EUROPÄISCHES SEGEL-INFORMATIONSSYSTEM
Seenotfälle
Archiv Mai 98

Last update: Tuesday, 30. June 1998 - 16:40:37

"Grand Princess" auf Jungfernfahrt
Thursday, 28. May 1998 - 06:33:59
Istanbul. Die "Grand Princess", größtes Kreuzfahrtschiff der Welt, ist am Mittwoch in der Türkei zu ihrer Jungfernfahrt aufgebrochen. Eine Kapelle spielte Marschmusik. Alle Kabinen des 15stöckigen Schiffs sind seit Monaten ausgebucht. 1.150 Besatzungsmitglieder kümmern sich um 2.600 Passagiere. Auf dem 109.000 Tonnen schweren Schiff sind drei Schwimmbecken untergebracht, zahllose Sporteinrichtungen, ein Minigolfplatz, ein Theater, Restaurants, ein Casino, eine Disco, eine Bücherei und eine Kunstgalerie.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Tödliche Gefahr auf Mittelmeerfähren
Wednesday, 27. May 1998 - 06:41:39
ADAC überprüfte Sicherheit - Acht von 30 Schiffen waren mangelhaft - Kabinen als "Todesfallen" für Passagiere

München. Bei einer stichprobenartigen Sicherheitsüberprüfung auf europäischen Fährschiffen haben Tester des ADAC teilweise lebensgefährliche Mängel festgestellt. Wie der Automobilclub am Dienstag in München mitteilte, wurde bei 30 geprüften Fähren achtmal die Noten "mangelhaft" oder "sehr mangelhaft" vergeben. Dabei beobachteten die Gutachter ein Nord-Süd-Gefälle: Allein sechsmal wurden die schlechtesten Bewertungen im Mittelmeer verteilt.

Dort gibt es, "Seelenverkäufer mit tödlichem Risiko". Er fügte hinzu: "Ich würde mit meinen Kindern so eine Fähre nicht betreten." So wurden offene Luken, Türen und Bullaugen entdeckt; Sicherheitshinweise fehlten, und die Rettungsboote reichten nicht für alle Passagiere. "Der Duty-Free-Shop ist oft besser ausgeschildert als die Notausgänge", sagte Gutachter Jens-Peter Hoffmann. Nach dem Motto "Es wird schon nichts passieren" würden häufig Lastwagen oder gar Eisenbahnwaggons während der Überfahrt nicht gesichert. Bei hohem Seegang könne dies ein Schiff zum Kentern bringen. Zweimal gab es ein "Mangelhaft" für Fähren zwischen England und Frankreich.

Bedenklich sei auch, daß manchmal Kabinen unterhalb der Wasserlinie untergebracht seien. Bei einem Untergang gebe es für die Passagiere hier kein Entkommen. Hoffmann forderte die Reisenden auf, beim Buchen der Kabinen nicht zu sparen: Die "Todesfallen" unter der Wasserlinie seien oft wesentlich billiger.

Der für das östliche Mittelmeer zuständige Experte Arnold Warmerdam berichtete von einer Kommandobrücke auf der Fahrt von Mykonos nach Piräus, wo die Sicht des Kapitäns durch Pflanzen und Vogelkäfige fast völlig verdeckt war. Im westlichen Mittelmeer beobachtete Bart Desmet auf einem Schiff, daß Feuerlöscher und Rettungswesten weggeschlossen waren. "Bei einem Unglück wäre hier die Katastrophe nicht zu vermeiden."

Überraschend war für Hoffmann, der auf der Nord- und Ostsee unterwegs war, daß er die besten Ergebnisse bei einem polnischen Schiff sowie der Nachfolgefähre der 1994 gekenterten "Estonia" verzeichnete. Hier seien die Sicherheitsmaßnahmen deutlich verbessert worden.

Bei den mit "Mangelhaft" bewerteten Fähren handelt es sich um "Stena Antrim" von Newhaven nach Dieppe, "SeaFrance Renoir" von Dover nach Calais, "Iskenderun" von Venedig nach Izmir, "Bari Express" von Rafina nach Tinos, "Pantokrator" von Igoumenitsa nach Korfu und "Gallura" von Civitavecchia nach Golfo Aranci. "Sehr mangelhaft" waren die "Anemos" von Piräus nach Mykonos und die "Naias II" von Mykonos nach Piräus.

