EUROPÄISCHES SEGEL-INFORMATIONSSYSTEMRevierinformation für Segler: Der Traunsee / Österreich Wenn Sie weitere Informationen über dieses Revier haben oder Fehler entdecken oder ein Revier vermissen wenden Sie sich bitte an uns (Kontakt)!
Die Landschaft des Traunseegebiets ist äußerst vielfältig: Das Ostufer des Sees ist steil und sehr unzugänglich und daher wenig besiedelt. Es wird vom mächtigen und markanten Traunsteinmassiv (1.691 m) und anderen schwer zugänglichen Bergstöcken beherrscht. Das Westufer ist von ausgedehnten Wiesenlandschaften und Mittelgebirgsszenerien geprägt. Die stark bis mäßig bewaldeten Erhebungen des Westufers gehören zur Flyschzone und erreichen Höhen von 700 und 1.100 Metern (u.a. Gmundnerberg, Grasberg, Richtberg). Im Südwesten erhebt sich das Höllengebirge mit dem Feuerkogel und den Langbathseen, im Südosten das Tote Gebirge mit dem Offensee. Beide sind typische Karststöcke der Kalkalpen. Mit einer Länge von 12 km und Breite von 3 km umfasst der Traunsee eine Fläche von ca. 24,5 km². Die Traun fließt im Süden bei Ebensee in den Traunsee und verlässt ihn wieder im Norden bei Gmunden. Damals, als es noch keine Eisenbahn zwischen Attnang Puchheim und Stainach- Irdning gab, weil die felsigen Ufer im Süden des Traunsees dem Tunnelbau trotzten, geruhte der Kaiser auf der Fahrt in sein Sommerdomizil BAD ISCHL stets über den See zu reisen. Nur per Schiff war der direkte Weg von Nord nach Süd von Gmunden nach Ebensee möglich und die Fahrt über das schöne Gewässer hatte für den Kaiser eine besondere Bedeutung. Sie führte ihn nicht nur in das Zentrum des Salzkammerguts, sondern sein Herz auch auf dem schnellsten Weg zu Katharina Schratt. Die Bewohner des vielgerühmten und vielbesungenen Salzkammergut wurden überdies von der Natur in zweifacher Hinsicht beschenkt. Zur grandiosen Landschaft gesellt sich bedeutender Reichtum in Form von Salz, das schon die Kelten gewinnbringend abbauten, dem Salz verdankt die Region auch ihren Namen.
Von wo immer man sich dem Traunsee nähert, der Traunstein beherrscht das Bild. Dieser markante Berg wurde zu einem Wahrzeichen der Region und zieht alljährlich hunderte Touristen in seinen Bann. Meist wird der 1691 m hohe Berg von " Halbschuhtouristen " unterschätzt, was die einmalig negative Bilanz an Bergtoten leider beweist. Ostufer und südliches Drittel des Westufers sind relativ schroff und unzugänglich, doch der Rest des Traunseeufers wird von einer stattlichen Zahl von Ortschaften umsäumt. Die bekannteste ist zweifellos Gmunden " Tor des Salzkammergutes" und neben Bad Ischl eine der " METROPOLEN ".
Gmunden ist eine pulsierende Stadt, die sich aber ihren angenehm ländlichen
Charakter - mit allen seinen Vorteilen - bewahrt hat. Ein sauberes Ortsbild, einige
Sehenswürdigkeiten und nicht zuletzt die Gmundner- Keramik - Manufaktur haben
die Stadt über die Landesgrenzen hinaus berühmt gemacht.
Auf dem weg in den Süden passiert man Schloß ORTH, das romatische Wahrzeichen
von Gmunden und mit seiner Schloßkapelle der garantiert
wenig später erreicht man TRAUNKIRCHEN, dessen einmalige Lage auf der weit in den See hinein reichenden Landzunge vor der "Geißwand " jeden Besucher beeindruckt. Der " Industrieort " EBENSEE (Saline, chemische Fabrik) am südlichen Ende des Traunsee bildet den Schlußpunkt. Hier mündet auch die Traun, die im steirischen Teil des Salzkammergutes entspringt und sich ihren Weg durch den Hallstättersee über Bad Ischl bis hierher bahnt. Sie trägt die Hauptschuld, daß der mit 191 Metern außergewöhnliche tiefe See auch im Hochsommer nur mäßig warme Wassertemperaturen aufweist. Am steilen Ufer zwischen Traunkirchen und Ebensee wurden Straße und Eisenbahnverbindung zwar schon vor längerer Zeit fertiggestellt, die Bundesstraße im Bereich des " Steinernen Löwen " - ein weithin sichtbares und jedem Traunsee - Liebhaber bekanntes Denkmal - gilt aber nach wie vor als Nadelöhr. Vielleicht erfreut sich gerade deshalb die Traunsee Schiffahrt ungebrochener Beliebtheit bei Einheimischen und Gästen. Sie hat zwar nicht mehr die Bedeutung wie früher, wo neben der jährlichen Beförderung seiner Majestät vor allem der Salztransport ein lukratives Geschäft war. Der Bedarf an Schiffahrt war jedenfalls ausschlaggebend, daß der älteste Schaufelraddampfer der Welt die GISELA, revitalisiert wurde. Nebenbei ging ein Herzenswunsch der Traunseer in Erfüllung. Heute verkehrt das ehrwürdige Dampfschiff als viel bestaunte Sensation am See.
