EUROPÄISCHES SEGEL-INFORMATIONSSYSTEM
Seenotfälle
Archiv Juli 2003

Last update: Donnerstag, 16. Oktober 2003, 14:59 Uhr

Norddeicher Kutter gesunken
Mittwoch, 30.07.03

Innerhalb von Sekunden ist am Morgen des 30. Juli der Norddeicher Fischkutter "Neptun" in der Hafeneinfahrt des Heimathafens gekentert. Kapitän und Decksmann konnten unverletzt gerettet werden. Das Unglück ereignete sich bei Niedrigwasser beim Zusammentreffen einer Fähre mit dem von See kommenden Fischkutter. Vermutlich durch die Sogeinwirkung fehlte dem Kutter plötzlich Wasser unter dem Kiel, er lief auf die Kante der Fahrrinne auf und kenterte.Das Arbeitsschiff "Seehund" des Hafenamtes, die Wasserschutzpolizei, der Seenotkreuzer "Bernhard Gruben", das Seenotrettungsboot "Cassen Knigge" und der Tonnenleger "Norden" waren schnell vor Ort. Der Kutter wurde an die Muschelpier gezogen und in der Nacht zum 2. August gehoben. Wegen eingedrungener Schlammmassen gestaltete sich dies langwieriger als erwartet.
Quelle: Tim Schwabedissen

Motorboot auf der Elbe in Seenot
Montag, 28.07.03

Ein zehn Meter langes Motorkajütboot drohte in der Nacht zum 28. Juli in der Elbe vor Hanskalbsand zu sinken, nachdem es Grundberührung gehabt hatte und leckgeschlagen war. Das Heck lag schon unter Wasser, als die Feuerwehren aus mehreren Orten des Alten Landes eintrafen. Die Feuerwehrleute holten den völlig durchnässten Skipper an Land und gaben ihm trockene Kleidung. Das Boot hoben sie mit Hebekissen und schleppten es in den Yachthafen von Neuenschleuse. Insgesamt waren an der Rettung des Havaristen fünf Boote, 50 Feuerwehrleute, die Wasserschutzpolizei sowie ein Autokran beteiligt.
Quelle: Tim Schwabedissen

Kreuzfahrer auf Grund gelaufen
Freitag, 27.07.03

Beim Auslaufen aus dem Magdalenenfjord (Spitzbergen) hatte das 28891 BRT große Kreuzfahrtschiff "Mona Lisa" am Nachmittag des 25. Juli Grundberührung. Dabei wurden die Außenhaut des Unterwasserschiffs sowie ein Propeller beschädigt. Eine Gefahr für Passagiere, Besatzung und Umwelt entstand nicht, das Schiff konnte die Fahrt aus eigener Kraft planmäßig nach Ny Alesund fortsetzen, wo es um 19.00 Uhr eintraf. Die 690 aus Deutschland stammenden Passagiere nahmen programmgemäß an Bordaktivitäten und Landausflügen teil. Nachdem eingeflogene Taucher die Schäden begutachtet hatten, verließ die am 27. Juli den Hafen von Ny Alesund in Richtung Longyearbyen, wo sie gegen 20.00 Uhr eintraf. Von dort aus wurden die Passagiere nach Hause geflogen, während die "Mona Lisa" Kurs auf Hamburg nahm, wo sie bei Blohm & Voss repariert werden soll. Am 14. August wird sie ihren regulären Fahrplan wieder aufnehmen.
Quelle: Tim Schwabedissen

Kutterkenterung nahm glimpflichen Ausgang
Samsag, 26.07.03

Am 26. Juli kenterte nahe Inverness ein Kutter mit drei Personen an Bord. Ein passierendes Schiff entdeckte das kieloben treibende Boot vor Fortrose und verständigte die Coastguard. Die beorderte das Rettungsboot von Inverness zur Unglücksposition. Es gelang, zwei auf dem Kiel hockende Schiffbrüchige und einen im Wasser treibenden Mann zu retten, der anschließend mit Unterkühlungen ins Krankenhaus gebracht werden musste.
Quelle: Tim Schwabedissen

Containerfrachter im Taifun gesunken
Freitag, 25. Juli 2003, 11:15 Uhr

Der Taifun "Imbudo", der am 24. Juli über die Philippinen hinweg raste, brachte auch ein chinesisches Handelsschiff vor Hongkong in Seenot. Der Containerfrachter "Fu Feng" war bei Windgeschwindigkeiten von bis zu 185 Stundenkilometern manövrierunfähig geworden und trieb steuerlos im Sturm. Erschwert durch Seegang und Dunkelheit gelang es drei Hubschraubern und drei Flugzeigen des chinesischen Seenotrettungsdienstes, in einer dramatischen, elf Stunden währenden Rettungsaktion die 16köpfige Crew in einer elfstündigen Aktion von Bord ihres Schiffes zu bergen. Wenig später ging die "Fu Feng" in dem tobenden Meer unter.
Quelle: Tim Schwabedissen

Bei acht Windstärken: Einhandsegler gerettet, Boot verloren
Freitag, 25. Juli 2003, 11:16 Uhr

Am Abend des 24. Juli funkte die 28-Ft-Yacht "Teaona" 20 Meilen südlich von Milford Haven Notrufe, nachdem bei rund sieben Windstärken ihr Ruder gebrochen war. An Bord des Bootes war ein Einhandsegler von Padstow nach Milford Haven unterwegs. Sowohl das örtliche Rettungsboot wie auch das sieben Meilen entfernt stehende Handelsschiff "Forth Fisher" machten sich auf den Weg zum Havaristen. Die "Forth Fisher" machte dem Boot Lee, wodurch es dem Rettungsboot möglich wurde, sich zwischen die beiden Schiffe zu setzen und den Skipper der "Teaona" abzubergen. Mittlerweile war der Wind auf acht angeschwollen, so dass auch der Einsatz eines Helikopters erwogen, aber wegen der Gefährdung durch das umherschlagende Rigg der Yacht wieder verworfen worden war. Ein Coastguard-Sprecher lobte den schwierigen Einsatz der Rettungsmänner und auch die Manöver der "Forth Fisher", die erfolgreich die schlimmsten Seen abzuschirmen vermocht hatte. Die "Teaona" musste allerdings aufgegeben werden.
Quelle: Tim Schwabedissen

