.
Quelle: Tim Schwabedissen

Tankerprobleme vor Spanien und in der Ostsee
Dienstag, 21.01.03

Ein Sturm war die Ursache für den Untergang der 40 Meter langen "Spabunker IV" vor Gibraltar. Nachdem das 1991 in Valencia erbaute Tankschiff leck geschlagen war und kieloben versank, sprangen die drei Besatzungsmitglieder über Bord. Der Kapitän ertrank im Wellengang. Dieselben Wetterunbilden behindern auch die Arbeiten der "Nautile" am Wrack der "Prestige", von deren Untergangsstelle ein Ölbekämpfungsschiff nach Gibraltar beordert wurde.
Das französische U-Boot ist unterdessen, wenn der Seegang seinen Einsatz zulässt, nach wie vor damit beschäftigt, die rund 20 Leckagen in dessen Rumpf zunächst provisorisch abzudichten. Damit erhofft man sich einen Zeitgewinn bis zur Erstellung eines nachhaltigen Konzeptes, das die Einbetonierung des Wracks oder auch ein Abpumpen der Ladung beinhalten könnte. Die Konsistenz der sich abkühlenden Ladung wird zwar mittlerweile durch die Abkühlung in der Tiefe zäher, jedoch treten immer noch rund 80 Tonnen pro Tag aus. Damit steigt auch die Belastung der Schweißnähte für die Tanks durch den umgebenden Wasserdruck in 3.600 Metern Tiefe und somit die Gefahr weiterer Leckagen.
Eine unsachgemäße Schweißung könnte nach bisherigen Ermittlungen auch Schuld an dem Riss gewesen sein, mit dessen Auftreten das Unglück begann.

Weiterhin wird gegen den Kapitän der "Prestige" wegen Nichtkooperation mit den spanischen Behörden ermittelt - zu seiner Entlastung wird mittlerweile jedoch angeführt, er habe lediglich sein Schiff retten wollen. Die Anweisungen, es auf hohe See zu bringen, hätten jedoch die Gefahr des letztlich auch eingetretenen Untergangs erhöht. Die deutsche Reederei-Arbeitsgemeinschaft Küstenschutz forderte als Konsequenz nun die Einrichtung von Nothäfen in Deutschland. Dazu zählen größere Seehäfen wie Hamburg, Lübeck oder Kiel. Hier sollten havarierten Schiffen Zuflucht gewährt werden, ohne dass entstehende Schäden den örtlichen Kommunen angelastet werden, sondern die Verantwortung z.B. für Kontaminationsschäden dann der Bund trage.
Wie berechtigt solche Überlegungen sind, hat das jetzt eingestellte Monitoring der Kadet-Rinne durch Greenpeace von Bord des ehemaligen Feuerschiffs "Sunthorice" aus bewiesen: In den vergangenen Wochen passierten über 20 gefährliche Tanker, deren Standard dem der "Prestige" entspricht, die Fahrrinne. Symptomatisch: Im Großen Belt stoppte jetzt ein dänischer Lotse jetzt die Fahrt des liberianischen Großtankers "Kapitän Stankow".
Das Schiff hatte auf dem Weg von Estland nach Antwerpen die Kadetrinne passiert, als ein Ruderschaden am zwar mit Doppelboden, aber nur einfacher Hülle ausgestatteten Schiff auftrat. Solcherart war auch die "Vicky", die erst vor wenigen Tagen nach Kollision mit der "Tricolor" im Ärmelkanal nach teilweiser Leichterung nach Rotterdam eingeschleppt wurde, ausgestattet.
Während in diesem Fall die Reederei erst auf eine behördliche Fristsetzung reagierte, zeigte sich der Kapitän der "Kapitän Stankow" sofort einverstanden, mit seinem Schiff Gedser als Reparaturhafen anzusteuern. Zurück in der Heimat ist seit dem 20.1. das deutsche Spezialschiff «Neuwerk» hat seinen Kampf gegen die von der "Prestige" verursachte Ölpest vor Spanien beendet und machte am Nachmittag des 20.1. wieder in Bremerhaven fest.
Zuvor war es in einer Werft im nordspanischen Hafen La Coruña gereinigt worden. Die "Neuwerk" soll nun rechtzeitig zu den Frühjahrsstürmen als Notfallschlepper einsatzklar vor der deutschen Küste sein.
Quelle: Tim Schwabedissen

