EUROPÄISCHES SEGEL-INFORMATIONSSYSTEM
Seenotfälle
Archiv Dezember 97

Last update: Thursday, 1. January 1998 - 08:20:03

US-Coastguard hilft sinkendem britischen Frachter
Wednesday, 31. December 1997 - 12:40:03
Cape Canaveral. Die US-Küstenwache ist am Dienstag der britischen "Merchant Patriot" zur Hilfe gekommen, die etwa 250 nm vor der Küste Floridas in Seenot geraten war.
Fünf Helikopter und ein Flugzeug brachten die Crew "Merchant Patriot" in Sicherheit.
Das Schiff hatte in der Nacht nach einem Wasserrohrbruch im Maschinenraum die Coastguard alarmiert und SOS abgesetzt. Reparaturversuche der Mannschaft schlugen fehl.
Die 28köpfige Crew der "Merchant Patriot" sollte an Bord einer Autofähre gebracht werden, die sich auf dem Weg zu dem sinkenden Frachter befindet.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Korea: Tankschiff beim Laden explodiert
Monday, 29. December 1997 - 06:09:24

SEOUL. Ein 287 BRT großes Tankschiff ist beim Beladen mit Öl im südkoreanischen Hafen Ulsan explodiert. Vier Menschen wurden verletzt.
Von: Joachim_Preuss@Compuserve.com, Sailpress

Ostsee: Fähre mit 700 Menschen an Bord neun Stunden lang manövrierunfähig vor Anker
Monday, 29. December 1997 - 06:09:11

PUTTGARDEN. Wegen eines Defektes der Seuerung mußte die dänische Fähre „Princes Benedict" in stürmischer See neun Stunden lang vor Puttgarden notankern. Dann konnte sie in den Hafen geschleppt werden. Beim Umschalten von automatischer auf manuelle Steuerung hatte die Ruderanlage versagt. Der Anker wurde ausgebracht. Dabei wurde die Kette von einer der vier Schrauben erfaßt. Taucher mußte mit Schweißbrennern die Kette abschlagen. Ein Passagier, der sein Flugzeug nach Südafrika erreichen mußte, wurde mit einem Schlauchboot an Land gebracht. Fürdie übrigen Fahrgäste gab’s gratis Speisen und Getränke. Das Schiff ist noch am Abend nach Svendborg geschleppt worden.
Von: Joachim_Preuss@Compuserve.com, Sailpress

Adria: Flüchtlingsschiff mit 810 Menschen an Bord auf Grund gelaufen
Monday, 29. December 1997 - 06:09:01

ROM. Vor der süditalienischen Küste ist ein Schiff mit 810 meist kurdischen, aber auch iranischen Flüchtlingen an Bord auf Grund gelaufen. Zuerst wurden am Morgen 90 Frauen und Kinder von der Coast Guard an Land gebracht, später mit Fischerbooten auch die männlichen Passagiere. Kapitän und Crew der „Ararat" sind veschwunden: Sie haben sich vermutlich mit einem Rettungsboot abgesetzt. Der Dampfer war sechs Tage lang unterwegs gewesen. Die Tickets waren für durschnittlich 7000 Dollar pro dreiköpfiger Familie verhökert worden.
Von: Joachim_Preuss@Compuserve.com, Sailpress

Irische See: Trawler im Sturm gekentert
Friday, 26. December 1997 - 20:15:59

LONDON. Im schweren Sturm ist in der Irischen See vor der Küste von Wales ein französischer Trawler gekentert und vermutlich untergegangen. Von den fünf Crewitgliedern fehlt jede Spur. Suchtrupps fanden lediglich Wrackteile. Die „Toul an Trez" aus dem Bretagne-Hafen Camaret-sur-Mer hatte an Heiligabend Seenotsignale gegeben. Die Suche mit einem Flugzeug, zwei Hubschraubern sowie Schiffen verlief bisher ergebnislos. Zum Zeitpunkt des Unglücks herrschten in dem Seegebiet bei Windgeschwindigkeiten von bis zu 65 Knoten Wellenhöhen von sechs Metern.
Von: Joachim_Preuss@Compuserve.com, Sailpress

Australien: 60 gestrandete Wale wieder ins Meer bugsiert
Friday, 26. December 1997 - 20:16:16

