Die Normandie ist eine Region im Norden Frankreichs. Zur Normandie gehören das untere Seinegebiet (Haute-Normandie) nördlich von Paris und das Land in Richtung Westen (Basse-Normandie) mit der Halbinsel Cotentin. Eine besondere touristische Attraktion ist der sagenumwobene Mont-Saint-Michel.
In der Normandie leben 3,5 Million Menschen. Die größten Städte sind Rouen (385.000 Einwohner einschließlich Vororten), Le Havre (247.000 Einwohner), Caen (200.000 Einwohner) und Cherbourg (89.000 Einwohner). Früher war Rouen die Hauptstadt der ganzen Provinz, heute ist sie noch Hauptstadt der Haute-Normandie; die Hauptstadt der Basse-Normandie ist Caen.
Frankreich, das heißt für die meisten Segler Côte d'Azur. Nur wenige wissen, wie reizvoll die Normandie. Das Wetter in Nordfrankreich ist zwischen April und Oktober keineswegs so schlecht wie sein Ruf. Es regnet deutlich weniger als in Nord-Deutschland und auch die Zahl der Starkwindtage ist deutlich geringer. An der Atlantikküste herrscht im Sommer in der Süd-Bretagne und weiter südlich bis Biarritz an vielen Tagen fast subtropische Wärme. Wenngleich nicht ausgeschlossen werden kann, dass das eine oder andere englische Tief seine Ausläufer über den Ärmelkanal nach Süden schickt.
Was die Gezeiten betrifft, so ist das Segeln hier zwar navigatorisch etwas anspruchsvoller als Ostseesegeln, aber lange nicht so schwierig wie oft befürchtet.
Mit dem Tidenkalender auf dem Kartentisch und eventuell einem Anruf beim Hafenmeister über UKW Kanal 9 (in allen französischen Marinas) gelingt jede Ansteuerung. Zwar gibt es einzelne Häfen, die nicht bei Niedrigwasser angelaufen werden können, aber es gibt immer eine Alternative im Radius von weniger als 30 sm.
Der Tidenhub beträgt bei Springzeit nur in St. Malo bis zu 13m. Ansonsten liegt er meist zwischen 4 und 9 m. Und bei Nippzeit sind es vielerorts nur 1-2 m, maximal jedoch selten mehr als 4m. Die daraus resultierenden Strömungen sind vor Kaps und zwischen Inseln zwar mancherorts stark, meist 1-2 Knoten, aber durch geschicktes Timing der Zeiten des Auslaufens und Einlaufens macht man sich die Tide zu Nutze und ist umso schneller am Ziel. Problematisch wird die Situation allein bei Wind gegen Strom. Und dies insbesondere westlich von Cherbourg im Raz Blanchard und südwestlich von Brest im Raz de Sein, wo schon ab etwa 5 Bft. Wind gegen eine Springtide schwere Brecher entstehen können. Dies ist jedoch die große Ausnahme und sollte niemanden vor dem Befahren dieser Küste abhalten. Man segelt eben nicht gegen, sondern mit der Natur und passt sein Timing an.
Entlang der Küste zwischen Calais und Brest gibt es über 30 Häfen, die von einer Segelyacht bei jedem Wetter und zu jeder Tide angelaufen werden können. Trockenfallen ist nicht notwendig, wenngleich mit einem Kielschwerter oder einem Integralschwerter vielerorts möglich und auch reizvoll.
Le Tréport
Pos. 49°49,1'N / 001°11,5'E
Tidenunabhängiger kleiner Yachthafen hinter Schleusentor in netter Lage unmittelbar bei der historischen Altstadt; Ansteuerung wegen zeitweise quer setzendem Strom nicht ganz einfach und tidenabhängig. Zufahrt zur Schleuse frühestens 3 h vor HW möglich.
Quelle: Wilfried Krusekopf
Dieppe
Pos. 49°56,25'N
Sehr schöner Yacht- und Fischereihafen in historischer Umgebung; einfache Ansteuerung; keine Schleuse, Yachthafen auch bei NW ausreichend tief; gute Infrastruktur, nette Läden in alten Häusern rund um den Hafen.
Quelle: Wilfried Krusekopf
Fécamp
Pos. 49° 46,1'N / 000° 21,7'E
Wohl einer der schönst gelegenen und interessantesten Häfen in der Normandie. Mittelgroßer Fischerei- und Yachthafen, teilweise tidenabhängig, teilweise hinter Schleusentor tidenunabhängige Liegeplätze inmitten der Stadt. Zahlreiche Restaurants, gute Infrastruktur. Ansteuerung einfach, aber je nach Tiefgang erst in der zweiten Hälfte der Flut möglich. Netter Fischerhafen, der den Besuch wirklich lohnt.
