Der Wolfgangsee ist ein See in Österreich. Er liegt zum größten Teil auf dem Gebiet des Bundeslandes Salzburg und ist einer der bekanntesten Seen im Salzkammergut.
Die angrenzenden Orte Strobl, St. Gilgen, Abersee und Ried liegen in Salzburg; einzig der Ort St. Wolfgang liegt in Oberösterreich. Der Salzburger Teil des Wolfgangsees wird auch Abersee genannt. Diesen Namen verdankt er dem Umstand, dass dieser Teil nur selten, in ungewöhnlich kalten Wintern, zufriert. (Also in normalen Wintern umgangssprachlich „aper“ bleibt.)
Auf dem Wolfgangsee wird intensiv Linienschifffahrt betrieben. Von St. Wolfgang nach St. Gilgen führt nur ein Fußweg über die steile Felswand des „Falkenstein“.
Der Wolfgangsee hat eine Fläche von 12,9 - 13,1 km². Durch den Schwemmkegel des Zinkenbaches wird er in zwei Seebecken geteilt. An dieser Stelle ist der See nur 200 Meter breit. Er liegt auf einer Seehöhe von 538 Meter und ist an seiner tiefsten Stelle 114 Meter tief. Die Haupterwerbsquelle der einheimischen Bevölkerung ist der Tourismus; in den drei Wolfgangseeorten befinden sich derzeit 8.500 Gästebetten, womit ca. 900.000 Gästeübernachtungen erzielt werden. Ca. 75 % der Übernachtungen entfallen auf den Sommer, 25 % auf den Winter. Im Jahr 1998 wurden die drei Orte in eine gemeinsame touristische Organisation zusammengefasst, der Wolfgangsee Tourismus Gesellschaft (WTG). Geschäftsführer der WTG seit ihrer Gründung ist Dir. Hans Wieser. An seinem Ufer liegt auch der Ferienhort am Wolfgangsee.
Der Wolfgangsee, den die Salzburger besonders
lieben und dessen einziger Schönheitsfehler - aus ihrer Sicht - ist, dass sich ein rund fünf Kilometer langer Uferstrich im Nordosten und die Ortschaft St. Wolfgang auf oberösterreichischem Gebiet befinden, wird durch den mächtigen Schwemmkegel des Zinkenbachs beherrscht, der den See an seinem südwestlichen Ufer ungefähr in der Mitte beinahe in zwei Hälften teilt. Ein nur noch 400 Meter breiter Streifen trennt nord- und südseitiges Ufer, und kluge Berechnungen ergaben, dass die Ufer hier irgendwann zusammenwachsen werden. Eine Entwicklung, die wir allerdings kaum mehr erleben werden und es wäre auch verwunderlich, wenn die Wolfgangseer das jemals zulassen würden.
Auf diesem Schwemmkegel, der unter Campingfreunden aus nah und fern sehr
beliebt ist, befindet sich auch die jüngste Gemeinde am See - Abersee - die durch den Zusammenschluß von Zinkenbach, Gschwand und Gschwendt entstanden ist.
Die anderen alteingesessenen Orte am See können sich aber ihres Rufs fast nicht
erwehren.
St. Wolfgang, St. Gilgen und Strobl heißen die Metropolen an der Mitte und den
gegenüberliegenden Enden des Sees. Abertausende Besucher frequentieren die
Ortschaften jahrein, jahraus, was besonders die Bewohner von St. Wolfgang
unangenehm zu spüren bekommen. Zum wunderbar gelegenen Ort, vordergründig
bekannt durch den kostbaren Schnitzaltar des Südtiroler Meisters Michael Pacher und das legendäre Wirtshaus Zum Weißen Rössl, führt eine Sackgasse, was bei einer geschätzten Besucherfrequenz von 10.000 Personen an schönen Tagen einen ebenso schönen Stau verursacht.
Von hier aus können sich Fußmarode mit Hilfe der k. und k. Zahnradbahn wie zu Kaiser Franz Josefs Zeiten auf den Schafberggipfel schleppen lassen. Die uralten Dampfloks keuchen den Berg hinauf und aus ihren bunten Wägelchen ergießt sich mit beeindruckender Regelmäßigkeit ein Strom von Touristen auf den wahrscheinlich schönsten Aussichtsberg der Gegend. Elf Seen, das Höllengebirge, das Tote Gebirge, der Dachstein und in der Ferne die Hohen Tauern bilden hier bei guter Sicht ein Traumpanorama.
Zurück in St. Wolfgang bewegen wir uns die Sackgasse nordwestwärts nach Ried, vorbei an der Segelmacherei des wohl bekanntesten und erfolgreichsten
österreichischen Seglers Hubert Raudaschl.
Am Ende der Straße liegt der Ferienhort für Mittelschüler in dem nicht wenige Zöglinge (hauptsächlich aus dem Raum Wien) ihren ersten Kontakt zum Bootssport hatten. Hier war für viele von ihnen während ihres sechswöchigen Sommeraufenthaltes das Ziel die Chargenprüfung zum zweiten Steuermann auf den alten Kuttern (aus den Beständen der österreichischen und deutschen Kriegsmarine) abzulegen.
Auch heute wird der Betrieb noch aufrecht erhalten und die Ausfahrten der
historischen Jollen, Giggs und Kutter werden mit Interesse verfolgt.