SYDNEY. Auf Fraser Island, der vor Australien liegenden größten Sandinsel der Welt, sind 60 gestrandete Pilotwale von Helfern wieder ins Meer bugsiert worden. Die Tiere sind zwischen drei und vier Metern groß.
Von: Joachim_Preuss@Compuserve.com, Sailpress

Türkei: Marine schießt irrtümlich auf Fischerboot
Friday, 26. December 1997 - 20:16:40

ANKARA. Bei einem Übungsschießen mit Raketen hat die türkische Armee den Mast eines Fischerbootes getroffen. Dabei wurden sechs Soldaten und zwei Fischer verletzt. Das Schiff war von der Armee gechartert worden und sollte vor Sile am Schwarzen Meer Zielballons auslegen. Die Rakete verfehte ihr eigentliches Ziel um zwei Seemeilen.
Von: Joachim_Preuss@Compuserve.com, Sailpress

Winterstürme über Nordfrankreich: Trawler vermißt
Friday, 26. December 1997 - 16:22:44
Rennes/Gap. Schwere Winterstürme über Frankreich:
Auf der Atlantik-Insel Ouessant wurden Windgeschwindigkeiten bis zu 120 Kilometern in der Stunde gemessen. In mehreren Marinas mußten Segelboote gesichert werden.
Im Fischerhafen Camaret-sur-Mer im äußersten Westen der Bretagne schwand die Hoffnung auf die Rückkehr der "Toul-an-Trez" mit fünf Mann Besatzung. Der Trawler war am Heiligen Abend vor der Küsten von Wales in schwere See geraten und wurde seitdem vergeblich gesucht. Die Besatzung gilt als erfahren. Das Boot gehörte zu den letzten drei Trawlern der Flotte des kleinen Hafens südlich von Brest.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Gardasee: Deutscher Student bei Bootstour ertrunken
Tuesday, 23. December 1997 - 07:22:50

BRESCIA. Bei einer Bootstour mit zwei Freunden auf dem Gardasee ist ein Student aus Augsburg ins eiskalte Wasser gefallen und ertrunken. Die Ursache ist noch ungeklärt, die beiden Freunde stehen noch unter Schock.
Von: Joachim_Preuss@Compuserve.com, Sailpress

Englischer Kanal: Explosion auf Kümo - ein Verletzter
Tuesday, 23. December 1997 - 07:23:03

LE HAVRE. Bei einer Explosion auf dem Kümo „Paulina B" (1093 BRT) ist ein Seemann verletzt worden. Er wurde von einem SAR-Helikopter der britischen Coast Guard abgeborgen. Die Explosion war auf der Kanalfähre „Pride of Le Havre" beobachtet und gemeldet worden. Während der Rettungsaktion blieb die Fähre, die mit 300 Passagieren an Bord von Le Havre nach Portsmouth unterwegs war, in der Nähe des Havaristen, um gegebenenfalls Hilfe zu leisten. Das mit Kohle beladene Kümo lief nach der Expolsion vor der französischen Küste auf Grund.
Von: Joachim_Preuss@Compuserve.com, Sailpress

Skagerrak: Kapitän blieb bis zuletzt auf kenterndem Frachter - tot
Monday, 22. December 1997 - 07:22:19

SKAGEN. Nach einer nächtlichen Kollision zwischen dem deutschen Kümo „Lass Sun" (1512 BRT) und dem russischen Frachter „Valentin Pikul" (2264 BRT) im Sakerrag ist die „Lass Sun" gekentert. Dabei fiel der deutsche Kapitän, der trotz schwerer Schlagseite bis zuletzt an Bord geblieben war, ins eiskalte Wasser. Er wurde von der Crew eines dänischen Seenotrettungskreuzers leblos geborgen. Alle Reanimationsversuche schlugen fehl. Zuvor waren fünf weitere Crewmitglieder der „Lass Sun" von der Besatzung des Schleppers „Vlieland" aus einer Rettungsinsel geborgen worden. Der Schlepper-Kapitän Pieter Emili Ottosen warf der Russen-Crew vor, nicht geholfen zu haben: Sie hätten sich trotz ruhiger See in großem Abstand zu dem langsam durchkenternden Schiff gehalten und auch kein Rettungsoot zu Wasser gelassen. Die Überlebenden des mit Düngemitteln beladenen Frachters berichteten außerdem, daß eine versprochene Schlepptrosse nicht übergeben worden sei. Der russische Frachter kam mit Schäden am Bug davon. Er ging vor Skagen vor Anker. Die „Lass Sun" treibt kieloben. Inoffiziell hieß es, das deutsche Schiff sei wahrscheinlich ausweichpflichtig gewesen.
Von: Joachim_Preuss@Compuserve.com, Sailpress

