EUROPÄISCHES SEGEL-INFORMATIONSSYSTEM
Seenotfälle
Archiv September 2004

Last update: Freitag, 01. Oktober 2004, 13:52 Uhr

Panik auf Kreuzfahrer "Rotterdam" nach Maschinenausfall im Sturm
(30.09.2004) - In der Nacht zum 29.9. erlitt das Kreuzfahrtschiff "Rotterdam", 62.000 BRZ, während eines Sturmes im Atlantik einen totalen Maschinenausfall. Wegen des gleichzeitigen Ausfalls aller vier Antriebseinheiten versagten auch die Stabilisatoren sowie die meisten elektrischen Systeme. Daraufhin schlug das Schiff in bis zu 15 Meter hohen Wellen quer und begann, sich hilflos überzulegen. Die Schlagseite betrug zeitweise bis zu 40°, wodurch erheblicher Schaden an Mobiliar und Einrichtung entstand. Unter den Passagieren brach teilweise Panik aus, verletzt wurde jedoch niemand. Das Schiff befand sich auf dem Weg nach New York.
Quelle: Tim Schwabedissen

Vier Tote bei Maschinenraumexplosion
(30.09.2004) - Am 28.9. kam es im Maschinenraum des 1.300-TEU-Containerschiffes "YM People" 400 Meilen vor der indischen Küste zu einer schweren Explosion. Dabei kamen vier Seeleute, unter ihnen der Kapitän, der Chief Engineer, der Chief Mate sowie der dritte Ingenieur ums Leben. Warum sich die Männer im Maschinenraum aufhielten und wie es zu der Explosion kam, ist noch nicht bekannt. Das in Charter für Yang Ming fahrende Schiff war auf dem Weg von Singapore nach Port Suez.
Quelle: Tim Schwabedissen

Kohlefeuer auf Bulkcarrier
(30.09.2004) - Am 27.9. brach vor der Küste von Singapur in einem Laderaum des unter der Flagge der Komoren registierten Bulkcarriers "Nina" ein Feuer aus. Die brennende Kohle konnte jedoch von der Besatzung und einem zur Hilfe geeilten Schlepper gelöscht werden, ohne das große Schäden am Schiff entstanden. Die Stabilität war zu keiner Zeit gefährdet gewesen.
Quelle: Tim Schwabedissen

Kutter auf der Nordsee leck geschlagen
(29.09.2004) - Am 28.09.2004 kam es auf einem Friedrichsköger Krabbenkutter, der sich auf dem Weg von der Eidermündung in den Heimathafen befand, zu einem Wassereinbruch in den Maschinenraum. Das Schiff erreichte noch mit eigener Kraft den Büsumer Hafen. Hier stand bereits die über Funk alarmierte Freiwillige Feuerwehr bereit, die mit ihrer Pumpausrüstung rund sieben Tonnen Wasser aus dem Schiff lenzte. Auch die Wasserschutzpolizei war im Einsatz. Ursache für den Wassereinbruch war ein geplatzter Kühlwasserschlauch, über den kontinuierlich über mehrere Stunden Wasser in das Schiff gelangte. Die 2-köpfige Besatzung kam mit dem Schrecken davon; an Schiff und Ausrüstung entstand Sachschaden in noch unbekannter Höhe.
Quelle: Tim Schwabedissen

Kutter sank beim Einlaufen
(29.09.2004) - Am Abend des 25.9. kollidierte der 91 Fuß lange amerikanische Kutter "Michelle K" mit der Nordmole des Manasquan Inlet. Das Schiff schlug leck und sank bis übers Oberdeck weg. Die 4-köpfige Besatzung ging in ein Boot der Küstenwache und wurde nach Manasquan gebracht. Um das Wrack wurde ein Ölschlängel gelegt, nachdem ein Ölfilm auf dem Wasser sichtbar geworden war. Die "Michelle K" wurde an der Südseite der Einfahrt gesichert und stellt kein Navigationshindernis dar. Vor der Bergung muüssen 3.000 Gallonen Öl abgepumpt werden. Mit einer Magnetplatte sollen Taucher dann das Leck im Rumpf dichtsetzen, anschließend beginnt das Lenzen. Nach der Hebung soll der Kutter in Point Pleasant repariert werden.
Quelle: Tim Schwabedissen

Gestrandeter Frachterneubau wieder frei
(29.09.2004) - Der am 8. Juli von Aker Ostsee in Wismar abgelieferte und am 11. Juli zur Erstabfertigung in Hamburg eingetroffene Frachter "Iran Ardebil", der im August auf seiner ersten Reise nahe Djibouti gestrandet war, konnte nach sechs Wochen wieder abgeborgen werden. Nachdem ein Teil der an Bord befindlichen Container auf ein eingechartertes Feederschiff umgeladen wurden, gelang es dem Bergungsunternehmen Smit, die Iran Ardebil freizubekommen. Das Schiff muss nun in Dubai reparatiert werden.
Quelle: Tim Schwabedissen

Verunglückte Yacht nach Rettungsdrama in Italien angetrieben
(28.09.2004) - Am 27.9. wurde nahe der italienischen Stadt Ravenna das beschädigte Wrack der 11 Meter langen Bavaria-Yacht "Adax" gefunden, bei deren Havarie in der kroatischen Kvarner-Bucht eine Frau ertrunken war.

Als eine griechische Fähre die 49-jährige Frau des Skippers an Bord ziehen wollte, fiel sie in fünf Meter hohen Wellen zwei Mal aus einem Rettungsreifen und ging schließlich unter. Ihr 54-jähriger Mann musste hilflos zusehen, wie seine Frau zu Tode kam. Die "Adax" war auf dem Weg von Male Losinj nach Veruda in Seenot geraten.
Eine schneller als vorhergesagt aufgezogene Schlechtwetterfront hatte sie vor Erreichen des Ankerplatzes am Nachmittag überrascht. Als eine Reffleine riss und das Vorsegel zerfetzt wurde, war das Boot kaum noch manövrierfähig. Der Skipper und ein mitsegelnder Freund versuchten, gemeinsam das Ruder haltend, mit dem Wind zu laufen. Gleichzeitig musste die Besatzung - neben den beiden und der Skippersfrau noch deren 24-jähriger Sohn mit einem Freund - Schwimmwesten anlegen und Lifebelts einpicken.
Über Funk wurde ein Notruf abgesetzt. In schwerem Orkan verschlechterten sich die Bedingungen in der Kvarner Bucht derweil so schnell, dass zwei ausgelaufene Rettungsboote umkehren mussten. Die "Adax" wurde wiederholt so stark auf die Seite gedrückt, dass ihr Mast aufs Wasser schlug. Der SOS-Ruf erreichte auch einen kroatischen Frachter und ein griechisches Fährschiff. Der Crew des Frachters gelang es, den Sohn des Skippers und dessen Freund an Bord nehmen. Dann musste die Aktion wegen des katastrophalen Wetters abgebrochen werden.

Einige Stunden später unternahm die Fähre einen weiteren dramatischer Rettungsversuch. Dabei wurde die "Adax" zweimal gegen die Fähre geschleudert, woraufhin der Mast brach und das Boot vollends manövrierunfähig wurde. Mit einem Rettungsreifen versuchte man jetzt, die Frau auf die Fähre zu ziehen. Bevor sie aber auf Höhe der rettenden Einstiegsluke war, rutschte sie ab und stürzte ins Wasser. Erneut ließ man den Rettungreifen ins Wasser hinab, doch als die Frau versuchte, ihn zu erreichen, rissen ihr die Wellen die Schwimmweste vom Körper. Trotzdem konnte sie den Reifen aber noch einmal erreichen und wurde wieder hochgezogen. Die Rettung vor Augen rutschte sie aber ein zweites Mal ab. Die beiden auf der "Adax" ausharrenden Männer konnten anschließend mit einer Rettungsschlaufe gerettet werden. Warum die griechische Mannschaft die Bergeschlaufe nicht schon bei der Skippersgattin benutzten, muss das Seegericht klären. Die Leiche der Frau ist bislang noch nicht gefunden worden. Am 28.9. wollen kroatische und italienische Schiffe die Suche fortsetzen. Die Behörden vermuten, dass die Leiche - ähnlich wie das Segelboot - von Meeresströmen nach Italien getragen worden ist.
Quelle: Tim Schwabedissen

Yacht in Meldorfer Bucht gestrandet
(28.09.2004) - Am 24. September lief gegen 22 Uhr eine Segelyacht des Büsumer Seglervereins mit zwei Mann Besatzung in der Meldorfer Bucht auf Grund. Zum Zeitpunkt der Havarie herrschte stürmischer Wind aus Nordwest der Stärke 7-8 Bft. An Bord der Segelyacht befanden sich zwei Personen. Da an der Unglücksstelle die Wassertiefe so gering war, dass selbst das flachgehende Tochterboot des Seenotrettungskreuzers "Hans Hackmack" den Havaristen nicht erreichen konnte, wurden die beiden Männer von einem Rettungshubschrauber geborgen und vorsorglich zur ärztlichen Untersuchung ins Westküstenklinikum Heide gebracht. Dort wurden bis auf eine leichte Unterkühlung und Prellungen keine schwerwiegenden Verletzungen festgestellt. Die Yacht wurde noch am gleichen Abend geborgen. An ihr entstand Sachschaden in noch unbekannter Höhe.
Quelle: Tim Schwabedissen

Handy blieb bei Untergang trocken - Retter angerufen
(28.09.2004) - Am Nachmittag des 27.9. sank hinter St. Michael's Mount ein Speedboat. Einer nach dem Unglück im Wasser schwimmenden Frau gelang es, mit ihrem trocken gebliebenen Mobiltelefon einen Notruf abzusetzten. Daraufhin schickte die Küstenwache einen Hubschrauber vom britischen Marineschiff "Culdrose" sowie das Rettungsboot aus Penlee. Binnen acht Minuten war der Helikopter an der Unglücksstelle und winschte drei Schiffbrüchige auf. Ein vierter wurde von dem Rettungsboot aufgenommen, nachdem ein Rettungsschwimmer des Hubschraubers ihn lokalisierte. Alle Personen wurden ins Krankenhaus von Treliske gebracht. Die Rettungsaktion wurden begünstigt durch die nur drei Windstärken und guter Sicht.
Quelle: Tim Schwabedissen

Wal von Kreuzfahrer aufgespießt
(28.09.2004) - Im St. Lorenz-Strom rammte am 26.9. das Kreuzfahrtschiff "Jewel of the Seas" einen 20 Meter langen Finnwal und spießte ihn dabei förmlich mit dem Wulstbug auf. Erst als die "Jewel of the Seas" im Hafen des kanadischen New Brunswick festgemacht hatte, bemerkten Passagiere den noch auf dem Wulst steckenden Walkadaver. Die Küstenwache schleppte den toten Meeressäuger anschließend wieder auf die See hinaus. Unklar ist, ob das Tier noch lebte, als es vom Schiff gerammt wurde.
Quelle: Tim Schwabedissen

"Van Gogh" schwer beschädigt in Gibraltar eingelaufen
(28.09.2004) - Der in St. Vincent beheimatete Kreuzfahrer "Van Gogh", der mit rund 500 Passagieren an Bord am 26.8. in der Meerenge von Gibraltar mit dem 274 Meter langen Tanker "Spetses" kollidiert war, hat seine Fahrt abbrechen müssen und kehrte mit erheblichen Schäden am Bug in den Hafen von Gibraltar zurück. Auch an dem Richtung Algerciras laufenden Doppelhüllentanker entstand erheblicher Schaden, jedoch blieben die mit 139.000 Tonnen Rohöl gefüllten Tanks unversehrt. Die Ursache des Unglücks ist noch unbekannt, jedoch herrschte zur Zeit des Zusammenstoßes dichter Nebel. Warnungen der spanischen Behörden vor der drohenden Kollision kamen zu spät. Die "Van Gogh" war auf dem Weg von der britischen Kolonie Gibraltar zur marokkanischen Hafenstadt Tanger gewesen.
Quelle: Tim Schwabedissen

Tanker auf Rheinbank gestrandet
(28.09.2004) - Auf dem Rhein ist am Vormittag des 27.9. nördlich von Leverkusen ein Tankschiff auf Grund gelaufen. Das Schiff kam auf Höhe der Langeler Fähre auf einer Kiesbank am rechtsrheinischen Ufer fest, nachdem sich sein Anker losgerissen hatte. Es hatte 1.300 Tonnen Dieselöl geladen. Eine Gefahr für die Umwelt bestand nach Auskunft der Polizei jedoch nicht. Auch sei das Schiff nicht leck geschlagen. Es soll nun versucht werden, den Havaristen freizuschleppen. Falls dies nicht möglich ist, müssen Teile der Ladung auf einen anderen Tanker umgepumpt werden. Aufgrund der anhaltenden Niederschläge der vergangenen Wochen führt der Rhein aber relativ viel Wasser, was die Bergungsbemühungen unterstützen könnte.

