EUROPÄISCHES SEGEL-INFORMATIONSSYSTEM
Seenotfälle
Archiv September 2003

Last update: Donnerstag, 16. Oktober 2003, 14:54 Uhr

Schiffbrüchiger nach sechseinhalb Stunden aus Atlantik gerettet
Mittwoch, 24.09.03

Am Nachmittag des 24. September entdeckten Kliffwanderer nahe Gorran Haven, Cornwall, einen im Wasser treibenden Mann. Sie alarmierten die Küstenwache von Brixham, die einen Rettungshubschrauber und ein Boot zur angegebenen Stelle schickte. Schnell wurde ein im Wasser treibender Mann entdeckt und von der Helikoptercrew aufgewinscht. Es stellte sich heraus, dass es sich um einen Fischer handelte, dessen Boot in den Morgenstunden sechs Seemeilen vor der Küste gesunken war. Es war dem Mann, der Ölzeug, aber keine Schwimmweste trug, gelungen, sich an ein Wrackteil zu klammern. Als seine Hilferufe gehört wurden, trieb er 50 Meter vor der Küste. Er hatte über sechs Stunden im 17 Grad kalten Wasser verbracht. Nur dank dieser verhältnismäßig milden Temperatur und seiner guten Konstitution überlebte er so lange. In einem Krankenhaus erholt er sich nun von der erlittenen Unterkühlung.
Quelle: Tim Schwabedissen

Erneut Schiffe im Rhein havariert
Dienstag, 30. September 2003, 13:39 Uhr

Während die Untersuchungen zur Strandung der "Loreley" auf dem Rhein noch andauern, kam es auf dem Fluss zu einem erneuten Schiffsunfall. Ein mit Gasöl beladenes Tankschiff kam in der Nacht zum 30. September nahe Köln fest. Das 80 Meter lange Schiff lief außerhalb des Fahrwassers auf Grund und behindert daher anders als die "Loreley" den Schiffsverkehr nicht. Grund der Strandung ist der unverändert niedrige Wasserpegel des Flusses. In Wesel stießen in dichtem Nebel am frühen Morgen zwei weitere, mit Diesel und Chemikalien beladene Schiffe zusammen. Die Ladetanks blieben bei dem Zusammenstoß aber unversehrt. Bei beiden Unglücken kamen Menschen nicht zu Schaden.
Quelle: Tim Schwabedissen

Tanker vor Afrika verschollen
Mittwoch, 24.09.03

Der Tanker "Beacon" wurde am 24. September für verschollen erlärt. Das Schiff war im Augsut aus Nacala in Nord-Mocambique nach Quelimane ausgelaufen. Es hatte eine Ölladung im Wert von 350.000 Dollar an Bord. Zuletzt wurde es im Hafen von Mtawara in Südtansania gesehen. Danach verliert sich die Spur von Schiff und Ladung. Der ausbleibende Öltransport führte zu Engpässen in der Versorgung der Zentralprovinzen Mocambiques, die durch Landtransporte von Beira und Nacala ausgeglichen werden müssen.
Quelle: Tim Schwabedissen

Sportboot vor Wustrow in Seenot
Dienstag, 30. September 2003, 13:35 Uhr

Am 27. September schlug das Sportboot "Caribic" auf dem Weg von Sassnitz nach Cuxhaven leck. Bei Nordwestwind um sechs und Wellenhöhen bis zu 1,5 Metern hatte eine überkommende See das Schanzkleid des Vorschiffs abgerissen. Ein Ankermanöver im Landschutz von Wustrow schlug fehl, woraufhin die zweiköpfige Besatzung das Wismarer Tauch- und Angelschiff "Fritz Reuter" um Hilfe ersuchte. Es gelang, mit dessen Lenzpumpen des Wassereinbruchs Herr zu werden. Auch das Rettungsboot "Günter Schöps" der DGzRS lief zum Havaristen. In dessen Begleitung sowie unter Assistenz eines Bootes der Wasserschutzpolizei erreichte der Havarist in den Mittagsstunden den Hafen von Bremen. Erst nach Feststellung der Setüchtigkeit darf die Fahrt in eine Cuxhavener Werft fortgesetzt werden.
Quelle: Tim Schwabedissen

Bulkcarrier vor La Reunion versenkt
Dienstag, 30. September 2003, 13:36 Uhr

Am 22. September wurde vor La Reunion in Indischen Ozean der griechische Bulkcarrier "Adamandas", 22580 tdw, durch die französische Marine versenkt. Das Schiff war zwei Tage zuvor von seiner Besatzung aus Angst vor einer Explosion aufgegeben worden. Es transportierte 21000 Tonnen Eisenbarren, die sich als Folge von Korrosion stark erhitzt hatten. Am 15. September war die "Adamandas" vor La Reunion angekommen und hatte um Hilfe gebeten, nachdem in drei der vier Laderäume hohe Temperaturen registriert worden war. Nachdem die Besatzung von Bord gegangen war, trieb der Frachter 20 Kilometer vor der Küste. Weil er eine Gefährdung darstellte, wurden dann Sprengsätze an ihm angebracht und das Schiff auf 1750 Metern Tiefe versenkt. An Bord befanden sich noch 470 Tonnen Brennstoff. Desswegen beobachten zwei Schiffe und ein Hunschrauber die Untergangsstelle, die in einem Radius von neun Seemeilen für die übrige Schifffahrt gesperrt wurde. Die "Adamandas" der Pacific & Atlantic Corporation war 165 Meter lang, 23,7 Meter breit und hatte einen Tiefgang von 10,9 Metern. Früher hieß sie "Lapis Lazulis".
Quelle: Tim Schwabedissen

Untersuchung zum Schiffsunglück an der Loreley
Montag, 29. September 2003, 19:26 Uhr

Köln/St. Goar - Einen Tag nach dem schweren Schiffsunglück am Loreley-Felsen haben die zuständigen Behörden eine eingehende Untersuchung des Vorfalls angekündigt und Konsequenzen für den Schiffsverkehr nicht ausgeschlossen. «Wir werden diesen Unfall genau analysieren», sagte Michael Putzschke von der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Südwest am Montag in Mainz. Die genaue Unglücksursache blieb weiter unklar. Vier Schwerverletzte befanden sich noch in Krankenhäusern in Oberwesel und Wiesbaden.

«Es ist nicht klar, warum es an dieser Stelle zu einer Grundberührung gekommen ist», sagte der Leiter der Wasserschutzpolizei in St. Goar, Klaus Linkenbach, am Montag. Die Wassertiefe sei für das Fahrgastschiff ausreichend gewesen.

Auch Norbert Schmitz, Bereichsvorstand der Reederei Köln-Düsseldorfer (KD) im Kölner Hafen sagte zum Unfallhergang: «Für uns ist das völlig unverständlich.» Der Kapitän des verunglückten Ausflugsdampfers «Loreley» war nach Angaben von KD ein sehr erfahrener Schiffsführer. «Der Kapitän ist seit 40 Jahren in unserem Unternehmen», sagte Schmitz: «Der Mann fährt zwei Mal am Tag an der Loreley vorbei.»

Der Kapitän sei offensichtlich mit der «Loreley» dem Ufer zu nahe gekommen: «Das Ufer besteht dort nur aus Felsen.» KD-Vorstand Schmitz erklärte, der Kapitän habe berichtet, dass er zwei Mal mit dem Schiff Grundberührung gehabt habe. Dann habe sich das Schiff nicht mehr steuern lassen. An der Unglücksstelle herrschte am Sonntag in der Fahrrinne des Rheins nur noch ein Wasserstand von 1,44 Meter.

Anders als bei Hochwasser dürfen bei Niedrigwasser Schiffe so lange fahren, wie es der Kapitän für vertretbar hält. Dies sei eine Konsequenz aus der Tatsache, dass auf den großen Flüssen eine Vielzahl von Schiffstypen mit sehr unterschiedlichem Tiefgang unterwegs sei, erklärte Putzschke. Trotz des niedrigen Wasserstands dürfe der Rhein nach wie vor als sichere Wasserstraße gelten.

Meldungen vom Sonntag, der Dampfer habe bei einer Grundberührung unmittelbar vor der Loreley beide Schiffsschrauben verloren, bestätigten sich nicht. Wie die Reederei und die Wasserschutzpolizei übereinstimmend berichteten, wurde vielmehr der so genannte Twinpropeller des Schiffes bei der Grundberührung derart stark beschädigt, dass er nicht mehr funktionsfähig war.

