EUROPÄISCHES SEGEL-INFORMATIONSSYSTEM
Revierinformation für Segler:
Die Insel Belle-Île / Frankreich

Für die Richtigkeit der Koordinaten, sowie exakte Längen- und Tiefenangaben keine Gewähr.
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Panorama Hafen Sauzon (Bild: Gilles06)   Großbild klick!


Wetter Belle-Île
© meteo24.de
Belle-Île-en-Mer (ältere Schreibweise: Belle Isle, bretonisch: Enez ar Gerveur) liegt südlich von Lorient und ist die größte der bretonischen Inseln.
Die Insel gehört zum Département Morbihan, ist 87 km² groß und hatte 1876 11.000 Einwohner. Sie ist von Felsen umgeben, im Innern aber reich an fruchtbarem Weide- und Ackerland. Die Einwohner trieben Ackerbau, Pferdezucht, Fischerei (besonders Sardellenfang), Salzschlämmerei, Handel mit Getreide, Vieh und Fischen. Hauptstadt ist der Hafenort Le Palais (bret. Porzh Lae), der vom Bild der pyramidenartigen Zitadelle beherrscht wird, die Ende des 17. Jahrhunderts von Vauban ausgebaut wurde.

Heute hat die Insel rund 4.500 Einwohner, beherbergt im Sommer aber rund 20.000 Feriengäste. Der Tourismus ist eine der wichtigsten Einnahmequellen geworden.

Karl IX. gab die Insel dem Marschall von Retz als Marquisat, dessen Sohn verkaufte sie 1658 an den Finanzintendanten Fouquet, der sie befestigen ließ. Dessen Enkel war der berühmte Marschall Belle-Isle, der die Insel 1718 für die Grafschaft Gisors der Krone abtrat.

Bei Belle-Île siegte die britische Flotte unter Vizeadmiral Sir Edward Hawke über die französische unter Conflans am 20. November 1759 bei einer Seeschlacht bei Quiberon.

Der 1835 bei Bangor erbaute "Grand Phare", im Dienst seit 1835, zählt mit einer Tragweite von 32 Seemeilen zu den lichtstärksten Leuchttürmen Frankreichs. Auf der hohen Steilküste errichtet genügen ihm 47 Meter Höhe, um sich insgesamt 90 Meter über den Meeresspiegel zu erheben. Die 256 Stufen hinauf werden mit einem gewaltigen Ausblick belohnt!
* Position : 47° 18' 7 N | 3° 13' 6 W
* Feuer : 2 mal weiß alle 10 Sekunden
* Höhe von 87 m
* sichtbar auf 27 Seemeilen

Im Leuchtturm und seinem Anbau befindet sich die Verwaltung für die Austonnung der gesamten französischen Atlantikküste.



Belle-Ile / Sauzon
47° 22,5’N 003° 13’W
Malerischer Naturhafen mit etwa 30 Gästebojen. Im Sommer recht viel Tourismus aufgrund der wunderschönen Lage und der zahlreichen Boutiquen und Restaurants im Ort. Die Sanitäreinrichtungen ebenso wie die Versorgung sind gut. Ansteuerung problemlos bei jeder Tide, doch ist der Hafen nicht nach N bis NE geschützt.
Trockenfallende Yachten finden im oberen Hafenteil wahrlich paradiesische Verhältnisse mit gutem Windschutz aus allen Richtungen.
An der Nordküste der Belle Ile schneidet sich ein schmaler Fjord in den Fels ein und bietet einem kleinen Hafenort Schutz: In Sauzon - dem wohl häufigsten Motiv für Maler und Fotografen auf der Belle Ile - drängen sich weiss und bunt getünchte Häuser um einen kleinen Fischerhafen. Der Hafen und weite Teile des Fjords fallen bei Niedrigwasser trocken oder werden unangenehm flach. Deshalb gibt es für Segler bereits vor der Hafeneinfahrt, unterhalb hoher Felsen, Bojen zum Festmachen. Doch Vorsicht: Die Felsen bieten zwar guten Schutz vor westlichen Winden, doch wenn bei ablaufendem Wasser Strom gegen Wind steht, liegt man hier, selbst bei schwachem Wind, unter Umständen sehr unruhig.
Dies gilt übrigens auch für die Buchten und Fjorde an der langen Südwestküste der Belle Ile. Recht unabhängig von lokalen Wind- und Wetterverhältnissen laufen hier die meterhohen so genannten "Hules" aus dem Atlantik auf. Diese Atlantik-Dünung ist auf See für viele Segler ein angenehmes Erlebnis, an der Küste jedoch brechen und reflektieren sich die sanften Wellenberge und können an romantischen Ankerplätzen äußerst ruppigen Schwell auslösen oder Fjorde gar zu gefährlichen Fallen machen. Die Höhe der Hules wird deshalb im Seewetterbericht vorhergesagt.