Treibholz kommt jetzt an
(28.09.2004) - Teile der Ladung des Holzfrachters "Fagervik", der in der Nacht zum 21.9. 15 Seemeilen nördlich der holländischen Insel Ameland bei Windstärke 11 und fünf Meter hohen Wellen in Seenot geraten war und nach Eemshaven geschleppt wurde, sind jetzt an verschiedene Strände der ostfriesischen Inseln angetrieben. In den vergangenen Tagen wurden zahlreiche zugeschnittene Holzlatten von Fischern geborgen und im Norddeicher Hafen gelöscht. Auf einigen Inseln haben sich gleich mehrere Insulaner in alter Strandgängermanier mit dem angetriebenen Holz eingedeckt.
Quelle: Tim Schwabedissen

Ölverschmutzung nach Frachterstrandung erfolgreich bekämpft
(28.09.2004) - Der am 8.9. gestrandete belgische Frachter "Christoph Kolumbus" sitzt noch immer auf einer Sandbank vor Sacchalin fest. Der Uferstreifen der Hafenstadt Cholm an der westlichen Küste Sachalins ist aber inzwischen von den Ölverschmutzungen, die er verursacht hatte, gesäubert, wie am 27.9. mitgeteilt wurde. Der Uferstrich war auf einer Länge von sechs Kilometern mit Ölflecken verschmutzt worden. Gleichzeiti g wurden die Arbeiten zum Absaugen der Treibstoffreste aus dem Schiff und aus den verunreinigten Gewässern fortgesetzt. Bisher nahmen am Ufer aufgestellte Treibstofftanks mehr als 200 Tonnen Masut und verunreinigtes Meereswasser auf. Auf der "Christoph Kolumbus" wurden unterdessen verbliebener Dieseltreibstoff und Öle in umbeschädigte Tanks umgepumpt. Die Spezialisten des Havarie- und Rettungsdienstes von Sachalin demontieren schwere Ausrüstungsgegenstände und laden sie auf eine Barge um. Um die "Christoph Kolumbus" von der steinigen Sandbank, die sich nur rund 40 Meter vom Ufer entfernt befindet, zu befreien, muss das Schiff komplett geleichtert werden.
Quelle: Tim Schwabedissen

Seglerin starb bei Rettungsaktion
(27.09.2004) - Am Nachmittag des 24.9. kenterte in der Adria in schwerem Sturm die mit fünf Personen besetzte Yacht "Atax". Das Boot war 30 Meilen südwestlich von Pula in das aufkommende Unwetter geraten und hatte einen Notruf abgesetzt, der von der Küstenwache und der Hafenbehörde von Pula registriert wurde. Die Behörden alarmierten umgehend alle Schiffe in der Umgebung. Die kroatische "Zrinski" erreichte das havarierte Segelschiff, das aber leddiglich von zwei Grazern verlassen wurde. Sie trafen am Abend an Bord der "Zrinski" in Triest ein. Später setzten die drei an Bord der "Atax" verblieben Personen einen weiteren Notruf ab, nachdem sich eine Welle von fünf Metern Höhe aufgebaut hatte. Am Abend erreichte die griechische "Lefkaori" die "Atax". Während der Vorbereitungen, die Österreicher an Bord zu nehmen, stürzte eine Frau ins Meer. Sie konnte nicht mehr gerettet werden. Ihre Leiche trieb am 26.9. bei Pula an. Die beiden verbliebenen Crewmitglieder konnten von der Besatzung der "Lefkaori" gerettet werden.
Quelle: Tim Schwabedissen

Chemikalienfrachter auf Grund gelaufen
(27.09.2004) - Ein mit Chemikalien beladener italienischer Frachter ist vor der griechischen Küste am 27.9. nahe der vor Piräus liegenden Insel Salamis auf einer Sandbank auf Grund gelaufen. Von den 15 Besatzungsmitglieder kam bei der Havarie niemand zu Schaden. Auch der Schiffskörper blieb intakt. Die Küstenwache versucht mit einem Schlepper das Schiff frei zu bekommen, hieß es. Vor Ort ist auch ein Spezialschiff für die Bekämpfung von Chemikalien eingetroffen.
Quelle: Tim Schwabedissen

Containerfrachter rammte U-Bootssperre
(27.09.2004) - Am Abend des 25.9. kollidierte vor Südafrika der chinesische Containerfrachter "Dainty River", 22.746 BRZ, mit einer ehemaligen U-Bootssperre im Eingangskanal nach Durban. Das Schiff sollte in dem Hafen Container löschen und neue aufnehmen. Es hatte zum Unglückszeitpunkt einen Lotsen an Bord. Zur Zeit des Zwischenfalls gegen 21.00 herrschte schwerer Regenfall in dem Seegebiet. Das unter panamaischer Flagge registrierte Schiff der Cosco-Reederei wurde im Bereich des Wulstbugs schwer beschädigt und wurde an rund einem halben Dutzend Stellen aufgerissen. Ob der Havarist in Durban repariert werden muss oder eine vorläufige Reparatur ausreicht, sollte nach einer Unterwasserinspektion entschieden werden. Zwischenzeitlich machte die "Dainty River" zum Löschen ihrer Ladung am Containerterminal fest. Am Morgen des 26.9. wurde der Hafen von Durban gesperrt, um eine Untersuchung des Unterwasserhindernisses im Hinsicht auf eine Schifffahrtsgefährdung durch möglicherweise losgerissene Betonbrocken vorzunehmen.
Quelle: Tim Schwabedissen

Katamaran-Crew aus Hurrikan gerettet
(27.09.2004) - Am Nachmittag des 22.9. wurden Notrufe des 36 Fuß langen Katamarans "Free Cat" von einer Position 400 Meilen nördlich Puerto Ricos aufgefangen. Das Boot war auf dem Weg zur Annapolis Boat Show in Maryland, als Ausläufer der Hurricanes Jeanne und Karl mit starkem Wind und hoher See es beschädigten. Nachdem der Notruf durch die Küstenwache weiter verbreitet wurde, meldete sich der 650 Fuß lange Bulkcarrier "Sentinel II" uund nahm Kurs auf die "Free Cat", die mit zerrissenen Segeln in bis zu 14 Fuß hohen Seen trieb. Die dreiköpfige Besatzung aus England und den USA gab ihr Boot auf und wurde sicher an Bord des Frachters gebracht. Sie ging am 25.9. in dessen nächstem Zielhafen Baltimore an Land.
Quelle: Tim Schwabedissen

Kutter auf Kieler Förde in Seenot
(27.09.2004) - Am 25.9. schlug der Kutter "Robbe" in der Kieler Förde auf Höhe des Leuchtturms Kiel leck und funkte Notrufe. Die Bilge des Schiffes lief voll. Aus Laboe lief der Seenotkreuzer "Berlin" zum Havaristen aus, aus Schilksee kamen die Rettungsboote "Bottsand" und "Asmus Bremer" zu Hilfe. Mit vereinten Kräften gelang es, des Wassereinbruchs Herr zu werden und die "Robbe" in den Olympiahafen Schilksee einzubringen.
Quelle: Tim Schwabedissen

Ein Verletzter bei nächtlichem Brand auf Fahrgastschiff
(27.09.2004) - Glück für 160 Passagiere der "MS Montafon": Kurz nachdem 160 Passagiere das österreichische Fahrgastschiff "Montafon" am 26.9. nach dessen letzter Fahrt von Bregenz nach Lindau und zurück verlassen hatten, brach aus bislang ungeklärter Ursache im Bereich des Steuerbord-Hauptmotors Feuer aus. Der Besatzung war beim Verlassen des Schiffes nichts aufgefallen, die übliche Kontrollen waren ordnungsgemäß durchgeführt worden. Eine Reinigungsfrau bemerkte den Brand und verständigte die Feuerwehr. Bis zu deren Eintreffen versuchten drei Bedienstete der ÖBB-Schifffahrt, die Flammen mit Pulver-Feuerlöschern selbst zu löschen, was jedoch nur vorübergehend zu einem Erfolg zu führen schien. Ein Angestellter erlitt dabei eine leichte Rauchgasvergiftung und mußte ins Bregenzer Krankenhaus eingeliefert werden. Das Feuer war unterdessen wieder aufgelebt, und erst nach über einer Stunde konnte die Feuerwehr, die mit einem Löschboot, acht Fahrzeugen und 45 Mann im Einsatz war, es erfolgreich bekämpfen. An der Steuerbord-Hauptmaschine und dem Abgasabzugsrohr wurden durch den Brand erhebliche Schäden angerichtet.
Quelle: Tim Schwabedissen

Neue Untersuchung zehn Jahre nach "Estonia"-Katastrophe?
(27.09.2004) - Auch zehn Jahre nach dem Untergang der estnischen Fähre "Estonia" am 28. September 1994, bei dem 852 Passagiere ums Leben kamen, sind die Forderungen nach einer neuen Untersuchung nicht verstummt. Konstruktionsmängel sollen Schuld sein an dem schwersten europäischen Unglück der Zivilschifffahrt nach Ende des 2. Weltkriegs. In der Nacht zum 28. September 1994 sank die "Estonia" auf dem Weg von Tallinn und Stockholm in der Ostsee. Nur 137 Personen konnten gerettet werden. Auf das Unglück folgten jahrelange Untersuchungen und Prozesse. Verschwörungstheorien und Spekulationen über einen andern als den offiziell dargelegten Unfallverlauf jagten sich und sind bis heute nicht verstummt. Die offizielle Untersuchung wurde 1997 abgeschlossen. Das aus schwedischen, estnischen und finnischen Experten bestehende Team kam damals zum Ergebnis, dass eine fatale Fehlkonstruktion zum Untergang der "Estonia" geführt hatte: Die Riegelvorrichtung, mit der die Bugklappe nach dem Verladen der Autos verschlossen wurde, sei zu schwach konstruiert gewesen, um dem in der Unglücksnacht tobenden Sturm standzuhalten. Zudem habe sich die Autoladerampe zu nah am Bugvisier befunden, weshalb sie ebenfalls losgerissen wurde, obwohl sie eigentlich dazu bestimmt war, ein Eindringen von Wasser in den Schiffsrumpf zu verhindern. Die Kommission warf auch der estnischen Besatzung der Fähre Fehlverhalten vor. Die Meyer-Werft in Papenburg, die die "Estonia" 1980 als "Viking Sally" erbaut hatte, wies jede Schuld von sich und warf der Reederei Nachlässigkeit bei der Instandhaltung der Fähre vor. Die Frage der Verantwortlichkeit wurde jedoch nie abschliessend geklärt. Zudem kam es während der Untersuchungen zu verschiedenen Ungereimtheiten. Eine Gruppe von Angehörigen der Opfer fordert deshalb seit Jahren eine neue Untersuchung über den Verlauf des Untergangs der "Estonia". Dabei erhalten sie zunehmend Unterstützung von internationalen Seefahrtsexperten. Unklarheit herrscht vor allem über die 20 Minuten, während deren die Fähre auf den Meeresboden abglitt. Laut Experten kann die Kenntnis des genauen Sinkverlaufs zu Verbesserungen in der Konstruktion neuer Fähren führen, wodurch ähnliche Katastrophen vermieden werden könnten. Um die nötigen Simulationen durchzuführen, sind neue Filmaufnahmen erforderlich, denn das vorhandene Material ist unvollständig. Dies jedoch scheint unmöglich, da Schweden, Estland und Finnland das Wrack zur offiziellen Grabstätte erklärten. Vor drei Jahren hatte sich die schwedische Regierung gegen eine neue Untersuchung des Unglücks entschieden. Nun wird sich demnächst das Parlament damit befassen müssen. Fünf Parlamentarier unterschiedlicher Parteizugehörigkeit, unter ihnen ein Überlebender der Katastrophe, fordern neue Tauchgänge für Videoaufnahmen sowie die Bestellung einer unabhängigen Expertenkommission, in der die betroffenen Länder nicht vertreten sein sollen.
Quelle: Tim Schwabedissen

Kreuzfahrtschiff mit Öltanker kollidiert
Gibraltar (26.09.2004) Ein Kreuzfahrtschiff mit rund 500 Passagieren an Bord ist in der Meerenge von Gibraltar, die eine der meistbefahrenen Schifffahrtsstraßen der Welt ist, mit einem Öltanker zusammengestoßen. Menschen kamen nicht zu Schaden. An beiden Schiffen entstand jedoch erheblicher Sachschaden, wie die Behörden mitteilten. Aus dem mit doppelten Wänden ausgestatteten Tanker sei kein Öl ins Meer ausgetreten. Zur Zeit des Zusammenstoßes herrschte dichter Nebel.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Durchatmen bei Seenotrettern nach Orkaneinsätzen
(24.09.2004) - Ausruhen und Aufklaren ist nach der eingetretenen Wetterberuhigung bei den Seenotrettern nun angesagt, nachdem der erste Herbststurm ihnen reichlich Arbeit beschert hatte.
Der Borkumer Seenotrettungskreuzer "Alfried Krupp" und das auf der niederländischen Nachbarinsel Schiermonnikoog beheimatete Rettungsboot "Konig Willem I" haben rund 20 Stunden mit Wellenhöhen bis zu zehn Metern und ebensoviel Windstärken zu kämpfen gehabt.
Die "Alfried Krupp" war von der Küstenwache Schiermonnikoog zur "Fagervik" gerufen worden, die mit verrutschter Decksladung mit niederländischer Schlepperhilfe auf dem Weg zur Emsmündung und weiter zum Eemshaven unterwegs war und dringend Beistand und Sicherung benötigte. Der Borkumer Kreuzer lief sofort mit nur vier Mann Besatzung aus, bekam aber dann - kurz vor Erreichen des Havaristen - die Meldung, dass ein weiterer Beistand nicht mehr nötig sei, drehte bei und kehrte nach Borkum zurück. Wenig später kam aber ein erneuter Anruf der holländischen Küstenwache, dass der Schleppzug abzudriften drohe und weiter Hilfe der "Alfried Krupp" benötige. Also ging es nach eiliger Treibstoffübernahme wieder hinaus auf See, wo der Schleppzug dann das holländische Rettungsboot "Konig Willem I" entließ und die Sicherung in das deutsche Emsmündungsgebiet der "Alfried Krupp" übergab. Selbst in der Emsmündung wurde der Seegang nicht weniger, und die Böen gingen immer wieder auf neun bis zehn Windstärken hinauf. Erst im Landschutz von Borkum wurde es etwas ruhiger. Gegen 2.30 Uhr des 22.9. übernahm das holländische Rettungsboot "Jan en Titia Vissser" der Station Eemshaven die weitere Begleitung. Der Borkumer Kreuzer lief nach ungefähr 20 Stunden Einsatz wieder in den Borkumer Schutzhafen ein. Auch der deutsche Notfallschlepper "Oceanic" war zwischenzeitlich in Marsch gesetzt worden, falls der Schleppzug außer Kontrolle in deutsche Hoheitsgewässer gedriftet wäre.
Die zeitgleich mit übergegangener Ladung in Not geratene "Lumare" ist nun in der Waddenzee vor Anker gegangen. Die Besatzung hat damit begonnen, die nach Steuerbord übergegangene Holzladung wieder umzutrimmen und damit das krängende Schiff auf ebenen Kiel zu bringen. Das Seenotboot "Arie Visser" ist inwzischen auch auf seine Station Terschelling zurückgekehrt und der Bergungsschlepper "Typhoon" auf Warteposition gegangen. Der Weg des Driftholzes der beiden Schiffe wird von einem Hubschrauber der holländischen Luftwaffe weiter beobachtet.
Quelle: Tim Schwabedissen

Notruf per Satellit - Deutscher Segler vor Lissabon gerettet
Bremen (23.09.2004) Ein deutscher Segler ist in der Nacht zum Donnerstag im offenen Meer vor Lissabon von einem belgischen Frachter aus Seenot gerettet worden. Der aus München stammende Mann hatte sich auf einem mehrere hundert Seemeilen langen Törn nach Madeira befunden, als sein Zwölf-Meter-Boot einen plötzlichen Wassereinbruch erlitt und sank, wie die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) in Bremen mitteilte. Der Skipper konnte rechtzeitig in die Rettungsinsel gehen und wurde rund 50 Seemeilen (etwa 92 Kilometer) südwestlich von Lissabon durch die belgische «Lady Hilde» geborgen.

