Die Segelsaison am Möhnesee beginnt am 15. März und endet am 15. November eines jeden Jahres.
Es darf auf folgenden Becken (Unterteilung durch Brücken bzw. Dämme) gesegelt werden (von West nach Ost):
"Sperrmauer-Becken" (außer südlicher Bereich = Naturschutzgebiet)
"Delecker Becken" (zwischen Delecker Brücke und Fußgängerbrücke Körbecke)
"Körbecker Becken" (zwischen Fußgängerbrücke Körbecke und Stockumer Damm)
Wameler Becken" (östlich des Stockumer Damms)
Wenn sich zwei Segelboote auf entgegengesetztem Kurs unter Spinnaker fast begegnen, könnte
der See, auf dem dies hier und da passiert, der
Möhnesee sein.
Der umliegende Arnsberger Wald
sorgt für Winde aus fast allen Richtungen.
Der Möhnesee - unter seinen Freunden liebevoll
auch "Westfälisches Meer" genannt - wurde 1913
nach nur fünfjähriger Bauzeit fertiggestellt. Er
wurde zur Hauptstütze der Wasserversorgung
des Ruhrgebietes und kann bis zu 135 Millionen
Kubikmeter Wasser aufnehmen.
Auch heute
noch ist er mit über 25% Anteil am Gesamtstauraum
aller Talsperren im Einzugsgebiet der Ruhr
ein wesentliches Element zur Steuerung der
Wasserführung der Ruhr, aus deren fließender
Welle die für die Wasserversorgung benötigten
Mengen entnommen werden.

Dieser Umstand läßt ahnen, welche Konsequenzen
sich für den Segler hieraus ergeben: Ist das
Frühjahr mit ausreichenden Regenfällen gesegnet,
läßt das Segeln auf dem Möhnesee kaum
Wünsche offen; bleibt der Regen jedoch aus,
leert sich der ca. 9 km und 1,5 km breite See so
bedenklich, daß die Breite sich drastisch reduzieren
kann.
Die Gesamtlänge des Möhnesees läßt
sich jedoch nur von kenterwilligen Jollenseglern
erkunden. Der Vordamm in Stockum sowie zwei
Brücken teilen den Möhnesee in vier nahezu
gleich große Becken auf. Für die von großen
Wasserflächen verwöhnten Segler aus dem Süden
vielleicht unverständlich, tummelt sich hier
dennoch eine vom Ruhrverband regulierte Anzahl
von Seglern - motoren ist verboten - an diesem
See.
Der wohl älteste Club, der Yachtclub Möhnesee,
befindet sich nur 300 m von der Staumauer entfernt
in einer gut geschützten Bucht. Eine bunte
Mischung von Segelbooten - vom Drachen über
Folke- und H-Boote, Larsen und den am See dominierenden
Dehler-Yachten - prägt das Bild. Die
regen Regattaveranstaltungen des Traditionsclubs
werden jedoch von dem sehr agilen
Yacht-Club Westfalia Arnsberg (YCWA) im 2.
Becken zwischen Delecker Brücke und Fußgängerbrücke
noch übertroffen.
Hier ist auch die größte International 806 Flotte
des Möhnesees mit 5 Booten zu Hause. Der engagierten
Vereinsführung und Jugendarbeit ist es
zuzuschreiben, daß ein großes Optimistenfeld für
den Nachwuchs in den Vaurien-, Korsaren- und
Laserklassen sorgt. Der deutsche Vizemeister bei
den Lasern, Guido Schneider, sowie der deutsche
Meister im See-Segeln, Karl Dehler, sind
hier Mitglied. Bei den 128 Vereinswasserliegeplätzen
dominieren die Yachten der nahegelegenen
Dehler-Werft.
Zu den interessantesten Regatten auf dem Möhnesee
gehört der Geronimo-Cup (siehe auch Bericht
in der Yacht 1/97).
Neben interessanten Preisen und einer zünftigen
Segler-Party ist das Regattafeld mit bis zu 80
Booten meist gut besucht. Bei ausreichendem
Wind starten bis zu drei Wettfahrten, die bislang
noch keine 806 gewinnen konnte...
Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Wir
werden unser Glück jedenfalls erneut versuchen.
Vielleicht kann ich mit meiner Möhnesee-Kurz-
vorstellung den Einen oder Anderen dazu motivieren,
uns mit seinem Boot zu besuchen - als
Regattateilnehmer oder als Gast. Gastliegeplätze
sind im YCWA sowie in anderen Vereinen immer
möglich, das Ein- und Auskranen unkompliziert,
Voranmeldung ist jedoch notwendig.