EUROPÄISCHES SEGEL-INFORMATIONSSYSTEM
Revierinformation für Segler:
Insel Ouessant / Frankreich

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Panorama Ouessant / Lampaul (Bild: Balocco)   Großbild klick!


Wetter Ouessant
© meteo24.de
Ouessant (bretonisch: Enez Eusa, engl. Ushant) ist eine französische Insel vor der bretonischen Küste im Atlantik. Ouessant bildet zugleich eine Gemeinde und den französischen Kanton Ouessant, der lediglich aus dieser einen Gemeinde besteht. Die Insel gehört zur Region Bretagne im Département Finistère im Arrondissement Brest.

Die 15,58 km² große Insel liegt etwa 20 Kilometer westlich der Küste des bretonischen Départements Finistère. Die Insel stellt somit den westlichsten Teil des französischen Mutterlandes dar und markiert den äußersten westlichen Abschluss des Ärmelkanals sowie den nördlichen Abschluss des Seegebietes Iroise.

Der Leuchtturm Phare du Créac'h ist für Seefahrer das erste Leuchtfeuer nach der Überquerung der Biskaya. Er ist ein 1863 erbauter Leuchtturm auf der Insel Ouessant in Frankreich und der leuchtstärkste Leuchtturm in Europa.
Der Turm ist bewohnt und hat eine Höhe von 74 Metern. Er zeigt zwei weiße Blitze alle zehn Sekunden, die jeweils von vier Lampen mit je 2000 Watt erzeugt werden. Der optische Apparat dreht sich alle 40 Sekunden einmal um sich selbst. Am Fuße des Turms befindet sich ein Seezeichenmuseum, der Turm selbst kann nicht besichtigt werden.

Ouessant besteht wie nahezu alle bretonischen Inseln aus Granitgestein, an ihrer höchsten Erhebung erreicht die Insel 61 m. Die Form der Insel erinnert entfernt an eine Krabbe. Die Gemeinde Ouessant besteht aus offiziell 92 Weilern; Hauptort und Sitz der Verwaltung ist Lambaol/Lampaul.

Viele Einwohner leben heute vom Tourismus und dem Dienstleistungsgewerbe. Die Anzahl der Arbeitskräfte in den nautischen Berufen (Fischer, Seeleute oder Leuchtfeuerwärter) sind rückläufig. Die Landwirtschaft spielt kaum noch eine Rolle.

In den Sommermonaten kommen zahlreiche Tagestouristen, die für einige Stunden die Insel erkunden. Gästen, die länger bleiben, stehen einige kleinere Hotels, Privatunterkünfte und Ferienwohnungen zur Verfügung. Die Insel ist landschaftlich reizvoll, bietet aber weder bedeutende Badestrände noch herausragende touristische Sehenswürdigkeiten. Erwähnenswert ist der im Westen gelegene, eindrucksvolle 55 Meter hohe Leuchtturm Phare de Créac'h mit einem kleinen Museum über maritime Signaleinrichtungen.

Nach Ouessant besteht eine tägliche Fährverbindung von Brest über die deutlich kleinere, bewohnte Nachbarinsel Molène, die unterwegs angelaufen wird. Ferner ist ein kleiner Flugplatz vorhanden. Ebenso besteht eine Fährverbindung vom Fischerdorf Le Conquet nach Ouessant, durch die Fähre Le Fromveur.



1896 sank die Drummond Castle nach der Kollision mit einem Felsen. 243 der 246 Menschen an Bord kamen ums Leben.
Im Mai 1922 kollidierte 25 Meilen vor der Insel der britische Passagierdampfer Egypt mit einem französischen Frachter und sank innerhalb weniger Minuten, wobei 87 Passagiere und Besatzungsmitglieder ums Leben kamen. Es war eine der schwersten Schiffstragödien in dieser Region zu Friedenszeiten. Im März 1978 sank 10 km vor der Insel der Öltanker Amoco Cadiz und verschmutzte die Küste der Bretagne. In dem französischen Spielfilm 'Die Frau des Leuchtturmwärters' wurde dem kargen Leben auf der rauhen Insel ein Denkmal gesetzt.

