EUROPÄISCHES SEGEL-INFORMATIONSSYSTEM
Seenotfälle
Archiv Juli 97

Last update: Sunday, 28. September 1997 - 19:12:29

"Hanseatic"-Kapitän gibt auf
Tuesday, 22. July 1997 - 13:30:43

HAMBURG. Der Kapitän der "Hanseatic", Hartvig von Harling (54), hat sein Kommando entnervt abgegeben. In Reykjavik übernahm zunächst Michael von Neuhoff aus Kiel das Schiff. Die nächsten Reisen nach Grönland und durch die Nordwestpassage wird jedoch Kapitän Heinz Aye (61) machen. Nach Angaben der Reederei Hapag-Lloyd (Hamburg) wird sich von Harling vor den Behörden Norwegens und der Bahamas (Flagge der "Hanseatic") wegen der jüngsten Grundberührung vor Spitzbergen verantworten müssen. Dann folgt eine Reederei-interne Untersuchung. An dem Auflaufen in der Nordwestpassage im September hatte von Harling nach Angaben seiner Reederei keine Schuld. Das hätten die Untersuchungen der kanadischen Behörden und der Bahamas ergeben.
Von: 101526.1646@compuserve.com, Joachim Preuß

Italien: Windhose wirbelt Schiffe durcheinander
Tuesday, 22. July 1997 - 05:48:21

BIBIONE. Eine Windhose hat in dem Fischerort Bibione bei Venedig Dutzende von Booten durch die Luft geschleudert und umgekippt. Dabei wurden fast 40 Menschen leicht verletzt: Sie schliefen in den Booten, als der Wirbelwind gegen 2.30 Uhr morgens zuschlug.
Von: 101526.1646@compuserve.com, Joachim Preuß

Zwei Kreuzfahrer in Not
Tuesday, 22. July 1997 - 05:48:21

BREMERHAVEN/ATHEN. Die Negativ-Schlagzeilen über Kreuzfahrer reißen nicht ab: Kaum war die "Albatros" aus Bremerhaven in Richtung Island ausgelaufen, machte der Lotse auch schon wieder kehrt wegen Maschinenschadens. Das 40 Jahre alte und fast 25000 BRT große Schiff wurde wieder repariert. Die "Albatros" war im Mai bei den Scilly-Inseln über ein Unterwasserhindernis geschrappt und hatte sich den Rumpf auf etwa 70 Metern aufgerissen. Vor Kythira ist die "Costa Classica" mit 1500 Passagieren an Bord vom Wind auf eine Sandbank gedrückt worden. Sie konnte wieder freigeschleppt werden.
Von: 101526.1646@compuserve.com, Joachim Preuß

Tote bei Sportbootunfällen
Tuesday, 22. July 1997 - 05:48:21

SCHWERIN. Bei der Kenterung eines Kanus auf dem Bibower See ist ein 48jähriger ums Leben gekommen. Die beiden Kinder, die mit an Bord waren, konnte er noch auf das kieloben treibende Kanu setzen, dann ging er unter. Auf der Müritz ist ein Segelboot mit drei Insassen gekentert, ein Mann wird vermißt.
Von: 101526.1646@compuserve.com, Joachim Preuß

Australien: Weißer Hai - fünf Meter, 1,5 Tonnen
Friday, 18. July 1997 - 06:30:06

PORT LINCOLN. Ein Thunfisch-Fischer aus Port Lincoln in Australien hat vermutlich den größten Weißen Hai gefangen, der jemals vor Australien ins Netz gegangen ist: ein Weibchen, fünf Meter lang und 1,5 Tonnen schwer. Offenbar war auch der Hai auf Thunfisch-Jagd.
Von: 101526.1646@compuserve.com, Joachim Preuß

"Hanseatic" freigeschleppt
Friday, 18. July 1997 - 06:30:19

HAMBURG. Die "Hanseatic" ist in der Nacht freigeschleppt worden. Die Passagiere waren zuvor an Bord des Schleppers gegangen, später jedoch auf den Hamburger Luxusliner zurückgekehrt. Im Hafen von Longyearbyen soll der Dampfer auf Schäden untersucht werden. Danach könnte der Kreuzfahrer seine abenteuerliche Reise fortsetzen. Das nächste "Rätsel der Sandbank" will schließlich erkundet werden (frei nach Erskine Childers)....
Von: 101526.1646@compuserve.com, Joachim Preuß