Frachter mit Giftladung behindert Schifffahrt
Donnerstag, 24. Juli 2003, 12:05 Uhr

Der havarierte Frachter maltesische Containerfrachter "Pelican 1" behindert weiter die Schifffahrt auf der Westerschelde. Er war, wie berichtet, in den frühen Morgenstunden des 20. Juli in der Bath Strait, Zeeland, vom Kurs abgekommen und dadurch vor den Bug der von Antwerpen kommenden "Maersk Bahrein" geraten. Dabei war das mit 2000 Containern beladene Schiff leck geschlagen und hatte zunehmend Schlagseite entwickelt. Während der dänische Containerfrachter seine Fahrt nach Vlissingen-Oost wieder aufnehmen konnte, setzten Schlepper die "Pelican 1" nahe Bath auf eine Sandbank, um den drohenden Untergang abzuwenden. Jedoch lief in größeren Mengen Dieselöl aus aufgerissenen Tanks und trieb in die Westerschelde-Mündung hinaus, wo versucht wurde, es mit Hilfe zweier Spezialschiffe aufzufangen. Diese Arbeiteten gestalteten sich als kompliziert. Die "Pelican 1" hatte zudem neben anderer Ladung auch 140 Tonnen Gefahrgut an Bord. Die jeweils 70 Tonnen Hydochloridgift und Hydrogenperoxid befanden sich allerdings nicht in den bei der Kollision beschädigten Containern. Bisher konnten die Gefahrgutcollies noch nicht ausfindig gemacht werden. Um die "Pelican 1" abdichten zu können, muss zunächst die gesamte Ladung aus dem Havaristen gelöscht werden. Hierfür wird rund eine Woche veranschlagt. Die Arbeiten werden wegen der Giftladung von der Feuerwehr überwacht.
Quelle: Tim Schwabedissen

Neue Seenotrettungskreuzerkonstruktion Schuld an Chaos in Kieler Sportboothäfen?
Mittwoch, 23. Juli 2003, 13:23 Uhr

Ausgerechnet der brandneue Seenotrettungskreuzer "Hermann Marwede" steht im Verdacht, am 21. Juli ein Chaos in Kieler Sportboothäfen angerichtet zu haben. Das Boot war von einer Vorstellungsfahrt in Lübeck auf dem Weg nach Cuxhaven gewesen. Einige Zeit nachdem es dabei Friedrichsort passiert hatte, schlug eine ein- bis eineinhalb Meter hohe See in die dort gelegenen, sich trichterförmig zur Kieler Förde hin öffnenden Yachthäfen. Fünf Minuten lang begann das Wasser in der sich durch den Anprall der Wellen auf die Uferböschung aufbauenden Kreuzsee förmlich zu kochen und ließ die Boote in ihren Boxen wild durcheinander tanzen. Masten schlugen gegeneinander, Boote knallten mit dem Bug auf die Aluminiumkanten von Schwimmstegen oder gerieten darunter. Zwei Boote erlitten Mastbruch.

"So etwas haben wir noch nie erlebt", berichten Wiebke und Herbert Beutell, die ihr Boot seit 15 Jahren im Rathje-Werfthafen liegen haben und an Wellengang durch Lotsenboote oder Stapelläufe bei der benachbarten Lindenau-Werft gewöhnt sind. Vor wenigen Tagen waren sie mit ihrer 25 Tonnen schweren und 46 Fuß langen "Marle" von einer England-Reise zurückgekehrt, putzten gerade das Deck, als sie sahen, wie die in Stickenhörn liegenden Boote "zu tanzen begannen und Bocksprünge machten". Dann erreichten die Wellen auch sie. "Wir haben nicht geglaubt, dass sie von einem Schiff verursacht wurden, wir dachten, das ist ein Seebeben", so Skipper Bentell. Die Wellen zerrten so heftig an der "Marle", dass ein Kreuzpoller aus Edelstahl und mit einem Durchmesser von zehn Zentimetern durch den Zug der Leinen verbogen und ein Stück aus der Halterung gerissen wurde.

Als die See sich wieder beruhigt hatte, waren mindestens 80 Yachten mehr oder weniger schwer beschädigt. Bei etlichen war der Bug angeknickt, Ausrüstungsteile brachen ab, Stegführungen rissen und Bretter von Stegen rissen sich los. Die Schäden im Innern der Boote oder an deren Elektronik sind derzeit noch nicht abzusehen. Insgesamt schätzt der Geschäftsführer der Sprothafen Kiel GmbH, Frank Engler, sei ein sechsstelliger Schaden entstanden.

Ob die "Hermann Marwede" tatsächlich zu schnell fuhr, ist nach Angaben des Revierleiters der Kieler Wasserschutzpolizei nicht mehr eindeutig festzustellen, da es keine verwertbaren Messergebnisse gebe. Er vermutete aber, dass die Bildung derart hoher Wellen durch die Bauform der "Hermann Marwede" begünstigt worden sei: "Je breiter das Heck, um so mehr Schwell zieht ein Schiff hinter sich her." Bei der Zentrale der DGzRS in Bremen hielt man sich nach dem Zwischenfall zurück: "Bevor wir uns zu dem Vorfall äußern, werden wir erst einmal den Vormann des Kreuzers anhören", sagte DGzRS-Sprecher Andreas Lubkowitz. Der 45-jährige Jörg Rabe gehört seit 1985 zur DGzRS und ist einer der erfahrensten Kapitäne der Gesellschaft. Zusätzlich sollen die Aufzeichnungen der Antriebsanlage des brandneuen Schiffes ausgewertet werden. "Wenn wir es waren, dann kommen wir selbstverständlich für die Schäden auf", sagte Andreas Lubkowitz
Quelle: Tim Schwabedissen

Bergung von "Tricolor"-Wrack vor belgischer Küste begonnen
Mittwoch, 23. Juli 2003, 06:39 Uhr