Containerschiff im Ärmelkanal in Brand geraten
Sunday, 21. December 1997 - 08:28:31
Rennes. Der britische Frachter "Kukawa" hat am Samstag im Ärmelkanal Feuer gefangen. Die 33 Crewsmitglieder sind unverletzt. Sie sollten noch am Samstag geborgen werden. Die französiche und britische Coastgard bezeichnete die Rettungsmanöver als schwierig, aber nicht dramatisch.
Das Containerschiff "Kukawa" war unterwegs von Abidjan (Elfenbeinküste) nach Holland/Rotterdam. In den Containern befindet sich kein Gefahrengut.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Schiff im Rhein auf Grund gelaufen - Steuermann 3,1 Promille
Sunday, 21. December 1997 - 08:30:10
Frankfurt. Ein mit Gefahrgütern beladenes Motorschiff wurde am Samstag von seinem stark betrunkenen Steuermann im Rhein nahe Trebur (Hessen) auf eine Sandbank gesetzt. Der Steuermann hatte beim Alkoholtest fast 3,1 Promille.
Das Schiff habe kein Leck und es soll auch kein Gefahrengut entwichen sein, wie die Polizei mitteilte. Das Binnenmotorschiff ist von zwei starken Schleppern von der Sandbank freigeschleppt worden und setzte seine Fahrt von Ludwigshafen nach Antwerpen mit einem nüchternen Rudergänger fort.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Haiti: Segler in Gewittersturm gekentert - 40 Menschen ertrunken
Tuesday, 16. December 1997 - 06:08:07

PORT-AU-PRINCE. Vor Haiti ist ein Segelschiff mit über 55 Menschen an Bord gekentert und untergegangen. Dabei sind vermutlich 40 Menschen ums Leben gekommen, 15 Überlebende wurden geborgen. Die „Christ Vivant" war im Fährbetrieb zwischen der Insel La Gonave und dem Armenviertel La Saline in der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince eingesetzt. Der Segler war vermutlich überladen. In der Vergangenheit hat es bereits mehrere Unglücke mit seeuntüchtigen oder hoffnungslos überladenen Fähren gegeben. Im September war die „La Fierta Gonavienne" mit 200 bis 250 menschen an Bod untergegangen. 500 Menschen ertranken 1993 beim Untergang der „Neptune".
Von: Joachim_Preuss@Compuserve.com, Sailpress

Elbe: Fischer protestieren gegen Vertiefung
Tuesday, 16. December 1997 - 06:07:48

HAMBURG. Gegen die geplante Vertiefung der Elbe haben Elbfischer protestiert: Mit 27 Kuttern legten sie die Schiffahrt zwischen Brunsbüttel und Cuxhaven lahm. Die Fischer fühlen sich durch die Ausbaggerung, die auch vollbeladenen Containerfrachten den Weg von und nach Hamburg sichern soll, in ihrer Existenz bedroht. Durch die Arbeiten würden wertvolle Naturbereiche in dem vom Gezeiten durchpulsten Gewässer zerstört. Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hat den Protest der Fischer unterstützt.
Von: Joachim_Preuss@Compuserve.com, Sailpress

Ägäis: Türkischer Frachter gesunken, ein Matrose vermißt
Thursday, 11. December 1997 - 06:10:19

ATHEN. Ein türkischer Frachter ist in der griechischen Ägäis vor der Insel Kimi gesunken. Elf Crewmitglieder wurden gerettet, ein Matrose wird vermißt. Die Unglücksursache ist noch unbekannt.
Von: Joachim_Preuss@Compuserve.com, Sailpress

Bayern: Schubboot und Frachter umgekippt
Thursday, 11. December 1997 - 06:10:03

STEPHANSPOSCHING/TRENNFELD. In Bayern sind zwei Schiffe in Seenot geraten: Bei Trennfeld ist auf dem Main ein niederländisches Schubboot an einer Kiesverladestation umgekippt. Die Fahrrinne ist teilweise blockiert. Auf der Donau bei Stephansposching ist ein ungarischer Frachter auf Grund gelaufen. Die Donau ist komplett gesperrt. Die Bergung wird möglicherweise ein Monat lang daueren, weil das Schiff freigebaggert werden muß. Das Schiff war überlade und hatte zuviel Tiefgang.
Von: Joachim_Preuss@Compuserve.com, Sailpress