Erneut Tanker vor Spanien gesunken
Dienstag, 21. Januar 2003, 17:37 Uhr

Algeciras - Zwei Monate nach Beginn der schlimmsten Ölpest an Spaniens Küste ist vor der andalusischen Küstenstadt Algeciras erneut ein Öltanker gesunken. Das verhältnismäßig kleine Frachtschiff "Spabunker IV" ging mit rund 950 Tonnen Schweröl und 150 Tonnen Diesel an Bord unter, wie die spanische Regierung mitteilte. Auf dem Meer hätten sich schon "einige Ölflecken" ausgebreitet. Der Kapitän des Schiffes kam bei dem Unglück ums Leben. Das Schiff sei bereits im August für die Verschmutzung eines andalusischen Strandes verantwortlich gewesen, teilte Greenpeace mit.

Der Kapitän des Lastkahns sei am Morgen tot geborgen worden, teilte Minister Francisco Alvarez Cascos mit. Die beiden übrigen Besatzungsmitglieder wurden aus dem Meer gerettet. Das genaue Ausmaß des Umweltschadens war nach Angaben von Vize-Ministerpräsident Mariano Rajoy noch nicht bekannt; ein Vertreter der Regionalregierung gab allerdings bereits Entwarnung: Der Tank des auf 50 Meter Tiefe gesunkenen Schiffes werde "schnell und sicher" leergepumpt, sagte Alfonso Perales. Dazu wurden Schwimmbarrieren an den Unglücksort geschickt und ein Spezialschiff von der galicischen Küste abbeordert. Als Unglücksursache wurde ein Leck im Heckbereich der "Spabunker IV" angegeben.

Die "Spabunker IV" hatte die in der knapp zehn Kilometer breiten Bucht zwischen Algeciras und Gibraltar liegenden Schiffe mit Treibstoff versorgt. Erst im August waren dabei 150 Liter Treibstoff ausgetreten und hatten den Strand Rinconcillo verschmutzt, wie Greenpeace mitteilte. Die Umweltschutzorganisation hatte erst einen Tag vor der jüngsten Havarie vor Gibraltar mit der Besetzung eines einwandigen Tankers auf die Gefahren unsicherer Öltanker aufmerksam gemacht.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Frost ließ "Uckermark" sinken
Montag, 20.01.03

Wieder einsatzklar: Nach nur einer Woche wurden am 20.1. die Reparaturarbeiten auf dem Fahrgastschiff "Uckermark" beendet. Das 20 Meter lange Schiff war am 13.1. an seinem Liegeplatz auf dem Templiner Kanal in Brandenburg gesunken. Der Frost hatte nach nun vorliegenden Erkenntnissen der Schiffsuntersuchungskommission eine Brauchwasserpumpe bersten lassen, so dass es zu einem Wassereinbruch kam. Der Kanal war zum Unglückszeitpunkt wegen Eisgangs für die Schifffahrt gesperrt gewesen.
Quelle: Tim Schwabedissen

Finnischer Eisbrecher befreit Frachter aus Not
Samstag, 18. Januar 2003, 15:29 Uhr

Helsinki - Ein finnischer Eisbrecher hat ein vom Eis gefangenes russisches Schiff aus der Not befreit. Die russische "Trial" habe schon seit Tagen im Eis festgesessen, erklärte Eisbrecher-Kapitän Simon Sola. Durch den Druck sei die Außenwand des Frachters eingerissen. Der Eisbrecher "Voima" schlug schließlich eine Schneise zu dem Schiff und schleppte es in den finnischen Hafen von Loviisa. Nach Behördenangaben ist das Eis im Baltischen Meer so dick wie seit 1979 nicht mehr. Vor allem im russischen Teil liegen mehr als 50 Schiffe fest und warten auf Hilfe.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Rätsel um «Geisterschiff» vor Australiens Küste
Meuterei an Bord von Fischerboot oder Piratenüberfall?