Rotterdam - Gut sieben Monate nach dem Untergang des norwegischen Frachters "Tricolor" vor der belgischen Küste hat am Dienstag die Bergung des Wracks begonnen. Das Schiff soll mittels eines Stahlseils zunächst in neun Stücke zersägt werden und sodann in den belgischen Hafen Zeebrugge abtransportiert werden, sagte eine Sprecherin des niederländischen Unternehmens Smit International, das den Einsatz leitet. Um den Frachter zersägen zu können, würde ein Stahlseil zwischen zwei Plattformen gespannt, die neben der "Tricolor" im Meer trieben. Den Angaben zufolge wird die Bergung rund vierzig Millionen Dollar (knapp sechsunddreißig Millionen Euro) kosten. Knapp zweihundert Leute sollen demnach über die nächsten zwei Monate Tag und Nacht daran arbeiten, sofern das Wetter es zulässt.
Quelle: Hans-Dieter Moderau

Schwer beschädigter Luxusliner auf dem Weg nach Bremerhaven
Dienstag, 22. Juli 2003, 12:28 Uhr

Am 24. Juli wird in Bremerhaven ein spektakuläres Reparaturschiff erwartet: An der Trosse der "Smitwijs Rotterdam" nähert sich derzeit das schwer beschädigte Kreuzfahrtschiff "Norway", die frühere "France", dem Nordseehafen. Am 25.März 2003 hatte eine schwere Kesselexplosion in Miami 7sieben Besatzungsmitglieder getötet und 15 weitere verletzt. Nach jetzigen Erkenntnissen hätte die Schwere der Erschütterung den Luxusliner auf hoher See auch zum Sinken bringen können. Im Hafen waren aber schnell Rettungskräfte vor Ort gewesen und hatten die rund 1.200 Passagiere evakuiert und den Havaristen gesichert. Seither gab es längeres Rätselraten um das Ziel der Schleppreise, die die "Norway" antrat. Als erfahrene Reparaturwerft von Schiffen wie der "Norway" konnte sich die Lloyd-Werft den Zuschlag für die umfangreichen Erneuerungsarbeiten sichern. Am 12. Oktober soll das wiederhergestellte Schiff auf seine erste Kreuzfahrt gehen.
Quelle: Tim Schwabedissen

Seenotkreuzer beschädigt durch Schwell rund 100 Sportboote
Dienstag, 22. Juli 2003, 06:45 Uhr

Kiel - Ein Seenotkreuzer hat bei einer Fahrt in der Kieler Förde einen so heftigen Schwell erzeugt, dass rund 100 Sportboote dadurch beschädigt worden sind. Laut Polizei war das knapp 50 Meter lange Schiff am Montag in Richtung des Nord-Ostsee-Kanals unterwegs. Als es den Sportboothafen Strickenhörn-Rathje passierte, seien durch den Schwell die Marina und die dort liegenden Boote zum Teil erheblich beschädigt worden. Der Kapitän sei deutlich zu schnell gefahren. Der Schaden betrage mindestens 100 000 Euro.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Containerschiffe kollidierten vor Antwerpen
Montag, 21. Juli 2003, 13:32 Uhr

Am 20. Juli kollidierten auf der Westerschelde in Belgien zwei Containerschiffe. Der maltesiche Frachter "Pelican" rammte infolge eines Ruderversagers die unter der Flagge der Bahamas registrierte dänische "Maersk Bahrein". Die "Pelican" schlug bei dem Ramming leck und wurde von Schleppern auf den Haken genommen. Die nach Antwerpen ein- und ausgehende Schifffahrt wurde zeitweilig gestoppt. Hiervon waren zehn Handelschiffe betroffen.
Quelle: Tim Schwabedissen

Ruder kaputt - Frachter zweimal beim Anlaufen Büsums verunglückt
Montag, 21. Juli 2003, 13:33 Uhr

Beim Einlaufen in den Büsumer Hafen rammte der Rostocker Frachter "Steenborg" am Nachmittag des 19. Juli die Westmole der Hafenschleuse. Dabei wurden der Molenkopf sowie einige Dalben erheblich beschädigt. Grund der Kollision war wohl ein Defekt an der Ruderanlage. Nachdem die mit Dünger beladene "Steenborg" ihre Fahrt fortsetzte, geriet sie an der Pier des Stöfen-Silos, für den der Dünger bestimmt war, erneut in Schwierigkeiten. Daraufhin ließ der örtliche Rettungskreuzer "Hans Hackmack" sein Tochterboot "Emmi" zu Wasser, mit dessen Hilfe der Havarist an den Kai gebracht werden konnte. Über die "Steenborg" verhängte die Wasserschutzpolizei bis zur Klärung der Unglücksursache und Reparatur der Schäden ein Auslaufverbot.
Quelle: Tim Schwabedissen

Tanker im Nord-Ostsee-Kanal gerammt
Montag, 21. Juli 2003, 13:34 Uhr

Am frühen Morgen des 19. Juli kam es auf dem Nord-Ostsee-Kanal in Höhe Fischerhütte zu einer Kollision zwischen dem niederländischen Frachter "Nina", 998 BRZ, und dem entgegenkommenden deutschen Tanker "Greta", 1126 BRZ. Die "Nina" schlug bei dem Zusammenstoß leck und musste daraufhin in der Weiche Oldenbüttel festmachen. Nachdem die Situation unter Kontrolle war, wurde dem Havaristen die Weiterfahrt in den Rendsburger Kreishafen gestattet. Auch auf der "Greta" entstand erheblicher Sachschaden. Menschen wurden nicht verletzt. Unglücksursache ist nach Einschätzung der Wasserschutzpolizei eine falsche Einschätzung der Verkehrssituation. Die Ermittlungen dauern an.
Quelle: Tim Schwabedissen

Yacht in Hamburg ausgebrannt
Montag, 21. Juli 2003, 13:35 Uhr

Am Abend des 20. Juli geriet in der Billwerder Bucht in Hamburg-Rothenburgsort die zehn Meter lange Yacht "Lange Nese" in Brand. 30 Feuerwehrleuten sowie einem Löschboot der Hamburger Berufsfeuerwehr gelang es lediglich, ein Übergreifen der Flammen auf einen Nachbarlieger zu verhindern. Die "Lange Nese" selbst brannte vollständig aus. Der Sachschaden wird mit 50.000 € beziffert. Die Brandursache ist noch unklar.
Quelle: Tim Schwabedissen

