EUROPÄISCHES SEGEL-INFORMATIONSSYSTEM
Seenotfälle
Archiv Dezember 99

Last update: Samstag, 1. Januar 2000, 06:03:24 Uhr

32 Schweizer in Seenot
Donnerstag, 30.12. 1999, 16:55:21 Uhr
Tampa. - Auf einem Kreuzfahrtsschiff mit 2600 Passagieren an Bord ist am Dienstag in der Karibik ein Motor in Brand geraten. Das Schiff war daraufhin während rund zehn Stunden manövrierunfähig und trieb führungslos auf dem Meer vor den Bahamas. An Bord befanden sich auch 32 Schweizerinnen und Schweizer. Verletzt wurde beim Zwischenfall niemand.

Das Schiff "Tropical" der Carnival-Cruise-Line war am 24. Dezember in Tampa im US-Staat Florida zu einer zehntägigen Millenniumsfahrt in der Karibik gestartet. Nach Ausbruch des Brandes wurden von der bahamaischen Hauptstadt Nassau Sanitäter und Mechaniker aufs Schiff geflogen. Dieses wurde schliesslich von einem anderen Schiff nach Nassau geschleppt.

Dort demonstrierten rund 200 verärgerte "Tropical"-Passagiere gegen die Schifffahrtsgesellschaft. Diese habe schon vor der Abfahrt in Tampa von Motorenproblemen gewusst. Dennoch setzten zahlreiche Passagiere ihre Reise fort. Wer dies nicht wollte, wurde nach Tampa zurückgeflogen.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Istanbul droht gewaltige Ölpest
Nach Tankerunfall sind die Strände der türkischen Metropole verdreckt. Hält der Sturm an, könnte die ganze Ladung auslaufen
Donnerstag, 30.12. 1999, 16:48:35 Uhr
Istanbul - Der Anblick hat etwas Surrealistisches. Ein alter, rostzerfressener Tanker, in der Mitte auseinander gebrochen. Während das Heck auf einer Untiefe festsitzt, ragt der Bug gut hundert Meter entfernt wie ein Felsen aus dem Wasser. Seit drei Tagen gehen schwere Stürme über Istanbul. Der russische Tanker "Wolgoneft", der aus Bulgarien kommend den Istanbuler Hafen Ambarli anlaufen sollte, wurde gestern in den frühen Morgenstunden vom Sturm auf die Küste gedrückt und durch den schweren Seegang auseinander gerissen.

Glücklicherweise gehört die Wolgoneft zur Kategorie der kleinen Tanker. Von den rund 4.500 Tonnen Schweröl sind nach Angaben der Istanbuler Wasserschutzbehörden bis gestern Nachmittag 800 Tonnen ausgelaufen. Der schwere Seegang verhinderte allerdings, dass ein anderes Schiff längsseits gehen konnte, um das verbliebene Öl abzupumpen.

Von den fünfzehn Mann Besatzung wurde niemand verletzt. Zehn Seeleute sind mittlerweile geborgen worden.

Die Wolgoneft ist vor dem westlichen Istanbuler Nobelvorort Florya auf Grund gelaufen. Das ausgelaufene Öl hat bereits mehrere Kilometer Küste verseucht, darunter etliche Badestrände. Florya ist für seine Badestrände berühmt, unter anderem hatte Atatürk hier sein Ferienhaus. Die Behörden hoffen, weiteres Öl vom Strand abhalten zu können, indem sie Barrieren um das havarierte Schiff legen. Doch der Seegang erschwert auch das. Da die Meteorologen weiter stürmisches Wetter angekündigt haben, ist eine größere Katastrophe immer noch möglich. Sollte das gesamte Öl aus der Wolgoneft auslaufen, droht der ganzen Küste des Marmarameeres vor Istanbul eine Ölpest. 15 Millionen Menschen wären davon betroffen.

Die türkischen Behörden drängen seit Jahren auf schärfere Sicherheitsbestimmungen für die Meerengen Bosporus und Dardanellen, insbesondere für Tanker. Die beiden Meerengen, die das Schwarze Meer mit dem Mittelmeer verbinden, gehören zu den am stärksten befahrenen Wasserstrassen weltweit. Der Vertrag von Montreux, 1936 abgeschlossen, garantiert sämtlichen Handelsschiffen in Friedenszeiten eine freie Durchfahrt. Insbesondere Russland und die Ukraine widersetzen sich den türkischen Bemühungen, den Vertrag der modernen Schifffahrt anzupassen. Bis heute besteht im Bosporus keine Lotsenpflicht, obwohl für die modernen Riesentanker die Durchfahrt an einigen Stellen zur Millimeterarbeit wird und wechselnde Strömungen die Fahrt zu einem großen Risiko machen. In diesem Jahr wurde beschlossen, die Meerengen mit einer Radarüberwachung auszustatten und weitere elektronische Leitsysteme anzuschaffen.

Die Debatte um die Bosporusdurchfahrt hat sich verschärft, seit westliche Konzerne die Ölquellen am Kaspischen Meer ausbeuten und das Öl per Tanker auf den Weltmarkt bringen. Die türkische Regierung wehrt sich dagegen, dass das gesamte Öl durch den Bosporus verschifft wird und die Meerenge damit quasi zu einer Tankerpipeline wird. Im Moment behilft man sich damit, dass Großtanker nur einzeln den Bosporus durchfahren dürfen und alle anderen Schiffe dann so lange warten müssen.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Gutachter halten Bombenanschlag auf «Estonia» für möglich
Expertenkommission der Meyer-Werft hat laut «Spiegel» Untersuchungsergebnisse vorgelegt
Donnerstag, 30.12. 1999, 16:56:35 Uhr
Hannover - Für den Verdacht, dass die Ostseefähre «Estonia» 1994 wegen eines Bombenanschlags gesunken ist, hat sich offenbar erhärtet. Die von der Meyer-Werft beauftragte deutsche Expertengruppe hat nach Informationen des «Spiegels» ihr Gutachten am Donnerstag in Schweden vorgelegt. Danach könnte der Untergang des Schiffs eines der größten Verbrechen der Kriminalgeschichte sein. Bei dem schwersten Schiffsunglück in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg starben in der Nacht zum 28. September 1994 auf der Reise von Talinn nach Stockholm 852 Menschen.

Während die staatliche Untersuchungskommission der Länder Estland, Schweden und Finnland zu dem Schluss kam, dass die Fähre wegen eines viel zu schwach konstruierten Bugvisiers unterging, kommt das Sondergutachten des britischen Experten Brian Braidwood zu dem Ergebnis, dass drei Sprengladungen an Bord der «Estonia» explodierten. Dies habe den Bruch des Bugvisiers verursacht. Dabei habe sich auch der miserable Wartungszustand des Schiffes verheerend ausgewirkt.

Laut Braidwood, der 34 Jahre für die britische Marine gearbeitet habe, seien auf den Bildern eindeutig Sprenglöcher zu erkennen, heißt es in dem Bericht. Die Sprengsätze, bei denen es sich vermutlich um Plastiksprengstoff mit einer Kraft von ein bis zwei Kilogramm TNT gehandelt habe, seien wahrscheinlich mit Magneten befestigt und per Zeitzünder ausgelöst worden. Drei Explosionen hätten sich nicht unter der Wasserlinie, sondern im Bug des Schiffes ereignet.

Die internationale Kommission zur Untersuchung der Schiffskatastrophe hatte noch im September Spekulationen über einen Sprengstoffanschlag zurückgewiesen. Laut «Spiegel» hätte die Estonia nach Auffassung der Expertengruppe der Meyer-Werft auch ohne die Gefahr eines Anschlages den estnischen Hafen Tallinn nicht in Richtung Stockholm verlassen dürfen. Das Schiff sei wegen falscher und mangelhafter Wartung nicht mehr seetüchtig gewesen. Der Bugbereich sei in einem solch desolaten Zustand gewesen, dass das Visier bei jeder Fahrt voll Wasser gelaufen sei, zitiert das Nachrichtenmagazin die Expertengruppe.

Ein Sprecher der Meyer-Werft wollte am Donnerstag weder bestätigen noch dementieren, dass die Experten ihr Gutachten über die Katastrophe fertiggestellt und wie vorgesehen einem schwedischen Gericht übergeben haben. Die Expertengruppe arbeite unabhängig, hieß es lediglich. Aus der Umgebung des Hamburger Havarie-Experten Werner Hummel, der der Gruppe angehört, verlautete, das Gutachten werde fristgerecht noch vor Jahresende in Schweden zugestellt.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Unterwasser-Roboter auf dem Weg zum Wrack des Öltankers «Erika»
Mittwoch, 29.12. 1999, 18:02:56 Uhr

Brest/Bayonne (dpa) - Der schwimmende Roboter «Abyssub» ist jetzt auf dem Weg zu dem Wrack des havarierten Öltankers «Erika» vor der bretonischen Atlantikküste. In dem gesunkenen Wrack befinden sich noch 20 000 Tonnen Schweröl.

Experten wollen den Unterwasser-Roboter einsetzen, um mögliche Lecks lokalisieren zu können und einen sicheren Weg zu finden, das Öl in dem Wrack in den kommenden Monaten abzupumpen. Dies sollte «vor dem Sommer 2000» geschehen sein, versprach der Chef des Ölkonzerns Totalfina, Thierry Desmarest, in der Zeitung «Le Monde» vom Mittwoch. Totalfina hatte die unter maltesischer Flagge fahrende «Erika» gechartert.

Der Unterwasser-Roboter, der bereits auch das Wrack der «Titanic» erkundet hatte, verließ am Mittwochmorgen das südwestfranzösische Bayonne an Bord eines Spezialschiffes der Gesellschaft Les Abeilles Internationales. Er wird am Donnerstagabend oder Freitagmorgen in der Nähe der Wrackteile ankommen. Der Roboter kann nur Aufnahmen von den beiden Teilen des auseinander gebrochenen Öltankers machen, wenn die Windgeschwindigkeit etwa 38 Kilometer in der Stunde nicht übersteigt.

Die Ölpest an der französischen Westküste hatte sich am Dienstag weiter nach Süden ausgebreitet. Die etwa 10 000 Tonnen Schweröl, die aus dem Tanker ausgeflossen waren, haben von der Bretagne bis zur Insel Yeu weit mehr als 400 Kilometer Küste verschmutzt. Mehr als 13 000 Vögel kamen bislang ölverschmutzt an den Küsten an. Für die meisten gibt es keine Rettung mehr. Tausende von Helfern kümmern sich um die Vögel oder schaufeln unermüdlich zähe Ölmasse von den Stränden in Behälter und Säcke.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Öl-Tanker vor Istanbul auseinandergebrochen
Umweltkatastrophe droht - 500 Tonnen Treibstoff ausgelaufen
Ankara - Nach der Havarie eines russischen Öltankers droht an der Küste vor Istanbul eine Ölpest. Die 3 463 Bruttoregistertonnen große "Wolgoneft 248" war am Mittwoch im Marmara-Meer dicht vor der türkischen Bosporus-Metropole bei einem Sturm auf Grund gelaufen und in zwei Teile gebrochen. Das Bug sank nach Angaben der Behörden. Der hintere Teil des Schiffs blieb wenige hundert Meter vor der Küste auf Grund liegen. Nach Angaben des Umweltministeriums liefen zunächst rund 500 Tonnen Rohöl aus. An Stränden und auf Felsen wurden Ölplacken angeschwemmt.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Sturmschäden am Wrack der «Pallas» vor Amrum
Sicherungsarbeiten hatten 11,5 Millionen Mark gekostet
Mittwoch, 29.12. 1999, 18:02:07 Uhr
Kiel - Das vor der Nordseeinsel Amrum liegende Wrack der «Pallas» ist bei den Stürmen in den vergangenen Wochen beschädigt worden. Wie der Sprecher des schleswig-holsteinischen Umweltministeriums in Kiel, Markus Stiegler, am Mittwoch bestätigte, sind Steine aus dem mit Sand und einem Spezialbaustoff gefüllten Schiffrumpf herausgebrochen. Die Lukensicherungen seien beschädigt worden. Das Außmaß der Schäden könne erst im Frühjahr festgestellt werden, wenn sich das Wetter beruhigt habe, erklärte Stiegler. Es gehe jedoch durch die Sturmschäden keine Gefahr von dem Wrack für die Umwelt aus.

Die Sicherungsarbeiten an dem im Herbst 1998 vor Amrum gestrandeten Wrack hatten nach Angaben des Ministeriums 11,5 Millionen Mark gekostet. Nachdem die Aufbauten des Schiffes abgetragen worden waren, war der Schiffsrumpf mit dem Spezialbaustoff Solidur, der Ölreste bindet, und 13.000 Kubikmeter Sand gefüllt worden. Anschließend wurden Steine aufgeschüttet und eine Spezialfolie angebracht, um das Ausspülen des Sandes zu verhindern.

Der Holzfrachter «Pallas» war Ende Oktober 1998 brennend vor der dänischen Nordseeküste in Seenot geraten. Ein Matrose kam ums Leben. Nach mehreren vergeblichen Schleppversuchen strandete das Schiff ohne Besatzung vor der Insel. Durch auslaufendes Öl verendeten mehr als 10.000 Seevögel. Die Lösch- und Bergungsarbeiten dauerten mehrere Wochen. Die Kosten für diese Arbeiten betrugen nach Angaben des Umweltministeriums 15,5 Millionen Mark.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Atlantik: Ölpest weitet sich aus
Mittwoch, 29.12. 1999, 07:54:55 Uhr

PARIS. Die Ölpest an der französischen Westküste weitet sich aus. Mittlerweile ist ein Streifen von über 400 Kilometer Länge von der klumpigen schwarzen Masse verschmutzt. Jede Flut schwemmt eine neue Schicht des Schweröls aus dem untergegangenen Tanker «Erika» auf die Strände. Die französischen Grünen riefen unterdessen zum Boykott der Ölfirma Totalfina auf, in deren Auftrag das Schiff unterwegs war. Das Unternehmen müsse die volle Verantwortung für das Unglück übernehmen, hieß es zur Begründung.
Das deutsche Ölbekämpfungsschiff "Neuwerk" wird Ende der Woche von der französischen Atlantikküste aus wieder zurück nach Cuxhaven fahren. Durch den Sturm ist der Ölteppich nach dem Tankerunglück so weit an die Küste getrieben worden, dass die Neuwerk nicht mehr eingesetzt werden kann. Das Schiff hat bei seinem Einsatz etwa 110 Kubikmeter Öl abschöpfen können.
Von: Joachim Preuß, sailpress.de - Sicherheit für Hochseesegler

Schiffe geben Kampf gegen Ölpest offenbar auf
Dienstag, 28.12. 1999, 19:10:21 Uhr

Cuxhaven - Die internationale Flotte von Hilfsschiffen gibt den Kampf gegen die Ölpest vor der bretonischen Küste offenbar auf. Auch das deutsche Spezialschiff «Neuwerk» wird voraussichtlich am Silvestermorgen wieder nach Deutschland zurückkehren, hieß es von der Schifffahrtsverwaltung. Zuvor hatten bereits andere Hilfsschiffe ihren Einsatz beendet. Die Ölpest an der französischen Westküste breitet sich unterdessen weiter nach Süden aus. Weit über 400 Kilometer Küste sind davon betroffen.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Norwegischer Frachter vor Sri Lanka gesunken
Dienstag, 28.12. 1999, 07:47:22 Uhr
Colombo - Ein norwegischer Frachter ist im Indischen Ozean vor der Südküste Sri Lankas gesunken. Wie ein Sprecher der Hafenbehörde am Dienstag mitteilte, wurden alle 14 Seeleute an Bord gerettet. Der Frachter hatte Stahl geladen. Wegen Maschinenschadens setzte die Besatzung einen Notruf ab. Ein zyprisches Schiff, das zu Hilfe eilte, nahm die Seeleute auf.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Fischkutter vor Wollin in Seenot geraten
Dienstag, 28.12. 1999, 07:46:21 Uhr
Am Mittwoch vergangener Woche geriet ein Swinemünder Fischkutter in Seenot. Im Swinemünder Seenotleitzentrum ging an diesem Morgen gegen 6.30 Uhr eine Meldung ein, wonach ein Wasserfahrzeug acht Meilen nördlich vor Misdroy dringend Hilfe benötigt. In diesem ersten Notruf wurde lediglich die genaue Positioin des Fahrzeuges angegeben. Sie enthielt jedoch weder zu Art und Umfang der Havarie noch zum verunglückten Fahrzeug irgend welche Angaben.

