Der Attersee ist ein Gletschersee im oberösterreichischen Salzkammergut mit einer Tiefe von bis zu 171 m. Da die Ufer sehr steil sind und der Attersee eine große Durchschnittstiefe aufweist, übertrifft er mit einem Wasservolumen von ca. 4 Mrd. m³ viele flächenmäßig größere Seen wie z. B. den Chiemsee. Von der Fläche her wird der Attersee zwar vom Bodensee und vom Neusiedlersee übertroffen, beide liegen jedoch nicht zur Gänze in Österreich. Der Name Attersee kommt aus dem Illyrischen vom Wort Ata oder Ada, was Wasser bedeutet.
Der größte See des Salzkammerguts hat vordergründig nichts Spektakuläres zu
bieten. Er hat keinen Traunstein, keine Falkenstein-, oder Drachenwand als weithin
sichtbares Wahrzeichen. Er ist ein braver See, kaum geeignet als romantische
Kulisse für Wildschützdramen, aber dennoch überaus beliebt. Es mag eben nicht
jeder steile Felswände und für viele ist der See inmitten der sanften Hügellandschaft
des Alpenvorlandes deshalb perfekt in seiner Harmonie. Im Südosten verhilft der
Kalkstock des 1862 Meter hohen Höllengebirges den meisten Betrachtern zu dem
Eindruck, dass der Attersee ein echter Alpensee ist.
Während der Traunsee mit Gmunden eine richtige "Hauptstadt" hat, gibt es am
Attersee nur eine große Anzahl kleinerer, gleichberechtigter Siedlungen. Auf der
Suche nach einer Hauptstadt trifft man unweigerlich auf Linz, für dessen Bewohner
der Attersee schon seit jeher das war, was beispielsweise der Neusiedlersee für die
Wiener ist - das eigenen kleine "MEER".
Der Norden des Attersee ist am dichtesten besiedelt; und da die Ufer des Attersees
rundherum von einer Straße gesäumt sind, (die Berge zwingen nirgendwo zu einer
Unterbrechung) läßt sich jeder Ort am See bequem erreichen. Nach dem Schörflinger
Ortsteil Kammer hat der Attersee übrigens seinen zweiten Namen - KAMMERSEE -
den man besonders In älteren Publikationen häufig antrifft.
Der Attersee hat zwei Seewahrzeichen. Vor Schörfling die aus dem 14. Jahrhundert
stammende "Inselburg" Schloß KAMMER, die 1710 zu ihrer heutigen Gestalt erweitert
wurde und das schmucke Schlößchen auf der Liliputinsel vor Litzlberg. Dieses ist
durch einen Steg mit dem Festland verbunden.
Der 21 Kilometer lange Attersee ist an seinem Südende durch die Seeache mit dem
Mondsee verbunden , von wo er auch mit Wasser gespeist wird. Die übrigen Zuflüsse kommen hauptsächlich aus dem Höllengebirge. Das überschüssige Wasser verläßt durch die Ager bei Seewalchen den See.
Durch die guten Straßenverbindungen bestand eher wenig Bedarf an der Schiffahrt, doch hat sich diese vorwiegend für Touristen (eine vergleichsweise bescheidene Flotte) entwickelt.
Wenn es ums Segeln geht, ist der Attersee einsame Spitze. Er ist, (neben dem
salzburgerischen Wolfgangsee und dem Traunsee) die seglerische Hochburg des
Salzkammergutes, da einerseits eine große Wasserfläche für Wassersportler interessanter ist , andererseits aber, - dies behaupten die Atterseer - die besten Windverhältnisse aller Salzkammergutseen nur am Attersee zu finden seien.
Regattamäßig tut sich was am Atterssee, woran alle Clubs mit mehr oder weniger großem Engagement beteiligt sind. Internationale hochrangige Großveranstaltungen wie H - Boot WM, Europameisterschaften im TORNADO, Pirat und Drachen Österreichische Staatsmeisterschaften und Jugendmeisterschaften wechseln sich laufend ab und runden das Bild des sportlichen Attersee ab.
Der Attersee hat, wie jedes Revier, das etwas auf sich hält, natürlich auch seine speziellen Bootsklassen. Eine besondere Renaissance erlebt in letzter Zeit der
scheinbar ewige junge Drachen. Diese Klasse stellt sogar fast die Soling und den Star
in den Schatten. Neben einem enormen Potential an H - Booten sind es vor allem die
Traditionsklassen, die die hier gepflegt werden. Zum Beispiel die kaiserlichen
Sonderklassen, die es außer hier in ernst zunehmenden Stückzahlen nur noch am Wolfgangsee gibt. Während man anderenorts die 20 Quadratmeter Rennjollen hegt, werden am Attersee - wie es sich für den größten Salzkammergutsee eben schickt - die 22 Quadratmeter Jollen gepflegt. Frei nach dem Motto: Darfs a bisserl mehr sein......
