Calais (niederländisch Kales; deutsch veraltet Kalen) ist eine Hafenstadt im Norden Frankreichs mit 74.336 Einwohnern (Stand 1. Januar 2009).
Calais liegt an der französischen Küste am Ärmelkanal (frz. la Manche), nur 34 km von der Südküste Englands entfernt. Bei guter Sicht kann man die Kreidefelsen von Dover erkennen. Der Ort ist die größte Stadt, aber nicht Präfektur des Départements 62, Pas-de-Calais und neben Boulogne der wichtigste Hafen für den Schiffsverkehr mit England. In der Nähe liegt das französische Portal zum Eurotunnel in Coquelles/Sangatte. Calais ist Mittelpunkt der Tourismus-Region Opalküste (frz. Côte d’Opale).
Der Kernbereich der Stadt unterteilt sich in den Altstadtbereich innerhalb der alten Stadtbefestigung, sowie den jüngeren Vorort St. Pierre, welche durch einen Boulevard verbunden sind.
Calais ist der zweitgrößte Passagierhafen Europas, nach Dover. Der Seehafen liegt im Norden der Stadt an der Straße von Dover. Die meisten der täglich 60 Fährverbindungen der Reedereien SeaFrance und P&O verbinden Calais mit Dover. 1,7 Mio. LKW setzen hier jährlich über. Die Reederei SeaFrance ist der größte Arbeitgeber der Stadt.
Ab 1972 bestand zudem eine Hovercraft-Verbindung nach Dover, die von der Reederei Hoverspeed betrieben wurde. Die Hovercrafts verkehrten vom Hoverport Calais, östlich des Haupthafens, und benötigten etwa 30 Minuten für die Überfahrt. Sie wurden im Jahr 2000 durch Katamarane ersetzt, deren Betrieb im November 2005 aufgrund des Konkurses der Reederei Hoverspeed eingestellt wurde.
Auf dem Platz vor dem Rathaus steht das Denkmal Les Bourgeois de Calais („Die Bürger von Calais“) von Auguste Rodin. Es wurde 1895 errichtet. Das historische Rathaus selbst wurde von 1910 bis 1922 im Stil der flämischen Renaissance erbaut. Der Belfried (Glockenturm) des Rathauses zählt wie auch der in der Altstadt stehende Tour de Guet mit 21 weiteren Belfrieden der nordfranzösischen Region zum Weltkulturerbe.
Der Tour de Guet ist 38 Meter hoch und geht auf einen Befestigungsturm des 13. Jahrhunderts zurück. Er diente in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts sowohl als optischer Telegraf, wie auch als Leuchtturm. Einen guten Blick auf den Hafen bietet der 50 Meter hohe um 1848 erbaute Leuchtturm (frz. Phare). Das historische Theatergebäude steht am Boulevard de Jacquard.
Ungewöhnlich ist der Baukomplex der Kirche Notre Dame (13.–15. Jh.), vor allem auf seiner Südseite. Das südliche Querschiff und eine sich an das südliche Langhaus anschließende Zisterne verleihen dem Bau einen festungshaften Charakter und verdeutlichen die exponierte Stellung von Calais als englischer Brückenkopf für zwei Jahrhunderte. Am 23. September 1944 wurde sie versehentlich von den Alliierten eine Woche vor der Befreiung der Stadt bombardiert.
Tourismus und Unterkünfte: Rund um Calais gibt es gut ausgebaute Campingplätze. Stellplätze für Wohnmobile gibt es in der Nähe des Yachthafens. Das Angebot an Ferienwohnungen, Pensionen und Hotels ist reichlich.
Hafen Calais
Die Einfahrt von Osten kommen gestaltet sich als langwierig, da eine langezogene Sandbank einen weiten westlichen Umweg erfordert. Der Fahrverkehr ist zwar wegen des Kanaltunnels weniger geworden aber dennoch häufig. Deshalb gilt es auch hier bei der Einfahrt die Verkehrskontrollleuchten zu beachten, da eventuell Fähren im Hafenbecken wenden.
Der Sportboothafen liegt hinter einer Brücke, der aufgrund der starken Gezeiten mit einem Drempel geschützt wird und nur wenige Stunden vor und nach Hochwasser je nach eigenem Tiefgang angelaufen werden kann. Vor der Brücke gibt es jedoch genügend Festmacherbojen, die einem das Warten erleichtern.
Die sanitären Anlagen sind hervorragend gepflegt und erneuert worden. Die Stadt erreicht man über die Brücke in wenigen Minuten.
Service / Sonstiges: Duschen/WC, Tankmöglichkeit Benzin Diesel Gas, Restaurant / Lokal, Bord-Werkstatt, Motoren-Werkstatt, Einkaufsmöglichkeiten, Strom/Wasser am Steg, Segelmacher, Entsorgung Altöl WC-Tank Chemie-WC, Schiffsausrüster, WLAN im Hafen, Slipeinrichtung, Kran, Arzt, Bank, Post
Westliche, mäßige bis steife Winde sind die Regel, Flauten sind selten. Die Gewässer um Calaai weisen als Tidengewässer extreme Strömungsverhältnisse auf: Ein Tidenhub von bis zu 5 Metern und Tidenströme bis zu 5 Knoten machen es zu einem interessanten Revier. Thermische Winde gibt es nicht.