Unmittelbar nach Eingang des Notrufes wurde der Seenotkreuzer „Cyklon“ in das besagte Seegebiet beordert. Erst nachdem die „Cyklon“ auf der Position des Havaristen angekommen war, sah die Besatzung, dass es sich um den Fischkutter „SWI-3“ handelte. Der Kutter stand bereits in hellen Flammen. An Bord befanden sich fünf Besatzungsmitglieder. Nachdem sie von „Cyklon“ übernommen worden waren, berichteten sie der Crew, dass der Brand im Maschinenraum ausgebrochen sei. Zunächst habe es eine starke Rauchentwicklung gegeben, dann sei der Brand ausgebrochen. Flammen stiegen aus dem Bereich der Maschine. Zuerst habe man versucht, den Brand mit an Bord befindlichen Mitteln zu bekämpfen. Da dies nicht gelang, habe man den Notruf abgesetzt. Danach wurde auch die UKW – Anlage in Mitleidenschaft gezogen, so dass keine weiteren Notrufe mehr möglich waren.

Nachdem durch „Cyklon“ die Rettungsmaßnahme eingeleitet worden war, trafen noch weitere Schiffe am Unglücksort ein.

Die „SWI 3“ wurde schließlich von der „SWI 33“ an den Haken genommen und in den Swinemünder Hafen geschleppt. Über die Ursache des Brandes gibt es bislang kein Erkenntnisse. Der Schaden ist riesig, das Schiff brannte total aus. Glücklicherweise bleibt am Ende der mit großer Wahrscheinlichkeit mit Hilfe der Versicherung zu regulierende Schaden. Viel wichtiger ist jedoch, dass kein Mensch zu Schaden kam.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Atlantik: Drei Segler nach Kenterung vermisst
Dienstag, 28.12. 1999, 07:22:29 Uhr

LAS PALMAS. Beim Untergang einer italienischen Segelyacht rund 300 sm südlich von Gran Canaria sind vermutlich drei Segler ums Leben gekommen. Die "Valeade" war in der Nacht zum Sonntag im Sturm nach einem Ruderbruch in Seenot geraten. Die Crew hatte vor dem Untergang noch einen Notruf absetzen können. Zwei 27 und 40 Jahre alte Sailors wurde von Frachtschiffen gerettet, die Freundin des 27-Jährigen sowie ein Ehepaar werden vermisst. Sie trugen keine Schwimmwesten, hieß es. Die Suche mit Schiffen und einem Flugzeug wurde trotz geringer Hoffnung auch am Montag fortgesetzt.
Von: Joachim Preuß, sailpress.de - Sicherheit für Hochseesegler

Frankreichs Westküste von Ölpest verschmutzt
Montag, 27.12. 1999, 08:51:36 Uhr
Brest - Das Ausmaß der Umweltkatastrophe nach dem Tankerunglück vor der französischen Atlantikküste scheint größer als erwartet. Stürmische Winde haben das ausgelaufene Öl auf weite Abschnitte der Küste gedrückt. Helfer versuchen, die Strände von der klebrigen schwarzen Masse zu befreien. Ihre Arbeit gleicht jedoch dem Kampf gegen Windmühlen. Immer neue Ölklumpen treiben an die Strände. Für heute werden erneut starke Winde erwartet. Gestern trat erstmals auch wieder Öl aus dem Wrack des gesunkenen Tankers aus. Etwa 6000 ölverschmutzte Seevögel sind bisher gezählt worden, heißt es.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Über Bord gegangen: Frau vermisst
Sonntag, 26.12. 1999, 07:51:49 Uhr
In Le Havre wird eine Frau vermisst. Sie war an Bord eines Versorgungsschiffs, das im Hafengebiet mit einem losgerissenen Chemietanker kollidierte. In der Region um Le Havre ist die Hochwasser führende Seine an mehreren Stellen über die Ufer getreten.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Schwere Stürme in Großbritannien
Sonntag, 26.12. 1999, 07:49:35 Uhr
Schwere Stürme und Regenfälle haben in der Weihnachtsnacht in weiten Teilen Großbritanniens Flutwarnungen ausgelöst. Die britische Küstenwache brachte mit einem Hubschrauber die Besatzung eines Küstenmotorschiffs in Sicherheit. Darunter befand sich auch ein fünf Monate altes Baby. Der Kapitän des holländischen 2000-Tonnen Frachters „Confidence" hatte vor der Nordostküste Englands SOS gefunkt, weil er bei stürmischer See um die Sicherheit des Babys, seiner Frau und der fünfköpfigen Besatzung fürchtete. Die beiden und die gesamte Besatzung wurden in den schottischen Hafen Aberdeen geflogen, teilte die Küstenwache am Samstag mit. Das mit Düngemitteln beladene, führerlos in der Nordsee treibende Schiff soll ebenfalls dorthin geschleppt werden.
An der Südküste bei Eastbourne mussten 200 Menschen ihre Wohnungen wegen Hochwassergefahr verlassen. Bei Liverpool ertrank in der Nacht zum Samstag ein Mann in der Flussmündung der Mersey, nachdem er sich trotz Sturmwarnungen auf die Seepromenade gewagt hatte. Er konnte erst nach einer Stunde aus dem eisigen Wasser gerettet werden und starb später an einem Herzinfarkt, teilte die Polizei mit.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Ölpest erreicht bretonische Insel
Aufräumarbeiten sofort angelaufen
Samstag, 25.12. 1999, 17:10:03 Uhr
Nourmoutier/Frankreich - Die ersten Ausläufer der Ölpest nach dem Untergang des Tankers «Erika» haben die französische Atlantikküste erreicht. Helfer auf der bretonischen Insel Belle begannen noch am ersten Weihnachtstag mit den Aufräumarbeiten. Experten hatten das Öl erst am Sonntag und weiter südlich erwartet. Starker Wind trieb die gummiartigen Flecken jedoch schneller voran.

Ein Polizeisprecher in Morbihan erklärte, das Ausmaß der Verschmutzung sei schwer abzusehen, da das ausgelaufene Öl weiträumig verteilt sei. Polizisten und Feuerwehrleute kontrollierten zu Fuß und im Flugzeug den Küstenstreifen. Helfer schaufelten die angeschwemmten Ölplacken in Tröge. Auch an anderen Küstenorten wurde Öl gefunden. Auf der Ile d'Yeu und in Barre-de-Mont war jedoch noch nicht geklärt, ob es von dem gesunkenen Tanker stammt. Die «Erika» war am 12. Dezember auseinander gebrochen, 11,4 Millionen Liter Öl entwichen in den Atlantik. Spezialschiffe konnten bislang nur zehn Prozent abpumpen. Am Samstag war das Absaugen wegen rauer See nicht möglich.

Der Ölkonzern TotalFina, in dessen Auftrag die «Erika» unterwegs war, hat einen eigenen Aufräumeinsatz angeboten. Die Verantwortung für das Unglück lehnte das Unternehmen jedoch ab. Die französische Umweltministerin Dominique Voynet erklärte, die Verantwortlichkeit liege zu gleichen Teilen bei TotalFina, der Reederei und dem Kapitän.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

An Heiligabend ein banges Warten auf die Ölpest
Freitag, 24.12. 1999, 17:08:57 Uhr
Brest - An der französischen Atlantikküste drückt ein banges Warten auf die befürchtete Ölpest die weihnachtliche Stimmung an Heiligabend. Stürmisches Wetter hatte die Ölauffangschiffe vor der französischen Atlantikküste am Donnerstag gezwungen, die Aufnahme von Öl des havarierten Tankers «Erika» einzustellen.

Sie hatten bis dahin nur etwa ein Zehntel der 10 000 Tonnen Schweröl aufnehmen können. Die Abpumparbeiten wurden am Freitag dann auch nicht wieder aufgenommen.

Das ausgelaufene Schweröl verteilt sich immer mehr in kleine Flecken, die das Dreieck der Atlantik-Inseln Yeu und Noirmoutier mit dem Festland der Vendee südlich der Bretagne bedrohen. Dass der Ölteppich immer mehr zerrissen wird, erschwerte nach den Angaben der Behörden die Arbeit der Spezialschiffe. Es dürfte auch dazu führen, dass es nicht eine große, sondern viele kleine Verschmutzungen geben könnte, die sich auf Atlantik-Inseln und Küstenabschnitte verteilen.

Nur etwa 1 000 Tonnen dürften letztlich die Küsten von Inseln und Festland erreichen, schätzt der Direktor des Pariser Instituts Cedre, das die Verseuchung von Gewässern dokumentiert und untersucht. Die Lage sei anders als bei den ganz großen Unfällen wie dem der «Amoco Cadiz», bei dem etwa 230 000 Tonnen ins Meer geflossen seien, sagte Michel Girin. Schweröl der «Erika» werde in den kommenden Wochen bis Monaten in kleineren Mengen an vielen Küsten angeschwemmt werden.

Am Freitag hat der Präsident der französischen Nationalversammlung, Laurent Fabius, die Einsetzung einer parlamentarischen Untersuchungskommission angekündigt. Es sei skandalös, dass es immer wieder zu solchen Unfällen komme, sagte Fabius dem TV-Sender France 2. Währenddessen willigte der Ölkonzern Total-Fina ein, sich an den Säuberungskosten zu beteiligen. Das Unternehmen hatte den unter maltesischer Flagge fahrenden Tanker gechartert und war nach dem Unglück scharf kritisiert worden.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Philippinen: 680 Gerettete nach Fährunglück
Freitag, 24.12. 1999, 17:14:38 Uhr
Manila - Einen Tag nach dem Fährunglück vor den Philippinen sprechen neue Angaben über die Gesamtzahl der geretteten Schiffbrüchigen dafür, dass das Schiff erheblich überladen war. Insgesamt seien rund 680 Überlebende aus dem Meer vor der Insel Cebu gerettet und acht Tote geborgen worden, hieß es am Freitagmorgen. Dies sei mit der von Küstenwache und Schiffseignern wiederholt genannten Zahl von insgesamt 606 Passagieren und 52 Besatzungsmitgliedern nicht zu vereinbaren, räumte Verteidigungsminister Orlando Mercado ein.

Die Rettungsmannschaften hatten am Freitagmorgen die Suche nach Überlebenden wieder aufgenommen, nachdem laut Angaben eines Zivilschutzbeamten offenbar noch lebende Menschen mit Rettungswesten im Meer treibend gesichtet worden waren. Auch Taucher wurden eingesetzt, um möglicherweise in dem Wrack eingeschlossene Opfer zu bergen.
Die Fähre "MV Asia-South Korea" der Gesellschaft Trans-Asia Shipping Lines war am Donnerstagmorgen unweit der philippinischen Insel Cebu gesunken. Zur Unglücksursache lagen nach wie vor widersprüchliche Angaben vor. In einem Marinebericht hieß es, die Fähre sei "wegen hoher Wellen" gesunken. Überlebende berichteten dagegen von einem heftigem Ruck und einem folgenden Stromausfall, bevor Wasser einbrach und das Schiff sank. Andere Schiffbrüchige gaben an, eine Explosion im Maschinenraum des 27 Jahre alten Schiffs gehört zu haben.
Ein Sprecher von Trans-Asia Shipping Lines sagte, der Kapitän sei unter den Geretteten. Von ihm erhoffe man sich Aufklärung.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Ölpest kommt später als geplant
Freitag, 24.12. 1999, 07:28:37 Uhr
Brest - Die nach dem Untergang des Tankers «Erika» an der französischen Atlantikküste zu erwartende Ölpest wird später als zunächst angenommen auf das Land treffen. Meteorologen und Meeresexperten erklärten am Donnerstag, vermutlich werde das Öl erst am Sonntag auf die Küste treffen. Dies war ursprünglich schon für Freitag erwartet worden. Als erste werden wohl die Inseln Noirmoutiers und Yeu betroffen sein. Spezialschiffe konnten bislang nur zehn Prozent der mindestens 10.000 ins Meer geflossenen Tonnen Öl abpumpen.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Ließen Bomben die Estonia sinken?
Die Katastrophe bleibt mysteriös - Meyer-Werft widerspricht Bericht über Erkenntnisse der eigenen Experten
Freitag, 24.12. 1999, 07:27:53 Uhr
Im Fall der 1994 in der Ostsee gesunkenen Fähre Estonia halten die Spekulationen über eine Bombenexplosion an Bord an. Die Rostocker "Ostseezeitung" berichtet in ihrer Donnerstagausgabe unter Berufung auf einen Abschlussbericht der von der Papenburger Meyer-Werft eingesetzten Expertenkommission, die Bugklappe der Estonia sei durch mindestens zwei heftige Detonationen unterhalb der Wasserlinie abgesprengt worden. Demgegenüber erklärte ein Sprecher der Werft, seines Wissens habe die Expertenkommission ihren Bericht noch nicht fertig gestellt. Eine zweite internationale Untersuchungskommission hatte im September Spekulationen über einen Bombenanschlag zurückgewiesen.

"Zweifelsfrei ein Attentat"

Nach Angaben der "Ostseezeitung" soll es in dem Abschlussbericht der deutschen Kommission heißen, es habe zweifelsfrei um Mitternacht des 28. September 1994 ein Attentat auf die Fähre gegeben. Weiter schreibt die "Ostseezeitung", angeblich stecke der russische Geheimdienst hinter dem Attentat. Bei der Katastrophe auf dem Schiff, das von Tallin nach Stockholm unterwegs war, starben 852 Menschen.

Die aus Sprengstoff- und Schiffssicherheits-Experten sowie Hamburger Wissenschaftlern bestehende Kommission schreibt laut "Ostseezeitung" weiter, dass infolge der Detonation das Bugvisier des Schiffes aus der Steuerbordhalterung herausgerissen wurde. Der zehn Millimeter starke Schiffbaustahl im Bugbereich der Passagier- und Autofähre sei auf etwa drei Meter Länge durchtrennt worden.