Der Münchner hatte sich allein an Bord seiner Yacht befunden. Als das Boot sank, löste die Satelliten-Notfunkbake automatisch Alarm aus. Der Notruf ging kurz vor Mitternacht in der Bremer DGzRS-Seenotleitung MRCC (Maritime Rescue Co-ordination Centre) ein, jedoch ohne Positionsangabe, wie eine Sprecherin berichtete. Die Wachleiter des MRCC ermittelten jedoch, dass es sich um eine Segelyacht auf dem Weg von Lissabon nach Madeira handelte, und informierten das portugiesische MRCC in Lissabon.

Zeitgleich gelang es dem Schiffbrüchigen, über ein Handfunkgerät Kontakt mit dem belgischen Frachter aufzunehmen und Angaben zu seiner Position durchzugeben. Die MRCC in Bremen und Lissabon koordinierten dann die Rettungsaktion durch Kontakt zur «Lady Hilde». Gegen 2.15 Uhr erreichte der Frachter die Notfallstelle und barg den völlig erschöpften Mann, der nach Lissabon zurückgebracht wurde. Wie Experten des MRCC in Bremen betonten, war der Skipper für den Notfall hervorragend ausgerüstet. Zudem habe er exakte Informationen über seinen geplanten Törn unter anderem bei seiner Ehefrau hinterlegt, was das rasche Auffinden und die schnelle Bergung sehr erleichtert habe. Bergungsleichter bei Arbeiten an gestrandetem Frachter auf Grund gelaufen
(23.09.2004) - Ein Schiffbruch kommt nicht immer allein: In unmittelbarer Nähe der gestrandeten belgischen "Christopher Columbus" wurde am 22.9. ein russischer Leichter im Sturm auf die Küste des südwestlichen Sacchalin geschleudert. Die Fachleute der Bergungs- und Rettungsverwaltung des Sachalin-Beckens wollten mithilfe des Leichters, der aus dem Sachalin-Hafen Korssakow geschleppt worden war, Ausrüstung aus der "Christopher Columbus", das bei Cholmsk 50 Meter von der Küste entfernt zwischen Felsen fstliegt, bergen. Der havarierte Leichter kam vier Kilometer vom Frachter entfernt fest und liegt mit dem Bug auf Land.

Der Frachter hatte vor zwei Wochen die Warnung, auf hoher See Schutz vor dem Ausläufer des Wirbelsturms Songha zu suchen, ignoriert. Der Kapitän hatte nach bisherigen Ermittlungen um 9.15 des 8.9. eine Sturmwarnung verbunden mit der Ermahnung auszulaufen erhalten. Er blieb aber auf seiner Ankerposition. Am selben Abend riss sich der Frachter bei einer Windstärke von 33 m/sek vom Anker los und kam nach 20 Minuten Drift um 21.35 am Primorski Boulevard, einem Erholungsvorort von Cholmsk, fest. Zwei Öltanks am Steuerbord schlugen leck, woraufhin 80 Kubikmeter Dieseltreibstoff und 120 Tonnen Masut aus dem Maschinenraum ins Meer flossen.
Quelle: Tim Schwabedissen

Nach Sturm reichlich Treibgut in der Nordsee
(23.09.2004) - Nach dem Verlust der Ladung hat sich der am 21.9. auf dem Weg von Kalmar nach Shoreham 30 Kilometer nördlich von Ameland havarierte antiguanische Frachter "Fagervik", 2.050 BRZ, wieder etwas aufgerichtet. Das Schiff hatte um 7.30 seine Notsituation gemeldet, woraufhin, wie berichtet, eine Rettungsaktion mit Rettungsbooten aus Ameland, Schiermonnikoog und Borkum angelaufen war. Um 8.30 hatte ein holländischer SAR-Hubschrauber mit der Evakuierung der "Fagervik" begonnen. Eine Viertelstunde später waren alle sieben Mann aufgewinscht und wurden nach Schiermonnikoog geflogen. Die "Waker" der holländischen Küstenwache sowie der Schlepper "Hunter" und das Bergungsschiff "Tempest" aus Terschelling waren derweil zum Havaristen unterwegs, der in östliche Richtung abtrieb. Es sollte versucht werden, ihn nach Deutschland abzuschleppen. Nachdem sich ein Teil der übergegangenen Holzladung gelöst und über die Backbordseite ins Meer gestürzt war, richtete sich der Frachter soweit auf, dass seine Lage sich stabilisierte. Auch die "Lumare" hatte um 9.30 dem Küstenwachzentrum Den Helder Schlagseite gemeldet. Er stand zu dieser Zeit 27 Kilometer westnorwestlich von Vlieland. Ein Großteil seiner Ladung fiel ebenfalls in die See. Aus Terschelling wurde das Schiff vom Rettungsboot "Arie Visser" angesteuert. Ebenfalls Kurs auf den Havaristen nahmen der Tonnenleger "Terschelling" und der aus dem Notfall "Fagervik" entlassene Schlepper "Hunter". Die "Lumare" war unterwegs nach Cardiff, sollte nun aber Harlingen als Nothafen ansteuern. Nach Wetterberuhigung warf ihre Besatzung zwischen Vlieland und Terschelling bei Stortemelk Anker. Der Schlepper "Typhoon" machte bei dem Havaristen Standby. Die Drift der in der See treibende Ladung wurde aus der Luft weiter beobachtet.
Quelle: Tim Schwabedissen

"Fagervik" sicher im Hafen
(23.09.2004) - Nach dem Verlust der Ladung hat sich der am 21.9. auf dem Weg von Kalmar nach Shoreham 30 Kilometer nördlich von Ameland havarierte, in St. John's beheimatete Frachter "Fagervik", 2.050 BRZ, wieder so weit aufgerichtet, dass keine akute Untergangsgefahr mehr bestand. Das 80 Meter lange Schiff hatte um 7.30 seine Notsituation gemeldet, woraufhin, wie berichtet, eine Rettungsaktion mit Rettungsbooten aus Ameland, Schiermonnikoog und Borkum angelaufen war. Um 8.30 hatte ein holländischer SAR-Hubschrauber mit der Evakuierung der "Fagervik" begonnen. Eine Viertelstunde später waren alle sieben Mann aufgewinscht und wurden nach Schiermonnikoog geflogen. Die "Waker" der holländischen Küstenwache sowie der Schlepper "Hunter" und das Bergungsschiff "Tempest" aus Terschelling waren derweil zum Havaristen unterwegs, der in östliche Richtung abtrieb. Nachdem sich ein Teil der übergegangenen Holzladung gelöst und über die Backbordseite ins Meer gestürzt war, richtete sich der Frachter soweit auf, dass seine Lage sich stabilisierte. In den Mittagsstunden des 22.9. wurde die "Fagervik" mit leichter Backbordkrängung im Hafen von Eemshaven eingeschleppt und vertäut.
Auch die "Lumare" hatte um 9.30 dem Küstenwachzentrum Den Helder Schlagseite gemeldet. Er stand zu dieser Zeit 27 Kilometer westnorwestlich von Vlieland. Ein Großteil seiner Ladung fiel ebenfalls in die See. Aus Terschelling wurde das Schiff vom Rettungsboot "Arie Visser" angesteuert. Ebenfalls Kurs auf den Havaristen nahmen der Tonnenleger "Terschelling" und der aus dem Notfall "Fagervik" entlassene Schlepper "Hunter". Die "Lumare" war unterwegs nach Cardiff, sollte nun aber Harlingen als Nothafen ansteuern. Nach Wetterberuhigung warf ihre Besatzung zwischen Vlieland und Terschelling bei Stortemelk Anker. Der Schlepper "Typhoon" machte bei dem Havaristen Standby. Die Drift der in der See treibende Ladung wurde aus der Luft weiter beobachtet.
Quelle: Tim Schwabedissen

Wiedersehen mit Lebensrettern nach 18 Jahren
(23.09.2004) - 18 Jahre nach seiner Rettung kam es am 21.9. in Laboe zu einem Wiedersehen zwischen dem Rudergänger des Kümos "Cavima", Anders Andersen, und der inzwischen pensionierten Besatzung des Rettungskreuzers "Berlin", die ihn am 10.1.1986 aus der eisigen Kieler Förde gezogen hatte. Kurz nach Mitternacht hatte Andersen am jenem Wintermorgen am Ruder des dänischen Frachters gestanden, der Richtung Kiel lief. Aus dichtem Nebel tauchte auf einmal der Bug des polnischen Frachters "Kosnitsa" auf und stieß in den Rumpf der "Cavima". Das kleine Kümo kenterte udn sank fast augenblicklich. Bei minus 10 Grad sprangen vier Besatungsmitglieder in die eisige See. Zwei weiteren gelang die Flucht aus dem Schiff nicht mehr, ihre Leichen wurden erst nach der Bergung des Wracks in den Unterkünften gefunden. Andersen hatte sich auf einen auftreibenden hölzernen Lukendeckel retten können. Klaus Göttsch vom Rettungskreuzer "Berlin" hörte im Rahmen der sofort eingeleiteten Suchaktion vor Friedrichsort auf dem Bug des Kreuzers stehend seine schwachen Hilferufe. "Da hinten ruft einer", brüllte er zur Brücke, auf der Vormann Hans Eberhardt dann an den Schiffbrüchigen heranmanövrierte. Mit dem Tochterboot "Steppke" gelang die Rettung des Esbjergers, der inzwischen fast besinnungslos und steifgefroren war. Mit einer Warmluftbeatmung holten die Seenotretter ihn im Bordlazarett der "Berlin" ins Leben zurück. Als Andersen jetzt seine Retter wieder besuchte, hatte er auch seine Frau dabei, die den Männern für die Aktion dankte: "Sie haben mir den Mann und drei Kindern den Vater gerettet". Andersens Bedarf an Schutzengeln blieb auch nach dem "Cavima"-Unglück hoch: Noch im selben Jahr überlebte er einen Hotelbrand in Norwegen und den Untergang des dänischen Frachters "Nordland Saga" in der Biscaya. Dann reichte es ihm: Andersen blieb fortan an Land. Die "Cavima" wurde nach ihrer Hebung in Kiel abgewrackt.
Quelle: Tim Schwabedissen

Mehrere Seenotfälle in erstem Herbststurm auf der Nordsee
(22.09.2004) - Der erste Herbststurm, der mit bis zu 11 Bf über die Nordsee fegte, brachte auch viel Arbeit für die Seenotretter:
In der Nacht zum 21.9. ist vor den westfriesischen Inseln der Frachter "Fagervik" in Seenot geraten. Das 1980 auf der Hamburger Sietas-Werft erbaute Schiff entwickelte in schwerer See mit bis zu fünf Meter hohen Wellen 45 Grad Schlagseite und funkte Notrufe. Die sieben Mann Besatzung wurden am Morgen des 21.9. von einem Hubschrauber abgeborgen.
Auch niederländische Rettungsboote sowie der Borkumer Rettungskreuzer "Alfried Krupp" waren zur "Fagervik" gelaufen. Das Schiff, das zu dieser Zeit 20 Seemeilen nördlich von Ameland trieb, driftete mit rund 2 Knoten Geschwindigkeit in südwestliche Richtung davon. Der holländische Bergungsschlepper "Waker" machte sich auf den Weg zum Havaristen.

Fast zur gleichen Zeit ging auch 20 Seemeilen nordwestlich von Vlieland auf dem sechs Jahre alten Frachter "Lumare" die aus Holz bestehende Decksladung über. Das Schiff legte sich auf die Seite, blieb aber fahrtüchtig. Am Abend des 21.9. hoffte die Crew einen Nothafen zu erreichen.