Ein «Geisterschiff» stellt dieser Tage die australischen Behörden vor etliche Probleme. Am 3. Januar hatte ein Flugzeug der australischen Küstenwache in den nordaustralischen Gewässern ein 20 Meter langes Fischerboot gesichtet. Der Pilot berichtete, dass der Schiffsmotor, soweit sich dies erkennen lasse, laufe. Die Behörden befürchteten, es könnte sich um ein Boot von Menschenschmugglern handeln, und schlugen Alarm. Zuletzt hatten Schlepper vor einem Jahr versucht, illegale Einwanderer in Australien auszusetzen.

Als eine Fregatte das besagte Boot am 8. Januar rund 200 Kilometer nordöstlich der nordwestaustralischen Stadt Broome aufbrachte, fand die Mannschaft jedoch keinerlei Anzeichen von Leben an Bord, dafür drei Tonnen verrotteten Fisch und sieben Zahnbürsten. Das Boot hatte ausreichend Lebensmittel und Treibstoff geladen, und es gab keine Anzeichen von Gewalttaten an Bord. Zwei Flugzeuge suchten bei gutem Wetter eine Fläche von 7300 Quadratmeilen nach Spuren der Besatzung ab, allerdings erfolglos. Die australische Bundespolizei nahm auch Kontakt mit den indonesischen und den taiwanischen Behörden auf. Das Boot, die «Hai An No. 6», gehört einem taiwanischen Unternehmen und fährt unter indonesischer Flagge.

In der Zwischenzeit haben Verwandte des Maschinisten eine äusserst hohe Rechnung für Anrufe von dessen Mobiltelefon aus erhalten. Die Auswertung der Telefondaten des Kapitäns und des Maschinisten, beide Taiwaner, hat ergeben, dass jemand ausserordentlich viele Anrufe aus Bali und den Philippinen gemacht haben muss. Beide Männer hatten aber ihre Familien am 6. Dezember zum letzten Mal kontaktiert. Die taiwanischen Behörden befürchten nun, dass die Besatzung Piraten zum Opfer gefallen oder dass es zu einer Meuterei an Bord gekommen sein könnte.

Fest steht bis jetzt, dass die «Hai An No. 6» ihre Reise am 30. Oktober in Taiwan begonnen hatte. Der Kapitän und der Maschinist waren von dort aus nach Indonesien gefahren, wo sie eine Mannschaft von zehn Mann aufnahmen. Danach fischten sie nahe den Marshallinseln, die zwischen Papua-Neuguinea und Hawaii liegen, rund 5300 Kilometer von Westaustralien entfernt. Die Bootsbesitzer hatten am 13. Dezember ein letztes Telefongespräch mit dem Kapitän geführt. Weil danach der Kontakt abbrach, wurde das Schiff der amerikanischen Küstenwache als vermisst gemeldet. Die «Hai An», deren Name mit «Hohes Ziel» übersetzt wird, liegt jetzt im Hafen von Broome, gleichsam als modernes Geisterschiff.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Ältestes Schiffswrack im Schwarzen Meer entdeckt
Freitag, 17. Januar 2003, 19:32 Uhr