Adria: Leichtsinn oder Lebensretter - Segler sprang Seglerin hinterher
Thursday, 11. December 1997 - 06:09:44

KOPER. Bei einem Segeltörn in der Bucht von Koper (Slowenien) ist die 22jährige slowenische Olympia-Teilnehmerin Vesna Deklava über Bord gegangen. Ein Crewmitglied, der Segler Andreas Hanakamp aus Österreich, sprang ins zwölf Grad kalte Wasser und schwamm mit der Frau etwa eine Stunde lang zum Ufer. Die 22jährige erlitt schwere Unterkühlungen.
Von: Joachim_Preuss@Compuserve.com, Sailpress

Sportsegler aus Österreich rettete slowenischer Kollegin das Leben
Tuesday, 9. December 1997 - 22:09:38
Koper/Slowenien. Ein Segler aus Österreich hat am vergangenen Wochenende in der Adria einer Kollegin aus Slowenien durch einen mutigen Sprung ins eiskalte Wasser das Leben gerettet. Dies wurde erst am Dienstag bekannt.
Die 22jährige slowenische Olympia-Seglerin Vesna Dekleva war am Samstag bei einem Segeltörn in der Bucht von Koper (Slowenien) in das kalte Wasser (12°C) gefallen .
Einer der Mitsegler, Andreas Hanakamp, sprang ihr nach und schwamm mit der Sportlerin rund eine Stunde an das rettende Ufer.
Die Frau mußte unterkühlt in ein Krankenhaus gebracht werden, das sie aber inzwischen wieder verlassen hat. "Ich verdanke Andreas mein Leben, allein hätte ich die lange Strecke nicht geschafft" sagte die Slowenin wenig später.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Ochotskisches Meer: Russen-Crew rettet 24köpfige Fangschiff-Besatzung aus Südkorea
Monday, 8. December 1997 - 06:22:09

SEOUL. Etwa 180 Seemeilen östlich der russischen Insel Sachalin ist im Ochotskischen Meer ein südkoreanisches Fangschiff in Brand geraten. Die 24köpfige Besatzung der „O Yang Ho" wurde von der Crew des russischen Frachters „Grigori Alexandrow" gerettet. Drei südkoreanische Trawler sind auf dem Weg ins Unglücksgebiet, um dem Frachter bei den Löscharbeiten zu helfen. Das Feuer war durch einen Kurzschluß ausgelöst worden.
Von: Joachim_Preuss@Compuserve.com, Sailpress

Chile: 34jähriger aus Bayern ertrunken
Monday, 8. December 1997 - 06:22:19

SANTIAGO DE CHILE. Bei einem Bootsunglück auf dem Lago Azul in Südchile ist ein 34jähriger aus Altdorf/Niederbayern etrunken. Er gehörte zu einer zwölfköpfigen deutschen Trekking-Gruppe, die bei schlechtem Wetter versucht hatte, den See mit zwei Booten zu überqueren. Ein Boot kenterte, bis auf den 34jährigen konnte sich alle Insassen schwimmend ans Ufer retten.
Von: Joachim_Preuss@Compuserve.com, Sailpress

Balearen: Frachtschiff und Yacht bei Unwetter in Seenot
Monday, 8. December 1997 - 06:22:36

PALMA DE MALLORCA. Bei einem schweren Unwetter über den Balearen ist vor Menorca eine Segelyacht gekentert. Die beiden Crew-Mitglieder wurden von einem anderen Schiff gerettet. Vor Ibiza strandete ein Frachter, 30 Besatzungsmitglieder mußten per Helikopter abgeborgen werden. Sechs Meter hohe Seen brachten den gesamten Fährverkehr zum Erliegen.
Von: Joachim_Preuss@Compuserve.com, Sailpress