Der Havarieexperte der Kommission, der Hamburger Kapitän Werner Hummel, habe außerdem berichtet, dass auf Videos, die Taucher vom Wrack anfertigten, deutlich zwei Sprengstoffpakete zu sehen seien, die nicht detonierten, schreibt die Zeitung. Hummel ließ allerdings am Donnerstag über sein Hamburger Büro erklären, an dem Abschlussbericht werde noch gearbeitet. Zu den Ursachen der Katastrophe werde er vor Januar keine Stellungnahme abgeben.

Nach Angaben der Meyer-Werft wird die Kommission ihren Abschlussbericht voraussichtlich im Januar einem schwedischen Gericht übergeben.

Die internationale Kommission zur Untersuchung der Schiffskatastrophe, das ist die offizielle Kommission, hatte Spekulationen über eine Sprengstoffexplosion an Bord noch im September zurückgewiesen.

Der Leiter des finnischen Teams dieser internationalen Kommission, Kari Lehtola, hatte auf einer Pressekonferenz in der estnischen Hauptstadt Tallin erklärt, bei dem angeblichen Bombenpaket, das auf einem Videofilm zu sehen sei, handele es sich wahrscheinlich um eine zusammengefaltete Plane.

Die Meyer-Werft hatte das Schiff 1981 fertiggestellt. Sie hatte nach dem Unglück Hummel und andere deutsche Experten mit eigenen Ermittlungen beauftragt, nachdem die amtliche Havariekommission in Schweden, Estland und Finnland Konstruktionsfehler der Werft am Bugvisier als eine der wichtigsten Ursachen für die Katastrophe benannt hatte.

Hummel und seine Kommission hatten ihre Theorie einer Explosion bereits mehrfach öffentlich in Medien dargelegt. Die staatliche Havariekommission wurde wegen ständiger Pannen und der mehrjährigen Verzögerung ihres amtlichen Untersuchungsberichts auch in der schwedischen Öffentlichkeit immer wieder scharf angegriffen. Sie hatte die seit langem kursierenden Theorien über einen Bombenanschlag an Bord mehrmals als "blanken Unsinn" eingestuft.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Zeugen: Philippinische Fähre auf Felsen aufgelaufen
Freitag, 24.12. 1999, 07:29:49 Uhr
Cebu, - Die am Donnerstag vor der philippinischen Insel Cebu mit über 600 Menschen an Bord gesunkene Fähre ist offenbar auf einen Felsen aufgelaufen. Überlebende berichteten, dreißig Sekunden nach einem "gewaltigen Stoß" sei die Fähre auf die rechte Seite gekippt. Alle Lichter seien ausgegangen, das Schiff sei innerhalb von zehn Minuten gesunken. An Bord sei Panik ausgebrochen. Der Kapitän habe den Befehl ausgegeben, das Schiff zu verlassen, berichtete ein junger Student. Daraufhin seien alle Menschen ins Wasser gesprungen, sagte ein 63-jähriger Überlebender. Als erster sei der Kapitän von Bord gegangen, erzählte eine junge Frau, die ihr acht Monate altes Baby vermisste.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Eiseinsatz
Freitag, 24.12. 1999, 07:30:13 Uhr

Die Seenotretter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) mussten am späten Mittwochnachmittag einen Eiseinsatz fahren: Auf dem Weg ins Winterlager an der Schlei bei Luisenlund/Burgwedel hatte sich ein Segelschiff in einem fünf Zentimeter dicken Eisfeld festgefahren. Wie die DGzRS gestern in Bremen mitteilte, musste der 20 Meter lange Segler vom Rettungsschiff "Arthur Menge" frei geschleppt und in einen Werfthafen bugsiert werden. Skipper und Besatzung blieben unverletzt. Durch starke Winde aus nordwestlicher Richtung hatte sich bei Temperaturen um den Nullpunkt in den vergangenen Tagen ein größeres Eisfeld auf der Schlei gebildet.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Viele Überlebende bei Fährunglück vor den Philippinen
Mindestens 591 der 658 Insassen gerettet - Neun Leichen geborgen - Berichte über Explosion im Maschinenraum
Donnerstag, 23.12. 1999, 20:20:14 Uhr
Cebu - Ein Fährunglück vor den Philippinen hat am Donnerstag weit weniger Opfer gefordert als zunächst befürchtet. Wie ein Generalmajor der philippinischen Armee sagte, wurden mindestens 591 der 606 Passagiere und 52 Besatzungsmitglieder gerettet. Neun Menschen seien nach dem Untergang der «Asia South Korea» geborgen worden, sagte Santos Gabison. Etwa 60 Personen wurden vermisst. Die Fähre sank am Mittwochabend (MEZ) bei schlechtem Wetter vor der Insel Cebu. Die Unglücksursache ist noch nicht abschließend geklärt.

Obwohl die Rettungsaktion von hohen Wellen und schlechter Sicht behindert wurde, nahmen drei Frachtschiffe in kurzer Zeit einen Großteil der Passagiere an Bord. Einer der Überlebenden berichtete, eine riesige Welle habe die Fähre zum Kentern gebracht. Andere erzählten, sie hätten nach einem Stromausfall eine Explosion gehört. «Es gab einen plötzlichen Knall, aber wir wissen noch nicht woher er kam», sagte der Sprecher der Schifffahrtsgesellschaft, Jonji Gonzales. Nach Angaben eines Kommandeurs des Küstenschutzes, Jonji Hong, soll es eine Explosion im Maschinenraum der Fähre gegeben habe. Die Motoren der «Asia South Korea» seien dadurch ausgefallen und die 2.840-Tonnen-Fähre nicht mehr zu manövrieren gewesen, so dass sie wegen der hohen Wellen unterging.

Die Abfahrt der Fähre hatte sich nach Angaben der Küstenwache um drei Stunden verzögert, weil rund 80 Passagiere zu viel an Bord waren. Ein Sprecher der Schifffahrtsgesellschaft sagte jedoch, dass beim Ablegen der Fähre die maximale Auslastung von 614 Passagieren nicht überschritten worden sei. An Bord der Fähre befanden sich auch Ausländer. Nach Angaben der Küstenwache waren auf der Passagierliste zwei kanadische Frauen. Ein nepalesischer Schüler sagte, auf dem Schiff hätten sich auch zwölf seiner Klassenkameraden befunden, die auf der Passagierliste offenbar aber nicht verzeichnet waren.

Die in Japan gebaute Fähre war am Mittwochabend von Cebu nach Iloilo-Stadt unterwegs und sank an der Nordspitze der Insel. Gegen 22.45 Uhr (MEZ) hatte die «Asia South Korea» Cebu-Stadt verlassen. Die meisten Passagiere wollten mit der Fähre in den Weihnachtsurlaub fahren.

Vor den Philippinen haben sich in den vergangenen Jahren einige Schiffsunglücke ereignet. Vor zwölf Jahren kamen bei der Kollision der «Dona Paz» mit einem Öltanker 4.300 Menschen ums Leben. 1988 starben beim Untergang der «Dona Marilyn» 250 Passagiere, und im September vergangenen Jahres kamen an Bord der «Princess of the Orient» etwa 150 Menschen um.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Im Fall der 1994 gesunkenen „Estonia“ gibt es neue Spekulationen über eine Bombenexplosion.
Donnerstag, 23.12. 1999, 20:19:15 Uhr
Die Rostocker „Ostseezeitung“ berichtete am Donnerstag unter Berufung auf einen Abschlussbericht der von der Papenburger Meyer-Werft eingesetzten Expertenkommission, die Bugklappe der Fähre sei durch mindestens zwei heftige Detonationen unterhalb der Wasserlinie abgesprengt worden.

Demgegenüber erklärte ein Sprecher der Werft, seines Wissens habe die Expertenkommission ihren Bericht noch nicht fertig gestellt. Eine zweite internationale Untersuchungskommission hatte im September Spekulationen über einen Bombenanschlag zurückgewiesen.

Nach Angaben der „Ostseezeitung“ soll es in dem Abschlussbericht der deutschen Kommission heißen, es habe zweifelsfrei um Mitternacht des 28. September 1994 ein Attentat auf die Fähre gegeben. Bei der Katastrophe auf dem Schiff, das von Tallin nach Stockholm unterwegs war, starben 852 Menschen.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

591 Überlebende nach Fährunglück v o r Philippinen geborgen
Donnerstag, 23.12. 1999, 13:19:42 Uhr
Cebu - Den Untergang einer Fähre vor den Philippinen haben mindestens 591 der 606 Passagiere überlebt. Diese Zahl nannte ein Generalmajor der Armee, Santos Gabison, am Donnerstag. Auch 52 Besatzungsmitglieder seien lebend geborgen worden. Neun Passagiere hätten das Unglück vor der Insel Cebu nicht überlebt. Die Fähre «Asia South Korea» war am Mittwochabend gegen 22.45 Uhr (MESZ) bei hohem Wellengang untergegangen.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Fähre vor den Philippinen gesunken
Donnerstag, 23.12. 1999, 06:24:11 Uhr
Cebu (AP) Eine Fähre mit rund 600 Menschen an Bord ist vor der philippinischen Insel Cebu gesunken. Wie die Behörden in Cebu am Donnerstag mitteilten, wurden von der «Asia South Korea» zunächst nur 180 Insassen von einem vorbeikommenden Schiff gerettet. Das Schicksal der anderen war unbekannt. Drei Kriegsschiffe beteiligten sich an einer Suchaktion, hieß es. Die Fähre war am Mittwochabend von Cebu nach Iloilo unterwegs und sank bei schlechtem Wetter an der Nordspitze der Insel, hieß es.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Unglückstanker: Kapitän freigelassen
Der Kapitän des vor der bretonischen Küste gesunkenen Tankers ist wieder frei. Der aus Indien stammende Mann befand sich in Untersuchungshaft.
Donnerstag, 23.12. 1999, 06:22:48 Uhr
Gegen ihn wird weiterhin wegen Gefährdung Dritter und Meeresverschmutzung ermittelt; er darf Frankreich vorerst nicht verlassen. Gegen die Haft des Kapitäns protestierten sowohl der französische Kapitänsverband als auch zahlreiche Umweltschützer. Sie machten geltend, der Kapitän müsse als Sündenbock herhalten. Das Schiff gehörte der italienischen Reederei Tevere Shipping, war in Malta registriert und für die französisch-belgische Mineralölgesellschaft Total-Fina unterwegs. Zur Bekämpfung der Ölpest nach dem Tankerunglück vor der Atlantikküste haben die französischen Behörden unterdessen rund 2000 Einsatzkräfte mobilisiert. Sie sollten in den drei bedrohten Küstendepartements einen Notfallplan umsetzen, teilte Umweltministerin Dominique Voynet in Paris mit. Nach den jüngsten Wettervorhersagen wird der Ölteppich am ersten Weihnachtstag die Küste der Ferieninsel Ile d'Yeu erreichen. Die Spezialschiffe setzten am Morgen ihren Einsatz zum Abpumpen des Öls fort.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Schiffsmeldepflicht soll vor Jahr-2000-Problem schützen
Donnerstag, 23.12. 1999, 06:21:28 Uhr
Bremerhaven - Eine Schiffsmeldepflicht soll die deutschen Küsten vor schwer wiegenden Folgen des Jahr-2000-Problems schützen. Entsprechende Anordnungen haben die Wasser- und Schifffahrtsdirektionen Nordwest (Aurich) und Nord (Rostock) für die Nord- und Ostsee erlassen.

Jeder Kapitän müsse nachweisen, dass die elektronischen Systeme an Bord kein Problem mit dem Datumswechsel hätten, sagte ein Sprecher der für die Deutsche Bucht zuständigen Behörde in Aurich. Ansonsten dürfe ein Schiff am 31. Dezember und am 1. Januar nicht in deutsche Gewässer einlaufen.

Im schlimmsten Fall kann nach Ansicht der Schifffahrtsverwaltung das Jahr-2000-Problem zum Totalausfall der Schiffsmaschinen und damit zur vollständigen Manövrierunfähigkeit führen. Nach Angaben des Verbandes deutscher Reeder (Hamburg) sind die Reedereien weltweit bereits frühzeitig auf mögliche Probleme hingewiesen worden. Ähnliche Meldepflichten wie in Deutschland seien auch in vielen anderen Küstenländern eingeführt worden.

Bereits im August hatte die weltweite Schifffahrt vor einem ähnlichen Problem bei den satellitengesteuertern Navigationssystemen (GPS) gestanden. Der befürchtete so genannte GPS-Rollover durch einen Fehler in den eingebauten Wochenzählern blieb nach Angaben des Reederverbandes aber weit gehend ohne Folgen.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Türkei sperrt zur Jahrtausendwende die Meerengen
Nur kleinere Schiffe mit Jahr-2000-sicheren Computern dürfen Dardanellen und Bosporus passieren
Dienstag, 21.12. 1999, 20:43:05 Uhr
Ankara - Aus Angst vor dem so genannten Jahr-2000-Problem in Schiffscomputern wird die Türkei in der Neujahrsnacht die Meerengen zwischen dem Schwarzen und dem Ägäischen Meer teilweise für den Schiffsverkehr sperren. Wie das Handelsmarineministerium in Ankara am Dienstag mitteilte, dürfen Supertanker und andere Schiffe, die länger als 200 Meter sind, die Dardanellen und den Bosporus nicht passieren, auch wenn sie mit Dokumenten nachweisen können, dass die Rechner an Bord gegen das «Jahr-2000-Problem» gefeit sind. Kleinere Schiffe dürfen nur dann die Meerengen passieren, wenn ihre Kapitäne solche Unbedenklichkeitsnachweise vorlegen können.

Mit der Maßnahme soll die Sicherheit in den engen und mit starker Strömung versehenen Wasserstraßen gewährleistet und Schiffskollisionen mit möglichen anschließenden Bränden verhindert werden. Im vergangenen Jahrzehnt hat es über 200 solcher Havarien in den türkischen Meerengen gegeben, wobei es auch zu Ölverschmutzungen und Großbränden kam. Unter «Jahr-2000-Problem» versteht man den Umstand, dass Computer die ersten beiden Ziffern einer Jahreszahl nicht lesen und deshalb beim Umspringen der Uhr von 1999 auf 2000 die beiden Nullen als 1900 missdeuten könnten. Das könnte auf Schiffen zu einem Ausfall der heute meist Computergesteuerten Ruder-und Navigationsanlagen sowie des Kommunikationssystems und der Brandalarmanlagen führen.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Japanischer Walfänger rammt Greenpeace-Schiff
Dienstag, 21.12. 1999, 20:42:03 Uhr

Tokio - Ein japanischer Walfänger hat in der Antarktis ein Greenpeace-Schiff gerammt. Auf der «Arctic Sunrise» wurde zwar niemand verletzt, aber ein Kran beschädigt. Gestern hatten die Umweltschützer die japanischen Walfänger im Südpolar-Meer aufgespürt. Nach Greenpeace-Angaben täuschte die Fangflotte vor, auf Forschungsreise zu sein. Die japanische Regierung lasse unter dem Deckmantel der Forschung im Walschutzgebiet um die Antarktis herum zur Zeit 440 Zwerg-Wale erlegen, so Greenpeace.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Japanische Walfänger in Antarktis-Walschutzgebiet
Greenpeace: zwei tote Wale im Schlepptau<
Dienstag, 21.12. 1999, 20:40:36 Uhr
Hamburg - Das Greenpeace-Schiff "Arctic Sunrise" hat japanische Walfänger im Walschutzgebiet der Antarktis aufgespürt. Zwei Schlauchboote und ein Hubschrauber hätten einen Walfänger und ein Verarbeitungsschiff gestern zwei Stunden lang verfolgt, teilte Greenpeace in Hamburg mit. Der Walfänger habe zwei tote Wale im Schlepptau gehabt. Ein Greenpeace- Aktivist sei vor dem Walfänger "Yushin Maru" ins Wasser gesprungen und habe einen der Walkadaver erklettert, so dass dieser vom Versorgungsschiff nicht geborgen werden konnte.
Seit 1994 sind Wale vom 60. Grad südlicher Breite an durch internationale Abkommen vor der Bejagung geschützt, in manchen Gebieten sogar schon vom 40. Grad an.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Nach Tankerunglück Wettlauf mit der Zeit
Dienstag, 21.12. 1999, 06:27:38 Uhr
Brest - Vor der französischen Atlantikküste hat nach dem Untergang des Tankers «Erika» ein Wettlauf mit der Zeit begonnen. Nach Berechnungen der Meteorologen soll das Öl aus dem Schiff am Donnerstag die Küste der zur Region Vendee gehörenden Insel Ile d«Yeu südlich der Bretagne erreichen.