Hamburg - Ein internationales Wissenschaftlerteam hat mit Unterstützung der National Geographic Society im Schwarzen Meer das älteste jemals dort entdeckte Schiffswrack gefunden. Kürzlich abgeschlossenen Untersuchungen zufolge sank das Schiff zwischen dem 5. und dem 3. Jahrhundert v. Chr. vor der Küste des heutigen Bulgarien.
Zur Datierung des Schiffswracks untersuchten die Wissenschaftler Fischgräten, die in einer der Tonamphoren gefunden wurden, mit denen das Schiff beladen war. Die Analyse ergab, dass es sich bei den Gräten um die von großen Süßwasserwelsen handelt, deren Fleisch wie moderne Fischsteaks zugeschnitten worden war. Messerspuren an den Gräten belegen, dass die Fische in den Krug verpackt wurden. Untersuchungen mit Hilfe der Radiokarbonmethode datieren das Alter der Fische - und damit auch des Wracks - auf 2280 bis 2490 Jahre.
Den Wissenschaftlern zufolge weisen die Gestaltungsmerkmale der geborgenen Amphore auf die türkische Stadt Sinope hin. Sie vermuten, dass es sich bei dem Wrack um ein Handelssschiff handelt, das seine Reise in Sinope an der Südküste des Schwarzen Meeres begonnen und dann am Nordufer, an der Krim-Halbinsel, den Fisch geladen hat. Anschließend könnte es in westliche Richtung gesegelt sein, bis es vor Bulgarien gesunken ist. "Durch diesen Fund bekommen Historiker erstmals ein echtes Wrack aus einer wichtigen Ära des Handels im Schwarzen Meer zu Gesicht, von der man bislang nur durch schriftliche Aufzeichnungen wusste", so Robert Ballard, der Leiter der Forschungsgruppe über die Bedeutung des Funds. Im nächsten Sommer wollen die Wissenschaftler das im August 2002 gefundene Wrack bergen.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Ein Toter bei Schiffsunglück vor Norwegen
Freitag, 17. Januar 2003, 07:59 Uhr

Oslo - Vor der norwegischen Küste ist am Donnerstag der Fischkutter «Staalegg Senior» auf Grund gelaufen. Die zwölfköpfige Crew musste das Schiff verlassen, eine Besatzungsmitglied kam dabei ums Leben. Wie ein Sprecher der Rettungskräfte mitteilte, verfügte der norwegische Kutter «Staalegg Senior» zwar über Rettungsboote, die Besatzung habe sie aber nicht benutzen können. Zum Zeitpunkt des Unglücks wehte ein starker Wind und es schneite. Neun Seeleute wurden von Rettungshubschraubern aus dem fünf Grad kalten Wasser geborgen, zwei weiteren gelang es, zu einer Sandbank zu schwimmen. Das Unglück ereignete sich vor Brönnöysund, rund 600 Kilometer nördlich von Oslo.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Ende eines Theater- und Rettung eines Baggerschiffes
Dienstag, 14.01.03

