EUROPÄISCHES SEGEL-INFORMATIONSSYSTEM
Die Bewohner des vielgerühmten und vielbesungenen Salzkammergut wurden überdies von der Natur in zweifacher Hinsicht beschenkt. Zur grandiosen Landschaft gesellt sich bedeutender Reichtum in Form von Salz, das schon die Kelten gewinnbringend abbauten, dem Salz verdankt die Region auch ihren Namen.
DER TRAUNSEE, TIEFES, KÜHLES MEER der GMUNDNER
Von wo immer man sich dem Traunsee nähert, der Traunstein beherrscht das Bild.
Dieser markante Berg wurde zu einem Wahrzeichen der Region und zieht alljährlich
hunderte Touristen in seinen Bann. Meist wird der 1691 m hohe Berg von "
Halbschuhtouristen " unterschätzt, was die einmalig negative Bilanz an Bergtoten
leider beweist.
Ostufer und südliches Drittel des Westufers sind relativ schroff und unzugänglich, doch der Rest des Traunseeufers wird von einer stattlichen Zahl von Ortschaften umsäumt. Die bekannteste ist zweifellos Gmunden " Tor des Salzkammergutes" und neben Bad Ischl eine der " METROPOLEN ".
Gmunden ist eine pulsierende Stadt, die sich aber ihren angenehm ländlichen Charakter - mit allen seinen Vorteilen - bewahrt hat. Ein sauberes Ortsbild, einige Sehenswürdigkeiten und nicht zuletzt die Gmundner- Keramik - Manufaktur haben die Stadt über die Landesgrenzen hinaus berühmt gemacht. Auf dem weg in den Süden passiert man Schloß ORTH, das romatische Wahrzeichen von Gmunden und mit seiner Schloßkapelle der garantiert beliebteste Hochzeitsort überhaupt.
Beinahe nahtlos schließt sich das beschauliche ALTMÜNSTER am Fuße des Gmundner Berges an und wenig später erreicht man TRAUNKIRCHEN, dessen einmalige Lage auf der weit in den See hinein reichenden Landzunge vor der "Geißwand " jeden Besucher beeindruckt. Der " Industrieort " EBENSEE (Saline, chemische Fabrik) am südlichen Ende des Traunsee bildet den Schlußpunkt. Hier mündet auch die Traun, die im steirischen Teil des Salzkammergutes entspringt und sich ihren Weg durch den Hallstättersee über Bad Ischl bis hierher bahnt. Sie trägt die Hauptschuld, daß der mit 191 Metern außergewöhnliche tiefe See auch im Hochsommer nur mäßig warme Wassertemperaturen aufweist.
Am steilen Ufer zwischen Traunkirchen und Ebensee wurden Straße und Eisenbahnverbindung zwar schon vor längerer Zeit fertiggestellt, die Bundesstraße im Bereich des " Steinernen Löwen " - ein weithin sichtbares und jedem Traunsee - Liebhaber bekanntes Denkmal - gilt aber nach wie vor als Nadelöhr. Vielleicht erfreut sich gerade deshalb die Traunsee Schiffahrt ungebrochener Beliebtheit bei Einheimischen und Gästen. Sie hat zwar nicht mehr die Bedeutung wie früher, wo neben der jährlichen Beförderung seiner Majestät vor allem der Salztransport ein lukratives Geschäft war. Der Bedarf an Schiffahrt war jedenfalls ausschlaggebend, daß der älteste Schaufelraddampfer der Welt die GISELA, revitalisiert wurde. Nebenbei ging ein Herzenswunsch der Traunseer in Erfüllung. Heute verkehrt das ehrwürdige Dampfschiff als viel bestaunte Sensation am See.
