EUROPÄISCHES SEGEL-INFORMATIONSSYSTEM
Revierinformation für Segler:
Für die Richtigkeit der Koordinaten, sowie exakte Längen- und Tiefenangaben keine Gewähr.
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Heute leben noch insgesamt etwa tausend Einwohner auf Kasos, davon ungefähr 350 im Haupt- und Hafenort Fry. Ein landschaftsbestimmendes Merkmal von Kasos ist die überaus große Zahl an aufgegebenen terrassierten Flächen bis in abgelegenste Stellen der kargen Insel. Sie lassen einerseits auf eine früher sehr viel größere Bevölkerungsdichte, andererseits auch auf eine bessere Wasserversorgung schließen. Heute ist Kasos extrem vegetationsarm, nur niedrige Phrygana bewächst die felsigen Hänge der Berge. Es gibt keinen Brunnen, der nicht-aufbereitungsbedürftiges Süßwasser liefert. Schon die Minoer der Vorpalastzeit hatten Handelskontakte nach Kasos, auch den Phöniziern war die Insel bekannt. In der gut geschützten Bucht „Chelatro“ im Süden der Insel wurden Reste einer minoischen Siedlung gefunden. Der frühere Name der Insel „Aphros“ („Schaum“) bezieht sich vermutlich auf die meist von hohen Wellen umschäumte Nordküste der Insel. Seefahrt und Handel blieb bis ins 19. Jahrhundert die wirtschaftliche Grundlage der Insel, die damit auch einen gewissen Reichtum erlangen konnte. Dieser ermöglichte es den Inselbewohnern zur Zeit des griechischen Befreiungskrieges 1821 ihre an die 100 Schiffe in den Dienst der griechischen Revolution zu stellen. Die Türken zogen daraufhin 1824 eine Flotte von 45 Kriegsschiffen bei der kleinen Nachbarinsel Armathia vor Kasos zusammen. Unter Leitung des Admirals Ishmael Gibraltar wurde die Insel nach ausdauerndem Artilleriebeschuss erobert und nahezu entvölkert. Die türkische Besatzung wurde 1912 durch die Italiener abgelöst. Diese verboten den „befreiten“ Bewohnern von Kasos die griechische Flagge zu hissen, welche daraufhin in einem Akt zivilen Ungehorsams zu Pinsel und Farbe griffen und jede weißgetünchte Fläche mit der griechischen Flagge bemalten. Erst nach dem zweiten Weltkrieg und dem Abzug der italienischen Besatzung wurde Kasos 1948 mit Griechenland vereint. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts befindet sich die wirtschaftliche Grundlage der Inselbewohner im Umbruch: Mit Geldern der EU und der griechischen Regierung gefördert wird die Umstellung von Fischfang und Landwirtschaft auf Tourismus als Haupterwerbsquelle forciert. Es gibt einen lokalen Flughafen mit Verbindungen nach Athen, Thessaloniki, Karpathos, Rhodos und Sitia (Kreta). Die Fährlinie Piräus–Kreta–Rhodos (LANE-Lines) läuft Kasos dreimal wöchentlich an. Nach Karpathos besteht zusätzlich eine lokale, zur Saison tägliche Verbindung mit einem kleinen Schiff ohne Autotransportmöglichkeit. Die Wege zwischen den Orten sind allesamt asphaltiert, selbst der abgelegene Strand von Chelatro und das 400 m hoch gelegene Kloster des auf der Insel populären Agios Mamas lassen sich gut erreichen. Im Hafenort Fry gibt es Autoverleih, einige Hotels und Pension, Reiseagentur und Internetcafés. Der Mangel an spektakulären Badestränden oder Sehenswürdigkeiten hat den Tourismus bis Ende des 20. Jahrhunderts von Kasos ferngehalten, zumindest als Tagesausflugsziel ab Karpathos hat er sich jedoch inzwischen in Fry etabliert. Die Beschaulichkeit und Ursprünglichkeit wurden als touristisch attraktiv erkannt, viele Häuser wurden im traditionellen Stil restauriert. Haupthafen Phry (Fry) 35° 25.271' N 026° 55.823' E Vor dem Hafen wurde der Wellenbrecher 2009 abknickend nach Osten verlängert, so dass jetzt ein besserer Schutz vor Schwell aus Nord gewährleistet ist. Der Ort ist eine schmuddelige Stadt (Stand 2006), die heruntergekommen wirkt und mehr an Ortschaften in Nordafrika erinnert. Die Einheimischen sind sehr freundlich. Wasser aus einem Wasserhahn am Strand, Treibstoff in begrenzten Mengen im Ort. Tavernen und Geschäfte im Ort. Emporio 35° 25,03' N 026° 55,9' E In diesem Hafen, der gleich östlich neben dem Haupthafen liegt, findet man vernünfigen Schutz vor dem Meltemi. Hält dieser länger an, steht Dünung in den Hafen. Bei Starkwind aus Süd muss mit schweren Fallböen von den umliegenden Bergen gerechnet werden. Ankerbucht Khelatroras 35° 20.6'N 026° 52.4' E Eine einsame Bucht, die gute Schutz vor dem Meltemi bietet. Ankern kann man auf einer Wassetiefe von 4-8 Metern. Der Ankergrund ist gut haltender Sand. Zeitweise Fallböen von den Bergen.
Achtung: An allen Buchten und Ankerplätzen von Kasos und Karpathos muss während der Meltemi-Saison mit heftigen bis schweren Fallböen gerechnet werden! Kasos in Wikipedia Kasos in Cruiser-Wiki Aktueller Wind in Kasos Fehlt ein wichtiges Link zum Thema? Link mitteilen
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