Frachter "Megan" vor Italiens Küste in Seenot
Sunday, 7. December 1997 - 17:12:51
Reggio Calabria. Der Frachter "Megan" ist am Sonntag bei schwerer See mit 13 Menschen an Bord vor der süditalienischen Küste verunglückt. RAI berichtete, dass alle Besatzungsmitglieder von Militärhubschraubern gerettet wurden. Die "Megan" (LÜA 87m) war nach einem Motorschaden manövrierunfähig und der Maschinenraum mit Wasser vollgelaufen. Meterhohe Wellen rissen einen Teil der Holz-Fracht ins Meer.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Nordsee: Pottwal-Drama geht weiter
Saturday, 6. December 1997 - 06:16:04

RÖM/CUXHAVEN/BREMERHAVEN. Das Drama um gestrandete Pottwale an der Nordseeküste geht weiter. Für die vor Röm (Dänemark) auf Grund geratene Tiere gibt es keine Hoffnung mehr, einige sind bereits verendet. Versuche, die noch lebenden Tiere mit Schiffen auf See zu schleppen, blieben erfolglos, weil die Wale wieder zurück an Land schwammen. Auch in der Wesermündung wurde ein toter Wal gefunden. Er wird von einem Experten des Duisburger Zoos untersucht, um festzustellen, warum das Tier sich aus dem Atlantik in die tödliche, weil zu flache Nordsee verirrt hat. Vor Cuxhaven ist ebenfalls ein Pottwal verendet. Bereits vor einer Woche strandeten fünf Wale an der holländischen Küste.
Von: Joachim_Preuss@Compuserve.com, Sailpress

Kat-Unfall: Segelnde Angler hatten niemanden informiert
Friday, 5. December 1997 - 06:12:26

HEILIGENHAFEN/KÜHLUNGSBORN. Bei dem Unfall mit einem selbstgebauten Katamaran, bei dem vermutlich zwei Angler ums Leben gekommen sind (siehe ESYS-Bericht weiter unten), ist eine gezielte Suche nach den Schiffbrüchigen offenbar nicht möglich gewesen, weil die beiden jungen Berliner vermutlich niemanden vor dem Auslaufen informiert hatten. Das haben jetzt weitere ESYS-Recherchen ergeben. Danach hat sich offenbar folgendes abgespielt (nach Angaben der Polizei in Kühlungsborn gegenüber ESYS): Am 17. November fällt das verlassene Wohnmobil am Strand auf, mit dem die beiden ans Wasser gefahren waren. Halterin ist eine Frau aus Berlin. Die Polizei versucht vergeblich, sie zu erreichen. Am 18. November sieht ein Spaziergänger am Strand die beiden Angler segelnd auf ihrem völlig seeuntüchtigen Gefährt. Die Wetterlage verschlechtert sich zunehmend, der Seegang wird ruppiger. „Kommt mit Eurer Nußschale jetzt mal wieder an Land", ruft der Mann den beiden zu. Einer habe wohl wieder an Land gewollt, der habe jedoch „noch ein wenig angeln" wollen, so die Aussage des Zeugen. Dann verliert er den Kat aus den Augen. Was danach geschieht, ist bis heute ungeklärt.
Einen Tag später, am 19. November, erreicht die Polizei endlich die Halterin. Eine Vermißtenanzeige wird aufgenommen, der Selbstbau-Kat genau beschrieben. Doch zu diesem Zeitpunkt ist wahrscheinlich schon alles zu spät. Auch die Suche der nun endlich alarmierten Seenotretter der DGzRS verspricht wenig Erfolg: Bei Wassertemperaturen von nur wenigen Grad über Null beträgt die Überlebenszeit im Wasser nur wenige Minuten.
Am 20. November wird am Strand von Sütel (bei Eutin) eine Leiche gefunden. Der Mann wirde anhand seiner Papiere als Matten identifiziert. Er wurde vor einer Woche in Berlin beerdigt. Sein Freund Guido ist bis heute verschwunden. Auch vom Kat fehlt jede Spur.
Von: Joachim_Preuss@Compuserve.com, Sailpress

Nordsee: Sylt-Wale jetzt endgültig vor Römo gestrandet
Friday, 5. December 1997 - 06:12:13

