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Ostsee: Die Kadet-Rinne

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Die sogenannte Kadetrinne (dänisch: 'Kadetrenden') zwischen Rostock und dem dänischen Gedser gilt als einer der meistbefahrenen Seewege der Welt. Sie wird jährlich von etwa 65.000 Frachtschiffen, Tankern, Fähren und Fischtrawlern befahren (Stand 2007). Sie hat einen sehr hügeligen Meeresboden mit teils steilen Kanten. Unter anderem wegen des Gedser Riffs auf der dänischen Seite der Rinne verringert sich der schiffbare Bereich an der schmalsten Stelle je nach Tiefgang der Schiffe zwischen 500 bis 1000 Meter; gleichzeitig wird ein Kurswechsel von etwa 90° erforderlich.
Immer wieder kam es am Rand der Rinne zu Schiffshavarien, die bislang jedoch meist glimpflich verliefen.
Die Kadetrinne ist ein unfallträchtiges, enges Fahrwasser, in dem es schön öfter in der Vergangenheit zu Kollisionen oder Strandungen kam. Die Gefahr für Schiffe besteht in der Flachwassernase, die kilometerweit von der Falsterspitze bei Gedser bis an das 17 bis 22 Meter tiefe Fahrwasser der Kadetrinne heranragt. Schon kleinste Navigationsfehler können hier zum Auflaufen führen. Zudem versuchen immer wieder Schiffsführer aus Zeit- und Kostengründen den Umweg um das Flachwasser abzukürzen. Seit 1990 einschließlich des jüngsten Zusammenstoßes kam es hier zu 19 Schiffsunfällen, davon allein neun in den letzten beiden Jahren.
Das Gewässer diente früher der dänischen Kriegsmarine als Manövergebiet. Der Name hält die Erinnerung daran wach, er heißt auf dänisch "Kadettenrinne".

Die Ostsee wies 2007 7 Prozent des weltweiten Seetransportaufkommens aus. Bis 2015 wird sich das Transportaufkommen voraussichtlich verdoppeln. Spätestens seit Russland den Erdölhafen Primorsk weiter ausbaut steigt das Risiko einer erneuten Schiffskatastrophe in der engen Wasserstraße, denn der Verkehr in der Rinne nimmt dadurch weiter zu. Für beladenen Tanker ist Kadetrinne der einzige Weg Richtung Nordsee und Atlantik.

Im Juli 2007 nahm man mit der DENEB, eines der fünf Vermessungs-, Wracksuch- und Forschungsschiffe des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH), eine Neuvermessung der Kadetrinne vor. Die Vermessung wurde im Dezember 2007 abgeschlossen. Mit Fächerecholot, Seitensichtsonar und Echolot wurde der Meeresboden flächendeckend in höherer Auflösung (Dichte) als bisher aufgenommen. Dabei wurden etwa 20 bisher unbekannte Objekte auf dem Meeresgrund identifiziert, davon den größten Teil im dänischen Seegebiet und auch zahlreiche geologische Strukturen wie Hügel und Täler neu entdeckt.



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Seekarte Kadetrinne   Großbild klick!










Vermessungsschiff 'Deneb'   Großbild klick!
Tanker zum zweiten Mal(!) in der Kadet-Rinne gestrandet
(29.11.2004) - Auf der dänischen Seite der Kadet-Rinne ist in der Ostsee am 29. November der unter Bahamas-Flagge laufende Tanker "Clement" auf Grund gelaufen. Das Schiff war mit einer Ladung von 55.000 Tonnen Öl unterwegs von Estland nach Spanien. Hilfsschiffe sind beim Havaristen eingetroffen, jedoch erschweren hoch gehende See zusammen mit Niedrigwasser die Bergungsarbeiten. Dasselbe Schiff war bereits am 6. März 2000 in der Kadet-Rinne gestrandet. Damals hatte es rund 59 000 Tonnen Schweröl geladen. Vier Spezialschiffe liefen damals vorsorglich zur Bekämpfung einer möglichen Ölverschmutzung der Ostsee aus. Nach zwei Tagen wurde der Tanker freigeschleppt.
Quelle: Tim Schwabedissen

29. März 2001 - Nach der Kollision eines Frachters mit dem Öltanker «Baltic Carrier» zwischen der dänischen Insel Falster und der Halbinsel Darß laufen mindestens 1000 Tonnen Öl in die Ostsee. Der zypriotische Zuckerfrachter hatte bei dem Zusammenstoß ein etwa 50 Quadratmeter großes Loch in die Außenwand des Tankers gerissen.

16. Februar 2001 - Vor der Ostseeinsel Hiddensee kollidiert ein Frachtschiff mit einem leeren Öltanker. Dabei hatte der unter maltesischer Flagge fahrende Frachter «Maria» den russische Tanker «Lena Neft» an der Backbordseite gerammt. Beide Schiffe konnte den Angaben zufolge ihre Fahrt ohne Hilfe fortsetzen.

27. Januar 2001 - Der chinesische Massengutfrachter «Friendly Ocean» läuft auf Grund. Schleppern gelingt es nach zwei Tagen, das 220 Meter lange Schiff wieder flott zu machen und in tieferes Wasser zu ziehen.

9. Oktober 2000 - Der zypriotische Massengutfrachter «Stone Topaz», läuft in der Kadetrinne auf Grund. Das 230 Meter lange Doppelbodenschiff konnte frei geschleppt werden. Berichten zufolge soll der Kapitän des Frachters mit veralteten Seekarten gefahren und deshalb auf Grund gesteuert sein.