Der im vergangenen Jahr in Dienst gestellte deutsche Seenotkreuzer "Hermann Marwede" kam einem polnischen Zweimaster zu Hilfe. Um 16.20 Uhr hatte der 15 Meter lange Segler wegen starken Wassereinbruchs bei der Ansteuerungstonne Hever, ca. 18 Meilen nordöstlich von Helgoland Mayday gefunkt. Die SAR-Koordinationsstelle in Bremen schickte den Helgoländer Seenotkreuzer und einen SAR-Hubschrauber zum Havaristen und bat die übrigen Schifffahrt um Unterstützung. Gegen 17.45 Uhr stellte das Tochterboot "Verena" des Seenotkreuzers eine Leinenverbindung zum Havaristen her. Der Wassereinbruch konnte unter Kontrolle gebracht werden, weitere Fahrzeuge wurden aus der Rettungsaktion entlassen. Gegen 23.20 lief der Zweimaster mit seiner aus sechs Mann und vier Frauen bestehenden Crew im Schlepp der "Hermann Marwede" nach Helgoland ein.
Quelle: Tim Schwabedissen

Güterschiff auf Donau gestrandet
(22.09.2004) - Nach einem technischen Defekt ist am 21.9. auf der Donau bei Regensburg ein Frachtschiff havariert. Der in Wien beheimatete Schubverband wurde eines Stromausfalls manövrierunfähig. Das 23 Meter lange Schubschiff trieb daraufhin auf Höhe Regensburg-Schwabelweis gegen die Uferböschung. Mit aufgerissenem Schiffsrumpf legte es sich quer zum Fahrwasser. Trotz des Wassereinbruchs in den Maschinenraum gelangte aber kein Öl in die Donau. Auch der Schiffsverkehr wurde nicht beeinträchtigt. Für die Bergung des Schiffs kam neben der Feuerwehr auch ein Taucher zum Einsatz. Die Polizei schätzt den Schaden auf mehrere 10.000 Euro.
Quelle: Tim Schwabedissen

Lob für "Sydney Express"-Crew nach erfolgreicher Rettungsaktion
(20.09.2004) - Am Morgen 17.9. machte am Hamburger Burchardkai der Containerfrachter "Sydney Express" fest, dessen Crew vier Tage zuvor unter dramatischen Umständen den britischen Segler Philip Kerin aus tobender See gerettet hatte. Kerins 8,50-Meter-Segelyacht "Dunnlyn" hatte in der Nacht zum 13.9. manövrierunfähig mit zerschlagenem Ruder etwa 380 Seemeilen westlich vor Land's End getrieben. Der erfahrene Segler wusste um die Gefahren, wenn er in den stark befahrenen Kanal getrieben wäre. Im dritten Versuch gelang es dem Kapitän des Hamburger Frachters, den Segler zu retten. Die Yacht musste verloren gegeben werden.
Der Sturm tobte mit Windstärke acht, als Kapitän Heinze gegen 18 Uhr auf der "Sydney Express" den Ruf der Küstenwache Falmouth bekam: "Segler in Not, können Sie mal sehen, was los ist?" Heinze nahm Kurs auf die angegebene Position. Gleichzeitig startete ein Flugzeug der Küstenwache, suchte die See mit Scheinwerfern ab. Vier Stunden später sah Heinze ein schwaches Licht in den Wellentälern blinken: "Es gab keinen Funkkontakt, nichts funktionierte mehr an Bord, nur das Notlicht", sagte Heinze nach der Rettungsaktion. Gut 34 Stunden hatte Philip Kerin auf seiner Yacht gegen die Ausläufer des Hurrikans "Frances" gekämpft. Er hatte beigedreht und versucht, das Wetter abzuwarten. "Irgendwann wusste ich, ich muss mich entscheiden - das Boot oder mein Leben", sagte Philip Kerin hinterher. Er funkte Notsignale. Der pensionierte Kapitän der Handelsmarine war seit 1993 mit der "Dunnlyn", einem von ihm umgebauten, ehemaligen Arbeitsboot des Baujahrs 1890, unterwegs gewesen, das gleichzeitig sein Zuhause darstellte. Kerin kam auf gerade von den Azoren.
Erst gegen 23.30 Uhr konnte die "Sydney Express" seine Rettung einleiten: Nachdem die havarierte Yacht in der tosenden See immer wieder abgetrieben war, fuhr Kapitän Heinze sein Schiff ein Stück zurück. Dadurch wurde ein Unterdruck an der Bordwand erzeugt und die Yacht dadurch angezogen. Kerin band sich einen Tampen um den Leib und sprang ins Wasser. Die Crew schoss Leinen zum Schiffbrüchigen und zog den erschöpften Mann an Bord. Während dessen trieb die "Dunnlyn" in die Nacht davon. Es war im Sturm unmöglich, das Schiff zu bergen. Reeder Jan Offen lobte später die Männer der "Sydney Express": "Es war eine Meisterleistung von Kapitän und Crew. Wir sind froh, dass sie so einen guten Job gemacht haben." Am 14.9. wurde der unverletzte Kerin im englischen Tilbury an Land gesetzt. Er will nun die Seefahrt aufgeben und seine Lebensgefährtin heiraten.
Quelle: Tim Schwabedissen

Gastanker drohte auf Jungfernfahrt zu stranden
(21.09.2004) - Buchstäblich in letzter Minute gelang es norwegischen Bergern am 21.9., den italienischen Flüssiggastanker "Marte" vor der drohenden Strandung zu bewahren. Nach einem Maschinenschaden war das 74 Meter lange Schiff in schwerer See nördlich von Bergen bis auf 30 Meter an die Felsküste bei Fedje herangetrieben, als es aufgestoppt und aus der Gefahrenzone geschleppt werden konnte. Die Lage war von Rettungskräften als sehr ernst bezeichnet worden. Wenige Minuten später hätte das Schiff aufgesetzt.
An Bord der "Marte" hatten sich 600 Tonnen hochexplosives Flüssiggas befunden. Das Schiff mit einer 14-köpfigen Besatzung aus Litauen stand unter italienischem Kommando. Es befand sich auf seiner Jungfernfahrt vom norwegischen Mongstad nach Antwerpen, als die Maschine aus noch ungeklärter Ursache ausfiel. Die Besatzung versuchte vergeblich, ihren direkt Richtung Land treibenden Tanker durch das Auswerfen der Anker zu stoppen.
Gleichzeitig bereiteten die norwegischen Behörden die Rettung von 800 Anwohnern in Fedje vor und setzten Schlepper sowie Hubschrauber für eine etwaige Bergung der Besatzung in Marsch. Die Schifffahrtsaufsicht kündigte derweil an, dass der Tanker so lange in norwegischen Gewässern bleiben muss, bis die Ursache für den Maschinenschaden geklärt ist. Die "Marte" gehört der italienischen Reederei Arcutor. Sie war von der niederländischen Reederei Antony Weder für den Gastransport gechartert worden.
Quelle: Tim Schwabedissen

Hochzeitgesellschaft im Nebel verschollen
(21.09.2004) - So hatte sich der Bräutigam seine Hochzeit wohl nicht vorgestellt: Der Kapitän des Fahrgastschiffes "Erzherzog Johann", auf dessen Schiff 30 Gäste die Feier verlassen wollten, verfuhr sich am 20.9. auf dem Altausser See im Nebel so hoffnungslos, dass er Notrufe aussandte. Die alarmierte Wasserrettung der Freiwilligen Feuerwehr Altaussee schwärmte aus und versuchte, das von Strandung bedrohte Schiff vom Ufer aus zu entdecken. Als die "Erzherzog Johann" in den Nebelschwaden ausgemacht worden war, blieb das Problem, sie in den Hafen zu lotsen. Der Wirt, in dessen Gaststätte die Hochzeit gefeiert worden war, hatte die rettende Idee: Mit seinem Moped fuhr er die Seepromenade entlang. An seinem Scheinwerferlicht orientierte sich in einer Distanz von 20 Metern ein Feuerwehrboot. 30 Meter weiter seewärts lief das Fahrgastschiff auf Parallelkurs mit. Nach zwei Stunden Fahrt hatte der Bräutigam schließlich wohlbehalten das Ziel erreicht.
Quelle: Tim Schwabedissen

Mindestens 11 Tote bei Fährunglück
(21.09.2004) - Am 19.9. sank in einem schweren Unwetter auf dem Fluss Rio Negro im Amazonas eine brasilianische Fähre mit 108 Menschen an Bord. 93 Menschen überlebten das Unglück, 11 wurden bislang tot geborgen. Vier Fahrgäste wurden noch vermisst.
Quelle: Tim Schwabedissen

Missglücktes Anlegemanöver fordert sieben Verletzte
(21.09.2004) - Am Morgen des 20.9. rammte das Schweizer Fahrgastschiff "Brunnen", 197 BRZ, auf dem Vierwaldstättersee beim Anleger Kehrsiten-Bürgenstock mit 20 Passagieren ins Ufer. Das 48 Meter lange Schiff prallte beim Versuch des Festmachens 20 bis 30 Meter vom Anleger entfernt gegen die Ufermauer und eine Bootshalle. Dabei kamen mehrere Passagiere zu Fall. Sieben Personen wurden verletzt und mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Bis zum Abend wurden drei von ihnen wieder entlassen. Das Schiff war im Liniendienst von Luzern Richtung Pilatusbahn in Alpnachstad OW unterwegs und hatte zum Unglückszeitpunkt Fahrgäste schweizerischer, deutscher, amerikanischer und indischer Nationalität an Bord.

Greenpeace prangert Zeitbombe im Meer an
(21.09.2004) - Zwei Wochen nach dem Untergang des Frachters "Ulla" vor Iskenderun protestierten Aktivisten der Umweltorganisation Greenpeace am 20.9. vor dem Umweltministerium in Ankara gegen die Verantwortungslosigkeit der Behörden im Umgang mit der bis heute nicht geborgenen Giftladung. "Der Minister wartet, die 'MV Ulla' vergiftet das Meer!" Mit diesem Spruch auf einem großen Banner informierten acht Greenpeacer die Öffentlichkeit. Sie forderten den türkischen Umweltminister auf, sofort Maßnahmen gegen eine mögliche Verseuchung des Meeres zu ergreifen und zeigten Fotos vor, auf denen die Fässer mit dem Giftzeichen deutlich zu erkennen sind. Greenpeace-Taucher hatten die Aufnahmen rund eine Woche zuvor gemacht. Die "Ulla" hat 2.200 Tonnen schwermetallhaltiger Asche geladen, als sie, wie berichtet, sank. Diese Menge reicht aus, um 300.000 Tonnen Wasser zu verseuchen. Seit dem 7. September ist der Hafen um den gesunkenen Frachter herum abgesperrt. Behördenvertreter führten Tests durch, um festzustellen, ob das Gift ins Wasser austritt. Die Krebs erregende Asche stammt aus spanischen Kraftwerken. Asland, ein Unternehmen aus Spanien, hatte den Müll vor vier Jahren erworben, um ihn an eine algerische Firma weiterzuverkaufen. In Algerien wurde die Entladung aber verweigert. Der türkische Eigentümer lenkte das Schiff daraufhin nach Iskenderun um. Während Spanien und die Türkei darüber stritten, wer den Müll zu entsorgen und für die Kosten aufzukommen habe, rostete die 35 Jahre alte "Ulla" bis zu ihrem Untergang im Hafen vor sich hin. Greenpeace hatte schon 2000 gegen den verantwortungslosen Umgang mit ihrer Giftladung protestiert.
Quelle: Tim Schwabedissen

Ausgebrannter Versorger in der Nordsee gesunken
(20.09.2004) - Am Abend des 18.9. sank der ausgebrannte Bohrinselversorger "Viking Victor" beim Versuch, ihn abzuschleppen, auf 86 Meter Tiefe 10,5 Meilen vor Schottland auf Höhe von Findochty in der Nordsee. Das 44 Meter lange Schiff war gegen vier Uhr früh am 16.9. in Brand geraten, seine 12-köpfige Besatzung aus der Luft abgeborgen worden. Das nach Nordwesten abtreibende Wrack war während der Nacht von der "Highland Endurance" weiter beobachtet worden. Am Morgen des 17.9. war das Feuer erloschen und die "Viking Victor" von ihr in Schlepp genommen worden. Bald wurde aber klar, dass der Havarist Wasser nahm und über das Heck abzusinken begann. Daraufhin wurde er außerhalb ökologisch sensibler Bereiche geschleppt. Durch den Schlepp kam mehr Wasser über, und am späten Nachmittag des 18.9. hatte der Versorger kaum noch Freibord. Ein weiterer Schlepper nahm noch Kurs auf den Schleppzug, doch bevor er den Zustand des Schiffes prüfen konnte, hatte die "VIking Victor" schwere Schlagseite bekommen und im Untergehen begriffen. Nach dem Versinken wurde eine mögliche Ölverschmutzung durch die 60 Tonnen Dieselöl ab Nord durch ein Überwachungsflugzeug geprüft.
Quelle: Tim Schwabedissen

