Die Île de Ré, (früher: Île de Rhé), ist eine Insel an der französischen Westküste. Sie liegt etwa 1,6 sm westlich von
La Rochelle und 6,5 sm nördlich ihrer Nachbarinsel
Île d'Oléron. Zwischen den beiden Inseln liegen die Île d'Aix und eine künstliche Insel, das Fort Boyard. Die 30 Kilometer lange und bis zu fünf Kilometer breite Insel ist an der schmalsten Stelle, bei Le Martray, gerade mal ca. 100 Meter breit. Von den Inselbewohnern und Touristen wird sie auch „Ré la Blanche“, also „Ré die Weiße“, genannt. Eine griechische Kosmographie aus dem VII. Jahrhundert nennt die Insel unter dem Namen "Ratis". Sie verfügt über ausgedehnte Marschbodenflächen, Pinien- und Zypressenwälder, sowie feine Sandstrände.
Seit 1988 verbindet eine 2,9 Kilometer lange mautpflichtige Brücke die Insel mit dem Festland. Das Mittelteil der Brücke wölbt sich 27 m über NN, um den Kriegsschiffen der Französischen Marine die Einfahrt nach La Rochelle in den Hafen von La Pallice zu ermöglichen. Sie erreicht die Insel am „Pointe de Sablanceaux“, dem östlichsten Punkt der Insel. Der Bau war lange umstritten, weil die Insulaner den Verlust ihrer Eigenständigkeit und der beschaulichen Ruhe fürchteten. Der Tagestourismus wird durch eine in der Sommersaison relativ hohe Gebühr etwas eingeschränkt, die Einheimischen zahlen dagegen ganzjährig einen reduzierten Tarif.
Die Austern- und Muschelzucht nimmt einen großen Platz in der Wirtschaft der Insel ein. Während im Jahre 1915 115 Hektar dafür genutzt wurden, sind heute etwa 1000 ha in Betrieb. An der Nordküste der Insel, dem Pertuis Breton haben viele Austernzüchter ihre Produktionsstätten. Die Möglichkeit der Verkostung wird überall geboten.
Die Fischerei ist einer der Hauptwirtschaftszweige der Insel. Alle Häfen liegen an der Nordküste der Insel, dem Pertuis Breton. Die Fischer der Insel verkaufen ihren Fang auf den täglichen Märkten in den Orten und auch direkt am Kai frisch vom Boot.
Was auf dem Bild rechts sehr unspektakulär wirkt, ist in Wirklichkeit eine geniale Methode Fische zu fangen. Der Steindamm rechts setzt sich - es ist gerade Flut - unter Wasser zu einem Ring fort. Bei Ebbe kann das Wasser durch vergitterte Tore ablaufen und die Fische liegen auf dem Trockenen, so dass man sie nur noch einzusammeln braucht.
Hauptsächlich im fruchtbaren Osten der Insel wird auf mehr oder weniger großen Parzellen Landwirtschaft betrieben. Auf der Insel werden überwiegend Kartoffeln, Gemüse und Wein angebaut. Der leichte bis mittelschwere Sandboden erlaubt den Anbau von Kartoffelsorten, die es in Frankreich sonst nicht gibt. Sie sind die einzigen Kartoffeln in ganz Frankreich, die das Prädikat A.O.C. tragen dürfen. Das Gemüse wird frankreichweit unter der eigens geschaffenen und geschützten Herkunftsbezeichnung Île de Ré vermarktet.
Ein heute weniger bedeutender Wirtschaftsfaktor ist die Salzgewinnung in den Salzgärten bei Loix. Sie beanspruchen etwa 350 Hektar. Der an den Ufern wachsende Queller wird frisch oder konserviert verkauft. Früher wurden bei der Arbeit mit dem Salz großenteils Esel eingesetzt, deren Beine zum Schutz vor Insekten mit karierten Hosen bekleidet wurden. Die hosentragenden Esel sind noch heute eines der Wahrzeichen der Insel. Eine große Herde gibt es noch auf dem Gelände der Festung von Saint-Martin-de-Ré. Das Ecomusée des Marais Salants informiert über die Geschichte der Salzgewinnung auf der Île de Ré.
Etwa 200.000 Touristen im Jahr finden in den zahlreichen Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätzen aller Kategorien eine Unterkunft. Die durchschnittliche Sonnenscheindauer von 2.800 Stunden im Jahr, der meist flache Sandstrand, das durch den Golfstrom temperierte Wasser und der frische Wind machen Ré zu einer familienfreundlichen Insel. Darüber hinaus verfügt die Insel über mehr als 100 Kilometer Fahrradwege. Einige Naturschutzgebiete der Insel sind Sumpfgebiete und nur per Fahrrad oder zu Fuß zu erreichen. Nördlich von Ars-en-Ré erstreckt sich ein großes Vogelschutzgebiet, die Réserve naturelle de Lilleau des Niges.
In der Zeit vor dem Bau der Brücke konnte die Insel nur durch einen Fährdienst zwischen La Pallice und Sablanceaux erreicht werden. In den Sommermonaten waren Wartezeiten von mehreren Stunden üblich. Seit dem Bau der Brücke hat sich das Tourismusaufkommen vervielfacht, wodurch die Insel mit vielen neuen Problemen konfrontiert wurde. Unter anderem ein explosiver Anstieg der Immobilienpreise. Dieser hat sich noch verstärkt, seit der Flughafen La Rochelle - Île de Ré von mehreren nationalen und internationalen Fluglinien angeflogen wird. Verbunden mit den hohen Grundpreisen ist auch ein starker Abwanderungstrend bei der einheimischen Bevölkerung: insbesondere junge Leute verlassen die Insel, da ein Haus dort mittlerweile nur noch schwer erschwinglich ist. Lange Zeit drohte auch eine Zersiedelung der Dörfer durch „wildes Campen“, gegen das die lokalen Behörden in der Regel hart durchgreifen, an einigen Stellen wird es jedoch auch geduldet (z.B. in Baleines und Patache). Verboten ist mittlerweile auch das Kampieren auf dem eigenen Grundstück, wenn dieses unbebaut ist.
Der Anstieg des Tourismusaufkommens hat der Insel jedoch auch Vorteile beschert: in der traditionell armen Gegend wurden sehr viele neue (Saison)Arbeitsplätze geschaffen; auch der Absatz der landwirtschaftlichen Betriebe konnte deutlich gesteigert werden. Ein weiterer positiver Effekt ist die Renovierung der Dorfzentren, die in den 1980er Jahren zumeist in schlechtem Zustand waren. Zahlreiche französische Prominente haben in letzter Zeit Ferienhäuser auf der Insel erworben.
Durch die ständig wachsende Bevölkerung und den expandierenden Tourismus war es zum Ende des 19. Jahrhunderts notwendig geworden, bessere Anbindungen an das Festland zu schaffen. Deshalb nahm 1875 ein Pendelverkehr zwischen Rivedoux und La Pallice mit Dampfbooten den Betrieb auf. Im Juli 1895 wurde die Eisenbahn zwischen Ars-en-Ré und La Couarde eingeweiht. In den Jahren danach wurde die Strecke über Saint-Clément-des-Baleines bis Les Portes-en-Ré erweitert. Aus dieser Epoche sind nur noch der Bahnhof von Ars und der Lokomotivschuppen in Les Portes übrig geblieben, seit die Bahn 1935 ihren Betrieb einstellte. Der Bahnhof dient heute dem Maler Philippe Deschamp als Atelier und Galerie, der ehemalige Lokschuppen dient inzwischen als Remise der Feuerwehr. Heute ist der Streckenplan der Autobuslinie zwischen Les Portes-en-Ré und La Rochelle gut organisiert, auch die kleinen Orte auf der Insel werden bedient. Die Buslinie befährt auch die mautpflichtige Brücke zum Festland. Das Betriebswerk der Busse befindet sich in Saint-Martin-de-Ré.
La Flotte
46° 11,30' N 001° 19,38' W
Auch wenn im Bild rechts der Eindruck erweckt wird, man kann an der Stelle, wo der Kat liegt NICHT bleiben, bei Ebbe liegt er dann ziemlich steil schräg. Wir habes es auch versucht, aber es dann doch vorgezogen, draussen mit unserem Kat trockenzufallen.
Ars-en-Ré
ist ein Ort mit ca. 1300 Einwohnern (1999) auf der Île de Ré an der französischen Atlantikküste in der Region Poitou-Charentes im Département Charente-Maritime.
Der Hafen von Ars wurde früher von Schiffen aus den Niederlanden und aus den Skandinavischen Ländern angelaufen, die hier mit Salz beladen wurden. Aus dieser Zeit stammt auch der teerschwarze Anstrich des schlanken Turms der sonst völlig weißen Kirche Saint-Étienne, er diente als Seezeichen. Der Hafen ist tideabhängig und fällt bei Ebbe fast völlig trocken. Der Wasserstand kann aber mittels eines Tores auch gehalten werden. Er dient heute als Hafen für Segelyachten und Motorboote. Eine Segelschule ist hier ebenfalls beheimatet. Die Straßen im Zentrum von Ars sind so eng, dass nur jeweils ein PKW diese passieren kann (Einbahnstrassensystem).
Entsprechend ihrer atlantiknahen Lage am Westrand des europäischen Festlandes hat die Ile de Re ein ausgesprochen ozeanisches Klima mit relativ milden Temperaturen. Schnee und Frost treten nur selten auf, die Sommer sind mäßig warm.
Den Wetterverlauf prägt ein rascher Wechsel von Hoch- und Tiefdruckgebieten, die vom Atlantik heranziehen. Die vorherrschenden Westwinde können vor allem im Winter Sturmstärke erreichen. Regenschauer und starke Winde können sehr kurzfristig auftreten, sind jedoch meist nur von kurzer Dauer.
Deutlich spürbar ist der Einfluss der starken Gezeiten auf den Wetterverlauf, aber auch den Jodgehalt der Luft, der in der Bretagne sehr hohe Werte erreicht. Die starken Winde bedingen zudem einen geringen Schadstoffgehalt der Luft.
Der Wind weht fast ständig aus nordwest- und westlichen Richtungen.
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