Auf der Elbe ereigneten sich am 14.1. zwei Schiffsunglücke. In der Nacht sank im Hamburger Hafen das "Theaterschiff am Mäuseturm". Als die ersten Feuerwehrmänner gegen kurz nach halb sieben den Ponton an der Hohen Brücke erreichten, ragte nur noch ein Teil des Daches mit einem bunten Raben als "Wahrzeichen" aus dem Wasser. Aus einem beschädigten Tank trat Heizöl aus und verschmutzte den Hafenkanal, so dass die Feuerwehr das Wrack mit Ölsperren einschlängelte. Wegen des am Morgen auflaufenden Wassers der Elbe wurde vorsorglich eine Schleuse geschlossen, um eine Ausbreitung des Ölfilms zu verhindern. Die Umweltbehörde saugte schließlich das Öl ab. Eine Restaurierung des 85 Jahre alten Oldtimers ist nach Angaben des Theaterchefs Jürgen Hübner unwahrscheinlich. Zwei Tage vor dem Untergang sei er zuletzt an Bord gewesen und habe dabei nichts Auffälliges festgestellt. Am Abend des 14. hätte eine Probe für ein neues Stück stattfinden sollen. Seit zehn Jahren war das Theaterschiff gegenüber der Speicherstadt verankert, im November 2002 war Jubiläum gefeiert worden. Das 28 Meter lange und 8 Meter breite Schiff mit Stahlrumpf und Holzaufbauten war 1918 erbaut worden. Es diente zuvor als Fähranleger und Clubhaus des Blankeneser Segel-Clubs. Anfang der 90er-Jahre hatten Jürgen Hübner und seine Frau Margret Lehmann sich entschlossen, eine eigene Bühne aufzumachen und den Kahn zum 80-Plätze-Theater auszubauen. Im vergangenen November hatte Theaterchef Jürgen Hübner das zehnjährige Jubiläum nach mehr als 40 Produktionen gefeiert. Bei dem Havaristen handelt es sich wohlgemerkt nicht um das aus einem Binnenschiff hergerichteten, schwimmenden Theater "Das Schiff" von Eberhard Möbius, das ebenfalls in Hamburg beheimatet ist. Nur Stunden später Aufregung auf der Elbe in Lauenburg: Ein in den Mittagsstunden unbemanntes Baggerschiff im Elbehafen war leck geschlagen und entwickelte Schlagseite. Ein Arbeiter an der neuen Schleuse des Elbe-Lübeck-Kanals entdeckte das Malheur und alarmierte die Feuerwehr. Der Einsatz gestaltete sich kompliziert, da das eingedrungene Wasser sich mit Öl vermischte und so nicht einfach in den Fluss gepumpt werden konnte. Es gelang, den Havaristen durch Umpumpen innerhalb des Rumpfes zu stabilisieren. Dadurch wurde der drohende Untergang abgewendet, und die abschließenden Lenzarbeiten konnten durchgeführt werden. Die Ursache der Leckage ist bislang unbekannt..
Quelle: Tim Schwabedissen

Piraten kapern Frachter und zwingen Crew zum Sprung über Bord
Mittwoch, 15. Januar 2003, 06:47 Uhr

Singapur - Piraten haben vor Singapur den Frachter "MV Bina Ocean 2" gekapert und die sechs Mann Crew gezwungen, über Bord zu springen. Der Erste Offizier ertrank, wie eine Zeitung am Mittwoch berichtete. Die MV Bina Ocean 2 hatte nahe der Insel Bintan geankert; der Überfall ereignete sich somit auf indonesischen Gewässern. Dem Bericht zufolge waren die Piraten mit Pistolen und Messern bewaffnet. In der Region wurden in den ersten neun Monaten des Jahres 2002 bereits 72 solcher Überfälle registriert, das waren ein Viertel aller Piratenüberfälle weltweit.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Deutsche Atlantikquerer dank neuer Notruftechnik gerettet
Sonntag, Montag, 13. Januar 2003, 11:36 Uhr

Erst jetzt wurde das vorzeitige Ende einer Atlantiküberquerung zweier deutscher Segler bekannt. Mit der Yacht "Spacetime" liefen sie kurz nach Silvester vor der Insel Barbuda in der Karibik auf ein Riff. Das Boot schlug leck und begann zu sinken. Ein automatischer Notsender wurde ausgelöst und gab die Position durch, die den beiden Deutschen selbst nicht exakt bekannt war. Per Satellit erreichten die Daten die Leitstelle der britischen Coast Guard, die das französische Seenotrettungszentrum Fort de France auf Martinique alarmierte. Die schickte eine Viertelstunde nach Auslösen des Bojenalarms ihren Rettungskreuzer "Nicole" los, der wenig später melden konnte: "Schiff gesunken, Besatzung gerettet." Möglich wurde die schnelle Rettung durch die Technik des Emergency Position Indicating Radio Beacon, der im Orbit stets erreichbare Nachrichtensatelliten anfunkt und ihnen exakte Position sowie Art der Havarie durchgibt. Dadurch wird die Zeitverzögerung, die häufig durch Funklöcher von Orbitalsatelliten entstehen, umgangen, was sich im Seenotfall häufig als lebensrettend erweist.
Quelle: Tim Schwabedissen