Yacht in Essex ausgebrannt
Montag, 21. Juli 2003, 13:36 Uhr

Am Nachmittag des 19. Juli geriet auf dem Blackwater Fluss in Essex die englische Yacht "Sea Val" in Brand und funkte Mayday. Als das Feuer auf Höhe des Bradwell Kraftwerks außer Kontrolle geriet, bereiteten sich der Eigner und seine Frau darauf vor, das Schiff aufzugeben. Die Yacht "Renegade Runner" führte die herannahenden Rettungskräfte von Feuerwehr, Polizei und Seenotrettung zur Unglücksposition. Ein Polizeiboot ging längsseits und barg die Frau ab. Der Skipper versuchte gemeinsam mit der Polizeibootsbesatzung, gegen das Feuer vorzugehen. Es gelang jedoch nicht, die Flammen einzudämmen, so dass das Boot verlassen werden musste. Erst als das Rettungsboot von West Mersea Feuerwehreinsatzkräfte zum Brandort brachte, gelang es, das Feuer erfolgreicher zu bekämpfen. Die noch brennende "Sea Val" wurde in die Bradwell Marina geschleppt, wo eineinviertel Stunden nach dem ersten Notruf der Einsatz beendet werden konnte.
Quelle: Tim Schwabedissen

Polnische Yacht im Gewittersturm bei Bremerhaven in Seenot
Montag, 21. Juli 2003, 13:32 Uhr

Am Abend des 19. Juli geriet die Yacht "Aja" in einem Gewittersturm auf der Weser in Seenot. Zunächst erlitt das Boot auf Höhe der Fahrwassertonne 52a Ruderbruch. Manövrierunfähig trieb sie schnell auf die östliche Flussseite in Riuchtung Weddewarden und strandete schließlich auf einer Steinschüttung nahe eines im Bau befindlichen Containerterminals. Dabei kam es zu einem Wassereinbruch. Dem Seentorettungskreuzer "Hermann Rudolf Meyer" gelang es in Zusammenarbeit mit der Wasserschutzpolizei, die zweiköpfige polnische Besatzung zu retten. Am Morgen des 20. Juli schleppte die "Meyer" deren Boot frei, das nach notdürftiger Abdichtung unter Begleitung eines Polizeibootes und des Tochterbootes des Rettungskreuzers in den Geestevorhafen von Bremerhaven eingebracht werden konnte. Die Ermittlungen zu Unglücksursache und Schadenshöhe dauern an.
Quelle: Tim Schwabedissen

Kabinenkreuzer in Yarmouth gekentert
Montag, 21. Juli 2003, 13:31 Uhr

Am Morgen des 19. Juli kenterte auf dem Bure River in Yarmouth ein mit zehn Personen besetzter Kanbinenkreuzer. Kurz nachdem ein anderes Schiff das kieloben treibende Wrack bemerkt und die Küstenwache verständigt hatte, meldete sich über Telefon ein Besatzungsmitglied des Havaristen, der angab, dass acht Personen sich schwimmend hatten an Land retten können, zwei weitere aber noch an Bord eingeschlossen seien. Ein Rettungshubschrauber erreichte die Unglücksstelle als erstes und bestätigte, dass zwei Frauen, eine davon bewusstlos, sich an Bord befänden. Der Hubschraubercrew gelang es, die Verunglückten zu bergen und in nahegelegene Krankenhäuser zu bringen.
Quelle: Tim Schwabedissen

Vierköpfige Besatzung von gestrandeter Yacht gerettet
Donnerstag, 17. Juli 2003, 10:02 Uhr

In der Nacht zum 17. Juli lief die Yacht "Heather of Mourne" an der Westküste von Kintyre auf Grund. Vorher hatte sie ihr Ankergeschirr verloren und war auf die Isle of Gigha zugetrieben worden. Eine andere Yacht, die "Shady Lady", hatte das driftende Boot beobachtet und um 2.08 die Clyde Coastguard alarmiert. Zur selben Zeit lief auch ein Notruf des Havaristen auf, der inzwischen auf Felsen gedrückt worden war. Der Skipper meldete, dass bereits Brecher über Deck gingen. Einem Seenothubschrauber aus Gigha gelang es, alle vier Besatzungsmitglieder aufzuwinschen, während ein Rettungsteam von Land aus die Szenerie ausleuchtete. Grund der Strandung war eine Wetterverschlechterung: Während die aus Nordirland kommende "Heather of Mourne" in der Ardminish Bay vor Anker lag, war der Wind auf sechs angeschwollen - dies hatte das Ankergeschirr nicht mehr mitgemacht.
Quelle: Tim Schwabedissen

Betrunkener Skipper in Seenot
Mittwoch, 16.07.03

Kein guter Tagesbeginn für den Skipper einer Kieler Yacht: Erst lief sein 10 Meter langes Boot am 16. Juli kurz nach Tagesanbruch vor Bülk auf Grund. Über Funk setzte der 56jährige einen Notruf ab. Daraufhin kam nicht nur der Seenotrettungskreuzer "Berlin" aus Laboe zu Hilfe, dessen Tochterboot "Steppke" den Havaristen freischleppte und nach Kiel einbrachte. Auch die Wasserschutzpolizei interessierte sich für den Vorfall. Sie stellte beim Bootsführer einen Blutalkoholwert von über 2 Promille fest und fand im Heck des Bootes bei einer Durchsuchung "diverses alkoholisches Leergut" fest. Jetzt wird gegen den Mann strafrechtlich ermittelt.
Quelle: Tim Schwabedissen

Hunderte Jahre altes Handelsschiff vor Belgien entdeckt
Donnerstag, 17. Juli 2003, 07:19 Uhr

Brüssel - Am Meeresboden vor der belgischen Küste ist ein hunderte Jahre altes, vermutlich spanisches Schiffswrack entdeckt worden. Das Handelsschiff aus dem 17. oder 18. Jahrhundert sei an der Küste bei Nieuport gefunden worden, berichteten mehrere belgische Zeitungen am Mittwoch. Der Fund des 54 Meter langen Schiffes sei bereits im Frühjahr von einem Krabbenfischer gemacht worden, dessen Netz sich an dem Wrack verhakt habe.
Die Behörden hätten aber mit der Herausgabe der Information gezögert, um Plünderungen zu vermeiden. Den Angaben zufolge verfügt das gesunkene Schiff über drei Decks, drei Masten mit rechteckigen Segeln und Laderäume, deren Inhalt noch nicht untersucht ist.
Quelle: Hans-Dieter Moderau