(Redaktionen: Der ADAC veröffentlicht das komplette Testergebnis in der Juni-Ausgabe der Zeitschrift "ADAC Motorwelt".)
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Über 100 Menschen an Himmelfahrtstag aus Seenot befreit, ein Segler tot
Friday, 22. May 1998 - 19:10:02
Bremen. Mehr als 100 Menschen hat die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) an Christi Himmelfahrt aus Seenot befreien müssen. Für den Skipper einer zehn Meter langen Segelyacht kam jedoch vermutlich jede Hilfe zu spät. Der Mann war seit Sonntagnachmittag vermißt; zwei Seenotkreuzer, mehrere Boote der Wasserschutzpolizei sowie ein Hubschrauber der Marine hatten nach ihm vergeblich gesucht.
Die zahlreichen Einsätze seien auf starke nordwestliche Winde mit einem Seegang bis zu zwei Metern zurückzuführen gewesen. Ein Passagierschiff mit 40 Personen an Bord hatte auf der Ostsee Maschinenprobleme, die Menschen wurden in Sicherheit gebracht. 62 weitere Wassersportler wurden auf Nord- und Ostsee aus gefährlichen Situationen befreit. Grund waren zumeist Maschinen- und Navigationsprobleme gewesen.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Adria-Piraten
Tuesday, 19. May 1998 - 17:59:05
Das Auswärtige Amt warnt vor Törns in und nahe den albanischen Gewässer: Es ist wiederholt zu bewaffneten Überfällen auf Yachten gekommen, die vor Albanien unterwegs waren. Besonders gefährlich ist das Gebiet zwischen den Ionischen Inseln und Albanien. Es wird empfohlen, diese Gewässer zu meiden und nur in sicheren Buchten der Ionischen Inseln zu ankern oder einen Hafen anzulaufen.
Unter der Telefonnummer 0228/172830 gibt's eine Bandansage zur Sicherheitslage.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Gerry Roufs' Groupe LG2 gefunden ?
Wednesday, 13. May 1998 - 06:24:01
Ein chilenischer Fischer will nach einem französischem Zeitungsbericht das Segelboot des seit mehr als einem Jahr vermißten Vendee Globe Regatta-Teilnehmers Gerry Roufs' Groupe LG2 im Umkreis der Punta Arenas Inseln gefunden haben. Wie die in der französischen Hauptstadt erscheinende Sportzeitung "L'Equipe" am Wochenende schrieb, verlangte der Fischer von der Lebensgefährtin Roufs' umgerechnet etwa 54 000 Mark, bevor er den genauen Ort des im Jänner 1997 im Südpazifik verloren gegangenen Schiffes preisgibt.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Von Weizsäcker taufte Kreuzfahrtschiff "Deutschland"
Monday, 11. May 1998 - 20:19:41
Kiel. Altbundespräsident Richard von Weizsäcker hat am Montag das Kreuzfahrtschiff "Deutschland" bei den Howaldtswerken-Deutsche Werft AG (HDW) in Kiel getauft.
Bei strahlendem Sonnenschein zerschellte die Flasche Champagner am Bug des neuen Luxusschiffes. Kapitän der "Deutschland" von der Neustädter Reederei Deilmann ist Immo von Schnurbein, der jahrelang auch das Segelschulschiff der Marine "Gorch Fock" kommandierte. Am 16. Mai wird das Fünf-Sterne-Schiff zu seiner Jungfernreise nach Norwegen starten.
Reeder Peter Deilmann erklärte vor der Taufe, auf die Wahl von Weizsäcker als Taufpaten sei er durch den Namen des Schiffes gekommen. Schließlich sei Weizsäcker der erste Bundespräsident des wiedervereinigten Deutschlands gewesen, sagte Deilmann. Über 50 Jahre sei es her, daß ein Schiff dieses Namens über die Weltmeere gefahren sei.