6. März 2000 - Der Tanker «Clement» läuft auf Grund. Das Schiff unter der Flagge der Bahamas hatte rund 59 000 Tonnen Öl geladen. Vier Spezialschiffe liefen vorsorglich zur Bekämpfung einer möglichen Ölverschmutzung der Ostsee aus. Nach zwei Tagen wurde der Tanker freigeschleppt.

12.05.01: Darßer Ort - Zwölf Seemeilen vor der Ostseeküste Mecklenburgs läuft der 200 Meter lange Schüttgutfrachter unter Flagge Zyperns, der mit Zement von Schweden nach Florida unterwegs ist, auf Grund. Gravierenden Beschädigungen am Schiff wurden nicht festgestellt. Der Havarist lag im dänischen Hoheitsgebiet fest und wurde am 15.05.01 von drei Schleppern wieder freigeschleppt.



Greenpeace: Tankerunglück in der Ostsee nur eine Frage der Zeit
Freitag, 22. November 2002, 23:23 Uhr
Hamburg - Ein schweres Tankerunglück an der deutschen Ostseeküste, vergleichbar mit dem der «Prestige» in Spanien, ist nach Einschätzung von Greenpeace nur eine Frage der Zeit. Besonders gefährdet sei die Kadetrinne zwischen der deutschen Halbinsel Darß (Mecklenburg-Vorpommern) und der dänischen Insel Falster, heißt es in einer Mitteilung der Umweltschutzorganisation vom Freitag.

Die Kadetrinne ist eine der am stärksten befahrenen Schifffahrtsrouten in Europa ohne Lotsenpflicht. Am 6. November hatte laut Greenpeace auch die «Prestige» die Kadetrinne passiert. Jährlich befahren rund 63 000 Schiffe die unsichere Stelle. «Statistisch gesehen fährt vor Rügen täglich eine schwimmende Zeitbombe vorbei, ein Uralt-Tanker wie die 26 Jahre alte 'Prestige'». Wenn es hier zu einem Unfall kommt, dann ist die Küste von Lübeck über Rostock und Rügen bis nach Usedom gefährdet», sagte Greenpeace- Schifffahrtsexperte Christian Bussau. «Wir brauchen in ganz Europa entlang der Tankerrouten Sicherheitshäfen, in die man verunglückte Schiffe bringen kann. Und alle Tanker, die älter sind als 20 Jahre, müssen aus dem Verkehr gezogen werden», sagte Bussau.

Der Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes in Lübeck, Heinz- Jürgen Pohl, schloss auf Befragen der «Süddeutschen Zeitung» nicht aus, dass es auch an deutschen Küsten zu einer Ölpest kommen könne. «Überall, wo Verkehr ist, gibt es Unfälle.» Allerdings sei der Untergrund der Ostsee sandig. Damit sei die Wahrscheinlichkeit geringer, dass ein Tanker wie die «Prestige», dessen Rumpf nur aus einer Hülle besteht, bei Grundberührung so beschädigt werde, dass das Schiff auseinander breche.

Seit 1990 sind in der Kadetrinne mehr als 20 größere Schiffe auf Grund gelaufen oder kollidiert. Der Tanker Baltic Carrier war im Frühjahr 2001 von einem Frachter gerammt worden. Dabei waren 1900 Tonnen Schweröl ausgetreten.



Bermudadreieck Kadetrinne
Dienstag, 26.06. 2001, 06:37:42 Uhr
Die dänische Seesicherheit untersucht, ob der Tankerunfall in der Ostsee auf elektromagnetische Störungen durch Starkstromkabel zurückzuführen ist

KOPENHAGEN Bei der Suche nach den Ursachen des Tankerunglücks in der Ostsee vom Frühjahr verdichten sich Vermutungen, dass ein Unterwasserkabel der eigentlich auslösende Faktor des Unfallhergangs gewesen sein könnte.

Nun nimmt die Behörde Messungen vor, mit denen sie herausfinden will, ob die unerklärliche Störung der Steuersystems durch Elektrosmog verursacht worden sein könnte. Die Vermutung: Elektromagnetische Störungen, die von dem Starkstromkabel zwischen Schweden und Dänemark, das genau am Unfallort die Kadetrinne kreuzt, ausgelöst wurden, hätten die Technik der "Baltic Carrier" veranlasst, "verrückt" zu spielen. Bekannt ist, dass Kompasse in der Nähe von Starkstromkabeln völlig falsche Werte angeben: In Seekarten ist das 600 Megawatt-Kabel mit einem ausdrücklichen Hinweis auf mögliche Kompassabweichungen von bis zu 70 Grad vermerkt.

Niels Mogensen von der Seesicherheitsbehörde weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass im Laufe der letzten Jahre kleinere Schiffe wiederholt gemeldet hätten, sie seien im fraglichen Seegebiet von "mystischen" technischen Störungen betroffen worden.

1995 legte der Ingenieur Per E. Pedersen in der dänischen Fachzeitschrift Ingeniören Berechnungen vor, wonach es auf den genauen Winkel ankomme, mit dem ein Schiff in der Kadetrinne das Kabel kreuzt. Er warnte dabei davor, dass das Steuersystem eines Schiffes, das mit einem sehr schrägen Winkel in das Elektrofeld hineingerate, aus seinem Kurs gebracht werde und stattdessen der Richtung des Kabels folge. Genau das war der "Baltic Carrier" bei ihrer unkontrollierbaren Kursänderung passiert, die das Unglück herbeiführte.




Weblinks:
Die Kadetrinne in Wikipedia
Weihnachten in der Kadetrinne
Die Schrottgasse der Ostsee

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Schlagwörter: Kadetrinne, Kadetrenden, Ostsee, Gedser, Schiffshavarie, Kollision, Strandung, Navigation, Schiff, Schiffe

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