Kreuzer kann 400 Menschen aus Seenot retten
Schifffahrt „Hermann Marwede“ ist größter Kreuzer der DGzRS
Dienstag, 15. Juli 2003, 06:46 Uhr

Vom Boot aus können Bewegtbilder von Patienten an das Krankenhaus in Cuxhaven übertragen werden. Ein Arzt kann dann Ratschläge geben. Norderney - Dieses Schiff erregt Aufsehen. Die knall-orangen Streifen und das Tochterbott im Heck weisen es eindeutig als Rettungskreuzer aus. Aber die Größe ist schon ungewöhnlich. „Hermann Marwede“ ist in der Tat das größte Schiff in der Flotte der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. 400 Menschen können damit aus Seenot gerettet werden, so viele, wie auf den Katamaran „Cat No.1“ passen.

Aber sie können nicht nur dort aufgenommen, sondern an Bord auch sicher untergebracht und versorgt werden, wie der Leiter des Informationszentrums der DGzRS, Hans-Joachim Katenkamp, sagt. Der neue Kreuzer wurde am 27. Juni in Bremerhaven getauft. Am Wochenende lag das Schiff in Norderney, wo es auch besichtigt werden konnte. Am Freitag wurde es der Presse vorgestellt.

Unter Deck stehen 75 Quadratmeter für die Unterbringung von Schiffbrüchigen zur Verfügung. Nebenan gibt es einen Raum für die medizinische Versorgung. Die Verletzten können auf einer Vakuum-Trage gesichert werden, wie Rettungssanitäter Dominik Holtmeier erläutert. Der Patient wird dazu eingehüllt, dann wird die Luft abgesaugt. Der enganliegende Anzug stabilisiert zum Beispiel Knochenbrüch so sicher wie ein Gipsverband.

Bei komplizierten Brüchen kann Holtmeier den Patienten filmen und die Bilder an den Verein Medico in Cuxhaven übertragen. Diese Organisation kümmert sich vom Stadtkrankenhaus Cuxhaven aus um die Funkberatung für Kranke und Verletzte auf deutschen Seeschiffen. Anhand der Bilder kann ein Arzt die Art der Verletzung diagnositzieren und Sanitäter Holtmeier bei der Versorgung beraten. Bisher war von Rettungskreuzern aus nur die Übertragung von EKG und Herzfrequenz an Medico möglich.

Ansonsten hat „Hermann Marwede“ alles, was ein Rettungskreuzer für den Notfall braucht. Das Tochterboot „Verena“ kann in Sekundenschnelle zu Wassrer gelassen werden. Der Kreuzer hat auf beiden Seiten am Heck zwei Einstiege auf Wasserlinie. Hier können Menschen zum Beispiel von einer Rettungsinsel an Bord genommen werden.

Die Norderneyer Reederei AG Norden Frisia hat den Bau des Kreuzers mit einer Spende unterstützt. „Wir hoffen ja, dass dieser Ernstfall niemals eintritt, aber dieser Kreuzer vermittelt ein absolutes Gefühl der Sicherheit“, sagt Reederei-Vorstand Dr. Carl-Ulfert Stegmann. Ein Messingschild weist die Spende an Bord des Kreuzers aus, ein gleiches Schild nimmt Stegmann aus den Händen von Katenkamp entgegen.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Sportboot gekentert: Kind in Schottland vermisst
Montag, 14. Juli 2003, 15:38 Uhr

Die Kenterung eines Sportbootes im Lough Ryan, Westschottland, hat am 12. Juli vermutlich ein Menschenleben gekostet. Die Havarie fiel erst auf, als die Yacht "Catalina" am Abend zwei im Wasser treibende Menschen entdeckte. Diese berichteten, dass drei weitere Personen, darunter zwei Kinder, an Bord des Bootes gewesen seien. Zwei von ihnen konnten in einer halben Meile Distanz ausgemacht werden. Als sie gerettet wurden, hatten sie sich bereits fünf Stunden im Wasser befunden. Das halb gesunkene Wrack des Bootes wurde bei Stranraer lokalisiert. Die vier Geretteten wuirden ins Garrick Hospital gebracht. Die Suche zweier Rettungsboote, eines Hubschraubers und weiterer Einheiten der örtlichen Coastguards sowie der Fähren "European Highlander" und "European Mariner" nach dem noch vermissten Kind blieb ohne Ergebnis und wurde mittlerweile abgebrochen.
Quelle: Tim Schwabedissen

Torpedo in der Elbe
Freitag, 11. Juli 2003, 06:43 Uhr

Am 10. wurde am Elbufer ein Torpedo gesprengt. 2 Tage vorher wurde dieser bei Arbeiten, die von Bord der Neuwerk aus gemacht wurden, an einer Boje hängend gefunden.

Die Boje musste an Bord genommen werden, da es zu gefährlich war, den Torpedo unter Wasser zu entschärfen. Aus Hamburg rückte der Kampfmittelräumdienst an und der größte Teil der Neuwerk musste per Hubschrauber von Bord geholt werden. Als sich herausstellte, dass der Torpedo nicht zu entschärfen war, wurde dieser an Land geschafft und dort gesprengt. Der Sprengort befindet sich ca. 15 Kilometer vor Cuxhaven. (Bild 1) (Bild 2)
Quelle: Hans-Dieter Moderau

Hans-Dieter Moderau

Schiff rammte Schleusentor - Donau bei Passau blockiert
Donnerstag, 10. Juli 2003, 19:14 Uhr

München - Ein österreichisches Frachtschiff hat am Donnerstag auf der Donau bei Passau ein Schleusentor gerammt und damit den Schiffsverkehr lahm gelegt.

"Da steht jetzt alles", sagte ein Polizeisprecher. 15 bis 20 Schiffe hätten bereits vor Anker gehen müssen. Wann der Schaden behoben sein werde, müsse nun von Experten untersucht werden.