Rätselhaft: Deutsche Yacht im Bermuda-Dreieck - aufgetaucht!
Friday, 18. July 1997 - 06:30:28

ENNEPETAL. Im berüchtigen Bermuda-Dreieck zwischen den Bahamas und der Küste Floridas, dort, wo normalerweise Schiffe und Flugzeuge spurlos verschwinden, ist eine deutsche 15-Meter-Yacht herrenlos treibend gefunden worden. Die Crew der britischen Fregatte "London" fand die "Ruth" ohne gesetzte Segel, dafür aber mit vollen Aschenbechern, ein Buch aufgeschlagen an Deck, im Kühlschrank völlig vergammelte Lebensmittel. Offenbar war die Yacht monatelang im Atlantik getrieben. Eigner sind Ralf Schilling und seine Frau aus Ennepetal in Westfalen. Beide wollten vor mehreren Monaten zu einer fünfjährigen Weltumsegelung starten. Doch auf Gran Canaria wurde ihnen das Schiff gestohlen.Zu diesem Zeitpunkt hatte sie bereits Wohnung, Hausrat und Jobs aufgegeben. Jetzt wollen sie so schnell wie möglich zu ihrem Schiff fliegen. Die "Ruth" ist von britischen Marine-Sailors mittlerweile nach Puerto Rico gesegelt worden.
Von: 101526.1646@compuserve.com, Joachim Preuß

"Hanseatic" freigeschleppt
Thursday, 17. July 1997 - 07:02:10

Wie wir eben erst erfahren, wurde die "Hanseatic" am frühen Morgen des 17. Juli von starken Schleppern von der Untiefe freigeschleppt. Weitere Nachrichten folgen.
Von: Peter O. Walter, SY ESYS

Eisgang und Gezeitenströme bedrohen die "Hanseatic"
Thursday, 17. July 1997 - 06:00:46

HAMBURG. Das Freischleppen der vor Spitzbergen auf Grund gelaufenen "Hanseatic" verzögert sich wegen Eisgangs. Die 145 meist älteren Passagiere sollen am Donnerstag vom norwegischen Coast Guard-Schlepper "Nordkap" übernommen werden. Ursprünglich sollten die abenteuerlustigen Herrschaften (Durchschnittsalter um die 70 Jahre) per Helikopter mit Seilwinden abgeborgen werden. Nun soll versucht werden, den Schlepper trotz der aufgetürmten Eisschollen direkt an den Havaristen zu manövrieren. Dann sollen die Luxus-Kreuzfahrer zum Hafen Longyearbyen auf Spitzbergen gebracht werden. Vor dort aus geht es per Charterjet nach Hamburg. Nördliche Winde mit zwei bis drei Bft drücken Eisschollen in die Hinlopenstraße, in deren Eingang die "Hanseatic" dicht unter Land aufgebrummt ist. Der Rumpf hält noch dicht. Nach Einschätzung von Experten drohe vom Eis keine Gefahr. Sorgen bereiten jedoch die erheblichen Gezeitenströme, die das Schiff auf dem Felsen bewegen könnten. Zur Zeit wird mit dem holländischen Berge-Unternehmen Smit verhandelt. Vor dem Freischleppen sollen, wie auch schon vor zehn Monaten, die 300 Tonnen Treibstoff geleichtert werden. Zur Zukunft von Kapitän Hartvig von Harling, der nun schon zum zweiten Mal festsitzt, wollte ein Sprecher der Hamburger Reederei Hapag-Lloyd keine Angaben machen. Erst müßten die Untersuchungen abgwartet werden. Mit dem Unfall wird sich auch das Bundesoberseeamt in Hamburg beschäftigen - obwohl das Schiff unter Bahama-Flagge fährt. Ausschlaggebend ist die hohe Zahl der deutschen Passagiere. Damit sind auch deutsche Interessen berührt worden.
Von: 101526.1646@compuserve.com, Joachim Preuß

Noch'n Luxusdampfer von Hapag-Llyod in Schwierigkeiten
Thursday, 17. July 1997 - 06:07:45

WISMAR. Ein Luxusliner von Hapag-Lloyd, die "Columbus", mußte seine Fahrt in der Ostsee wegen Maschinenschadens abbrechen. Das 144 Meter lange Schiff lief zur Reparatur Wismar an. Die Passagiere sollen entschädigt werden.
Von: 101526.1646@compuserve.com, Joachim Preuß

Schlickrutscher: "Hanseatic" diesmal vor Spitzbergen aufgelaufen
Tuesday, 15. July 1997 - 06:48:38

HAMBURG. Das Kreuzfahrtschiff "Hanseatic" sitzt schon wieder auf Grund: Diesmal ist der Dampfer bei der Einfahrt in die Hinlopenstraße vor Spitzbergen aufgelaufen. Ein erster Schleppversuch vom schwedischen Passagierschiff "Origo" schlug fehl. Mit der Flut in der Nacht zum Dienstag soll ein weiterer Versuch unternommen werden, das Schiff mit zwei Schleppern freizubekommen. Es hat bisher keinen Wassereinbruch gegeben. Allerdings hat der Dampfer mit 145 Passagieren und 113 Crewmitgliedern leichte Schlagseite nach Backbord. Erst vor zehn Monaten war das 122 Meter lange Schiff von Wind und Strömung auf eine Geröllhalde im kanadischen Eismeer gedrückt worden. Damals wie heute vertreiben sich die Passagiere ihre Zeit mit Schlauchbootfahrten: Mit Zodiacs unternehmen sie Ausflüge an die Küste von Spitzbergen. Die Hinlopenstraße, die die Hauptinsel Spitzbergen von der Insel Nordostland trennt, gehört zum festen Bestandteil aller Kreuzfahrer. Das Nordmeer gilt bei Kapitänen als unsicher, weil es an genauem Kartenmaterial und aktuellen Seehandbüchern mangelt. Küste sind oft ungenau ausgemessen, Untiefen unbekannt oder ebenfalls schlecht ausgelotet.
Von: 101526.1646@compuserve.com, Joachim Preuß

Elbe: Frachter gegen Tanker
Tuesday, 15. July 1997 - 06:48:31

HAMBURG. Auf der Elbe bei Hamburg sind ein niederländischer 80-Meter-Tanker und ein ägyptischer Frachter (133 Meter Länge) zusammengestoßen. Beide Schiffe wurden leicht beschädigt und konnten ihre Fahrt fortsetzen. Die Ursache der Havarie war zunächst ungeklärt.
Von: 101526.1646@compuserve.com, Joachim Preuß

Mehr Sicherheit im Fastnet-Rennen
Sunday, 13. July 1997 - 12:52:35
Der Kurs des Fastnet Rennens ist seit 1925 fast unverändert geblieben. Eine große Anzahl von Yachten in allen Größen segelt die 605 sm lange Regatta mit Start in Cowes. Da moderne Yachten heute sehr viel schneller als ihre Vorgänger sind, ist die Gefahr einer Kollision mit Yachten, die den Fastnet-Rock bereits gerundet haben, groß - besonders nachts und bei schlechtem Wetter.
Der Royal Ocean Racing Club (RORC) hat beschlossen, dieses Risiko durch eine neue Tonne zu verringern. Ein neuer Bahnschenkel wurde eingefügt, der die Teilnehmer nach Umrundung des Fastnet-Rocks etwa 7 Seemeilen in südwestlicher Richtung vom Rock auf die gelbe 'PANTAENIUS-Tonne' zufnhrt. Die PANTAENIUS-Tonne wird ebenfalls an backbord gerundet. Von dort segeln die Yachten weiter ins Ziel nach Plymouth.
Von: info@esys.org, Peter O. Walter, SY ESYS

Küste vor La Hague gesperrt
Friday, 11. July 1997 - 07:35:55

PARIS. Die französische Umweltministerin Dominique Voynet hat die Küste vor der Wiederaufbereitungsanlage La Hague für Segler und Fischer sperren lassen. Hintergrund sind Proben aus dem Abwasserrohr der Atomfabrik, die von Greenpeace als alarmierend, von der Betreibergesellschaft Cogema als normgerecht bewertet werden. Binnen zwei Wochen soll eine unabhängige Untersuchung über die radioaktive Wasserbelastung gemacht werden.
Von: Peter O. Walter, SY ESYS

Japan: Ölpest nicht so stark wie zunächst angenommen
Friday, 4. July 1997 - 06:37:12