Belle-Ile / Le Palais
47° 40,9’N 003° 00,9’W
Haupthafen der Insel mit großem Fähranleger und zwei Hafenbereichen für Besucher: Etwa 20 Bojen liegen im Vorhafen für Besucher, wo allerdings im Sommer das „Hafenkino“ schon an die Grenze des Lustigen geht. Ferner öffnet etwa 2h vor HW bis 2 h nach HW die Schleuse im oberen Stadthafen, wo man erheblich ruhiger liegt als im Vorhafen. Allerdings im Päckchen an der Hafenmauer. Wasser und Strom je nach Liegeplatz nur schwer erreichbar. Dennoch lohnt der Besuch, insbesondere um die Insel mit dem Leihwagen oder Fahrrad zu erkunden. Gute Versorgung, aber schlechte Sanitäreinrichtungen. Ansteuerung problemlos zu jeder Tide.
Wenn man Le Palais ansteuert, ist als mächtige Landmarke über dem Hafen das Festungsbauwerk bereits von weitem her sichtbar. Le Palais hat 3 Hafenbecken, die hintereinander liegen. Das erste äußere Hafenbecken dient dem Fährverkehr, deshalb ist es hier ziemlich unruhig. In der Sommersaison ist hier oft nur noch der einzige Platz oder eine Festmachboje zu finden. An Landgang kommt man da nur mit einem Beiboot. Trotz der Tide von 3 bis 4,5 Metern hat man hier auch bei Niedigwasser noch genug Wasser unter dem Kiel.
Das zweite Hafenbecken, das mitten in der Stadt liegt, fällt hingegen weitgehend trocken, so dass es sich für Segler nicht eignet. Hier haben die Fischer ihre Boote liegen.
Durch eine Schleuse kommt man in ein tidenunabhängiges drittes Hafenbecken, das durch eine bewegliche Brücke geteilt wird. Im hinteren Teil kann man komfortabel festmachen. Auch sanitäre Anlagen befinden sich hier.
Im Hafen von Le Palais sieht man viele traditionelle Schiffstypen. "Sardiniers", "Thonieres" und "Bisquines" verleihen ihm eine romantische Atmosphäre, wie man sie in den großen Marinas wenig weiter am Festland schon lange nicht mehr findet. Direkt auf der Kaimauer bereiten die Fischer in großen eisernen Töpfen Fischsuppe zu und bieten sie neben ihrem Fang feil. Und nicht nur im Hafen von Le Palais macht die Belle Ile den Eindruck, als habe man hier klammheimlich einen Weg gefunden, sich dem Druck zu unentwegter Modernisierung aller Lebensbereiche erfolgreich zu widersetzen.



windsack
Die Meinung, die Bretagne sei ein sturmreiches Schlechtwetterrevier ist FALSCH. Nur im Winter von November bis Februar ist es überwiegend windig und verregnet. Von April bis Oktober wechseln Hochdrucklagen (Keil des Azorenhochs) mit Einflüssen nordatlantischer Tiefs, die meist über England, seltener direkt über die Bretagne, hinweg ziehen. Insbesondere die Süd-Bretagne ist im Hochsommer nicht selten subtropisch warm. Westliche Winde herrschen vor, doch kommt es in Küstennähe bei Hochdrucklagen oft zu thermischen Winden (Land-/Seewind).
Im Sommer liegt die mittlere Windgeschwindigkeit bei 3-4 Bft, doch können in allen Monaten atlantische Tiefdruckgebiete Starkwind von 6-7-8 Bft. bringen, der aber selten länger als 12 Stunden andauert. 9 Bft. und mehr sind selten und kommen übers Jahr gemittelt nicht häufiger als 3-4 mal vor.
Lufttemperaturen im Winter etwa zwischen 5°C und 15°C, im Sommer zwischen 15°C und 30°C. Wassertemperaturen in Port Navalo im Winter minimal 10°C, im Sommer maximal 20°C im Ozean und 22°C im Golf von Morbihan. Regen: Im Sommerhalbjahr regnet es eher selten, dann aber heftig. Und es klart auch genauso schnell wieder auf. Mittlere Anzahl der Regentage im Vannes im Monat Juli: 4
Es wird ganzjährig gesegelt, doch ist die schönste Zeit zwischen Ostern und Oktober. Das Frühjahr beginnt etwa zu Ostern!

WETTERBERICHTE:
In französischer Sprache in allen Hafenbüros (Capitainerie) oder über UKW Kanal 80, Ankündigung wie überall auf Kanal 16. In englischer Sprache über BBC 4 auf Langwelle 198 kHz um 13.01 Uhr und 18.54Uhr. Siehe auch im "Almanach du Marin Breton" oder "Bloc Marine" (s.u.)



Lage von Belle Ile   Großbild klick!











Karte Belle Ile (Bild: Pline)  Großbild klick!















Der Grand Phare (Bild: yralim)  Großbild klick!










Luftbild Sauzon (Bild: Bernard Fontaines)  Großbild klick!









Hafen Sauzon bei Niedrigwasser
(Bild: Cyrilp) Großbild klick!












Le palais, Hafen in Sauzon
(Bild: Contender)  Großbild klick!












Phare des Poulain im Nordwesten
(Bild: ptitbouba)  Großbild klick!












Luftbild Phare des Poulain
(Bild: Bernard Fontaines)   Großbild klick!












Weblinks:
Belle Ile in Wikipedia


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