Das von einer serbischen Besatzung geführte Frachtschiff mit 1500 Tonnen Sojaschrot an Bord sei kurz nach Mitternacht beim Einfahren in die Schleuse in Schräglage geraten und habe das Schleusentor beschädigt, sagte der Polizeisprecher. Da die andere Kammer der Schleuse derzeit gewartet werde, sei die Donau nun für den Schiffsverkehr blockiert. Die Höhe des Schadens stehe noch nicht fest, sagte er.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Powerboot vor Norwegen verschwunden
Donnerstag, 10. Juli 2003, 13:29 Uhr

Auf der Nordsee wird seit dem 9. Juli ein isländisches Powerboot vermisst. Das 17-Fuß-Boot hatte an diesem Tag nahe des norwegischen Frigg-Ölfeldes Treibstoff von einem Segelschiff übernommen, das von Norwegen zu den Shetland-Inseln unterwegs war. Um 10 Uhr abends wurde die norwegische Küstenwache informiert, dass das Boot seither überfällig war und sich trotz fortwährender Rufe über VHF nicht mehr gemeldet. Zu diesem Zeitpunkt herrschten in dem Seegebiet bis zu sieben Windstärken. Mit dem ersten Tageslicht des 10. Juli stiegen norwegische Seaking-Hubschrauber auf. Zusätzlich unterstützen ein Helikopter der Shetland Coastguard die Suche entlang der östlichen Shetlands-Küste sowie ein Patroullienflugzeug zwischen Frigg-Ölfeld und Küste. An Bord des vermissten Fiberglas-Bootes bfand sich lediglich dessen Skipper.
Quelle: Tim Schwabedissen

Lastkahn rammt Boote - hoher Sachschaden
Donnerstag, 10. Juli 2003, 07:00 Uhr

Ein betrunkener Steuermann aus Polen hat am Montag gegen 12.40 Uhr den 80 Meter langen Lastkahn "Heide-Luise" in die Steganlage des Segler-Clubs Oberspree am Sakrower Kirchweg in Kladow fahren lassen und dabei ein Segelboot versenkt sowie neun weitere schwer beschädigt.
Mitglieder des Clubs hatten mehrfach versucht, durch Pfiffe und Rufe die Aufmerksamkeit des Schiffsführers zu erregen - vergeblich. Laut Polizeiangaben stammt der Lastkahn aus Minden in Westfalen.
Eine am vorderen Ende des Steges vertäute Jolle wurde von dem Schiff überlaufen und sank in die Hafenanlage. Durch die Bugwelle der Heide-Luise wurden zudem mehrere Sportboote gegeneinander geschleudert. Die genaue Schadenshöhe an Stegen und Booten ist noch nicht beziffert.
Die alarmierten Polizeibeamten bemerkten in der Vernehmung bei dem 45-jährigen Steuermann starken Alkoholgeruch, ein vor Ort durchgeführter Schnelltest ergab 1,61 Promille. Für den genauen Wert wurde eine Blutprobe angeordnet.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

mb

Betrunken in der Elbmündung
Mittwoch, 09. Juli 2003, 13:44 Uhr

Cuxhaven - Die Wasserschutzpolizei hat in der Elbmündung einen betrunkenen Kapitän (54) aus dem Verkehr gezogen. Er stand mit 2,74 Promille Alkohol im Blut am Ruder seines 78 Meter langen karibischen Frachters. Die Reederei schickte einen nüchternen Kapitän.
Quelle: Hans-Dieter Moderau

600 Tote nach Fähruntergang in Bangla Desh befürchtet
Mittwoch, 09. Juli 2003, 13:45 Uhr

Auf dem Weg von der Hauptstadt Bangla Deshs, Dhaka, nach Bhola sank bei stürmischem Wetter am Abend des 8. Juli die Fähre "Nasrin 1" nahe der Stadt Chandpur. Dabei kamen vermutlich hunderte von Menschen ums Leben. An Bord des Dreideckers befanden sich beim Untergang über 750, womöglich gar über 1000 Passagiere. Das Schiff war zwar nur für ein Drittel dieser Menge zugelassen, jedoch kamen nach Ausfall einer anderen Fähre kurz vor dem Ablegen deren 400 Fahrgäste mit an Bord.
Beim Anlaufen des Fährterminals am Zusammenfluss von Padma, Meghna und Dakatia bekam das überladene Schiff 65 Kilometer südlich Dhakas Navigationsprobleme. Die durch den Monsunregen angestiegenen Flüsse weisen eine starke Strömung auf. Zu dieser Zeit schliefen viele Fahrgäste oder bereiteten sich auf die Nacht vor. Auf einmal gab es nach Zeugenaussagen einen heftigen Ruck, und die "Nasrin 2" begann zu sinken. 150 Menschen gelang es, zum Teil an Wrackteile geklammert an Land zu schwimmen. Polizeiboote und Anwohner suchten in den folgenden Stunden ohne Erfolg nach Opfern und Überlebenden.
Am 9. Juli soll ein mit Kränen ausgestattetes Bergungsschiff an der Unglücksstelle in Chandpur eintreffen. Das Wrack der Fähre liegt auf rund 60 Metern Tiefe und konnte bislang nicht geortet werden. Erst im April dieses Jahres hatten die Behörden nach dem Protest der Schiffsbetreiber ein Verbot nächtlicher Fährfahrten aufgehoben, das nach einer Serie von Unfällen erlassen worden war.
Am 4. April war ein überfülltes Boot auf dem Fluss Surma von einem Frachter gerammt worden und gesunken, 82 Menschen kamen ums Leben. Am 12. April kenterte eine Fähre mit mehr als 200 Menschen an Bord während eines Sturms im Bezirk Kishoreganj, 22 Menschen ertranken. Am 21. April kenterte eine Fähre mit mehr als 300 Menschen an Bord während eines Sturms auf dem Fluss Buriganga bei Dhaka, dutzende Menschen starben. Auf dem Fluss Meghna, rund 80 Kilometer nordöstlich von Dhaka, schlug eine weitere Fähre mit rund 90 Gästen einer Hochzeitsgesellschaft um, von denen nur etwa 30 sich schwimmend an Land retten konnten.
Die Betreiber hatten dann zugesichert, Sicherheitsbestimmungen zu beachten - häufig mangelt es auf ihren Schiffen an den simpelsten Rettungseinrichtungen - und den Fährbetrieb bei schlechtem Wetter einzustellen. Insgesamt sind seit 1977 in Bangla Desh mehr als 3000 Menschen bei über 260 Unglücken wie dem jüngsten ums Leben gekommen.
Quelle: Tim Schwabedissen