Am Montag gelang es den Spezialschiffen bei ruhiger See erstmals, einen Teil der 10 000 bis 12 000 Tonnen Schweröl abzupumpen. In der Reihe der neun europäischen Schiffe kam erstmals auch die deutsche «Neuwerk» mit ihren Spezialbaggern zum Einsatz. Insgesamt sind neun Schiffe aus fünf europäischen Ländern an dieser Aktion beteiligt.

Der Ölteppich zerriss durch das schlechte Wetter der vergangenen Tage in unzählige kleine Flecken, die zum Teil unter Wasser trieben und schwer auszumachen waren. Der Wind sollte das Öl zwar am Montag noch von der Küste wegtreiben. Von Dienstag an und für den Rest der Woche wurden dann aber drehende Winde in Richtung Festland erwartet.

Frankreich und Spanien leiteten den gemeinsamen «Rettungsplan Biscaya» ein, um sich gegenseitig technische Unterstützung beim Kampf gegen das Öl zu leisten. Das Öl bedroht vorerst zwar nur französische Küstenregionen, darunter die der Charente und Gironde im Südwesten, könnte jedoch in den kommenden Tagen auch an Spaniens Küste anlanden.

Die französischen Küstenorte haben den Zivilschutz mobilisiert. An den strategisch wichtigen Punkten wurden Ölbarrieren aufgebaut und probeweise aufgeblasen. Sie sollen die Zuchtplätze der Austernzüchter schützen, sobald die Ölmasse sich nähert. Allerdings brauchen nach Radioberichten 30 Männer acht Stunden, um einen Kilometer Ölsperre zu errichten. Außerdem funktioniert das System nur bei ruhiger See.

Mehrere hundert ölverschmutzte Vögel wurden bereits in Auffangstationen gebracht. Viele starben schon auf See. Vor allem an der Küste der südbretonischen Insel Belle-Ile-en-Mer wurden vom Öl verschmutzte Lummen, Papageitaucher und andere Vogelarten geborgen.

Umweltschützer zeigten sich vor allem besorgt darüber, dass das Öl dem Plateau von Rochebonne, einer sehr fischreichen Meeresregion, in der zahlreiche Seevögel leben, immer näher kam. Vögel, deren Gefieder mit Öl bedeckt ist, überleben nur wenige Minuten.

Das Mehrzweckschiff «Neuwerk» aus Cuxhaven traf in der Nacht zum Montag im Krisengebiet ein und begann in den frühen Morgenstunden mit der Ölaufnahme. Mit einem Ölschlammgreifer wurden Ölklumpen von der Wasseroberfläche aufgenommen und dann in einem speziellen Laderaum gebunkert. Die «Neuwerk» wurde 1998 in Dienst gestellt und ist mit Pumpen, Ölsperren und mit Baggern ausgestattet. Die anderen Schiffe kommen aus Frankreich, Spanien, den Niederlanden und Großbritannien.

Der unter maltesischer Flagge fahrende Tanker «Erika» hatte mehr als 30 000 Tonnen Schweröl an Bord. Nach dem Auseinanderbrechen des Schiffs war ein Teil der Ladung ausgelaufen. Nach dem vergeblichen Versuch, Bug und Heck auf die offene See zu schleppen, versanken beide Wrackteile. Der indische Kapitän des Unglücksschiffes bleibt nach Angaben aus Justizkreisen auch über die Feiertage in Haft. Ihm werden Gefährdung Dritter und Umweltverschmutzung vorgeworfen.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Bosporus für dicke Pötte gesperrt
Dienstag, 21.12. 1999, 06:25:49 Uhr
Das türkische Jahr-2000-Komitee will den Bosporus für große Schiffe sperren lassen. Die Fachleute befürchten, dass die Schiffe möglicherweise ins dicht besiedelte Ufer fahren, wenn der Bordcomputer ausfällt und beispielsweise die Ruder blockieren. Vom 31. Dezember, 17 Uhr, bis fünf Uhr früh am 1. Januar soll deshalb eine Sperre für Schiffe gelten, die mehr als 200 Meter lang sind und nicht nachweisen können, dass sie Jahr 2000-sicher sind.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Gefahr einer Ölpest in der Bretagne spitzt sich zu
Sonntag, 19.12. 1999, 19:11:49 Uhr
Brest - Eine Woche nach der Havarie des Öltankers «Erika» hat sich die Gefahr einer Ölpest an der bretonischen Küste am Sonntag weiter zugespitzt. In den Vogelauffangstationen kamen die ersten ölverschmutzten Tiere an. Viele sterben jedoch bereits auf See.

Nach Angaben von Ornithologen überleben die Tiere es nur um wenige Minuten, wenn ihr Gefieder komplett mit Öl verschmiert ist. Die bretonischen Fischer bangten weiter um ihre Existenzgrundlage. «Man darf nicht vergessen, dass noch viel Öl in dem Wrack der 'Erika' eingeschlossen ist», sagte ein Langusten-Fischer dem «Journal du Dimanche». Wenn es nicht gelinge, das Öl aus den Tanks abzusaugen, könne es jederzeit austreten.

Nahezu hilflos mussten die Ölauffangschiffe mit ansehen, wie das ausgelaufene Schweröl auf dem Meer trieb. Die mehrfach angesetzten Arbeiten zum Aufsaugen der zähen Masse wurden wegen hoher Wellen und starkem Seegang immer wieder abgesagt. Die Ölfirma Totalfina, in deren Auftrag die «Erika» unterwegs war, stellte Material im Wert von einer Milliarde Franc (rund 300 Millionen DM) für die Säuberungs- Arbeiten zur Verfügung, wies jedoch jede Verantwortung für das Unglück zurück.

Für die kommenden Tage hoffen die Helfer auf abschwächende Winde. Die Ölflecken trieben weiterhin in südliche und südwestliche Richtung und waren zwischen 70 und 90 Kilometer von der Küste entfernt. Der Wind hatte die Masse am Samstag auf die Küste zugedrückt. Nach Berechnungen von Experten werden die Ölflecken die Küste frühestens Heiligabend erreichen. An diesem Mittwoch könnten sie jedoch bereits auf der Höhe der Ferieninsel Ile de Re treiben.

Wind und Strömung erschweren genaue Vorhersagen über die Richtung, in die das Öl treiben wird. Ein Krisenstab beobachtet die Wetterlage und versucht, die Bewegung des Öls mit Hilfe eines Navigations- Computers zu berechnen. «Die Aufteilung des Öls in viele kleine Flecken macht uns aber große Schwierigkeiten, da der Rechner mit sehr vielen Daten zu tun hat», sagte ein Meteorologe.

Für die Schiffe begann ein Kampf gegen die Zeit. Die französischen Ölauffangschiffe wurden mit neuen Pumpen ausgerüstet und sollten von einem niederländischen Schiff und dem aus Cuxhaven kommenden deutschen Ölauffangschiff «Neuwerk» unterstützt werden. Die «Neuwerk» traf nach Angaben des zuständigen Wasser- und Schifffahrtsamtes Cuxhaven am Samstagabend vor Brest ein. Nach den Gesprächen mit den französischen Verantwortlichen und der Übernahme der notwendigen Ausrüstung lief das Schiff am Sonntagvormittag von Brest in Richtung Biskaya aus.

Noch nie habe ausgelaufenes Öl die Helfer vor derartige Schwierigkeiten gestellt, urteilten französische Spezialisten. Die Probleme der Ölbeseitiger rückten die Vorbereitungen an Land zum Kampf gegen eine drohende Ölpest wieder in den Vordergrund. Küstengemeinden mobilisierten den Zivilschutz. An strategisch wichtigen Punkten wurden Ölbarrieren bereit gelegt, die ausgebracht werden sollen, sobald die Öl-Masse sich nähert. Im Ernstfall steht auch die französische Armee zu Einsätzen an den Stränden bereit. Als gefährdet gilt die Region zwischen der Ferieninsel Yeu und der spanischen Küste bis nach San Sebastian.

Der unter maltesischer Flagge fahrende Tanker «Erika» hatte mehr als 30 000 Tonnen Schweröl an Bord. Nach dem Auseinanderbrechen des Schiffs am vergangenen Sonntag war ein Teil der Ladung ausgelaufen. Nach dem vergeblichen Versuch, Bug und Heck des Havaristen auf die offene See zu schleppen, versanken die beiden Wrackteile am Tag darauf.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Alle Jahre wieder..." - oder: Seenotretter kennen keine Feiertage
Sonntag, 19.12. 1999, 08:33:28 Uhr
Bremen (ots) - Die in Gedanken mitgesummte Melodie ruft bei den Besatzungen der Seenotkreuzer und Seenotrettungsboote und bei den Wachleitern in der SEENOTLEITUNG BREMEN und der Küsten-Seenotfunkstelle BREMEN RESCUE RADIO von der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) nicht nur weihnachtliche Gedanken hervor. Sie gehen ihren ganz normalen Wachtörn. Im Advent, Heiligabend, den Weihnachtsfeiertagen, Silvester und Neujahr. Natürlich steht da ein kleiner Weihnachtsbaum in der Messe, und die Kaffeestunde am Nachmittag wird mit Selbstgebackenem "aufgewertet". Immer wieder aber, so bestätigt der Blick in die Einsatzberichte, werden die Seenotretter auch dann zum Einsatz gerufen, wenn gerade die Kerzen angezündet worden sind und einige Augenblicke der Besinnung und Nachdenklichkeit zu ungewohnter Stille im Schiff führen. Wenn da nicht das Rauschen und Knacken der Funkgeräte wäre...

Zum Beispiel Heiligabend 1997...

...als um fünf Uhr in der Frühe die Besatzung der HERMANNN HELMS zu einem russischen Frachter in der Elbmündung gerufen wurde. An Bord war ein Kind erkrankt , das dringend in ein Krankenhaus an Land gebracht werden musste. Trotz bewegter See gab es bei der Übernahme des kleinen Patienten und seiner Mutter draußen keine Probleme. Nach ärztlicher Behandlung ging es dem Jungen wieder bestens. Die Mutter war überglücklich.

Zum Beispiel am 29. Dezember 1992...

...wandert ein Ehepaar aus Kornwestheim durch das Borkumer Watt, Richtung Seehundsplate. Es ist ungemütlich, nasskalt, diesig, schlechte Sicht. Unbemerkt läuft das Wasser auf - die Flut kommt, und plötzlich sind die beiden "Spaziergänger auf dem Meeresgrund" vom Wasser eingeschlossen. Alarm für den Seenotkreuzer ALFRIED KRUPP. Vor Ort wird das flachgehende Tochterboot GLÜCKAUF zu Wasser gelassen. Den Wattwanderern steht das drei Grad kalte Nordseewasser buchstäblich "bis zum Hals". Schnell werden sie von den Rettern aufgenommen, im Bordhospital versorgt.

Zum Beispiel am 2. Weihnachtsfeiertag 1984...

... als 20 Seemeilen nordwestlich der ostfriesischen Insel Borkum der Frachter "Blue Spirit" in Brand geraten ist. Der Borkumer Seenotkreuzer GEORG BREUSING und von der Station Helgoland der große Seenotkreuzer WILHELM KAISEN bringen während eines stundenlangen, mühsamen Einsatzes bis in die frühen Morgenstunden immer wieder auflodernde Brände unter Kontrolle. Die Crew des Havaristen ist in Sicherheit. Umweltschäden größeren Ausmaßes können dank des beherzten Eingreifens der Seenotretter vermieden werden.

Zum Beispiel am 25. Dezember 1968 ...

... als die Besatzung der seinerzeit in Cuxhaven stationierten ARWED EMMINGHAUS bei acht Windstärken in die Außenelbe laufen muss. Im Sturm ist der Frachter "Njandoma" gestrandet: Grundberührung, Wassereinbruch. Das Schiff muss aufgegeben werden. In zwei Anläufen gelingt es, die Besatzung abzubergen. Schwere Grundseen, stürmisches Wetter, Schneeböen und beißende Kälte - trotz widrigster Umstände werden 24 Seeleute gerettet.

ots Originaltext: DEUTSCHE GESELLSCHAFT ZUR RETTUNG SCHIFFBRÜCHIGER Im Internet recherchierbar: http://www.newsaktuell.de

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DEUTSCHE GESELLSCHAFT ZUR RETTUNG SCHIFFBRÜCHIGER
Dr. Bernd Anders / Andreas Lubkowitz
Andreas Lubkowitz
0421 / 53707-620

dgzrs@id-bremen.de
pr.dgrzs@t-online.de

Die Internetadresse der DGzRS lautet: www.is-bremen.de/dgzrs/
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Erneut Havarie auf dem Neckar
Sonntag, 19.12. 1999, 08:32:17 Uhr
HASSMERSHEIM (wis). Ein Frontalzusammenstoß zweier holländischer Frachtschiffe hat gestern Morgen auf dem Neckar bei Haßmersheim (Neckar Odenwald-Kreis) mindestens 150000 Mark Sachschaden verursacht. Menschen wurden allerdings nicht verletzt. Bei der heftigen Kollision wurde ein talwärts fahrendes Gütermotorschiff aus Rotterdam so stark beschädigt, dass das Vorschiff mit der völlig überfluteten Matrosenwohnung kurzfristig auf Grund lief. Den Feuerwehren aus dem Neckar-Odenwald-Kreis ist es jedoch gelungen, den Havaristen durch den Einsatz von Wasserpumpen wieder so weit zu stabilisieren, dass die Lecks notdürftig abgedichtet werden können. Der Schiffsverkehr auf dem Neckar konnte schnell wieder freigegeben werden. Gestern Abend ist damit begonnen worden, die rund 750 Tonnen Futtermittel an Bord auf ein anderes Schiff umzuladen. Heute soll geprüft werden, ob der 77 Meter lange Kahn möglicherweise aus eigener Kraft eine Werft ansteuern kann.

