EUROPÄISCHES SEGEL-INFORMATIONSSYSTEM
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Der Humboldtstrom

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Der Humboldtstrom (Bild: ChristopherM   Großbild klick!
Der Humboldtstrom (engl. Peru Current) ist eine kalte Meeresströmung an der Westküste Südamerikas, benannt nach dem deutschen Naturforscher Alexander von Humboldt. Er fließt von der Antarktis parallel zu den Anden nach Norden. Der Humboldtstrom wird durch die ablandigen Südostpassate in Gang gehalten.

Schon sehr früh gab es Überlegungen, dass der trockene Küstenstreifen in Südamerika mit Wind und den Wasserströmungen in Zusammenhang steht. Dieses Thema wurde jedoch erst von Alexander von Humboldt wissenschaftlich behandelt: Er maß 1802 die Temperatur des Wassers vor der peruanischen Küste. Dabei stellte er fest, dass ein kalter nach Norden setzender Strom besteht, der jedoch nur eine schmale Strömung vor der Küste darstellt. Diese Strömung wurde ihm zu Ehren Humboldtstrom benannt.

Der Humboldtstrom basiert auf mehreren Ursachen:
- Ein stationäres Hochdruckgebiet in der Nähe der Osterinseln bewirkt einen steten, nach Nordwesten gerichteten Wind. Dieser Wind befördert das Oberflächenwasser vom Land fort, dadurch kann das kalte Tiefenwasser der Antarktis an die Meeresoberfläche aufsteigen. Dieser Vorgang wird auch als Upwelling bezeichnet.
- Das nach Norden strömende Wasser wird durch den Südostpassat erfasst und nach Westen transportiert, wo es in den Südäquatorialstrom übergeht. Durch den Nordäquatorialstrom kann das Wasser nicht weiter nach Norden driften und muss somit vor den großen Inseln Indonesiens und Neuguinea sowie dem australischen Kontinent nach Süden ausweichen.
- Das durch das Eis der Antarktis abgekühlte Wasser sinkt in die Tiefe und wird am Grund von dem ständig weiter absinkenden Wassermassen nach Norden gedrückt.
- Die Corioliskraft bewirkt auf der Südhalbkugel eine Ablenkung der Strömungen nach links, sodass das Oberflächenwasser eine ablandige Tendenz erhält, die sich zur Tiefe hin verstärkt.

Die relativ niedrige Temperatur des Humboldtstroms beeinflusst auch das Klima der angrenzenden Küstenabschnitte. Abkühlung der unteren Luftschichten oberhalb der Meeresoberfläche führt zur Kondensation der aus westlichen Richtungen heranströmenden Luft. Diese verliert somit bereits vor dem Übertritt auf das südamerikanische Festland einen großen Teil ihrer Luftfeuchte. Als verbreitetes Phänomen treten in vom Humboldtstrom betroffenen Meeresgebieten Küstennebel auf.

Durch das kalte Meerwasser kühlt auch die Luft ab. Den Küstenbereich des Humboldtstroms bilden deshalb niederschlagsarme Wüstengebiete, wie zum Beispiel die Atacamawüste in Chile.

Das System wird beim Einsetzen der Gegenströmung El Niño beeinträchtigt. Dieses Phänomen tritt im Abstand von mehreren Jahren jeweils in der Weihnachtszeit auf und treibt wärmeres Wasser aus nördlicheren Breiten dem Humboldtstrom entgegen. Dadurch wird das bestehende Ökosystem erheblich gestört.



Weblinks:
Der Humboldtstrom in Wikipedia


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Schlagwörter: Humboldtstrom, Peru Current, Alexander von Humboldt, Chile, El Niño, Globales Förderband, Meeresströmung, Südamerika, Wüste, Segeln, wind, windbedingungen, revierinformation


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