"Vermontborg" wartet auf Springflut
Montag, 13. Januar 2003, 11:38 Uhr

Der vor Guernsey gestrandete Frachterneubau "Vermontborg", ein für die niederländische Wagenborg-Reederei bestimmter Rohbau, liegt weiter auf ihrem Felsenbett. Ein Versuch der Berger von Smit Salvage, sie zu befreien, musste am 9.1. gegen 11 Uhr erfolglos abgebrochen werden. Die Tide war nicht so hoch wie erhofft aufgelaufen. Bei Ebbe liegt die 120 Meter lange Hulk vollständig trocken auf dem Steinplateau, so dass man unter ihrem Kiel hindurch sehen kann. Der Bug schwebt dann frei in der Luft. Die Berger bleiben trotz der widrigen Umstände vor Ort und werden das weitere Vorgehen mit den künftigen Reedern abstimmen. Spätestens am 18. Januar sollte sich das Blatt wenden - dann wird im Gefolge eines zunehmenden Mondes eine Springflut erwartet, die der "Vermontborg" mehr Wasser unter dem Kiel verschaffen soll. Das künftig in Delfzijl beheimatete Schiff hatte sich in den Morgenstunden des 3.1. auf dem Weg von Rumänien zur Endausrüstung in Holland in zehn Meter hohen Wellen von dem Schlepper "Susanna H" losgerissen und war auf die Nordwestküste Guernseys getrieben.
Quelle: Tim Schwabedissen

Dänische Fähre auf Sandbank aufgelaufen
Sonntag, 12. Januar 2003, 18:42 Uhr

Eine dänische Fähre, die mit mehr als 140 Menschen an Bord auf dem Weg nach Rostock war, ist am Samstagabend auf eine Sandbank gefahren und erst nach 16 Stunden wieder losgekommen. Wie die Nachrichtenagentur Ritzau meldete, rammte die Fähre "Dronning Margrethe II" die Sandbank vor der süddänischen Hafenstadt Gedser. Die 122 Passagiere und 21 Besatzungsmitglieder harrten dort die ganze Nacht aus, bis die Flut das Schiff am Sonntagmorgen wieder freispülte und die Rückkehr in den Hafen von Gedser ermöglichte. Drei Passagiere waren aus medizinischen Gründen evakuiert worden.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Schwarzes Meer: Trümmer von tunesischem Frachter gefunden
Sonntag, 12. Januar 2003, 19:06 Uhr

Vor der ukrainischen Schwarzmeerküste sind Trümmer und leere Rettungsboote des seit zwei Tagen vermissten tunesischen Frachters «Amira-1» entdeckt worden. Von den 24 Besatzungsmitgliedern fehlte jedoch jede Spur. Dies teilte das Zivilschutzministerium am Samstag in Kiew mit. Die ukrainische Küstenwache hatte am Donnerstag ein Notsignal des Kohlefrachters aufgefangen. Das Schiff war vor der Halbinsel Krim in einen schweren Sturm geraten.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Tunesisches Frachtschiff im Schwarzen Meer vermisst
Samstag, 11. Januar 2003, 08:44 Uhr

Tunis - Ein tunesisches Frachtschiff ist im Schwarzen Meer verloren gegangen. Der tunesische Präsident Zine El Abidine Ben Ali schickte am Freitag Schifffahrtsexperten in die Ukraine, um bei der Suche zu helfen. Wie die tunesische Nachrichtenagentur TAP berichtete, befand sich die «Admira-1» auf dem Weg von der Krim zum türkischen Hafen Gerze. Am Donnerstag wurde ein Notsignal ausgesendet, danach brach jeglicher Kontakt ab. Drei Schiffe der Ukraine, ein russisches und ein türkisches Schiff sowie ein russischer Hubschrauber beteiligten sich an der Suche nach dem vermissten Frachter.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Deutliche Zunahme der Unfälle auf dem Bodensee
Freitag, 10. Januar 2003, 17:21 Uhr

