EUROPÄISCHES SEGEL-INFORMATIONSSYSTEM

Segeln auf dem Chiemsee

Für die Richtigkeit der Koordinaten, sowie exakte Längen- und Tiefenangaben keine Gewähr.
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Fraueninsel






Der Chiemsee mit der Fraueninsel (Bild: Dirk Kutzner)

Der Chiemsee, auch „bayerisches Meer“ genannt, ist mit einer Fläche von 79,9 km² der größte See in Bayern und nach dem Bodensee und der Müritz der drittgrößte See in Deutschland. Der Chiemsee ist ein Nachkomme des urzeitlichen Thetismeeres, das einmal fast halb Europa bedeckte. Später formten die Kräfte der Eiszeit die heutige Landschaft des Chiemgaus. Unmittelbar nach dem Rückzug der Gletscher vor ca. 11000 Jahren hatte der Chiemsee noch eine Ausdehnung von ca. 200 km2 und reichte bis an den Alpenrand heran. Im Norden grub sich die Alz, die den See bei Seebruck verläßt, so weit in den Moränengürtel ein,daß der Wasserspiegel im Laufe der Jahrtausende um 18 m sank. Zu Anfang unseres Jahrhunderts wurde der Seespiegel noch einmal um 60 cm tiefer gelegt. Damit die Alz ein stärkeres Gefälle bekam, wurde sie auf einer Länge von 2 km ausgebaggert. Seitdem können gefährliche Hochwässer aus dem riesigen Wassereinzugsgebiet des Sees, das im Süden bis zum Alpenhauptkamm reicht, schneller abfließen.

Im Süden transportiert die Tiroler Ache, der größte Zufluß des Sees, jährlich ca. 150 000 m3 Schlamm und Geröll aus den Alpen in den Chiemsee. Rechnerisch dürfte er in rund 10 000 Jahren völlig aufgefüllt sein; der See hätte danach die Hälfte seines Lebens bereits hinter sich.

Die Verlandungsflächen im Mündungsdelta der Tiroler Ache stehen vor allem wegen ihrer herausragenden Bedeutung als Rückzugsgebiet vieler bedrohter Wasser- und Wattvogelarten bereits seit 1954 unter Naturschutz. Als einer der wichtigsten Brut-, Rast- und Nahrungsplätze zahlreicher Vogelarten im voralpinen Raum steht der gesamte Chiemsee außerdem unter dem Schutz der internationalen Ramsar-Konvention, deren Ziel die Erhaltung ökologisch bedeutsamer Feuchtgebiete ist.

Tourismus: Campingplätze gibt es in Seebruck, Prien am Harras, beim Malerwinkel und bei Chieming. Rund um den See gibt es in allen Orten Fremdenzimmer in Pensionen und Bauernhöfen, Ferienwohnungen und Hotels aller Klassen.

Ebenso alt wie die Besiedelung des Chiemgaus dürfte die Schiffahrt auf dem See sein. Auch hier wird sie ihren Ausgang vom Einbaum genommen haben, der am Chiemsee ausschließlich aus teuren Eichenstämmen gefertigt wurde. Sein "Aichenes" war jahrhundertelang der ganze Stolz des Chiemseefischers. Mit dem 500 bis 6OO m langen Zugnetz wird heute allerdings nicht mehr gefischt. Die Netze der insgesamt 18 Berufsfischer, die heute noch am Chiemsee ihr Handwerk ausüben, sind nur mehr etwa 60 m lang und enthalten neben Aalen, Brachsen, Hechten und Zandern vor allem die berühmten Chiemseerenken.

Die Fahrgastschiffahrt auf dem Chiemsee begann am Pfingstmontag des Jahres 1845 als der Grassauer Zimmermann Wolfgang Schmid mit einem aus Holz gebauten Dampfschiff über den See fuhr. Mangels Publikum und ausgereifter Technik rentierte diese "Bauernarche" jedoch zu keiner Zeit. Schon im August 1845 kaufte der Lieferant des Dampfkessels, der Kesselschmied Josef Fessler aus München das Unternehmen auf und ließ ein neues, diesmal eisernes Dampfschiff namens "Maximilian" bauen, dessen Motor anfangs im Winter noch als Sägewerksantrieb arbeiten mußte. Dies änderte sich erst, als Prinzregent Luitpold nach dem Tod König Ludwig 11. 1886 das unfertige Schloß Herrenchiemsee zur allgemeinen Besichtigung freigab. Die Passagierzahlen stiegen in kurzer Zeit so stark an, daß bald ein größeres Schiff, die "Luitpold", gebaut werden mußte, die bis 1970 ihren Dienst tat. Bis heute ist die Fahrgastschiffahrt auf dem Chiemsee in Privatbesitz geblieben.