Am Traunsee gibt es vier Segelclubs wobei der UNION YACHT CLUB Traunsee in
Gmunden der älteste und renommierteste ist. Das Clubhaus an der Esplanade und
gegenüber Schloß Orth ist eines der schönsten in Österreich.
Die Segelclubs in Traunkirchen, Altmünster und Ebensee sind jünger aber nicht
minder aktiv. Neben diversen Staatsmeisterschaften und Klassenmeisterschaften
findet am Traunsee auch der Medien wirksame LIBERA CUP (SC Traunkirchen) statt.
Früher gab es auch die 24 Stunden Regatta, die mit bis zu 60 Schiffen lange Zeit gut
besetzt war und nur durch anhaltendes Wetter- und Windpech aus dem
Veranstaltungskalender gestrichen werden mußte.
Großen Spaß bereiten auch die Traunkirchner Segeltage, die derzeit Teilnehmer-
mäßig stärkste Regatta am Traunsee. Es ist eine Yardstick - Regatta, bei der zur
besseren Übersichtlichkeit in sieben Klassen gesegelt wird und der gesellige Aspekt,
im wesentlichen bestehend aus Bier, Tanz und Musi, im Vordergrund steht. Ein
besonderes Schmankerl bietet der Segel Club Traunkirchen mit der clubeigenen
Sauna, bei der man sich durch eine Falltür direkt in das kühle Naß des Sees
begeben kann. Es ist allerdings nur ein Gerücht, daß manche Regattateilnehmer nur
wegen der Sauna nach Traunkirchen kommen. STATISTIK
Der TRAUNSEE
SEGELCLUBS
SURFCLUBS
SEGELSCHULEN
SURFSCHULEN
Am Traunsee wird, wie auf allen Salzkammergutseen viel gesegelt, obwohl das
Vergnügen wegen der Windverhältnisse nicht immer ungetrübt ist. Bei einer normalen
Westwetterlage ist der Wind am Traunsee nicht konstant, sondern böig und
unberechenbar. Aufgrund der eigentümlichen Topographie des Gebietes springt der
Wind manchmal plötzlich an, dreht häufig und schläft so rasch wie er gekommen ist
wieder ein. Ein Phänomen, das manch gestandenem Regattasegler schon die Haare
zu Berge stehen ließ - allerdings nicht allen. Es gibt nämlich einige alte Füchse, die
jede Spielart des Windes zu erahnen scheinen. Einer kommt aus Gmunden und auf
ihn sind die Traunseer besonders stolz, da seine Meistertitel schier unzählbar
scheinen. Sein Name ist Dr. Harry Fereberger und er kennt den See und seine
Eigenheiten wie kein anderer. Dem Hörensagen nach soll er sogar - - ohne Fleiß kein
Preis - mehrfach auf den Traunstein gestiegen sein um von dieser erhöhten Kanzel
aus die unterschiedlichen Windverhältnisse am See zu studieren. Eine Methode die
im übrigen auch der Weltmeister der Steinzeit Herr Dr. Manfred Curry in seinem
Buch aus 1936 den Regattaseglern dringend empfiehlt, wenn sie an ein ihnen
unbekanntes Revier kommen.
Immer sind die Winde am Traunsee allerdings nicht so konfus, manchmal gibt es
auch geordnete Verhältnisse, wie in einer Schönwetterperiode, wo sich durch die
Thermik das viel gepriesene Phänomen des 'Ober' und 'Niederwindes' einstellt.
Der Rhythmus beginnt am Abend um ca. 22 Uhr, wenn ein Südwind anspringt, der
bis zum nächsten Morgen, zwischen 9 und 10 Uhr durchhält. - Der 'OBERWIND' -
Darauf folgt eine dreistündige Flaute, ehe der Wind aus Nordosten gleichsam
zurückweht und bis 17 Uhr oder 18 Uhr durchhält. - Der 'NIEDERWIND' ein
Pendant zur berühmten ORA am Gardasee. Weblinks: Der Traunsee in Wikipedia Webcam
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