Das Schiff ist im Inneren im Stil eines Grand Hotels der 20er Jahre gestaltet. "Auf der Deutschland hat man noch einmal teil an dem Lebensgefühl dieser vergangenen Epoche", sagte Deilmann. Im Kaisersaal, der über zwei Ebenen reicht, dominieren bei den Sesseln und Tischen die Farben rot und gold. Von der Decke funkelt ein riesiger Kristalleuchter. Überall an Bord findet man Skulpturen, stuckverzierte Decken und zahlreiche Bilder, darunter in öl gemalte Porträts und große Wandbilder. Bei der Ausgestaltung des Schiffes hat der Hamburger Architekt Siegfried Schindler in Formen und Farben auf den Jugendstil, sowie einige Elemente des Art Deco und Klassizismus zurückgegriffen.
Platz ist auf dem Schiff in 302 Kabinen für 580 Passagiere. Rund 7.500 Menschen haben schon eine der vielen Reisen auf der 175 Meter langen und 23 Meter breiten "Deutschland" mit Swimmingpool, mehreren Restaurants, Cafes, Bars, Kino und zahlreichen Gesellschaftsräumen gebucht. Zwar gibt es auch ein Kinderspielzimmer an Bord des Kreuzfahrtschiffes, aber Deilmann erklärte, eigentliche Zielgruppe für Kreuzfahrten seien ältere Herrschaften ab 50 Lebensjahren.
Das Schiff, das bei HDW in 17 Monaten gebaut wurde, kostet nach Angaben des Reeders etwa 215 Millionen Mark. Es wurden 5.500 Tonnen Stahl, 70.000 Liter Farbe, etwa 400 Kilometer Kabel, etwa 48 Kilometer Rohre und circa 700 Fenster verarbeitet. Zur Besatzung des Schiffes gehören rund 270 Menschen.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Vier Matrosen bei Explosion getötet
Wednesday, 6. May 1998 - 06:16:20
Auf dem größten Kriegsschiff Australiens, der 'HMAS Westralia' hat sich am Dienstag eine Explosion ereignet. Dabei kamen vier Besatzungsmitglieder ums Leben, darunter eine Soldatin. Fünf Menschen wurden verletzt. Nach ersten Erkenntnissen ereignete sich die Explosion im Maschinenraum,als Brennstoff aus einem Leck auslief. Das Verteidigungsministerium kündigte eine Untersuchung an.
Der in Großbritannien gebaute Tanker kann 20.000 Tonnen Treibstoff laden. 1991 war das Schiff im Golfkrieg eingesetzt worden.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Über zwei Tonnen Haschich auf Segeljacht "Karin"o
Tuesday, 5. May 1998 - 19:19:04
Hamburg. Zwei Segler, auf deren Yacht fast zweieinhalb Tonnen Haschisch gefunden worden waren, müssen sich seit Dienstag wegen Drogenschmuggels vor dem Hamburger Landgericht verantworten. Die Yacht "Karin" war im vergangenen Jahr aufgrund eines deutschen Fahndungsersuchens vom britischen Zoll auf hoher See vor den Shetlandinseln aufgebracht worden. Die Beschuldigten dürften nach Ansicht der Polizei die 2,3 Tonnen Rauschgift vor Marokko aufgenommen haben. Man nimmt an, daß sie das Rauschgift im großen Bogen um Schottland herum und dann nach Deutschland transportieren wollten.
Die deutsche Polizei war auf die "Karin" aufmerksam geworden, weil im Zusammenhang mit einem anderen Rauschgiftverfahren ein Vertrag über den Kauf der Yacht gefunden worden war. Die "Karin" wurde zur Fahndung ausgeschrieben und am 19. September 1997 gestoppt. An Bord fanden die schottischen Zollbeamten 2.300 Kilogramm Haschisch.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