Ein Twinpropeller ist eine Kombination aus Steuer und Antrieb. Dabei sitzen zwei Schiffsschrauben auf einem Gestänge, das sich um 360 Grad drehen lässt. Köln-Düsseldorfer schätzte den Sachschaden am Montag auf bis zu 250.000 Euro. Der Ausflugsdampfer war noch am Sonntag zur Begutachtung und Reparatur nach Köln geschleppt worden.

Die 69 Meter lange «Loreley» war zum Zeitpunkt des Unfalls mit 349 Passagieren und elf Besatzungsmitgliedern besetzt. Nach dem Ausfall der Ruderanlage war das Fahrgastschiff am Sonntag kurz nach 12.00 Uhr in der scharfen Krümmung des Flusses direkt gegenüber dem Loreley-Felsen aufs Ufer aufgelaufen. Gegen den Kapitän des Schiffs läuft nun ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Restaurantschiff "Baden-Baden" sank
Montag, 29. September 2003, 19:33 Uhr

Das Restaurantschiff "Baden-Baden" ist am Montag auf Grund gelaufen. Gegen 11.40 Uhr waren Polizei und Feuerwehr von Passanten alarmiert worden. "Sie hatten beobachtet, wie das Schiff langsam unterging", sagte ein Beamter. Das Schiff, auf dem sich nach Angaben der Polizei zuletzt am Sonntag Gäste amüsiert hatten, liegt vertäut unter der Nordhafenbrücke am Spandauer Schifffahrtskanal in Mitte. Der Rumpf ist Leck geschlagen. Die Ursache kennt die Polizei bislang noch nicht. Menschen wurden nicht verletzt. Die Feuerwehr legte vorsorglich eine Ölsperre um das schwimmende Restaurant. Öl und Treibstoff sowie andere schädliche Substanzen sind bisher nicht ausgelaufen, teilte die Feuerwehr mit. Dennoch sei erheblicher Sachschaden entstanden. Für die Bergung des Schiffes ist jetzt der Betreiber zuständig.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Schweres Schiffsunglück auf dem Rhein
Sonntag, 28. September 2003, 16:10 Uhr

Koblenz - Bei einem schweren Schiffsunglück auf dem Rhein sind am Sonntag 50 Menschen zum Teil schwer verletzt worden. Wie die Polizei in Koblenz mitteilte, war das Fahrgastschiff «Loreley» (Archivbild) kurz nach 12.00 Uhr mittags auf einen Felsen aufgelaufen. Dabei wurden 40 Passagiere leicht und 10 weitere schwer verletzt. Nach den Worten von Polizeisprecher Peter Buhr waren die Verletzungen aber in keinem Fall lebensgefährlich. Weitere Bilder auf der SOS-Bilderseite.

Den Angaben zufolge ereignete sich der Unfall bei Rheinkilometer 554 in unmittelbarer Nachbarschaft des weltberühmten Loreley-Felsens. Die Evakuierung des mit insgesamt 349 Fahrgästen besetzten Schiffs dauerte bis in den Sonntagnachmittag an und war erst gut drei Stunden nach dem Unfall abgeschlossen. Während der Rettungsarbeiten wurde die Bundesstraße 9 auf der linken Rheinuferseite gesperrt. Auch der Schifffahrtsverkehr auf dem Rhein wurde bis auf weiteres eingestellt.

Sechs Stunden nach dem Unfall kursierten verschiedene Versionen bei den Nachrichtenagenturen über den Hergang des Unfalls:
Version 1: Nach Angaben eines Beamten der Wasserschutzpolizei Bingen war das Personenschiff der Reederei Köln-Düsseldorfer bei der Havarie auf die Uferböschung aufgefahren, so dass die Passagiere mit relativ geringem Aufwand an Land gehen konnten.
Version 2: Die "Loreley" kollidierte mit einem Felsen im Fahrwasser und trieb daraufhin manovrierunfähig auf das felsige Ufer zu, auf dem es mit dem Bug liegen blieb.
Version 3: Die «Loreley» ist auf einen Felsen aufgelaufen und wurde danach zu schnelleren Bergung der Passagiere ans Ufer geschleppt.

Passagiere berichteten, dass die Fahrgäste zunächst gar nicht mitbekommen hatten, dass sich das Schiff nicht mehr steuern ließ. Sie glaubten, der Kapitän versuche das Schiff auf dem Fluß zu drehen. Als der Dampfer das Ufer rammte, seien viele Menschen von der Wucht des Aufpralls "einfach umgefallen", erzählte eine Passagierin den Reportern. Trotz des Schrecks kam es zu keiner Panik an Bord. Die Freiwillige Feuerwehr St. Goar barg die Fahrgäste mit Leitern. Die Helfer hätten "Glück gehabt, dass das Schiff an Land lag", sagte Feuerwehrmann Wolf-Dieter Hungenberg.

Die jetzt verbürgte tatsächlich wahre Version ist folgende: Die "Loreley" hatte um 12.08 Uhr bei extremem Niedrigwasser zunächst Grundberührung mit einem Felsen, wobei die zwei Schiffsschrauben beschädigt wurden. Anschließend stieß das manövrierunfähige Motorschiff hart gehen das felsige linke Rheinufer, wo es sich festkeilte und liegen blieb.

Wie der Polizeisprecher weiter sagte, sind die Verletzten größtenteils in umliegende Krankenhäuser gebracht worden. Sämtliche verfügbaren Feuerwehrleute aus dem Umgebung sowie weitere Rettungskräfte waren im Einsatz, hieß es. Die nicht verletzten Fahrgäste wurden zu einer Sammelstelle gebracht, wo auch ihre Personalien aufgenommen wurden.

Über die Ursache des Schiffsunglücks sei noch nichts bekannt, sagte der Sprecher. Unklar war zunächst auch, ob der extreme Niedrigwasserstand des Rheins zu dem Unglück beigetragen hat. Ein Sprecher der Köln-Düsseldorfer Rheinschifffahrts-Gesellschaft bestätigte auf Anfrage zunächst nur, dass die «Loreley» am Sonntag im Einsatz war. Über den Unfall konnte er nichts sagen.

Das 1996 in Dienst gestellte Fahrgastschiff «Loreley» hatte im vorigen Jahr schon einmal einen Unfall gehabt, der jedoch glimpflich ausgegangen war. Im Juli 2002 war es mit 425 Gästen an Bord in der Nacht zu einem Sonntag in der Nähe von Assmannshausen auf Grund gelaufen. Das Schiff konnte sich allerdings aus eigener Kraft wieder befreien und seine Passagiere nach der Veranstaltung «Rhein im Feuerzauber» wie geplant absetzen. Das Schiff wurde damals leicht beschädigt. Ursache des Unfalls war seinerzeit das Fehlen einer Markierungstonne. Sie war kurz zuvor von einem anderen Fahrgastschiff beim Wenden abgerissen worden.

Das beschädigte Schiff wurde am Nachmittag in den Hafen von St. Goarshausen auf der anderen Rheinseite geschleppt. Die Schifffahrt auf dem Rhein wurde am frühen Abend wieder freigegeben.

Die MS Loreley ist eines von 14 Fahrgastschiffen, die für die Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschiffahrt Aktiengesellschaft auf Rhein und Mosel unterwegs sind. Das 68 Meter lange Schiff wurde 1996 gebaut und gehört zu den mittleren Flussbooten der Reederei, die in der Regel mit Tagespassagieren an Bord rheinab- und aufwärts pendeln. Die Höhe über Wasserspiegel des 11,40 Meter breiten Schiffes beträgt 10,30 Meter.

Die maximale Passagierzahl der MS Loreley wird von der Reederei mit 600 angegeben, die optimale Auslastung beträgt nach diesen Angaben 150 bis 400 Passagiere. Das Schiff verfügt inklusive beider überdachter Hauptdecks, Freideck und Bar über 569 Sitzplätze und hat eine Nutzfläche von 630 Quadratmetern.

