EUROPÄISCHES SEGEL-INFORMATIONSSYSTEM
Revierinformation für Segler:
Für die Richtigkeit der Koordinaten, sowie exakte Längen- und Tiefenangaben keine Gewähr. |
Delos, Ägäis Süd, Ruinen und Anleger (Bild: merenguero)
Delos war in der Antike eine blühende und durch das dortige Apollonheiligtum für die Griechen heilige Stätte. Die Insel wurde 1990 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Zahlreiche Tempel und Kunstwerke schmückten Delos; namentlich galt der prachtvolle Apollontempel mit der Kolossalstatue des Gottes, einem Weihgeschenk der Naxier, allen Griechen als größtes Heiligtum. Es war ein dorischer Bau aus dem Beginn des 4. Jahrhunderts v. Chr. von 29,49 m Länge und 13,55 m Breite, wie die seit 1877 von Homolle für das französische archäologische Institut ausgeführten Ausgrabungen gezeigt haben. Nördlich von ihm stand ein merkwürdiger Altar, der ganz aus Stierhörnern, den Symbolen des Lichts, zusammengesetzt war und zur Entstehung des sogenannten Delischen Problems Veranlassung gab. Sämtliche ionische Staaten schickten hierher feierliche Gesandtschaften (Theorien) mit reichen Opfergaben, und unermessliche Schätze häuften sich in den Tempeln der Insel an. Auch befand sich in Delos ein Orakel, das zur Zeit seiner Blüte als eins der zuverlässigsten galt, und alle fünf Jahre wurde daselbst das berühmte Delische Fest mit Wettgesängen, Wettkämpfen und Spielen aller Art gefeiert, woran alle Stämme Griechenlands teilnahmen. Da Delos kraft seiner Heiligkeit ein sicher umfriedeter Bezirk war, konnte hier auch einer der größten griechischen Sklavenmärkte entstehen. 454 v. Chr. kam die Insel in Abhängigkeit von Athen, erfreute sich aber nach dem Sturz dieser Macht durch die Makedonen 336 v. Chr. von neuem der Freiheit. Nun blühte die Stadt Delos, deren Ruinen nördlich von denen des Tempels liegen, als Handelsplatz auf, namentlich blieb sie ein vielbesuchter Sklavenmarkt und wegen ihrer Zollfreiheit Mittelpunkt des Verkehrs zwischen dem Schwarzen Meer und Alexandria. Ein schwerer Schlag, von dem sie sich nie wieder erholte, traf die Insel, welche selbst die Perser geschont hatten, im Mithridatischen Krieg. Menophanes, der Feldherr des Mithridates, landete 87 v. Chr. mit einer Truppenabteilung bei der offenen, ungeschützten Stadt, ermordete und verkaufte die Einwohner, plünderte und zerstörte die Stadt und das Heiligtum mit seinen zahlreichen Kunstschätzen. Noch heute lässt sich beobachten, wie das klare griechische Licht um die Insel nicht merken lässt, wann feuchtere Luftströme in der oder jener Richtung fließen und glauben lassen, dass etliche sichtbare Kykladeninseln einmal näher, ein andermal ferner rücken, so dass also der alte Mythos, Delos sei einst auf den Wassern geschwommen, ganz plausibel wird. Neben Delos liegt jenseits einer nur 0,6 km breiten Meerenge die Insel Rinia („Groß-Delos“), die den Begräbnisplatz von Delos bildete, da auf dem heiligen Delos niemand geboren werden, auch niemand sterben und ein Grab finden durfte. Sie besteht aus zwei mehrfach ausgezackten Bergmassen, die bis 150 m ansteigen und durch einen schmalen Isthmus miteinander verbunden sind; sie ist 17 km² groß, noch öder und kahler als Delos und wird wie dieses nur zeitweise von Hirten und Schiffern besucht. Delos Ankermöglichkeit 37° 23,9' N 025° 15,9' E Die oben angegebenen Koordinaten beziehen sich auf die Anlegestelle, die zumindest in der Urlaubssaison vollständig für die Ausflugsschiffe freigehalten wird. Als Segler bleibt einem in der Regel nur einen Ankerplatz im Schutz der zwischen Delos und Rineia gelegenen kleinen Inselchen Remmati zu suchen, was in dieser oft starkwindigen Gegend nicht immer einfach ist. Der Ankergrund ist gut haltender Sand, wenn man einmal einen Fleck frei von Seegras gefunden hat. Bei nördlichen Winden liegt man meist neben der südlichen der beiden Remmati´s. Bei der Ansteuerung achte man auf die vorgelagerten Klippenfelder, der teilweise große Andrang an Ankerliegern und den naturgemäß recht souverän manövrierenden Ausflugsbooten und -schiffen erfordern dann einige Umsicht. Einmal vor Anker liegend - eine Ankerwache sei dringend empfohlen - kann man mit dem Beiboot zur Anlegestelle fahren und dort an der Kasse die weiteren "Formalitäten" erledigen. Gute Ankerplätze in der Nähe (etwa 3sm) wären auf der benachbarten Insel Rineia.
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