Das andere Motorschiff, das mit 1500 Tonnen Kohle beladen war, konnte seine Fahrt mit einem leichten Wasserschaden fortsetzen. Die Wasserschutzpolizei vermutet, dass der Unfall auf ¸¸mangelnde Kursabsprache'' zwischen den beiden Schiffsführern zurückzuführen ist. Es ist bereits die zweite Havarie innerhalb kurzer Zeit auf dem unübersichtlichen Flussabschnitt zwischen Gundelsheim und Haßmersheim. Genau vor einem Monat war in diesem Bereich ein Kohlefrachter aus Rotterdam mit einem Gütermotorschiff aus Duisburg zusammengestoßen und gesunken, nachdem die elektrische Ruderanlage des Holländers ausgefallen war.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Hohe Wellen behindern Spezialisten bei Öl-Abwehr
Samstag, 18.12. 1999, 18:06:16 Uhr

Brest (dpa) - Starker Wind und hohe Wellen haben heute die Ölauffang-Schiffe bei der Bergung des Schweröls vor der bretonischen Küste behindert. Diese Probleme rückten heute die Vorbereitungen an Land zum Kampf gegen eine drohende Ölpest wieder in den Vordergrund. Westwind drückte die Ölflecken aus 12 000 Tonnen Öl weiter in Richtung Festland. Das Öl ist rund 70 Kilometer vom Festland entfernt. Es treibt weiter in südwestlicher Richtung an der Küste entlang. Noch nie habe ausgelaufenes Öl die Helfer vor solche Schwierigkeiten gestellt, urteilten Spezialisten vor Ort.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Sank vor 60 Jahren: Das Panzerschiff "Admiral Graf Spee" wurde am 17. Dezember 1939 vor Montevideo von der eigenen Besatzung gesprengt.
Ein Bluff rettete den Soldaten das Leben
Samstag, 18.12. 1999, 07:17:53 Uhr
Eine lange Dienstzeit war dem Panzerschiff "Admiral Graf Spee" wirklich nicht vergönnt. Gerade einmal drei Jahre fuhr das 1936 gebaute Schiff, bevor es drei Monate nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs von britische Kreuzern vor dem Rio de la Plata in Südamerika gestellt wurde. Mit einer Kranzniederlegung erinnern morgen im Marineehrenmal Laboe Mitglieder der Bordkameradschaft an das Gefecht und den Untergang des Schiffes.

Das Ende der "Admiral Graf Spee" war der erste große Erfolg der alliierten Seestreitkräfte gegen Nazi-Deutschland. Fast drei Monate hatte die "Admiral Graf Spee" 1939 im Südatlantik und im Indischen Ozean Jagd auf alliierte Handelsschiffe gemacht. Am 13. Dezember 1939 war damit Schluss: Vor dem Rio de la Plata stellten die britischen Kreuzer "Exeter", "Achilles" und "Ajax" das deutsche Panzerschiff. Die "Spee" hatte zwar das stärkere Geschützkaliber, die Briten waren dafür schneller. Ein Entkommen schien nicht mehr möglich. In einem heftigen Schusswechsel demolierte die "Spee" die "Exeter", erhielt aber auch schwere Treffer, die 36 der 1200 Besatzungsmitglieder töteten. Zur Reparatur zog sich das 188 Meter lange Schiff deshalb in den neutralen Hafen von Montevideo (Uruguay) zurück.

Während die Kreuzer die Hafenausfahrt bewachten, erhielt die "Admiral Graf Spee" nur eine Aufenthaltsgenehmigung für zwei Tage. In dieser Zeit gelang der britischen Marine ein Bluff. Durch starken Funkverkehr und gezielte Falschmeldungen erweckten die Briten den Eindruck, dass vor Montevideo weitere starke Kriegsschiffe in Warteposition liegen. Am 17. Dezember lichtete die "Admiral Graf Spee" deshalb die Anker und lief aus - aber nur wenige Seemeilen. Vor der Hafeneinfahrt ließ Kommandant Hans Langsdorff sein Schiff sprengen. Auf diese Weise rettete er der Besatzung das Leben. Kommandant Langsdorff erschoss sich drei Tage später in einem Hotelzimmer.

Zum 60. Jahrestages des Untergangs sind an diesem Wochenende parallel in Montevideo und Laboe Kranzniederlegungen geplant. In Laboe wird morgen um 11 Uhr im Beisein des argentinischen Militärattaches und Vertretern der Bundesmarine der gefallenen "Graf Spee"-Soldaten gedacht.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

TotalFina an der Öl-Front
Der Mineralölkonzern stellt Reinigungsgerät im Wert von 300 Millionen Mark zur Verfügung, um die Ölpest zu bekämpfen- obwohl er den Eigentümer des havarierten Tankers für das Unglück verantwortlich macht.
Samstag, 18.12. 1999, 07:12:30 Uhr
Brest - TotalFina- Vorstandschef Thierry Desmarest sagte im Radiosender "Europe 1", er verstehe die Wut der Fischer und Küstenbewohner. Das Unglück sei jedoch für sein Unternehmen nicht vorhersehbar gewesen. Er gibt dem Eigentümer die Schuld. Desmarest erklärte, die Sicherheit der 25 Jahre alten "Erika" sei erst im vergangenen Jahr überprüft worden. Verantwortlich für den Untergang des Tankers sei die italienische Firma Panship Management, der das Schiff gehöre, sagte Desmarest.

Zum Schutz der Seevögel sollen nun spezielle Bojen neben den Ölflecken ausgesetzt werden. Sie senden Signale im ultrahohen Frequenz-Bereich aus, die die Tiere von der im Wasser treibenden klebrigen Ölmasse fern halten sollen. Die Seevögel gelten nach Ansicht von Ökologen als am meisten gefährdet durch die Ölflecken. Die Vögel würden sich den Flecken neugierig nähern. "Wenn sie einmal in den Ölteppich eintauchen und ihr Gefieder von dem Öl bedeckt ist, sterben sie innerhalb von fünf Minuten", sagte der Leiter des Umweltschutzzentrums Chene, Jean-Pierre Jacques. Für Vögel, die nur wenig verschmutzt sind, hat er eine "Waschmaschine" entwickelt: Die Vögel werden dabei in einem Korb fixiert und einige Minuten lang mit warmen Wasser übergossen. Damit können in kurzer Zeit wesentlich mehr Tiere gewaschen werden als per Hand. Für Fische und Plankton sei die Gefahr durch das Öl geringer, meinte ein Sprecher des Forschungsinstituts Cedre in Brest. Anders als das bei der Havarie der "Amoco Cadiz" ausgelaufene Leichtöl sei Schweröl weniger giftig, aber dafür klebriger. Es könnte beim Anlanden an der Küste daher ganze Ökosysteme "ersticken".

Neben den ungünstigen Windverhältnissen erschwert schlechte Sicht die Wiederaufnahme des Absaugens der im Wasser driftenden Ölflecken. Die zähe Ölmasse hatte die Absaugrohre verstopft und dazu gezwungen, das Pumpen einzustellen. Die französischen Schiffe sollen durch britische und norwegische Bergungsschiffe verstärkt werden. Am Samstag wird das deutsche Ölauffangschiff "Neuwerk" in Brest erwartet. Großbritannien und Norwegen schicken ebenfalls Hilfe. Der von Wind und Wellen in zahlreiche kleinere Flecken zerteilte Ölteppich ist an einigen Stellen nur per Infrarot-Einrichtung auszumachen, da sich das Öl unter der Wasseroberfläche befindet. Im Département Loire-Atlantique wurden am Freitag rund 400 Mann vorsorglich in Bereitschaft versetzt. Von der nördlichen Stadt Brest bis nach Biarritz nahe der spanischen Grenze bei San Sebastian deckten sich die Kommunen mit Gummistiefeln, Eimern und Schaufeln ein, um sich auf eine Reinigung der Strände vorzubereiten. Das Öl driftet zur Zeit gut 90 Kilometer westlich der Ferieninsel Yeu entlang der Küste auf einer Fläche von 25 mal 5 Kilometer Breite.

Für die Kosten der Reinigungseinsätze muss nach den Angaben die Versicherung des italienischen Reeders Tevere Shipping und die Versicherung der Ölindustrie Fipol aufkommen. Sie könnten sich nach Schätzungen von Versicherungsexperten auf 20 bis 21 Millionen Dollar, etwa 39 Millionen Mark, belaufen.

Die Behörden warfen dem Kapitän des Unglückstankers vor, bis zur letzten Minute mit dem Absetzen eines Hilferufs gewartet zu haben. "Bevor er SOS funkte, hatten wir keine Minute Zeit, um uns auf einen Einsatz einzustellen", kritisierten Einsatzkräfte. Eine technische Untersuchung müsse nun klären, was die Ursache der Katastrophe war.

Der Kapitän hatte wenige Stunden vor dem Unglück vergeblich um eine Anlegegenehmigung im Hafen von Nantes-Saint-Nazaire gebeten. Er sitzt weiterhin wegen Gefährdung Dritter und Verursachung einer Umweltverschmutzung in Untersuchungshaft. Die französische Vereinigung der Schiffskapitäne bezeichnete das als Skandal, da die Verantwortung für die Havarie nicht nur beim Kapitän liegen könne. Drei der 26 Besatzungsmitglieder durften mittlerweile Brest verlassen.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Wieder Sturm über Norddeutschland
Freitag, 17.12. 1999, 17:32:36 Uhr
Hamburg - Zwei Wochen nach der schweren Sturmflut zog am Freitag wieder ein Unwetter über Norddeutschland hinweg. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie warnte vor einer Sturmflut an der Nordseeküste, bei der das Wasser am Freitagabend einen bis anderthalb Meter höher als gewöhnlich auflaufen kann. Von Schäden war bis Freitagmittag nichts bekannt, es herrschte ungemütliches Regenwetter. Der Wind bläst mit Windstärke neun bis elf aus Südwest. Mehrere Autobahnbrücken wurden für leere Lastwagen gesperrt. Die Experten rechnen nicht damit, dass es so schlimm wird wie vor zwei Wochen.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Maltesischer Frachter vor Spanien gekentert
Freitag, 17.12. 1999, 17:30:59 Uhr
LA CORUNA - Beim Kentern eines Frachters vor der Küste Nordwestspaniens sind mindestens zwei russische Seeleute getötet worden. Ein Besatzungsmitglied wurde am späten Donnerstagnachmittag noch vermisst, zwei weitere Seeleute sowie ein spanischer Rettungsexperte erlitten bei der Bergung schwere Verletzungen.

Wie der Seenotrettungsdienst am Donnerstag in La Coruna mitteilte, war in den Bug des unter maltesischer Flagge fahrenden Frachters "Donal Paraic" Wasser eingedrungen. Als die sechsköpfige, russische Besatzung von einem Rettungshubschrauber geborgen werden sollte, bekam das Schiff plötzlich Schlagseite und kenterte. Zwei Besatzungsmitglieder konnten nur noch tot aus dem Wasser gezogen werden. Nur ein Seemann, der noch vor dem Kentern des Frachters in den Hubschrauber geklettert war, überstand das Unglück unverletzt. Das Schiff war mit Salz und Granit beladen.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Feiger Hafen- Chef schuld an Erika-Ölpest?
Freitag, 17.12. 1999, 06:27:34 Uhr
BREST Hätte die Öl-Katastrophe vor der Bretagne verhindert werden können? Jetzt kam heraus: Ein Notruf des Tanker-Kapitäns wurde von den Behörden nicht ernst genommen.
Kapitän Krun Mathur hatte auf seiner Fahrt von Dünkirchen nach Livorno vor der Bretagne festgestellt, dass sein Schiff ein Leck hatte und Ladung verlor. Die "Erika" bekam Schlagseite, der Inder funkte SOS - doch der Hafen-Kommandant von Nantes-St.-Nazaire verweigerte die Einfahrt: "Die Gefahr einer Ölpest in der Loire ist zu groß", sagte er - und wies den Kapitän an, ruhigere Gewässer anzusteuern.

Katastrophale Fehlentscheidung: Die "Erika" lief auf einen Felsen auf, brach auseinander und verlor bislang 12000 Tonnen Schweröl. Gegen den Kapitän wurde ein Ermittlungsverfahren wegen "Gefährdung der Leben Dritter und Meeresverschmutzung" eingeleitet.

Unterdessen wächst die Wut der Fischer und Austernzüchter. Sie schimpfen: "Unsere kleinen Boote werden unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen durchgecheckt, während die Riesen-Tanker unseren Lebensunterhalt zerstören."

Die Bemühungen, das Öl abzusaugen, laufen weiter auf Hochtouren. Das mit Salzwasser vermischte Schweröl ist jedoch mittlerweile zu einer breiigen Masse geworden - und treibt auf die spanische Küste zu.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Hamburger Schiff koordiniert Rettung von 17 Seeleuten in der Formosastraße
Freitag, 17.12. 1999, 06:26:38 Uhr
Der Notruf kam am frühen Morgen: "Vessel in distress! Wir sinken", und erreichte den Frachter "P+O Nedlloyd Damietta" der Hamburger Norddeutschen Reederei auf halber Strecke zwischen Taiwan und Hongkong. Kapitän Eugen Westfal zögerte keine Sekunde: "Wir bekamen sein Telex um 4.58 Uhr Ortszeit und gaben sofort das Okay für die Rettungsaktion", sagte gestern Jürgen Hansen, Leiter der technisch-nautischen Inspektion der Norddeutschen Reederei.
   Auf offener See kämpfte der chinesische Frachter "Violet Ocean" einen verzweifelten Kampf: Wind der Stärke acht peitschte das Wasser, das Schiff legte sich schwer nach Backbord. "Es sieht aus, als ob der Frachter Decksladung verloren hat, aber man kann nur spekulieren", sagte Jürgen Hansen in Hamburg. Alle Schiffe der Norddeutschen Reederei sind mit Digital-Kameras ausgerüstet und können sofort Fotos per Computer nach Hause schicken.
   Der chinesische Frachter hatte offenbar keine Chance. Als der Kapitän den Notruf absetzte, hing die Backbord-Reling bereits unter Wasser, die 17 Männer an Bord versuchten, die Rettungsboote frei zu bekommen. Die "P+O Nedlloyd Damietta" (3600 Standardcontainer) war zu dem Zeitpunkt noch 52 Seemeilen entfernt - zwei Stunden brauchte sie, um den Unglücksort zu erreichen. Sie war nicht allein - drei weitere Schiffe machten sich auf den Weg, um der "Violet Ocean" beizustehen. Das Pech der chinesischen Crew auf der "Violet Ocean": Ein offenes Rettungsboot ließ sich aus den Davits lösen, aber der Motor sprang nicht an. Währenddessen arbeitete die "P+O Nedlloyd" als so genanntes "Vessel Relay", als Sprechfunk-Koordinationsstelle für die Rettungsaktion. Ein Flugzeug des Maritimen Rettungszentrums in Hongkong überflog den Unglücksort und peilte die Lage. Endlich gelang es dem chinesischen Massengutfrachter "Silver Shing", die Crew des Havaristen in ein Rettungsboot zu bringen. Eine Stunde später kletterten die 17 Männer der "Violet Ocean" über eine Jakobsleiter an Bord der "Silver Shing" - gerettet, ein heißer Kaffee und trockene Kleidung waren zunächst das Wichtigste.
   Der 96 Meter lange Frachter "Violet Ocean" wurde 1982 in China gebaut. Ob das Schiff als verloren gemeldet werden muss, stand gestern noch nicht fest: "Wir wissen noch nichts - nicht einmal, was der Frachter geladen hatte", sagte Jürgen Hansen. Die "P+O Nedlloyd Damietta" nahm mit fünf Stunden Verspätung Kurs auf Hongkong.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Deutsches Öl-Bekämpfungsschiff vor der Bretagne erwartet
Donnerstag, 16.12. 1999, 18:05:00 Uhr
Quimper/Paris - Nach dem Tanker-Unglück vor der französischen Atlantikküste hat sich ein deutsches Öl-Bekämpfungsschiff aufgemacht in Richtung Bretagne. Die «Neuwerk» lief in der Nacht zum Donnerstag aus dem Hafen von Cuxhaven aus und sollte am Samstag vor Brest eintreffen. Dort waren seit dem Morgengrauen fieberhafte Bemühungen im Gange, das aus der «Erika» ins Meer ausgeflossene Öl zu beseitigen. Es ist ein Wettlauf mit der Zeit: Am Wochenende sollte der Wind drehen und das Öl zur Küste treiben.