Friedrichshafen - Die Zahl der Unfälle auf dem Bodensee ist im vergangenen Jahr deutlich um 30 auf 199 gestiegen. Dabei kamen acht Menschen ums Leben, einer weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Verletzten stieg von 27 auf 42, wie die Wasserschutzpolizei am Freitag in Friedrichshafen bekannt gab. Die Zunahme der Unfälle ist im wesentlichen auf das baden-württembergische und österreichische Gebiet des Sees beschränkt, während die Unfallzahl auf dem schweizerischen Gebiet praktisch stagnierte. Hauptursache der Unfälle sei mangelnde Sorgfalt, erklärte die Polizei.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Lage um "Vicky" weiter unklar
Donnerstag, 09. Januar 2003, 09:36 Uhr

Am 6.1. verstrich das Ultimatum, das dem Eigner der im Ärmelkanal leckgeschlagenen "Vicky" von der belgischen Regierung gesetzt wurde. Nun wird sie in Eigenregie das geforderte Abpumpen von mindestens 700 Tonnen schweren Dieselöls aus einem aufgerissenen Betriebsstofftank organisieren. Erst wenn dies erfolgt ist, soll der türkischen Reederei gestattet werden, die 70.000 Tonnen Restladung zu löschen. Zur Zeit ankert die "Vicky", die im Bodenbereich des Bugs und der vorderen zwei Tanks Lecks und Rumpfschäden aufweist, unverändert Wind und Seegang ausgesetzt 20 Kilometer vor Oostende. Ihrer Besatzung wird vorgeworfen, alle Warnungen missachtet zu haben, als sie in das Wrack der "Tricolor" rammte. Hier sollen nun weitere Bojen ausgebracht werden.
Quelle: Tim Schwabedissen

Frachter vor Norwegen gesunken
Mittwoch, 08. Januar 2003, 12:45 Uhr

In der Nacht vom 5. zum 6.1. kenterte in schwerer See in der norwegischen Hordabucht der Frachter" Kongstind". Kurz vor Mitternacht sendete das Schiff Notsignale. Rettungseinheiten entdeckten wenig später den Bug des Schiffes, der dank einer Luftblase noch aus dem Wasser ragte. Von der vierköpfigen Besatzung fehlte jede Spur. Die Ursache des Unglücks, das sich zwei Seemeilen vor der Küste ereignete, könnte ein Übergehen der aus Kunstdünger bestehenden Ladung des Kümos in schwerem Sturm sein.
Quelle: Tim Schwabedissen

Fuchs aus Seenot gerettet
Montag, 06. Januar 2003, 20:53 Uhr

Bremen - Seenotretter haben einen Fuchs geborgen, der fünf Kilometer vom Ufer entfernt vor Cuxhaven in der Nordsee trieb. Nachdem ein Frachtschiff das hilflose Tier entdeckt hatte, brach am Montag das Tochterboot eines Seenotrettungskreuzers auf, wie die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger in Bremen mitteilte. Die Besatzung fischte das Tier mit einem Kescher aus dem eiskalten Wasser. An Land wartete bereits ein Tierarzt auf den kraftlosen Fuchs. Er soll später in einem Wald ausgesetzt werden.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Tanker "Vicky" rammt Wrack der "Tricolor" im Ärmelkanal
Sonntag, 05. Januar 2003, 18:09 Uhr

Das seit Mitte Dezember im Ärmelkanal liegende Wrack des Auto-Frachters "Tricolor" ist erneut von einem Schiff gerammt worden. Der mit 70.000 Tonnen Diesel beladene Tanker "Vicky" aus der Türkei fuhr am Mittwochabend auf den Frachter auf, wie britische und französische Behörden mitteilten. Zwei Stunden später kam der Tanker dank der einsetzenden Flut aus eigener Kraft frei und ging nahe der Kollisionsstelle vor Anker. Zunächst war unklar, warum der Tanker trotz mehrfacher Warnungen mit dem Wrack kollidierte.