"Die Insel des Weltenendes" besaß mehrere Megalithanlagen, darunter den von Admiral Antoine-Jean-Marie Thévenard im Jahre 1800 so benannten "Heidentempel". Ein eckiges Gehege, eine so genannte Quadrilatère ist nur noch als Aquarell des Malers Jean-Baptiste Debret vorhanden. Überlebt hat der kleine ovale Steinkreis von Pen-ar-Lan im äußersten Westen der Insel.



Ouessant ist bekannt für seine maritime Vergangenheit, sowohl bezüglich der Fischerei aber und vor allen Dingen auch wegen seiner herausragenden Funktion als französische Landmarke im Ärmelkanal: Viele Weltumsegelungen und Frachtsegler vergangener Zeiten nahmen die Linie Lizzard Point - Ouessant als Start ihrer Reise. Verschiedene berühmte Seeschlachten fanden hier statt. Der berühmte französische Organist und Komponist Charles Tournemire (1870–1939) besaß ein Haus auf Ouessant, und ließ Wildheit und unbändige Naturgewalten dieser Insel in seine visionären, spätromantischen und fesselnden Kompositionen einfließen.



Ile d’Ouessant
Baie du Stiff im Osten
48° 28’N 005° 02’W
Ankerplatz mit gutem Schutz bei südwestlichen bis nordwestlichen Winden. Schwell kann hineinlaufen. Einige Bojen, sonst ankern auf 8-10m Wassertiefe. Fähranleger von Le Conquet. Günstiger Startpunkt für eine Inselerkundung per Fahrrad (Verleih am Anleger). Sonst keine Infrastruktur, aber wilde Bretagne pur!

Baie de Lampaul im Westen
48° 27’N 005 06’W
Bei nördlichen bis östlichen Winden sehr guter Ankerplatz mit ca. 20 Gästebojen. Grandiose Felskulisse. Guter Startpunkt für eine Inselerkundung per Fahrrad. Verleih im Ort 1km oberhalb des kleinen Anlegers. Gute Versorgung mit Lebensmitteln im Ort aber keine Sanitäranlagen für Segler. Lohnt dennoch wegen der wilden Küstenlandschaft.
Verkehrsanbindung:TGV-Bahnhof, in 3 h nach Paris
Quelle: W. Krusekopf



windsack
Entsprechend ihrer atlantiknahen Lage am Westrand des europäischen Festlandes und im Einflussbereich des Golfstroms hat die Bretagne ein ausgesprochen ozeanisches Klima mit relativ milden Temperaturen, die im Jahresmittel zwischen 9 und 12 °C liegen. Schnee und Frost treten nur selten auf, die Sommer sind mäßig warm mit jährlich über 2.000 Sonnenscheinstunden.
Den Wetterverlauf prägt ein rascher Wechsel von Hoch- und Tiefdruckgebieten, die vom Atlantik heranziehen. Die vorherrschenden Westwinde können vor allem im Winter Sturmstärke erreichen. Regenschauer und starke Winde können sehr kurzfristig auftreten, sind jedoch meist nur von kurzer Dauer. Mit durchschnittlich zwischen 700 und 800 mm pro Jahr sind die Niederschlagsmengen relativ gering; während die Regenfälle in den Küstengebieten geringer ausfallen, ist das Landesinnere feuchter.
Deutlich spürbar ist der Einfluss der starken Gezeiten auf den Wetterverlauf, aber auch den Jodgehalt der Luft, der in der Bretagne sehr hohe Werte erreicht. Die starken Winde bedingen zudem einen geringen Schadstoffgehalt der Luft.
Der Wind weht fast ständig aus nordwest- und westlichen Richtungen.



Lage von Ouessant   Großbild klick!












Karte (Bild: Pline)  Großbild klick!













Leuchtturm Phare de Créac'h (Bild: Folork)  Großbild klick!


















Das Ouessant-Schaf (Bild: Seegraswiese)  Großbild klick!























Ankerbucht Port du Stiff
(Bild: Jean-Louis Kerlogot)  Großbild klick!












Ankerbucht Port du Prat
(Bild: giloupe)   Großbild klick!











Weblinks:
Ouessant in Wikipedia
Das Ouessantschaf
Bilderseite Ouessant

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