Am Traunsee wird, wie auf allen Salzkammergutseen viel gesegelt, obwohl das Vergnügen wegen der Windverhältnisse nicht immer ungetrübt ist. Bei einer normalen Westwetterlage ist der Wind am Traunsee nicht konstant, sondern böig und unberechenbar. Aufgrund der eigentümlichen Topographie des Gebietes springt der Wind manchmal plötzlich an, dreht häufig und schläft so rasch wie er gekommen ist wieder ein. Ein Phänomen, das manch gestandenem Regattasegler schon die Haare zu Berge stehen ließ - allerdings nicht allen. Es gibt nämlich einige alte Füchse, die jede Spielart des Windes zu erahnen scheinen. Einer kommt aus Gmunden und auf ihn sind die Traunseer besonders stolz, da seine Meistertitel schier unzählbar scheinen. Sein Name ist Dr. Harry Fereberger und er kennt den See und seine Eigenheiten wie kein anderer. Dem Hörensagen nach soll er sogar - - ohne Fleiß kein Preis - mehrfach auf den Traunstein gestiegen sein um von dieser erhöhten Kanzel aus die unterschiedlichen Windverhältnisse am See zu studieren. Eine Methode die im übrigen auch der Weltmeister der Steinzeit Herr Dr. Manfred Curry in seinem Buch aus 1936 den Regattaseglern dringend empfiehlt, wenn sie an ein ihnen unbekanntes Revier kommen.
Immer sind die Winde am Traunsee allerdings nicht so konfus, manchmal gibt es
auch geordnete Verhältnisse, wie in einer Schönwetterperiode, wo sich durch die
Thermik das viel gepriesene Phänomen des 'Ober' und 'Niederwindes' einstellt.
Der Rhythmus beginnt am Abend um ca. 22 Uhr, wenn ein Südwind anspringt, der
bis zum nächsten Morgen, zwischen 9 und 10 Uhr durchhält. - Der 'OBERWIND' -
Darauf folgt eine dreistündige Flaute, ehe der Wind aus Nordosten gleichsam
zurückweht und bis 17 Uhr oder 18 Uhr durchhält. - Der 'NIEDERWIND' ein
Pendant zur berühmten ORA am Gardasee.
Nachmittag werden Wettfahrten bei guten 3 Windstärken gestartet und sind bei
Niederwind meistens reibungslos.
Schließlich gibt es am Traunsee noch eine Wettererscheinung den VIECHTAUER
genannt, die schon vielen das Fürchten beigebracht hat. Es ist ein gefährlicher
Gewitterwind, der bei schnell eintretenden Wetterveränderungen aus West entstehen
kann. Ein untrügliches Vorzeichen dieses Sturmes (der seinen Namen von der
Ortschaft VIECHTAU hat) ist eine charakteristische, gelbliche Wolkenbildung über der
Hochsteinalm. Kurz darauf stürzt der VIECHTAUER mit Getöse ins Tal und erreicht
nicht selten mehr als 8 Beaufort. Glücklicherweise dauert das Spektakel meist nur
eine halbe Stunde, wobei am See die größte Gefahr für jene besteht, die sich ztu nahe
am Ostufer befinden. Zahlreiche Todesfälle durch den VIECHTAUER beweisen dies
leider allzu deutlich. Weniger gefährlich ist es nach Meinung Ortskundiger in Seemitte
oder nahe am Westufer, wo man raumschots Richtung EBENSEE ablaufen kann und
sehr bald in die Abdeckung durch die Berge südlich von Traunkirchen kommt.
Für die neun Traunseer Fischer, die 1854 bei einem großen Traunseesturm den Tod
fanden (wie man auf einem Marterl nahe der Segelschule Frauscher nachlesen kann)
kommt diese Warnung zu spät, genau so wie für die Hochzeitsgesellschaft, die einst
auf der Fahrt zum Hoisn (unter dem Traunsee) bei einem ÜBER -VIECHTAUER mit
Mann und Maus untergingen.