Die 1998 in Dienst gestellte «Neuwerk» verfügt unter anderem über Spezialgeräte zur Aufnahme von Öl sowie zur Ortung von Wrackteilen unter der Wasseroberfläche. An Bord befinden sich 18 Mann Besatzung. Sie sollen die Experten an Bord der französischen Spezialschiffe «Ailette» und «Le Buffle» unterstützen, die versuchen, das Öl abzusaugen. Erste Versuche am Mittwochabend waren gescheitert. «Es ist sehr schwierig, ein Produkt aufzusaugen, dass inzwischen zu 50 Prozent aus Wasser besteht», sagte Christophe Rousseau vom Marine-Forschungszentrum in Brest. Das Schweröl, das die «Erika» geladen hatte, ist im Kontakt mit Salzwasser zu einer breiartigen Masse geworden.

Die hohen Wellen der vergangenen Tage zerrissen den Ölteppich in Dutzende kleine und größere Flecken, die weiterhin parallel zur Küste trieben. Aus dem Tanker, der rund 30.000 Tonnen Öl an Bord hatte, liefen schätzungsweise 12.000 Tonnen aus. Der Rest befindet sich im Wrack, das auf dem Meeresgrund liegt. Neben der «Neuwerk» wurden an der Unglücksstelle am Wochenende auch Schiffe aus Großbritannien und Norwegen erwartet.

Der französische Verkehrsminister Jean-Claude Gayssot zeigte sich zuversichtlich, dass eine Umweltkatastrophe verhindert werden könne. «Im Augenblick ist das Wetter günstig», sagte er bei einem Besuch am Unglücksort. Zusammen mit Umweltministerin Dominique Voynet überflog er im Hubschrauber das betroffene Seegebiet. Wenn überhaupt, werde das Öl frühestens in einer Woche an die Ufer geschwemmt, sagte er.

Der Kapitän der «Erika», der Inder Krun Mathur, wurde wegen Gefährdung der Leben Dritter und Meeresverschmutzung in Untersuchungshaft genommen. Der unter maltesischer Flagge fahrende Tanker war am Sonntag früh bei schwerer See vor der Bretagne auseinandergebrochen.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Ölteppiche steigern Angst bei Fischern und Austernzüchtern
Donnerstag, 16.12. 1999, 18:03:59 Uhr
Brest - Das Abpumpen der vor der westfranzösischen Küste driftenden Ölflecken gestaltet sich schwieriger als erwartet. Bei Fischern und Austernzüchtern löst dies steigende Besorgnis aus. Nachdem ein erster Abpump-Versuch gestern gescheitert war, sollte im Laufe des Tages ein erneuter Versuch gestartet werden. Der Rundfunk berichtete jedoch, dass die klebrig-zähe Masse die Rohre der Pumpen verstopft. Nach dem Untergang des Tankers Erika treiben rund 12 000 Tonnen Schweröl im Meer.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Auf Grund gelaufen
Donnerstag, 16.12. 1999, 17:58:52 Uhr
Ein Eisbrecher befreit das niederländische Motorschiff "Spartivonto" bei Zeil am Main aus einer misslichen Lage: Am Abend war das 80 Meter lange Motorschiff bei einem Anlegemanöver nach einem Motorschaden von der starken Strömung abgetrieben worden und dabei auf beiden Seiten des Flusses auf Grund gelaufen. Der Main war damit für die Schifffahrt blockiert. Der Versuch, das Schiff mit Hilfe von zwei Güterschiffen frei zu schleppen, misslang. Auch der Einsatz des Eisbrechers schlug zunächst fehl. Erst als sich ein weiteres Güterschiff beteiligte, klappte es.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Schwere See behindert Bekämpfung des Ölteppichs
Donnerstag, 16.12. 1999, 06:14:11 Uhr
Brest - Hohe Wellen und starker Wind haben vor der bretonischen Küste am Mittwoch die Bekämpfung des Ölteppichs behindert. Französische Spezialschiffe trafen am Unglücksort ein und versuchten, das aus dem Tanker `Erika" ausgelaufene Öl aufzusaugen.

Der Wind trieb den Teppich aus 10 000 bis 12 000 Tonnen Schweröl zugleich weiter in südliche und südwestliche Richtung parallel zur Küste.

Für die französische Westküste bestand weiter die Gefahr einer Ölpest. Von der Südbretagne bis zu den Pyrenäen machten sich Behörden und Bewohner bereit, wie beim Unglück des Tankers Amoco Cadiz 1978, mit Schaufel und Eimer ihre Strände zu säubern. Auf dem Meer wurden bereits die ersten ölverschmierten Vögel gesichtet.

Am Mittwoch driftete das Öl rund 40 Kilometer von der Insel Belle Ile entfernt in südliche und südwestliche Richtung. Die Ölteppiche seien in mehrere kleine Ölflecken zerrissen, berichteten Fotografen, die die Unglücksstelle überflogen hatten.

Wenn Strömung und Wetterbedingungen unverändert bleiben, gelangt das Öl in acht Tagen bis zum Golfe de Gascogne. Es würde dann auch spanische Küstengebiete bedrohen. Nach Erkenntnissen von Meteorologen könnte jedoch zum Wochenende der Wind drehen und das nach dem Untergang des Tankers `Erika" im Wasser treibenden Öl in Richtung Küste drücken. Aus den beiden Teilen des zerbrochenen Tankers, 40 bis 50 Kilometer nördlich der Ölflecken, trat zunächst kein weiteres Öl aus.

Die Spezialschiffe der französischen Marine zur Bekämpfung des Ölteppichs sollen in den kommenden Tagen von internationalen Helfern unterstützt werden. Spätestens zum Wochenende sollen alle verfügbaren Schiffe am Unglücksort konzentriert sein. Doch auch ein Großaufgebot an Helfern kann nichts tun, wenn das Meer zu stürmisch ist. `Wir stehen vor einer schwierigen Aufgabe. Sie ist aber nicht unmöglich, wenn die Pumpen es schaffen, das Öl aufzusaugen", sagte Einsatzleiter Yves Merle.

Umweltschützer fanden die ersten ölverschmierten Vögel vor der bretonischen Küste. Über das Radio riefen sie die Küstenbewohner auf, angespülte Vögel an den Stränden einzusammeln und an Sammelstellen zum Säubern abzugeben. Die Umweltschützer gehen allerdings davon aus, dass die meisten Tiere sich kaum aus der klebrig-zähen, kaugummiartigen Ölmasse im Wasser befreien können und im Meer untergehen. Die Region gilt als wichtige Ruhestätte für zahlreiche große Seevögel während der Winterzeit.

Gegen den Tanker-Kapitän wurde am Mittwoch ein Ermittlungsverfahren wegen Gefährdung Dritter und Umweltverschmutzung eröffnet. Die französische Kapitänsvereinigung AFCAN warf den Behörden vor, den indischen Schiffsführer des Tankers als Sündenbock zu missbrauchen.

`Man muss die Verantwortung auch beim Eigentümer des Tankers und dem Belader suchen", sagte AFCAN-Präsident Jacques Loiseau. Der Kapitän hatte am Tag vor der Havarie vergeblich darum gebeten, den Hafen von Nantes-St.-Nazaire in der Loire-Mündung anzulaufen. Er hatte nach Behördenangaben über einen Riss im Rumpf geklagt und angegeben, die `Erika" verliere Ladung und sei in Schieflage geraten.

Der Hafenkommandant habe die Bitte zum Anlegen mit der Begründung abgewiesen, die Gefahr einer Ölpest in der Loire sei zu hoch. Er riet dem Kapitän trotz eines heftigen Sturms, stillere Gewässer anzulaufen und erst einmal den Schaden genauer zu begutachten. Der Tanker war dann am Sonntag morgen mit 30 884 Tonnen Schweröl vor der Bretagne zerbrochen.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Öl-Sauger sollen Umweltkatastrophe verhindern
Mittwoch, 15.12. 1999, 16:36:11 Uhr
Brest/Paris - Mit Öl-Saugern ausgerüstete Spezialschiffe sollen die drohende Umweltkatastrophe an der westfranzösischen Küste verhindern. Noch am Mittwoch vormittag wollten Experten an Bord der «Ailette» und «Le Buffle» damit beginnen, den Ölschlick abzusaugen. Ein Minensucher überwachte gleichzeitig die beiden Teile des auseinandergebrochenen Tankers «Erika», die auf den Meeresboden gesunken sind. Die Zeit drängte, denn am Wochenende sollte sich der Wind drehen und den Ölteppich in Richtung Küste treiben.

Zunächst sollte der inzwischen aus mehreren Teilen bestehende Ölteppich mit schwimmenden Sperren sozusagen eingezäunt werden. Dann wollte man mit dem Absaugen beginnen. Ein Spezialtankschiff, das von der Ölgesellschaft Total Fina zur Verfügung gestellt wurde, sollte den Ölschlick aufnehmen und zur Entsorgung abtransportieren. Ein Patrouillenboot der Marine koordinierte die Säuberungsaktion.

Das Öl trieb weiterhin parallel zur Küste, etwa 40 Kilometer südlich der Insel Belle-Ile. Das Wetter hatte sich über Nacht etwas beruhigt. Für das Wochenende sagten die Meteorologen Westwind voraus - dies würde den Ölschlick direkt zur Küste treiben.

Die «Erika» hatte zwischen 25.000 und 30.000 Tonnen Schweröl an Bord, von denen ein gutes Drittel bei dem Unglück am Sonntag früh auslief. Der Rest befindet sich noch in den beiden Teilen auf dem Meeresboden; offenbar tritt zumindest aus dem Bug weiterhin Öl aus. Wie das Öl, das sich noch im Wrack befindet, entfernt werden soll, war noch unklar.

Vier der fünf festgenommenen Besatzungsmitglieder des Tankers wurden am Dienstagabend wieder auf freien Fuß gesetzt. Das verlautete aus Justizkreisen in Paris. Nur der Kapitän des Schiffes werde noch festgehalten, hieß es. Die fünf waren wegen Gefährdung der Leben Dritter festgenommen worden. Die französische Justiz wollte ein Ermittlungsverfahren einleiten.

Unterdessen wurde bestätigt, dass der Kapitän am Samstag - also vor dem Unglück - Probleme gemeldet und versucht hatte, den Hafen Nantes-Saint-Nazaire anzulaufen. Dies war ihm untersagt worden. Hafenkommandant Alain Tscheng begründete dies damit, er habe eine Umweltkatastrophe an der Loire verhindern wollen. Das Schiff war auf der Fahrt von Rotterdam nach Livorno, als es bei schwerer See auseinanderbrach. Die 26-köpfige Besatzung wurde gerettet.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Vier Besatzungsmitglieder der «Erika» wieder frei
Mittwoch, 15.12. 1999, 06:53:08 Uhr
Paris - Vier der fünf festgenommenen Besatzungsmitglieder des vor der französischen Küste havarierten Tankers «Erika» sind am Dienstagabend wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Das verlautete aus Justizkreisen in Paris. Nur der Kapitän des Schiffes werde noch festgehalten, hieß es. Die fünf waren wegen Gefährdung der Leben Dritter festgenommen worden.

Das Schiff war am Sonntagmorgen vor der Küste der Bretagne mit 25.000 bis 30.000 Tonnen Öl an Bord auseinandergebrochen. Der Küste droht eine Ölpest. Beide Teile des Schiffes sind inzwischen gesunken, und es tritt offenbar weiter Öl aus. Das Schiff war auf der Fahrt von Rotterdam nach Livorno, als es bei schwerer See auseinanderbrach. Die 26-köpfige Besatzung wurde gerettet.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Panama hat Panamakanal übernommen
Mittwoch, 15.12. 1999, 06:54:11 Uhr
Panama-Stadt - Die weltberühmte Wasser-Straße zwischen Atlantik und Pazific gehört wieder zu Panama. Auf einer vorgezogenen Feier mit zahlreicher Prominenz aus aller Welt wurde der 1914 gebaute Panamakanal heute offiziell von den USA übernommen. Am 31. Dezember geht die Wasser-Straße dann vertragsgemäß von den USA in den Besitz Panamas über. Mit der Übernahme der Wasser-Straße kontrolliert Panama erstmals wieder sein gesamtes Territorium.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Tankerunglück: Kapitän und vier Offiziere festgenommen
Ölteppich treibt auf Frankreichs Küste zu - Militär bereitet sich auf einen Hilfseinsatz vor
Mittwoch, 15.12. 1999, 06:52:05 Uhr
Brest - Der Untergang des Öltankers "Erika" vor der Küste der Bretagne hat ein juristisches Nachspiel. Die französischen Behörden leiteten Ermittlungen wegen Umweltverschmutzung und Schädigung Dritter ein und nahmen den Kapitän sowie vier Offiziere des unter maltesischer Flagge fahrenden Schiffes fest. Sie wurden bis zum Abend verhört.
   Angesichts der drohenden Ölpest wurden die zuständigen Behörden an der französischen Atlantikküste in Alarmbereitschaft versetzt. Auch das Militär bereitet sich auf einen Einsatz vor. Nach Angaben des Pariser Umweltministeriums treiben mehrere Ölteppiche auf die Küste zu, die bei unveränderter Wetterlage spätestens am Freitag das Ufer erreichen und verseuchen. Drei Spezialschiffe der französischen Marine waren schon gestern im Einsatz, um das Gemenge aus Öl und Seewasser aufzunehmen. Zusätzlich waren ein britisches und zwei norwegische Spezialschiffe unterwegs. Der größte Ölteppich mit einer Fläche von acht Quadratkilometern befand sich am Abend rund 50 Kilometer südwestlich der bretonischen Insel Belle-Île und bewegte sich weiter Richtung Südosten auf die Küste des Departements Vendée zu. Bisher sind ungefähr 10 000 Tonnen Öl ausgelaufen.
   Nach Aussagen mehrerer Augenzeugen war die "Erika" in äußerst schlechtem Zustand. Einen Tag vor der Havarie hatte der Kapitän wegen eines Risses im Rumpf den französischen Atlantikhafen Nantes anlaufen wollen. Die Behörden hatten dies jedoch wegen der Umweltgefahr für die Loire-Mündung verweigert. Der französische Ölkonzern Total Fina, in dessen Auftrag der Tanker fuhr, behauptet dagegen, das 25 Jahre alte Schiff habe jeden Sicherheitstest in der Vergangenheit bestanden.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Experten nach Tankerunglück vorsichtig optimistisch
Wrack untergegangen - Deutsche Experten helfen im Kampf gegen Ölpest
Dienstag, 14.12. 1999, 06:18:48 Uhr
Brest/Paris - Die zwei Hälften des vor der Bretagne auseinander gebrochenen Öltankers sind am Montag bei schwerem Seegang und Sturm im Atlantik versunken. Die französischen Behörden äußerten sich vorsichtig optimistisch, dass die Küste von einer Umweltkatastrophe verschont bleiben könnte. Ein Ölteppich von einem Kilometer Länge und 300 Meter Breite trieb parallel zur Küste. «Im Moment sind wir über eine Verschmutzung nicht allzu beunruhigt», sagte Christophe Rousseau vom Marine-Forschungszentrum in Brest im Rundfunk. «Die Bedingungen sind so, dass das Öl in kleine Teile auseinander fallen wird.»