Bergungsschlepper an gestradeter Superyacht erwartet
(20.09.2004) - Die nur wenige Wochen nach ihrem Stapellauf in den Mittagsstunden des 16.9. nahe Beaulieu sur Mer gestrandete größte Einmast-Segelyacht der Welt, die 75 Meter lange "Mirabella V", sitzt weiter vor der franzöisischen Riviera fest. Unmittelbar nach dem Zwischenfall hatte die Crew von Eigner Joe Vittoria, dem früheren Chef der Autovermietung Avis, einen Notruf abgesetzt. Obwohl nur wenige Minuten später ein 70 Meter langes Forschungsschiff und die gut 90 Meter lange Motoryacht des russischen Milliardärs Roman Abramovitsch zur Stelle waren, konnten sie der gigantischen Segelyacht nicht helfen. Immer wieder rissen Schlepptrossen und Decksbeschläge bei den Versuchen, die 765 Tonnen schwere "Mirabella V" freizuschleppen. Erschwert wurden die Bergungsarbeiten wegen eines Defekts in der Hydraulik, durch den der zehn Meter tiefe Kiel ausgefahren wurde. Immer wieder vernahmen Zeugen knirschende Geräusche, die von der Grundberührung herrühren mussten. Auch der Mast zeigte zwischenzeitlich eine bedenkliche Biegung. Das 88,5 Meter hohe Rigg wiegt 9,3 Tonnen, mit einer Fläche von 3.200 Quadratmeter sind die gesetzten Segel mehr als 16 mal so groß wie ein Tennisplatz. Bei nachlassenden Winden am Nachmittag wurde die Situation vom Management der "Mirabella V" jedoch als unbedenklich eingestuft. Gegen 19 Uhr erwartete die Crew einen Bergungsschlepper. Im Trockendock La Ciotat wurden inzwischen Vorbereitungen getroffen, die riesige Yacht aufzunehmen und eventuell entstandene Schäden zu reparieren.
Quelle: Tim Schwabedissen

Feuerwehr löschte Polizeiboot
(20.09.2004) - Die Hamburger Feuerwehr ist am Morgen des 18.9. zu einem Löscheinsatz bei den Kollegen von der Hafenpolizei ausgerückt. Aus bisher unbekannter Ursache war auf dem an einem Ponton vertäuten Polizeiboot "Elbe 33" ein Feuer ausgebrochen. Die Flammen erfassten die Holzverkleidung und zahlreiche Gegenstände in der Kajüte des Bootes. Das Feuer konnte gelöscht werden, bevor größerer Schaden entstand.
Quelle: Tim Schwabedissen

Suchaktion nach vermisster Yacht fand Happy End
(20.09.2004) - Am Morgen des 19.9. rettete ein Rettungshubschrauber die zwei Besatzungsmitglieder einer 24 Meilen östlich von Ramsgate in Seenot geratenen 20-Fuß-Yacht. Die beiden Männer hatten die Nacht auf ihrem hilflos in Hauptschifffahrtsrouten treibenden Boot verbracht. Verwandte hatten die Küstenwache am Vorabend alarmiert, nachdem sie das Boot nicht erreichten und glaubten, es könnte vor Herne Bay, Nordkent, in Seenot sein. Mehrere Rettungsboote suchten das fragliche Seegebiet zunächst erfolglos ab. Im ersten Morgengrauen wurden sie zur See und aus der Luft verstärkt. Boote aus Whitstable, Walton, Sheerness, Margate und Whitstable sowie Suchteams aus Margate, Herne Bay und Sheppey, ein RAF Rettungshubschrauber und ein Suchflugzeug aus Manston kamen zum Einsatz. Schließlich sichtete ein Frachter in der Straße von Dover das Boot mit den um Hilfe signalisierenden Schiffbrüchigen und alarmierte die belgischen Behörden. Ein Hubschrauber aus Koksijde brachte die Männer in Sicherheit und brachte sie nach Dover.

Glimpfliches Ende einer Rheinstrandung
(20.09.2004) - Am Morgen des 17.9. lief ein Containerbinnenschiff auf dem Rhein bei Kaltenengers auf Grund. Offenbar war das Schiff durch einen Fahrfehler bei einem Wendemanöver in zu seichtes Wasser geraten. Das Schiff war mit 1.170 Tonnen Containern beladen. Es hatte kein Gefahrgut an Bord, auch ein Leck konnte nicht festgestellt werden. Das Schiff wurde am Nachmittag desselben Tages durch einen Schlepper in tieferes Wasser gezogen und konnte seine Fahrt dann fortsetzen.
Quelle: Tim Schwabedissen

Erinnerung an schweres Schiffsunglück in Husumer Schifffahrtsmuseum
(20.09.2004) - Das Husumer Schifffahrtsmuseum konnte sich jetzt über neue Exponate freuen, die ihm von Beteiligten einer dramatischen Rettungsaktion vor rund 40 Jahren zur Verfügung gestellt wurden. Am 7.5.1965 hatten die beiden Deutschen Peter Hahn und Joachim Krause sich an der Rettung von 25 Seeleuten des nach einer Kollision auf den Großen Seen im Nebel gesunkenen Frachters "Cedarville" beteiligt. Nun wird das Ereignis im Husumer Schifffahrtsmuseum gewürdigt: Peter Hahn und Joachim Krause stellten der Einrichtung einige ihrer Erinnerungsstücke zur Verfügung, darunter eine Medaille, die die beiden Männer aus Sylt und Dagebüll für ihren Einsatz erhielten.
Am Morgen des 7.5.1965 hatte die "Cedarville" mit voller Kraft auf die Machinac Brücke zugehalten, als plötzlich der norwegische Frachter "Topdalsfjord" auftauchte. Der Skandinavier rammte ein Loch von der Größe eines Lastwagens in die Seite der 150 Meter langen "Cedarville". Nur wenige 100 Meter entfernt stand der deutsche Frachter "Weissenburg", dessen Kapitän sofort die Boote klarmachen ließ. Sie erreichten gerade die Unglücksstelle, als die "Cedarville" in eine hohe Wasserfontäne gehüllt versankt. Ringsum die Boote trieben Schiffbrüchige im Wasser, die um Hilfe riefen. Während Peter Hahn nach zu ihm ausgestreckten Händen griff, musste die vierköpfige Besatzung des Bootes kräftig gegensteuern, um nicht vom Sog des sinkenden Frachters ergriffen zu werden. Die Rettung musste wegen des drei Grad kalten Wassers schnell erfolgen. Andere Crew-Mitglieder hatten sich auf ein Floß gerettet, das die Bootbesatzung ins Schlepptau nahm. An Bord der "Weissenburg" wurden die Männer warm abgeduscht, im Maschinenraum in Decken gewickelt und mit heißem Tee versorgt. Neun Seeleute ertranken dennoch in der See.
Für Joachim Krause, der auf der Husumer Schiffswerft Bootsbauer gelernt hat, war die Fahrt mit der "Weissenburg" die letzte Tour. Er ging an Land, baute Yachten und verbringt seinen Ruhestand heute im schelsweig-holsteinischen Fleckeby. Hahn fand seinen neuen Lebensmittelpunkt in Amerika, nachdem er nach der Rettungsaktion das Angebot erhielt, als Hafenkapitän von Cleveland anzufangen. Zuvor fuhr er jedoch noch knapp zwei Jahre zur See und wurde dabei selbst schiffbrüchig. Am Rio de la Plata rammte ein Tanker seinen Frachter. In diesem Fall überlebten aber alle Seeleute.
Quelle: Tim Schwabedissen

Größte Sloop der Welt: Mirabella V aufgelaufen und auf Legerwall
Beaulieu sur Mer (17.09.04)- Mirabella V, Joe Vitoria's 246 Fuß lange Supersloop, hat um 12.00 Uhr lokaler Zeit einen Notruf abgesetzt und um Unterstützung von anderen Schiffen im Seegebiet St. Jean Cap Ferrat gebeten. Sie ist wohl in der Nähe der Einfahrt zum Hafen Beaulieu sur Mer in Frankreich auf Fels gelaufen, nachdem ihr Anker geslippt hat (O in Englisch having dragged her anchor). Windstärke wird mit 6-7Bft angegeben und damit liegt die Mirabella V auf Legerwall.

Die 206ft Explorer-Yacht Big Roi und Romans Abramovich's 282ft Motor-Yacht stehen seit 13.00 Uhr in der Nähe und haben versucht, eine Leinenverbindung herzustellen. Es ist der Big Roi auch 2 mal gelungen, aber beide Leinen sind trotz Motorunterstützung der Mirabella gerissen. Zum Zeit des Unglücks war die Yacht vermutlich nicht verchartert. Die weibliche Besatzung ist von Bord gebracht worden. Bis jetzt besteht scheinbar keine Gefahr das Rigg, ein gigantischen 90m langen Karbonmast zu verlieren.

17.15 Uhr: Mirabella V liegt immer noch auf Legerwall. Ein Beobachter berichtet, das ein weiteres Tau gerissen ist und alamierende Geräusche entweder vom 90m Rigg oder vom 150 t schweren Hubkiel der Yacht zu hören sind.
World Reporter Tim Thomas, der am Ufer in der Nähe der Yacht steht berichtet: Man hört lautes Krachen vom Rigg oder dem Kiel. Der Mast scheint ein wenig zu twisten. Nun scheint ein Crew-Mitglied im Wasser zu sein, um eine Leine an einen Felsen festzumachen. Das Heck der Mirabella ist 20 m von den Felsen entfernt. Er berichtet weiter, das die Yacht immer wieder aufsetzt. Jaqui Beadon, der Charter-Manager sagt: Ein Schlepper ist auf dem Weg und wir hoffen, die Yacht später am Abend freischleppen zu können. Er hat ein kurzes Gespräch mit dem Skipper Johnno Johnston gehabt. Er berichtet, es ist kein Wasser im Schiff. Johnno Johnston hat erst vor kurzem das Kommando über die 15 Mio. $ Yacht übernommen, ist jedoch sehr erfahren.
Quelle: Hans-Peter Nicasius

Brennender Bohrinselversorger treibt in der Nordsee
(17.09.2004) - Am Nachmittag des 16. September brach auf dem Bohrinselversorger "Viking Victor" vor der schottischer Küste ein Feuer aus. 35 Kilometer vor der ostschottischen Küstenstadt Peterhead bekämpfte die Besatzung die Flammen zunächst selbst. Dennoch wurden die Rettungsboote aus Peterhead und Aberdeen in Marsch gesetzt und die Schifffahrt informiert. Vier in der Nähe stehende Schiffe wurden von der Küstenwache gebeten, standby zu machen. Nachdem es nicht gelang, der Flammen Herr zu werden, wurde die 12-köpfige Crew von einem Hubschrauber abgeborgen und in ein Krankenhaus in Aberdeen gebracht. Ein Mann erlitt eine Rauchvergiftung. Die weiterhin brennende "Viking Victor" trieb führerlos in nordwestliche Richtung davon und wurde von der Küstenwache unter Beobachtung gehalten.
Quelle: Tim Schwabedissen

Ausweichmanöver führte zu Doppelkollision
(17.09.2004) - Vor Singapur kollidierte am 16. September der liberianische Containerfrachter "Merkur Bridge" mit gleich zwei Schiffen. Beim Versuch, dem entgegenlaufenden, unter derselben Flagge registrierten Tankerneubau "High Endurance" auszuweichen, wich der Frachter so abrupt vom Kurs ab, dass das singaporische Marineschiff "Persistance" ihm nicht mehr ausweichen konnte. Trotz dieses Manövers stieß die "Merkur Bridge" anschließend aber auch mit der "Hig Endurance" zusammen, in deren Maschinenraum daraufhin ein Feuer ausbrach.
Quelle: Tim Schwabedissen

Acht Tage schiffbrüchig: Rettung durch Mobiltelefon
(16.09.2004) - Nach acht Tagen Drift in einer Rettungsinsel See sind am Morgen des 14. September die fünf Besatzungsmitglieder der irischen Segelyacht "Inis Mill" vor der englischen Küste nahe Cornwall gerettet worden. Sie wurden auf Höhe der Landzunge Trevose Head nahe der Grafschaft Cornwall von einem Hubschrauber gesichtet und mit Booten an Land gebracht. Ihr 18 Meter langer Zweimaster "Inis Mill" war auf dem Weg von der Kenmare Bay in Südwestirland über die Scilly-Inseln nach Frankreich, als es in schwerer See zu einem Wassereinbruch kam, der die Crew zum Aufgeben ihres Schiffes zwang. Als das Boot von irischen Behörden vor fünf Tagen als vermisst gemeldet wurde, starteten irische, französische und britische Rettungskräfte eine intensive Suche, jedoch ohne Erfolg. Am 15.9. gab es dann endlich Kontakt: Einer der Schiffbrüchigen konnte am Vormittag sein Mobiltelefon nutzen, als das Rettungsboot nahe genug an der Küste war. Das schwache Signal des Notrufs wurde an Land aufgefangen. Die Rettung kam in letzter Minute: Die acht Liter Wasser in der Insel waren aufgebraucht, es war bereits begonnen worden, Urin als letztes Mittel vorzuhalten. Am Vortag war auch die Festnahrung ausgegangen. Die Schiffbrüchigen waren dehydriert und litten nach den Tagen in der engen, von Wellen und Wind zum Spielball der Elemente gemachten Insel an Seekrankheit.
Quelle: Tim Schwabedissen

Kapitän am Telefonieren - Frachter gestrandet
(16.09.2004) - Der rumänische Frachter "Susie" lief am 15.9. 250 Kilometer nördlich von Athen frontal auf die Felsküste nahe der Stadt Stylida. Die 15-köpfige Besatzung blieb unverletzt. Der Kapitän hatte den Autopiloten eingeschaltet und war so abgelenkt durch ein Mobiltelefongespräch, dass er den verhängnisvollen Kurs seines Schiffes nicht wahrnahm. Noch im Moment des Aufpralls war er am Sprechen gewesen.
Quelle: Tim Schwabedissen