Neben den Passagierfahrten, die überwiegend auf dem landschaftlich attraktiven Mittelrhein stattfinden, kann das Schiff auch für Konferenzen gemietet werden. Vorhanden sind auch zwei Salons für private Feiern. Mit der MS Asbach besitzt die Köln-Düsseldorfer ein baugleiches Schwesterschiff zur MS Loreley.
Der Loreley-Felsen, eine 133 Meter hohe Klippe am rechten Ufer des Rheins, ist seit Jahrhunderten sagenumwoben. Ein blondes Mädchen saß einst auf diesem Stein und kämmte sein goldenes Haar, ihr Gesang verzauberte die Schiffer so sehr, dass ihre Boote an den gefährlichen Riffen, Felsen und Untiefen des Rheins zerschellten. Vor 20 Jahren wurde der Sagenfigur ein Denkmal am Fuße des Felsens gesetzt.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Tide falsch eingeschätzt - Schiff gerammt
Donnerstag, 25.09.03

Am Abend des 25.09.03 kam es in Bremerhaven zu einer Kollision. Gegen 18.00 Uhr wollte der 100 Meter lange Containerfrachters "Annegret" am Container–Terminal anlegen. Dabei musste der Kapitän das bereits dort liegende 240 Meter lange dänische Containerschiff "Leda Maersk" in geringem Abstand passieren. Dabei kam es zu einer Kollision, bei der an beiden Schiffen geringfügiger Sachschaden entstand. Die Betriebssicherheit beider Schiffe wurde nicht beeinträchtigt. Nach den Ermittlungen der Wasserschutzpolizei hatte der Kapitän der "Annegret" einen zu geringen Passierabstand zur "Leda Maersk" eingehalten, weil er den zum Unfallzeitpunkt herrschenden Ebbstrom falsch einschätzte. Dadurch wurde sein Frachter gegen das andere Schiff gedrückt.
Quelle: Tim Schwabedissen

"Diamond Princess" wieder hergestellt
Dienstag, 23.09.03

Im vergangenen Jahr war sie kurz vor der Fertigstellung weitgehend ausgebrannt: Jetzt wurde die damalige "Diamond Princess" der P&O Princess Cruises in Japan ausgedockt worden. Im Mai 2004 ist - eine Ausrüstungsphase ohne Zwischenfälle vorausgesetzt - die Ablieferung geplant. Nun lautet der Name des Kreuzfahrers "Sapphire Princess". Das ursprünglich als zweite Einheit vorgesehene Schwesterschiff geht im Februar 2004 unter dem ersten Namen der dann ausgebrannten "Diamond Princess" in Fahrt.
Quelle: Tim Schwabedissen

Arbeitsboot in Bremerhaven gesunken
Dienstag, 23.09.03

Im Werfthafen der SSW sank in Bremerhaven in der Nacht vom 22. auf den 23. September ein acht Meter langes Arbeitsboot, das als Schuber für Pontons diente. Das Boot war am Abend des 22.9. noch an seinem Liegeplatzu vertäut gewesen. Am folgenden Morgen fand die Besatzung, als sie die Arbeit antreten wollte, nur Ölspuren an der Wasseroberfläche vor. Offenkundig war das Boot gesunken. Am Unglücksort wurden Ölsperren gegen das aus einem Tank im Vorschiff auslaufende Ölgemisch ausgelegt. Am Abend hob ein Autokran das Wrack. Wahrscheinlich hatte Wellenschlag als Folge des in der Nacht herrschenden Starkwindes das offene Boot zum Sinken gebracht.
Quelle: Tim Schwabedissen

Yacht im Sturm vor England gestrandet
Dienstag, 23. September 2003, 16:45 Uhr

Am Nachmittag des 22. September funkte die 25-ft-Yacht "Tequila" in schwerem Wetter nahe Brancaster, Norfolk, SOS. Bei bis zu 11 Windstärken und Windgeschwindigkeiten um 60 Knoten hatte sie sich vom Anker losgerissen und trieb auf Grund. An Bord waren vier Mann Besatzung, die von Wells aus einen Tagestrip mit dem in London registirerten Boot hatten unternehmen wollen. Die Küstenwache von Yarmouth schickte ihr in Wells stationiertes Rettungsboot zur Strandungsstelle. Es gelang, die bereits sinkende Yacht vom Sand zu ziehen und abzusichern. Anschließend schleppte das Rettungsboot sie nach Brancaster ein. Die Crew blieb unverletzt.
Quelle: Tim Schwabedissen

Kollision vor Rügen
Dienstag, 23. September 2003, 16:46 Uhr

Am 20. September kollidierte 20 Seemeilen nordöstlich von Rügen ein deutscher Fischkutter mit einem niederländischen Motorschiff. Das Unglück ereignete sich bei Dunkelheit. An beiden Schiffen entstand Sachschaden. Personen wurden nicht verletzt. Das Bundesgrenzschutzamt See nahm Ermittlungen zur Klärung der Havarie auf.
Quelle: Tim Schwabedissen

Schlepper vor Puttgarden von treibendem Dock versenkt
Montag, 22. September 2003, 13:34 Uhr

Auf dem Weg vom dänischen Marstal nach Lettland sank am 21. September ein Schlepper. Er hatte in dem Ostseehafen ein Schwimmdock mit Ziel im Baltikum auf dem Haken genommen. Bei einem Südwestwind von bis zu sieben Windstärken riss sich das Dock auf dem Kiel-Ostseeweg los. Als der dänische Schlepper versuchte, das treibende Dock vier Seemeilen nordöstlich von Puttgarden wieder auf den Haken zu nehmen, kollidierte er mit ihm, schlug leck und ging zwei Stunden später unter. Die dreiköpfige Besatzung wurde von einem Kümo gerettet. Das Dock driftete anschließend ins flache Wasser des Rödsand davon und drohte zeitweilig zu einer Bedrohung für den Offshore-Windpark Lolland zu werden. Ein deutscher und ein dänischer Schlepper nahmen Kurs auf den Havaristen. In den Abendstunden gelang es, das herrenlose Dock einzufangen. Zur Sicherung der Schifffahrt waren auch der Seenotrettungskreuzer "John T. Essberger" sowie das Mehrzweckschiff "Scharhörn" im Einsatz. Beamte an Bord der "BG 23" des Bundesgrenzschutzes nahmen Ermittlungen zum Unglückshergang auf.
Quelle: Tim Schwabedissen

"Sealand Express"-Strandung beschäftigt Werften in Durban
Samstag, 20. September 2003, 15:50 Uhr

In kommenden Woche wird die "Sealand Express", die 25 Tage in der Tafelbucht gestrandet war, zur Reparatur in die Dormac Werft nach Durban geschleppt werden. Der Betrieb war in der Lage, längerfristig ein Dock zur Verfügung stellen zu können. Damit kehrt die "Sealand Express" an den Ausgangspunkt ihrer letzten verhängnisvollen Reise zurück. Mittlerweile ist die gesamte Containerladung von 1037 TEUs in Kapstadt gelöscht worden. Vor einer Weiterverladung werden die Boxen einer Kontrolle unterzogen. Der Bagger "Ham 316", der an der Befreiungsaktion für den Containerfrachter maßgeblich beteiligt war, befindet sich bereits zur Überholung in einem Dock von Elgin Brown & Hamer in Durban. Er war während der Bergungsaktion selbst auf Grund gelaufen. Die beiden Reparaturaufträge stellen eine willkommene Belebung des in vergangener Zeit ruhig gewordenen Wertftbetriebes von Durban dar.
Quelle: Tim Schwabedissen

Kollision im Ärmelkanal
Freitag, 19.09.03

Am Morgen des 19. September kollidierte vor der englischen Küste der französische Tanker "Pointe du Castel", 3200 BRZ, mit dem holländischen Containerfrachter "Pride of Veere", 2000 BRZ. Dabei wurden beide Schiffe leicht beschädigt. Von den jeweils rund zehnköpfigen Besatzungen kam niemand zu Schaden. Die "Pride of Veere" war von Rotterdam nach Tilbury unterwegs, als sie von dem Tanker, der auf dem Weg zu einer Inspektion in Frankreich den Ärmelkanal passierte, gerammt wurde.
Quelle: Tim Schwabedissen

Elbe: Tschechischer Schlepper auf Grund gelaufen
Freitag, 19. September 2003, 08:52 Uhr

Ein tschechisches Transportschiff ist gestern in Seußlitz in der Elbe auf Grund gelaufen. Verletzt wurde niemand. Die Elbeschifffahrt war am Vormittag rund zwei Stunden gesperrt. Ursache der Havarie war offenbar der immer noch niedrige Wasserstand.

„Es hat ordentlich gekracht. So, als ob Metall aneinander reibt.“ Der Riesaer Fotograf Alexander Schröter war gestern in Diesbar-Seußlitz eigentlich auf der Suche nach ganz anderen Motiven, als er von einer Anhöhe aus das Dilemma beobachtete. Der tschechische Frachter mit der Bezeichnung TR 23 war elbaufwärts unterwegs, als er plötzlich in Höhe der Anlegestelle Seußlitz auf Grund lief. Schnell versuchte der Kapitän, rückwärts wieder aus dem Schlamassel herauszukommen. Doch dabei drehte sich das rund 130 Meter lange Schiff und versperrte fast komplett die gesamte Elbe.

„Das ist hier eine sehr enge Stelle und nicht das erste Mal, dass so was passiert“, so Stephan Börner von der Riesaer Wasserschutzpolizei. Erst vor zwei Wochen habe es an eben diesem Punkt einen ähnlichen Zwischenfall gegeben.

Gemeinsam mit einem Kollegen war Börner dann über eine Leiter auf das Unglücksschiff gestiegen, um nach Ursachen und Bergungsmöglichkeiten zu forschen. Wahrscheinlich ist, dass der immer noch niedrige Wasserstand Grund für das Auflaufen war. Am Tiefgang des Frachters liege es auf keinen Fall, so Börner. Der habe mit 90 Zentimetern im Bereich des Zugelassenen gelegen. 97 Zentimeter dürften es maximal sein. Denkbar ist, dass die Fahrrinne einfach zu flach war. Ab heute soll sie neu ausgebaggert werden.

Die Bergung verlief dann unter den Augen Dutzender Schaulustiger am Ufer weniger spektakulär. Denn zufällig war die „Beskydy“ in der Nähe und hatte den „SOS-Ruf“ der TR 23 gehört. Die Beskydy ist einer von nur noch ganz wenigen Schaufelradschleppern, die auf der Elbe unterwegs sind. Sie zog das Unglücksschiff mit einem dünnen Stahlseil aus dem Sand – eine Sache von höchstens zehn Minuten. Der Frachter wird nun einen sicheren Hafen ansteuern und auf Schäden geprüft.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Kutter vor Irland vermisst
Dienstag, 16.09.03

Am Morgen des 16. September wurde die Küstenwache von Stornoway alarmiert, weil ein Fischkutter überfällig war. Ein Fischer aus Griminish war nicht, wier erwartet, am vorherigen Nachmittag in den Hafen zurück gekehrt. Zuletzt war das 24-Ft-Boot nordwestlich der Insel von North Uist gesichtet worden. Zu dieser Zeit herrschten 4-5 Windstärken mit zunehmender Tendenz. Das Rettungsboot von Barra nahm die Suche nach dem 30jährigen Vermissten auf, die, wenn nötig, durch Hubschrauber und Rettungsteams intensiviert werden soll.
Quelle: Tim Schwabedissen

Geisterschute auf der Weser
Dienstag, 16. September 2003, 17:37 Uhr

Unbekannte warfen in der Nacht vom 14. zum 15. September eine am Weserufer festgemachte Schute los und sorgten so für eine erhebliche Gefährdung des Schiffsverkehrs. Das 30 Meter lange Fahrzeug, das mit Steinen beladen war, vertrieb von seinem Liegeplatz bei einer Brauerei auf die Kleine Weser und kollidierte dort mit einem Segelschiff. Kurz darauf gelang es dem Polizeiboot "Bremen 11", das herrenlose Gefährt längsseits zu nehmen und mit Unterstützung eines Schleppers an den Liegeplatz zurück zu verholen. Die Wasserschutzpolizei nahm Ermittlungen wegen gefährlichen Eingriffs in den Schiffsverkehr auf.
Quelle: Tim Schwabedissen

Viertes "Tricolor"-Stück gehoben
Montag, 15. September 2003, 16:38 Uhr

Nach der Panne mit dem Ölaustritt in der vergangenen Woche geht es bei der Räumung der "Tricolor2 jetzt wieder planmäßig voran. Am 15. September wurde als vierte Sektion ein Teil des Vorschiffs gehoben und auf der "Smitbarge 2" neben dem Bug abgesetzt. Beide Teile werden nun nach Zeebrugge zum Verschrotten gebracht.

Der vor einigen Tagen im Ärmelkanal ausgerufene Ölalarm ist derweil Vergangenheit. Die Berger meldeten, dass die Leckagen im Torso der "Tricolor" abgedichtet wurden und seither keine weiteren Ölaustritte aus der "Tricolor" mehr stattfanden. Am vorvergangenen Wochenende hatte ein Ölausfluss aus dem "Tricolor"-Wrack zur Bildung eines 30 mal drei Kilometer messenden Ölteppichs ums "Tricolor"-Wrack geführt. Es erstreckte sich von Holland über Belgien bis Frankreich. Der Ölaustritt kann auf unvollständiges Abpumpen im Vorfeld der Bergung zurückzuführen sein. Möglicher Weise handelt es sich auch um eine Folge der drei Kollisionen anderer Schiffe mit dem Rumpf, durch die sich frei gewordenes Öl in uzugänglichen Zwischenräumen gesammelt haben kann. Diese Kollisionen hatten vor Monaten bereits zu einer Verschmutzung mehrerer belgischer und französischer Strände geführt. Tausende Vögel wurden damals durch das aus dem Wrack auslaufende Öl getötet. Anschließend waren die zugänglichen Tanks der "Tricolor" ausgepumpt worden.

Eine Flotte von sechs Ölbekämpfungsschiffen, darunter die "Union Beaver" sowie die "Arca", "Frans Naerenbout" und "Rotterdam" der holländischen Küstenwache sowie die belgischen "Valcke" und "Ter Streep", war an der Beseitigung der neuerlichen Ölverschmutzung beteiligt. Inzwischen konnten sie in ihre Heimatbasen entlassen werden. Nur das Ölauffangschiff "Union Beaver" blieb vorsorglich vor Ort, falls erneut Öl frei würde.

Unabhängig von diesen Problemen hatte in den frühen Morgenstunden des 10. September als drittes Schiffssegment der Bug der "Tricolor" wieder das Tageslicht erblickt. Die 850 Tonnen schwere Schiffssektion wurde nach der Hebung kieloben durch die "Rambiz" auf Deck der "Smitbarge 2" abgesetzt, die bis zur Bergung des nächsten Stückes vor Ort liegen blieb. Die Bergungsplattformen "Buzzard" und "Vagant" wurden sofort nach Abschluss der Bugbergung aufgespindelt, um auf neue Positionen verbracht zu werden. So schnell wie die am Wochenende 13./14. September widrigen Wetterbedingungen es zulassen, sollen sie den sechsten Schnitt im Rumpf der "Tricolor" vornehmen. Bislang liegt die Bergung des Wracks noch im anvisierten Zeitplan.

Am 28. Juli hatte die heiße Phase der "Tricolor"-Bergung begonnen. Zunächst war der starke Propellerschaft durchtrennt und dann große Teile des Maschinenraums zerschnitten worden. Er stellte die am stärksten konstruierte Schiffssektion dar. Am 31. Juli wurde der erste Schnitt vollendet. Um 10.55 zerriss der schwere Sägedraht die obere Bordwand des Wracks. Dann wurden die Schwimmkräne "Asian Hercules II" und "Rambiz" am Wrack positioniert.

Am 2. August wurde die 3000 Tonnen schwere Hecksektion angehoben, rund 100 Meter weggeschleppt und tags darauf auf der Bargeschiff "Giant 4" fixiert. Am 4. August lief sie nach Zeebrugge ein.

Am Abend des 5. August brach in dem Heckteil bei Schweißarbeiten ein Feuer aus. Mehrere Pkw gerieten dabei in Brand. Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig, weil die Feuerwehr nicht in den auf der Seite liegenden Torso eindringen konnte. Am Abend war der Brand aber gelöscht.

Am 7. August wurde das Abtrennen der nächsten Schiffsscheibe begonnen und binnen 52 Stunden abgeschlossen. Auch hier war der Maschinenraum aufzuschneiden. Die "Giant 4" verließ Zeebrugge mit dem bereits zum Teil abgewrackten Heck der "Tricolor" noch auf Deck, um die nächste Sektion aufzunehmen. Eine vorherige Entladung des Heckteils wäre zu aufwändig gewesen. Nach mehrtägiger witterungsbedingter Verzögerung gelang es am 21. August, die 3.400 Tonnen schwere Sektion zu heben. Als sie auf dem Deck der "Giant 4" abgesetzt wurde, erwies sie sich als so instabil, dass die "Asian Hercules II" während der Überführung nach Zeebrugge festgemacht bleiben musste, um einen Kollaps des Wrackteils zu vermeiden. Die Fahrt gestaltete sich entsprechend langwierig. Der Schleppzug passte nur knapp in die Zeebrugger Schleuse, doch am 22. August konnte auch der zweite Bergungsschritt abgeschlossen werden. Langwierig gestaltete sich aber das Entladen der Wrackteile von der "Giant 4", deren eines weiterhin nur durch die Aufhängung an der "Asian Hercules II" vor dem Kollaps bewahrt wurde.

