Die Bretagne (bretonisch Breizh [brejs], deutsch veraltet auch Kleinbritannien) ist eine Region in Frankreich, das Land einer alten Nation im Nordwesten Europas. Es umfasst die Départements Côtes-d’Armor (bret. Aodoù-an-Arvor), Finistère (bret. Penn-ar-Bed), Ille-et-Vilaine (bret. Il-ha-Gwilen) und Morbihan (bret. Mor-bihan) und historisch auch Loire-Atlantique (bret. Liger-Atlantel). Die Hauptstädte der Bretagne sind Rennes (bret. Roazhon) und historisch Nantes (bret. Naoned). Die Gallier nannten dieses Land Aremorica (bret. Arvorig), was soviel bedeutet wie "Land am Meer".
Die Bretagne ist eine große Halbinsel, die den westlichsten Ausläufer des europäischen Festlands nördlich der iberischen Halbinsel darstellt. Ihre Nordküste grenzt an den Ärmelkanal (bret. 'Mor Breizh'), die Süd- und Westküste an den Atlantik. Die Bretagne besitzt eine sehr zerklüftete Küstenlinie, die – besonders im Westen – über weite Strecken als Steilküste ausgebildet ist. Am Cap Fréhel, nahe der alten Festung Fort la Latte, ragen die Granitklippen über 70 Meter aus dem Atlantik heraus. Andernorts stellt sich die Landschaft eher als hügelig dar; besonders steile oder hohe Berge sucht man vergebens.
Navigatorischer Hinweis: Der Weg von der Nord-Bretagne in die West-Bretagne in das Revier um Brest führt vorbei an den Roches de Portsall, wo 1978 die AMOCO-CADIZ strandete und die größte Ölkatastrophe aller Zeiten verursachte.
Es geht weiter nach Süden durch den berüchtigten Chenal du Four, der Kanal des „Höllenofen“. Jeder Segler kennt die Leuchtturmfotos im Sturm von Philippe Plisson. Sie wurden hier beim Leuchtturm Le Four und vor der Insel Ouessant gemacht.
Die Passage zwischen dem Festland und den vorgelagerten Inseln ist bei Wind gegen Strom, oder auch nur Wind quer zum Strom oberhalb von 5 Bft. besser nicht zu befahren, da sich hohe Brecher aufbauen. Vgl. Raz Blanchard in der Normandie. Die Ebbe läuft von Nord nach Süd mit bis zu 6 Knoten bei Springzeit und etwa 3-4 Knoten bei Nippzeit. Entsprechend die Flut von Süd nach Nord. Stillwasser ist etwa 30 Minuten vor HW Brest.
Le Conquet
48° 21,63' N 004°47' W
Geschäftiger, geschützter Fischereihafen mit einem großen Bojenfeld, das aber überwiegend von Fischern belegt ist. Auch Fährhafen zu den Inseln Molène und Ouessant. Der Hafen sollte angelaufen werden, wenn man das passende Timing der Strömung im Chenal du Four versäumt hat und man auf die nächste passende Tide warten muss. Ansonsten lieber von Süden kommend bis Aber-Wrac’h oder von Norden kommend bis Brest oder Camaret weitersegeln.
Verkehrsanbindung:TGV-Bahnhof, in 3 h nach Paris
Quelle: W. Krusekopf
Landévennec
48° 17,3' N 004° 16,8' W
Historischer kleiner Ort mit einer sehenswerten Klosterruine am Fluß AULNE etwa 5 sm südöstlich von Brest. Sehr gute Ankermöglichkeit im Fluß vor dem Ort, aber weder Sanitäranlagen noch Einkaufsmöglichkeiten. Ein Ort zum Ausruhen.
Verkehrsanbindung:TGV-Bahnhof, in 3 h nach Paris
Quelle: W. Krusekopf
Camaret
48° 17’N 004° 35’W
Einer der besten Häfen in der West-Bretagne, da gut geschützt, tidenunabhängig, malerisch gelegen und mit allem ausgestattet, was der weit gereiste Segler braucht, schiffstechnisch genauso wie hinsichtlich Versorgung. Einfache Ansteuerung ohne jegliche Untiefen oder Felsen. Es gibt zwei Marinas: In der äußeren liegen meist die Gastlieger, doch darf auch der innere Hafen von Gästen benutzt werden. Er liegt näher am Ortszentrum. Schöne Wanderungen entlang der Steilküste.
Verkehrsanbindung:TGV-Bahnhof, in 3 h nach Paris
Quelle: W. Krusekopf
Crozon-Morgat
48° 13,6' N 004° 29,6' W
Praktische Marina 15 sm südlich von Camaret mit einfacher Ansteuerung komplettem Versorgungsangebot. Etwa 400 Liegeplätze an Schwimmstegen. Doch lohnt der Besuch nur wenn man in der Bucht von Douarnenez bleiben will und Douarnenez selbst bei starkem Nordwind dem Schwell ausgesetzt ist.