Bergungsexperte vermutet Unachtsamkeit als Auslöser der Kollisionsserie vor Dänemark
(16.09.2004) - Potentielle Nachlässigkeit der Wachgänger hat der dänische Bergungsexperte Gert Normann als mögliche Ursache der Häufung von Kutterhavarien in den vergangenen Tagen ausgemacht: Innerhalb einer Woche waren nicht weniger als drei dänische Fischkutter in Küstennähe von Frachtern gerammt und versenkt worden. Die verbesserten Navigations- und Ortungsmöglichkeiten führten seiner Meinung nach zu Unachsamkeit auf den Schiffsbrücken. Zuletzt war die "Christina" im Skagerrak mit dem russischen Frachter "Pioneer Belorussi" kollidiert. Drei Besatzungsmitglieder wurden von dem Frachter an Bord genommen, der vierte Fischer blieb auch nach einer Suche mit Hilfe von Tauchern des deutschen Versorgers "Berlin" verschollen. Bei den beiden vorangegangenen Kollisionen waren die Fischer im Schlaf überrascht worden, konnten sich aber auf Rettungsinseln flüchten. Nach dem Untergang des Kutters "Thronder" ebenfalls im Skagerrak war der Frachter "Hermes", woe doe 2Pioneer Belorussi" unter russischer Flagge registriert, davongefahren, ohne den Fischern zu helfen. Das Schiff wurde später von den dänischen Behörden aufgebracht und nach Arhus beordert. Dagegen konnte die Besatzung eines Frachter unerkannt entkommen, der den Untergang des Kutters "Gotland" westlich von Hanstholm in der Nordsee verursachte. Die beiden betroffenen Fischer trieben mehrere Stunden auf ihrer Rettungsinsel, ehe sie geborgen wurden. Jedes Jahr sinken vor Dänemark zwischen 30 und 40 Schiffen. Viele davon bleiben für immer auf dem Meeresgrund zurück.
Quelle: Tim Schwabedissen

Schraube weg - Fahrt zu Ende
(16.09.2004) - Das 273 BRZ große Fahrgastschiff "Milagrosa J3" befand sich mit 331 Passagieren und 29 Mann Besatzung auf dem Weg nach West-Palawan, als es am Abend des 14.9. aus zunächst unklaren Gründen bei ruhiger See plötzlich die Fahrt verlor. Das Schiff wurde auf seine Notrufe hin von Fischkuttern in den Hafen einer nahen Insel geschleppt. Von dort brachten Küstenwachboote die Fahrgäste auf die Hauptinsel Palawans. Nun konnte auch die Ursache des Zwangsstopps festgestellt werden: Die "Milagrosa" hatte keine Schraube mehr. Die Küstenwache untersucht den Vorfall nun in Hinsicht auf ein Verschulden des Eigners.
Quelle: Tim Schwabedissen

Bergungsarbeiten an gestrandeter "Mannav Star" angelaufen
(16.09.2004) - Mit dem Mittagshochwasser des 16.9. soll versucht werden, den auf dem Camber Beach zwischen Dungeness und Rye gestrandeten Frachter "Mannav Star", 1.175 BRZ, freizuschleppen. Zuvor waren das Bunkeröl aus dem Schiff abgepumpt und der Bodenschaden behoben worden. Die Bilge wurde mit Stahlplatten verstärkt. In den frühen Morgenstunden des 16.9. wurde der Ballast, der zuvor an Bord gebracht worden war, um das Arbeiten des Havaristen zu minimieren, wieder entfernt. Der Bergungsschlepper "Anglian Earl" hatte vor der Küste Station bezogen und wurde für den bevorstehenden Einsatz vorbereitet. Im Laufe des Tages wurde auch der Felixsotwer Schlepper "Grey Test" erwartet, der die Trossen von "Mannav Star" zur "Anglian Earl" ausfahren sollte. Zur Unterstützung der Operation wurde schweres Erdbewegungsgerät an Land klargemacht, um die Wassertiefe im Bereich der Strandungsstelle zu vergrößern. Um die Unglücksstelle wurde ein Sperrgebiet eingerichtet. Die Schiffseigner hielten derweil bereits Ausschau nach einem geeigneten Reparaturhafen für ihr Schiff.

Coastguard rettete sinkenden Motorkreuzer
(16.09.2004) - Am 14.9. drohte das 30 Fuß lange Sportboot "Salt Chucker" drei Seemeilen vor Crescent Bay, Washington, zu sinken, nachdem es zu einem Wassereinbruch gekommen war. Auf die Notrufe hin wurden zwei Küstenwachboote, zwei Hubschrauber und zwei kleine Rettungseinheiten zum Havaristen entsandt. Mithilfe einer mobilen Lenzpumpe wurde der Wassereinbruch unter Kontrolle gebracht. Anschließend wurde das Motorboot in die Port Angeles Marina eingeschleppt. Das Küstenwachschiff "Cuttyhunk" eskortierte den Schleppzug bei frischem Wind. Im Hafen wurden Untersuchungen zur Ursache der Leckage aufgenommen.
Quelle: Tim Schwabedissen

114 Jahre alte Yacht im Atlantik aufgegeben
(15.09.2004) - Am Nachmittag des 12.9. wurde ein Einhandsegler im Atlantik gerettet. Die Küstenwache von Falmouth hatte einen Satellitennotruf von einer Position westlich der Scillies aufgefangen. Im fraglichen Seegebiet herrschten sieben Windstärken. Der Versuch, andere Schiffe zu kontaktieren, war erfolglos. Am Abend entschied die Küstenwache, ein Flugzeug aufsteigen zu lassen. Inzwischen hatten auch andere Schiffe den Alarm aufgefangen und nahmen Kurs auf das Seegebiet. Bis dahin war völlig unklar, was für eine Art Notfall vorlag, und deswegen auch ein Bergungsschlepper seeklar gemacht. Das Nimrod-Suchflugzeug entdeckte während seiner Suchschleifen schließlich eine Yacht, die eine rotes Signallicht abschoss. Daraufhin wurde der Hapag Lloyd-Containerfrachter "Sidney Express" zur Yacht dirigiert. Die Frachtercrew ging länggseits des Bootes, das als die 114 Jahre alte, britische Yacht "Dunlin" identifiziert werden konnte. Sie hatte einen Ruderbruch erlitten. An Bord war ein 70-jähriger Einhandsegler, der leichte Verletzungen hatte und unter Schock stand. Der Mann wurde sicher an Bord des Frachters geholt. Sein 13 Meter langes Schiff musste aufgegeben werden.
Quelle: Tim Schwabedissen

Indischer Frachter sitzt vor England fest
(15.09.2004) - Am Abend des 11.9. strandete nahe Dover der indische Frachter "Manaav Star", 1.175 BRZ, zwischen Dungeness und Rye auf dem Camber Sand Beach, nachdem er sich bei 6-7 Windstärken vom Anker losgerissen hatte. Das mit 12 Mann besetzte Schiff fuhr in Ballast. An Bord waren neun Tonnen Dieselöl. Bei der Grundberührung wurde der Schiffsboden an einer Stelle durchstoßen, und die Maschine fiel aus. Da das an der Hochwasserlinie festliegende, 2.099 Tonnen verdrängende Schiff bei Flut stark in den Wellen arbeitete, wurde es mit Ballast beschwert. Die Leckage muss vor dem Freischleppen dichtgesetzt und das Bunkeröl in einen Tanker umgepumpt werden. Bei Wetterbesserung sollen Trossen zum Bergungsschlepper "Anglian Earl" ausgebracht werden, der bei den dann geplanten Freischleppversuchen vom Arbeitsboot "Grey Test" unterstützt werden soll, das derzeit noch in Felixstowe liegt.
Quelle: Tim Schwabedissen

Iranischer Containerfrachter gestrandet
(15.09.2004) - Bereits am 15. August strandete der iranische Frachter "Iran Ardebil" mit über 2.000 Containern am Strand von Yemeni Island, Mion. Zuvor hatte er im Bereich eines Korallenriffs Grundberührung gehabt. Seine Ladung, die einen Wert von 55 Millionen Dollar darstellte, wurde in der Folgezeit geleichtert und zum Yemeni Aden Container Terminal gebracht. Anschließend konnte die "Iran Ardebil" freigeschleppt werden. Nach der Reparatur sollte das Schiff seine Reise nach Europa fortsetzen.
Quelle: Tim Schwabedissen

US-Kutter explodiert und gesunken
(15.09.2004) - Der amerikanische Hummerfänger "Captain Tony" explodierte in den Mittagsstunden des 13. August vor Buzzards Bay, Boston. Anschließend sank das hölzerne Schiff bei Quick's Hole. Ein Besatzungsmitglied kam ums Leben. Die US-Küstenwache nahm Ermittlungen auf.
Quelle: Tim Schwabedissen

Erinnerung an die Irrfahrt der "Nossan" vor einem halben Jahrhundert
(14.09.2004) - Heute vor 50 Jahren begann die Odyssee eines schwedischen Kümos, wie sie heute kaum noch vorstellbar scheint: Vier Tage lang trieb der havarierte schwedische Frachter "Nossan" bei schwerem Sturm und heftigem Seegang damals in der Nordsee.

Die Besatzung war von der Außenwelt abgeschnitten, denn das Schiff besaß keine Funkanlage. Gemäß den damaligen Vorschriften war der Einbau nicht zwingend notwendig. Die "Nossan" wurde nach vergeblichen Bergungsversuchen, an denen sich holländische, englische und deutsche Stellen beteiligten, schließlich von dem Motorrettungsboot "Langeoog" der DGzRS gefunden und auf den Haken genommen.

Am 18. September 1954 lag die "Nossan" am Ende ihrer Irrfahrt sicher vertäut in Cuxhaven. Die "Langeoog" hat die Zeiten überdauert und ist heute maritimes Museumsstück auf der gleichnamigen ostfriesischen Insel.
Die 219 BRT kleine „Nossan“, aus dem schwedischen Lidköping hatte am 14. September 1954 kurz nach Mitternacht die Brunsbütteler Schleuse verlassen in Richtung Nordsee. Wenige Stunden später fiel in Höhe der niederländischen Insel Texel nach dem Ausfall der Kraftstoffanlage die Maschine der "Nossan" aus. Trotz erheblicher Anstrengungen der Besatzung gelang es nicht, den Schaden zu beheben.

Das Küstenmotorschiff trieb manövrierunfähig in der aufgewühlten Nordsee. Aus Südwest toste ein schwerer Sturm mit Höchstgeschwindigkeiten in Böen bis über 100 Kilometer/Stunde. Rettungskräfte konnten mangels Funkanlage nicht gerufen werden. Die Crew versuchte, sich mit roten Signallaternen und Notflaggen bemerkbar zu machen, was von der Besatzung eines Kümos gesichtet wurde. Ein erster Schleppversuch durch das Küstenmotorschiff scheiterte nach kurzer Zeit, weil die Schlepptrosse brach. Hilflos mussten die Seeleute zusehen, wie die "Nossan" nach Nordosten davon trieb.

Weitere Schiffe versuchten in den folgenden Stunden und Tagen, Schleppverbindungen herzustellen - erfolglos. Der 5.822 BRT große Frachter "Gustaf Pistor" konnte immerhin mit Sprechfunk die Position der "Nossan" melden und Schlepperhilfe anfordern. Auch die Seenotleitung der DGzRS in Bremen erhielt über Norddeich-Radio die Meldung über den Seenotfall. Obwohl eine groß angelegte Suchaktion auch unter Mitwirkung niederländischer Bergungsunternehmen anlief, wurde das schwedische Kümo an den folgenden zwei Tagen nicht gefunden, obwohl deren Besatzung halbstündlich Signalraketen abschoss. Schwere Brecher machten dem Kümo schwer zu schaffen. Teile der Aufbauten wurden eingeschlagen, Wasser schwappte in den Kojen, die nicht mehr benutzbar waren. Die letzten Raketen und einige Blaufeuer wurden abgebrannt, ohne dass jemand die Notsignale wahrgenommen hätte.

Am 17. September 1954 starteten Suchflugzeuge der Flugsicherungszentrale der britischen Royal Air Force, die schließlich am Nachmittag dieses Tages die "Nossan" sichteten. Die Seenotrettungsboote "Langeoog", "Lübeck" und "Bremen" der DGzRS liefen unverzüglich aus. Die beiden Hochseeschlepper "Wotan" und "Danzig" machten sich ebenfalls auf den Weg zu dem Havaristen. Am Abend des 18. September 1950 - nach vier Tagen Ungewissheit und Hilflosigkeit - sichtete Vormann Hillrich Kuper auf dem Motorrettungsboot "Langeoog" die "Nossan", als sie querab der Insel Wangerooge trieb. Unter extrem schwierigen Bedingungen wurde eine Schleppverbindung hergestellt. In Zusammenarbeit mit den herangeführten Bergungsschleppern wurde das schwedische Küstenmotorschiff unter schwierigen Bedingungen, bei denen auch die Schlepper Blessuren erhielten, endlich nach Cuxhaven geschleppt.

