Tunø ist eine 3,52 km² große dänische Insel mit 118 Einwohnern (1. Januar 2009). Sie liegt zwischen der
Insel Samsø (3,8 km östlich) und Dingby Hoved auf dem jütländischen Festland (8,4 km westlich).
Warum Tunø unter Seglern scherzhaft als die Insel gilt, "wo die Pastorsfrau mit dem Leuchtturmwärter ein Verhältnis hatte", wird mit einem Blick auf die Inselkirche klar. Kirchturm und Leuchtturm sind beides in einem. Die Kombination ist eigentümlich aber zweckmäßig, zumal das Gotteshaus auf dem höchsten Punkt der Insel liegt. 31 Meter über dem Meeresspiegel weist das Feuer den Wasserweg zu der flachen Insel, die bei Sportschiffern hoch im Kurs steht. Ein spätgotischer Küsterstuhl und ein Schrankaltar zählen zu den Sehenswürdigkeiten des Gotteshauses, dessen älteste Teile bereits im 14. Jahrhundert erbaut wurden.
Am südöstlichen Ende der Insel liegt Tuna Havn, ein kleiner Hafen, der durch zwei Molen geschützt ist und der auch von der Fähre genutzt wird.
Die Insel steht nahezu völlig unter Naturschutz und kann auf einem sieben Kilometer langen Rundweg erwandert werden. Im mittleren Teil ist die Insel vermmoort, im nördlichen gibt es eine Graspiste als Landebahn für Kleinflugzeuge. Autos dürfen auf der Insel nicht verkehren; es werden Wagen zur Personenbeförderung von Traktoren gezogen.
Eine schmale Sandspitze, Tunø Røn, erstreckt sich einen Kilometer Ostnordost vom östlichen Ende der Insel. Im äußeren Teil fällt die Sandspitze trocken und wird dort durch eine Leuchtbake markiert.
Drei Kilometer westlich der Westspitze von Tunø liegt die Untiefe Kirkegrund. Ihre geringste Tiefe von 3,1 Metern wird ebenfalls durch eine Leuchtbake markiert.
Eine schmale und trockenfallende Sandbank, Tunø Knob, liegt 1600 Meter westlich der Westspitze von Tunø und erstreckt sich 2400 Meter weiter nach Westen. Sie ist im Nordosten und Westen durch Bojen markiert. 300 bis 1300 Meter nördlich davon stehen im seichten Wasser zehn Windgeneratoren einer Windfarm, die beleuchtet sind.
Die seltenen Tümmler und die Seehunde finden hier ebenso wie die Eiderente Schutz. Im Dorfteich laicht die Wechselkröte. Der einzige Ort und Hafen der Insel ist Tunø By. Der Kirchturm ist zugleich der Leuchtturm und liegt auf einem Hügel in der Dorfmitte. Die Insellage Tunøs führt im Vergleich zum Festland zu besserem Wetter, was auch das Vorkommen von Maulbeer- und Feigenbäumen erklärt. Auf der Insel werden auch Fossilien gefunden.
Küstenangeln ist gut möglich: Meerforelle, Hornhecht, Flundern, Kabeljau, Aale und Meeräschen sind zu fangen. Unweit liegt Tunø Knob, eine Sandbank mit einem Offshore Windpark, der zehn Anlagen umfasst.
Einmal jährlich findet das Musikfestival Tunøfestival statt.
Tourismus und Unterkünfte: Das Angebot an Ferienwohnungen und Pensionen ist ausreichend.
Hafen Tunø
55° 56,93' N 010° 27,30' E
Der Hafen Tunø ist ein kleiner, beliebter Inselhafen, der im Sommer von vielen Seglern besucht wird.
Gastyachten liegen im Sportboothafen ziemlich eng gedrängt auf 2 - 2,5 Meter Wassertiefe. Im neuen Fährhafen gibt es nur Platz für wenige lokale Seglboote. An Samstagen und Sonntagen ist der Hafen oft von Seglern aus aus dem nahen Århus belegt.
Direkt im Nordwesten des Hafens findet man auf 2 - 3m Wassertiefe dicht unter Land einen guten, bei westlichen und nördlichen Winden geschützten Ankerplatz. Das mit vier Baken bezeichnete Kabelgebiet – von dem man sich freihalten muß - ist sorgfältig zu beachten.
Der Hafen kann bei Tag und bei Nacht ohne Prbleme angelaufen werden. Mit Kurs Nordwest fhrt man auf den Hafen zu, um dann die letzten 150 Meter mit Kurs 260 über ein mit zwei Tonnenpaaren gekennzeichnetes Fahrwasser in den Hafen einbiegen. Die Zufahrt hat eine Solltiefe von 3,2 Meter. Eine gute Landmarke ist der Kirchturm, der gleichzeitig als Feuerträger des Leuchtturms dient.
Service und Sonstiges: Sanitäranlagen, Wasser, Müllentsorgung, Strom am Steg, Diesel, Lebensmittel beim Inselkaufmann, Rampe / Slip, Fahrradverleih, frisches Gemüse bei den Bauernhöfen an der Straße, Internetzugang, Fährverbindung nach
Hov
Die Wellen sind im Kattegat niedriger als in der Nordsee. Am meisten wird im Sommer eine ruhige oder mäßige See anzutreffen sein. Die höchsten Wellen erreichen im Sommer bei Stürmen gut 7 Meter, im Winter bis zu 10 Meter. Im Kattegat sind sie etwas niedriger, und liegen bei etwa 5 Metern im Sommer und 8 Metern im Winter.
Durch den warmen Golfstrom im Nordatlantik, dessen Ausläufer auch bis zum Skagerak reichen, ist das Wasser hier meist wärmer als die Luft. Die Lufttemperaturen erreichen im Sommer etwa 25 bis 27 Grad. Im Winter sinken sie auf bis zu -8 Grad ab. Das Wasser erreicht ca. 23 Grad auf offener See und bis zu 26 Grad in Küstennähe. Im Winter bleiben die Temperaturen aufgrund des Golfstromes über 0 Grad.