An den schönen Ufern des Attersee gibt es eine Reihe von Marinas, z.B. jene der
Gemeinde Schörfling vor dem Schloß Kammer oder die private Steganlage der Firma Haitzinger zwischen Mühlbach und Aufham. Die respektable Haitzinger Marina ist Nebenerwerb der Werft, die weit über den See hinaus bekannt ist und hohes Ansehen genießt. Beispielweise durch die wunderschöne von Hubert Raudaschl konstruierte Libera Yacht LIBERTE, zahlreiche weitere Einzelbauten und historische Dampfboote, auf deren Bau, man dort in letzter Zeit ganz versessen ist. (Ein Meisterstück Haitzingers namens ANNA PLOCHL - Heimathafen Grundlsee).
Verkehrslage Wolfgangsee / Attersee
STATISTIK
Seehöhe: 469 m, Fläche 46,7 km2, größte Tiefe 169 m, durchschnittliche Wassertemperatur im August : 22 Grad
S E G E L C L U B S
UNION YACHT CLUB ATTERSEE - Clubanlage in Attersee
SEGELCLUB KAMMERSEE - Clubanlage in Litzelberg
SPORTVEREIN WEYREGG, SEKTION YACHTSPORT, Clubanlage in Weyregg/Alexenau
STEINBACHER SPORTVEREIN, SEKTION SEGELN, Clubanlage in Steinbach
SEGEL SURF CLUB SEEWALCHEN, Clubanlage in Litzlberg
SEGELCLUB ATTERSEE, Clubanlage Attersee
SEGELSCHULEN
Attersee - Nußdorf - Schörfling - Seewalchen - Steinbach - Weyregg
SURFSCHULEN
Attersee - Nußdorf - Seewalchen - Steinbach - Unterach - Weyregg
WASSERSKISCHULEN
Nußdorf - Schörfling - Seewalchen - Steinbach - Unterach - Weyregg
TAUCHSCHULEN
Nußdorf - Unterach
TOURISMUSVERBÄNDE
Attersee - Nußdorf - Schörfling - Seewalchen - Steinbach - Unterach - Weyregg
Tourismus und Unterkünfte: Rund um den See gibt es gut ausgebaute Campingplätze und einen Stellplatz für Wohnmobile. Das Angebot an Ferienwohnungen, Pensionen (Ferien auf dem Bauernhof) und Hotels ist reichlich.
Das
Windgeschehen (Info) ist am Attersee leicht durchschaubar und mit wenigen
Ausnahmen auf drei Winde beschränkt (
Vorhersage):
1) Bei einer normalen Westwetterlage setzt sich am Attersee meist ein schöner
West durch, der allerdings böig und sehr drehend sein kann (Topographie)
2) Wesentlich sicherer und für Regatten besser geeignet sind die Windverhältnisse bei Schönwetter. Es entwickelt sich dabei eine verläßliche Thermik. In Weißenbach soll bei anhaltender Schönwetterperiode bereits um 2 Uhr früh der
Südwind aus den
Bergen beginnen, der allerdings meist nur bis in die Höhe Nußdorf durchhält. Dieser Wind schläft am Vormittag wieder ein, worauf der Ausgleich in Form eines
3)
Nordnordostwindes erfolgen soll. Es ist der vielgepriesene Rosenwind, der
üblicherweise zwischen zehn und elf Uhr vormittags einsetzt. Übrigens ein idealer Segelwind, der im Sommer bis sechs oder sieben Uhr abends anhält. Zum Leidwesen der Südanrainer bläst er aber nur selten über den ganzen See, sondern schläft meist faul beim Schwendereck, vis a vis von Steinbach ein.
Die einzige Ausnahme sind Gewitter im Südteil des Sees, wo Petrus einen
gefürchteten Gewittersturm, verstärkt durch die Düse im Einschnitt zwischen Mondsee und Attersee, auf Steinbach loslassen kann.
Der Rosenwind im Ostzipfel des Attersees in Österreich ist ein thermischer Schönwetterwind, der an guten Tagen zwischen 10 bis 14 Uhr mit drei bis vier Beaufort wehen kann. Woher kommt der Name „Rosenwind“? Es wird erzählt, dass früher Zeiten Schloss Kammer am Attersee von Rosengärten umgeben war und deren Duft vom Nordostwind über den See getragen wurde.
Weitere Binnenseen in Österreich: