Segeln: Seekrankheit und persönliche Ratschläge von Captain Snoopy
EUROPÄISCHES SEGEL-INFORMATIONSSYSTEM
Persönliche Erfahrung und "Heilung" von Captain Snoopy
Prinzipiell glaube ich persönlich nicht daran, daß es sich um eine Krankheit handelt, sondern gehe konform mit
der Mismatch-Theorie.
Als Skipper sollte man immer ein wachsames Auge auf seine Crew haben, um Seekrankheit zu erkennen. Oft
ist es nicht ganz einfach, denn viele (besonders Herren) geben nicht zu, daß ihnen schlecht ist.
Ich will hier mehr von Training und weniger von Heilung sprechen. Versuche mit Deinem erkrankten
Crewmitglied eine Therapie nach folgenden Muster:
Stell Dich mit dem Patienten zum Mast (da schaukelt's am wenigsten), bei schwererer See mit Gurt, erkläre
ihm warum er seekrank ist, wie man es bekämpfen kann, erkläre ihm die einzelnen Wellenformen und wie sich
das Schiff bewegen wird, wenn die Welle am Schiff eintrifft. Laß ihn nach einiger Zeit selbst feststellen, wie
sich das Schiff bewegen wird.
Nach einiger Zeit kannst Du mit ihm in den Bugkorb gehen und etwas
"Achterbahn-fahren". Laß ihm dann alleine und (angegurtet) nach Delphinen Ausguck halten. Beobachte ihm
aus Distanz.
Als nächsten Schritt wieder zurück zum Mast, dem Patienten Augen zumachen oder verbinden und bei
ausgesuchten Wellen raten lassen, aus welcher Richtung diese gekommen ist. Dabei durchaus auch den Kurs
des Schiffes ändern.
Als letztes unter Deck gehen, gemütlich im Salon Platz nehmen und wieder Wellen-raten spielen.
Zwischendurch mal mit ihm navigieren und dann wieder rauf ins Cockpit.
Dauer dieser Therapie ist ca. zwei Tage. Normalerweise sollte sich der Patient dann schon recht gut wieder
alleine zurechtfinden. Als krönenden Abschluß kann man ihn dann durch den Maschinenraum kriechen lassen.
Wenn er das übersteht, dann ist er "geheilt".
Für ganz hatnäckige Fälle habe ich immer eine Schachtel mit Himbeersirup rot gefärbete Tic-Tac mit. Das
wirkt Wunder! Versuch's selber!