In Begleitung eines französisch-britischen Schleppers fuhr die "Vicky" in der Nacht an einen "sicheren Ankerplatz", wie die See-Präfektur in Dunkerque mitteilte. Nach Angaben der britischen Küstenwache in Dover ging der Tanker rund eine Meile nördlich des Wracks vor Anker. Vor seiner möglichen Weiterfahrt in einen Hafen sollte er auf Risse oder den Austritt von geladenem Treibstoff untersucht werden.

Eine Sprecherin der britischen Küstenwache sagte, die Tatsache, dass das Schiff aus eigener Kraft weiterfahren konnte, deute darauf hin, dass es entgegen der ursprünglichen Befürchtung nicht leck geschlagen sei. Der 243 Meter lange Tanker hat eine einfache Außenwand, aber eine zusätzliche Metallschicht am Rumpf. Der britischen Küstenwache in Dover zufolge werden alle Schiffe auf dem Ärmelkanal stündlich über die Gefahr durch das im Kanal liegende Wrack der "Tricolor" gewarnt. Nach Angaben der französischen Behörden befanden sich zum Zeitpunkt der Kollision zwei Schlepper und ein Patrouillenboot an der "Tricolor". Das Wrack sei zudem mit fünf Leuchtbojen markiert gewesen. Die Besatzung der "Vicky" habe sogar auf die Aufforderung des französischen Patrouillenbootes reagiert, den Kurs zu ändern. Wie es dennoch zu der Kollision kommen konnte, sei unklar.
Die "Vicki" ist den Behörden nicht unbekannt:
Bei einer Explosion im Maschinenraum kam vor zwei Jahren ein Besatzungsmitglied ums Leben, vier weitere Matrosen wurden damals verletzt. Im gleichen Jahr wurde der "Vicky" nach englischen Zeitungsberichten die Einfahrt in den Hafen von New York wegen einer undichten Stelle in einem Gastank verweigert. Das Schiff wurde im Jahr 1981 gebaut und verfügt über einen doppelten Boden, der die Unterseite des Rumpfs schützen soll.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Schwerstes Unglück in der Geschichte der Marine Singapurs
Freitag, 04.01.03

Kurz vor Mitternacht kollidierte nahe der Insel Pedra Branca am 4.3. acht Kilometer vor der malayischen Südküste der holländische Containerfrachter "Indonesia" mit dem 55 Meter langen U-Bootjadgboot "Courageous" der singapurianischen Marine. Dabei wurde das Heck des Kriegsschiffes zum Teil abgetrennt. Das Vorderteil des Wracks wurde nach Singapur eingeschleppt. In der zerstörten Sektion wurde von Marinetauchern die Leiche einer Frau gefunden. Eine Chinesin wurde später tot an den Strand der indonesischen Insel Bintan getrieben, zwei weitere Besatzungsmitglieder werden vermisst und sind vermutlich ebenfalls tot. Für die Marinespezialistinnen bestehen nur geringe Überlebenschancen. Indonesische und malayische Einheiten beteiligten sich zu Wasser, zu Lande und aus der Luft an der Suche nach den Opfern. Acht weitere Besatzungsmitglieder erlitten Verletzungen. Die 294 Meter lange "Indonesia" wurde nur geringfügig beschädigt.
Quelle: Tim Schwabedissen

Kollision vor Bremerhaven
Mittwoch, 04.01.03

Bei dichtem Nebel sind am 2.1. an der Nordseeküste bei Bremerhaven zwei Schiffe zusammengestoßen. Der 241 Meter lange Containerfrachter "Keelung" kollidierte am Vormittag mit der seewärts laufenden "Tina". Dabei entstand an beiden Schiffen geringfügiger Sachschaden, Menschen wurden nicht verletzt. Zu der Kollision kam es, nachdem die "Keelung"ohne Absprache mit der Bremerhavener Verkehrszentrale eine Drehbewegung auf die Backbordseite des Fahrwassers durchführte, wo sie mit der gerade auslaufenden "Tina" zusammenstieß.
Quelle: Tim Schwabedissen

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