Im äußersten Osten ÖSTERREICHS, am Schnittpunkt zwischen Alpen und Pußta,
befindet sich ein großer Steppensee, von dem böse Zungen behaupten, es handle
sich bloß um ein mächtiges Reisfeld. Wer aber jemals am Neusiedlersee gesegelt
ist, weiß um die Qualitäten des seichten Gewässers Bescheid. Der Neusiedlersee
hat nämlich eine eingeschworene FANGEMEINDE, die das BESTE SEGELREVIER Österreichs schätzt, liebt, verteidigt, aber auch fürchtet. Erst aus der Luft wird klar, daß sich auf dem 30 Kilometer langem Gewässer die Erdkrümung so stark bemerkbar macht, daß man auch bei bester Sicht nicht vom NORDUFER das SÜDUFER erblicken kann.
An den Ufern ist der See von einem Schilfgürtel umgeben, der bis zu 5 Kilometer
stark sein kann.
Der Neusiedlersee hat eine Fläche von rund 150 Quadratkilometer und den
zweitgrößten geschlossenen Schilfbestand Europas (nach dem Donaudelta). Die
angrenzenden Seegemeinden mußten daher kilometerlange Dämme und Straßen
in den Schilfgürtel bauen, um einen Zugang zum offenen Wasser und zum Bau der
Club- und Steganlagen zu erhalten.
Der einzige Steppensee Europas ist durchschnittlich nur einen Meter tief und der
schlammige Boden, der durch Wind und Wellen immer aufgewühlt wird färbt das
Wasser grau und macht es undurchsichtig. Das rasch wachsende Schilf ist die
Heimat eines vielfältigen Vogelbestandes, der mit bis zu 300, teilweise seltenen
Vogelarten in Europa einzigartig ist.
In den schönen Monaten herrscht eine ausgelassene Stimmung rund um den See,
wie sie nur Pußta, pannonische Küche und unzählige Buschenschänken so
trefflich erzeugen können. Land und Wein gedeihen dank der hohen
Sonnenscheindauer besonders gut und im schattigen Garten, unter Weinlaube,
schmecken G´SPRITZTER und SCHMALZBROT besser als anderswo.
Der See liegt im Einflussbereich des kontinentalen pannonischen Klimas. Im Regenschatten der Alpen sorgt die Thermik des Sees dafür, dass im Sommer nur noch wenig Niederschläge das Land östlich des Sees bewässern, da Gewitterwolken meist nach Norden abgedrängt werden. Im Jahresmittel werden unter 600 mm Niederschläge gemessen, dafür werden aber hier 300 Sonnentage pro Jahr gezählt, was dem Tourismus zum Vorteil gereicht. Die temperaturausgleichende Wirkung des Sees sorgt für einen milden Herbst. Dies bietet für den Weinbau optimale Bedingungen.
Grundsätzlich beherrschen zwei Winde den See, NORDWEST und SÜD:
Der Nordwest Wind weht bei Westwetterlage kräftig mit Stärken von vier bis sieben
Beaufort.
Besondere Vorsicht ist an heißen schwülen Sommertagen geboten, die heftige
Gewitter mit sich bringen können. Die Opfer einer traurigen Seestatistik zeugen von
Sturmböen, die kurzzeitig mit 10 bis 12 Beaufort über den See fegen können und
mit Blitzschlag zu lebensbedrohenden Situationen führen. Dazu kommt noch der
extreme Seegang.
Es gibt in jeder Seegemeinde eine gut funktionierende Sturmwarnung, die mit
Blinklicht die Segler und Wassersportler warnen.
Der zweite wichtige Wind des Neusiedlersee ist der SÜDWIND, der weit und breit
als der schönste Segelwind gilt. Er weht oft tagelang mit drei bis sechs Beaufort
aus konstanter Richtung. Für Regatten ist dieser Wind einfach ideal. Wer den
SÜD am SEE nicht kennt muß sich folgendes vorstellen: herrlicher Sonnenschein,
26 Grad Wassertemperatur, 30 Grad Lufttemperatur und eine frische Brise mit fünf
Windstärken. - Seglerherz, was willst Du mehr ?