115 Verletzte bei Kollision vor Hongkong
Sunday, 3. May 1998 - 19:49:31
Hongkong. Bei einem Schiffsunglück sind am Samstag mindestens 115 Insassen eines Hydrofoilbootes aus Hongkong verletzt worden. Das Boot mit 244 Passagieren und Besatzungsmitgiedern an Bord rammte auf dem Weg nach Macau ein im Wasser befindliches unbekanntes Objekt. Vermutungen, es habe sich dabei um ein gesunkenes Schiff gehandelt, wurden nicht bestätigt. Einige der Verletzten wurden mit Hubschraubern in Krankenhäuser geflogen. Vier Passagiere wurden schwer verletzt. Das Unglück ereignete sich in der Nähe der nordwestlichen Küste des Insel Lantau. In den verkehrsreichen Gewässern von Hongkong kommt es oft zu Unfällen.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Vermißter Tanker gefunden
Saturday, 2. May 1998 - 19:57:36
Singapur. Der Verbleib der "Petro Ranger", eines seit Mitte April im Südchinesischen Meer vermißten Tankers hat sich am Freitag geklärt. Die "Petro Ranger" liegt im Hafen von Haikou auf der chinesischen Insel Hainan. Die 21köpfige Besatzung ist wohlauf. Die chinesischen Behörden haben das unter malaysischer Flagge fahrende Schiff aus unbekannten Gründen an die Kette gelegt. Zunächst hatte man Befürchtungen, der Tanker sei von Piraten gekapert worden.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Explosion bei Schiffszusammenstoß auf Rhein
Saturday, 2. May 1998 - 19:54:10
Düsseldorf. Bei der Kollision zweier Schiffe im dichten Nebel auf dem Rhein bei Düsseldorf-Kaiserswerth ist am Samstag morgen ein Gastank explodiert. Dabei wurden die beiden Besatzungsmitglieder, ein 38- und ein 50jähriger Mann, leicht verletzt. Sie wurden von einem dritten Schiff aufgenommen und ambulant behandelt.
Das Tankmotorschiff war rheinabwärts unterwegs, als es um 06.36 Uhr von einem entgegenkommenden Containerschiff gerammt wurde. Die Tanks waren leer, aber nicht "entgast". Deshalb explodierten die Reste der Methanolladung. Teile des Tankmotorschiffs flogen nach Angaben der Wasserschutzpolizei bis auf einen Campingplatz am Ufer. Auch Stunden später bestand immer noch leichte Explosionsgefahr. Der Rhein wurde in beide Richtungen gesperrt.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Deutschlands letzter Leuchtturmwärter quittiert den Dienst
Friday, 1. May 1998 - 08:21:22
Stralsund. Deutschlands letzter Leuchtturmwärter hat seinen Dienst quittiert. Nach 37 Dienstjahren auf der vorpommerschen Ostsee-Insel Hiddensee wurde Walter Hoerenz mit 65 Jahren am Donnerstag in der Stralsunder Fischer-Kompanie feierlich in den Ruhestand verabschiedet. Damit ist der letzte Vertreter einer Zunft abgetreten, die es offiziell ohnehin schon nicht mehr gab, da die Berufsbezeichnung Leuchtturmwärter bereits vor Jahrzehnten durch den Leuchtfeuermaschinisten oder Leuchtfeuermechaniker ersetzt worden war.
So lange wie Walter Hoerenz hat es in der Geschichte der deutschen Seefahrt keiner seiner Berufskollegen auf einer Station ausgehalten. Daran mag seine Ehefrau Ingeborg einen Anteil haben, denn sie hatte lange Zeit als deutschlandweit einzige Leuchtturmwärterin die zweite Planstelle auf Hiddensee inne. Als dieser Arbeitsplatz im Zuge der Automatisierung der Leuchttürme wegrationalisiert wurde, teilte sie sich die verbleibende Stelle mit ihrem Mann, bis sie vor acht Jahren in den Vorruhestand ging.
Große Ansprüche hat Hoerenz an das Leben nie gestellt. Seinen sehnlichsten und lang gehegten Wunsch hat er sich nach der politischen Wende in der DDR bereits erfüllt: Er schipperte zur dänischen Insel Mön, die er jahrelang bei klarem Wetter im Visier gehabt hatte, die für ihn zu DDR-Zeiten aber unerreichbar gewesen war.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

Polizeihubschrauber rettet Crew aus Schleusensog
Friday, 1. May 1998 - 08:15:07
Frankfurt/Main. Mit einem filmreifen Einsatz haben die Piloten eines hessischen Polizeihubschraubers die Crew eines Sportbootes gerettet. Der Hubschrauber befand sich auf einem Routineflug, als die Besatzung gegen 11.50 Uhr ein Motorboot entdeckte, das führungslos in die Schleuse Griesheim bei Frankfurt am Main zu treiben drohte. Die beiden etwa 60jährigen Insassen, ein Mann und eine Frau, hätten mit letzten Kräften gegen die Strömung gepaddelt.
Der Pilot ging daraufhin in Tiefflug über, schwebte vor dem Wehr unmittelbar über der Wasseroberfläche und blies das Boot mit dem Rotor aus der Strömung ans sichere Ufer. Die Besatzung des Motorbootes befand sich in akuter Lebensgefahr: Bei einem ähnlichen Vorfall waren an der Schleuse Groß-Krotzenburg 1997 drei Menschen ums Leben gekommen, als ihr Boot an den Wehrwalzen kenterte und die Besatzung durch den Sog in die Tiefe gerissen wurde.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS

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