Am 24. August wurde von Bord der "Vagant" und "Buzzard" aus bereits der dritte Trennschnitt begonnen und nach 21stündigem Einsatz der Sägedrähte vollendet. Dazu waren die Plattformen am Bug positioniert worden, der, wie auch die vorangegangenen Heckteile, stärker als der mittlere Schiffsbereich konstruiert ist. Nach seiner Hebung wird er auf die "Smit Barge 2" verladen. Unmittelbar nach Vollendung des ersten Schnitts im Bugbereich wurden die Bergungsplattformen umpositioniert, um zwei weitere Schnitte vornehmen zu können.

Bis zum 1. September konnte trotz zweitweiliger Unterbrechung durch stürmisches Wetter auch der vierte Schnitt vollendet und zwei Tage darauf der fünfte begonnen werden. Am 9. August war diese Aktion nach 60stündiger Arbeit beendet. Mittlerweile lagen drei Schiffsscheiben voneinander separiert auf dem Meeresgrund. Nachdem mit den beiden Heckstücken die schwersten Teile gehoben sind, wurde der Kran "Asian Hercules II" entlassen und machte sich auf den Weg nach Singapur zu neuen Einsätzen. Im Oktober 2003 soll die Bergung der "Tricolor" abgeschlossen sein. Andernfalls würden die Herbststürme eine Fortsetzung der Arbeiten in diesem Jahr unmöglich machen. Die geringen Wasssertiefe macht ein Arbeiten der Taucher ohnehin schwierig, und auch die Kräne sind nur bis zu einer begrenzten Wellenhöhe einsetzbar.
Quelle: Tim Schwabedissen

"Moby Prince" mit Schlagseite eingeschleppt
Montag, 15. September 2003, 13:26 Uhr

Die in der Nacht zum 12. September auf dem Weg von Livorno nach Olbia havarierte Fähre "Moby Magic" ist - anders als ursprünglich gemeldet - nicht gesunken, sondern wurde in den Frühstunden mit starker Steuerbordschlagseite in den Hafen von Olbia eingeschleppt und dort sicher vertäut. Die 160 Passagiere und Besatzungsmitglieder kamen mit dem Schrecken davon. 10 wurden leicht verletzt, ein Fahrgast war bei der Evakuierung ins Wasser gefallen. Als Ursache der Grundberührung, die den Maschinenraum unter Wasser setzte, wurde ein Navigationsfehler nicht ausgeschlossen. Vor Livorno war 1991 ein anderes Schiff der Reederei, die auf derselben Strecke eingesetzte "Moby Prince", nach der Kollision mit einem Tanker in Flammen aufgegangen. 150 Passagiere waren damals ums Leben gekommen.
Quelle: Tim Schwabedissen

"Sealand Express" mit dreieinhalb Wochen Verspätung im Hafen
Sonntag, 14.09.03

Mit über drei Wochen Verspätung wurde am 14. September der Containerfrachter "Sealand Express" am Containerterminal von Kapstadt vertäut, nachdem ihn tags zuvor zwei Schlepper aus seinem Sandbett in Sichtweite des Hafens befreit hatten. Inspektionen ergaben mittlerweile, dass Rumpf, Schrauben und Ruder den Zwangsaufenthalt offenbar glimpflich überstanden haben. Allerdings hatte die Unsichtigkeit des Wassers die Arbeit der eingesetzten Taucher erschwert. Am jetzigen Liegeplatz werden die Untersuchungen nun fortgesetzt und gleichzeitig die an Bord verbliebenen Container gelöscht. Anschließend wird der Havarist für eine gründliche Untersuchung ins Trockendock gebracht. In Durban oder Kapstadt sollen in Abhängigkeit von deren Ergebnis die notwendigen Reparaturen durchgeführt werden.

Die bisherigen Kosten der Bergungsaktion, bei der mehrere Schlepper, ein Hubschrauber und ein Sandbagger zum Einsatz kamen und umfangreiche Maßnahmen zum Schutz der Umwelt getroffen wurden, gehen nach Expertenschätzungen in die Millionen Rands. Derweil dankten die Eigner der "Sealand Express" allen an der Bergung beteiligten Stellen für den intensiven und letztlich erfolgreichen Einsatz.

Nach 25tägiger Gefangenschaft war der Frachter um 15.24 des 13. September - eineinhalb Stunden vor Hochflut - freigescheppt worden. Ein erster Bergungsversuch am 12. September war zuvor fehlgeschlagen, weil die erhoffte Unterstützung durch Seegang ausblieb. In den Frühstunden des 13. September kam aber Bewegung in das Schiff. Es wurde mit der Morgentide 270 Meter seewärts geschleppt, lief dann aber erneut auf Grund. Dabei riss gegen fünf Uhr die Trosse zum Schlepper "John Ross" .

Das Schiff musste Kapstadt zur Ausbesserung von dabei entstandenen Schäden anlaufen, während die anderen beiden Bergungsschiffe, die "Pacific Worker" und "Pacific Brigand", auf Position blieben. Der Bagger "Ham 316" kam wieder zum Einsatz, um bis zur nächsten Flut so viel Sand wie möglich vor dem Schiff zu beseitigen. Dann ging alles ganz schnell. Die entballastete "Sealand Express" drehte sich zur See hin und überwand an den Trossen der Bergungsschlepper die letzte Barriere zur See hin.
Westlich von Robben Island wurde nach dem geglückten Manöver zunächst das Schleppgeschirr klariert und eine erste Inspektion durchgeführt, ehe die Einlaufgenehmigung nach Kapstadt erteilt wurde. Die "Sealand Express" war am 19. August auf dem Weg von Durban und St. Elizabeth nach Kapstadt in schwerem Sturm gestrandet.
Quelle: Tim Schwabedissen

Hurrikan-Warnung für die Bahamas
Sonntag, 14. September 2003, 08:55 Uhr

In der Karibik drohte die Ankunft von Hurrikan "Isabel". Mit einer Windgeschwindigkeit von bis zu 260 Stundenkilometern raste der Wirbelsturm west-nordwestwärts über den Atlantischen Ozean und bewegte sich auf die Bahamas südlich des US-Bundesstaates Florida zu. Das Außenministerium in Washington warnte US-Bürger vor Reisen auf die Urlaubsinseln und riet ihren dort anwesenden Landsleuten zur Abreise.
Wann "Isabel" genau die Bahamas erreichen werde, konnte das Nationale Hurrikanzentrum in Florida nicht voraussagen. Der Atlantiksturm ist der schwerste seit dem Hurrikan "Mitch", der vor fünf Jahren über Mittelamerika hinwegfegte und dort tausende Menschen tötete.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Südafrikanischer Surfer von Hai getötet
Samstag, 13. September 2003, 08:21 Uhr

Ein 19-jähriger Surfer ist vor der südafrikanischen Küste von einem Hai getötet worden. Der Hai habe den Mann in den Unterleib gebissen und danach wieder los gelassen, sagte ein Sprecher der Seerettung der südafrikanischen Nachrichtenagentur SAPA. Wenige Minuten nach dem schweren Biss sei der Surfer verblutet. Dem Seerettungsdienst zufolge handelt es sich um den ersten Hai-Angriff in dem beliebten Surfer-Gebiet vor Kapstadt seit Jahrzehnten. Augenzeugen sprachen von einem weißen Hai. Der Hai habe den Mann wahrscheinlich für einen Seehund gehalten, erklärte der Sprecher den Hai-Angriff auf einen Menschen.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Nach dem Stopfen des Öllecks:
Vorbereitungen für vierte Hebung von "Tricolor"-Sektion laufen
Samstag, 13.09.03 III

Der vor einigen Tagen im Ärmelkanal ausgerufene Ölalarm konnte jetzt aufgehoben werden. Die Berger meldeten, dass die Leckagen im Torso der "Tricolor" abgedichtet wurden und seither keine weiteren Ölaustritte aus der "Tricolor" mehr stattfanden. Am vergangenen Wochenende hatte ein Ölausfluss aus dem "Tricolor"-Wrack zur Bildung eines 30 mal drei Kilometer messenden Ölteppichs ums "Tricolor"-Wrack geführt. Es erstreckte sich von Holland über Belgien bis Frankreich. Der Ölaustritt kann auf unvollständiges Abpumpen im Vorfeld der Bergung zurückzuführen sein. Möglicher Weise handelt es sich auch um eine Folge der drei Kollisionen anderer Schiffe mit dem Rumpf, durch die sich frei gewordenes Öl in uzugänglichen Zwischenräumen gesammelt haben kann. Diese Kollisionen hatten vor Monaten bereits zu einer Verschmutzung mehrerer belgischer und französischer Strände geführt. Tausende Vögel wurden damals durch das aus dem Wrack auslaufende Öl getötet. Anschließend waren die zugänglichen Tanks der "Tricolor" ausgepumpt worden. Eine Flotte von sechs Ölbekämpfungsschiffen, darunter die "Union Beaver" sowie die "Arca", "Frans Naerenbout" und "Rotterdam" der holländischen Küstenwache sowie die belgischen "Valcke" und "Ter Streep", hatte in dieser Woche an der Beseitigung der neuerlichen Ölverschmutzung beteiligt. Inzwischen konnten sie in ihre Heimatbasen entlassen werden. Nur das Ölauffangschiff "Union Beaver" blieb vorsorglich vor Ort, falls erneut Öl frei würde.