Ein Thema das immer wieder über die Stammtische diverser Seglertreffs geistert,
ist die gefürchtete Neusiedler-See-Welle. Sie ist aufgrund des seichten
Gewässers extrem kurz und steil und praktisch für alle Boote - selbst für
Kats - mit ihren schlanken Bügen - sehr unangenehm. In Extremfällen
soll zwischen den Wellentälern sogar manchmal der Seeboden(!) sichtbar sein. Bei
solchen Bedingungen gibt es viel Spritzwasser und das Segelvergnügen bei
WELLE ist meistens ein NASSES. Durch die geringe Wassertiefe sind die Boote
auch generell langsamer als auf tiefen Gewässern. Speziell Gleitboote leiden unter
dem Effekt, der mit dem Wort Festsaugen beschrieben wird.
Durch Unterschneiden eines Buges besteht bei Katameranen überdies große
Kentergefahr und Überschläge enden meist in dem seichten Gewässer mit
Riggschäden, da sich der Mast ruckartig in den schwarzen Gatsch des Seebodens bohrt.
Welle:Bei stärkerem Wind entsteht eine steile kurze Welle, da die Rollbewegung der Wellen vom seichten Grund des Sees reflektiert wird.
Seglern wird daher geraten, beim Kreuzen nicht allzu hoch an den Wind zu gehen, damit das Schiff genügend Fahrt behält, statt ständig durch die harten Wellen abgebremst zu werden.
Neue Vorschrift am Neusiedler See
Das Amt der Burgenländischen Landesregierung schreibt für alle Segelschiffe und Surfer einen "Optischen Notsignalgeber" vor. Diese mit Batterie betriebenen Blitzleuchten zeigen ein weisses, helles Funkellicht mit einer Blitzfolge von rund 60 Blitzen pro Minute, sind einfach zu tragen und werden über den Zubehörhandel sowie die Segelclubs am Neusiedler See erhältlich sein. Da bei schlechten Sichtverhältnissen und in der Nacht die Auffindung vermisster Wassersportler ausserordentlich schwierig und zeitaufwendig ist, wird ein Mitführen dieser Blinkleuchten per 1. April 1997 verbindlich vorgeschrieben. Ausgenommen von dieser Regelung sind Fahrten im Rahmen behördlich bewilligter Wassersportveransatltungen.
STATISTISCHE DATEN:
Höhe über dem Meer: 115 Meter, Fläche 320 km2, größte Tiefe 1,8 m. durchschnittliche
Wassertemperatur im August 25 Grad. Motorbootfahren ganzjährig verboten.
Tourismus und Unterkünfte: Der Neusiedler See wird intensiv touristisch genutzt. In der Hauptsaison ist er regelmäßig übervoll. Aber ab Ende August /Anfang September kann man sich auf fast leeren Campinplätzen tummeln. Rund um den See gibt es gut ausgebaute Campingplätze und Stellplätze für Wohnmobile. Das Angebot an Ferienwohnungen, Pensionen und Hotels ist reichlich.
Aufgrund der idealen Eis- und Wetterbedingungen gilt der Neusiedler See europaweit als eines der schönsten Eissegel-Reviere.
In Mörbisch können Sie Eissegler auch bei der örtlichen Segelschule ausleihen. Der See friert schnell zu und bildet dann meist eine perfekte Spiegeleisfläche. Allerdings gibt es auch warme Quellen im Untergrund, wo das Eis sehr dünn ist und Einbruchgefahr besteht. Mir selbst ist es 1978 passiert, dass ich mit einem Eissegler eingebrochen bin, kam aber auf Grund der geringen Tiefe sofort wieder ohne Hilfe raus.
SEGELCLUBS:
UNION YACHT CLUB NEUSIEDLERSEE - Clubanlage in Neusiedl
BURGENLÄNDISCHER YACHT CLUB - Clubanlage in Rustt
YACHT CLUB BREITENBRUNN - Clubanlage in Breitenbrunn
YACHT CLUB PODERSDORF - Clubanlage in Podersdorf
ÖSTERREICHISCHER HEERESYACHT CLUB Clubanlage in Purbach
YACHT CLUB MÖRBISCH - Clubanlage in Mörbisch
YACHT CLUB ILLMITZ Clubanlage in Illmitz
YACHT CLUB WEIDEN Clubanlage in Weiden
YES - YACHTCLUB WEIDEN - Clubanlage in Weiden
SEGELCLUB NEUSIEDL WEST - Clubanlage Neusiedl/Westhafen
YACHT CLUB SEEWIND - Clubanlage Neusiedl Westhafen.
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