Tinos (altgriechische Transkription Tenos; in der Antike vereinzelt auch: Hydroessa und Ophioussa) ist eine griechische Insel südöstlich von Andros, die zur Inselgruppe der
Kykladen gehört. Die Insel ist auf ihrer ganzen Länge von Bergen durchzogen, wovon der Tsiknias mit 727 m der höchste ist. Die Insel weist ca. 50 Dörfer auf und hat ca. 10.000 Einwohner.
Tinos ist die wichtigste Marien-Wallfahrtsstätte Griechenlands und wird oft als „das griechische Lourdes“ bezeichnet. Im ganzen Jahr, vor allem am 25. März und zu Mariä Himmelfahrt am 15. August (in Griechenland gesetzlicher Feiertag) strömen mehrere zehntausend Pilger in die Wallfahrtsbasilika der Gottesmutter (Panagia Evangelistria), um das wundertätige Marienbild zu verehren.
Tinos-Stadt beherbergt neben der Wallfahrtsbasilika der Gottesmutter hoch über dem Hafen ein kleines archäologisches Museum. Kleine Bergdörfer, an Steilhängen erbaut, bieten einen guten Blick über die Insel auf die Ägäis. Weit über 1000 Kirchen und Kapellen sind Zeugnisse der Frömmigkeit der Inselbewohner. Wie überall auf den Kykladen gibt es auch auf Tinos viele Windmühlen. Einzigartig sind die Taubenhäuser aus der venezianischen Zeit, viereckige Türme mit geometrischen Mustern aus unterbrochenem Mauerwerk im oberen Stockwerk. Damals waren Brieftauben weit verbreitet und die zentrale Lage der Insel machte sie zu einem wichtigen Poststützpunkt. Taubenfleisch gilt noch heute als Delikatesse, der Mist ist ein wichtiger Dünger.
Volax liegt in einer Landschaft eiförmiger Granitfelsen (Wollsackverwitterung), die teilweise von Freikletterern genutzt werden. Badestrände liegen vor allem westlich des Hauptortes. In Koumala wird der Strand durch zahlreiche illegal errichtete Hütten verbaut.
Tourismus und Unterkünfte: Der bedeutendste Wirtschaftsfaktor heute ist der Tourismus – nicht zuletzt auch in der Form des Pilgertourismus. Die Insel wird überwiegend von griechischen Touristen, vor allem aus Athen, und Pilgern besucht. Tinos bietet Wander- und Bade-Möglichkeiten, auch alternative Urlaubsformen (Bildhauerei, Keramik, Tanzen, Tauchen) werden angeboten. Die Einwohner leben überwiegend direkt und indirekt vom Tourismus und betreiben Landwirtschaft (Gemüse, Artischocken, Zitronen, Viehzucht) Auch Kapern werden lokal geerntet. Rund um die Insel gibt es gut ausgebaute Campingplätze und Stellplätze für Wohnmobile. Das Angebot an Ferienwohnungen, Pensionen, Privatzimmern und Hotels ist reichlich.
Hafen Tinos
37° 32,162' N 025° 09,535' E
Ein sehr sicherer und großer Hafen (
Hafenplan), der durch zwei Wellenbrecher geschützt wird. Am 15. August zum Festtag Mariä Himmelfahrt ist der Hafen durch viele Pilgerschiff überfüllt. Wer trotzdem die Wallfahrtszeremonien sehen will, muss sich zwei Tage zuvor einen Platz sichern.
Navigation: Bei Annäherung von Westen oder Süden werden die Fallböen immer stärker und erreichen vor dem Hafen oft Sturmstärke. Vorher noch die Segel kürzen!
Service: Hafenamt, ausgezeichnete Tavernen in Hafennähe, Supermarkt, Wasser am Kai, gute Versorgungsmöglichkeiten, Gasflaschen können nachgefüllt werden.
Im Sommer weht hier tagsüber der
Meltemi, er kann durchaus auch Sturmstärke erreichen und das bei wolkenlosem Himmel. Abends schläft er meist ein. Sollte er das nicht tun, ist das ein Zeichen dafür das er am nächtsen Tag um so heftiger weht. Abendlicher Tau ist ein recht sicheres Zeichen dafür, dass am nächsten Tag wenig oder gar kein Wind ist.
Die
Fallböen südlich von Tinos und besonders die
Düsenwirkung in der Meerenge Stenon Dysvaton zwischen Andros und Tinos (
siehe Windkarte Ägäis) sind berüchtigt: Sie haben schon so manches Schiff auf den Grund geschickt.
Tinos hat mediterranes Klima mit trockenen warmen Sommern und milden regnerischen Wintern. Die Insel ist ganzjährig starken Winden ausgesetzt. Diese können mitunter so stark werden, dass der Fährverkehr eingestellt werden muß. Durch den Wind sind die Temperaturen meist gut erträglich, sodass es im Sommer selten extrem heiß ist. Im Winter verhindert das meist über 17 °C warme Meer extrem kalte Temperaturen.