Das Zusammenwirken von Seenotrettern, Bergungsspezialisten und Piloten wurde von dem Erfolg gekrönt, dass alle Besatzungsmitglieder diesen schweren, langwierigen Seeunfall überstehen konnten. Heute - 50 Jahre nach diesem Seenotfall - ist Kommunikation ein Schlüsselwort im modernen Seenotrettungsdienst. Die sich in immer kürzeren Intervallen modernisierende Elektronik ermöglicht Sprechfunk auf unterschiedlichsten Frequenzen, Satellitenfunk, automatische Identifizierungssysteme und Seenotfunkbaken.
Quelle: Tim Schwabedissen

Flügellahmer Kreuzfahrer "Berlin" sorgte für Spekulationen
(13.09.2004) - Ein kleines Missgeschick sorgte für große Gerüchte - angeblich sollte der Neustädter Kreuzfahrer "Berlin" nach einer Kollision in Schottland nur noch Schrottwert haben. Das Schiff hatte dort eine Kaimauer mit dem Steuerbord-Stabilisator gerammt. Der sechs Meter lange Stabilisator war daraufhin so verborgen und eingedrückt, dass er sich nicht mehr einfahren ließ. Die Reederei Deilmann beschloss, die Reise sofort abzubrechen und sandte des Schiff zur Reparatur in die einstige Bauwerft nach Kiel, von wo am 3.9. ohnehin die nächste Kreuzfahrt starten sollte. Aus Sicherheitsgründen wurde für die letzte Etappe am 1.9. die Route durch den Nord-Ostsee-Kanal statt rund Skagen gewählt. Wegen der durch den nicht mehr einfahrbaren Flügel eingeschränkten Manövrierfähigkeit assistierte dabei der Kieler Schlepper "Falckenstein". Für die Reparatur im Dock von HDW wurden vier Tage veranschlagt. Mit nur einem Tag Verzögerung konnte die "Berlin" ihre letzte Kreuzfahrt für Deilmann nach Las Palmas antreten, ehe das Schiff den Eignern zurückgegeben wird. Die Unklarheit über die weitere Verwendung sorgte während der ungeplanten Rückfahrt indes für Spekulationen, dass das Schiff direkt zu einem spanischen Abbrecher gehen sollte. Dies hat sich mit der nun vollzogenen Reparatur als voreilig erwiesen.
Quelle: Tim Schwabedissen

Serienweise Kutterkollisionen vor Dänemark
(12.09.2004) - Zum dritten Mal innerhalb einer Woche ist am 11.9. ein dänischer Fischkutter von einem Frachter versenkt worden. Wie der Seenotrettungsdienst in Århus mitteilte, kam einer von vier Fischern des Kutters "Christina" ums Leben, als der russische Frachter "Pioneer Belorussi" im Skagerrak mit dem Schiff kollidierte. Drei Seeleute wurden von dem russischen Schiff an Bord genommen. Der vierte blieb trotz einer Suchaktion unter Beteiligung von Tauchern der deutschen Fregatte "Berlin" bislang verschollen.
Quelle: Tim Schwabedissen

Drei America´s-Cup-Boote durch Sturm beschädigt
(12.09.2004) Ein böses Ende nahmen die Vorbereitungs-Regatten für den America´s-Cup 2004 vor Marseille für drei Top-Yachten. In der Nacht zum Sonntag wurden die drei Boote, darunter auch die Schweizer Alinghi des deutschen Sportdirektors Jochen Schümann, bei einem starken Sturm beschädigt. Die Boote waren nach der letzten Wettfahrt an Land gebracht worden und boten dem Wind, der mit einer Stärke bis zu acht Beaufort über das Hafengelände blies, somit eine optimale Angriffsfläche. Dabei stürzten neben der Alinghi (Bild) auch die us-amerikanische BMW Oracle Racing von Larry Ellison und die Emirates Team New Zealand um.
Der Vorfall ereignete sich um 02.40 Uhr. Niemand wurde verletzt. Die Alinghi wurde von ihrem Bootsbock gerissen und auf einen Container geschleudert. Grant Simmer, der stellvertretende Generaldirektor von Team Alinghi, sagte: „Unser Landteam arbeitet zurzeit daran, das Ausmass des Schadens festzustellen. Wir werden alles daran setzen, um das Boot bis zu Beginn des Louis Vuitton Akt 2 in Valenica wieder instand zu setzen.“
Für den dreimaligen Olympiasieger Jochen Schümann war es der zweite Schock in der Test-Woche, nachdem sich sein Alinghi-Team schon der BMW Oracle Racing geschlagen geben musste. "Es hat recht heftige Schäden gegeben, wir haben eine Menge Arbeit vor uns", sagte der Penzberger. Schon in drei Wochen steht in Valencia eine weitere Testserie mit dem Namen "Act II" auf dem Programm.
Ein Trost für Schümann war die Tatsache, dass der aktuelle America´s-Cup-Gewinner Alinghi zum Abschluss ein Prestigesieg gelungen war. Das Genfer Syndikat schlug BMW Oracle Racing mit 15 Sekunden Vorsprung im direkten Vergleich. Der Gesamtsieg des amerikanischen Teams stand aber schon vor dem Duell am Samstag fest. Damit wurde das Alinghi-Team in der Gesamtwertung von insgesamt sechs Yachten Zweiter. Der dritte Platz ging an das Emirates Team New Zealand.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

"Pallas"-Wrack gibt keine Ruhe
(12.09.2004) - Neverending Story: Eine Tonne Öl wurde in den vergangenen Tagen aus dem Wrack der vor Amrum gestrandeten "Pallas", 7.997 BRT, geborgen. Hierzu ging das umgebaute einstige Marine-Landungsboot "Saibling" an der Backbordseite des knapp aus dem Wasser liegenden Frachters längsseits. Zuvor waren bei Inspektionen wiederholte leichte Ölaustritte festgestellt worden. Das Freiwerden von Bunkeröl wurde damit begründet, dass sich der Rumpf in Stürmen bewegt habe und dadurch zuvor verschlossene Hohlräume sich öffneten. Die "Pallas" am 25. Oktober mit einer Ladung von 2.500 Tonnen Holz aus dem schwedischen Hafen Hudiksvall mit Ziel Marokko vor Dänemark in Brand geraten und vier Tage später nach vergeblichen Schleppversuchen vor Amrum gestrandet.
Quelle: Tim Schwabedissen

Mehrere Seeleute im Hurrikan Frances vermisst
(12.09.2004) - 12 Seemeilen südwestlich von Anna Maria Island, Bimini, sank 12 Seemeilen vor den Bahamas am 2.9. offenbar die 33 Fuß lange amerikanische Yacht "Team Stressless" im Hurrikan Frances. Zwei Helikopter und ein Suchflugzeug der U.S. Coast Guard Air Station Clearwater, Florida, nahmen die Suche auf. Zuletzt hatte das Boot über Funk gemeldet, dass Wasser eindringe und bereits das Deck überspült werde. Dann brach der Funkkontakt ab. An Bord waren der Skipper und drei Kinder. Zum Unglückszeitpunkt herrschten Winde von 20 Knoten und sechs Fuß hohe Seen an der gemeldeten Position. Ein Rettungsboot aus Cortez beteiligte sich zeitweilig ebenfalls an der Suche, musste aber wegen Wetterverschlechterung seinen Einsatz abbrechen. Von Boot und Besatzung fehlte bis dahin jede Spur. Die Suche wurde aus der Luft fortgesetzt, blieb aber auch am Folgetag ohne Ergebnis. Der 37 Fuß lange amerikanische Kutter "Nancy Christine" sank in einem Ausläufer des Hurrikans Frances vor Martha's Vineyard. In schweren Brechern ging das Schiff binnen Minuten unter. Vom Kutter "Tunacious" aus, der auf dem Weg nach Falmouth mit dem Wind laufend 20 Knoten erreichte, wurde eine weiße Rauchwolke gesichtet, wo die "Nancy Christine" hätte sein sollen. Ihre Crew alarmierte die Küstenwache. Dann wendete sie und versuchte, zur gesichteten Position zu kommen. Als sie den 400 Yards entfernten Kutter in der schäumenden See erreichte, konnte noch für eine halbe Minute dessen aus dem Wasser ragendes Brückenhaus ausgemacht werden. Als sich die "Tunacious" bis auf 30 Meter genähert hatte, war auch davon nichts mehr zu sehen. Die "Nancy Christine" war auf die Seite gerollt und gesunken. Ein Hubschrauber der Küstenwache sichtete wenig später eine leere Rettungsinsel. Von der zweiköpfigen Crew fehlte jede Spur. Bereits im Dezember 2002 war das Schwesterschiff, die "Nancy Christine II", vor Nantucket gesunken. An den vom Hurrikan betroffenen Küsten gerieten außerdem zahlreiche Sportboote in Seenot, strandeten oder sanken.
Quelle: Tim Schwabedissen

Fahrerflucht auf der Ostsee
(12.09.2004) - Im Skagerrak vor Dänemark wurde am 3.9. ein Kutter von einem Frachter gerammt. Der Kutter begann nach dem Zusammenstoß mit drei Mann Besatzung zu sinken und funkte SOS. Der Frachter setzte seine Fahrt aber fort, ohne sich um die Männer zu kümmern. Er wurde wenig später von der Schifffahrtsbehörde vor der norddänischen Küste gestoppt. Verhöre und technische Untersuchungen sollen jetzt klären, ob sich die Besatzung der unterlassenen Hilfeleistung schuldig gemacht hat. Im Januar dieses Jahres waren bei einem ähnlichen Vorfall fünf Besatzungsmitglieder eines bretonischen Trawlers ums Leben gekommen. Ein Frachter hatte die "Bugaled Breizh" gerammt und zum Sinken gebracht. Er konnte erst nach gründlichen Ermittlungen gestellt werden.

Frachter wich Entgegenkommer aus: zwei Schiffe versenkt
(12.09.2004) - Auf dem 1.764-Kilometer langen Beijing-Hangzhou Grand Canal, einem Bauwerk der Sui Dynasty, führte ein Brückeneinsturz zum Untergang zweier Frachter. Die Brücke über den Suzhou-Abschnitt brach am 2.9. über den Schiffen zusammen. Auslöser des Unglücks war möglicherweise der Zusammenstoß eines Kohlefrachters mit einer Pier an der Brücke bei einem Ausweichmanöver zur Vermeidung eines Zusammenstoßes mit einem anderen Schiff. Mehr als 5.000 Schiffe lagen durch den Brückeneinsturz im Kanal fest.
Quelle: Tim Schwabedissen

Kümo wollte im Nord-Ostsee-Kanal wenden - drei Schiffe havariert
(12.09.2004) - Das mit Gasöl beladene Tankschiff "Orion" und das Kümo "Neuland" sind am Morgen des 2.9. auf dem Nord-Ostsee-Kanal bei Hohenhörn aus unbekannter Ursache zusammengestoßen. Das Kümo wendete auf dem Kanal, um am Getreidelager in Hochdonn anzulegen. Die "Neuland" sollte dort Getreide laden. Während des Wendemanövers rammte der nachfolgende Tanker "Orion" die "Neuland". Beide Schiffe konnten ihre Fahrt fortsetzen. Der Tanker "Rheinstern", der direkt hinter der "Orion" im Kanal unterwegs war, drohte ebenfalls in die Kollisionsgegner zu krachen und wurde in einem Manöver des letzten Augenblicks gezielt in die Kanalböschung gesetzt. Schlepper zogen das Schiff von der Böschung herunter. Infolge des Unfalls kam es zu erheblichen Behinderungen für die Schifffahrt auf dem Kanal. Menschen wurden nicht verletzt.
Quelle: Tim Schwabedissen

Frachter vor mecklenburgischer Ostseeküste gestrandet
(12.09.2004) - Der unter honduranischer Flagge fahrende Frachter "Moby Dick" lief am Abend des 1.9. 300 Meter westlich des Barther Fahrwassers in Mecklenburg-Vorpommern auf Grund. Das Schiff war auf dem Weg von Mukran nach Barth. Im Laufe der Nacht erfolgten erste vergebliche Versuche, das Schiff frei zu schleppen. Es hat bislang aber keine Leckagen erlitten.
Quelle: Tim Schwabedissen

Verirrter Frachter brachte zwei Häuser zum Einsturz
(12.09.2004) - Der japanische Frachter "Shin Tsunetoyo Maru", 498 BRZ, rammte am 4.9. mehrere Häuser in Osakikamijima in der Hiroshima Präfektur. Das Unglück ereignete sich während der Fahrt des Schiffes nach Shunan in der Yamaguchi Präfektur bei klarer Sicht und gutem Wetter. Der 56-jährige Kapitän hatte während der Nachtfahrt den Autopilot eingeschaltet. Sein Schiff rammte gegen 2.30 in rechtem Winkel einen ein Meter hohen Schutzwall aus Beton, bohrte sich metertief ins Ufer und krachte vierkant dann in drei Häuser. Zwei davon wurden zerstört und stürzten ein, ein drittes wurde beschädigt. Ein 76-jähriger erlitt leichte Verletzungen. Die Uferbefestigung wurde auf einer Länge von 20 Metern eingedrückt und stürzte teilweise ins Wasser. Schlepper zogen die mit sechs Mann besetzte "Shin Tsunetoyo Maru" am Nachmittag desselben Tages ins tiefe Wasser zurück. Es konnte seine Fahrt fortsetzen. Die japanische Küstenwache nahm Ermittlungen wegen Gefährdung der Schifffahrt auf.
Quelle: Tim Schwabedissen

Probefahrt endete auf Kanalböschung
(12.09.2004) - Unerwartetes Ende einer Probefahrt: Am Abend des 05.09. bemerkte ein 62-jähriger Freizeitkapitän auf seinem Boot auf dem Main-Donau-Kanal in Höhe Unterfarrnbach einen starken Wassereinbruch bei gleichzeitigem Ausfall der Maschine Der Bootsführer konnte sein Schiff aber noch ans Ufer manövrieren und setzte es auf die befestigte Böschung, wo es mit Schlagseite zu liegen kam. Durch die Schräglage trat mit Benzin und Schmierstoffen verunreinigtes Bilgenwasser aus. Die Berufsfeuerwehr Fürth und die umliegenden freiwilligen Feuerwehren führten aufwendige Ölwehrmaßnahmen durch, die den Umweltschaden minimierten. Anschließend hob ein Bergungstrupp des THW Fürth das 1,5 Tonnen schwere Boot mit Hilfe eines Autokrans an Land. Das eingedrungene Wasser wurde in Spezialbehälter abgepumpt und anschließend entsorgt. Während des 5-stündigen Einsatzes war die Schifffahrt nur geringfügig behindert. Die Ursache für den Wassereinbruch war zunächst unklar. Die Wasserschutzpolizei nahm Ermittlungen auf.
Quelle: Tim Schwabedissen