Folgende Untiefen sind besonders zu beachten:
- Gefährlich können die Schützinger Klippen im Nordosten vor der Ecke mit der Sturmwarnleuchte werden. Sie ragen nur bei extremem Niedrigwasser aus dem See. So mancher Segler hat sich dort schon Kiel oder Schwert ruiniert.
- Vor der Südwestecke der Herreninsel liegt eine Untiefe, die mit einer Untiefentonne bezeicnet ist, ebenso vor der östlichen Spitze der Herreninsel "Kammerhäuser" und "Lange Seichte", die mit drei Untiefentonnen gekennzeichnet sind.
- Die Durchfahrt zwischen Herren- und Krautinsel ist flach und nicht zu empfehlen.
- Direkt vor der westlichen Allee des Schlosses auf Herrenchiemsee liegt eine Untiefe (1m), die von einem früheren Schiffsanleger aufragt.

  • Ankern über Nacht ist nur erlaubt nach vorheriger Genehmigung des Landratsamtes (Tel: 0861/58495, Fax: 0861/58513) und in den ausgewiesenen Ankerzonen:
  • Ankerzone 1 vor dem Malerwinkel
  • Ankerzone 2 vor Gollenshausen
  • Ankerzone 3 vor Gstadt
  • An der Südostecke des Sees, an der Mündung der Tiroler Ache (Naturschutzgebiet!) gibt es ein mit weißen Bojen bezeichnetes Sperrgebiet, das nicht befahren werden darf. Zuwiderhandlungen werden von der Wasserschutzpolizei mit hohen Bußgeldern bestraft. Das Befahren des Gebiets bei einer Regatta führt bei allen Chiemsee-Vereinen zur sofortigen Disqualifikation.

  • Das Motoren auf dem See ist verboten. Sollten Sie aber zu einer Regatta unterwegs sein oder eine Überführungsfahrt planen, so benachrichtigen Sie das Landratsamt Traunstein, Herrn Meier ("Schifferl-Meier"!), Tel.0861/58495. Noch besser Fax: 0861/58513. Schildern sie kurz den Grund und voraussichtlichen Termin Ihrer Motorfahrt. Dasselbe Fax: schicken Sie an die Wasserschutzpolizei Prien, Fax: 08051/9057109. Bei einer Kontrolle ist es gut, eine Kopie des Faxes dabeizuhaben.



    windsack
    Westwind: Ist die häufigste Windrichtung, meist bei Annäherung von Tiefs. Aufpassen im Sommer bei sonnigen, heißen Tagen, wenn dunkle Wolkenstreifen(!!) im Westen auftauchen und schnell näherkommen!
    Südwind: Schwach ausgeprägt. Kanns'te vergessn!! Südwind bringt nie was. In diesem Zusammenhang ein Tip: Wenn im Norden des Chiemsees östlich von Seebruck die Heißluftballons starten, kann man normalerweise die nächsten Stunden zum Segeln vergessen. Die Ballonfahrer verfügen über beste Verbindungen zum Wetterdienst und starten am liebsten dann, wenn kein Wind ist!!
    Ostwind: Der beliebsteste, wenn auch nicht der häufigste Wind. Sehr konstant und er bringt meist gutes Wetter mit sich!!
    Nordwind: Siehe Westwind, aber kälter.
  • Warnungssystem: Sturmvorwarnung: Blinks langsam (etwa 40 Blinks pro Minute)
    Sturmwarnung: Blinks schnell (etwa 80 Blinks pro Minute)
  • Wettervorhersagen: Samstag und Sonntag um 8 Uhr im Bayerischen Rundfunk, 2. Programm (UKW 89,5): Vorhersage für Segler an den oberbayerischen Seen.



    Weblinks:
    Der Chiemsee in Wikipedia
    Webcam von Prien aus Richtung Herreninsel
    Rettungsdienste am Chiemsee
    Herreninsel
    Fraueninsel
    Chiemsee-Segelschule
    Schiffahrt auf dem Chiemsee mit Fahrplänen
    Wasserwacht Seebruck
    Renkendrama in oberbayerischen Seen

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  • Lage Ciemsee  Großbild klick!











    Das Mündungsdelta der Tiroler Ache ist Naturschutzgebiet (Bild: Gerhard66)  Großbild klick!











    Karte Chiemgau (Bild: Maximilian Dörrbecker)  Großbild klick!
















    Übersicht Chiemsee (Bild: Google Earth)  Großbild klick!










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    Marina Seebruck (Bild: SRV)  Großbild klick!












    Die Fraueninsel aus der Luft (Bild: Thomas Esch)
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    Die Fraueninsel (Bild: Alois Köppl)  Großbild klick!








    Seebruck, rechts das Boothaus der Wasserwacht
    (Bild: MANFREDS DIGIFOTOS)  Großbild klick!










    Schloss Herrenchiemsee (Bild: geotsak)  Großbild klick!




















    Raddampfer Ludwig Fessler (Bild: papasteff)  Großbild klick!

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