RÖMÖ. Die Gruppe junger Pottwale, die am Mittwoch stundenlang am Strand vor Rantum auf Sylt gelegen hat, bis sie durch die Flut wieder freikam (siehe ESYS-Bericht weiter unten), ist nun wohl endgültig vor der Insel Römö in Dänemark gestrandet. Offenbar hatten die 13 jungen Tiere vergeblich einen Ausweg aus dem Labyrinth des Wattenmeeres gesucht. Römö liegt zehn Kilometer von Sylt entfernt. Durch das Eigengewicht der acht bis 14 Meter langen Tiere von bis zu 70 Tonnen kommt es an Land meist zu tödlichen Verletzungen der inneren Organe. Pottwale ziehen zur Zeit im Atlantik südwärts bis zur afrikanischen Küste, lassen dabei aber die Nordsee und England normalerweise links liegen. Offenbar sind Erdmagnetfelder oder aber Orientierungslosigkeit des Leittieres für solche meist tödlichen Irrwege in die Nordsee verantwortlich.
Von: Joachim_Preuss@Compuserve.com, Sailpress

Hamburg: UN-Seegerichtshof fällt erstes Urteil
Friday, 5. December 1997 - 06:11:45

HAMBURG. Der UN-Seegerichtshof in Hamburg (siehe ESYS-Bericht weiter unten) hat sein erstes Urteil gefällt. Guinea muß den Öltanker aus dem Karabik-Staat St. Vincent/Grenadines, der seit Ende Oktober festgehalten wird, samt Crew gegen eine Kaution von 400 000 US-Dollar freigeben. Das Schiff war gekapert worden, weil es verbotenerweise Öl auf Fischkutter gepumpt haben soll.
Von: Joachim_Preuss@Compuserve.com, Sailpress

„Estonia"-Untergang: Mängel an der Bugklappe, Fehler der Crew oder Wartungspfusch?
Thursday, 4. December 1997 - 06:12:22

TALLINN. Nicht viel Neues hat der 800 Seiten starke Bericht der internationalen „Estonia"-Untersuchungskommission ergeben. Beim Untergang der Ostsee-Fähre vor Finnland in schwerem Sturm waren vor drei Jahren 852 Menschen ums Leben gekommen, nur 137 überlebten. Die Kommission hat vor allem Mängel in der Konstrukion der Bugklappe, die plötzlich abgerissen war, verantwortlich gemacht. Aber auch das Fehlverhalten der Crew, die nach bemerkten Problemen mit der Klappe nicht sofort das mit voller Fahrt gegenandampfende Schiff gestoppt hätten, sei für den Untergang maßgeblich gewesen. Die Papenburger Meyer-Werft, wo die „Estonia" 14 Jahre zuvor gebaut worden war, wies die Vorwürfe zurück: Nicht Konstruktionsmängel, sondern Pfusch und Flickschusterei bei der Wartung hätten zu der Katastrophe geführt. So seien die am Wrack gefunden Schweißnähte dünner als die ursprünglichen gewesen. Die Scharniere seien in einem völlig anderen Zustand als die Originale gewesen.
Von: Joachim_Preuss@CompuServe.com, Sailpress

Nordsee: Pottwale strandeten vor Sylt
Thursday, 4. December 1997 - 06:12:40

SYLT. Auf einer Sandbank vor Sylt sind am Mittwoch zwei 40 bis 70 Tonnen schwere Pottwale gestrandet. Nach mehreren Stunden kamen sie bei Flut wieder frei. Ihre Überlebenschancen werden allerdings als gering angesehen, weil es durch das Liegen an Land oft zu inneren Verletzungen kommt. Die Tiere gehörten zu einer Gruppe von 15 Zahnwalen. Bereits in der vergangenen Woche waren einige Pottwale vor Ameland gestrandet. Pottwale leben normalerweile nur in tiefen Gewässern. Experten vermuten, daß die Tiere im Nordatlantik auf dem Weg nach Süden waren und durch Erdmagnetlinien fehlgeleitet wurden.
Von: Joachim_Preuss@Compuserve.com, Sailpress

Azoren: Zerbrochener Frachter hatte radioaktives Material an Bord
Thursday, 4. December 1997 - 06:12:51

LISSABON. Der vor den Azoren im Sturm auseinandergebrochene Panama-Frachter „MSC Carla" (siehe ESYS-Bericht weiter unten) hatte radioaktives Cäsium 137 an Bord. Das schwach strahlende Material war in medizinischen Geräten, die für die USA bestimmt waren. Es befand sich im Bugteil des Frachters, das am Sonntag versunken ist . Zur Zeit versuchen Schlepper-Crews, das noch schwimmende Heckteil zu bergen. Behörden in Lissabon behaupteten, das Cäsium sei in einem Sicherheitsbehälter. Eine Bergung sei Unsinn, man werde aber regelmäßig Wasserproben in dem Seegebiet nehmen. Dagegen sagte ein Greenpeace-Sprecher, daß der Conatiner in großer Tiefe bersten werde und Cäsium über Fische in die Nahrungskette gelangen könne. Greenpeace forderte ein generelles Verbot von radioaktiven Transporten auf See.
Von: Joachim_Preuss@Compuserve.com, Sailpress

