Linosa ist die nördlichste der drei
Pelagischen Inseln im Mittelmeer.
Die Insel ist etwa 5 km² groß und liegt 170 km südlich von
Sizilien, 160 km östlich von Tunesien und 140 km westlich von
Malta. Dominiert wird sie von drei erloschenen Vulkankratern: Monte Vulcano (195 m), Monte Rosso (186 m) und Monte Nero (107 m).
Die Insel gehört zur Gemeinde Lampedusa e Linosa in der italienischen Provinz Agrigent auf Sizilien. Aktuell wohnen 490 Menschen auf Linosa (Stand 2007).
Im Vergleich zu den Nachbarinseln
Lampedusa und Lampione ist Linosa reich an Vegetation. Hier wachsen vor allem Mastixbäume, Feigenkakteen und einige endemische Pflanzen wie die Valantia calva, die es nur auf Linosa gibt.
In den fischreichen Gewässern leben auch Karettschildkröten, die an den Stränden der Insel ihre Eier ablegen. Um die vom Aussterben bedrohte Tierart zu schützen und die Bestände wieder zu mehren, wurden 2002 weite Teile der Insel unter Naturschutz gestellt.
Linosa war schon in der Antike bekannt, zeitweise auch bewohnt und erhielt im Lauf seiner Geschichte verschiedene Namen. In römischer Zeit diente es als Stützpunkt für die Schiffe der Sklavenhändler, später der Piraten.
Den Namen Linosa erhielt die Insel von Kapitän Sanvisente, der 1845 im Auftrag von Ferdinand II. mit etwa 40 Männern und Frauen an Land ging, um die Insel zu besiedeln. Damals hausten die Siedler in Höhlen und nutzten die alten römischen Zisternen zur Wassergewinnung. Sie lebten von der Landwirtschaft und vom Fischfang.
In den 1960er Jahren wurde von Sizilien aus ein Telefonkabel nach Linosa gelegt, ein Kraftwerk errichtet und eine Schule eröffnet, 1973 wurde eine Meerwasserentsalzungsanlage installiert.
Wirtschaftliche Grundlage der Bewohner sind noch heute der Fischfang und die Landwirtschaft. Auf den fruchtbaren Vulkanböden werden Weinreben, Linsen und Kapern angebaut. Daneben gewinnt der Tourismus immer mehr an Bedeutung. Es gibt einige Hotels, Pensionen und Campingplätze.
Erreichbar ist Linosa mit einer Fähre von Porto Empedocle aus. Die Überfahrt dauert etwa sechs Stunden. Allerdings dürfen in der Hauptsaison von Juni bis September keine touristischen Autos anlanden. Zwischen Linosa und Lampedusa verkehren mehrmals täglich Tragflügelboote. Von Lampedusa aus gibt es eine Flugverbindung nach Palermo.
Hier gibt es keine Häfen, Anlegemöglichkeiten bietet der "Scalo Vecchio" im Süden der Insel. Bei gutem Wetter können Sie sich einige Tage im Kessel eines alten Vulkanes aufhalten, der unter dem Namen "Cala Pozzolana di Ponente" bekannt ist und von einem Szenarium an gelben und roten Felsen umgeben ist, die Schutz vor Süd-Ost- und Nord-West-Winden bieten.
Bei Südwinden sollten sie eher in der "Cala Manarazzo" im Norden der Insel vor Anker gehen. Sie finden hier eine kleine Mole mit Tiefen bis zu 5 Metern.
Wir raten, in der Nähe des Leuchtturms an der Küste entlang zu schwimmen, da Sie hier einige natürliche Schwimmbäder inmitten der schwarzen Lava finden.
Es gibt einen Campingplatz auf Linosa (allerdings mit rationiertem Wasserverbrauch), Privatzimmer und sogar ein Hotel.
Auf Linosa herrscht ein im Sommer sehr heißes, im Winter warmes trockenes Klima. Es gibt nur geringe Niederschläge. Es weht fast immer Wind, entweder der kalte
Mistral aus dem Nordwesten oder der heiße
Scirocco aus dem Süden.