Am Traunsee gibt es vier Segelclubs wobei der UNION YACHT CLUB Traunsee in Gmunden der älteste und renommierteste ist. Das Clubhaus an der Esplanade und gegenüber Schloß Orth ist eines der schönsten in Österreich. Die Segelclubs in Traunkirchen, Altmünster und Ebensee sind jünger aber nicht minder aktiv. Neben diversen Staatsmeisterschaften und Klassenmeisterschaften findet am Traunsee auch der Medien wirksame LIBERA CUP (SC Traunkirchen) statt. Früher gab es auch die 24 Stunden Regatta, die mit bis zu 60 Schiffen lange Zeit gut besetzt war und nur durch anhaltendes Wetter- und Windpech aus dem Veranstaltungskalender gestrichen werden mußte. Großen Spaß bereiten auch die Traunkirchner Segeltage, die derzeit Teilnehmer- mäßig stärkste Regatta am Traunsee. Es ist eine Yardstick - Regatta, bei der zur besseren Übersichtlichkeit in sieben Klassen gesegelt wird und der gesellige Aspekt, im wesentlichen bestehend aus Bier, Tanz und Musi, im Vordergrund steht. Ein besonderes Schmankerl bietet der Segel Club Traunkirchen mit der clubeigenen Sauna, bei der man sich durch eine Falltür direkt in das kühle Naß des Sees begeben kann. Es ist allerdings nur ein Gerücht, daß manche Regattateilnehmer nur wegen der Sauna nach Traunkirchen kommen.
STATISTIK
Der TRAUNSEE
Seehöhe: 423 m, Fläche 24,0 km2, größte Tiefe: 191 m
Durchschnittliche Wassertemperatur im August 20 Grad
SEGELCLUBS
UNION YACHT CLUB Traunsee - Clubanlage in Gmunden
SEGELCLUB Altmünster - Clubanlage in Altmünster
SEGELCLUB Traunkirchen - Clubanlage in Traunkirchen/Bräuwiese
SEGELCLUB Ebensee - Clubanlage in ebensee
SURFCLUBS
Surfclub Altmünster - Clubanlage in altmünster
Windsurfclub Ebensee - Clubanlage in Ebensee
SEGELSCHULEN
Ebensee - Gmunden - Traunlirchen
SURFSCHULEN
Ebensee - Gmunden
WASSERSKISCHULEN
Altmünster - Ebensee - Gmunden
TAUCHSCHULEN
Ebensee - Roitham
DER GRUNDLSEE: Wo i geh und steh
Was Erzherzog Johann alles über sich ergehen lassen muß, seit er unfreiwillig zu
einer steirischen Kultfigur avancierte, ist schlimm genug. Der Erzherzog-Johann-
Jodler als Notenbanderole und sein Konterfei im feschen Jägeroutfit prangen von
Kitschgegenständen aller Art. Was hat der Erzherzog mit dem Grundlsee zu tun ?
Eigentlich nicht viel, nur daß er an diesem See die Postmeister-Tochter Anna Plochl
kennenlernte, was ihm ebenfalls den Unbill der kaiserlichen Familie bescherte. Glaubt
man der Legende, soll der erste Kontakt nicht am Grundlsee, sondern am
benachbarten, wildromantischen Toplitzsee stattgefunden haben (woran heute noch
ein Gedenkstein erinnert). Was auch immer wahr ist, die Region Grundlsee ist ein
touristisch gut besuchtes Gebiet. Maßgeblich daran beteiligt ist natürlich der
geheimnisvolle und besonders in den sechziger Jahren von den Medien als Versteck
sämtlicher Schätze des Dritten Reiches hochgespielte Toplitzsee.
Grundl- und Toplitzsee werden vom Toten Gebirge fest umschlossen, wobei der kleine Toplitzsee beinahe schon Schluchtcharakter aufweist, so eng ist der Einschnitt, in den er gebettet ist. Während der Toplitzsee abgeschieden und mit Ausnahme des berühmten Fischlokales Fischerhütte keinerlei Besiedelung aufweist, ist der Grundlsee bis auf einen rund 2 Kilometer langen Streifen im Mittelteil des südlichen Ufers rundum in lockerer Form besiedelt. Grundlsee im Westen und Gößl im Osten sind die Zentren des Fremdenverkehres.
Am größten steirischen See gibt es natürlich auch Schiffahrt; die beiden Dampfer "
RUDOLF " und "TRAUN " verkehren nicht nur für den Fremdenverkehr sondern im
Liniendienst Grundlsee - Gößl.