Auch deutsche Experten beteiligen sich am Kampf gegen die drohende Ölpest. Nach Angaben des Schifffahrtsamts in Brest unterstützen Wissenschaftler aus Deutschland und Großbritannien seit dem späten Montagnachmittag die französische Küstenwache. Die mit 25.000 bis 30.000 Tonnen Heizöl beladene «Erika» war am Sonntag bei schwerer See auseinandergebrochen.

Der Bug des Tankers war am Nachmittag im Meer versunken, später ging auch der Rest des Wracks unter. Aus dem Heck waren Schätzungen des Schifffahrtsamtes Brest zufolge bis zum Montagnachmittag etwa 5.000 bis 6.000 Tonnen Öl ausgelaufen. Flugzeuge und ein U-Boot suchten nach dem Wrack. Ein Vertreter des Wasser- und Schifffahrtsamts hatte am Nachmittag erklärt, sollte das Wrack komplett untergehen, würde das Meer das Öl komplett verarbeiten.

Wie sich das Unglück ereignete, war weiterhin ungeklärt. Die 1975 in Japan gebaute «Erika» galt als älteres Schiff in gutem Zustand. Die «Erika» befand sich im Auftrag einer französischen Ölgesellschaft auf der Fahrt von Rotterdam nach Livorno. Das Verkehrsministerium in Paris leitete eine Untersuchung ein.

Die französischen Behörden hatten am Sonntag gegen 06.00 Uhr einen Notruf der «Erika» erhalten. In einer dramatischen Rettungsaktion, in deren Verlauf das Schiff auseinanderbrach, wurden alle 26 Besatzungsmitglieder geborgen und in Krankenhäuser gebracht. Der Vorfall rief Erinnerungen an das Unglück des Supertankers «Amoco Cadiz» wach, der im März 1978 vor der bretonischen Küste auf einen Felsen lief. Mehr als 220.000 Tonnen Öl liefen damals ins Meer und verursachten eine der schlimmsten Umweltkatastrophen Europas.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Schleppverband kollidiert mit Fahrwassertonne vor Brunsbüttel.
Dienstag, 14.12. 1999, 06:16:20 Uhr
Unfallzeit: 13.12.99, 01.40 Uhr, Unfallort: Unterelbe, Leuchttonne 58, Höhe Brunsbüttel
Hamburg (ots) - Heute, gegen 01.40 Uhr, kollidierte, vermutlich infolge eines Navigationsfehlers, ein Schleppverband mit einer Fahrwassertonne. An der Tonne entstand ein Sachschaden, von ca. 10.000 DN. Ein unter portugiesischer Flagge fahrender Schlepper befand sich mit seinem Anhang (Ponton mit Schiffbauteilen) auf dem Weg nach Kiel, als der Ponton mit der Fahrwassertonne 58 kollidierte.
Das Funkstreifenboot Elbe 1 fuhr zum Kollisionsort und stellte fest, dass der Lampenträger sowie der Radarreflektor deformiert waren. Die erloschene Tonne befand sich noch auf der angegebenen Position. Die ersten Ermittlungen der Wasserschutzpolizisten ergaben, dass der 61-jährige Schlepperkapitän die Tonne zu dicht passierte und das Schwojen seines Anhanges unterschätzte, der schließlich mit der Tonne zusammenstieß. An der Tonne entstand ein Sachschaden von ca. 10.000 DM.
Die Ermittlungen der Wasserschutzpolizei dauern an.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Hinterteil des zerbrochenen Tankers gesunken
Montag, 13.12. 1999, 17:37:53 Uhr
Brest - Nach dem Vorderteil ist jetzt auch das Heck des Tankers «Erika» samt der Ölladung vor der bretonischen Küste gesunken. Das teilte das Wasser- und Schifffahrtsamt in Brest mit. Ein Hochsee-Schlepper hatte seit gestern abend vergeblich versucht, das Heck von der Küste weg aufs Meer zu ziehen. Der Tanker war gestern zerbrochen. Die Besatzung konnte gerettet werden.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Französische Küstenwache und Marine im Kampf gegen Ölpest
Bugteil des verunglückten Tankers offenbar gesunken
Montag, 13.12. 1999, 17:37:01 Uhr
Brest/Paris - Nach dem Tankerunglück vor der Bretagne kämpften Küstenwache und Marine am Montag gemeinsam gegen die drohende Ölpest. Ein Ölteppich trieb am Montagnachmittag parallel zur Küste -der starke Wind schob ihn eher aufs offene Meer hinaus als aufs Land zu. Trotzdem war die Gefahr noch nicht gebannt: Das Heck des in zwei Teile zerbrochenen maltesischen Tankers «Erika» mit einer großen Menge Öl an Bord befand sich noch etwa 60 Kilometer von der Küste entfernt; der Bug ist offenbar gesunken. Die mit 25.000 bis 30.000 Tonnen Heizöl beladene «Erika» war am Sonntag bei schwerer See auseinandergebrochen.

Der Hochsee-Schlepper «Abeille-Flandre» schob das Heck aufs offene Meer hinaus, kam wegen des Sturms und der bis zu neun Meter hohen Wellen aber nur langsam voran. Wenn sich das Wetter beruhigt, soll das noch an Bord befindliche Öl abgepumpt werden. Aus dem Heck sind Schätzungen des Schiffahrtsamtes in Brest zufolge bis zum Montagnachmittag etwa 5.000 bis 6.000 Tonnen Öl ausgelaufen.

Die Tanks im Bug blieben unbeschädigt. Der Schiffsteil war am Nachmittag aus der Luft nicht mehr zu sehen. Ein Minensucher überprüfte, ob er tatsächlich gesunken ist. Wäre dies der Fall, so erklärte Yves Merle vom Wasser- und Schifffahrtsamt, würde das Meer das Öl komplett verarbeiten. Treibe es aber noch irgendwo zwischen den Wellen, bestehe weiterhin ein Risiko, dass das Öl auslaufe und irgendwann die Küste erreiche.

Der Wind und die hohen Wellen zogen den Ölteppich weit auseinander, was die Behörden als positives Zeichen werteten. Wie sich das Unglück ereignete, war weiterhin ungeklärt. Die 1975 in Japan gebaute «Erika» galt als älteres Schiff in gutem Zustand. Die «Erika» befand sich im Auftrag einer französischen Ölgesellschaft auf der Fahrt von Rotterdam nach Livorno. Das Verkehrsministerium in Paris leitete eine Untersuchung des Falles ein.

Die französischen Behörden hatten am Sonntag gegen 06.00 Uhr einen Notruf der «Erika» erhalten. In einer dramatischen Rettungsaktion, während derer das Schiff auseinanderbrach, wurden alle 26 Besatzungsmitglieder geborgen und in Krankenhäuser gebracht. Der Vorfall rief Erinnerungen an das Unglück des Supertankers «Amoco Cadiz» hervor, der im März 1978 vor der bretonischen Küste auf einen Felsen lief. Mehr als 220.000 Tonnen Öl liefen ins Meer und verursachten eine der schlimmsten Umweltkatastrophen Europas.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

160 Tote bei Schiffsunglück auf dem Victoria-See
Montag, 13.12. 1999, 17:35:49 Uhr
Daressalam - Bei einem Schiffsunglück auf dem Victoria-See sind vermutlich 160 Menschen ums Leben gekommen. Wie die Zeitung «Guardian» am Montag berichtete, war das Schiff am Samstag nahe Chato während eines heftigen Unwetters gesunken. Mitarbeiter von Behörden seien zu der entlegenen Hafenstadt aufgebrochen, um die Unglücksursache zu ermitteln.

Die Französische Entwicklungshilfe-Agentur habe erst vor kurzem einem Gemeinschaftsprojekt unter der Beteiligung Tansanias, Ugandas und Kenias zur Verbesserung der Schifffahrtssicherheit auf dem See zugestimmt, der mit 68.800 Quadratkilometern Fläche fast so groß ist wie Bayern. Dabei sollten unter anderem die Telekommunikation auf dem Gewässer sowie die Wettervorhersage kontrolliert werden, schrieb die Zeitung «East African» am Montag. Das bislang schwerste Fährunglück auf dem größten See Afrikas hatte im Jahr 1996 mehr als 800 Menschenleben gekostet.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Frankreich bittet um internationale Hilfe wegen Tanker-Unglück
Montag, 13.12. 1999, 17:34:59 Uhr
Brest - Nach dem Zerbrechen eines mit 30 000 Tonnen Schweröl beladenen Tankers vor der bretonischen Küste hat Frankreich am Montag um internationale Hilfe gebeten.

Zuvor war bekannt geworden, dass das Vorderteil des Schiffes mitsamt seiner Ölladung 50 Kilometer von der Küste entfernt von der Wasseroberfläche verschwunden war. Das für die Atlantikküste zuständige Wasser- und Schifffahrtsamt in Brest bat daher für weitere Maßnahmen um internationale Hilfe. Die Auswirkungen auf die Umwelt waren zunächst völlig unklar. Bisher sei noch kein Öl ausgelaufen.

Unklar blieb zunächst, wie viel Tonnen davon sich noch in dem rund 60 Meter langen Wrackteil befanden. Auch die Frage, ob es sich bereits auf dem 120 Meter tiefen Meeresboden befindet oder noch unter der Meeresoberfläche treibt, blieb zunächst offen. Es wird befürchtet, dass der enorme Druck in den Tiefen des Meeres die Öltanks bersten lassen könnte. Der unter Malta-Flagge fahrende Tanker «Erika» war am Vortag in schwerer See zerbrochen.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Wettlauf mit der Zeit nach Tankerunglück
Montag, 13.12. 1999, 06:30:05 Uhr
Brest - Nach dem Tankerunglück vor der bretonischen Küste versuchen die Bergungsmannschaften, eine Ölpest zu verhindern. Die französischen Behörden gaben Öl-Alarm. Der mit 30 000 Tonnen Schweröl beladene Tankers «Erika» war gestern Morgen auseinander gebrochen. Das Heck wird zur Stunde aufs offene Meer geschleppt. Der entstandene Ölteppich bewegt sich auf Grund der Windrichtung noch nicht auf die Küste zu. Als größte Gefahr wird das Vorderteil angesehen, weil es im Laufe der kommenden Tage Richtung Küste driften könnte.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Transportschiff in der Saale verunglückt
Montag, 13.12. 1999, 06:30:21 Uhr
Halle - Ein Transportschiff ist heute auf der Saale bei Halle verunglückt. Wie die Feuerwehr am Abend mitteilte, ist Öl aus dem gerissenen Tank ausgetreten. Einsatzkräfte begannen, eine Ölsperre auf der Saale einzurichten und brachten Ölbindemittel aus. Bei dem Unfall hatte eine mit Schlamm beladene Transport-Schute Wasser gezogen und war anschließend gesunken. Dabei geriet auch das Schubschiff zum Teil unter Wasser. Für die Besatzung bestand keine Gefahr.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Neues Rettungsboot für Hörnum Montag, 13.12. 1999, 06:26:27 Uhr Hörnum - Das am Wochenende in Bremen auf den Namen "Hertha Jeep" getaufte Seenotrettungsboot der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger soll in Hörnum auf Sylt stationiert werden. Das bei Schweers in Berne-Bardenfleth gebaute neuneinhalb Meter lange Boot ist eine Neukonstruktion, bei der der Bootsrumpf am Heck die größte Breite hat. Dadurch soll eine größere Kursbeständigkeit erreicht werden.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Leinen los
Montag, 13.12. 1999, 06:26:39 Uhr
Die Hamburger Feuerwehr hat in der Nacht zum Sonntag einen herrenlosen Alsterdampfer wieder "eingefangen". Die "Isebek" sei zwischen Alsterpavillon und dem großen Tannenbaum in der Mitte der Binnenalster treibend gesichtet worden, sagte ein Feuerwehrsprecher. Am Alsteranleger am Jungfernstieg seien noch zwei weitere Schiffe der "weißen Flotte" nicht vertäut gewesen. Möglicherweise habe sich jemand einen "üblen Scherz" geleistet und die Taue gelöst, meinte der Sprecher.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Ölpest vor Bretagne-Küste
Sonntag, 12.12. 1999, 19:11:45 Uhr
Ölpest vor der westfranzösischen Bretagne-Küste: Ein Tanker aus Malta, beladen mit 24.000 Tonnen schwerem Heizöl, brach am Sonntagmorgen in stürmischer See auseinander. Nach Angaben des Verkehrsministeriums in Paris schwamm am Nachmittag ein etwa ein Kilometer langer und 200 Meter breiter Ölteppich auf dem offenen Meer.
Dreht sich der Wind, könnte das Öl an die Küste treiben. Aus dem Heck des Tankers strömt Gasöl. Schlepper sollten das Wrack auf die hohe See hinausziehen, um eine Ölpest an der Küste zu erschweren. Die beiden Schiffswracks, die immer tiefer sinken, zerbarsten angeblich 70 Kilometer von der Stadt Lorient.
Die 26 Besatzungsmitglieder der 'Erika' retteten sich mit ihren Rettungsbooten auf die rauhe See. Französische und britische Soldaten zogen sie in ihre Hubschrauber. Vor der Küste hatte in der Nacht zum Sonntag ein Sturm mit 120 Stundenkilometern getobt. Der Tanker war von Dünkirchen in Nordfrankreich nach Italien unterwegs. Der Kapitän des 1975 gebauten und 180 Meter langen Schiffs berichtete schon am Samstag über Probleme an Bord.
Die Bretagne hatte im März 1978 unter der bis heute schlimmsten Ölpest Europas gelitten, als aus dem Tanker 'Amoco Cadiz' 220.000 Tonnen leichtes Rohöl ins Meer flossen. 360 Kilometer Küste wurden verdreckt. Zehntausende Seevögel gingen mit veröltem Gefieder ein. Die Küstenbewohner versuchten wochenlang, mit Schauffeln und Eimern das Öl wegzuschaffen. Die Menschen an der Bretagneküste leben hauptsächlich von Fischfang und Tourismus.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Ölteppich vor bretonischer Küste
Sonntag, 12.12. 1999, 16:14:55 Uhr
Brest - Um den zerbrochenen Tanker vor der bretonischen Küste hat sich ein fast ein Kilometer langer und 200 Meter breiter Ölteppich ausgebreitet. Nach Angaben der Behörden treibt er zur Zeit aber in Richtung offenes Meer, hieß es vom zuständigen Verkehrs- ministerium. Allerdings könne der Wind jederzeit drehen. Aus dem seitlich liegenden Heck ströme unterdessen ein Teil der Ladung von 24 000 Tonnen Diesel-Treibstoff aus. Experten schätzen, dass die Öl- Verschmutzung in vier bis fünf Tagen die Küste erreichen könnte. Inzwischen wurde bekannt, dass das Schiff schon vor der Havarie technische Probleme gehabt haben soll.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Zerbrochener Tanker schürt Angst vor neuer Ölpest
Sonntag, 12.12. 1999, 12:15:13 Uhr
Brest - Ein mit 25 000 Tonnen Dieselöl beladener Tanker ist heute vor der bretonischen Küste in zwei Teile zerbrochen. Die 26- köpfige Besatzung sei bei stürmischer See unter schwierigsten Umständen per Hubschrauber gerettet worden, hieß es von der See- präfektur. Beide Teile des aus Malta stammenden Tankers trieben vorerst auf der Wasseroberfläche. Unterdessen wächst bei den Beteiligten die Angst vor einer Öl-Katastrophe. Deshalb soll versucht werden, die Schiffsteile auf hohe See zu schleppen.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

30 Tote bei Schiffsunglück in Bangladesch
Sonntag, 12.12. 1999, 07:48:55 Uhr

Dhaka - Bei einem Schiffsunglück im Süden von Bangladesch sind mindestens 30 Passagiere ums Leben gekommen. Etwa 100 Menschen wurden verletzt. Eine Fähre mit 300 Passagieren an Bord sei auf dem Fluss Meghna gesunken, teilte die Polizei mit. Nach Angaben des staatlichen Rundfunks wurden bereits 25 Tote aus dem Fluss geborgen. Die Unfallursache ist noch nicht bekannt.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Ohne Schutz vor Wind und Wellen
Samstag, 11.12. 1999, 07:47:56 Uhr
Sylt ist das Sorgenkind des Küstenschutzes in Schleswig-Holstein. Seine 40 Kilometer lange Westküste ist der offenen Nordsee und damit der Kraft von Wind und Wellen völlig ungeschützt ausgesetzt. Keinerlei vorgelagerte Riffe oder Sandbänke bremsen die auf die Küste prallende Energie. Ein erheblicher Teil des Küstenschutzbudgets des Landes wird deshalb allein für den Schutz von Sylt ausgegeben.

Erste Versuche mit Sandvorspülungen gab es bereits in den 70er Jahren. Seit 1985 wird jedes Jahr durchschnittlich eine Menge von ein bis anderthalb Millionen Kubikmeter Sand vorgespült. An welchen Stränden vorgespült wird, entscheidet das Land in Absprache mit dem Landschaftszweckverband der Insel jeweils nach Ende der Sturm-Saison je nach dem aktuellen Zustand der Küstenabschnitte. Der von Bagger-Schiffen vom Grund der Nordsee entnommene Sand wird dann mit Rohrleitungen direkt auf die Strände gespült. Die so entstehenden Sand-Depots werden durch Wind und Wellen immer wieder abgetragen - allmählich, oder wie bei der schweren Sturmflut Anfang Dezember vor allem vor List im Bereich der Strandhalle in einer einzigen Nacht.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Bislang größter Prozess gegen Piraten in China begonnen
Samstag, 11.12. 1999, 07:44:09 Uhr
Peking - In China hat der nach Berichten amtlicher Medien bislang größte Prozess gegen Hochseepiraten begonnen. In der südchinesischen Stadt Shanwei seien 38 Personen der Piraterie beschuldigt worden, hieß es in den am Samstag veröffentlichten Meldungen. Ihnen werde vorgeworfen, im vergangenen Jahr als Zollfahnder verkleidet drei Schiffe entführt zu haben. Auf einem Frachter, der «Chang Sheng», seien 23 Besatzungsmitglieder ermordet und ihre Leichen über Bord geworfen worden. Die Anklage umfasst Mord, Raub, Waffen- Sprengstoff- und Rauschgiftbesitz, hieß es. Der Prozess in der Provinz Guangdong solle sechs Tage dauern.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Feuerschiff Elbe 1 gekentert
Freitag, 10.12. 1999, 06:16:46 Uhr
Das unbemannte Feuerschiff Elbe 1 treibt seit Tagen kieloben in der Elbemündung vor Cuxhaven. Das Leuchtfeuer war bei dem schweren Sturm am Wochenende gekentert. Obwohl kein Wasser eingedrungen ist, dürften die Maschine und die elektrische Anlage beschädigt sein. Das Feuerschiff wird möglicherweise nach dem nächsten Sturmtief kieloben in einen Hafen geschleppt.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Türkischer Frachter nach Kollision gesunken
Donnerstag, 09.12. 1999, 06:27:52 Uhr
Zonguldak - Ein türkischer Frachter ist nach Angaben der Nachrichtenagentur Anatolia vom Mittwoch nach dem Zusammenstoß mit einem russischen Hochseeschlepper gesunken. Der Agentur zufolge ereignete sich die Havarie in der Nacht zum Mittwoch im Schwarzen Meer etwa 100 Seemeilen (190 Kilometer) nordöstlich der türkischen Hafenstadt Zonguldak. Der Frachter «Yaliköy-2» befand sich mit einer Ladung Stahl auf der Fahrt von Jalta auf der Krim nach Bulgarien. Das russische Schiff habe seine Fahrt einfach fortgesetzt, hieß es weiter. Die zehn Besatzungsmitglieder der «Yaliköy-2» hätten mit den Rettungsbooten über vier Stunden lang in der rauhen See getrieben, bis sie von dem italienischen Frachter «Kriton» aufgenommen worden seien. Über die Ursache der Kollision war zunächst nichts bekannt.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Jahr-2000-Problem: Fahrverbot für große Schiffe im Bosporus
Donnerstag, 09.12. 1999, 06:21:03 Uhr
Istanbul - Der Bosporus wird zum Jahreswechsel für große Schiffe gesperrt werden. Demnach dürfen Schiffe mit mehr als 3000 Bruttoregistertonnen, die kein Zertifikat haben, dass die an Bord eingesetzte Computer-Technik für das Jahr-2000-Problem gerüstet ist, vom 31. Dezember 18 Uhr (Ortszeit) bis 1. Jänner 6 Uhr nicht durch die Meerenge fahren. Nach Angaben der staatlichen Planungsorganisation gelte diese Regelung auch für Schiffe, die länger als 200 Meter sind.
Kleinere Schiffe und Frachter sind nach Angaben der Behörde von diesem Verbot ausgenommen, weil sie in der Regel nicht hauptsächlich computergesteuert seien. Durch den Bosporus fahren täglich durchschnittlich mehr als 100 Schiffe. In der Vergangenheit ist es immer wieder zu Unfällen und Zusammenstößen gekommen. Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Odyssee von Flüchtlingen in der Ägäis
Immer noch wartet der bulgarische Frachter mit 250 Wirtschaftsflüchtlingen auf Anlegeerlaubnis
Mittwoch, 08.12. 1999, 06:43:32 Uhr
Die Irrfahrt des bulgarischen Frachters "Vodley 1" in der Ägäis mit rund 250 Wirtschaftsflüchtlingen und einer achtköpfigen Besatzung an Bord ging am Dienstagmorgen in den dritten Tag. Der bulgarische Kapitän behauptet, dass die Flüchtlinge ihn und seine Besatzung als Geiseln halten. Die Flüchtlinge, die aus verschiedenen Staaten des Nahen und Mittleren Osten stammen sollen, forderten nach Angaben des Kapitäns, dass das Schiff einen der Häfen der griechischen Ägäis-Inseln anläuft. Dies berichtete die griechische Küstenwache. Das Schiff wird eng von einer Fregatte der griechischen Kriegsmarine beschattet. Es bewegt sich in internationalen Gewässern westlich der Insel Lesbos.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Entführter kubanischer Kutter von US-Küstenwache gestoppt
Mittwoch, 08.12. 1999, 06:44:05 Uhr
Mexiko-Stadt/Havanna/Miami - Sechs Kubaner haben einen Fischkutter gekapert und in Richtung USA entführt, wo er von der amerikanischen Küstenwache gestoppt wurde. Der Sprecher der Küstenwache in Miami, Jeff Murphy, sagte am Dienstag, es noch unklar, was mit den Entführern passieren werde.
Am Montagabend hatte es in Kuba wieder Demonstrationen für die Rückkehr des sechsjährigen Flüchtlingsjungen Elian Gonzalez gegeben. Dieser hatte vor zwei Wochen als einer von drei Bootsflüchtlingen einen Schiffbruch vor der Küste Floridas überlebt. Seine Mutter kam dabei ums Leben, der in Kuba gebliebene, geschiedene Vater verlangt die Rückgabe des Jungen, der in Miami (Florida) bei Verwandten unterkam.

Die sechs mit Messern bewaffneten Entführer hatten den Berichten zufolge am Montagvormittag in einem Hafen nahe Havanna die beiden Besatzungsmitglieder des Fischkutters «Albacora» überwältigt und waren mit ihnen in See gestochen. Einer der Entführer und einer der Fischer wurden verletzt. Die kubanische Küstenwache habe das Boot verfolgt und den Fall dann an die US-Kollegen abgegeben.

Die Tageszeitung «The Miami Herald» berichtete, die Entführer hätten ohne Verhandlungen aufgegeben und seien an Bord des US- Küstenwachschiffs «Thetis» gebracht worden.

Damit gibt es nach dem Fall des Jungen Elian Gonzalez eine weitere Belastung der amerikanisch-kubanischen Beziehungen. Unklar ist, ob den Entführern Asyl gewährt wird oder ob sie in Florida oder in Kuba vor Gericht gestellt werden. Kuba verlangt ihre Auslieferung.

Kuba hatte seit der vorigen Woche eine Propagandakampagne entfacht und den USA «Entführung» des kleinen Elian vorgeworfen. Demonstranten schwenkten vor der ständigen Vertretung der USA in Havanna Nationalfahnen und riefen Slogans wie «Cuba si, yanquis no» (Kuba ja, Yankees nein). Das Fernsehen zeigte Bilder von seinem leeren Pult und Klassenkameraden, die mit dem Lehrer gemeinsam «Elian, komm zurück!» singen.

Die Entführung des Schiffes weckt Erinnerungen an die Flüchtlingskrise vom Sommer 1994. Damals wurden mehrere Passagierfähren in der Bucht von Havanna gekidnappt und in die USA umgeleitet. Nachdem es am 5. August 1994 in Havanna regierungsfeindliche Straßenproteste gegeben hatte, ließ Castro die Grenzen öffnen. Binnen weniger Wochen flohen mehr als 30 000 Kubaner über See. Im Anschluss einigten sich beiden Regierungen darauf, dass Kuba die Grenzen wieder schließt und die USA pro Jahr mindestens 20 000 Visa für die legale Einreise vergeben sowie auf See aufgegriffene Flüchtlinge nach Kuba zurückbringen.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Kubanisches Schiff nach USA entführt, Piraten sind angeblich mit Messern bewaffnet
Dienstag, 07.12. 1999, 16:49:23 Uhr
Havanna - In Kuba haben sieben Männer ein Schiff gekapert und sind damit in Richtung USA geflohen. Dies teilte Kubas Präsident Fidel Castro am Montagabend (Ortszeit) im Fernsehen mit. Er forderte das Nachbarland auf, die "Piraten" zu stoppen. Die Männer seien mit Messern bewaffnet gewesen.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Schweizer Frachter in Seenot - Ein Toter und vier Schwerverletzte
Dienstag, 07.12. 1999, 06:26:45 Uhr
Stockholm - Ein Schweizer Frachter ist am Montag vor der Küste Lettlands in Seenot geraten. Ein Mitglied der Besatzung kam ums Leben. Vier Matrosen wurden schwerverletzt per Helikopter nach Lettland geflogen. Der Kapitän des Frachters habe den Rettungskräften mitgeteilt, ein Matrose sei umgekommen und liege im Inneren des Schiffes, meldete die schwedische Nachrichtenagentur TT. Der 225 Meter lange und 30 Meter breite Frachter befand sich in der Nähe des lettischen Hafens Ventspil, als bei den schwedischen Behörden das Notsignal einging. Das Schiff war in einen Sturm geraten und musste gegen meterhohe Wellen ankämpfen.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Schiff mit Flüchtlingen irrt durch die Ägäis
Dienstag, 07.12. 1999, 06:23:38 Uhr
ATHEN - Die griechische Küstenwache verfolgt in der östlichen Ägäis einen bulgarischen Frachter, auf dem sich rund 250 Wirtschaftsflüchtlinge aus verschiedenen Staaten des Nahen und Mittleren Ostens und eine achtköpfige bulgarische Besatzung befinden sollen. Ein erster Landungsversuch an einem einsamen Strand der Nord- Ägäis-Insel Limnos sei gescheitert, berichteten griechische Medien. Den Berichten nach war der Frachter am Sonntagnachmittag aus den Dardanellen in die Ägäis ausgelaufen.

Der bulgarische Kapitän des Schiffes berichtete zuerst, dass sein Schiff einen schweren Schaden habe. Aus diesem Grund müsse er in einen der Häfen der Region einlaufen. Als die griechische Küstenwache dies verbot, behauptete der Kapitän, die Wirtschaftsflüchtlinge hätten ihn und seine Besatzung als Geiseln genommen und forderten, auf einer griechischen Insel abgesetzt zu werden. Die Führung der griechischen Küstenwache glaube, dass dies nur ein Trick des bulgarischen Kapitäns sei, berichtete der griechische Rundfunk ergänzend.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Tanker mit Roh-Öl im Bosporus auf Grund gelaufen
Montag, 06.12. 1999, 21:59:23 Uhr
Istanbul - Ein mit Roh-Öl beladener Tanker ist im Bosporus vor der türkischen Küste auf Grund gelaufen. Nach Angaben einer türkischen Nachrichtenagentur kam das über 240 Meter lange Schiff aus der Ukraine und sollte Öl nach Italien bringen. Ob bei der Havarie Öl auslief, ist noch unklar.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Zwei Tote bei Explosion auf Öltanker in Griechenland
Montag, 06.12. 1999, 14:30:48 Uhr
Athen - Bei einer Explosion auf einem Öltanker im südgriechischen Hafen Kalamata sind am Morgen zwei Seeleute ums Leben gekommen. Auf dem unter maltesischer Flagge fahrenden Tanker entstand ein drei Meter langer Riss, berichtete der griechische Rundfunk. Über die Ursache des Unglücks auf dem 17 000 Tonnen großen Schiff wurde zunächst nichts bekannt.
Quelle: Peter O.Walter , SY ESYS,

Über hundert Boote bei Großbrand in Schweizer Werft zerstört
Montag, 06.12. 1999, 06:17:13 Uhr
Quartino/Schweiz - Bei einem Großbrand in einer Bootswerft bei Quartino im Schweizer Kanton Tessin ist am frühen Sonntagmorgen ein Schaden von mehreren Dutzend Millionen Franken entstanden. Mehr als hundert Motor- und Segelboote sowie einige Luxusjachten verbrannten. Das Werftgebäude wurde ebenfalls ein Raub der Flammen. Die Brandursache war zunächst nicht bekannt.

Das Feuer, de