Schrottfrachter gestrandet
(12.09.2004) - Am Morgen des 1.9. lief der 82 Meter lange Frachter "Jackie Moon" auf dem Weg von Dundalk, Co. Louth, in Irland nach Glasgow nahe einem neuen Wellenbrecher auf Grund. Das mit 6 Mann ukrainischer Besatzung fahrende, in Antigua registrierte Schiff fuhr in Ballast und sollte eine Ladung Schrott aufnehmen, als es gegen vier Uhr nahe Dunoon strandete. Der Schlepper "Warrior" und ein Lotsenboot fuhren zur Unglücksstelle in der West Bay des Firth of Forth. Sie fanden das Schiff äußerlich unbeschädigt, aber mit fünf Grad Schlagseite auf Sandgrund liegend vor. Es sollte versucht werden, es mit steigender Flut wieder freizubekommen. Der Kapitän wurde nach dem Unfall festgenommen.
Quelle: Tim Schwabedissen

Umweltgefahren nach Untergang eines Seelenverkäufers
(12.09.2004) - Vor der türkischen Südküste ist am 6.9. der vietnamesische Frachter "Ulla", 2.423 BRZ, gesunken. Nach Angaben von Umweltschützern hatte er 2.200 Tonnen giftige Kraftwerksrückstände, darunter Flugasche aus nordspanischen Kohlekraftwerken, an Bord. Es wird befürchtet, dass krebserregendes Chrom freigesetzt werden könnte, die Fischerei in der Umgebung der Untergangsstelle untersagt. Das in St. Vincent registrierte Schiff war unrsprünglich auf dem Weg von Spanien nach Algerien gewesen, hatte dann aber die Türkei anlaufen sollen. Wegen Rechtsstreitigkeiten ankerte er seit dem Jahr 2000 vor dem Mittelmeerhafen Iskenderun. Vor dem Untergang legte sich das marode Schiff langsam auf die Steuerbordseite und verschwand dann mit dem Heck voran unter der Wasseroberfläche. Der Gouverneur von Iskenderun sagte, das Schiff sei schon kürzlich leck geschlagen. Es sei aber nicht mehr möglich gewesen, die Fracht auf andere Schiffe umzuladen. Spanien hatte sich zuvor bereit erklärt, die Fracht wieder zurückzunehmen. Wegen des laufenden Rechtsstreits lag das Schiff aber weiter in der Kette, bis es jetzt zu spät war.
Quelle: Tim Schwabedissen

Einhandsegler rettete sich von brennender Yacht
(12.09.2004) - Am Abend des 1.9. brach auf der Yacht "Ubier" auf dem Weg von Douglas nach Fleetwood ein Motorenraumbrand aus. Die begleitende Yacht "Quest" alarmierte die Liverpooler Küstenwache. Der Einhandsegler auf der "Ubier" war nicht in der Lage, das Feuer unter Kontrolle zu bekommen und konnte wegen der Rauchentwicklung auch nicht die mitgeführte Rettungsinsel erreichen. Er flüchtete sich in ein Dinghi. Aus Fleetwood und Barrow liefen Rettungsboote aus, auch der Bohrinselversorger "Highland Sprite" kam zu Hilfe und setzte ein schnelles Motorboot aus, dass den aus Lancashire stammenden Mann aufnahm. Mit einem Rettungshubbschrauber wurde er von Bord der "Highland Spirit" anschließend mit Verdacht auf Rauchvergiftung ins Furness Hospital geflogen. Die RNLI-Boote nahmen sich des brennenden 37-Fuß-Bootes bei ruhigen Wetterbedingungen an.
Quelle: Tim Schwabedissen

Fünf Schiffbrüchige vor Alaska mit knapper Not gerettet
(12.09.2004) - Nahe Rugged Island schlug vor Alaska ein 22 Fuß langes Ausflugsboot leck. Am Achterschiff drang Wasser ein und setzte den Motor außer Gefecht. Als das Schiff zu sinken begann, rettete sich die fünfköpfige Crew schwimmend an den nahen Strand. Das 90 Fuß lange Ausflugsschiff " Coastal Explorer ortete die Männer im Wasser und zog drei von ihnen an Bord. Wegen der herrschenden Strömung erreichte sie die beiden anderen nicht. Sie wurden mit dem Gesicht bereits im Wasser treibend gesichtet und reagierten nicht mehr. Die Besatzung des Charterbootes "Alaskan Summer" zog sie aus dem Wasser und begann mit Wiederbelebungsmaßnahmen. Anschließend wurden sie auf die "Alaskan Summer" übergeben. href="mailto:schwabedissen@asian-history.uni-kiel.de">Tim Schwabedissen

Gerammter Bulkcarrier drohte vor Hongkong zu zerbrechen
(12.09.2004) - Der 16.761 BRZ große Bulkcarrier "Joy Victory" kollidierte am 3.9. auf dem Weg von Indonesien nach Hong Kong mit dem anderen Frachter "New Hope II". Der Zusammenstoß ereignete sich in der östlichen Ansteuerung von Hongkong. Die "Joy Victory" erlitt Wassereinbruch in die Laderäume III und IV und drohte auseinander zu brechen, konnte dann aber stabilisiert werden. Der Havarist ging für weitere Inspektionen vor Anker. href="mailto:schwabedissen@asian-history.uni-kiel.de">Tim Schwabedissen

Containerfrachter vor Durban kollidiert
(12.09.2004) - Das der deutschen Oldendorff-Reederei gehörende Containerschiff "Nordbeach" hat am 5.9. auf der Reede von Durban, Südafrika, den panamaischen Frachter "MSC Lauren" der Mediterranean Shipping Company gerammt. Beide Schiffe waren einige Zeit ineinander verkeilt, ihre Ankerketten miteinander vertörnt. Die "MSC Lauren" erlitt bei der Kollision erhebliche Schäden am Bug. Die "Nordbeach", die sich in Charter von Maersk-Sealand und Safmarine befand, verlor einen an Deck gestauten 40ft-Container, der bislang nicht geborgen werden konnte. Zu dem Zwischenfall war es gekommen, nachdem die "Nordbeach" bei starken südwestlichen Winden den Anker warf, dieser das Schiff jedoch nicht zu halten vermochte. Daraufhin driftete das Schiff gegen 14 Uhr auf den dichtbei ankernden Containerfrachter "MSC Lauren". Personen kamen nicht zu Schaden.
Quelle: Tim Schwabedissen

Kutter vor Astoria gesunken
(12.09.2004) - Der 58 Fuß lange Kutter "Sea Foam" schlug am 3.9. 50 Meilen südwestlich von Astoria leck und sank. Die Crew konnte unversehrt von der amerikanischen Küstenwache gerettet werden

Fehler des Kapitäns verursachten Kutteruntergang
(12.09.2004) - Der Untergang des Baaber Fischkutters "BA-17" vor Mecklenburg-Vorpommern im Juli 2004 wurde offenbar durch ein Fehlverhalten des 48 Jahre alten Schiffsführers ausgelöst. Nach einem jetzt vorliegenden Gutachten war der Kapitän unmittelbar vor einem drohenden Gewitter ausgelaufen. Zudem sei der Kutter überladen und die Ladung unzureichend gesichert gewesen, teilte die Staatsanwaltschaft Stralsund am 6.9. mit. Gegen den Kapitän werde inzwischen wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt. Der Kutter war am Abend des 1. Juli während eines heftigen Sturms im Greifswalder Bodden gesunken. Nach Angaben der Wasserschutzpolizei hatte das Verrutschen einer zuvor aufgenommenen schweren Reuse zum Kentern geführt. Während sich die Kapitän schwimmend zu dem etwa drei Kilometer entfernten Ufer bei Thiessow auf Rügen retten konnte, ertrank sein 56-jähriger Kollege. Der Kutter wurde einige Tage nach dem Untergang aus der Ostsee geborgen.
Quelle: Tim Schwabedissen

Taifun "Songda" vor Japan riss Schiffe und Seeleute ins Verderben
(12.09.2004) - In dem vor der japanischen Küste wütenden Taifuns Songda gerieten am 7.9. mehrere Schiffe in Seenot. Vier Frachter sanken oder sind auf Grund gelaufen. Dabei kamen bislang mindestens 11 Seeleute ums Leben, nach weiteren Vermissten nahm die japanische Küstenwache die Suche auf. Bei den in Seenot geratenen Schiffen handelte es sich um die "Blue Ocean", "Tri Ardhianto", "Chihaya Maru" und "Fukuohsin 7". Allein beim Untergang des indonesischen Frachters "Tri Ardhianto", 6.315 BRZ, ertranken in bis zu 10 Meter hoch gehender See mindestens elf Seeleute. Die Küstenwache suchte nach den elf weiteren, noch vermissten Besatzungsmitgliedern des Schiffes, das auf dem Weg von Japan nach Fernost vor Kasado Island in der Präfektur Yamaguchi auf Grund gelaufen und, wie über Funk mitgeteilt wurde, rasch leck geschlagen war. Die Besatzung des 1992 erbauten Schiffes war dann in die Boote gegangen, von denen jedoch nur eines leer aufgefunden wurde. Es besteht nur noch wenig Hoffnung, Überlebende zu finden. Im Hafen Hatsukaichi im Westen Japans sank der mit Holz beladene, kambodschanische Frachter "Blue Ocean", 3.249 BRZ, am Holzverladekai. Das Schiff hatte am Morgen des 6.9. begonnen, seine Ladung zu löschen. Der Kapitän ignorierte Warnungen des Agenten und der Küstenwache, sein Schiff sicherheitshalber aus dem Hafen zu verlegen, um es vor dem Taifun zu schütze. Als sich gegen Mitternacht die Lage zuspitzte, gelang es nicht mehr, den Hafen gegen den Sturm zu verlassen. Die "Blue Ocean" wurde wiederholt gegen den Kai geschmettert und der Rumpf dabei großflächig eingedrückt. Gegen 2.50 Uhr in der Nacht legte sich der Frachter ganz auf die Seite. Drei der 18 russischen Seeleute an Bord kamen ums Leben, als das Schiff kenterte. Ein weiterer Seemann wurde vermisst. Suchmannschaften begannen ihre Arbeit von der nach dem Untergang noch knapp aus dem Wasser ragenden Backbordseite des Wracks aus auf. Der Kapitän wurde verhaftet. Seit dem 6. Septembper bereits wird im Hurrikan "Ivan" vor Venezuela ein Kutter mit acht Fischern an Bord vermisst. Er war am Vortag von der venezueleanischen Insel Margarita ausgelaufen. Der letzte Kontakt bestand, als sich das 15 Meter lange Schiff vor der Küste von Trinidad und Tobago befand.
Quelle: Tim Schwabedissen

Sinkender Schlepper auf Strand gesetzt
(12.09.2004) - Am späten Nachmittag des 7.9. lief der 128 Fuß lange Schlepper "Vanguard" aus Liverpool in den Hebriden auf Grund. Das für die British Aerospace tätige Schiff erlitt Wassereinbruch und informierte die Küstenwache in Stornoway. Die achtköpfige Besatzung wollte versuchen, ihr Schiff eine halbe Meile nördlich von Rona bei Skye auf Grund zu setzen. Ein Rettungshubschrauber aus Stornoway, der Flottenversorger "Fort George" sowie das Rettungsboot von Portree machten sich auf den Weg zur angegebenen Position. Mittlerweile saß die "Vanguard" auf Grund und hatte eine Schlagseite von 45 Grad entwickelt. Die Besatzung hatte sich unversehrt auf den Strand von Skye gerettet. Der Bergungsschlepper "Anglian Prince" machte sich auf den Weg zur Strandungsposition, um die Situation zu erkunden. Die Wetterbedingungen in dem Seegebiet waren gut. Anzeichen für Umweltschäden konnten nicht erkannt werden.
Quelle: Tim Schwabedissen

Zwei Kutter nahe Aberdeen in Seenot
(12.09.2004) - Am Morgen des 5.9. lief der 21 Fuß lange Kutter "Shona" in Cullen Bay östlich von Portknockie auf Grund und sank 100 Yards vor der Küste. Der Skipper rettete sich von seinem sinkenden Boot ins Wasser. Ein Rettungshubschrauber aus Lossiemouth sowie das Rettungsboot von Buckie sowie örtliche Rettungsteams machten sich auf den Weg zur Untergangsstelle, nachdem ein Augenzeuge die Küstenwache von Aberdeen alarmiert hatte. Der Kutterkapitän wurde letztlich von einem anderen Fischerboot aus dem Wasser gezogen. Der ausgelaufene Betriebsstoff der "Shona" verursachte einen 200 Yard langen Ölfilm auf dem Wasser. Wenig später wurde das Rettungsboot bereits zu einem weiteren Seenotfall gerufen: Der Kutter "Castle Bay" drohte mit Propellerschaden zu stranden. Es gelang, den Havaristen aus der Nähe der Felsen zu ziehen. Anschließend wurde der Propeller klariert. In Begleitung des Rettungsbootes machte sich die "Castle Bay" bei ruhiger See aus eigener Kraft auf den Weg in den Heimathafen.
Quelle: Tim Schwabedissen

Serienweise Kutterkollisionen vor Dänemark
(12.09.2004) - Vor der dänischen Küste sank am 12. September ein Kutter nach Kollision mit einem Frachter. Von der vierköpfigen Besatzung konnten nur drei Mann gerettet werden. Bei der Havarie handelte sich bereits um den vierten derartigen Zwischenfall binnen einer Woche in dänischen Gewässern.
Quelle: Tim Schwabedissen

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