Wie es sich für den größten steirischen See gehört, gibt es auch einen Yacht Club
den STEIRISCHEN YACHT CLUB Grundlsee, der seine Zelte am Eingang zum Ort
aufgeschlagen hat. Heute gilt der Grundlsee als Hochburg der Tempest, Aquilas und
Rennjollen; die Windverhältnisse sind bei Schönwetter dank der ausgeprägten
Thermik alles andere denn schlecht.
STATISTIK
GRUNDLSEE
Seehöhe: 708 m, Fläche: 6,0 km2, Größte Tiefe: 64 m
Durchschnittliche Wassertemperatur im August 22 Grad.
SEGELCLUB
STEIRISCHER YACHT CLUB Grundlsee - Clubanlage in Grundlsee
SEGELSCHULE
Segelkurse werden vom Steirischen Yacht Club Grundlsee organisiert
SURFSCHULE
Grundlsee
TOURISMUSVERBAND
Grundlsee
DER ALTAUSSER SEE: Im Banne des Losers
Altaussee, sein See und das benachbarte Bad Aussee, sind das Herz des
Ausseerlandes und die Sommerfrische vieler Prominenter aus Kultur und Politik.
Trotz der Ehre, die dem Land auf diese Weise zu teil wird, darf man das kleine
"ALTAUSSEE " nicht überschätzen. Obwohl die neu geschaffene Gattung des
" PSEUDO-LODEN-FREAKS " hier recht häufig anzutreffen ist wurde Altaussee kein
Zürs, kein St, Moritz und schon gar kein Gstaad.
Die Beschaulichkeit des Ausseerlandes hat sich hier gänzlich erhalten und die neudeutschen Worte wie STRESS und HEKTIK scheint man nach wie vor hier nicht zu kennen. Die Bezeichnung "AUSSEE " stammt im übrigen aus dem Slawischen und hat mit dem deutschen Wort " SEE " nichts zu tun.
Das Wahzeichen des Ausseerlandes, der trutzig, burgartige Loser, thront mächtig über dem Ausseerland und verleiht der Landschaft etwas Kulissenhaftes. Beim Altaussersee sind die Ufer nur zu einem verschwindenden Prozentsatz verbaut, was angesichts der nahezu senkrecht zum See abfallenden Trisselwand auch nicht verwundert.
Der Segelwind
Der typische Wind wärhrend der sommerlichen Schönwetterperioden ist der aus WNW bis WSW kommende Thermikwind, der durch die starke Sonneneinstrahlung auf die Karsthochflächen des Toten Gebirges sowie auf die 1000 m hohen Steilabfälle der Trisselwand östlich des Sees und dem daraus resultierenden Druckabfall entsteht. Seine Grundstärke beträgt 2-3 Bft., die typischen Böen, die die ganze Seebreite einnehmen, erreichen bis zu 5 Bft. Der Wind erreicht im E-Teil seine größte Stärke, da die nördlich des Sees gelegenen Steilwände des Loser-Massives direkt in den See abfallen und hier einen Düseneffekt bewirken. Der "Altausseer" setzt überlicherweise am Nachmittag ein.
Auch der Wind aus der entgegengesetzen Richtung (E-NNE), der aus dem langgezogenen, nordöstlich des Sees gelegenen Stummerntal weht, ist zum Segeln geeignet. Manchmal, meist kurz vor Gewittern, weht der Wind aus den Stummern allerdings mit voller Sturmstärke.
Leider gibt es mit geringer Wahrscheinlichkeit auch sommerliche Flauten (Dauer 1-3 Tage) und auch der Gradientwind einer W- oder NW-Wetterlage greift durch die Gebirgslage oft nicht bis zum See durch. Föhnwetterlagen erzeugen im W-Teil Starkwind aus SE während im E-Teil des Sees oft Flaute oder Backwind herrscht. Gefährlich ist der Fallwind von der Trisselwand, der mit unvermittelten Böen großer Heftigkeit auf den E-Teil des Sees trifft.
STATISTIK
ALTAUSSER SEE
Seehöhe: 712 m, Fläche 2.1km2, größte Tiefe: 53 m
Durchschnittliche Wassertemperatur im August 22 Grad.
TOURISMUSVERBAND
Altaussee