Unabhängig von diesen Problemen erblickte in den frühen Morgenstunden des 10. September als drittes Schiffssegment der Bug der "Tricolor" wieder das Tageslicht. Die 850 Tonnen schwere Schiffssektion wurde nach der Hebung durch die "Rambiz" auf Deck der "Smitbarge 2" abgesetzt und anschließend kieloben liegend zum Abwrackplatz nach Zeebrugge transportiert. Die Bergungsplattformen "Buzzard" und "Vagant" wurden sofort nach Abschluss der Bugbergung aufgespindelt, um auf neue Positionen verbracht zu werden. So schnell wie die am Wochenende 13./14. September widrigen Wetterbedingungen es zulassen, sollen sie den sechsten Schnitt im Rumpf der "Tricolor" vornehmen. Bislang liegt die Bergung des Wracks noch im anvisierten Zeitplan.

Am 28. Juli hatte die heiße Phase der "Tricolor"-Bergung begonnen. Zunächst war der starke Propellerschaft durchtrennt und dann große Teile des Maschinenraums zerschnitten worden. Er stellte die am stärksten konstruierte Schiffssektion dar. Am 31. Juli wurde der erste Schnitt vollendet. Um 10.55 zerriss der schwere Sägedraht die obere Bordwand des Wracks. Dann wurden die Schwimmkräne "Asian Hercules II" und "Rambiz" am Wrack positioniert.

Am 2. August wurde die 3000 Tonnen schwere Hecksektion angehoben, rund 100 Meter weggeschleppt und tags darauf auf der Bargeschiff "Giant 4" fixiert. Am 4. August lief sie nach Zeebrugge ein.

Am Abend des 5. August brach in dem Heckteil bei Schweißarbeiten ein Feuer aus. Mehrere Pkw gerieten dabei in Brand. Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig, weil die Feuerwehr nicht in den auf der Seite liegenden Torso eindringen konnte. Am Abend war der Brand aber gelöscht.

Am 7. August wurde das Abtrennen der nächsten Schiffsscheibe begonnen und binnen 52 Stunden abgeschlossen. Auch hier war der Maschinenraum aufzuschneiden. Die "Giant 4" verließ Zeebrugge mit dem bereits zum Teil abgewrackten Heck der "Tricolor" noch auf Deck, um die nächste Sektion aufzunehmen. Eine vorherige Entladung des Heckteils wäre zu aufwändig gewesen. Nach mehrtägiger witterungsbedingter Verzögerung gelang es am 21. August, die 3.400 Tonnen schwere Sektion zu heben. Als sie auf dem Deck der "Giant 4" abgesetzt wurde, erwies sie sich als so instabil, dass die "Asian Hercules II" während der Überführung nach Zeebrugge festgemacht bleiben musste, um einen Kollaps des Wrackteils zu vermeiden. Die Fahrt gestaltete sich entsprechend langwierig. Der Schleppzug passte nur knapp in die Zeebrugger Schleuse, doch am 22. August konnte auch der zweite Bergungsschritt abgeschlossen werden. Langwierig gestaltete sich aber das Entladen der Wrackteile von der "Giant 4", deren eines weiterhin nur durch die Aufhängung an der "Asian Hercules II" vor dem Kollaps bewahrt wurde.

Am 24. August wurde von Bord der "Vagant" und "Buzzard" aus bereits der dritte Trennschnitt begonnen und nach 21stündigem Einsatz der Sägedrähte vollendet. Dazu waren die Plattformen am Bug positioniert worden, der, wie auch die vorangegangenen Heckteile, stärker als der mittlere Schiffsbereich konstruiert ist. Nach seiner Hebung wird er auf die "Smit Barge 2" verladen. Unmittelbar nach Vollendung des ersten Schnitts im Bugbereich wurden die Bergungsplattformen umpositioniert, um zwei weitere Schnitte vornehmen zu können.

Bis zum 1. September konnte trotz zweitweiliger Unterbrechung durch stürmisches Wetter auch der vierte Schnitt vollendet und zwei Tage darauf der fünfte begonnen werden. Am 9. August war diese Aktion nach 60stündiger Arbeit beendet. Mittlerweile lagen drei Schiffsscheiben voneinander separiert auf dem Meeresgrund. Nachdem mit den beiden Heckstücken die schwersten Teile gehoben sind, wurde der Kran "Asian Hercules II" entlassen und machte sich auf den Weg nach Singapur zu neuen Einsätzen. Im Oktober 2003 soll die Bergung der "Tricolor" abgeschlossen sein. Andernfalls würden die Herbststürme eine Fortsetzung der Arbeiten in diesem Jahr unmöglich machen. Die geringen Wasssertiefe macht ein Arbeiten der Taucher ohnehin schwierig, und auch die Kräne sind nur bis zu einer begrenzten Wellenhöhe einsetzbar.
Quelle: Tim Schwabedissen

"Sealand Express" ist freigeschleppt
Samstag, 13.09.03

Um 15.24 des 13. September kam die erlösende Nachricht: Die "Sealand Express" ist wieder frei. Nach mehreren Anläufen war es den Bergern gelungen, den Containerfrachter mit nur geringen Schäden von seiner Strandungsposition nahe Kapstadt zu einem Liegeplatz nahe Robben Island zu verhlen. Am 11. September war ein erster Bergungsversuch noch fehlgeschlagen, weil die erhoffte Unterstützung durch Seegang ausblieb. In den Frühstunden des 13. September kam aber Bewegung in das Schiff. Es wurde mit der Morgentide 270 Meter seewärts geschleppt, lief dann aber erneut auf Grund. Dabei riss die Trosse zum Schlepper "John Ross" gegen fünf Uhr. Das Schiff musste Kapstadt zur Ausbesserung von dadurch entstandenen Schäden anlaufen, während die anderen beiden Bergungsschiffe, die "Pacific Worker" und "Pacific Brigand", auf Position blieben. Der Bagger "Ham 316" kam erneut zum Einsatz, um bis zur nächsten Flut so viel Sand wie möglich vor dem Schiff zu beseitigen. Am Nachmittag gelang es tatsächlich, die letzte Barriere zum offenen Meer zu überwinden. Westlich von Robben Island wurde das Schleppgeschirr klariert und der Rumpf der "Sealand Express" durch Taucher inspiziert. Das Containerschiff war am 19. August gestrandet.
Quelle: Tim Schwabedissen

Taifun zerstörte zahllose Schiffe in Südkorea
Samstag, 13.09.03

Der Wirbelsturm Maemi, der in der Nacht zum 13. September über Südkorea und Japan zog und zahlreiche Menschenleben forderte, hat auch die Schifffahrt stark betroffen. Insgesamt sind rund 280 Schiffe zerstört oder beschädigt worden. So wurde in Pusan ein großes Hotelschiff mit der Steuerbordseite gegen den Kai gedrückt, bis es kenterte. Andere Schiffe wurden von ihren Ankerplätzen losgerissen, kollidierten oder liefen auf Grund. Fischkutter wurden in großer Zahl auf die Strände getrieben oder kenterten. Beim größten Schiffbauer Südkoreas, den Hyundai WErken, wurde ein 200.000-Tonnen-Offshore-Tank der Firma Exxon Mobile Corp. gegen einen im Bau befindlichen deutschen Petrochemie-Tanker von 37.000 Tonnen gedrückt. An beiden Objekten entstanden Schäden.
Quelle: Tim Schwabedissen