Erneut Kollision auf der Trave
Dienstag, 08. Juli 2003, 12:51 Uhr

Eine wahre Kollisionsserie verzeichnet die Lübecker Wasserschutzpolizei in den vergangenen Wochen: Erst wurde am 16. Juni die RoRo-Fähre "Finnrider" bei einem missglückten Anlegemanöver so schwer beschädigt, dass sie nun in Rostock einer gründlichen Reparatur unterzogen wird. Dann rammte das Segelschulschiff "Esmeralda" am 1. Juli trotz Schlepperassistenz beim Auslaufen eine Kaimauer des Wallhafens und wurde an einer so sensiblen Stelle unterhalb des Bugsprits beschädigt, dass sie nun für drei Wochen von HDW Nobiskrug in einem Kieler Trockendock repariert werden muss. Nur einen Tag später, am 2. Juli, krachte der russische Frachter "Marjore" beim Auslaufen gegen den Kulenkampkai. Zuvor hatte das in Klaipeda beheimatete Schiff, das mit einer Ladung Hafer nach Lübeck gekommen war, eine viertägige Zwangspause wegen eines Maschinenschadens einlegen müssen. Eine kurze Probefahrt nach erfolgter Reparatur war problemlos verlaufen. Die Ursache für die Kollision lag auch woanders: Auf Anraten des Lotsen wurde dem Kapitän der "Marjore" eine Blutprobe entnommen. Das Ergebnis: Über drei Promille Blutalkohol. Nun liegt der Frachter wieder in Lübeck fest. Erst kürzlich war die Strandung des Kümos "Jessica II" auf der Trave vor dem Seeamt verhandelt worden. Auch bei dieser Havarie war Alkohol im Spiel gewesen.
Quelle: Tim Schwabedissen

"Taucher"-Untergang wird teuer: Skipper handelte fahrlässig
Dienstag, 08. Juli 2003, 12:51 Uhr

Vor dem Eckernförder Amtsgericht wurde am 7. Juli der Skipper des gesunkenen Tauchbootes "Taucher" wegen Gefährdung des Schiffsverkehrs und Gewässerverunreinigung zu einer Geldstrafe von 4.500 € verurteilt. Sein 11,4 Meter langes Boot war am 7. September mit 12 Tauchern zum Wrack der "Väring" aufgebrochen, das nordöstlich von Fehmarn auf dem Ostseegrund liegt. Kurz vor der Rückfahrt sackte das ehemalige Boot der Kieler Wasserschutzpolizei plötzlich übers Heck weg. Bevor der 49jährige Skipper die "Taucher" als letzter verließ, hatte er noch einen Notruf absetzen können. Bei Windstärke vier trieben er und seine Fahrgäste anschließend 15 Minuten im Wasser, ehe sie von der RoRo-Fähre "Polaris" sowie einer Yacht aufgefischt wurden. Seitdem liegt die 1965 erbaute "Taucher" als zweites Wrack direkt neben der "Väring".
Nach Ansicht des Strafrichters hatte der Bootseigner, nach eigenen Angaben Tauchlehrer, Unterwasserfilmer und Biologe, wesentliche sicherheitstechnische Auflagen ignoriert und damit ein fahrlässiges Verhalten an den Tag gelegt. Sein Boot sei nur bedingt seetauglich und mit 12 Passagieren samt Tauchausrüstungen zudem überladen gewesen. Der geringe Freibord im Heckbereich hatte das Schiff bereits unter einem Vorbesitzer sinken lassen. Als nach dem Tauchgang an der "Väring" das 25 Kilogramm schwere Grundgewicht einer Taucherboje vom Meeresboden aufgewinscht werden sollte, wurde dies der "Taucher" zum Verhängnis. Die Abluftöffnungen im Heckspiegel gerieten dabei nach einer Analyse der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung, BSU, unter die Wasserlinie, so dass es zu einem Wassereinbruch im Maschinenraum kam. Erst unmittelbar vor dem sich anbahnenden Untergang erkannte der Eigner die bedrohliche Lage und funkte um Hilfe.
Grob pflichtwidrig ist laut Urteilsbegründung auch der Umstand gewesen, dass sich an Bord der "Taucher" nicht ausreichend Rettungswesten befunden hatten. Bis zum seinem Totalverlust hatte das Boot im Jahr 2002 26 gewerbliche Tauchfahrten unternommen, ohne dass eine Genehmigung dafür erteilt worden war. Hierfür wurde eine weitere Strafe von 1.000 € erlassen. Weiteres Ungemach droht dem Skipper von zivilrechtlicher Seite: Die geschädigten Tauchgäste klagen auf Schadensersatz für ihre verloren gegangene Ausrüstung - der Wert beträgt pro Kopf durchschnittlich 1.200 €. Der bei Eckernförde lebende Mann hat inzwischen ein neues Boot und unternimmt wieder Tauchfahrten - allerdings nur "aus Spaß an der Freud" im Rahmen von Vereinsaktivitäten. Er zeigte sich reuig und betonte, dass er aus dem Unglück gelernt habe und ihm so etwas nicht noch einmal passieren werde. In zwei Wochen will er eine neue Tauchexpedition unternehmen - zum Wrack der "Taucher".
Quelle: Tim Schwabedissen

Holländische Yacht zerbrach vor Schottland
Samstag, 05.07.03

In den Mittagsstunden des 5. Juli lief die holländische 45'-Yacht "Nobelese" bei Dunbar Castle in Schottland auf Grund. Als die durch Notrufe alarmierten Rettungsteams der Umgebung sowie ein Hubschrauber am Havaristen eintrafen, war der Mast bereits gebrochen und auf Deck gestürzt, das Rigg trieb um das Boot herum. Da Rettungsboote sich nicht ausreichend annähern konnten, arbeiteten sich Kliffrettungsteams zur zweiköpfigen Besatzung vor und brachten sie auf die Klippen hoch. Dort wurden die unter Schock stehenden Holländer medizinisch versorgt. Die "Noblese" zerbrach wenig später in der hochgehenden Schwell. Den Rettungsleuten blieb nur noch, antreibende Wracktrümmer aus den Wellen zu ziehen.
Quelle: Tim Schwabedissen

