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Oleron /Biskaya: die Brücke (Bild: Flash112) Großbild klick!
Die Île d’Oléron liegt an der französischen Westküste am Atlantik bzw. am Golf von Biskaya, nördlich der Gironde-Mündung, in der Nähe der Hafenstadt Rochefort. Oléron und die Nachbarinsel Île de Ré schließen mitsamt dem Festland einen Meeresabschnitt ein, den "Pertuis d'Antioche", der als Paradies zum Segeln gilt. Dessen südlicher Bereich ist weitenteils verschlickt und bietet so ein Idealterrain zur Muscheln- und Austernzucht. Die Erzeugnisse werden überwiegend in der Region verkauft. Die Insel ist 34 km lang und an der breitesten Stelle 12 km breit. Sie ist -lässt man die Überseedepartements außer Betracht- mit einer Grundfläche von 175 km² nach Korsika die zweitgrößte französische Insel und an der Atlantikküste die größte, vor der Île de Noirmoutier und der Île de Ré. Nennenswerte Erhebungen gibt es nicht. Wie auch die Île de Ré ist die Île d’Oléron durch eine Brücke mit dem Festland verbunden. Die Viaduc d’Oléron genannte Brücke verbindet Bourcefranc-Le-Chapus mit der Südspitze der Insel und war zu ihrer Eröffnung 1966 die längste Brücke Frankreichs. 1991 wurde die Maut für den Viaduc abgeschafft. Vor dem Bau der Brücke gab es an derselben Stelle eine Fähre. Als Überbleibsel des Fährverkehrs kann man heute noch die für die Öffentlichkeit gesperrten beiden langen Fähranleger zur Fahrwasserinne sehen. Auf der Insel selbst gibt es nur Landstraßen. Die Hauptverbindungen, aber auch immer mehr Nebenstrecken, sind meist gut ausgebaut. Auf der überwiegend ebenen Insel gibt es mittlerweile gut ausgebautes Netz an Radwegen. Die verschiedenen Häfen werden nur noch für private und touristische Fahrten verwendet. Linienschiffe verkehren in der Saison zur Nachbarinsel Île-d’Aix, La Rochelle, Fort Boyard und Île de Ré. In La Cotinière befindet sich einer der bedeutendsten Fischereihafen an der französischen Atlantikküste. Auf der Île d’Oléron leben ständig ca. 19.000 Personen. Als Hauptstadt gilt Saint-Pierre-d’Oléron. Aufgrund ihres milden Klimas ist die Île d’Oléron spätestens ab April bis Mitte September bei Touristen sehr beliebt. Ausflugsziele sind unter anderem der in den Jahren 1834 bis 1836 erbaute Leuchtturm Phare de Chassiron, das durch Fernsehsendungen bekannte, bei Boyardville vorgelagerte Fort Boyard sowie die Zitadelle bei Le Château d’Oléron, die im Jahre 1621 weitgehend zerstört wurde. Im Freiluftmuseum Port des Salines in Petit-Village, einem Ortsteil von Le Grand Village Plage, wird die Meersalzgewinnung vorgestellt. Das Sumpfgebiet Marais aux Oiseaux beherbergt etwa 60 Tierarten, die man sonst in der Natur nur selten zu sehen bekommt. Reine Sandstrände finden sich im Nord- und Südwesten der Insel; in der Mitte wechseln an der Brandungslinie steinige Passagen mit Einsprengseln Sand ab. Diese Strände werden während der Saison von Rettungsschwimmern bewacht. Auf der Ostseite, dem Festland zugewandt, erstreckt sich ab Boyardville bis zum Hafen von La Brée ebenfalls ein ca. 15 Kilometer langer Sandstrand. Der Wald- und Dünenbereich bei Grand-Village und Saint-Trojan ist Naturschutzgebiet. Auf den ausgedehnten Sandstränden im Südwesten der Insel ist Strandsegeln möglich. Das Fort Boyard ist eine vor der französischen Atlantikküste zwischen der Île d'Aix und der Île d'Oléron gelegene zum Département Charente-Maritime gehörige Festung. Das Fort hat einen ovalen Grundriss, es ist 61 m lang und 31 m breit. Die Mauern erheben sich bis auf eine Höhe von 20 m. Aufgabe des Forts war es, das seit 1666 bestehende strategisch wichtige Marinearsenal von Rochefort zu sichern, da die auf den beiden benachbarten Inseln stationierten Batterien mit ihrer beschränkten Reichweite das Arsenal nicht hinreichend vor englischen Angriffen schützen konnten. Bereits Vauban wurde mit Planungen beauftragt, hielt die Errichtung einer Festung auf der Sandbank von Boyard jedoch für nicht realisierbar. Erst unter Napoléon wurden im Jahre 1801 die Arbeiten in Angriff genommen. Aufgrund starker Strömungen und der Gezeiten konnte nur im Sommer und bei Ebbe gebaut werden. 1809 wurden alle Arbeiten eingestellt, da die als Fundament auf die Sandbank transportierten Felsblöcke immer wieder aufgrund ihres Eigengewichts absackten. 1837 wurden die Arbeiten aus Anlass erneuter französisch-englischer Spannungen wieder aufgenommen. Bis 1848 wurde der Sockel und bis 1857 schließlich die Aufbauten errichtet. Das Fort beherbergte Batterien, die von 250 Soldaten bedient wurden. Da sich mittlerweile die Reichweiten der benachbarten Küstenbatterien erweitert hatten, kam Fort Boyard aber keine wirkliche militärische Bedeutung mehr zu. Während der Pariser Kommune diente es als Gefängnis. 1913 wurde das Fort von der Armee verkauft. Während des Zweiten Weltkriegs wurde es als Zielobjekt für Übungen der deutschen Luftwaffe benutzt. 1961 wurde das Fort für 7.500 Francs an eine Privatperson versteigert und in den folgenden Jahren dem weiteren Verfall überlassen. Anfang der 1990er Jahre wurde das Fort renoviert und dient seitdem als Kulisse der von Jacques Antoine erfundenen gleichnamigen Spielshow Fort Boyard, die auf verschiedenen französischen Sendern ausgestrahlt wird. Das Format wurde außerdem in weiteren Ländern lizenziert und wird dort in teilweise veränderter Form ausgestrahlt; hierzu gehören unter anderem Russland, Kanada, USA, Niederlande, Belgien, Israel, Türkei und Deutschland. Das Fort kann nicht besichtigt werden.
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