Verkehrsanbindung:TGV-Bahnhof, in 3 h nach Paris
Quelle: W. Krusekopf
Douarnenez – Tréboul
48° 06,5' N 004° 20,0' W
Douarnenez ist ein großer Fischereihafen, dem ein grandioser Museumshafen für Schiffe der letzten 100 Jahre angegliedert ist. Vor dem Museumshafen gibt es eine kleine Marina in Tréboul mit guter Sanitäraustattung und Einkaufsmöglichkeiten im nahen Ortszentrum. Allerdings ist der Gästesteg bei starkem Nordwind ungeschützt. Der Besuch lohnt vor allem wegen des Museumshafens.
Verkehrsanbindung:TGV-Bahnhof, in 3 h nach Paris
Quelle: W. Krusekopf
Ile de Sein
48° 02,5’N 004° 50.8’W
Ein bretonischer Fischer-Spruch lautet: „Qui voit Sein voit sa fin!“, „Wer Sein sieht, sieht sein Ende!“ . Ohne Radar und GPS sicherlich nicht ganz abwegig angesichts der schwierigen Ansteuerung zwischen zahlreichen Felsen unter und über Wasser in quer setzendem Tidenstrom. Einer der grandiosesten Ankerplätze in der Bretagne vor der flachen Granitinsel, die regelmäßig im Winter von schweren Stürmen heimgesucht wird. Bäume sucht man hier vergebens. Sein liegt nut 2 sm westlich der Ponte du Raz, dem „Cap Horn Frankreichs“. Es gibt zwar eine kleine Mole, die aber nur als Anleger für die Fähre von Brest genutzt werden darf. Beiboot unverzichtbar! Der Ankerplatz ist dennoch außer bei nördlichen Winden gut geschützt, denn es gibt zwei große Wellenbrecher und genügen felsige Untiefen ringsherum, an denen die Dünung des Atlantiks gebrochen wird.
Wenn man es bis hierher geschafft hat, sollte man sich zur Belohnung das Hummerragout bei „Chez Brigitte“ gönnen, mit Blick auf die Ankerbucht.
Verkehrsanbindung:TGV-Bahnhof, in 3 h nach Paris
Quelle: W. Krusekopf
Navigatorischer Hinweis: Von der Nordbretagne in die Südbretagne gibt es zwei Wege: Entweder 40 sm Umweg, außen im Westen um ein etwa 20 sm langes mit Untiefen gespicktes Seegebiet, oder nahe der Küste östlich der Ile de Sein durch das Raz de Sein. Man nennt es auch das „Kap Horn Frankreichs“. Jeder Segler kennt die Leuchtturmfotos im Sturm von Philippe Plisson. Sie wurden hier genacht.
Die Passage des Raz de Sein vor der Landspitze Pointe du Raz ist bei Wind gegen Strom, oder auch nur Wind quer zum Strom ab etwa 5 Bft. nicht mehr befahrbar, da sich hohe Brecher aufbauen. Vgl. Raz Blanchard in der Normandie. Die Ebbe läuft von Nord nach Süd mit bis zu 6 Knoten bei Springzeit und etwa 3-4 Knoten bei Nippzeit. Entsprechend die Flut von Süd nach Nord. Stillwasser ist etwa 30 Minuten vor HW Brest.
Entsprechend ihrer atlantiknahen Lage am Westrand des europäischen Festlandes und im Einflussbereich des Golfstroms hat die Bretagne ein ausgesprochen ozeanisches Klima mit relativ milden Temperaturen, die im Jahresmittel zwischen 9 und 12 °C liegen. Schnee und Frost treten nur selten auf, die Sommer sind mäßig warm mit jährlich über 2.000 Sonnenscheinstunden.
Den Wetterverlauf prägt ein rascher Wechsel von Hoch- und Tiefdruckgebieten, die vom Atlantik heranziehen. Die vorherrschenden Westwinde können vor allem im Winter Sturmstärke erreichen. Regenschauer und starke Winde können sehr kurzfristig auftreten, sind jedoch meist nur von kurzer Dauer. Mit durchschnittlich zwischen 700 und 800 mm pro Jahr sind die Niederschlagsmengen relativ gering; während die Regenfälle in den Küstengebieten geringer ausfallen, ist das Landesinnere feuchter.
Deutlich spürbar ist der Einfluss der starken Gezeiten auf den Wetterverlauf, aber auch den Jodgehalt der Luft, der in der Bretagne sehr hohe Werte erreicht. Die starken Winde bedingen zudem einen geringen Schadstoffgehalt der Luft.
Der Wind weht fast ständig aus nordwest- und westlichen Richtungen.
Weitere französische Küsten:
Mittelmeerküste
Golf von Lion
Korsika
Straße von Bonifacio
Lokale Winde rund Korsika
Französische Westküste / Biskaya
Normandie
Der Ärmelkanal
Die Straße von Dover
Weblinks:
Die Bretagne in Wikipedia
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