Bergungsschlepper in großer Not
Sonntag, 29.06.03

Am Morgen des 29. Juni brach auf dem Hochseeschlepper "Smit Hunter" in Rotterdam ein Feuer aus. Das Unglück geschah während Instandsetzungsarbeiten in einer Werft. Die Flammen fraßen sich vom Maschinenraum zu den Mannschaftsunterkünften durch und breiteten sich mit großer Geschwindigkeit aus. Drei Feuerlöschboote machten sich zusammen mit Landeinheiten der Feuerwehr an die Brandbekämpfung, die längere Zeit andauerte. Die 1978 erbaute "Smit Hunter" ist 51 Meter lang und hat eine 6.000-PS-Maschine.
Quelle: Tim Schwabedissen

Tretboot in Seenot
Sonntag, 05.07.03

Tretboot in Seenot - dieser Titel eines Neue-Deutsche-Welle-Schlagers wurde für zwei junge Eckernförder am 6. Juli Wahrheit. Die beiden betrunkenen Männer hatten das Boot nachts losgemacht und waren zu einer Spritztour über die Eckernförder Bucht aufgebrochen. Rund 400 Meter vom Ufer entfernt kenterte und sank ihr Gefährt. Ein Fischer entdeckte die im Wasser schwimmenden Bootsdiebe, nahm sie auf und brachte sie an Land, wo bereits die Wasserschutzpolizei wartete.
Quelle: Tim Schwabedissen

Viermaster "Esmeralda" lief in der Trave auf Grund
Freitag, 04. Juli 2003, 13:57 Uhr

Erst behinderten Aktionen von Menschenrechtlern die jüngste Auslandsfahrt des chilenischen Segelschulschiffes "Esmeralda". Jetzt wurde sie von anderen Hindernissen ausgebremst. Beim Einlaufen nach Lübeck lief der Viermaster auf Grund. Deshalb kam am 4. Juli ein ungeplanter Hafen auf das Reiseprogramm: Mit Schäden am Bug machte das Schiff von Lübeck kommend bei den Kieler Howaldtswerken fest. Hier soll die Schadenshöhe ermittelt werden. Wie lange die Reparatur dauert, ist noch nicht klar.
Quelle: Tim Schwabedissen

Tanker vor Shetlands leckgeschlagen
Donnerstag, 03. Juli 2003, 13:31 Uhr

In den frühen Morgenstunden des 2. Juli kam es 40 Seemeilen vor Bressay, Shetlands, auf dem dänischen Tanker "Öresund" zu einem Wassereinbruch im Maschinenraum. Das Schiff war mit 1.300 Tonnen Fischöl auf dem Weg nach Lerwick. Mit bordeigenen Lenzpumpen wurde versucht, des eindringenden Wassers Herr zu werden. Zusätzlich brachte ein Hubschrauber der Shetlands Coast Guard mobile Pumpausrüstung zur "Öresund" hinaus. Mit deren zusätzlicher Saugkraft gelang es, den Wassereinbruch unter Kontrolle zu bringen. Eskortiert vom Schlepper "Englishman" und einem Rettungsboot aus Lerwick machte sich die "Öresund" auf den weiteren Weg. Der Zustand des Tankers wird dabei ständig kontrolliert, im Falle des Auftretens neuer Probleme wäre auch die "Englishman" in der Lage, mit ihrer Pumpkapazität einzugreifen.
Quelle: Tim Schwabedissen

"Jambo"-Wrack von Tauchern inspiziert
Mittwoch, 02. Juli 2003, 14:43 Uhr

Nach dem Untergang der"Jambo" nahe Ullapool am 29. Juni sind derzeit die Untersuchungen im Gang, welche Umweltrisiken vom Wrack ausgehen, wie umweltgefährdende Stoffe geborgen werden können und in welchem Zustand sich das Schiff befindet. Am Nachmittag des 1. Juli stiegen Taucher zum Frachter ab und stellten fest, dass aus den achteren Laderäumen ein Teil der Zinkkonzentratladung ausgetreten ist. Vermutlich beim Untergang brachen mehrere Ladeluken auf und ließen den Stoff entweichen. Die vorderen Ladeluken blieben hingegen intakt. Weiterhin konstatierten die Taucher, dass der Wulstbug der "Jambo" durch den Aufprall bei Strandung schwer beschädigt ist. Der Rumpf sitzt auf einem großen Felsen auf und hat eine Schlagseite von 20 Grad. Anhand der nun vorliegenden Schiffspläne konnte die Verteilung des Bunkeröls in den verschiedenen Bodentanks analysiert werden. Am 3. Juli werden vier zusätzliche Taucher, eine Dekompressionskammer sowie Bergungsausrüstung in Ullapool erwartet. Aus den Niederlanden werden zusätzlich Pumpen geliefert. Die Position der "Jambo" wurde durch das Feuerschiff "Pharos" sowie eine Reihe von Bojen markiert, damit passierende Schifffahrt nicht die Bergungsarbeiten gefährdet.
Quelle: Tim Schwabedissen

Nebel: Schiffshavarien bei Kiel
Dienstag, 01. Juli 2003, 13:19 Uhr

Dichter Nebel führte auf der Kieler Förde und im Nord-Ostsee-Kanal am 30. Juni zu zwei Havarien. In den Morgenstunden rammte das Fahrgastschiff "Strande" der Schlepp- und Fährgesellschaft Kiel die Anlegebrücke von Möltenort. Die Brücke wurde durch den Aufprall des 32 Meter langen Schiffes leicht beschädigt, Menschen wurden nicht verletzt. Der Frachter "Sirah" wurde bei der Passage des Nord-Ostsee-Kanals auf Höhe der Kanalfähre Landwehr aus der Kurve getragen und landete in der Uferböschung. Er konnte aber wenig später seine Fahrt fortsetzen.
Quelle: Tim Schwabedissen

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