El Hierro (vormals Ferro, auch Isla del Meridiano) ist die westlichste und kleinste der sieben großen Kanarischen Inseln im Atlantischen Ozean. Ihr Flächenanteil an der gesamten Landfläche aller Kanaren beträgt 3,59 Prozent. El Hierro ist 1.458 Kilometer vom spanischen Festland (Cádiz) entfernt, hat eine Fläche von 268,71 Quadratkilometern und 10.558 Einwohner (1. Januar 2007)[2], was einer Bevölkerungsdichte von 39,29 Einwohnern pro Quadratkilometer entspricht. El Hierro wurde im Jahr 2000 von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt.
Der heutige Name Hierro hat nichts mit dem spanischen Wort für Eisen zu tun, das auf der Insel überhaupt nicht vorkommt. Vielmehr nannten die Ureinwohner ihre Insel Esero, Fero oder Hero, was so viel wie stark, fest oder hart bedeutet, womit der riesige Felsblock im Meer anschaulich beschrieben wäre. Hero oder Hera wird aber auch mit Brunnen in Verbindung gebracht, vielleicht aus dem Grunde, dass es auf der Insel keine Quellen, wohl aber Brunnen gibt.
Bis zur Entdeckung Amerikas im 15. Jahrhundert galt El Hierro als das äußerste Ende der westlichen Welt. Claudius Ptolemäus definierte daher im Jahre 150 den durch El Hierro verlaufenden Ferro-Meridian als Nullmeridian.
Nach diesem Bezugsmeridian sind zahlreiche Navigations- und Landkarten vom 17. bis ins 19. Jahrhundert ausgerichtet. Erst als 1884 Greenwich als Bezugspunkt für den Nullmeridian international festgelegt worden war, begann seine Bedeutung zu schwinden – jedoch nur langsam: Es dauerte viele Jahrzehnte, alle kartografischen Systeme vollständig umzustellen. Die Landesvermessung (Gauß-Krüger-Meridianstreifen) Deutschlands, Österreichs und anderer Länder verwendete den Ferro-Meridian bis etwa 1990. Ein wichtiger Vorteil dieser Längenzählung waren positive Werte für ganz Europa (siehe auch Datum Austria).
Im Gegensatz zu den Nachbarinseln ist El Hierro außer im Nordosten kaum von Barrancos (Schluchten) zergliedert. Quer über die Insel zieht sich die Cumbre, die bewaldete Gipfelregion der Vulkanberge. Grob kann man die drei Landschaftsformen der weiten Hochebene im Nordosten, des El-Golfo-Tales im Nordwesten und der abfallenden Fläche El Juláns im Südwesten feststellen. Es gibt große Gegensätze: Einerseits ist El Hierro im Verhältnis zur Grundfläche sehr hoch (bis 1.500 m ü.d.M.) und weist daher zu 90 Prozent (mehr als 100 km) der Küstenlinie steile Klippen auf, andererseits hat sie ein sanfthügeliges, fruchtbares Hochland, das im kanarischen Archipel einzigartig ist. Es wird landwirtschaftlich intensiv genutzt. Flache Küstengebiete gibt es bis auf das Golftal nicht. El Hierro bietet trotz der geringen Größe eine beträchtliche landschaftliche Vielfalt, wie beispielsweise karge Lavawüste, märchenhaften Nebelwald, Kiefernwälder, Obsthaine, saftig-grünes Weideland bis hin zu Ananas- und Bananenplantagen.
Im Süden befindet sich die Cueva de Don Justo, die größte Höhle der Insel. Sie besteht aus einem weit verzweigten System von Lavatunneln. Diese entstehen, wenn die Außenhaut der Lava bereits erkaltet und stehen bleibt, im Innern die Lava jedoch weiter fließt. Es gibt auf El Hierro auch viele vulkanische Höhlen, die durch Gasblasen entstanden sind. Einige dienten bereits den Guanchen als Unterkunft oder Grabstätte.
Im Sommer liegt die Temperatur im Norden an der Küste bei 26 °C, im Süden dagegen bei 30 °C; in Valverde auf 600 m ü. NN im Sommer nur bei 18 °C. Im Winter ist es im Norden an der Küste etwa 20 °C kühl, im Süden etwa 1,5 °C wärmer. In Valverde erreichen die Temperaturen dagegen nur 11,5 °C im Winter. Angegeben sind immer Durchschnittswerte. Niederschläge fallen in Valverde im Winter 80 mm im Monat, im Süden nur 25 mm. Im Sommer ist im Süden meist kein Niederschlag zu verzeichnen, in Valverde aber sind immer noch 5 mm im Monat möglich.
Die Kanaren liegen in der Passatzone, die vom Azorenhoch verursacht wird.
Um Nordost spielende Winde wehen einen Großteil des Jahres mit erträglichen Stärken zwischen 3 und 6 Bft. im freien Seeraum. Ihre größte Konstanz und Stärke erreichen sie im späten Sommer (August) und im Winter (Januar/Februar). Die stärksten Störungen und Unregelmäßigkeiten erfahren sie im Herbst (Oktober/November) und Frühjahr (März bis Mai).
La Estaca
27° 47,1' W 017° 54,1' W
Der Hafen von El Hierro, La Estaca liegt auf der Ostseite der Insel. Dort legen die Fähren, die Passagiere und Fahrzeuge befördern und auch einige kleinere Kreuzfahrt-Schiffe an. Zweimal am Tag verbindet die Fähre die Insel mit dem Hafen Los Cristianos auf Teneriffa, einige machen Zwischenstation auf La Gomera.
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