Umwelt: Greenpeace will bei Aktionen Amphibienfahrzeug einsetzen
Wednesday, 3. December 1997 - 06:17:19

HANBURG. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace will bei ihren Aktionen auf dem Meer demnächst ein Flugboot einsetzen, um flexibler zu sein: Die 18 Meter lange und 120 Knoten schnelle „Catalina" (Baujahr: 1943) wird nach Bedarf gechartert und soll die Schiffe „Rainbow Warrior II", „Beluga", „Sirius" und „Moby Dick" aus der Luft und auf dem Wasser unterstützen.
Von: Joachim Preuß, Sailpress

Segler aufgepaßt: Zwei Katamaran-Fähren auf dem Bodensee!
Wednesday, 3. December 1997 - 06:12:36

FRIEDRICHSHAFEN. Eine bis zu 40 km/h schnelle Katamaranfähren wird ab Juli 1998 Friedrichshaven und Konstanz verbinden. Ein zweites Schiff soll von einer eigenen Reederei der Bodenseestädte bis 1999 angeschafft werden. Die beiden insgesamt 12,5 Millionen Mark teuren Schiffe sollen die Städte im Stundentakt verbinden. Seglern, Fischer und Naturschützer gehen auf die Barrikaden: zu unsicher, zu teuer, eine Busverbidnugn sei wirtschaftlicher. Die Kat-Strecke durchschneidet mehrfach traditionelle Regatta-Kurse, wie z. B. „Ost-West", „Argenpokal", „Rund-um", „Rund um den Bodensee" und „Friedrichshafener Segelwoche".
Von: Joachim Preuß, Sailpress

Brasilien: Arbeiten Behörden mit Piraten zusammen?
Wednesday, 3. December 1997 - 06:14:03

RIO DE JANEIRO. Frachtschiffe werden auf den brasilianischen Reeden vor Rio de Janeiro, Salvador und Santos immer häufiger Opfer von Piratenbanden. Wegen der gezielten Angriffe vermuten die Kapitäne eine Zusammenarbeit zwischen Banditen und Behörden. Nachts verlassen die Schiffe meist die Ankerplätze, um auf See Schutz zu suchen. Jetzt ziehen die Versicherungen die Notbremse: Die Frachtversicherungen für die genannten Häfen sollen wahrscheinlich um acht Prozent erhöht werden. Die damit erhöhten Frachtlosten werden sich negativ auf die ohnehin defizitäre Außenhandelsbilanz Brasiliens niederschlagen.
Von: Joachim Preuß, Sailpress

Duisburg: NRW-Sportministerium gegen Einschränkungen durch neue EU-Richtlinie
Wednesday, 3. December 1997 - 06:14:38

DUISBURG. Beim dritten Umweltseminar des Deutschen Motoyachtverbandes in Duisburg betonte eine Vertreterin des NRW-Sportministeriums, daß man Einschränkungen durch die neue EU-Richtlinie FFH (Fauna-Flora-Habitat) „nicht so ohne weiteres" hinnehmen werde. „Wir werden uns ausreichend Zeit nehmen, um genauestens abzuklären, wann und wo der Sport eingeschränkt und betroffen ist", sagte Ministerialrätin Erlenwein. Man werde sich auch durch das Umweltministerium nicht in Zugzwang bringen lassen. Die Clubs sollten nun überprüfen, ob sie von der Richtline betroffen seien. Es sei gelungen, die Meldefrist nach Brüssel bis auf den 31. Januar 1998 zu verlängern.
Von: Joachim Preuß, Sailpress

OSTSEE: Vermutlich zwei Tote bei Untergang eines selbstgebauten Kats
Wednesday, 3. December 1997 - 06:16:04