Quelle: Wilfried Krusekopf
Le Havre
Pos. 49°31,4'N / 000°0,9'E
Großer Handels- und Industriehafen mit ebenfalls großer Marina. Allerdings nur von Interesse wegen der einfachen Ansteuerung und als gut geschützter Zwischenstop auf der Durchreise.
Nach Paris mit der Yacht? Warum nicht, aber nur bis Rouen mit stehendem Mast möglich. Dann Flussfahrt mit gelegtem Mast bis Paris. Schöner Yachthafen in der Stadtmitte von Paris am Canal St. Martin.
Quelle: Wilfried Krusekopf
Deauville
Pos. 49°23'N 000°0,3'E
Neue Marina am Rand des etwas nostalgisch mondänen Badeortes, bekannt wegen seiner Pferderennen. Durch Schleusentor nur etwa 1 h vor und nach dem HW anzulaufen. Zufahrt verlandet immer wieder und muß darum ständig ausgebaggert werden. Sehr geschützt, aber wenig Charme, da sehr modern.
Quelle: Wilfried Krusekopf
Ouistreham
Pos. 49°20,5'N 000°14,7'W
Mittelgroße Marina mit Schleusentor, nur etwa 1 h vor und nach dem HW anzulaufen. Wartebojen vor der Schleuse. Gute Infrastruktur für Ausrüstung und Reparaturen, aber schlechte Versorgung, da zu weit von der Stadt entfernt. Lohnt nur in technischer Hinsicht.
Quelle: Wilfried Krusekopf
St.Vaast-La Hougue
Pos. 49°34,7'N 001°13,7'W
Der kleine historisch gewachsene Fischereihafen wurde durch eine große Marina mit 650 Liegeplätzen erweitert, die von etwa 3h vor bis 3h nach HW durch ein Schleusentor anzulaufen ist. Schöne Lage direkt im Ort mit guter Versorgung. Gute Ankermöglichkeiten bei den nahe gelegenen Iles Saint Marcouf, um auf die für das Einlaufen passende Tide zu warten.
Quelle: Wilfried Krusekopf
Cherbourg
Pos. 49°41,4'N 001°44,5'W
Großer, sehr geschützter, vielseitig genutzter Hafen: Fähren, Handelsschiffe, Fischerei, Marine, Yachten … in 7 verschiedenen Hafenteilen. Sehr große und perfekt ausgestattete Marina, die bei jedem Wasserstand angelaufen werden kann. Lichtsignale in der Ansteuerung wegen Fährbetrieb beachten! Infrastruktur in jeder Hinsicht hervorragend. Interessante Innenstadt mit zahlreichen Geschäften, Restaurants, Kneipen…
VORSICHT: Auf dem weiteren Weg nach Südwesten in Richtung St. Malo muß das strömungsreiche Raz Blanchard zwischen der Insel Alderney (frz. Aurigny) und dem Festland befahren werden. Bei Wind gegen Strom bilden sich hier schnell hohe Brecher, denn der Strom erreicht bei Nippzeit 3-4 Knoten und bei Springzeit 6-8 Knoten. Es ist unbedingt notwendig, seinen Kurs unter Berücksichtigung von Tidenkalender und Stromatlas zu berechnen! Schon ab 4 Bft. entstehen Brecher sofern der Wind gegen die Tide steht. Hingegen kann man auch bei 7 Bft. noch das Raz befahren, sofern Wind und Tide in dieselbe Richtung setzen.
Quelle: Wilfried Krusekopf
Carteret
Pos. 49°22,5'N 001°47,2'W
Mittelgroße Marina am Rande eines kleinen verschlafenen Ortes. Zufahrt über ein Sill, das etwa 2 h vor HW öffnet und ebenfalls 2 h nach HW schließt. Wenig Infrastruktur, schlechte Einkaufsmöglichkeiten. Lohnt den Besuch nur zum Ausschlafen, falls die Tide stimmt.
Quelle: Wilfried Krusekopf
Granville
Pos. 48°50,2'N 001°37'W
Großer Fischerei- und Yachthafen, mit einfacher Ansteuerung und tidenunabhängigen Liegeplätzen an Schwimmpontons. Allerdings, wie die meisten Häfen der Normandie ebenfalls hinter einem Sill gelegen, das nur etwa von 3h vor bis 3h nach HW öffnet. Pegel ist gut auch bei Nacht ablesbar. Sehr gute Infrastruktur für Reparaturen und Einkauf. Viele nette Lokale entlang der Hafenfront.
Quelle: Wilfried Krusekopf
Weitere französische Küsten:
Mittelmeerküste
Golf von Lion
Korsika
Straße von Bonifacio
Lokale Winde rund Korsika
Französische Westküste / Biskaya
Normandie
Der Ärmelkanal
Die Straße von Dover
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