EUROPÄISCHES SEGEL-INFORMATIONSSYSTEM
Der MILLSTÄTTERSEE (Satbild) ist Kärntens zweitgrößtes Gewässer und ein wichtiger Bestandteil des Erholungsgebietes Nockgebiet/Kleinkirchheim. Er liegt in unmittelbarer Nähe von Spittal an der Drau. Sein Nordufer ist - wie in Kärnten üblich - mit privaten Häusern dicht verbaut, nicht jedoch das Südufer, das beinahe überall frei zugänglich ist.
Über den OSSIACHERSEE (Satbild) könnte man sagen, dass er ein wenig unter der Nähe des großen Wörthersee leidet, was allerdings nicht alle, die in dieser Region wohnen betrübt.
Der ursprünglichste der großen Kärntner Seen ist zweifellos der WEISSENSEE (Panoramabild), im Westen des Landes. Mit seiner extremen Tallage und Großteils unverbauten Ufern, würde er gut in das Salzkammergut passen. Aufgrund seiner Seehöhe von 930 m gehört er auch zu den kälteren Kärntner Seen. Hier fehlt jene Hektik, die das Flair mancher anderer Seen ausmacht, weshalb sich viele Urlauber am WEISSENSEE besonders wohl fühlen.
Taucher schätzen den See wegen seines klaren Wassers. Für sie ist ein
abgerutschter Berghang am Südufer des östlichen Sees besonders interessant.
Es gibt dort viel zu sehen, beispielsweise die gut erhaltenen Reste der ebenfalls mit
abgerutschten Bäume und auf jeden Fall Fische, aber solche mit mindestens einem
Meter Länge und riesengroßen Augen und scheunentorgroßen Mündern und .....
Zumindest hört man dies am Stammtisch der Alten Post.
Geschichten die sich schon der SCHLAPFENSCHUPFSCHORSCHE und der
BRUCKNPUTZPEPPE erzählt haben mögen, die unvergeßlichen Figuren des
Wilhelm Rudnigger, die mit markigen Aussprüchen wie - AUWEI , SCHREIT DO
DER VALTE, DES IS NIT DER TEIFL, DES IS MEI ALTE die bissigen Worte über das
WEIB kreierten.
Eines ist jedenfalls sicher, keiner der beiden war ein Segler, obwohl der Segelsport in Kärnten sehr lange Tradition hat. Glaubt man der Chronik, so soll der aus Villach stammende Abt des Stiftes Ossiach, Andreas Hasenberger, bereits im 16 Jahrhundert eine Flotte - von Segelschiffen - betrieben haben. (An einer " Regatta " soll der Sohn Kaiser Karl V., Johann der WAHNSINNIGE teilgenommen haben - oder ist dies nur Seglerlatein ?)
Segeln war einst ein Nobelsport und da die beginnende Neuzeit der Gesundheit
feiner Herren recht abträglich war, dauerte es weitere 300 Jahre bis erneut
Segelboote auf einem Kärntner See auftauchten. Diese befanden sich klarerweise am
Wörthersee und in der Hand des Adels. Zum Beispiel in der von Robert Freiherr von
Walterskirchen oder jener von Freiherr von Lango-Liebenstein, die mehrere Yachten
besaßen und sich auf diese Art die Zeit auf ihren prächtigen Anwesen am See
vertrieben. So wurde der Wörthersee zum Zentrum des Kärntner Segelgeschehens.
Der WIND, ein seltener GAST
Bevor man über Wind und Wetter in Kärnten spricht, muss man bedenken, dass die Lage Kärntens im Bereich der Südabdachung der Alpen und die ausgeprägte Beckenform gewisse klimatische Eigenheiten bedingen.
Grundsätzlich gehört der Süden Österreichs zur
gemäßigten Klimazone Mitteleuropas, allerdings wird dieses
Klima durch Landschaftsrelief und lokale Gegebenheiten modifiziert. Da die meisten
Gebirgsketten eine West - Ost Erstreckung aufweisen, haben die Hänge ausgeprägte
Sonnen- und Schattenseiten (beziehungsweise LUV- und LEESEITEN). Die Lage der
Hänge ist daher von großer Bedeutung für Bestrahlung, Niederschlag, und in weiterer
Folge für die (thermischen) Winde.
In Kärnten überwiegen eindeutig die Wetterlagen mit (süd-) westlichen Strömungen, wobei die ostwärts ziehenden Tiefdruckgebiete nördlich der Alpen kaum Einfluß
haben, die vom Mittelmeer kommenden aber schon. Vor allem das GENUA - TIEF
macht sich in Kärnten mit Schlechtwetter bemerkbar.
Unsichere Wetterlage bringt meist frischere West-, beziehungsweise Südwestwinde
(3 bis 6 Beaufort), die - im Frühjahr oder Herbst - auch mehrere Tage andauern
können.
Herrscht Schönwetter rechnet man in Kärnten allgemein mit Ostwinden (2 bis 3 Beaufort, relativ selten bis 4), die aber meist am Nachmittag und leider nicht besonders regelmäßig einsetzen. Abgelenkt durch Berge und Täler kommen diese Winde stellenweise auch aus Südost oder Nordost. Das sonstige Windgeschehen beschränkt sich in Kärnten letztlich auf sommerliche Gewitter, die meist von böigen Winden begleitet werden. Sie erreichen oft mehr als 6 Beaufort, sind für Segler nicht ungefährlich und bescheren den Segelsurfern meist ihre - seltenen - sommerlichen Hocherlebnisse.
Für Segler findet man in Kärnten in erster Linie im Frühjahr (April bis Mai) eine
brauchbare Windsituation, während sich in den Sommermonaten praktisch nichts tut.