TOKIO. Bei dem Tankerunglück in der Bucht von Tokio ist nicht so viel Öl ausgelaufen wie zunächst angenommen wurde. Die Behöden schätzen, daß "nur" 1,5 Millionen Öl ins Meer geflossen sind. Zunächst war man von 15 Millionen Litern ausgegangen.
Von: 101526.1646@compuserve.com, Joachim Preuß

Helgoland: Kat rammt Mole - zwei Verletzte
Thursday, 10. July 1997 - 05:21:50

HELGOLAND. Der neue Luxukatamaran, der seit einer Woche zwischen Helgoland und Hamburg verkehrt, hat am Dienstag im Hafen der Insel eine Betonmole gerammt. Dabei wurden zwei Passagiere leicht verletzt. Das 40 Meter lange Schiff wurde beim Einlaufen in den Nordosthafen von der Strömung abgetrieben. Das Vordeck der Steuerbordseite krachte gegen die Mole. Zwei Fahrgäste an Deck erlitten Prellungen. Der bis zu 60 Kilometer pro Stunde schnelle Kat konnte seine Fahrt fortsetzen.
Von: 101526.1646@compuserve.com, Joachim Preuß

Größte Tankerkastrophe in der Geschichte Japans
Thursday, 3. July 1997 - 17:07:24

TOKIO. Bei der größten Tankerkatastrophe in der Geschichte Japans sind 15 Millionen Liter Rohöl in der Bucht von Tokio ausgelaufen. Der in Panama registrierte japanische Tanker "Diamond Grace" war südöstlich von Yokohama auf ein Riff gelaufen. Dabei entstand am Steuerbordbug ein drei Meter langer Riß. Drei Tanks, von denen zwei gefüllt waren, schlugen leck. Der Tanker fuhr weiter, bis er auf Grund lief. Er wurde später freigeschleppt und erreichte mit eigener Kraft Kawasaki. Dort soll er leegerpumpt werden. In der Bucht, in der die meisten Dörfer vom Fischfang leben, herrschte fauliger Gestank. 15 Menschen, darunter 13 Kinder, mußten mit Atembeschwerden ins Krankenhaus gebracht werden. Der Ölteppich hat einen Durchmesser von fünf Kilometern. Von Booten wurden ölaufsaugende Matten ins Meer geworfen. Hubschrauber versprühten Lösungsmittel. Die "Diamond Grace" hatte 285,5 Millionen Liter Rohöl geladen. Erst im Januar waren aus einem havarierten russischen Tanker 4,5 Millionen Liter Rohöl ausgelaufen und hatten mehrere hundert Kilometer der japanischen Küste verseucht.
Von: 101526.1646@compuserve.com, Joachim Preuß

Ostsee: Jungfernfahrt mit Motorboot endete tödlich
Tuesday, 1. July 1997 - 19:13:03

BOLTENHAGEN. Bei der Jungfernfahrt mit einem neuen Motorboot ist vor Boltenhagen in Mecklenburg-Vorpommern ein 30jähriger Mann ums Leben gekommen. Nach Angaben der Polizei war das Boot, in dem sich drei Männer befanden, plötzlich über das Heck gesunken. Offenbar war eine Luftkammer undicht. Der 30jährige versuchte, schwimmend den Strand zu erreichen und ertrank dabei. Seine beiden Begleiter blieben am gekenterten Boot und wurden gerettet.
Von: 101526.1646@compuserve.com, Joachim Preuß

Ostsee: Gekenterter Segler nach SARSAT-Alarm gerettet
Tuesday, 1. July 1997 - 19:13:10

GRÖMITZ. Seiner SARSAT-Boje hat ein 50jähriger Segler, der acht Seemeilen vor Grömitz in der Ostsee kenterte, sein Leben zu verdanken. Nach Angaben der Seenotleitung (MRCC) Bremen der DGzRS war di Zwölfmeteryacht vermutlich in einer starken Böe aufs Wasser gedrückt worden und kenterte. Der Segler konnte sich aus dem Steuerstand befreien und die SARSAT-EPIRB (Emergency Position Indicating Radio Beacon=Satelliten-gestützte Seenotfunkbake) aktivieren. Die Alarmmeldung, die auch eine genaue Position der Boje enthielt, erreichte wenig später das MRCC in Bremen. Der Segler wurde kurz darauf aus der Ostsee geborgen.
Von: 101526.1646@compuserve.com, Joachim Preuß

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