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Müllstrudel

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Vermüllte Kuste Dominikanischen Republik   Großbild klick!
Müllstrudel ist eine Bezeichnung für Wirbel im Ozean, in denen sich gigantische Müllteppiche angesammelt haben. Dem Nordpazifikwirbel (engl. „North Pacific Gyre“) hat dieses Phänomen den Beinamen „Great Pacific Garbage Patch“ eingebracht.
Durch Meeresströmungen entsteht ein subarktischer Meereswirbel, in dem sich Zivilisationsmüll ansammelt. Die Fläche der Ausdehnung entspricht etwa der Größe von Texas oder Mitteleuropas. Schätzungen zufolge zirkulierten Anfang 2008 etwa 100 Mio. Tonnen Kunststoffmüll (mit steigender Tendenz) in dem Müllstrudel.Er rotiert zwischen Nordamerika und Asien und wird von der Erdrotation sowie Winden angetrieben. Nach einer UNEP-Studie befinden sich heute bis zu 18.000 Plastikteile auf jedem Quadratkilometer Meeresfläche.
Der Frachter Hansa Carrier verlor am 27. Mai 1990 fünf Container mit 61 000 Turnschuhen. 1000 Seemeilen südlich von Alaska verlor ein Frachter einen Container mit 29 000 bunten Spielzeugentchen.
Im Jahre 1992 verlor das Frachtschiff Tokio Express, auf dem Weg von Hongkong nach Washington, 29.000 Lego-Spielzeugfiguren.[6] Seitdem werden etwa alle drei Jahre an die Strände in Alaska Teile dieser verlorenen Ladung angespült. Nach Berechnungen von Ebbesmeyer bewegt sich der Müll demnach mit elf Zentimetern pro Sekunde (entspricht 0,4 km/h) in seinem riesigen Kreis.

Die fünf größten zirkulierenden Meeresströmungen der Erde   Großbild klick!
Weitere Müllstrudel: Der subtropische Wirbel des Nordpazifiks ist der größte der fünf großen Strömungskreise in den Ozeanen. Doch das Müllproblem hat bereits auch andere Gebiete erreicht.
In der Sargassosee im Nordatlantik, einem weiteren Meeresstrudel, haben Wissenschaftler ebenfalls hohe Konzentrationen von Plastikmüll nachgewiesen.

Andreas Hanakamp, Skipper von Russian Team beim Volvo Rouend The World schreibt am 30.10.2008 (Position 1500 Meilen westlich von Kapstadt):
Im Meer schwimmt jede Menge Müll, merkwürdig. Kenne das vom Nordatlantik und hätte das hier nicht erwartet. Habe schon Kanister, Plastiksessel und anderes Zeug gesehen.


Erstmals hatte 1997 der kalifornische Umweltschützer Charles Moore auf den «Great Pacific Garbage Patch» im nördlichen Pazifik aufmerksam gemacht. Moore geriet auf der Rückkehr aus Hawaii mitten in den riesigen Müllstrudel.
Mülltrudel   Großbild klick!
Er beschrieb, dass sein Schiff eine Woche lang von unter der Wasseroberfläche treibenden Plasticfetzen begleitet wurde. Der nicht abbaubare Abfall gerate von den Küsten, aber auch von Schiffen in die Meeresströmungen und werde dort in kreisenden Strudeln herumgewirbelt. Seit 1997 habe das Problem sich vergrössert.
Millionen von Vögeln und Fischen seien beeinträchtigt, ein nicht geringer Teil des Plastics werde von den Tieren gefressen, sondere Giftstoffe ab und gerate so in die Nahrungskette. Laut Marieta Francis von der Algalita Marine Research Foundation, der Moore vorsteht, sind die Umweltschützer Moore und Rothschild der Meinung, das Abfallproblem müsse primär von den Küsten aus bekämpft werden. Da sich der Müllstrudel allerdings in internationalen Gewässern befindet, wird er von den Nationalstaaten wenig beachtet.


Weblinks:
Müllstrudel in Wikipedia
29.000 Quietscheentchen auf großer Weltreise



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Schlagwörter: Müllstrudel, Meeresströmung, Plastikabfall

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