Zahlreiche Tote bei Schiffsunglück in Nigeria
Samstag, 13. September 2003, 08:21 Uhr

Kano/Nigeria - Bei einem Schiffsunglück in Nigeria sind möglicherweise Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Zwischen elf und 20 Leichen seien geborgen worden, erklärte ein Behördensprecher am Freitag. Rund 90 weitere Menschen galten als vermisst. Wie Augenzeugen berichteten, waren zahlreiche Passagiere und Frachtgüter an Bord der Fähre, die auf dem Niger kenterte. Das Unglück ereignete sich bereits am Dienstag im nordwestlichen Staat Kebbi. Medienberichten zufolge ertranken mehr als 100 Menschen. Wie viele Passagiere an Bord der Fähre waren, die offenbar in einen Sturm geriet, war nicht bekannt.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Fähre vor Olbia gekentert
Freitag, 12. September 2003, 07:11 Uhr

Olbia - Beim Untergang einer Fähre vor Sardinien sind am Donnerstagabend 160 Menschen mit dem Schrecken davon gekommen. Alle Passagiere und Besatzungsmitglieder konnten gerettet werden, als die "Moby Magic" vor Olbia im Norden der Insel zu sinken begann, wie die Hafenverwaltung mitteilte. Danach befand sich das Schiff sieben Meilen vor der Küste, als der Kapitän ein Notsignal sandte, nachdem ein Leck entdeckt worden war. Die Küstenwache habe mit vier Booten noch rechtzeitig alle Passagiere von Bord bringen können. Der Kapitän der italienischen Fähre, Gianfranco Cutugno, schloss einen Manövrierfehler als Ursache des Unglücks nicht aus. Als das 142 Meter lange und 22 Meter breite Schiff den Meeresgrund berührt habe, sei ein Loch in den Maschinenraum gerissen worden, sagte er.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Bergungsvorbereitungen für "Sealand Express" in heißer Phase
Donnerstag, 11. September 2003, 13:44 Uhr

Am 12. September wird der nächste Versuch starten, die "Sealand Express" vor Kapstadt freizuschleppen. Bis dahin werden die Vorbereitungen intensiv fortgesetzt. Momentan herrscht an der Strandungsstelle eine Schwell von vier Metern. Diese wird nach Hoffnung der Berger auch die Befreiung des Containerfrachters unterstützen. In den vergangenen Tagen hatte der entgegen ursprünglichen Befürchtungen bei seiner eigenen Havarie nur leicht beschädigte Bagger "Ham 316" einen Kanal zum tieferen Wasser hin bis dicht an den Rumpf der "Sealand Express" heranführen können. Er wird seine Arbeit am 11. September einstellen und seinen Platz für einen Schlepper räumen. Der soll die "Sealand Express" auf Position halten, wenn das Entballasten beginnt. Dies kann zwischen 16 und 20 Stunden dauern. In den Abendstunden werden die "John Ross", "Pacific Brigand" und "Pacific Worker" ihre Trossen zum Frachter ausfahren und mit Eintreten der Springtide den Bergungsversuch beginnen.
Von den 33 Gefahrgutcontainern konnten bislang 12 gelöäscht und ihr Inhalt an Land gebracht werden. Diese Operation wird durch den dabei eingesetzten Hubschrauber bis zu dem Zeitpunkt fortgesetzt, an dem sich die "Sealand Express" zu bewegen beginnt. Zum Schutz der Umwelt werden weiterhin Ölbindemittel in ihre Doppelbodentanks eingebracht. Wenn sie bei den Schleppbemühungen aufgerissen werden sollten, kann so die Verschmutzungsgefahr des Meeres minimiert werden. Für den Betrieb der Hauptmaschinen und Generatoren des Frachters befinden sich derzeit noch 215 Tonnen Öl an Bord.
Quelle: Tim Schwabedissen

"Hermann Marwede" auf Helgoland in Dienst gestellt
Mittwoch, 10. September 2003, 13:40 Uhr

"11.30 Uhr fest auf Station Helgoland. Klar P 3!" So begann am 9. September eine neue Ära im Deutschen Seenotrettungswesen. Diese Meldung war der nüchterne Startschuss für die Arbeit des neuen Seenotrettungskreuzers" Hermann Marwede" auf seiner Seeposition Deutsche Bucht. Vorausgegangen waren jeweils zweijährige Planungs- und Bauphasen und eine zweimonatige Erprobung in Nord- und Ostsee, die zur höchsten Zufriedenheit verlief. Einsätze für Berufs- und Freizeitschifffahrt werden von nun an neben Kontrollfahrten die Arbeit der Rettungsmänner an Bord des Seenotkreuzers prägen.

Michael Grobien, stellvertretender Vorsitzer der DGzRS, hatte zuvor den Seenotkreuzer im Beisein zahlreicher Prominenz, darunter Bundesverkehrsminister Stolpe, offiziell seiner Bestimmung übergeben. Vor dem Stationsgebäude im Südhafen zitierte er aus dem Grußwort, das der Schirmherr der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, Bundespräsident Johannes Rau, anlässlich der Taufe des neuen Seenotkreuzers übermittelt hatte:
"Die DGzRS ist einer der modernsten Seenotrettungsdienste der Welt... Die großartigen Leistungen der DGzRS sind vor allem den Rettungsmännern und Rettungsfrauen und all denen zu danken, die an Land für den reibungslosen Ablauf der Einsätze Sorge tragen... Ich bin mir gewiss, dass die DGzRS auf die kommenden Herausforderungen gut vorbereitet ist. Sie sorgt auch künftig dafür, dass moderne Technik den Rettern größtmögliche Sicherheit und optimale Voraussetzungen zur Hilfeleistung bietet. Der neue Seenotkreuzer zeigt das einmal mehr."

Die "Hermann Marwede" wurde auf der Basis von Prognosen der Klimaforscher konstruiert, nach denen zukünftig in unseren Breitengraden mit extremeren Großwetterlagen und rauerer See gerechnet werden muss. Außerdem trägt er der Annahme von Verkehrsexperten Rechnung, dass der Seeverkehr weiter zunehmen wird. Dies gilt nicht nur für die Personenschifffahrt, sondern auch für Gefahrguttransporte. Aus diesen Gründen hat sich die DGzRS für die Stationierung des größten und leistungsfähigsten Seenotkreuzers in ihrer Geschichte auf Helgoland entschieden. Die "Hermann Marwede" ist 46 Meter lang, über 9200 PS stark und 25 Knoten schnell. Die Feuerlöschkanonen vermögen 42 Tonnen Wasser in der Minute zu verfeuern.

Im Rahmen der Absicherung der Deutschen Bucht nimmt Helgoland für den Such- und Rettungsdienst seit jeher eine Schlüsselposition ein. So hatte die DGzRS bereits 1892 auf dem roten Felsen ein Ruderrettungsboot in Dienst gestellt. Legendäre Vormänner sind von Helgoland aus nicht selten unter schwierigsten Bedingungen in den Einsatz gefahren. Im Archiv der DGzRS tauchen Namen wie Daniel Denker, Rickmer Bock, Max Prien oder Peter Gruhlke und Claus Pichlo auf. In diese Aufzählung gehört natürlich auch Paul Denker, der am 23. Februar 1967 mit seinen Kollegen Hans-Jürgen Kratschke, Günter Kuchenbecker und Otto Schülke sowie drei bereits geretteten holländischen Fischern auf See geblieben ist. Das tragische Unglück der "Adolph Bermpohl" beim Versuch, die Crew der "Burgermeester van Kampen" im orkanartigen Wintersturm zu retten, ist auf der Insel und in Reihen des Seenotrettungswerks nach wie vor allgegenwärtig.

Der Namengeber des neuen Seenotkreuzers "Hermann Marwede", geboren 1878 in Bremen und dort 1959 verstorben, war rund 50 Jahre lang persönlich haftender Gesellschafter der Brauerei Beck & Co. Seiner Heimatstadt Bremen, in der die Zentrale der DGzRS ihren Sitz hat, fühlte er sich stets auf das Engste verbunden. Das Tochterboot "Verena" wurde nach seiner Ehefrau benannt. Die Familie Marwede trug mit ihren Spenden entscheidend zur Realisierung des 15-Millionen-Euro-Projekts bei.
Quelle: Tim Schwabedissen

Schubverband in Glückstädter Hafen gesunken
Mittwoch, 10. September 2003, 13:38 Uhr

Am Morgen des 10. September im Glückstädter Außenhafen ein Schubverband beim Festmachen. Der Verband hatte Außenhafen Zellulose für eine Papierfabrik in Uetersen geladen und wollte anschließend auf die andere Hafenseite wechseln, um auf einen ausreichenden Tidenstand zu warten. Beim Festmachen kam eine Trosse so unter Spannung, dass zunächst der vorn angekoppelte Schubleichter zu sinken begann. Ein als Schuber fungierendes Binnenschiff wurde anschließend mit unter die Wasseroberfläche gezogen. Während der Schubleichter komplett versank, ragt das Binnenschiff noch mit der Brücke aus dem ca. 5,5 m tiefen Wasser.
Zur Zeit des Unglück war nur der Kapitän an Bord, der sich durch einen Sprung ins Wasser rettete. Der etwa 60 m lange Binnenschubverband versperrte zunächst die Zufahrt in den Außenhafen, konnte aber dann durch ein weiteres Binnenschiff zur Seite gedrückt werden, so daß die Zufahrt nun unter Einhaltung besonderer Vorsichtsmaßnahmen möglich ist. Bei dem Unglück liefen Dieselkraftstoff und Schweröl in die Elbe aus. Das Schweröl wurde durch die speziell ausgerüsteten Feuerwehren Glückstadt und Brunsbüttel aufgefangen. Anschließend begann ein Spezialkran, zur Erleichterung der Bergungsarbeiten die 340 Tonnen Zellulose zu bergen.
Quelle: Tim Schwabedissen

US-Marine baut Schiff aus Stahl des World Trade Centers
Dienstag, 09. September 2003, 06:45 Uhr

New Orleans - Rund 24 Tonnen Stahl aus den Ruinen des New Yorker World Trade Centers werden für den Bau eines neuen Schiffs der US-Marine verwendet, das den Namen «USS New York» tragen soll. Aus dem Stahl sollte am Dienstag in einer Gießerei ein Teil des Schiffsbugs geformt werden. «Der Stahl aus dem World Trade Center wird symbolisch der erste Teil des Schiffs sein, der durch das Wasser pflügt», sagte ein Sprecher der Werft bei New Orleans, die das Schiff baut. Der Stahl lagerte zuletzt auf einer Müllhalde bei New York, auf die ein Großteil der Gebäudetrümmer gebracht worden waren. Die für den Schiffsbau verwendeten Teile sollen vom Südturm stammen, der bei den Terroranschlägen am 11. September 2001 als zweiter einstürzte. Der Bau des Schiffs dauert laut dem Sprecher der Werft drei Jahre.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Sailing Island veranstaltet ISAF-zertifiziertes Seminar "Überleben auf See"
Montag, 08. September 2003, 19:13 Uhr

Die International Sailing Federation (ISAF) hat der Yachtschule Sailing Island für den Kurs „Überleben auf See“ das Zertifikat "ISAF approved" verliehen. Die Mönchengladbacher Yachtschule veranstaltet dieses spezielle 2-tägige Hochsee-Überlebenstraining am Wochenende vom 31.1./1.2.2004 und der Kurs richtet sich an alle Segler, die einmal live den Umgang mit einer Rettungsinsel kennenlernen und ein umfangreiches persönliches Training für das Überleben auf See absolvieren möchten.

Die International Sailing Federation (ISAF) empfiehlt allen Skippern und Crewmitgliedern ein solches Training alle 5 Jahre zu absolvieren. Und die ISAF schreibt sogar vor, daß mindestens 30 % der Besatzungsmitglieder (inklusive Skipper), in den 5 Jahren vor einem Start zu einer Regatta der Katergorie 0/1 (zum Beispiel Daimler Chrysler North Atlantic Challenge) an einem solchen ISAF-zertifizierten Überlebenstraining teilnehmen müssen.

Das Seminar erstreckt sich über 2 Tage und beinhaltet neben einer umfangreichen Theorieausbildung in den schuleigenen Räumlichkeiten auch eine praktische Brandschutzübung an einem professionellen Brandsimulator der Feuerwehr sowie als Höhepunkt die praktischen Übungen mit einer echten Rettungsinsel im Wellenbad. Zum Praxistraining im Schwimmbad kann auch die persönliche Rettungsweste mitgebracht und ausprobiert werden. Für Teilnehmer ohne eigene aufblasbare Weste werden Feststoffwesten gestellt. Nach Beendigung des Seminars erhält jeder Absolvent eine Teilnahmebestätigung und außerdem besteht die Möglichkeit, das Training vor Ort in das persönliche "Segler"- bzw. "Meilenbuch" eintragen zu lassen.

Weitere Infos: Sailing Island, DSV und VDS anerkannte Ausbildungsstätte, Steinmetzstrasse 20, 41061 Mönchengladbach, Telefon 02161/831370, Fax 02161/831408, E-Mail: info@sailingisland.de
Quelle: sailingisland.de

Katamaran vor East Preston in Flammen
Montag, 08. September 2003, 16:56 Uhr

Drei Seemeilen vor East Preston, England, geriet am Nachmittag des 6. September der Katamaran "Alpha Omega" in Brand. Vom Motorbereich breiteten sich die Flammen rasch auf das gesamte, 44 Ft. lange Schiff aus. Die Besatzung, ein Mann und eine Frau, setzten einen Notruf ab und retteten sich auf eine Rettungsinsel. Das Fischereischutzboot "Cattistock" nahm ebenso wie zwei Rettungskreuzer aus Littlehampton Kurs auf die Unglücksstelle. Die Schiffbrüchigen wurden kurz darauf unversehrt gerettet.
Quelle: Tim Schwabedissen

Indonesische Fähre gesunken
Montag, 08. September 2003, 16:52 Uhr

Am 7. September sank in Indonesien die Fähre "Wirmala Dharma". Das Schiff war zwei Stunden nach dem Auslaufen aus Padangbai in Schwierigkeiten geraten. An Bord befanden sich zum Untergangszeitpunkt 200 Menschen. Herbei eilende Fischerboote retteten rund 150 von ihnen. Offiziell bestätigt wurde bislang der Tod von sechs Passagieren. Diese Zahl kann aber noch steigen.
Quelle: Tim Schwabedissen

Maschinenprobe endete mit Untergang
Sonntag, 07. September 2003, 14:17 Uhr

Der Eigner wollte lediglich den Motor prüfen - nun liegt der ehemalige Kutter "Ines" in Bremen auf Grund. Zur Mittagszeit des 6. September hatte das heute als Sportboot genutzte Holzschiff an einem Anleger im Hohentorshafen festgemacht. Als die Maschine zu arbeiten begann, drangen plötzlich erhebliche Wassermengen ins Heck. Obwohl unverzüglich die Feuerwehr alarmiert wurde, war die "Ines" nicht mehr zu retten. Zwar gelang es noch, Lenzpumpen anzusetzen, doch sie kamen gegen den Wassereinbruch nicht an. Wenig später ragte nur noch der Mast des 13 Meter langen Schiffes aus dem Wasser der Weser. Das Wrack stellt ein Schifffahrtshindernis dar.
Quelle: Tim Schwabedissen

Kapitän von brennendem Trawler starb bei Rettung an Herzversagen
Donnerstag, 04.09.03

Am 4. September brach auf dem südafrikanischen Fischtrawler "Rietvlei" ein Feuer aus. Das havarierte Schiff strandete in den Mittagsstunden vor der Langebaan Küste am Westkap. Die Besatzung konnte von Bord gerettet werden, doch starb der Kapitän während der Rettungsaktion an Herzversagen. Die "Rietvlei" legte sich in der Brandung auf die Backbordseite über und begann in der Brandung bereits auseinander zu brechen.
Quelle: Tim Schwabedissen

Gewittersturm über Adria bringt Segler in Seenot
Montag, 01.09.03

Ein Gewittersturm brachte in der Adria am 1. September mehrere Boote in Seenot. Vor Kroatien kenterte nahe der Insel Krk eine Segelyacht mit zwei deutschen Touristen. Sie konnten nur noch tot geborgen werden. Zwei vor Norditalien vermisste Segler aus Baden-Württemberg wurden hingegen sechs Seemeilen vor der Küste lebend an Bord eines Fischkutters genommen. Die 65- und 17jährigen Schiffbrüchigen litten lediglich unter leichten Unterkühlungen.
Quelle: Tim Schwabedissen

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