Der direkte Weg nach St. Gilgen wird durch ein weithin sichtbares Wahrzeichen
versperrt. Die Falkensteinwand, ein mächtiger Felsklotz, der direkt aus den Ufern des Sees emporwächst, läßt sich nur zu Fuß über- oder umwandern. Auf dem Weg nach St.Gilgen gelangt man zum romantischten Eck des Sees. Vorbei am legendenumrahmten Hochzeitskreuz und Ochsenkreuz führt der Weg über Fürberg, dem Domizil des berühmtesten Wolfgangseers, dem Nobelpreisträger Professor Karl von Frisch und Brunnwinkl.
St. Gilgen ist nicht nur der größte Ort am See, sondern auch unbestritten die Segelhochburg. Hier residiert der Union Yacht Club Wolfgangsee, ein
regattaorientierter und der Förderung des Nachwuchses aufgeschlossener Club. Es
ist ein Club mit langer Geschichte und die Tradition wird hier nach wie vor
hochgehalten.
Schon seinerzeit wurde St. Gilgen von den damaligen Seglergrößen gern besucht und man findet bekannte Namen wie jenen von Dr. Manfred Curry in der Clubchronik.
Mächtig stolz sind die Clubobersten natürlich auf ihren zehnfachen
Olympiateilnehmer und zweifachen Silbermedaillengewinner Hubert Raudaschl und
die anderen Größen, wie Dr. Harald Fereberger, Wolfgang Denzel, Ulrich
Strohschneider und Michael Luschan. Mit Freuden erinnert man sich an 1972 als von
fünf Olympiateams deren vier vom Wolfgangsee kamen. (STAR, DRACHEN,
SOLING, TEMPEST)

Am Wolfgangsee gibt es kalkulierbare, gute Windbedingungen. Berühmt ist der See
für seinen sogenannten "Brunnwind", einem thermischen Schönwetterwind. Im
Sommer bestreicht er den See sehr verläßlich und kommt vom Krotensee (im
Einschnitt zwischen Mond- und Wolfgangsee) über den ihm den Namen gebenden
Brunnwinkl auf den See. Leider ist der Brunnwind nur eine lokal begrenzte
Angelegenheit und nach der Seeenge beim Zinkenbach bleibt vom Brunnwind meist
nicht mehr viel übrig.
Der Wolfgangsee ist allerdings begünstigt. Wenn eine
Westströmung vorhanden ist, kann diese sehr gut mit dem Brunnwind existieren und die Mischung beider Ströme (der Westwind kommt über den Einschnitt zum Fuschlsee) bildet dann meist einen schönen Nordwest, der den See der Länge nach bestreicht. Zieht eine Westwetterfront über ihn, verläuft sie ebenfalls in Längsrichtung über den See, schralend und böig.
Der Gegenspieler zu den Westwinden ist der im Volksmund als
Föhn bezeichnete warme Wind aus dem Nordalpenbereich, der sich ebenfalls in Seelängsrichtung erstreckt (allerdings von der Strobler Seite her).
Obwohl es am Wolfgangsee praktisch keinen Querwind gibt, werden bei dieser
Wetterlage Luftmassen zwischen den Bergen der Osterhorngruppe, im speziellen
zwischen den beiden "Charakterköpfen" Bleckwand und Sparber, durchgepreßt, die im Südzipfel für guten , wenn auch böigen Wind sorgen.
Als altes Segelrevier hat der Wolfgangsee natürlich seine speziellen Bootsklassen.
Neben den Traditionsbooten wie Sonderklassen, 35er - Ausgleichsyachten und 20er
Rennjollen sind hier vor allem moderne Regatta - Kielboote zu Hause, beispielweise
eine der stärksten Star-Flotten Österreichs, aber auch Drachen, Solings und H - Boote. Bei den Jollen tummeln sich vor allem Laser am See. Der UYC Wolfgangsee
veranstaltet neben Segel - Großereignissen auch einmal jährlich den Laser Grand Prix, der mit rund 190 Startern die teilnehmermäßig größte Einzelregatta Österreichs ist.
STATISTIK
Seehöhe: 538 m, Fläche: 12.9 km2, größte Tiefe: 114 m.
durchschnittliche Wassertemperatur im August: 22 Grad
SEGELCLUB UNION YACHT CLUB WOLFGANGSEE Clubanlage in St. Gilgen
SEGELSCHULEN St. Gilgen - St. Wolfgang
SURFSCHULEN St. Gilgen - St. Wolfgang
WASSERSKISCHULEN St. Gilgen - Strobl - St. Wolfgang
TAUCHSCHULE St. Wolfgang
TOURISMUSVERBÄNDE St. Gilgen - Strobl - St. Wolfgang
Weitere Binnenseen in Österreich:
Achensee
Altausseer See
Alte und Neue Donau bei Wien
Attersee
Grundlsee
Hallstätter See
Keutschacher See
Klopeiner See
Längsee
Mattsee
Millstätter See
Mondsee
Neufeldersee
Neusiedlersee
Obertrumer See
Ossiacher See
Ottensteiner Stausee
Plansee
Speicher Durlaßboden
Traunsee
Walchsee
Wallersee
Weißensee
Wolfgangsee
Wörthersee
Zellersee