HEILIGENHAFEN. Vor Heiligenhafen ist bereits am 18. November ein selbstgebauter Katamaran mit zwei Männern an Bord gekentert und untergegangen. Ein Segler wurde am 20. November vor Suetel bei Heiligenhafen gefunden, der andere wird seitdem vermißt.
Auch vom Wrack fehlt nach Angaben der Wasserschutzpolizei, Außenstelle Heiligenhafen-Sporthafen, gegenüber ESYS jede Spur. In der Seenotleitstelle Bremen der DGzRS hieß es auf Anfrage von ESYS, daß man „erst Tage nach dem Unglück" informiert worden sei: „Angesichts der Wassertemperaturen von knapp über Null Grad viel zu spät für eine gezielte klassische SAR-Aktion." Die beiden Männer seien mit einem Wohnmobil nach Kühlungsborn (bei Rostock) gefahren und mit dem Kat in See gestochen. Der Selbstbau, so die DGzRS, sei „völlig seeuntüchtig" gewesen.
Von: Joachim Preuß, Sailpress

Kutter-Skipper wahrscheinlich schuld an Kollision mit Gastanker
Monday, 1. December 1997 - 22:53:23
Kopenhagen. Erste Untersuchungen der Kollision zwischen dem norwegischen Gastanker "Clipper Skagen" und einem Fischkutter haben ergeben, daß Besatzung und zwei Lotsen auf dem Gastanker keinerlei Fehler begangen hätten.
Wahrscheinlich durch einen Navigationsfehler eines Kutter-Führers sind vier dänische Sportangler bei einer Schiffskollision im Öresund ums Leben gekommen.
Der Tanker "Clipper Skagen" (LÜA 158m) hatte am Vortag bei dichtem Nebel den Kutter "Oeder Wessel" (LÜA 18m) gerammt. Der Kutter brach in zwei Teile und sank daraufhin sofort. An Bord waren 18 Sportangler, ein Fotograf und zwei Besatzungsmitglieder.
Zu den vier Toten gehörte auch der 80jährige Skipper des Kutters und der zweite Seemann an Bord.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Kutter trieb in der Ostsee - Fischer vermutlich ertrunken
Monday, 1. December 1997 - 13:24:10
Kiel. Auf der Ostsee bei Kiel ist am Samstag ein 31jähriger deutscher Fischer vermutlich über Bord gefallen und ertrunken. Sein Fischkutter wurde am Nachmittag etwa 4nm vor der Küste treibend entdeckt.
Wahrscheinlich ist der Mann beim Netzeauslegen in Meer gefallen. Bis zum Abend suchten insgesamt 16 Schiffe nach dem Vermißten.
Auch am Sonntag wurde die Suche fortgesetzt. Der Mann hat jedoch kaum Überlebenschancen. Bei den derzeitigen Wasser-Temperaturen kann ein Mensch maximal eineinhalb Stunden überleben.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Nebel: Vier Angler ertranken nach Schiffskollision
Monday, 1. December 1997 - 13:23:54
Kopenhagen. Vier Sportangler aus Dänemark sind am Sonntag im Öresund ertrunken, nachdem ihr Kutter "Peder Wessel" von einem norwegischen Gas-Tanker gerammt wurde und sank. Siebzehn Insassen des Kutters konnten bei der sofort eingeleiteten Suchaktion lebend geborgen werden.
Die vier Toten hatten sich beim Zusammenstoß nicht auf dem Kutter halten könnnen, sondern wurden ins Wasser geschleudert. Das Unglück ereignete südlich der schwedischen Insel Ven in dichtem Nebel.
Der Kutter zerbrach bei dem Zusammenstoß mit dem achtmal größeren Gas-Tanker "Clipper Skagen" im verkehrsreichen Öresund in zwei Teile. Die Crew der "Clipper Skagen" warf sofort Rettungsboote ins Wasser, auf die sich auch einige Verunglückte retten konnten.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Frachter im Ärmelkanal erlitt Schiffbruch
Monday, 1. December 1997 - 07:26:07
Cherbourg. Der zypriotische Frachter "MSC Rosa M" hat am Sonntag vor Cherbourg / Frankreich im Ärmelkanal Schiffbruch erlitten. Wie Seenot-Rettungszentrum CROSS Etel berichtete, sind die 32 Besatzungsmitglieder in einer gemeinsamen Hilfsaktion französischer und britischer Rettungsdienste geborgen worden.
Das Schiff der Mediterranean Shipping SA hatte am Nachmittag SOS gefunkt, als es bei starkem Wellengang bereits Schlagseite hatte.
Als Ursache wird ein Verrutschen der Ladung angenommen.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

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