Die Windtage lassen sich an allen fünf Fingern abzählen. Im Herbst ist die Situation wieder besser, es sei denn der sogenannte "Altweiber Sommer" macht den Seglern einen Strich durch die Rechnung. Die dann vorherrschende stabile Hochdrucklage kann oft wochenlang durchstehen und auch im September und Oktober für eine Serie bildschöner, leider windloser Tage sorgen.
In der Praxis lassen sich aber alle Kärntner Seen nicht über einen Kamm scheren und es gibt natürlich lokale Unterschiede. Während die Schönwetterthermik für herrlich schöne frische Winde sorgt (beispielweise der Rosenwind am Attersee, der Brunnwind am Wolfgangsee oder die berühmt berüchtigte ORA am Gardasee) ist es in Kärnten auch in diesem Punkt schlecht bestellt. Allerdings nicht überall, denn an Seen die von höheren Bergen umgeben sind wie etwa der OSSIACHERSEE oder der
FAAKERSEE , findet man ausgeprägtere thermische Winde. Vor allem dann, wenn
auf den Berggipfeln noch Schnee liegt. Darüber hinaus können auch Fallwinde , wie
beispielweise am FAAKERSEE, wo der Wind manchmal böig vom Mittagskogel pfeift,
das lokale Wettergeschehen beeinflussen
BOOTSKLASSEN: Leichtwindeigenschaften sind gefragt
Die Kärntner Seen sind ausgesprochene Leichtwind-Reviere, weshalb hier früher
Boote wie die Van de Stadt Konstruktion SUNBEAM 22 den See beherrschten, Heute
sind Boote um 9 Meter keine Seltenheit. Aufgrund der bescheidenen
Windverhältnisse sind sogenannte BINNENRIGGS besonders gefragt. Zu den
Rennern zählen heute AKROS (mit 13 und 14 Meter hohen Masten) M1, M2, ASSO,
SPRINT, SURPRISE, SPRINTA SPORT sowie ein 30 m2 Schärenkreuzer mit einem
40er Rigg. Bei den Kielbooten erfreut sich besonders das H-Boot großer Beliebtheit.
Am Sektor olympischer und sonstiger Klassenboote trifft man in Kärnten
hauptsächlich auf STARE. Sonst gibt es noch einige DYAS, AQUILAS, DRACHEN,
LACUSTRES, sowie Jollen: 420er, 470er, PIRATEN und LASER.
An den Kärntner Seen sind Kajütboote stark vertreten. Man trifft sie hier in der
Größenordnung zwischen 20 und 25 Fuß an - und das, obwohl es in Kärnten seit
Jahren ein Nächtigungsverbot am See gibt.
REGATTEN: Yardstick ist Trumpf
Der chronische Windmangel begünstigt nicht gerade das Regattageschehen in
Kärnten, obwohl Regatten hier Tradition haben und engagierte Clubs am Werk sind.
Die Regattatätigkeit konzentriert sich auf Wörther- und Ossiachersee und es sind
vornehmlich Yardstickregatten, die das Interesse der Segler wecken.
Hier erfreuen sich besonders die " 24 Stunden Regatta " (Kärntner Yacht Club
Klagenfurt) und das " BLAUE BAND " (Klagenfurter Segelverein Loretto) großer
Beliebtheit. Zu den weiteren großen Regatten zählen noch der " SILBERNE
SCHWAN " (KSVL) der "GROSSE PREIS von VELDEN " (Yacht Club Velden) - die "
EINHANDREGATTA " (KYCK) und die beiden " LANGEN WETTFAHRTEN " (Union
Yacht Club Wörthersee und Kärntner Yacht Club Pörtschach).
Zu den Regattahighligts am Ossiachersee gehören die " LANGE " und die " HALB-
LANGE WETTFAHRT " die alljährlich vom Kärntner Yacht Club Ossiacher See
veranstaltet wird.
STATISTIK
MILLSTÄTTERSEE
Seehöhe: 588 m , Fläche 13.3 km2, Größte Tiefe: 141 m
Durchschnittliche Wassertemperatur im August 25 Grad.
SEGELCLUB
KÄRNTNER YACHT CLUB MILLSTÄTTERSEE - Clubanlage in Seeboden
SEGELSCHULEN
Millstatt - Döbriach - Seeboden
SURFSCHULEN
Millstatt - Döbriach - Seeboden
WASSERSKISCHULEN
Millstatt - Döbriach - Seeboden - Rothenthurn
TAUCHSCHULEN
Millstatt - Seeboden
GEMEINDEÄMTER
Millstatt - Radenthein/Döbriach - Seeboden - Spittal/Drau
Der WEISSENSEE
Seehöhe: 930 m, Fläche: 6,5 km2, Größte Tiefe: 99 m
Durchschnittliche Wassertemperatur im August 24 Grad
SEGELSCHULE
Techendorf
SURFSCHULE
Techendorf - Mösel
WASSERSKISCHULE
Techendorf
TAUCHSCHULE
Techendorf
GEMEINDÄMTER
Techendorf - Zlan
Der OSSIACHERSEE
Seehöhe: 501, Fläche 10,8 km2, größte Tiefe: 52 m
Durchschnittliche Wassertemperatur im August 27 Grad
SEGELCLUB
KÄRNTNER YACHT CLUB OSSIACHERSEE - Clubanlage in Bodendorf
SEGELSCHULEN
Steindorf - Annenheim - St. Andrä
SURFSCHULEN
Steindorf - Bodensdorf - Annenheim - St. Andrä
WASSERSKISCHULEN
Sattendorf - Steindorf-Siegl - Annenheim - Sattendorf
GEMEINDEÄMTER
Bodensdorf - Sattendorf - Villach
Weblinks: